Tag Archives: Rohrammer

Finken gönnen sich Sonnenblumen

GrünfinkIm Herbst sieht man inzwischen auch in Brandenburg immer wieder Felder mit schon überreifen Sonnenblumen. Offensichtlich werden sie bewußt erst spät – oder gar nicht – abgeerntet. Wahrscheinlich handelt es sich um eine sogenannte “Blühstreifen”- Maßnahme, die finanziell gefördert wird. Es scheint, daß dies besonders auf Flächen passiert, die mindestens 3 Jahre als Acker genutzt wurden. Meist wird solch ein Feld in einer Breite von 6 bis max. 12 m neben Mais-Monokulturen angelegt. Es werden neben Sonnenblumen und Senf noch einige Blühpflanzen mehr ausgesät. Die Maßnahme ist jedenfalls für die Finken im Herbst eine willkommene Gelegenheit sich noch mal richtig voll  zu fressen bevor der Winter für karge Kost sorgt.

Es lohnt sich an solchen Feldern zu halten und auf die einfliegenden Vögel zu warten. Geduld wird belohnt. Nach einer Weile kommen nach und nach verschiedene Vögel angeflogen. U.a. sind dann schnell Grünfinken (Carduelis chloris)  – wie in dem Bild des Blogs -, Stieglitze (Carduelis carduelis) und Feldsperlinge (Passer montanus) zu sehen. Wenig auffällig, aber auch schnell mal mit dabei kommen Goldammern (Emberiza citrinella) angeflogen. Es lohnt sich einen genauen Blick – am besten mit einem Spektiv – auf die Trupps der Ammern zu werfen. Manchmal ist noch eine Rohrammer (Emberiza schoeniclus) auf dem Zug Continue reading Finken gönnen sich Sonnenblumen

Die winterliche Niederung der Unteren Havel

SingschwanDie Niederung der Unteren Havel ist eine der letzten naturnahen Flußauen in Deutschland. Zwischen dem brandenburgischen Rathenow und Havelberg in Sachsen-Anhalt mäandriert die langsam fließende Havel durch eine ausgedehnte Wiesenlandschaft des Naturparks Westhavelland, der über 700 vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet. Viele der Gebiete sind Naturschutzgebiete und weisen eine geringe Nutzungsintensität der Wiesen und Feldern auf. Die Abgelegenheit der Landschaft, die inmitten eines gering besiedelten Gebietes liegt, sorgt für die nötige Störungsfreiheit einiger seltener Arten wie dem Seeadler (Haliaeetus albicilla). Eine lockere und abwechslungsreiche Vegetationsstruktur sorgt dafür, dass nicht nur Beutegreifer viele unterschiedliche Futter- und Rastflächen finden. Auch für andere Vogelarten offener Feldflur, feuchter Wiesen und naturnaher Gewässer sind die Wiesen, Wasserflächen, Äcker und Feldern ein hochwillkommenes Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet.

Auenwälder, offene Wasserflächen und ausgedehnte Feuchtwiesen prägen die Niederung der Unteren Havel. Ein Lebensraum, der in den frühen Morgenstunden am stimmungsvollsten ist. Wenn im Spätsommer und Herbst die Sonne im Morgengrauen die Feuchtigkeit aus den Wiesen und Bruchwäldern treibt, kann man in den nebligen Havelauen oft ein prachtvolles Lichtspiel erleben. Dichte Nebelschwaden steigen aus den Langgraswiesen auf, und das Morgenlicht taucht die Natur in immer neue Farben. Die Continue reading Die winterliche Niederung der Unteren Havel

