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Papageitaucher auf Skomer

PapageitaucherEin Riesenkrach herrscht besonders in der Brutzeit auf einem typischen Vogelfelsen. Mitten drin kann sieht man immer wieder einen farbenfrohen, untersetzten Gesellen mit leuchtend orangenfarbenen Füßen und Schnäbeln. Häufig steht dieser Vogel still am Rand der Klippen steht, als würde ihn der ganze Trubel nichts angehen. Dies ist der Papageitaucher (Fratercula arctica).

Bei einem England-Aufenthalt ging es dann auch mal nach Süd Wales und ich hatte Gelegenheit, die Insel Skomer zu besuchen. Dort habe ich erlebt, daß die Papageitaucher immer wieder unter die Naheinstellgrenze meines Objektivs (Canon 4,0/ 400 DO) kamen. Dabei näherten sich die Papageitaucher; nicht ich mich ihnen. Auf Skomer war das Brutgeschäft schon im Gange, aber die Küken waren noch nicht geschlüpft. Somit hatte ich nur einen einzigen Papageitaucher gesehen der mal mit dem Schnabel voller Sandale anflog.

Auf der Insel stellen die Papageitaucher einen besonderen Höhepunkt dar. Die am besten zu beobachtende Kolonie auf Skomer heißt „The Wick“. Egal, wo man auf die drolligen Gesellen trefft: man sollte viel Zeit und Geduld mitbringen. Auch zu Essen und zu Trinken sollte vorhanden sein. Denn haben sich die Vögel Continue reading Papageitaucher auf Skomer

Eiderenten im Frost: ein arktisches Abenteuer

PrachteiderenteRuhig schwimmen die buntesten Enten der Welt bei Temperaturen von -10 °C im Februar keine 10 Meter vor mir im Hafenwasser vorbei. Fotografieren an der Nordspitze Europas bei -10 °C klingt verrückt. Auf jeden Fall ist es ein echtes Arktisches Abenteuer. Birder in Mitteleuropa sind froh, mal den ein oder anderen hocharktischen Irrgast, einen der Eiderentenarten, vor der deutschen oder niederländischen Küste in weiter Entfernung dümpeln zu sehen. Dies ist jedoch ein seltenes Ereignis. Und von der Entfernung her, auch nur eines für den Twitcher. Im Gegensatz dazu sind diese Vögel im Norden der Westpaläarktis sehr verbreitet. Auf Varanger / Norwegen konnte www.bird-lens.com schöne Bilder von Prachteiderente (Somateria spectabilis) aus einem schwimmenden Versteck mitten im Hafen von Båtsfjord, Varanger, schießen. Es war das erste Jahr in Gebrauch und bird-lens.com konnte nicht nur Prachteiderente fotografieren, sondern auch Scheckente (Polysticta stelleri) und Eisenten (Clangula hyemalis) sowie Möwen in 5 verschiedenen Arten. Ein Floß mit einem Tarnaufsatz ist in der Mitte des Hafens Båtsfjord befestigt. Davon hat man Gelegenheit, Eiderenten (Somateria mollissima), Prachteiderenten, Scheckenten und Eisenten auf einem Niveau zu fotografieren, das zuvor als praktisch unmöglich betrachtet werden mußte. Der Abstand zu den Vögeln kann bis zu einem Meter betragen, so dass sogar Weitwinkelobjektive während der Fotosession nützlich sein können. Man kann in 360 Grad um den Schuppen herum Continue reading Eiderenten im Frost: ein arktisches Abenteuer

Alpenschneehuhnfotografie im Winter

AlpenschneehuhnDer Höhepunkt des Alpenschneehuhn-Jahres, zumindest für mich, kommt im Winter, wenn Alpenschneehühner (Lagopus muta) rein weiß werden. Die Farbe des Gefieders des Alpenschneehuhn ist eng mit der Änderung der Taglänge verbunden, so dass das Gefieder auch in Jahren mit wenig oder keinem Schnee weiß wird. In einem vorherigen Blog wurde bereits kurz beschrieben, wie man sich einem Alpenschneehuhn nähert um es zu fotografieren und daß man sich entweder in den Norden Europas oder hinauf in die Alpen begeben muß, um ein Alpenschneehuhn in Europa zu sehen.

