
Der Pfad im Naturschutzgebiet Río Blanco ist still, so wie es in einem Nebelwald üblich ist, wo jedes Geräusch bewusst wahrgenommen wird. Ich bleibe an einem dichten Bambushain stehen, und nach einigen geduldigen Minuten taucht beinahe zufällig ein kleiner, braun gefärbter Vogel auf. Die Plüschkopftangare (Catamblyrhynchus diadema) macht sich nicht durch übergroße Hektik oder gar laute Geräusche bemerkbar. Sie bewegt sich vorsichtig, fast bedächtig, als gehöre sie eher zur Vegetation als zur Luft darüber.
Die Plüschkopftangare ist ein kleiner Singvogel, der sich durch sein plüschartiges Gefieder und seinen relativ kurzen, kräftigen Schnabel auszeichnet. Ihre Morphologie spiegelt ihre Spezialisierung auf die Nahrungssuche wider. Anders als viele andere Vögel, die im Kronendach nach Nahrung suchen, hält sie sich mehr im oder am Rande des dichten Unterholzes, insbesondere in Bambusdickichten, auf. Der Schnabel ist eher auf präzise Manipulation als auf Kraft ausgelegt, wodurch sie kleine Gliederfüßer aus engen Spalten herausholen kann. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, Larven und anderen Wirbellosen, gelegentlich frisst er aber auch opportunistisch Pflanzenmaterial.
Das Fressverhalten der Plüschkopftangare ist bedächtig und methodisch. Die Vögel untersuchen Bambusstängel, Blattbasen und Knoten und inspizieren Oberflächen oft wiederholt. Diese wiederholte Inspektion deutet auf eine hohe Vertrautheit mit dem Mikrohabitat und möglicherweise auf ein räumliches Gedächtnis hin. Der Vogel unternimmt keine schnellen Jagdausflüge, sondern sucht seine Beute von Oberflächen ab, was auf eine energiearme und hocheffiziente Nahrungssuche hindeutet, die für stabile Umgebungen geeignet ist.
Das Verbreitungsgebiet der Plüschkopftangare beschränkt sich auf feuchte Bergwälder im Nordwesten Südamerikas, insbesondere entlang der Andenhänge Kolumbien, Ecuadors, Perus bis hinunter in das nördliche Bolivien. Innerhalb dieses Gebiets zeigt sie eine starke Bindung an Gebiete, in denen Bambus, insbesondere Arten der Gattung Guadua, dichte Unterholzbestände bildet. Diese Habitatpräferenz trägt zu seiner lückenhaften Verbreitung und relativen Seltenheit bei.
Die Vorliebe für Bambus ist ökologisch begründet. Bambus bietet einen strukturell komplexen Mikrohabitat mit einer reichen Insektenwelt, darunter Larven, die sich in Stängeln und Blattscheiden entwickeln. Die segmentierte Struktur der Pflanze schafft geschützte Nischen und verringert so die Konkurrenz mit generalistischen Insektenfressern. Zudem weisen Bambusbestände tendenziell stabile Mikroklimata auf, die eine für Beute und Räuber gleichermaßen günstige Luftfeuchtigkeit gewährleisten.
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