Tag Archives: Spreewald

Schwarzkehlchen: ein später Sommergast in der Nuthe-Niederung

SchwarzkehlchenSpinnweben hängen tropfennass zwischen Gräsern, Stauden und vertrockneten Sonnenblumen. Der Tag startet mit Nebel, der sich nun besonders in den weiten Flußauen bildet. Auch jetzt – Mitte Oktober – kann man in weiten Landesteilen noch einen Hauch von Altweibersommer genießen. Denn die Temperaturen klettern tagsüber auf fast 20 °C. Die Sonne geht aber erst spät auf.

Ein Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola), wohl ein Weibchen, sitzt noch klamm auf einer umgeknickten, vertrockneten Sonnenblume. Ein Bild Ton in Ton.  Es ist schon Zeit für den Zug in die Winterquartiere. So spät der Zeitpunkt – Mitte Oktober – auch sein mag. Der Vogel ist hier in Nuthe-Urstromtal im Süden Brandenburgs nicht allein.

Auch aus anderen Ecken Brandenburgs werden vereinzelt Exemplare gemeldet. So gab es zuletzt Meldungen aus dem Spreewald, dem Naturpark Heideseen, den Poldern an der Oder und vor allem aus dem Tagebau Welzow-Süd. Gerade die Renaturierungsgebiete mit ihren Ackerbrachen weisen schon seit Wochen rastende Schwarzkehlchen auf. Der Lebensraum ist in der heutigen Zeit nämlich nicht mehr häufig. Das Schwarzkehlchen besiedelt Brachflächen, Ödland, sowie Heide- und Wiesenlandschaften.

Das Weibchen ist (wie auf dem Bild erkennbar) deutlich matter als ein Männchen gezeichnet. Der dominierende Ton ist rötlich-braun. Gerade die Unterseite ist bräunlich gefärbt, Kopf und Rücken sind grau. Schwarzkehlchen sitzen gerne auf recht exponierten Warten, auffallend ist sonst das häufige Flügelzucken und Schwanzwippen. In Continue reading Schwarzkehlchen: ein später Sommergast in der Nuthe-Niederung

Junge Brandgans in Agrarsteppe mitten im Niederen Fläming

BrandgansPraktisch so weit das Auge reicht, breitet sich die Agrarsteppe im Bereich des Niederen Flämings im Süden Brandenburgs aus. Sie umfaßt das intensiv landwirtschaftlich genutzte Gebiet  westlich, südlich und östlich von Jüterbog, von Marzahna im Westen bis  Dahme/Mark im  Osten.  Die flach gewellte, leicht hügelige Landschaft auf einer Höhe zwischen etwa 70 und 90 m ü. NN erstreckt  sich über  eine Ost-West-Ausdehnung von  knapp 50  km und über eine Fläche von bis zu 400 km². Mit einer Jahresdurchschnitts-Temperatur von 9,2 °C und einem Jahresniederschlag von 561 mm ist  die Hochebene etwas  wärmer  und  deutlich  trockener  als  der deutschlandweite Durchschnitt. Die Gegend ist eine landwirtschaftliche Hochburg.

Umso erstaunlicher, daß immer wieder Vogelarten angetroffen werden, deren Auftreten nicht unbedingt zu erwarten sind. So geschah es auch Anfang September mit einer jungen Brandgans (Tadorna tadorna), die in einem intensiv landwirtschaftlich genutzte  Gebiet  direkt südlich von Jüterbog auf einem sogenannten „Schlucker“ einfiel und gut 2 Stunden bei der Nahrungssuche gesichtet wurde. Daß die Landschaft, die nur leicht gewellt ist und bis auf einige Landschaftsstrukturelemente wie Baumreihen oder Windschutzhecken komplett unter dem Pflug ist, die ein oder andere natürliche Abwechslung bieten muß, zeigte auch immer Continue reading Junge Brandgans in Agrarsteppe mitten im Niederen Fläming

Red-footed Falcons in Berlin and Brandenburg

RotfußfalkeIn case of observations of Red-footed Falcon (Falco vespertinus) it is important to rule out other small falcons. The type of hovering of the Red-footed Falcon is often called useful for species identification. In a case of observation in the Lower Flaeming, 50km south of Berlin, this was very helpful. The gentle hilly landscape of the Lower Flaming south of the medieval town of Jueterbog is agriculturally used. Therefore irrigation systems and electricity pylons are almost the only landmarks. Red-footed Falcon can see you from afar. And you might realize Red-footed Falcon from a distance as well – if you are aware of their field marks. Two Red-footed Falcons were sitting on power lines in the hilly landscape of the Lower Flaming. One of the Red-footed Falcons flies off, sweeping over a harvested potato field at a remarkable speed, then rises and hovers. A little later the birds dives down to earth and comes up a little later with a big insect in the clutches.

