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Papageitaucher: Die Clowns der Vogelkolonie

PapageitaucherEin Riesenkrach herrscht besonders in der Brutzeit auf einem typischen Vogelfelsen. Mitten drin kann der aufmerksame Beobachter manchmal einen farbenfrohen, untersetzten Burschen mit leuchtend orangenfarbenen Füßen und Schnäbeln entdecken, der still am Rand der Klippen steht, als würde ihn die ganze Sache nichts angehen. Dies ist der Papageitaucher (Fratercula arctica). Man sieht Papageitaucher oft in mehr oder weniger großen Gruppen auf Felsvorsprüngen stehen. Widmet man sich diesem Vogel eine Weile, sieht man, wie ein Papageitaucher nach dem anderen in hummelartigem Schwirrflug angeflogen kommt und sich dann gerne zu seinen Artgenossen gesellt. Nicht nur bei den Touristen ist er eine besonders beliebte Vogelart. So elegant und geschickt  Papageitaucher unter Wasser sind, so tolpatschig wirken sie bei der Landung und beim Herumtapsen auf den Klippen. Deswegen ist dem Papageitaucher wohl auch das besondere Wohlwollen der Touristen sicher. Er wirkt wie der hilfsbedürftige Komiker Continue reading Papageitaucher: Die Clowns der Vogelkolonie

Klippenmöwen auf den Pribilofs

KlippenmöweLausiges Wetter. Grauverhangen ist der Himmel; eine salzgeschwängerte Luftfeuchtigkeit kriecht durch die Thermo-Kleidung. Nebel liegt über dem Meer. Ein schmaler Weg führt zu den Klippen – den sogenannten Bluffs – am südlichen Rand der Insel St. Paul, der größten Insel der Pribilofs. Drumherum ist nichts als die Beringsee.

Schemenhaft zeichnet sich ein weißer Vogel vor dem Grau des Himmels ab. Leise und scheinbar mühelos passiert er die Kolonien von Seevögeln an den Klippen in gemächlicher Geschwindigkeit. Eindeutig eine Dreizehenmöwe (Rissa sp.). Aber einige der aus der westlichen Paläarktis bekannten Merkmale passen nicht mit der auch von Helgoland bekannten Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) überein. Der Schnabel wirkt kürzer und nicht so elegant-lang. Die Unterhanddecken wirken schmutzig grau und nicht weiß. Als der Vogel beim Herabgleiten seine Beine aus dem weißen Körper herausfährt, leuchtet dem Beobachter ein knalliges Rot entgegen. Kein Zweifel, das ist die rätselhafte Klippenmöwe (Rissa brevirostris).

Das rotbeinige Klippenmöwe (Rissa brevirostris) ist eng mit Continue reading Klippenmöwen auf den Pribilofs

Alpenstrandläufer auf St. Lawrence

AlpenstrandläuferEine der äußersten Zipfel Alaskas liegt direkt vor der Steilküste Kamtschatka. Hier verläuft die Tagesgrenze. Nirgendwo ist es möglich, den Tag später zu beginnen als hieran der Nordwestspitze der Insel St. Lawrence. Sowohl Seevögel wie auch vor allem die Limikolen sind hier sehr gut auf ihrem nordpazifischen Lebensraum zu beobachten. Eine schöne Abwechslung für einen westpaläarktischen Beobachter. Verwandte heimische Arten oder bisher unbekannte Unterarten können hier gut vergleichen werden. Gerade der Vergleich der Schwesterarten Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula) und Weißstirnregenpfeifer (Charadrius semipalmatus) sowie Beringstrandläufer (Calidris ptilocnemis) und Alpenstrandläufer (Calidris alpina) sind hier sehr gut auf ihrem Frühjahrszug zu beobachten.

Aber auch die Möglichkeiten Beringstrandläufer, Alpenstrandläufer und Bergstrandläufer (Calidris mauri) im Prachtkleid oder die Odinshühnchen (Phalaropus lobatus) direkt von der Schotterstraße in einem Pond bei Balzaktivitäten zu bewundern, sind hervorragend. Continue reading Alpenstrandläufer auf St. Lawrence

Red-legged Kittiwake on the Pribilofs

KlippenmöweA sticky grey fills the sky. Fog lays over the sea. Only a shade of white on the water is visible when the waves crush to the rocky coast. A narrow trails gives way to the cliffs – called bluffs – on the southern edge of the island of St. Paul. St. Paul, the biggest island of the Pribilofs, is more or less in the middle of nowhere in the Bering Sea.

