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Papageitaucher: Die Clowns der Vogelkolonie

PapageitaucherEin Riesenkrach herrscht besonders in der Brutzeit auf einem typischen Vogelfelsen. Mitten drin kann der aufmerksame Beobachter manchmal einen farbenfrohen, untersetzten Burschen mit leuchtend orangenfarbenen Füßen und Schnäbeln entdecken, der still am Rand der Klippen steht, als würde ihn die ganze Sache nichts angehen. Dies ist der Papageitaucher (Fratercula arctica). Man sieht Papageitaucher oft in mehr oder weniger großen Gruppen auf Felsvorsprüngen stehen. Widmet man sich diesem Vogel eine Weile, sieht man, wie ein Papageitaucher nach dem anderen in hummelartigem Schwirrflug angeflogen kommt und sich dann gerne zu seinen Artgenossen gesellt. Nicht nur bei den Touristen ist er eine besonders beliebte Vogelart. So elegant und geschickt  Papageitaucher unter Wasser sind, so tolpatschig wirken sie bei der Landung und beim Herumtapsen auf den Klippen. Deswegen ist dem Papageitaucher wohl auch das besondere Wohlwollen der Touristen sicher. Er wirkt wie der hilfsbedürftige Komiker Continue reading Papageitaucher: Die Clowns der Vogelkolonie

Handa, eine Vogelinsel Schottlands

SchmarotzerraubmoeweGischt schäumt meterhoch, die Luft ist bis zur Sättigungsgrenze in Salzschwaden getränkt. Vehement donnern die von Stürmen über Tausende von Kilometern getriebenen und aufgewühlten Brecher des Nordatlantiks an die wildzerklüfteten Gestade, die unbezwingbar und majestätisch senkrecht in die Höhe ragen. Eben noch hatte man bei stiller See den kleinen Fischerhafen von Tarbet im County Lairg, Highland verlassen. Die Überfahrt auf die Vogelinsel ist von kurzer Dauer. Der Landeplatz ist ein unberührt wirkender, einsamer Sandstrand. Dies ist aber die meerabgewandte Ostseite. Auf der Westseite sieht die Welt ganz anders aus. Sonnenstrahlen brechen durch die dichte Wolkendecke und geben der wilden Szenerie einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz. Die Luft ist erfüllt von den durchdringenden Rufe einer unzählbaren Schar Kälte, Sturm und Wasser trotzender Meeresvögel, die hier an Schottlands Westküste ihre Brutkolonie eingerichtet haben.

Der Besucher ist zuerst einfach nur überwältigt, wenn die ersten Sonnenstrahlen der wilden Szenerie aus Moosen und Felsen einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz abgeben. In der Ferne sind die anrollenden Brecher des Atlantiks zu hören. Übertönt Continue reading Handa, eine Vogelinsel Schottlands

Vogelfotografie auf den Pribilof Inseln

RotschnabelalkInseln im windgepeitschten Meer der Beringsee. Wellenberge werden von weißem Schaum gekrönt. Die Luft ist bis zur Sättigungsgrenze mit salziger Feuchtigkeit getränkt. Meterhohe Wellen brechen gegen die schroffe, felsige Küste. Auf einmal brechen Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Sie verzaubern die wilde Landschaft mit warmen Farben und enthüllen den melancholischen Charme der offenen Tundra. Hier ist es ganz ruhig. Nur ab und zu erklingt der melancholische Fluggesang der Spornammer (Calcarius lapponicus) oder die hohen Triller der Beringstrandläufer  (Calidris ptilocnemis),  die hier in eigenen Unterart vorkomme. An den Klippen geht es dagegen ganz anders zu. Die Luft ist mit den stechenden, eindringlichen Schreien einer ungezählten Vielzahl von Seevögeln erfüllt. Vielköpfige Brutkolonien vor allem von Alken trotzen Kälte, Wind und Wasser

Wie bereits in einem Blog über die Pribilof-Inseln hat Brutvogel-Hotspot beschrieben, ist der Besucher zunächst einfach nur überwältigt, wenn er auf den Klippen hoch über dem Meer steht und die wild Landschaft am Ende der Welt, geprägt von Moos, Nässe und Felsen in sich einsaugt. Unten, am Fuß der Klippen, brechen die Wellen in der Brandung des Pazifiks an den Fels. Darüber haben die Seevögel ihre Kindergärten – manchmal in den rauesten und gefährlichsten Abschnitten der Klippen – angelegt.