Flight pattern was quite good to observe. The Red-footed Falcon in its graceful and agile flight behavior is generally located between the Eurasian Kestrel (Falco tinnunculus) and the Eurasian Hobby (Falco subbuteo) and may sometimes have traits of both Falcons. The Red-footed Falcon has a quick and agile cross-country flight on its Continue reading Red-footed Falcons in Berlin and Brandenburg

Rotfussfalken im Niederen Fläming

RotfußfalkeDer frühe Morgen hatte schon einen Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe) auf dem Zug ergeben. Die sanfte Hügellandschaft des Niederen Fläming ist stark landwirtschaftlich geprägt. Daher bilden Beregnungsanlagen und Strommasten bereits Landmarken. Ein Pumpwerk in der Nähe von Bochow wird mit Stromleitungen an das E-Netz angeschlossen. Auf den Leitungen sitzen zwei recht zierliche Vögel, die schon aus der Ferne wahrnehmbar sind. Ich frage mich, ob es sich um Turteltauben handelt? Ein Blick durch das Spektiv zeigt aber das mein zweiter Gedanke sich bestätigt: es sind zwei einjährige Rotfußfalken (Falco vespertinus). Schnell ist ein Belegfoto geschossen. Der Sonnenstand zwingt mich aber, eine Runde zu drehen damit ich die Sonne für bessere Aufnahmen im Rücken habe. Dabei muß ich unter der Stromleitung mit den beiden Rotfußfalken hindurch fahren. Das scheucht sie auf erstaunlich geringe Entfernung auf. Die Rotfußfalken kreisen. Wenig später nehmen sie wieder Platz auf der Stromleitung. Einer der Rotfußfalken fliegt dann ab, fegt in bemerkenswerter Geschwindigkeit über das abgeerntete Kartoffelfeld, steigt dann auf und rüttelt. Wenig später geht er unter und kommt wohl mit einem Heupferd in den Fängen wieder hoch.

Ich tippe bei beiden Vögeln auf einjährige Weibchen. Dann fliegt auch der zweite Vogel über die weite Ebene davon. Wenig später sehe ich einen der Rotfußfalken plötzlich aus westlicher Richtung in Continue reading Rotfussfalken im Niederen Fläming

Frühjahrseinflug von Rotfussfalken

RotfußfalkeIn den vergangenen Tagen häufen sich in den einschlägigen Portalen der Vogelbeobachter der Schweiz und in Italien die Meldungen von Rotfußfalken (Falco vespertinus), wie eine Karte der Beobachtungen der letzten Woche eindrucksvoll zeigt. Die Frage war, ob sich ein Einflug auch bis nach Deutschland anbahnt, kann wohl inzwischen mit „Ja“ beantwortet werden. Über Ostern gab es im Süden Deutschlands bereits eine Reihe von Beobachtungen. Inzwischen gibt es jeden Tag mehr Meldungen, die nun auch u.a. aus Brandenburg stammen. So gab es heute und gestern bereits 4 Meldungen aus dem Umfeld des Spreewalds und  1 Meldung aus Potsdam. Bemerkenswert ist, daß übereinstimmend von sehr guten Beobachtungsbedingungen (u.a. in einer Distanz von ca. 50 Meter auf einer Stromleitung ruhend, dann Jagdflug mit häufigem Rütteln über gemähtem Wintergetreide oder eine Flugbeobachtung nur wenige Meter vom Betrachter entfernt) berichtet wird.

Eine Karte findet man unter ornitho.de.

Auch im Herbst werden immer wieder Rotfußfalken aus Deutschland gemeldet. Mindestens 3 Rotfußfalken waren so u.a. im Jahr 2015 aus dem Oderbruch gemeldet worden. Im Vergleich zum Herbst zeigen Rotfußfalken einen ausgeprägten Schleifenzug und Continue reading Frühjahrseinflug von Rotfussfalken

Waldwasserläufer (Tringa ochropus) im Spreewald

Der Waldwasserläufer befindet sich in Deutschland am Rand des süd-westlichen Verbreitungsgebiets. Bekannt ist sein Brutvorkommen in der Uckermark. Ich wollte aber auch mal Meldungen von Waldwasserläufern in der Brutzeit deutlich weiter südlich, nämlich im Spreewald, nachgehen.

