Tag Archives: Urs N. Glutz von Blotzheim

Neuntöter und aufgespiesste Beute in Brandenburg

NeuntöterBei einer kleinen Wanderung um den Riebener See konnte eine aufgespießte Feldgrille entdeckt werden. Sie war offensichtlich gerade erst auf das lose Ende eines Wildschutzgitters um einen Apfelbaum aufgespießt worden. Der ggf. „Zuständige“ und Verantwortliche konnte wenig später gerade 100m weiter ebenfalls auf einem Haltpfosten für einen Kirschbaum beobachtet werden. Es handelte sich um einen männlichen Neuntöter (Lanius collurio), der stoisch auf dem Pfosten sitzen blieb. Die geduldige Näherung war sehr gut möglich. Auf kurze Distanz konnten Fotos geschossen werden bevor er aufflog. Er flog in Richtung seiner Beute, dreht leicht auf einen abgestorbenen Holunderstrauch; verschwand dann aber. Er kam leider nicht zurück, so daß wir den Ausgang der Geschichte der Phantasie überlassen müssen.

Bei der aufgespießten Beute handelt es sich wohl um die Feldgrille (Gryllus campestris). Dieses Insekt ist zwar als lautstarke Wiesenbewohnerin bekannt. Ihr unermüdliches Zirpen dominiert von den ersten warmen Frühlingstagen bis in den August hinein die sandige Brandenburger Landschaft. FeldgrilleDie Feldgrille zu sehen, ist aber viel schwieriger. So bleibt der „Zirper“ selbst dem Publikum meist verborgen. Die Continue reading Neuntöter und aufgespiesste Beute in Brandenburg

Stockente als erfolgreicher Fischjäger

StockenteDer morgendliche Ausflug zum Blankensee verschaffte dem Frühaufsteher nicht nur eine wunderschöne Wasserlandschaft an einem eindrucksvollen Wintermorgen mit Minustemperaturen und Nebel sondern auch wieder bemerkenswerte Vogelbeobachtungen. Neben den allgegenwärtigen Graureihern (Ardea cinerea) und Silberreihern (Ardea alba) waren auch mindestens 3 Rohrdommel (Botaurus stellaris) im ersten Dämmerungslicht zu sehen. Die Entenvögel waren mit Stockente (Anas platyrhynchos), Bergente (Aythya marila), Zwergsäger (Mergellus albellus) und Gänsesäger (Mergus merganser) gut vertreten.  Insgesamt konnte an dem frühen Morgen 31 Arten gesichtet werden.

Vom Verhalten sehr bemerkenswert war die Jagd der Stockenten. Ein Bohlensteg mitten durch das Schilf bietet auf der Ostseite des Blankensees dem Beobachter vor allem morgens sehr gute Möglichkeiten, die Vogelwelt des Schilfs zu sehen und zu fotografieren. Der Steg führt mitten durch einen Teil der sehr gut entwickelten Schilfflächen des Sees. Hier raschelte es immer wieder vernehmlich vom Aneinanderreiben der hohen Schilfhalme, ja manchmal hatte man den Eindruck, daß sich eine ganze Gruppe von anfangs Continue reading Stockente als erfolgreicher Fischjäger

Kiebitz mit Springschwanz als Beute

KiebitzAprilwetter. Mal ziehen graue Wolken über das Land. Dann wieder scheint die Sonne. Nun ist die Landschaft nicht nur vom Jubilieren der vielen Singvögel erfüllt, sondern auch von den hohen, quietschenden Rufen balz- oder imponierfliegender Kiebitze (Vanellus vanellus). Um sich zu stärken sucht der Kiebitz nun auch gerade umgebrochene Äcker auf. Dort ist er manchmal zu sehen, wie er bedächtig die Ackerkrume absucht, dann wieder vorwärts rennt, von Zeit zu Zeit den Kopf senkt und dann wieder verharrt. Der Beobachter wartet auf den großen Regenwurm, den der Kiebitz aus dem Boden holt. Doch häufig sieht man – augenscheinlich – nichts. Erst die DetailaufnahmeKiebitz zeigt dann, daß der Kiebitz bei der Nahrungssuche durchaus erfolgreich war. Nur war der das mit einer Beute, die so klein ist, daß sie schnell übersehen wird. So auch bei dieser Aufnahme aus der Niederungslandschaft der Nieplitz. Die Detailaufnahme zeigt den Schnabel des Kiebitzes mit einem kleinen Arthropoden. Wahrscheinlich ein Springschwanz. Diese Urinsekten werden auch Collembolen genannt. Sie sind nur 1 bis 2 mm groß. Sie sind bei Gärtner –und damit auch Landwirten – nicht sehr beliebt. Denn Springschwänze richten Schäden an Keimlingen an. Hier betätigt sich der Kiebitz also als Ungeziefervernichter.