Baumfreie, Tundra-bedeckte Hügel prägen das Landschaftsbild der Pribilofs. Dafür beherbergen sie die größte Seevogelkolonie der nördlichen Hemisphäre mit 98 Prozent der Weltpopulation der Klippenmöwe (Rissa brevirostris). Außerdem findet sich hier Continue reading Vogelfotografie auf den Pribilof Inseln

Vagrant Mongolian Plover: seawatching surprise on St. Lawrence Island

MongolenregenpfeiferSeawatching along the arctic coasts of north-west Alaska – with Siberia on the horizon – was the thrill at the end of May till the first days of June 2016. Along the edges pf St. Lawrence Island seabirds are living and migrating not only in the Nearctic region but also to the Palearctic.

Migration was on its peak when we arrived with a tour of the operator High Lonesome – a group for mainly US-birders. Migration kept going for the whole time (during a 6-day trip) with some changes in mixture of species.

Whereas Eiders as Common Eider (Somateria mollissima), King Eider (Somateria spectabilis) and Steller’s Eider (Polysticta stelleri) and Long-tailed Ducks (Clangula hyemalis) were abundant mainly in the first days, other seaducks like White-winged Scoter (Melanitta deglandi) of both subspecies – Stejneger´s Scoter (Melanitta deglandi stejnegeri) and White-winged Scoter (Melanitta deglandi deglandi) or divers like Red-throated Loon (Gavia stellata), Pacific Loon (Gavia pacifica) and Yellow-billed Loon (Gavia adamsii) showed up later. Red-breasted Merganser (Mergus serrator) could be seen daily. Unfortunately only Spectacled Eider (Somateria fischeri) we missed – probably these birds, which migrate normally quite early, had Continue reading Vagrant Mongolian Plover: seawatching surprise on St. Lawrence Island

Fliegende Dickschnabellummen und Trottellummen im Vergleich

DickschnabellummeDickschnabellummen (Uria lomvia) sind an den normalerweise von WP-Birdern frequentierten Plätzen in Norwegen oder Schottland viel seltener als die allgegenwärtige Trottellumme (Uria aalge). Auf den Alaska vorgelagerten Inseln wie St. Paul auf den Pribilofs oder St. Lawrence (Gambell) ist das andersherum. Schön ist auch bei eher ungünstigen Lichtverhältnissen der weiße Streif am Schnabelwinkel der Dickschnabellumme (Uria lomvia)  zu sehen. Perfekte Gelegenheit, um ausgiebig Fotos dieses auch in der Westpaläarktis vorkommenden Vogels zu machen. Die Inseln in der Beringsee sind ein Eldorado für Freitzeit-Birder, Wissenschaftlicher und Vogelfotografen. Allerdings sind die Anforderungen an die Logistik vor allem für die vorgelagerten Inseln mit den besten Ecken zur Zugvogelbeobachtungen nicht ganz einfach. Die wenigen Unterkünfte auf den Hotspots sind häufig zu den Hochzeiten ausgebucht, die Flüge in kleinen Propellermaschinen unregelmäßig und eine intensive Kenntnis des Geländes ist ebenso unerläßlich wie eine profunde Kenntnis der möglichen Vogelarten mit ihren nicht wenigen Unterarten.

