Die Zwergdommel: Jäger im verborgenen Schilf

ZwergdommelDie Zwergdommel (Ixobrychus minutus) zählt in Deutschland zu den seltensten Brutvögeln. Der Blankensee in der Nähe von Trebbin ca. 40 km südlich von Berlin ist eine der wenigen Gegenden Brandenburgs Brutbestände – wenn auch nicht jedes Jahr – vermutet werden. Zwergdommeln waren in den Jahren 2014 und 2015 von Mai bis Anfang September zu hören. So konnte vor allem im Juli 2014 in den frühen Morgenstunden immer wieder ein Männchen ausdauernd rufend festgestellt werden. Ab ca. 6:30 blieb es aber stumm.

Es ist daher eine außergewöhnliches Erfahrung, eine Zwergdommel mehrere Wochen lang fotografieren zu können. Dazu muß man allerdings in etwas abgelegenere Gebiete fahren. Auf einer meiner regelmäßigen Wanderungen in einem ausgedehnten Niederungsgebiet an der Havel entdeckte ich im zeitigen Juni in rund 20 Meter Entfernung eine Zwergdommel Akrobatisch hing der Vogel trotz seiner großen Füße im Schilf und schoß mit seinem langen, dolchartigen Schnabel immer wieder blitzartig in das Wasser. So verschlang die Zwergdommel einen Fisch nach dem anderen. Glücklicherweise konnte mich der Vogel nicht bemerken, da ich mich sehr vorsichtig bewegte und durch einen schmalen Schilfgürtel gedeckt war. Für mich war klar, daß ich hier in den kommenden Wochen einen Großteil meiner Zeit verbringen wollte. So postierte ich mich von nun an täglich mit Stativ und Kamera an der gleichen Stelle und mußte mich erst einmal in Geduld üben. In den folgenden sechs Wochen beobachtete ich die Zwergdommel zwar häufig, auf Fotodistanz näherte sie sich jedoch nur fünfzehn Mal.

Dennoch konnte ich einige interessante und typische Verhaltensweisen fotografieren. Sieht sich eine Zwergdommel beispielsweise einer Gefahr ausgesetzt, erstarrt sie in der sogenannten Pfahlstellung, wobei der Hals emporgestreckt ist und der Vogel einem abgebrochenen Schilfhalm gleicht. Besonders zwischen alten und vertrockneten graubraunen Schilfhalmen ist der Vogel dann nahezu unsichtbar. Daneben konnte ich die Zwergdommel beim Sonnenbaden, in Lauerstellung, beim Recken und Strecken des Gefieders und beim Fischfang fotografieren. Die interessanteste Situation jedoch spielte sich in einiger Entfernung ab und erlaubte daher leider keine Aufnahme: Als eine große Libelle an der Zwergdommel vorbeiflog, stieß der Vogel blitzschnell mit dem Schnabel in die Luft und erbeutete das fliegende Insekt.

Im Gegensatz zu dem größeren Verwandten, der Rohrdommel (Botaurus stellaris), hält sich die Zwergdommel in Deutschland von April bis Oktober auf und zieht nach der Brut nach Süden. Mit der Körpergröße von 27 bis 36 Zentimeter entspricht die Zwergdommel in etwa einem Eichelhäher. Sie ist damit die kleinste Reiherart Europas. Neben ihrer Größe ist das unauffällige, bräunlich gestreifte Federkleid dafür verantwortlich, daß die Tiere nur schwer zu erkennen sind. Zwar sind die Männchen auf der Oberseite zum Teil schwarz gefärbt, doch kommt dieser dunkle Streifen erst im Flug deutlich zur Geltung. Am sichersten ist es, auf den auffälligen Ruf des Männchens zu warten. Aus dem Schilf und Röhricht heraus, „singen“ die Zwergdommeln nämlich teilweise ausgiebig.

Die Zwergdommeln legen ihre Nester versteckt im Röhricht oder zwischen Weidenbüschen an. Neben den erwähnten Fischen und Insekten ernähren sich die kleinen Reiher von Fröschen Kaulquappen sowie Würmern, Schnecken und Muscheln.

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