Wenn man denkt, daß man in der richtigen Gegend ist, sollte man gewarnt und gleichzeitig geduldig sein. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Art zu allen Zeiten des Jahres sehr gut getarnt ist und die Vögel vertrauen manchmal so sehr auf ihre Tarnung, daß sie bei Annäherung innerhalb weniger Meter ohne Bewegung sitzen bleiben. Glücklicherweise sind Alpenschneehuhn weit davon entfernt, ruhige Vertreter ihres Lebensraums zu sein. Männliche Alpenschneehühner rufen sogar recht häufig. An ruhigeren Tagen ist dies das erste Zeichen, dass Sie in der richtigen Gegend sind. Ihr Territorialruf hallt durch die felsige Landschaft, der Schall bricht sich an den Felsbrocken und trägt an einem stillen Tag Hunderte von Continue reading Alpenschneehuhnfotografie im Winter

Wie fotografiert man ein Alpenschneehuhn

AlpenschneehuhnIn einem vorherigen Blog wurde bereits kurz beschrieben, daß man sich entweder in den Norden Europas oder hinauf in die Alpen begeben muß, um ein Alpenschneehuhn in Europa zu sehen. Alpenschneehühner (Lagopus muta) stehen zu Recht ganz oben auf der Wunschliste sowohl von Fotografen als auch von Vogelbeobachtern. Ein Tip ist das nördliche Skandinavien im Winter. Ein Alpenschneehuhn zu finden ist eine Sache, aber zu wissen, wie man sie fotografieren kann, ist noch mal eine andere Herausforderung.

Sobald man ein Alpenschneehuhn gefunden hat, muss man sich vorsichtig, aber zielstrebig nähern. Das Vorgehen kennen Fotografen, die sich einem Sanderling (Calidris alba) an der Küste nähern, der am Spülsaum nach Nahrung sucht. Das Wichtigste in diesem Ansatz ist, unter dem Vogel zu bleiben. Wenn man versucht, von einem höheren Hang zu kommen oder über einen Felsblock zu steigen, bringt man den Vogel fast sicher zum Abflug. Wenn man ein Alpenschneehuhn unterhalb der eigenen Standortposition findet, ist es am besten, zu einer Stelle unterhalb des Alpenschneehuhns zu gehen und dann wieder aufzusteigen, sobald man sich unterhalb des Vogel wähnt. Vom Herankriechen ist eher abzuraten, da dies dem Alpenschneehuhn suspekt erscheint. In einiger Reichweite liegen zu bleiben, ist jedoch in Ordnung; sofern man die Kälte abpolstern oder vertragen kann.

Sobald man sich in akzeptabler Reichweite wähnt, sollte man eine ruhige Position einnehmen und darauf warten, dass etwas passiert. Continue reading Wie fotografiert man ein Alpenschneehuhn

Papageitaucher: Die Clowns der Vogelkolonie

PapageitaucherEin Riesenkrach herrscht besonders in der Brutzeit auf einem typischen Vogelfelsen. Mitten drin kann der aufmerksame Beobachter manchmal einen farbenfrohen, untersetzten Burschen mit leuchtend orangenfarbenen Füßen und Schnäbeln entdecken, der still am Rand der Klippen steht, als würde ihn die ganze Sache nichts angehen. Dies ist der Papageitaucher (Fratercula arctica). Man sieht Papageitaucher oft in mehr oder weniger großen Gruppen auf Felsvorsprüngen stehen. Widmet man sich diesem Vogel eine Weile, sieht man, wie ein Papageitaucher nach dem anderen in hummelartigem Schwirrflug angeflogen kommt und sich dann gerne zu seinen Artgenossen gesellt. Nicht nur bei den Touristen ist er eine besonders beliebte Vogelart. So elegant und geschickt  Papageitaucher unter Wasser sind, so tolpatschig wirken sie bei der Landung und beim Herumtapsen auf den Klippen. Deswegen ist dem Papageitaucher wohl auch das besondere Wohlwollen der Touristen sicher. Er wirkt wie der hilfsbedürftige Komiker Continue reading Papageitaucher: Die Clowns der Vogelkolonie

Hornöya: Bastion der Alken auf Varanger

TordalkKaum hat das Boot den kleinen Fischerhafen von Vardö verlassen, ist die Vogelinsel auch schon zu sehen. Sonnenstrahlen brechen durch die dichte Wolkendecke und geben der wilden Szenerie einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz. Das Tuckern des Bootsmotors und das Rauschen der Wellen wird übertönt durch die durchdringenden Rufe einer unzählbaren Schar Wind, Wasser und Kälte trotzender Meeresvögel, die hier am Ende Europas ihre Brutkolonie eingerichtet haben.