Die kopfstarken Trupps der Dickschnabellumme (Uria lomvia) sind eine der Besonderheiten eines Aufenthalts auf St. Lawrence. Continue reading Fliegende Dickschnabellummen und Trottellummen im Vergleich

Kittlitz’s Murrelet between glaciers in Alaska

KurzschnabelalkThe big push for the last days of the birding tour in Alaska was to search for the Kittlitz’s Murrelet (Brachyramphus brevirostris). Kittlitz’s Murrelet is a rare member of the Alcid family of diving seabirds that includes the puffins, auklets and murres. This was one of the birds highest on my list, as it is a species that numbers in the low tens of thousands and does only rarely migrate along the west coast of the United States, and therefore can be seen mainly near its breeding grounds in Alaska. But in Alaska too, this bird is uncommon and local and there are recent evidences of decline.

After a 2 week trip with the tour operator High Lonesome to the Pribilofs Islands, St. Lawrence and Nome to observe the impressive bird migration along the shore of the islands to the Bering Sea I wanted to complete birding in Alaska with some birds I missed or could not see further to the west.

During summer, populations of Kittlitz’s Murrelets are concentrated in areas with large glacial fields. For this I participated in a chartered boat trip with Saltwater Tours from Seward. From Seward Harbor we started in early June. We went on a veritable boat, which is approved for 20 people. We headed on Resurrection Bay south. When pulling out of harbor, we saw the first Double-crested Cormorants (Phalacrocorax auritus) and Pelagic Cormorants (Phalacrocorax pelagicus) sitting on rocks along the shore. Suddenfly Humpback Whales (Megaptera novaeangliae) raised their heads out of the water. Black-legged Kittiwakes (Rissa tridactyla) could Continue reading Kittlitz’s Murrelet between glaciers in Alaska

Schopfalkenzug im Abendlicht vor St. Lawrence Island

SchopfalkDie kleine Siedlung Gambell ist ein abgelegener Vorposten auf dem kiesigen nordwestlichen Punkt der Insel St. Lawrence thront. Der Kiesstrand am Westufer bietet einen phantastischen Überblick über die See und verschafft dem willigen Birder einen Einblick in den arktischen Vogelzug, der vielleicht eindrucksvoller als an jedem anderen Ort auf der Erde ist. Zusätzlich nennen Tausende von Alken diese Insel ihr Hause wobei die Zahlen der Schopfalken (Aethia cristatella) in die Hunderttausende gehen.

Rotschnabelalken (Cyclorrhynchus psittacula) und Zwergalken (Aethia pusilla) brüten zu Zehntausenden in den Klippen der Insel. Dazu kommen Hornlunde (Fratercula corniculata) und Gelbschopflunde (Fratercula cirrhata) in großen Stückzahlen. Darüber hinaus fliegen Staffeln von Trottellummen (Uria aalge) und Dickschnabellummen (Uria lomvia) am Beobachtungspunkt „Sea Watch) vorbei; und das Continue reading Schopfalkenzug im Abendlicht vor St. Lawrence Island

Nach Alaska für die WP-Birdlist?

DickschnabellummeWarum sollte man allen Ernstes 8.000 km und neuneinhalb Stunden in eine berüchtigte Regenecke mit hohen Preisen fliegen, um sich Vögel anzugucken, die in den meisten Fällen auch anderswo viel einfacher, angenehmer und billiger zu sehen sind. Gute Frage! Hierauf ein paar Antworten.

Eine Antwort ist, daß es einfach Spaß macht, sich vor allem in den Zugzeiten an der schiere Masse an verschiedenen Vogelarten zu begeistern. Was einem Nordamerikaner anspornt wie die Möglichkeit Saatgänse (Anser fabalis), Reiherenten (Aythya fuligula), Zwergsäger (Mergellus albellus), Uferschnepfe (Limosa limosa), Grünschenkel (Tringa nebularia), Bruchwasserläufer (Tringa glareola), Flußuferläufer (Actitis hypoleucos), Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) oder Bergfinken (Fringilla montifringilla) zu sehen, wird einem Birder der West-Paläarktis zwar eher ein müdes Lächeln entlocken.

