Zitronenstelze im tschechischen Erzgebirge

ZitronenstelzeWenn man im Frühsommer durch die weiten, blütenreichen Bergwiesen des tschechischen Erzgebirges streift, fällt einem manchmal ein leuchtender gelber Punkt im Gras auf. Ein kurzer Ruf – scharf, aber nicht aufdringlich – und schon ist sie wieder weg: die Zitronenstelze (Motacilla citreola). Wer diesen lebhaften, auffällig gefärbten Vogel einmal in freier Wildbahn gesehen hat, vergisst ihn nicht so schnell. Noch vor wenigen Jahrzehnten war das in Mitteleuropa undenkbar. Heute gehört die Art im Erzgebirge fast schon zum festen Inventar – zumindest im Frühsommer.

Die Zitronenstelze ist ursprünglich in der östlichen Paläarktis verbreitet, mit Brutgebieten, die sich vom östlichen Europa über Zentralasien bis in die Mongolei erstrecken. Seit den 1990er Jahren lässt sich jedoch eine deutliche Ausweitung ihres Brutareals nach Westen beobachten. Diese westliche Ausbreitung wird immer mal wieder mit Veränderungen in der Landnutzung sowie mit klimatischen Faktoren in Verbindung gebracht.

Im tschechischen Teil des Erzgebirges (Krušné hory) ist die Zitronenstelze erstmals als Brutvogel um die Jahrtausendwende dokumentiert worden. Inzwischen sind mehrere regelmäßig genutzte Reviere bekannt, insbesondere in Höhenlagen zwischen 800 und 1.200 Metern.

Das bevorzugte Habitat der Zitronenstelze in dieser Region sind extensiv genutzte, feuchte Bergwiesen mit reichlich niedriger Vegetation und vereinzelten Sträuchern. Wichtig ist eine offene Landschaftsstruktur, die gleichzeitig Deckung und freie Sichtachsen bietet. Häufig findet man sie in der Nähe kleiner Bäche oder feuchter Mulden, die ein reiches Insektenangebot sichern – essenziell für die Jungenaufzucht.

Die Präsenz der Zitronenstelze im Erzgebirge bleibt dynamisch. Die Art besiedelt neu entstandene geeignete Habitate zügig, zeigt aber auch Empfindlichkeit gegenüber intensiver Landwirtschaft, Entwässerung und touristischer Störung. Eine dauerhafte Etablierung ist deshalb an stabile Schutzmaßnahmen gekoppelt.

Die Zitronenstelze im Erzgebirge ist schönes ein Beispiel für die Dynamik selbst in der europäischen Avifauna. Ihr Auftauchen in dieser Mittelgebirgsregion zeigt, daß Vogelarten flexibel auf neue ökologische Nischen reagieren – die Frage wäre nur, welche neunen Nischen das sein sollten. Ob dies alles im Kontext globaler Veränderungen stattfindet oder einfach nur artspezifischen Ausbreitungstendenzen geschuldet ist, bleibt noch abzuwarten. Diese Entwicklung aber einfach auf den Klimawandel abzuwälzen, greift sicherlich zu kurz.

Um der wachsenden Nachfrage nach Top-Bildern der selteneren Arten der Paläarktis gerecht zu werden, hat Bird-lens.com gezielt Reisen auch an entlegene Orte unternommen. Dies alles, um hervorragende Fotos der Vögel der Westpaläarktis zu gewährleisten. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut.

Dieses Mal war es noch zu früh. Die Zitronenstelze war noch nicht aus dem Winterquartier zurückgekommen. Schade. Aber dann konnte ich auf das Archiv von bird-lens.com zurückgreifen und fand schöne Aufnahmen aus Kirgisistan. Dort konnten viele hervorragende Bilder im Jahr 2007 im Dorf Ananevo am großen See Issyk Kul gemacht werden.

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