Suddenly in the grey an almost white birds passes by, silently and effortlessly in a slow pace – sometimes standing in the constant wind – along the colonies of seabirds on the cliffs. Yes, a Kittiwake. But some characteristics with the well-known Kittiwake of the Western Palearctic, the Black-legged Kittiwake (Rissa tridactyla) – do not match. The bill looks more stout and the underwing looks grey and not white. Starting the descend of flight, red legs, are hanging out of the white body. Hey, this is the enigmatic Red-legged Kittiwake (Rissa brevirostris).

The Red-legged Kittiwake is closely related to and partially sympatric with Black-legged Kittiwake (Rissa tridactyla) but there is no interbreeding known. The breeding adult Red-legged Kittiwake is white as its congener, but shows a darker grey mantle, back and upperwing.

Although roughly three quarters of the world’s population Continue reading Red-legged Kittiwake on the Pribilofs

Fliegende Dickschnabellummen und Trottellummen im Vergleich

DickschnabellummeDickschnabellummen (Uria lomvia) sind an den normalerweise von WP-Birdern frequentierten Plätzen in Norwegen oder Schottland viel seltener als die allgegenwärtige Trottellumme (Uria aalge). Auf den Alaska vorgelagerten Inseln wie St. Paul auf den Pribilofs oder St. Lawrence (Gambell) ist das andersherum. Schön ist auch bei eher ungünstigen Lichtverhältnissen der weiße Streif am Schnabelwinkel der Dickschnabellumme (Uria lomvia)  zu sehen. Perfekte Gelegenheit, um ausgiebig Fotos dieses auch in der Westpaläarktis vorkommenden Vogels zu machen. Die Inseln in der Beringsee sind ein Eldorado für Freitzeit-Birder, Wissenschaftlicher und Vogelfotografen. Allerdings sind die Anforderungen an die Logistik vor allem für die vorgelagerten Inseln mit den besten Ecken zur Zugvogelbeobachtungen nicht ganz einfach. Die wenigen Unterkünfte auf den Hotspots sind häufig zu den Hochzeiten ausgebucht, die Flüge in kleinen Propellermaschinen unregelmäßig und eine intensive Kenntnis des Geländes ist ebenso unerläßlich wie eine profunde Kenntnis der möglichen Vogelarten mit ihren nicht wenigen Unterarten.

Die kopfstarken Trupps der Dickschnabellumme (Uria lomvia) sind eine der Besonderheiten eines Aufenthalts auf St. Lawrence. Continue reading Fliegende Dickschnabellummen und Trottellummen im Vergleich

Limikolen auf St. Lawrence

Rotkehl-StrandläuferVor einem die Steilküste Kamtschatka, der Halbinsel im ostasiatischen Teil Russlands hinter einem baumfreie, Tundra-bedeckte Hügel. Für den Zugvogelzug ist die Nordwestspitze der Insel St. Lawrence eine der besten Stellen weltweit. Neben Seevögeln sind es vor allem die Limikolen, die einem westpaläarktischen Beobachter, die Abwechslung nahe verwandter heimischer Arten oder bisher unbekannter Unterarten möglich machen. Gerade der Vergleich der Schwesterarten Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula) und Weißstirnregenpfeifer (Charadrius semipalmatus) sowie Beringstrandläufer (Calidris ptilocnemis) und Alpenstrandläufer (Calidris alpina) sind hier sehr gut möglich.

Dann kommen die tollen Möglichkeiten für Vagrants wie Rotkehl-Strandläufer (Calidris ruficollis), Terekwasserläufer (Xenus cinereus), Grünschenkel (Tringa nebularia), Bruchwasserläufer (Tringa glareola) oder gar Spießbekassine (Gallinago stenura) dazu. Die meisten Limikolen rasten teils nur kurz um den Ort Gambell auf den ausgedehnten Schotterterrassen zwischen Continue reading Limikolen auf St. Lawrence

Kittlitz’s Murrelet between glaciers in Alaska

KurzschnabelalkThe big push for the last days of the birding tour in Alaska was to search for the Kittlitz’s Murrelet (Brachyramphus brevirostris). Kittlitz’s Murrelet is a rare member of the Alcid family of diving seabirds that includes the puffins, auklets and murres. This was one of the birds highest on my list, as it is a species that numbers in the low tens of thousands and does only rarely migrate along the west coast of the United States, and therefore can be seen mainly near its breeding grounds in Alaska. But in Alaska too, this bird is uncommon and local and there are recent evidences of decline.