Aber ein Grund ist auf dem Bild des Blogs schön zu sehen. Dickschnabellumme (Uria lomvia) sind an den normalerweise von WP-Birdern frequentierten Plätzen in Norwegen oder Schottland viel seltener als die allgegenwärtige Trottellumme (Uria aalge). Hier, auf den Alaska vorgelagerten Inseln ist das andersherum. Schön ist der weiße Streif am Schnabelwinkel der Dickschnabellumme (Uria lomvia)  zu sehen. Perfekte Gelegenheit, um ausgiebig Fotos dieses auch in der Westpaläarktis Continue reading Nach Alaska für die WP-Birdlist?

Schmarotzerraubmöwen auf der Vogelinsel Handa/ Schottland

Schmarotzerraubmöwe

Erste Sonnenstrahlen geben der wilden nördlichen Szenerie einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz. Das dumpfe Donnern der Wellenbrecher wird übertönt von durchdringenden Lauten, den Rufen einer unzählbaren Menge hier brütender Meeresvögel. Das ist Natur pur! Der Ort? Handa!

Handa Island bietet hier an ihren unwegsamsten und bedrohlichsten Klippen eine sichere Kinderstube für viele Arten von Alken, Möwen und auch für den Eissturmvogel (Fulmarus glacialis).  Die Insel an der Nord-Westküste ist ca. 50 Kilometer vom sturmumbrausten schottischen Nordkap entfernt gelegen. Ein wild zerklüftetes, vier Quadratkilometer großes und bis auf 150 Meter ansteigendes Eiland.

An einer Ansammlung von Häusern, die sich um einen kleinen Hafen gruppieren haben ortsansässige Fischer einen Fährverkehr eingerichtet. Es lassen sich vornehmlich interessierte Naturtouristen und passionierte Vogelkundler auf dieser Insel absetzen. Als wir eines schönen Morgens im Juli ankommen, stehen schon einige Autos und auch die dazu gehörigen Menschen drum herum. Sie sind offensichtlich aus einem eindeutigen Grund hier. Die Spektive, Ferngläser und dicken Objektive sprechen eine eindeutige Sprache. Wir habe Glück und kommen mit dem ersten Boot mit. Traumhaftes Licht am frühen Morgen. Einige dicke Wolken, ansonsten Continue reading Schmarotzerraubmöwen auf der Vogelinsel Handa/ Schottland

Slettnes – Gambell-Seawatching: a photographers point of view

EiderenteA Common Eider (Somateria mollissima) with a yellow bill might be not the only difference what you realize, if you are seabirding on different locations. Well, Somateria mollissima v-nigrum is breeding along the arctic coasts of north-east Siberia to Alaska and shows a yellow bill unlike its relatives from the northern part of Europe. But is this the only difference when seawatching? Along island or peninsula edges seabirds are living and migrating not only in the Palearctic but also in the Nearctic. Bird-lens.com managed trips now to 2 hotspot destinations in the high arctic. One location, Slettnes is on the northern tip of Norway, on the Nordkyn peninsula. This is the best location to spot the migration out to the Barents Sea.

On contrast, Gambell, a small village on the north-western tip of the remote St. Lawrence Island of Alaska, is an outstanding outpost not only for North American Birders to observe impressive bird migration along the shore of the island to the Bering Sea further north.

After having performed these trips, it is time to compare the chances and challenges in observation and photography of migrating pelagic Continue reading Slettnes – Gambell-Seawatching: a photographers point of view

Pribilof: Inseln im windgepeitschten Meer

RotschnabelalkWeit draußen in der Beringsee, fast 500 km westlich vom Festland Alaskas und knapp 400 km nördlich der Aleuten, liegen die Pribilof-Inseln im windgepeitschten Meer der Beringsee. Angeblich sind die Inseln nach dem russischen Pelzhändler Gavrill Pribylov benannt, der im 18. Jahrhundert in St. George Island an Land ging. Die Witterung ist rau, die Wolken hängen tief, es regnet praktisch jeden Tag. Was also treibt Naturfreunde und Fotografen auf so schwer zugängliche, kalte, regenreiche und kulinarisch unterversorgte Inseln?

