Tag Archives: Oder

Bekassine im Balzflug

BekassineTräge fließt der Fluß dahin. Die Wiesen sind von der Schneeschmelze und den ergiebigen Regenfällen weiträumig überschwemmt. Dunkle Wolken trieb der Wind den ganzen Tag vor sich her. Gegen Abend klart es auf. Kühl ist es immer noch; aber fast wolkenlos. Bald wird die Abenddämmerung einfallen. Da ist irgendwo hoch über den Wiesen und Weiden ein dumpfes, vibrierendes Meckern am Himmel zu hören. Es stammte von einem Männchen der Bekassine (Gallinago gallinago), welches dieses seltsame Geräusch mit seinen abgespreizten Schwanzfedern erzeugt. Im Sturzflug der Balz sind nicht nur die beiden Federn zwischen Flügeln und Schwanz zu erkennen. Auch die Schwanzfedern sind weit gefächert und lassen im Fernglas die bunten Farben erkennen. Immer wieder steigt der Vogel auf und läßt sich dann wieder fallen. Damit markiert er sein Revier und signalisiert seine Ausdauer. Das ganze Spektakel des Balzflugs kann Stunden dauern. Zwischendurch ruft die Bekassine im Flug. Durch den langen, nun geöffneten Schnabel und die weit abgespreizten Federn wirkt der Vogel deutlich imposanter, als wenn man ihn auf dem Boden sieht. Dort ist er trotz seines „tick-e-tick“ – Rufens (das an das Geräusch einer großen Wanduhr erinnert) sehr unscheinbar und erstaunlich gut getarnt.

Es ist sehr eindrucksvoll, wie die Bekassinen teils weit im Süden über den nur noch seicht überschwemmten Wiesen des Gebietes fliegen, rufen und auf und nieder sausen und dabei ihre arttypischen Trommelgeräusche über die Wiesen schallen lassen. Dann wieder sind es 2 oder gar 3 Bekassinen, die direkt über dem Weg durch Continue reading Bekassine im Balzflug

Gleitaar im Randowbruch/ Untere Oder

GleitaarSeit mindestens dem 27. Juni 2016 gibt es Berichten in Ornitho.de zufolge eine gute Chance, dass Vogelbeobachter mit einem über das Ziel hinaus geschossenen Sommervogel Bekanntschaft machen können. So wurde im nord-östlichen Brandenburg ein Gleitaar (Elanus caeruleus)  beobachtet. Der aktuelle Standort des Gleitaar ist im Randowbruch nördlich des Ortsteil Wendemark. Hier treibt er sich vorwiegend über den Feldern und feuchten Wiesen herum. Der Greif sei nicht sehr mobil und kann stundenlang auf einem Holunderbusch im ziemlicher Entfernung ruhend beobachtet werden. Wenn er nach ausgiebiger Gefiederpflege zur Jagd ansetzt ist er dann sehr gut, wenn auch manchmal ziemlich weit entfernt beim Rüttelflug zu sehen. Einmal in Jagdstimmung nutzt er durchaus verschiedene Ansitzpunkte um von dort aus den nächsten Rüttelflug einzuleiten.

Geduld ist also notwendig. Bei dem Aufenthalt am Samstag verbrachten wir gut 4 Stunden bevor der Gleitaar mit einem Schütteln des Gefieders die Jagd einleitet.

Letztes Jahr veranlaßte eine übersommernde, immature Steppenweihe (Circus macrourus) im Havelländischen Luch einen Einfall von Ornis in Brandenburg. Auch diese Art wurde auf ornitho.de gemeldet und konnte bei einem Besuch des Turms bei Buckow, mitten im Havelländischen Luch, sehr schön im Flug beobachtet werden.

Bei der Bewertung der Fotos gab es einige Irritationen, da Continue reading Gleitaar im Randowbruch/ Untere Oder

Zwergschnepfen im Rasthabitat

ZwergschnepfeFür den ornithologisch Interessierten sind Zwergschnepfen (Lymnocryptes minimus) sicher eine der Vogelarten der Westpaläarktis, die jeder noch auf seiner Liste hat. Viele Vogelbeobachter haben Zwergschnepfen noch gar nicht gesehen. Einige Beobachtungen, die mit Fotos belegt sind, stammen dann von Helgoland, wo doch praktisch alljährlich am Hafen – in der Nähe des sogenannten Kringels – die Zwergschnepfen im Oktober beobachtet werden können. Diese Zwergschnepfen sind dann von der Reise über die See so erschöpft, daß sie sich ausgiebig betrachten lassen. Das richtige Rasthabitat für die Zwergschnepfe stellen die Wellenbrecher am Kringel jedoch nicht dar. Wer Zwergschnepfen daher in der Rast- oder Überwinterungsumgebung beobachten möchte, ist darauf angewiesen, die richtigen Stellen in der Landschaft zu finden.

Zuerst sollte man sich darüber klar sein, daß die Zwergschnepfe ein Vogel des Tieflandes ist. Die meisten Vögel werden auf Gebieten unter 100 m (NN) Höhe berichtet. Meldungen von Hügelländern auf  Continue reading Zwergschnepfen im Rasthabitat