Dem Varangerreisenden ist nicht nur das Halbinselinnere sondern ein Besuch des Vogelfelsens Hornöya (Hornøya) östlich von Vardö unbedingt anzuraten. Gut erreichbar mit einem durch ortsansässige Fischer betriebenen Fährverkehr, lassen sich vornehmlich interessierte Naturtouristen und passionierte Vogelkundler auf Hornöya aber auch auf den Vogelfelsen Ekkeröy bei Vadsö und Reinöya bei Vardö absetzen. Die Vermittlung des Bootes für die kurze Überfahrt ist einerseits beim Verkehrsamt Vardö möglich. Andererseits kann man für den Vogelfelsen Ekkeröy bei Vadsö wohl auch direkt im Hafen nachfragen. Die Abfahrtszeiten sind teils ungewöhnlich und die Überfahrt an Sonn- und Feiertagen kann sehr teuer sein.

Schnell legt das Boot an einer Treppe im Fels an. Ein gutes Gleichgewichtsgefühl sollte man mitbringen, wenn man Continue reading Hornöya: Bastion der Alken auf Varanger

Eiders in the Frozen

PrachteiderentePhotographing the most colorful ducks of the world in 10-minus-degree temperatures in February at the northern tip of Europe sounds crazy. Well, whether it is crazy or just stupid is a matter of your point-of-view. But all can agree, that it is real Arctic Adventure. The one or the other vagrant Eider might arrive in front of coast of The Netherlands, Germany, Poland, Sweden, Denmark. But this is a rare event. In contrast these birds are very common in the north of the Western Palearctic. On Varanger/ Norway www.bird-lens.com was able to shot nice pictures of King Eider (Somateria spectabilis), right from a floating hide in the middle of the harbor of Båtsfjord, Varanger. It was the 1st full-year in use and bird-lens.com was able to photograph not King Eiders alone, but also Steller’s Eider (Polysticta stelleri) and Long-tailed Duck (Clangula hyemalis) and gulls in 5 Continue reading Eiders in the Frozen

Kumlien’s Gull (Larus glaucoides kumlieni) on Varanger, Norway

Kumlien's Gull (Larus glaucoides kumlieni)Kumlien's Gull (Larus glaucoides kumlieni)

During observations to the northern part of Norway from February 28th – 3rd of march 2013 I shot images of a very pale gull, what I thought at that time was a regular adult Iceland gull. But I showed the image – more by accident – in the BirdForum and one of the experts asked for more pics of that bird to verify if the seemingly dark grey outer webs of P9-10 are real or just a light effect. I send the images and now they think it is a Kumlien’s Gull (Larus glaucoides kumlieni).

Kumlien’s Gull is a large gull which breeds in the Arctic regions far west of Varanger. The main breeding sites are in Canada. But Kumlien’s Gull is migratory, wintering from Labrador west across the Great Lakes and south to New England There are some observations outside that range. Thus the bird is quite a regular vagrant in small numbers to Scandinavia, Great Britain,  Ireland and the Atlantic islands. So there was one observation in January 2012 near Trondheim, Norway or in February 2009 on Madeira. According to http://madeira.seawatching.net/articles/Kumliens_2009_Madeira.pdf there has been an unprecedented influx of Kumliens Gulls into Southern Europe in the early part of 2009. Numbers involved are difficult to gauge but as many as ten could have been recorded in Spain where previously only two birds had been recorded before. Others were recorded in Belgium and Portugal, with a single adult also seen on the Azores.

The reason for this influx is Continue reading Kumlien’s Gull (Larus glaucoides kumlieni) on Varanger, Norway

Male King Eider on Baltic Sea of Germany

King Eider - maleDuring the last days one male King Eider, Somateria spectabilis, continues to stay at Kalkhorst at the shores of the Baltic Sea. The german sea resort is approx. 15km distance east of Travemünde, Lübeck. This male King Eider in beautiful breeding plumage is obviously only one of the few records for 2013 so far south for the Western Palearctic and has been observed from the beach of Kalkhorst.

In contrast these birds are very common in the north of the Western Palearctic. On Varanger/ Norway bird-lens.com was able to shot this nice pictures right from a floating hide in the middle of the harbor. Not King Eiders alone, but also Steller’s Eider (Polysticta stelleri) and Long-tailed Duck (Clangula hyemalis) and many gulls in 5 different species. A selection of the best shots you can find here in the gallery!

The Bird on the Baltic Sea could be seen yesterday from Continue reading Male King Eider on Baltic Sea of Germany