Die Antwort ist schnell gegeben. Die Inseln beherbergen wohl die größten Seevogelkolonien der nördlichen Hemisphäre. Vor allem die Insel St. George verzeichnet das größte Vorkommen an Seevögeln in der nördlichen Hemisphäre.

In diesem Archipel herrscht ein unglaublicher Reichtum an Fischen und anderen Meerestieren. Viele der aus dem Meer ragenden Felsklippen sind daher von Seevögeln vereinnahmt. Mehr als 2,5 Millionen Seevögel von 230 Arten nisten auf den Pribilofs.

Die Pribilof-Inseln werden auch das “Galapagos des Nordens” genannt. Mit seinen riesigen Kolonien Continue reading Pribilof: Inseln im windgepeitschten Meer

Handa, a Scottish bird island

SkuaSpray foam feet high. The air is impregnated to the saturation limit in puccinellia. Metre-high waves crash against the craggy, rocky shores that extend indomitable and majestic into the air. Just having left the small fishing port of Tarbet in County Lairg, Highland in a calm sea, a beautiful sound between a rocky coast and a rocky island enchants the visitor. The crossing to the bird island is short-lived. The landing site is an unaffected looking, lonely sandy beach. But this is the east side facing away from the Atlantic sea. On the west side, the world looks very different. Sun rays breaking through the cloud cover giving the wild scenery wrapped in warm colors a melancholy charm. The air is filled with the piercing cries of a countless multitude of seabirds. Despite cold, wind and water they have set their breeding colony on Scotland’s west coast.

The visitor is first simply overwhelmed when the first rays of the wild scenery of moss and rocks give off warm colors wrapped in melancholy charm. In the distance the Continue reading Handa, a Scottish bird island

Vogelreichtum auf schottischer Inselwelt

KrähenscharbeFelsnadeln, die aus dem schäumenden Meer emporsteigen. Abweisend auf den ersten Blick, doch voller Leben, wenn man in den Sommermonaten in die Nähe kommt. Wenn von Schottland die Rede ist, muß man unbedingt auch auf den Vogelreichtum der Inselwelt vor der Küste hinweisen. Orkney, Shetland oder St. Kilda sind weltbekannt, aber nicht so einfach und schnell zu erreichen, wie die kleinen Inseln nur einige Meilen vor der schottischen Ostküste nahe Edinburgh. Am bekanntesten ist sicher der berühmte Boss Rock oder die Isle of May. Kurz hinter der schottischen Grenze in England, sind die Farne Islands ein perfektes Ziel für Naturfotografen. Jede dieser Inseln kann für einige Stunden pro Tag betreten werden und bietet hervorragende Fotomöglichkeiten. Der Bass Rock ist der namensgebende Vogelfelsen für den Basstölpel (Morus bassanus). Außer auf Helgoland kenne ich nirgends bessere Fotomöglichkeiten für diese Art. Die Isle of May einige Meilen vor Anstruther beherbergt vor allem Tordalken (Alca torda), Papageitaucher (Fratercula arctica), Krähenscharben (Phalacrocorax aristotelis) und Trottellummen (Uria aalge).  Ein vergleichbares Artenspekturm gilt für die Farne Islands. Hier kommen zusätzlich noch Continue reading Vogelreichtum auf schottischer Inselwelt