After a 2 week trip with the tour operator High Lonesome to the Pribilofs Islands, St. Lawrence and Nome to observe the impressive bird migration along the shore of the islands to the Bering Sea I wanted to complete birding in Alaska with some birds I missed or could not see further to the west.

During summer, populations of Kittlitz’s Murrelets are concentrated in areas with large glacial fields. For this I participated in a chartered boat trip with Saltwater Tours from Seward. From Seward Harbor we started in early June. We went on a veritable boat, which is approved for 20 people. We headed on Resurrection Bay south. When pulling out of harbor, we saw the first Double-crested Cormorants (Phalacrocorax auritus) and Pelagic Cormorants (Phalacrocorax pelagicus) sitting on rocks along the shore. Suddenfly Humpback Whales (Megaptera novaeangliae) raised their heads out of the water. Black-legged Kittiwakes (Rissa tridactyla) could Continue reading Kittlitz’s Murrelet between glaciers in Alaska

Schutzprojekt für den Papageitaucher

PapageitaucherDer Papageitaucher (Fratercula arctica) ist für viele Vogelfreunde der Inbegriff des koloniebrütenden Seevogels. Und richtig. In den großen Seevogelklippen des Nordens sieht man Papageitaucher oft in mehr oder weniger großen Gruppen auf Felsvorsprüngen stehen. Widmet man sich diesem Vogel eine Weile, sieht man, wie ein Papageitaucher nach dem anderen in hummelartigem Schwirrflug angeflogen kommt und sich dann gerne zu seinen Artgenossen gesellt.

Diese bei den Touristen besonders beliebte, recht kleine Vogelart behauptet sich in einer dichtgedrängten Vogelwand dadurch, daß Papageitaucher in selbstgegrabenen Wohnhöhlen siedelnd. Diese befindet sich meist 1 bis 4 Meter unter der Oberfläche. Unter Tage ziehen Papageitaucher ihren Nachwuchs auf. Mit Füßen und Schnabel wird eine komfortable Wohnung geschaffen, die sicher vor Angriffen größerer Vögel ist. Wie bei den anderen Alken (z.B. den Lummen) hat sich auch beim Papageitaucher aus der Kombination aus Nistplatzsicherheit und Feinddruck eine spezielle Anpassung entwickelt, die der Art eine Überlebenschance sichert.

Obwohl in vielen Kolonien noch recht häufig, ist es bekannt, dass einige britische Papageitaucher-Populationen schon deutliche Rückgänge erlitten haben. Das gleiche gilt für die Populationen Continue reading Schutzprojekt für den Papageitaucher

Pintail Snipe on a remote US-Island in the northern Pacific/ Alaska

SpiessbekassineGambell, a small village on the north-western tip of the remote St. Lawrence Island is an outstanding outpost not only for North American Birders. A short trip with only a few days with High Lonesome yielded all sorts of good birds, both Asian and North American origin.

During a 6-day trip guided by the tour operator High Lonesome a group of mainly US-birders was amazed by the impressive but regular bird migration along the shore of the island to the Bering Sea further north. An almost as important feature was the possibility to catch-up with maybe the best vagrants sightings of the spring 2016.

There had been some very good Asian species this spring. Far outstanding was the Pintail Snipe (Gallinago stenura), which was finally only identified by checking the images shot and discussing sighting and sound impressions in the group. First reviews from experts for ID-confirmations turned out to be positive.

The snipe was flushed at close distance in the so-called Far Boneyard, flew low and a very short distance on first flush and then flew farther and higher on second flush, always from dry ground, although bird flew high it circled back around, we were not able to flush it a third time the bird called once, not particularly sharp like Common/Wilson’s but also not particularly wheezy (fairly short and quiet call). The images of the bird show a coloration very Continue reading Pintail Snipe on a remote US-Island in the northern Pacific/ Alaska