Ausgesucht wurde eine abwechslungsreiche leicht hügelige Kiefernlandschaft am Ostrand des Spreewalds, die abgelegen und daher relativ ungestört ist.

Am 6.4. gegen 7:15 – also 45 Min. nach Sonnenaufgang – war der Waldwasserläufer das 1. Mal zu hören und kurz zu sehen. Zwischen umgestürzten Baumstämmen eines unter Wasser gesetzten ehemaligen Birkengrundes waren die Waldwasserläufer nur kurz zu sehen. Die Rufe eines Balzflugs, nur leise und zurückhaltend, waren weit im Innern des überschwemmten Gebiets zu hören. Erst 1 Stunde später konnten die ersten richtigen Balzflüge des Waldwasserläufers vor dem blauen Himmel gesehen werden. Diese waren dann auch mit mehr und lauteren Flugrufen verbunden. Mittags flogen am Nordende des Überschwemmungsgebiets 2 Exemplare vom Uferrand auf.

Am nächsten Tag waren die Waldwasserläufer wieder aktiv, auch am Uferrand. Der 1. Flug fand um 6:40, also gerade mal 10Minuten nach Continue reading Waldwasserläufer (Tringa ochropus) im Spreewald

Invasion von Sibirischen Tannenhähern (Nucifraga caryocatactes macrorhynchos) in Brandenburg?

Sibirischer Tannenhäher
copyright: Ralf Donat

In Ornitho.de hatte ich gesehen, daß sich Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes) im südlichen Brandenburg aufhalten würden. Sowohl am Crinitzer Bahnhof als auch in Wanninchen südlich Luckau war die Art gesehen worden. Ich hatte den Verdacht, daß es sich ggf. um eine Invasion der sibirischen Unterart des Tannenhähers handeln könnte.

Der Tannenhäher in Wanninchen stocherte mehrere Minuten in Kuhfladen auf Rinderweide und konnte dabei fotografiert werden. Das Blogbild zeigt einen dieser Tannenhäher. Ein ganz herzlicher Dank geht an den Fotografen, Herrn Ralf Donat. Auch aus der Lieberoser Heide wurde ein Tannenhäher bis Mitte November gemeldet.

In seinem mitteleuropäischen Brutgebiet gilt der Tannenhäher als Standvogel mit Dismigrationen. Kurze Wanderungen zu günstigeren Nahrungsvorkommen sowie Schneeflucht im Winter sind möglich. Die ggf. hier in Betracht kommende sibirische Unterart  hingegen tritt bei geringer Samenausbeute der Sibirischen Arve (Pinus sibirica) invasionsartig in Mitteleuropa auf.

Der Sibirische Tannenhäher zeichnet sich durch einen schlankeren Schnabel aus, was ihm den umgangssprachlichen Namen schlankschnäbliger Tannenhäher – oder im Englischen Slender-billed Spotted Nutcracker – gab.   Zusätzlich besitzt die sibirische Unterart  eine breitere weiße Schwanzbinde im Vergleich zu  Vögeln mit mitteleuropäischem Verbreitungsschwerpunkt. In seinem „Handbuch der Vögel Mitteleuropas“, Band 13/III Passeriformes (4. Teil) Corvidae – Sturnidae beschreibt Urs N. Glutz von Blotzheim ab Seite 1558 die Feldkennzeichen. Dabei wird vom Verfasser Continue reading Invasion von Sibirischen Tannenhähern (Nucifraga caryocatactes macrorhynchos) in Brandenburg?

Steppenkiebitz im Spreewald

SteppenkiebitzSeit mindestens dem 10. Juni 2018, hält sich inmitten des Teichgebiets der Schlepziger Teiche, nördlich von Lübben (Spreewald) ein adulter Steppenkiebitz (Vanellus gregarius) im Prachtkleid auf.  Er stand mit mit ca. 80 Kiebitzen (Vanellus vanellus) im hinteren Teil des Lachsluch 2, einem der fächerförmig angelegten Fischzuchtbecken, die am Rand trockengefallen waren und erkennbar Schlammbänke freigelegt hatten. Der Sommer ist noch frisch; daher gab es nur schmale Schlammränder, die dann aber auch vollumfänglich genutzt wurden. Die Limikolen  – also Kiebitze – sind quasi auf diesen Teich angewiesen um zu Baden und zu Ruhen. Denn alle anderen Teiche in der Umgebung sind gut gefüllt.