Lummen in der Steilwand

TrottellummeDas Leben in der abschüssigen Steilwand einer Vogelinsel wie Helgoland, Handa (Schottland) oder Hornöya (bzw. Hornøya in Nord-Norwegen) ist durch Alkenvögel geprägt. Viele Hundert kleine, dunkle, pinguinartige Vögel leben auf den steilen Abschnitten. Auf minimalem Grund und Boden nisten Dickschnabellummen (Uria lomvia) und Trottellummen (Uria aalge) in Felsnischen. Beide nah verwandten Arten legen nur ein einziges Ei auf den nackten Fels, an dem sie sich selber oft auch nur mit Mühe halten können. Eng aneinander geschmiegt geben sich die Tiere gegenseitig Windschutz. Jeder Neuankömmling wird mit Kopfnicken und Verbeugungen höflich begrüßt. Dieses Verhalten ist wohl eine Geste vieler Koloniebrüter, um die Aggression gegenüber dem Nachbarn zu senken. Das einzige Ei hat eine spezielle Anpassung an das Nistbiotop: einseitig ungewöhnlich spitz zulaufend, rollt das Ei auf der Bahn eines Kreisbogens und fällt deswegen nicht so ohne weiteres die Klippe hinunter. Zwanzig Tage werden die Küken mit Mini-Fischen gefüttert, bis die noch nicht flugtüchtigen Federknäuel sich todesmutig in die Tiefe stürzen. Das ist der berühmte Lummensprung.

Mit flatternden Flügeln trudeln die Jungen in die Tiefe und stürzen ins Meer, nur durch ihr geringes Gewicht und das Continue reading Lummen in der Steilwand

Hornöya: Bastion der Alken auf Varanger

TordalkKaum hat das Boot den kleinen Fischerhafen von Vardö verlassen, ist die Vogelinsel auch schon zu sehen. Sonnenstrahlen brechen durch die dichte Wolkendecke und geben der wilden Szenerie einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz. Das Tuckern des Bootsmotors und das Rauschen der Wellen wird übertönt durch die durchdringenden Rufe einer unzählbaren Schar Wind, Wasser und Kälte trotzender Meeresvögel, die hier am Ende Europas ihre Brutkolonie eingerichtet haben.

Dem Varangerreisenden ist nicht nur das Halbinselinnere sondern ein Besuch des Vogelfelsens Hornöya (Hornøya) östlich von Vardö unbedingt anzuraten. Gut erreichbar mit einem durch ortsansässige Fischer betriebenen Fährverkehr, lassen sich vornehmlich interessierte Naturtouristen und passionierte Vogelkundler auf Hornöya aber auch auf den Vogelfelsen Ekkeröy bei Vadsö und Reinöya bei Vardö absetzen. Die Vermittlung des Bootes für die kurze Überfahrt ist einerseits beim Verkehrsamt Vardö möglich. Andererseits kann man für den Vogelfelsen Ekkeröy bei Vadsö wohl auch direkt im Hafen nachfragen. Die Abfahrtszeiten sind teils ungewöhnlich und die Überfahrt an Sonn- und Feiertagen kann sehr teuer sein.

Schnell legt das Boot an einer Treppe im Fels an. Ein gutes Gleichgewichtsgefühl sollte man mitbringen, wenn man Continue reading Hornöya: Bastion der Alken auf Varanger

Seabird migration from a boat in Nordkyn/ Norway

PapageitaucherIt is hard to believe, but also on the northern edge of the WP (Western Palearctic) seabirds are living and migrating. To see them, bird-lens.com managed a trip in the beginning of May to the northern tip of Norway, to the Nordkyn peninsula. This is the best location to spot the migration out to the Barents Sea. The Nordkyn is the next peninsula west of Varanger, which might be more known.

After trips to the western edge of the WP to see and photograph migrating pelagic birds, now migrating seabirds with a strictly northern circle of migration could be observed from the land but also on an off-shore boat trip with Vidar Karlstad.

I went out on his boat to the excellent migrating grounds north of Continue reading Seabird migration from a boat in Nordkyn/ Norway