A Supremely Bad Idea: Three Mad Birders and Their Quest to See It All von Luke Dempsey: Viel Lärm um nichts – ein Buch über Vögel, das sich kaum für Vögel interessiert

Luke Dempsey will in „A Supremely Bad Idea“ eine irrwitzige Reise durch die USA schildern, bei der drei schrullige Vogelbeobachter möglichst viele Arten „ticken“ wollen. Was wie eine charmante Mischung aus Roadtrip, Naturbeobachtung und skurrilem Humor klingt, entpuppt sich schnell als selbstverliebter und oberflächlicher Erlebnisbericht mit erstaunlich wenig Tiefgang – und noch weniger ornithologischem Gehalt.

Was nicht funktioniert. Statt sich mit der faszinierenden Welt der Vögel zu beschäftigen, dreht sich das Buch vor allem um Dempsey selbst – seine Witze, seine Einschätzungen, seine Marotten. Der Fokus liegt durchgehend auf der Selbstdarstellung, weniger auf Natur oder Erkenntnis. Wer erwartet, etwas über Vogelverhalten, Artenvielfalt oder Lebensräume zu lernen, wird bitter enttäuscht.

Die Vögel scheinen bloße Staffage. Ironischerweise ist in diesem Buch über Vogelbeobachtung kaum Platz für Vögel. Meist werden Arten nur namentlich aufgezählt, ohne Kontext, ohne Beschreibung. Kein Gefühl für Schönheit, keine echte Faszination, keine Details, die im Gedächtnis bleiben. So wird über 3 Seiten von der Begegnung mit einer nervigen Vogelführerin berichtet, die den 3 Beobachtern fast den super seltenen Kupfertrogon (Trogon elegans) verscheucht hätte, nur um dann von einem zufällig Dabeistehenden auf den Kupfertrogon in einem Baum auf der anderen Seite hingewiesen zu werden. Das ist, als würde man ein Buch über Kunst lesen, das nur Museumsbesuche auflistet.

Zwar kann Dempsey schreiben, und sein britischer Sarkasmus zündet gelegentlich. Doch der Humor ist penetrant und flach, oft bemüht und selten treffsicher. Was anfangs als originell durchgeht, kippt bald ins Nervige – insbesondere, wenn jeder potenziell interessante Moment in eine Pointe umgebogen wird. Dazu kommt ein Slang, der auch den Englisch mächtigen Lesern den Spaß schnell verdirbt.

Trotz der weiten Reise bleibt das Buch erstaunlich ziellos. Weder gibt es eine klare Entwicklung, noch eine tiefere Reflexion über Natur, Umwelt oder die eigene Obsession. Was bleibt, ist das Gefühl, drei Erwachsenen bei einem überdrehten Hobby zuzusehen, das sie selbst ernster nehmen als es der Leser je könnte.

Als Fazit bleibt festzuhalten, daß „A Supremely Bad Idea“ keine Hommage an die Vogelwelt ist, sondern ein überlanger Insiderwitz zwischen Freunden, der zufällig gedruckt wurde. Wer sich für Natur interessiert, wird sich über die Belanglosigkeit ärgern. Wer gute Reiseliteratur sucht, wird sie hier nicht finden. Und wer einfach lachen will, sollte sich einen besseren Comedian suchen.

Ein superschlechtes Buch über ein eigentlich großartiges Thema.

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