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Papageitaucher: Die Clowns der Vogelkolonie

PapageitaucherEin Riesenkrach herrscht besonders in der Brutzeit auf einem typischen Vogelfelsen. Mitten drin kann der aufmerksame Beobachter manchmal einen farbenfrohen, untersetzten Burschen mit leuchtend orangenfarbenen Füßen und Schnäbeln entdecken, der still am Rand der Klippen steht, als würde ihn die ganze Sache nichts angehen. Dies ist der Papageitaucher (Fratercula arctica). Man sieht Papageitaucher oft in mehr oder weniger großen Gruppen auf Felsvorsprüngen stehen. Widmet man sich diesem Vogel eine Weile, sieht man, wie ein Papageitaucher nach dem anderen in hummelartigem Schwirrflug angeflogen kommt und sich dann gerne zu seinen Artgenossen gesellt. Nicht nur bei den Touristen ist er eine besonders beliebte Vogelart. So elegant und geschickt  Papageitaucher unter Wasser sind, so tolpatschig wirken sie bei der Landung und beim Herumtapsen auf den Klippen. Deswegen ist dem Papageitaucher wohl auch das besondere Wohlwollen der Touristen sicher. Er wirkt wie der hilfsbedürftige Komiker Continue reading Papageitaucher: Die Clowns der Vogelkolonie

Lummen in der Steilwand

TrottellummeDas Leben in der abschüssigen Steilwand einer Vogelinsel wie Helgoland, Handa (Schottland) oder Hornöya (bzw. Hornøya in Nord-Norwegen) ist durch Alkenvögel geprägt. Viele Hundert kleine, dunkle, pinguinartige Vögel leben auf den steilen Abschnitten. Auf minimalem Grund und Boden nisten Dickschnabellummen (Uria lomvia) und Trottellummen (Uria aalge) in Felsnischen. Beide nah verwandten Arten legen nur ein einziges Ei auf den nackten Fels, an dem sie sich selber oft auch nur mit Mühe halten können. Eng aneinander geschmiegt geben sich die Tiere gegenseitig Windschutz. Jeder Neuankömmling wird mit Kopfnicken und Verbeugungen höflich begrüßt. Dieses Verhalten ist wohl eine Geste vieler Koloniebrüter, um die Aggression gegenüber dem Nachbarn zu senken. Das einzige Ei hat eine spezielle Anpassung an das Nistbiotop: einseitig ungewöhnlich spitz zulaufend, rollt das Ei auf der Bahn eines Kreisbogens und fällt deswegen nicht so ohne weiteres die Klippe hinunter. Zwanzig Tage werden die Küken mit Mini-Fischen gefüttert, bis die noch nicht flugtüchtigen Federknäuel sich todesmutig in die Tiefe stürzen. Das ist der berühmte Lummensprung.

Mit flatternden Flügeln trudeln die Jungen in die Tiefe und stürzen ins Meer, nur durch ihr geringes Gewicht und das Continue reading Lummen in der Steilwand

Skuas auf Handa/ Schottland

SkuaDie Skua (Stercorarius skua) ist die Königin einer nordischen Vogelkolonie. Keiner – außer vielleicht die Schmarotzerraubmöwe (Stercorarius parasiticus) – kann es mit ihr in puncto Fluggewandtheit und Aggressivität aufnehmen. Beliebteste Nahrung sind Kleinsäuger, Jungvögel und ausgewachsene Vögel bis zu Entengröße. So manche Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) fällt ihr unverhofft zum Opfer. Der Skua erfüllt eine wichtige Rolle in dieser komplexen Tiergemeinschaft, indem sie als Gesundheitspolizei kranke und schwache Tiere aus der Kolonie entfernt.

Eindrucksvoll ist zu beobachten wie Skuas den Schmarotzerraubmöwe immer wieder dicht auf den Fersen fliegen. Das gibt dann schöne Aufnahmen der Angriffe im Hochmoor mit viel Flug-Action. Erstaunlich welche Wendemanöver beide Raubmöwen drauf haben. Eine besondere Eigenart der Skua ist das Attackieren von Vögeln, die schwer beladen mit Nahrung vom Meer zu ihrem Nachwuchs zurückkehren. Der Auserwählte wird solange Continue reading Skuas auf Handa/ Schottland