Oster-Zugtag vor Usedom/ Vorpommern

RohrammerFrohe Ostertage. Der Ostersamstag war nach einem schmuddelig-grauen Karfreitag schon recht warm und windstill gewesen. Gegen Abend frischte der Wind dann von Süd auf. Jetzt   gab es für die ersten Zugvögel kein Halten mehr. Am Morgen des Ostersonntags, waren bei Sonnenaufgang die ersten Trupps von Singvögel und vielen, vielen Tauben zu sehen. Trotz der Geschwindigkeit mit der die Singvögel durchzogen, waren doch die typischen Flugbilder – u.a. die hellen Flügelfenster der Buchfinken (Fringilla coelebs) – gut zu sehen. Dabei waren auch Kohlmeisen (Parus major), Rohrammern (Emberiza schoeniclus), Blaumeisen (Cyanistes caeruleus) und Bergfinken (Fringilla montifringilla) sehr gut in großen, meist artreinen Trupps zu beobachten. Die meisten Trupps zogen entlang des Usedomer Steilhangs und flogen der niedrigen Topographie der Küstenlinie folgend in Richtung Heringsdorf nur noch in ca. 10m Höhe entlang. Als wollte er den anstehenden Zug gen Osten begrüßen, trällerte ein Girlitz (Serinus serinus) sein wunderschönes Frühlingslied aus einer hohen Buche gen Osten. Der Hit waren aber die kopfstarken Trupps von Ringeltauben (Columba palumbus), die immer mal wieder knapp über Baumwipfel-Höhe angeflogen kamen und im schnellen Flug gen Osten hasteten.

Der Winter war zwar nicht sehr kalt, hatte ich sauber doch länger hingezogen. Der März 2016 zeigte sich bisher nicht wirklich frühlingshaft. Die Temperaturen wichen im Norden und Osten 1 bis 2 Grad von den langjährigen Erwartungen nach unten ab, im Westen Continue reading Oster-Zugtag vor Usedom/ Vorpommern

Brutgeschäft bei Graureihern in Stuttgart

GraureiherDie Brutvorbereitung der Graureiher (Ardea cinerea) am Max-Eyth-See, einem bekannten Erholungssee direkt bei Stuttgart, findet Anfang bis Mitte Februar statt. Dann besetzen die Graureiher ihre Horste. Die Nester werden ausgebessert oder neu gebaut. In dieser Zeit Ist es sehr lebhaft in der Kolonie. Unermüdlich suchen die Vögel auf dem Boden und in den Baumkronen nach abgebrochenen Zweigen. Haben sie dabei einen etwas dickeren erwischt, fliegen sie schwerfällig wieder zu den Horsten. Es werden auch Zweige von Bäumen abgerissen oder von anderen Horsten stibitzt. Diese Phase im Jahresablauf der Graureiher, eignet sich gut, um schöne Verhaltensbeobachtungen zu machen.

Der Max-Eyth-See ist Continue reading Brutgeschäft bei Graureihern in Stuttgart

Die winterliche Niederung der Unteren Havel

SingschwanNebel steigt aus den Flußauen, die Stille wird durchbrochen nur hier und da von den cru-cru-Rufen der Kraniche. Singschwäne (Cygnus cygnus) grasen die überschwemmten Wiesen ab, schütteln sich im Gegenlicht die Wassertropfen vom Schnabel. Wenig später dann die typischen leicht qäkenden Flugrufe von Gänsen. Wenn im Spätwinter und Vorfrühling die Sonne im Morgengrauen die Feuchtigkeit aus den Wiesen und Bruchwäldern treibt, kann man in den nebligen Havelauen oft ein prachtvolles Lichtspiel erleben. Dichte Nebelschwaden steigen aus den Langgraswiesen auf, und das Morgenlicht taucht die Natur in immer neue Farben. Auenwälder, offene Wasserflächen und ausgedehnte Feuchtwiesen prägen die Niederung der Unteren Havel. Ein Lebensraum, der in den frühen Morgenstunden am stimmungsvollsten ist.

Die Niederung der Unteren Havel ist eine der letzten naturnahen Flußauen in Deutschland. Zwischen dem brandenburgischen Rathenow und Havelberg in Sachsen-Anhalt mäandriert die langsam fließende Havel durch eine ausgedehnte Wiesenlandschaft des Naturparks Westhavelland, der über 700 vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum Continue reading Die winterliche Niederung der Unteren Havel

