Tag Archives: Nuthe-Nieplitz-Niederung

Schwarzspecht an Baumhöhle

SchwarzspechtEin durchdringender, hoher Ruf schallt aus dem dichten Erlenwald. Eine Weile tut sich nichts. Dann ist kräftiger Schwingenschlag zu hören. unzweifelhaft ist etwas Größeres im Anflug. Plötzlich klammert sich ein Schwarzspecht (Dryocopus martius) unterhalb eines ovalen Lochs in einer Pappel  an den Baumstamm. Der Schwarzspecht  ist etwa so groß wie eine Krähe und damit der größte europäische Specht – und einer der größten Spechte weltweit. Er ist gut an seinem schwarzen Gefieder mit einem roten Fleck am Scheitel zu erkennen. Er fehlt in Europa nur in Irland, Spanien, Italien, den Britischen Inseln und in waldarmen Gebieten. Er ist in ganz Deutschland mit nur wenigen Lücken verbreitet.

Der Schwarzspecht brütet in Wälder, größeren Feldgehölzen und in Parkanlagen mit einem Anteil von Totholz. Optimal sind Buchen- oder Eichen-Kiefernmischwälder. Seine Höhlen baut er in Baumstämmen, die einen Durchmesser von ca. 40 cm in der Höhe der Höhle aufweisen. Buchen werden als Höhlenbaum zwar bevorzugt, aber im richtigen Umfeld ist er auch in anderen Brutbäumen mit glattrindigen, astfreien Stämmen zu finden. Er ernährt sich von Insekten, hauptsächlich von Ameisen. Im Sommer Continue reading Schwarzspecht an Baumhöhle

Rohrdommel am winterlichen Wasserloch

Rohrdommel
Great Bittern swallows fish

Anfang Januar kündigte die Wettervorhersage ein sibirisches Hoch an, das die Wetterlage über der norddeutschen-polnischen Tiefebene bestimmen sollte. Nach einigen milden Wintern schien die bevorstehende Kälte nun den Trend der vergangenen Jahre umzukehren. Tatsächlich sanken die Temperaturen in der Nuthe-Nieplitz-Niederung tiefer als in den letzten 10 Jahren. Aufgrund der östlichen Lage sind Schnee und Kälte hier zwar keine Seltenheit, aber in diesem Jahr war es extrem. Die Temperaturen lagen am frühen Morgen jeden Tag zwischen minus 5°C und minus 12°C und blieben häufig auch tagsüber über unter 0°C.

Feuchtwiesen, Röhrichten und Sumpfland waren dadurch schnell zugefroren, und nach einigen Tagen waren auch die Seen mit einer Eisschicht von mehr als 20 Zentimeter verschlossen. Das Eis war so dick, dass man es gefahrlos betreten konnte.

Blessrallen bzw. Blässhühner (Fulica atra) zogen auf ihrer Suche Continue reading Rohrdommel am winterlichen Wasserloch

Schwarzspecht an Bruthöhle

SchwarzspechtMächtige Hammerschläge schallen weit durch den morgendlichen Wald und die über die feuchten Wiesen. Die anschließenden weit tragenden Rufe bestätigen die Vermutung. Der Schwarzspecht (Dryocopus martius) ist im Revier. Im weiteren Verlauf wird, nicht weit von den Lautäußerungen, auch der Brutbaum gefunden. Es ist eine Pappel, die der Sturm vor nicht allzu langer Zeit in der Mitte abgeknickt hat. Der untere, nun abgestorbene Stamm, weist im oberen Vierteil eine große, leicht ovale Öffnung auf. Es ist wohl keine brand-neue Höhle. Dafür wirkt der Rand der Höhle nicht frisch genug; doch weisen Holzspäne am Boden auf eine Überarbeitung der Höhle, diesmal für Brutzwecke, hin.

Wenig später kommt der Schwarzspecht – ein Männchen – angeflogen. Um den eigentlichen Brutbaum herum, sind die Schwarzspechte erstaunlich ruhig. Ohne Lautäußerung wird der Baum unterhalb des Brutlochs angeflogen. Dann sichert der Schwarzspecht zur Seite, nach oben. Dann verschwindet er sodaß Continue reading Schwarzspecht an Bruthöhle

Schwarzspecht in Schlafbaum

SchwarzspechtDie Nuthe-Nieplitz-Niederung ist in den trockenen Bereichen von Kiefernwäldern, manchmal richtigen Kiefernplantagen, geprägt. Ein Buchenstamm-Spezialist wie der Schwarzspecht (Dryocopus martius) dürfte es also in diesem Naturgebiet südlich von Berlin schwer haben. Trotzdem ergab eine Kartierung in den Jahren 2007 und 2008 erstaunliche Erkenntnisse. So wurden im SPA der Nuthe-Nieplitz-Niederung auf ca. 5500 ha 22 Schwarzspechte kartiert.

Da der Schwarzspecht in Sachen Höhlenbäume recht wählerisch ist, eine bemerkenswerte Zahl. Zur Anlage von Brut- und Schlafhöhlen bevorzugt der Schwarzspecht nämlich keine Nadelbäume, sondern alte Buchen. Diese Vorliebe macht den Schwarzspecht normalerweise zu einem typischen Bewohner von Mischwäldern des Mittellandes. Die wenigen Buchen in der Nuthe-Nieplitz-Niederung, die dick genug sind, sind daher heißbegehrt.

“Kliööh“ klingt es durch den winterlichen Wald. 5 dicke Buchen Continue reading Schwarzspecht in Schlafbaum