Auch am heutigen Sonntag hielt sich diese Ausnahmeerscheinung zwischen anderen Limikolen, Möwen und Enten auf einer trocken gefallenen Schlammbank vor einem Schilfgürtel auf. Der Steppenkiebitz konnte heute um die Mittagszeit ausführlicher – wenn auch in weiter Ferne – gesehen werden. Der Steppenkiebitz mit seinem beige-braunen Gefieder und dem schwarzen Bauch hebt sich gut von den grün-weißen Kiebitzen ab und ist daher – trotz der Entfernung – gut auch mit dem Fernglas zu entdecken. Zur Betrachtung sollte dennoch ein Spektiv herangezogen werden.

Nachdem in den letzten Tagen schon einige Birder vor Ort waren, konnte auch Continue reading Steppenkiebitz im Spreewald

Seltene Greife auf dem Zug: Falkenbussarde

FalkenbussardFalkenbussarde (Buteo buteo vulpinus) werden nur selten in Ornitho.de gemeldet. Wenn dann ist es ca. Mitte Oktober, wie z.B. am Brielower Ausbau bei Beetzsee im Havelland am 10. Oktober 2015 oder am 28. Oktober 2014 vom Schugetal in der Nähe von Luckau in der Nähe des Spreewalds. Übereinstimmend wird berichtet, daß sich die beobachteten Falkenbussarde kreisenden/ balzenden Mäusebussarden angeschlossen hatten. Auffällig erschien beiden Beobachtern der fehlende Flügelbugfleck, die rostroten Hosen und der ungebänderte (oder nur mit schmaler dunkler Endbinde) Schwanz, der nahezu einfarbig verwaschen hellbraun erschien,
Falkenbussarde sind in den Sommermonaten der südlichen Erdhalbkugel (also unseren Wintermonaten) die häufigsten Greifvögel in Südafrika. Die gilt, insbesondere für die westliche Kapprovinz. Für einen Birdwatcher aus Mitteleuropa ist die Suche nach Falkenbussarden in ihren Winterquartieren in Südafrika vielleicht die einfachste Weise, diese Mäusebussard-Subspezies zu sehen und zu fotografieren.

Mäusebussarde der Nominatform (Buteo buteo buteo) zeichnen sich durch ihren kompakten und wohl proportionierten Körperbau mit einem breiten Kopf und kurzen Hals aus. Im Vergleich mit dem Continue reading Seltene Greife auf dem Zug: Falkenbussarde

Influx of Hawk Owls (Surnia ulula) this winter?

According to discussion in EuroTwitch there is a good chance that twitchers of the north of Middle Europe can observe Hawk Owls (Surnia ulula) this winter/ late fall on their homegrounds. This should be not only true for Denmark but also at least for the northern part of Germany for this autumn/winter as there are very good numbers in Finland (incl. south and west coast) with, for example, 164 observations reported within last 7 days (some undoubtedly concern same individuals but gives an indication of the abundance) from the whole of Finland. At first sight, it seems that similar numbers are being reported from Sweden and last weekend two birds were observed in the extreme south (Scania). In the “Danish Bird News” they announced the first Hawk Owl for almost 7 years already. A 1st winter individual has been seen at Store Hareskov, Copenhagen during 30th September to 8th October.

From time to time there are wintering birds far inland. Last time, I remember very well, was in 2006, when Hawk Owls could be seen in the middle of Germany 100km south of Berlin. The picture shows a vagrant bird at the former lignite opencast mine Dubrau at the Spreewald near Vetschau/ Brandenburg/ Germany on march 22nd 2006.

To cope with the growing demand for top shots of the rarer species of the Palearctic Bird-Lens is keen to enrich the range of pictures of birds you can find in the western palearctic.  Trips to remote places to capture images of rare birds of western palearctic were very successful. This nice image is only a first impression, what you will find in the gallery in the “Pictures Shop” very soon. Just give me a message, if I could serve you with an image needed before the new pictures are online.