Tag Archives: Schneefink

Wie fotografiert man ein Alpenschneehuhn

AlpenschneehuhnIn einem vorherigen Blog wurde bereits kurz beschrieben, daß man sich entweder in den Norden Europas oder hinauf in die Alpen begeben muß, um ein Alpenschneehuhn in Europa zu sehen. Alpenschneehühner (Lagopus muta) stehen zu Recht ganz oben auf der Wunschliste sowohl von Fotografen als auch von Vogelbeobachtern. Ein Tip ist das nördliche Skandinavien im Winter. Ein Alpenschneehuhn zu finden ist eine Sache, aber zu wissen, wie man sie fotografieren kann, ist noch mal eine andere Herausforderung.

Sobald man ein Alpenschneehuhn gefunden hat, muss man sich vorsichtig, aber zielstrebig nähern. Das Vorgehen kennen Fotografen, die sich einem Sanderling (Calidris alba) an der Küste nähern, der am Spülsaum nach Nahrung sucht. Das Wichtigste in diesem Ansatz ist, unter dem Vogel zu bleiben. Wenn man versucht, von einem höheren Hang zu kommen oder über einen Felsblock zu steigen, bringt man den Vogel fast sicher zum Abflug. Wenn man ein Alpenschneehuhn unterhalb der eigenen Standortposition findet, ist es am besten, zu einer Stelle unterhalb des Alpenschneehuhns zu gehen und dann wieder aufzusteigen, sobald man sich unterhalb des Vogel wähnt. Vom Herankriechen ist eher abzuraten, da dies dem Alpenschneehuhn suspekt erscheint. In einiger Reichweite liegen zu bleiben, ist jedoch in Ordnung; sofern man die Kälte abpolstern oder vertragen kann.

Sobald man sich in akzeptabler Reichweite wähnt, sollte man eine ruhige Position einnehmen und darauf warten, dass etwas passiert. Continue reading Wie fotografiert man ein Alpenschneehuhn

Wo fotografiert man ein Alpenschneehuhn im Winter

AlpenschneehuhnAlpenschneehühner (Lagopus muta) stehen wohl ganz oben auf der Wunschliste von Vogelbeobachtern und Fotografen. Das gilt erst recht für Diejenigen, die Skandinavien aus verschiedensten Gründen im Winter besuchen – u.a. um Prachteiderenten (Somateria spectabilis) im Hafen von Berlevag zu fotografieren. Ein Alpenschneehuhn zu finden ist eine Sache, aber zu wissen, wo man sie fotografieren kann, ist noch mal eine andere Herausforderung. Ich brauchte zwischen März und Mai mehrere Reisen, um Alpenschneehühner zu sehen und zu fotografieren. Alpenschneehühner gehören definitiv zu meinen Lieblingsvögeln.

Man muß sich schon in den Norden Europas oder hinauf in die Alpen begeben, um ein Alpenschneehuhn in Europa zu sehen. Alpenschneehühner kommen selten aus ihren Sommerplätzen von den höchsten Bergen herunter. Sie kommen leider nicht zu Fütterungsstationen und es gibt keine bequemen Verstecke, in die man sich hinsetzen und warten kann. Man muß sich zwangsläufig mit ihrem Lebensraum und ihren Bedingungen auseinandersetzen, um Zeit mit diesen fabelhaften Vögeln zu verbringen. Kurz: man muß sich auf Alpenschneehühner einlassen.

Erst wenn man mitten im Foto-Abenteuer steckt, merkt man, wie Continue reading Wo fotografiert man ein Alpenschneehuhn im Winter

Der Schneefink im Zauberberg

Schneefink„Dann gab es Schneestürme, die den Aufenthalt in der Balkonlaube überhaupt verhinderten, da das stöbernde Weiß massenweise hereintrieb und alles, Boden und Möbel, dick bedeckte. Ja, es konnte auch stürmen in dem gefriedeten Hochtal. Die nichtige Atmosphäre geriet in Aufruhr, sie war so ausgefüllt von Flockengewimmel, daß man nicht einen Schritt weit sah. Böen von erstickender Stärke versetzten das Gestöber in wilde, treibende, seitliche Bewegung, sie wirbelten es von unten nach oben, von der Talsohle in die Lüfte empor, quirlten es in tollem Tanz durcheinander, – das war kein Schneefall mehr, es war ein Chaos von weißer Finsternis, ein Unwesen, die phänomenale Ausschreitung einer über das Gemäßigte hinaus- gehenden Region, worin nur der Schneefink, der plötzlich in Scharen zum Vorschein kam, sich heimatlich auskennen mochte.

