Haubentaucher auf schwimmenden Nest fotografieren

HaubentaucherIch hatte gelesen, dass Haubentaucher (Podiceps cristatus) schwimmende Nester bauen, die aus der Ferne gut erkennbar sind. Wenn der See mit einer Schicht aus Eis am Ende des Jahres bedeckt ist, lassen sich die schwimmenden Haubentauchernester schon mal zu Fuß untersuchen. So lange – bis Mitte Februar – die Seen immer noch zugefroren sind, braucht man gar nicht weiter zu gucken. Es wurde Mitte März, als ich dann die im weiteren Umkreis gelegenen Seen so weit überprüft hatte, um zu wissen auf welchen See Haubentaucher zurückgekommen waren. Ich widmete mich der Stelle, wo die Vögel ausweislich der Winterkontrolle in dem Jahr zuvor gebrütet hatten. Ich bemerkte, dass die Haubentaucher bereits mit dem Bau einer flachen Brutplattform an der gleichen Stelle begonnen hatten. Aber, was die Haubentaucher bis zu diesem Zeitpunkt aufgebaut hatten, sah auf den ersten Blick nicht sehr vertrauenserweckend aus. Alles an Material war aus dem See gezogen: Teichrosenblätter, dünne Zweige, Tannenwedel und daumendicke Äste. Das Nistmaterial wurde einfach übereinander geschichtet und versank anschließend langsam wieder. Schließlich begann die Plattform aber doch zu tragen. Nun wurden nur noch frische Teichrosenblätter verwendet, die vom Boden des Sees abgeknipst wurden. Dies geschah, um die Konstruktion zu erhöhen. Das frische Grün der Blätter verführte auch einige Stockenten ( Anas platyrhynchos) an der Plattform ihren Hunger zu stillen. Aber solche Diebstähle wurden mit heftigen Haubentaucher-Angriffen unter Wasser bestraft.

Anfängliche Bedenken, dass die Haubentaucher meine Anwesenheit als lästig fühlen konnte, konnten nicht bestätigt werden. So war es mir möglich, ohne Tarnung zu beobachten und zu fotografieren. Die Haubentaucher hatten sich auf ihr ursprüngliches Nest konzentriert. Andere Nester, die in der Literatur sogenannte “Ritual-Plattformen”, konnte ich nicht erkennen. Die ganze Aufmerksamkeit der beiden Haubentaucher ist auf eine “Insel der Liebe” fokussiert. Die Konstruktion schien ziemlich robust und stabil zu sein.

Haubentaucher (Podiceps cristatus) verfügen ja über einen besonders spektakulären Balzablauf. Dies ist bereits ausführlich in einem Blog über Haubentaucher und ihre Balz beschrieben worden. Dabei sieht man Männchen und Weibchen zusammen mit aufgestellten Kopffedern schwimmen. Nach einer sogenannten “Brautgeschenk-Zeremonie” findet die Kopulation auf einer vorher zusammengetragenen Plattform aus Schilf, Zweigen und Unterwasservegetation statt. Das Weibchen schiebt seinen Oberkörper auf den Rand der Plattform und springt mit einem Satz auf die Insel auf. Das Weibchen lädt das Männchen flach liegend mit weichen “KoorrKoorr”-Rufen zur Begattung ein. Das Männchen umkreist die Insel der Liebe aufgeregt, und springt dann mit einem beeindruckenden Sprung von hinten auf den Rücken des Weibchens. Die Kopulation wird von noch mehr “Koorr-Koorr” begleitet bis das Männchen auf dem Rücken die richtige Position eingenommen hat. Die anschließende Begattung findet schnell statt. Anschließend verschwindet das Männchen wieder im Wasser.

Haubentaucher (Podiceps cristatus) sind recht häufige Vögel in Deutschland. Die Population ist dabei weitgehend konstant. Nach schwerer Verfolgung im 19. Jahrhundert wurde eine deutliche Erholung der Bestände seit der Mitte des 20. Jahrhunderts beobachtet. Die Taucher profitieren vor allem von der Steigerung der Nahrungsmittelversorgung von kleinen Fischen in nährstoffreichen Gewässern.

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