Tag Archives: Teltow-Fläming

Wiesenweihen über Fläminghügeln

WiesenweiheErst seit ein paar Tagen schweben wieder weiß-graue schlanke Greifvögel über den Hügeln des Fläming. Zuerst wurden Männchen der Wiesenweihe (Circus pygargus) gesichtet. Über den gelb-blühenden Rapsfeldern ist nun der fantastische Flug der grazilen Weihen zu sehen. Mal hoch oben in Luft, dann wieder tief über den Feldern. Sofort nach Ankunft startete das Männchen mit seinen Tänzen in der Luft. Jetzt kommt es darauf an, daß das Paar eine enge Bindung bildet und sich auf das Geschäft des Nistplatzfindens, Nestbaus und der Brut stürzen kann. Dazwischen werden die Wiesenweihen gefordert sein, den ein oder anderen frechen Eindringling, wie eine Rabenkrähe (Corvus corone) oder einen Schwarzen Milan (Milvus migrans) zu verjagen.

Die Wiesenweihe legt eine Gelege mit zwischen 3 und 7 Eiern (in der Regel vier) über einen Zeitraum von einer Woche. Nur das Weibchen bebrütet die Eier über einen Zeitraum von 27 bis 40 Tagen. Derweil füttert das Männchen das Weibchen über diesen Zeitraum und im Anschluß während der Jungenaufzucht. Wenn die Umstände günstig sind und es sich um ein großes Gelege handelt, wird auch das Weibchen zu jagen beginnen. Ansonsten wird sie Continue reading Wiesenweihen über Fläminghügeln

Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Gelbbrauen-LaubsängerEin leise rufendes Gewusel in Hochstauden. Alljährlich findet ein ausgeprägter Zug von Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) statt. Es lohnt sich aber genauer hinzusehen. In den gemischten Trupps können sich nämlich kleine Vertreter der Phylloscopus-Laubsänger aufhalten. Einer davon, der Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus), stammt wie die später im Jahr ziehenden Goldhähnchen-Laubsänger (Phylloscopus proregulus) aus den Taigawälder zwischen der Insel Sachalin im Ochotskischen Meer, Petschora und Ural.

Beim Gelbbrauen-Laubsänger handelt es sich um einen typischen kleinen Laubsänger mit feinem, spitzem Schnabel und relativ kurzem Schwanz. Vom Aussehen her ähnelt dieser Phylloscopus-Laubsänger einem Goldhähnchen (am ehesten einem Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla)). Je nachdem wie er sich positioniert, wirkt er nicht zierlicher als der heimische Zilpzalp (Phylloscopus collybita), obwohl seine Körperlänge um acht Millimeter kürzer ist. Die Oberseite ist olivgrün mit etwas hellerem Bürzel und Oberschwanzdecken. Zwei deutliche, aber unterschiedlich intensiv ausgeprägte Flügelbinden, die von den hellen Säumen der Armdecken hervorgerufen wurden, sind meist das auffälligste Merkmal. Der Oberkopf ist dunkelgrün mit sehr schwach angedeutetem hellerem Scheitelstreif. Namensgebend ist Continue reading Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Tageseinstand eines Ziegenmelkers

ZiegenmelkerSeitdem ich meinem ersten Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) in Brandenburg gesehen habe, sind nun schon mehr als 3 Jahren in´s Land gegangen. Dabei habe ich die Art jedes Jahr gesehen. Ich habe viele unvergessliche Begegnungen an schönen Sommerabenden erleben dürfen. Einige Männchen wurden an sehr fotogen Standorten im letzten Tageslicht beobachtet. Aber für ein vernünftiges Foto war es doch zu dunkel gewesen. Bei Reisen ins Ausland habe ich den ein oder anderen Vogel versehentlich an seinem Rastplatz aufgescheucht. Aber sie waren nie an der gleichen Stelle gewesen, wenn ich ein paar Tage später zurückgegangen bin. Ich hatte ein paar Flugfotos von Ziegenmelkern in der Dämmerung schießen können und sogar einige Exemplaren im Winterquartier in Südafrika im Autoscheinwerfer gehabt. Aber ein Bild eines Ziegenmelkers am Rastplatz im Tageslicht blieb ein Wunsch.

Tagsüber ruhen Ziegenmelker am Boden, auf Baumstümpfen oder auf starken Baumästen. Ziegenmelker ruhen meist liegend mit eingezogenem Kopf, auf Ästen liegen sie in Längsrichtung des Astes, um die Konturen in Ruhelage Continue reading Tageseinstand eines Ziegenmelkers

Gänse im Nuthe-Urstromtal

GraugansWildgänse aus dem arktischen Norden überwintern alljährlich zu Tausenden in Brandenburg auf den vielen Seen der Gegend südlich von Berlin und auch im ehemaligen Tagebaugebiet etwas weiter entfernt. Die Beobachtung dieser Wintergäste ist für Ornithologen wie auch für interessierte Naturfreunde eine ganz besondere Attraktion. Im vorliegenden Fall führte ein frühmorgendlicher Ausflug in das Rauhe Luch nördlich von Luckenwalde im Landkreis Teltow-Fläming. Die Sicht an diesem Herbstmorgen betrug unter 50 Meter und daß Tiere auf den abgeernteten Maisäckern stehen würden, war eher zu hören als zu sehen. Plötzlich rissen die Nebelschwaden über dem Acker direkt neben der Straße auf. Auf einmal waren Saatgänse (Anser fabalis), Graugänse (Anser anser), Kraniche (Grus grus) und Continue reading Gänse im Nuthe-Urstromtal