Jedoch liebte Hans Castorp das Leben im Schnee. Er fand es…“

Der Schneefink (Montifringilla nivalis) ist interessanterweise der einzige im Zauberberg benannte Vogel (abgesehen vom Steinadler) . Für den Roman »Der Zauberberg« von Thomas Mann ist Natur aber Continue reading Der Schneefink im Zauberberg

Nockberge: ein österreichischer Biosphärenpark

RauhfusskauzDer Name Nocke bezeichnet die runden Formen der bis zu 2.400 m hohen Berge im Süden der österreichischen Alpen. Als Bestandteil der Gurktaler Alpen bestehen die Nockberge vorwiegend aus kristallinen Gesteinsarten und zählen erdgeschichtlich zu den ältesten Gebirgen Österreichs. Die geologische Besonderheit dieser Berglandschaft ist jedoch der rund drei Kilometer breite Kalk- und Dolomitgesteinszug, der den Nationalpark durchzieht. Vor allem dank dieser besonderen geologischen Verhältnisse entwickelte sich in den Nockbergen eine äußerst vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. 1987 als Nationalpark Nockberge gegründet, wurden die Nockberge 2012 in einen Biosphärenpark nach Konzept der UNESCO umgewandelt. Im Unterschied zu den Nationalparks, die dem Schutz von Wildnisgebieten dienen, sind die Biosphärenparks Kulturlandschaften. Die Nockberge sind vom bäuerlichen Leben geprägt, wie es hier seit Jahrhunderten gepflegt wird. Die Almwirtschaft ist der Garant für den Erhalt der weiten Wiesenflächen mit ihrer typischen Blumen.

Besonders die Vogelwelt ist mit einigen besonderen Vertretern in den Nockbergen vertreten. Genannt werden sollen nur Steinadler (Aquila chrysaetos), Steinhuhn (Alectoris graeca), Birkhuhn (Tetrao tetrix), Auerhuhn (Tetrao urogallus), Alpenschneehuhn (Lagopus muta), Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus), Uhu (Bubo bubo), Sperlingskauz (Glaucidium passerinum), Rauhfusskauz (Aegolius funereus), Continue reading Nockberge: ein österreichischer Biosphärenpark

Vogelfotografie um den Picos de Europa

OrpheusspötterWährend einer Pause an einem der zahlreichen klaren Bäche höre ich einen wundervollen melodischen Vogelgesang. Rasch richte ich mein „fahrbares Tarnzelt” ein, einen umgebauten Camping-Landcruiser und nähere mich langsam fahrend dem Gesang. Plötzlich fliegt ein gelblich-grüner Vogel rastlos hin und her. Mal singt er von der Spitze einer weiter entfernt stehenden Kiefer herab, dann wieder aus einem nahen Brombeergebüsch heraus. Ich muß meine Gesangserinnerungen ein wenig sortieren. Schnell gelange ich zu dem Schluß, daß es sich um einen männlichen Orpheusspötter (Hippolais polyglotta) bei dem kleinen Sänger handelt. Leider wechselt der Vogel derart hektisch seine Sitzwarten, daß es anfangs unmöglich ist, ihn zu fotografieren. Um den Orpheusspötter möglichst für einen längeren Zeitraum in meine Nähe zu locken, spiele ich mein Tape mit Vogelstimmen ab. Der Gesang eines vermeintlichen Konkurrenten läßt den Vogel in einem nur wenige Meter entfernten Busch landen. Er singt aus voller Kehle, um den Konkurrenten zu vertreiben.

Während die südlichen Landschaften in Spanien – wie die Estremadura – zu den beliebtesten Fotozielen auf der iberischen Halbinsel gehören, sind die Gebirge im Norden, wie die Picos De Europa vielen Continue reading Vogelfotografie um den Picos de Europa