Tag Archives: Seggenrohrsänger

Wie unterscheidet man den Seggenrohrsänger vom Schilfrohrsänger im Gelände?

SeggenrohrsängerDer Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola) und der Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) sehen vordergründig gleich aus. Wer aber genau durch das Fernglas schaut und die Erkennungszeichen kennt, sieht die Unterschiede und kann die Art häufig schon richtig bestimmen. Typisch ist der Gesang der Vögel. Einen zusätzlichen Hinweis gibt der Standorttyp.

Zur Vermeidung einer Verwechslung des Seggenrohrsängers mit dem Schilfrohrsänger im Gelände sollte man einige Hinweise beachten:  So sollte man dem Standorttyp Aufmerksamkeit widmen, an dem der Vogel angetroffen wurde. Der Seggenrohrsänger findet sich auf feuchten Wiesen mit nur geringer Beimischung von Schilfrohr und nur jungen, kleinen Einzelweiden. Der Schilfrohrsänger bevorzugt Gebiete, die dicht mit Sträuchern (strauchartigen Weiden) bewachsen sind, hier und da mit Schilfrohr vermischt. Man sieht ihn am Rande der ausgedehnten Bestände des Schilfröhrichts wo der Seggenrohrsänger nur auf der Wanderung zu beobachten ist, also von Mitte April bis Mitte Mai und von Mitte Juli bis Mitte Oktober. Der Schilfrohrsänger kommt nicht auf Wiesen ohne Strauchbewuchs vor, auch nicht im weiten, „sauberen“ Schilfröhricht. Aber er bewohnt gern die Säume der nassen Gebiete und Wasserbecken, die mit Sträuchern und hohen Krautpflanzen (Schilfrohr, Gräser und Seggen) bewachsen sind. Wenn er ein Gebiet mit dem Seggenrohrsänger teilt, hält er sich meistens auf den Sträuchern und im höheren Gebüsch auf und singt dort. Er singt aber nicht mitten auf feuchten Wiesen. Da kann man den Seggenrohrsänger erlauschen.

Den Seggenrohrsänger aufzuspüren, ist nicht schwierig, wenn man weiß, wo man zu suchen hat. Aber es nimmt viel Zeit in Anspruch. Man muss insbesondere auf den vom Seggenrohrsänger Continue reading Wie unterscheidet man den Seggenrohrsänger vom Schilfrohrsänger im Gelände?

Vogelfotografie im Biebrza-Nationalpark im Frühjahr

Weissbart-SeeschwalbeIm Nordosten Polens, etwa 200 Kilometer nordöstlich von Warschau, erstreckt sich eine einmalige Sumpflandschaft, die von vielen deutschen Tierfotografen inzwischen nicht mehr vernachlässigt wird. Der Biebrza-Nationalpark liegt zwar eigentlich nicht gleich vor unserer Haustür, doch stellt er für etliche Arten die westlichste Verbreitungsgrenze dar. So kann man an der Biebrza nach wie vor viele in Europa sonst schwierig zu sehende Arten wie Doppelschnepfe, Seggenrohrsänger oder Schreiadler relativ leicht sehen. Mit dem Auto schafft man die Fahrt an einem Tag. Von Berlin führt die Route über die A2 und dann ab Frankfurt/Oder weiter nach Poznan-Warschau-Bialystok.

Der Biebrza-Nationalpark, der „Europäische Amazonas” schützt ein riesiges Flußsystem mit ausgedehnten Feuchtwiesen, Wasserflächen, Sümpfen und Auwäldern. Der Park hat eine Größe von etwa 60.000 Hektar. Geprägt wird das Gebiet von dem Biebrza-Becken, einem außergewöhnlich weitläufigen Continue reading Vogelfotografie im Biebrza-Nationalpark im Frühjahr