Der Kiebitz brütet in ebenen offenen Landschaften, die Continue reading Kiebitz mit Springschwanz als Beute

Seltenheit: Blutspecht in Franken

BlutspechtBerichten in Ornitho.de vom 27. Januar 2016 zufolge gibt es eine gute Chance, dass Vogelbeobachter auch in diesem Winter mit einer Seltenheit Bekanntschaft machen können. So wurde im nord-östlichen Bayern ein Blutspecht (Dendrocopos syriacus) beobachtet. Der aktuelle Standort des Blutspecht ist in Kronach im Ortsteil Neuses. Hier treibt er sich vorwiegend in den Gärten herum. Der Specht sei recht mobil aber auch sehr ruffreudig. Am besten könnte man ihn anhand des Rufes finden.

Bei der Bewertung der Fotos gab es einige Irritationen, da ein Merkmal aus Bestimmungsbüchern wie dem Kosmos Vogelführer nicht erkennbar war. Auf der Zeichnung ist eine kleine schwarze „Brücke“ nahe Schulter zu erkennen. Diese fehlt im Foto des Spechtes. Das ist wohl inzwischen geklärt. In dem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, daß sonst noch die Schwanzzeichnung wichtig ist, da Hybriden mit Buntspechten (Dendrocopos major) vorkommen. Der Blutspecht wurde in der Nähe von Kronach, einer Kreisstadt in Oberfranken gesichtet. Die Stadt liegt am Fuße Continue reading Seltenheit: Blutspecht in Franken

Pulli – young birds on Northern Sea Coast

SturmmöweSpending the yearly vacation this time in the Netherlands, it was possible to look for birds as well. Besides an observation of an adult Lesser Yellowlegs (Tringa flavipes) north of Callantsoog in the newly established nature reserve “The Nollen van Abbestede”,  I could see a lot of young birds – the so-called pulli – of various birds on the sea shore.

Identification of Pulli – young birds in general – not only on the coast of the Northern Sea – is not an easy task. Sometimes you are lucky with the „Handbuch der Voegel Mitteleuropas“, by Urs N. Glutz von Blotzheim. For waders some useful information you will find in “Strand- und Sumpfvögel Europas – Einschließlich Nordafrika und des Nahen Ostens”by Wolfgang Makatsch. Some nice information with images of clutches, locking jaws, dune-plumage, some photos of the nursery of the birds you will find in “Vogelnester : nach Farbfotos erkannt” in the selection  Sauers Naturführer by Dr. Frieder Sauer. Besides that, there are little comprehensible images Continue reading Pulli – young birds on Northern Sea Coast

Alpensegler: eine Paarung im Flug

AlpenseglerWährend einer Reise vom 1. bis zum 8. Juli nach Rumänien und Bulgarien konnte eine bemerkenswerte Beobachtung in den rumänischen Karpaten im Bild festgehalten werden. Ein Männchen und ein Weibchen des Alpenseglers (Apus melba) wurden gesehen, wie sie unter einem Felsvorsprung in einer Steilwand flogen und dabei über mehrere Sekunden die Begattung vollzogen. Dies konnte in einer wunderschönen Schlucht im Piatra Craiului Nationalpark nahe der Stadt Zărneşti (Zarnesti) mit der Kamera fotografiert werden. Zarnesti liegt südlich von Braşov (Kronstadt) und befindet sich ca. 180 km entfernt von Bukarest, der Hauptstadt von Rumänien.

In der westlichen Paläarktis leben Alpensegler vor allem in Südeuropa, hier insbesondere in Gebirgen. Wie Mauersegler (Apus apus) wandern sie über den Winter in das südliche Afrika. Wie in dieser Schlucht zu sehen, baut diese Seglerart ihr Nest in der Regel Continue reading Alpensegler: eine Paarung im Flug

Copula in flight of Alpine Swift in Romania´s Carpathians

Alpine Swift During a trip from July 1st till 8th 2013 to observe birds in Romania and Bulgaria a remarkable sighting could be noted. A couple of Alpine Swift (Apus melba) was seen flying below a crag in a steep rock and copulated for several seconds. This could be seen in a beautiful gorge near the town of Zărneşti (Zarnesti), in the Piatra Craiului Nationalpark. Zarnesti is located south of Brașov (Brasov) approx.. 180km away from the capital of Romania, Bucharest.

In the Western Palearctic Alpine Swifts breed in mountains mainly in southern Europe. Like Common Swifts, they are migratory, and winter in southern Africa. As happened in that gorge the species builds its nest on cliff faces typically. Alpine Swifts build their nests in colonies in a suitable cliff hole or cave. It is well known, that Alpine Swifts spend most of their lives in the air, living on the insects they catch but up to now, a copula in flight could not be photographed. At least Bird-lens could not find a photo on the web. Consequently Bird-lens is proud to show images of a flight copula of this remarkable species.

As is mentioned in the „Handbuch der Vögel Mitteleuropas“ (Handbook of the birds of Central Europe), Volume 9 “Columbiformes – Piciformes” by Urs N. Glutz von Blotzheim, the male Alpine Swift usually holds the female with the beak in the neck and with the feet in the back plumage of the quiet female partner in copulation. While the female raises its tail, the male winds down his abdomen. For the Common Swift (Apus apus), also a copula in flight is described. Bird-lens is proud to show images of a flight copula of the much scarcer species Alpine Swift. A copula in flight resembles a courtship flight. During courtship Continue reading Copula in flight of Alpine Swift in Romania´s Carpathians