Graureiher im Neckarraum

GraureiherReiher, Enten, Bläßrallen. Die Menge an Vögeln ist zu allen Jahreszeiten beeindruckend. Der Max-Eyth-See ist ein wahres Vogelparadies. Man würde das zunächst nicht erwarten, da das Gewässer ein bekannter Erholungssee direkt bei Stuttgart ist. Und doch haben Graureiher (Ardea cinerea) hier eine grosse Brutkolonie mit ca. 60 Nestern. Bei schönem Wetter sind auf dem See die Segel- und Tretboote unterwegs. Auf den Wiesen wird Fußball gespielt oder mit der ganzen Familie ein Grillfest gefeiert. Entsprechend groß ist dort die Unruhe. Es gibt jedoch auch einige Zonen, die die Boote nicht befahren dürfen. Diese Bereiche sind mit Pfosten und Seilen abgegrenzt. Durch dieses Nebeneinander von Erholungsflächen und Ruhezonen ist der Max-Eyth-See auch ein Vogelparadies. Auch ca. 50 Kormoran (Phalacrocorax carbo) leben dort und einige brüten auch. Seit einigen Jahren ist sogar das Brüten der seltenen Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) bekannt.

In der Nähe von Stuttgart, bei Mühlhausen, liegt der künstlich vergrößerte Max-Eyth-See. Er ist von verschiedenen Stuttgarter Continue reading Graureiher im Neckarraum

Cranes on Happy Island, Chinas´s Helgoland, Part I

China’s Helgoland? Is there such a thing? Well, it depends on what you consider to be the specific characteristic of the “Shijiu Tuo Island” or “Bodhi Island” (in English simply “Happy Island”) mentioned island.

Shijiu Tuo Island or simple Happy Island, about 3 hours drive from the seaside resort of Beidaihe located on the Yellow Sea to the east, is at first appearance rather like one of the Northern Sea islands as Texel, Norderney or even Wangerooge. This applies both to the topography as well as the distance from the mainland. Happy Island is not an off-shore island. Therefore it only takes a small boat to bring passengers to the island – in about the same time what it takes to ship from Harlinger Siel to Wangerooge.

Beidaihe is located east of Beijing – about 300 km from the international airport.

The resort has been in the international media at the beginning of August 2012, as this year the Chinese leadership resided in this seaside town to a multi-week retreat to prepare for the upcoming change in power. Previously, the communist party retreats were held regularly in the summer in the nice place. Large parts of the state bureaucracy were carted in the hot months to Beidaihe with its convenient seaside climate. Security is of course very strict at that time but in October / November – the best time for bird migration observation – the resort is very quiet and not crowded. Perfect conditions to go for the beach or in the park adjacent to the Lotus Hills – the Lian Feng Mountain Park – to look after local and migrating birds. So far so good. But now more to Happy Island.

Happy Island at the widest point is only 1.5 kilometers wide and 3.5 kilometers long. Albeit this island offers an impressive diversity of habitats – as does Helgoland. There are grasslands, sandy beaches, small ponds, dense coastal scrub, sand dunes, shrimp ponds and – in the middle a collection of trees that could be almost called a small wood. The wood is picturesquely located right around a Buddhist temple.

The surrounding sea impresses the observer with wide mud flats at low tide. This is an excellent food area for migratory and native birds – such as our North Sea islands. Here waders as Oystercatchers (Haematopus ostralegus), Pacific Golden Plover (Pluvialis fulva), Mongolian Plover (Charadrius mongolus), Greater Sand Plover (Charadrius leschenaultii), Eurasian Curlew (Numenius arquata), Spotted Redshank (Tringa erythropus), Marsh Sandpiper (Tringa stagnatilis), Greenshank (Tringa nebularia), Green Sandpiper (Tringa ochropus) and Dunlin (Calidris alpina) can be seen. Rarities are Pectoral Sandpiper (Calidris melanotos) and finally Far Eastern Curlew (Numenius madagascariensis). One of the highlights is Nordmann’s Greenshank (Tringa guttifer), who is the almost annually observed. Unfortunately I draw a blank on that bird as I missed the Great Knot (Calidris tenuirostris), who is also a scarce passing migrant. A special feature is the observation opportunities for the otherwise very rare Saunders’s Gull (Larus saundersi) and Relict Gull (Larus relictus). Both could be photographed beautifully. So far, the impressive number of 408 species has been proven for the island, of which only 29 are valid as breeding species and 379 as migratory.

The Fall – from September to mid-November – is a very favorable season for bird watching Continue reading Cranes on Happy Island, Chinas´s Helgoland, Part I