Tag Archives: Niederer Fläming

Junge Nachtigall im Fläming

NachtigallSeitlich fällt das warme erste Sonnenlicht auf die aufgelichtete Hecke. Ein Zaunpfahl steht malerisch davor. Eine ganze Weile betrachte ich aus einem Ansitz heraus die mit dem Aufstieg der Sonne stärker illuminierte Stelle. Der Heckenrand ist noch im Schatten. Plötzlich steht dort – auf einem Ästchen im Schatten der Hecke – ein grau-bräunlicher Vogel. Die gelbe Schnabelwulst und eine offensichtlich noch nicht ausgeprägte Wangenbefiederung könnten auf einen Jungvogel weisen. Ich bin unschlüssig. Der Vogel wirkt schlank und wirklich auffallend ist der kastanienbraune, lange Schwanz. Auch der cremig-weiße Po ist auffallend. Der häufigste Vogel in dieser Oase inmitten der Agrarsteppe ist der Feldsperling (Passer montanus); direkt danach kommt die Dorngrasmücke (Sylvia communis). Doch dieser Vogel gehört in eine andere Familie. Schnell denke ich an eine junge Nachtigall (Luscinia megarhynchos), möchte aber auch ein junges Blaukehlchen (Luscinia svecica) zuerst nicht ausschließen. Doch wenig später sehe ich wirklich mal eine Kleindrossel exponiert auf einem Heckenast. Auffallend ist ein dunkler Bartstreif bei einer weißen Kehle. Dazu eine schmutzig-graue Brustzeichnung, die von der hellen Kehle durch einen dunklen Latz abgegrenzt wird. Ja, das ist tatsächlich ein junges Blaukehlchen. Der sieht der grau-bräunlicher Vogel ja doch deutlich anders aus. Schlanker, und auch größer. Es ist tatsächlich eine Nachtigall.

Zuerst ist der Vogel noch von Zweigen und Blättern verdeckt. Dann aber steht er frei in der Hecke. Er hat es offensichtlich auf eine Inspektion des Zaunpfahls abgesehen. Schließlich fliegt der Continue reading Junge Nachtigall im Fläming

Grey Heron fighting with a Common Newt

GraureiherThe Grey Heron (Ardea cinerea) flies elegantly on the wetland in the middle of the agricultural landscape of the Lower (Niederer) Fläming. Carefully the bird secures to all sides before it starts on the muddy shore with the search for food. Although at the beginning it just stands silently on the edge and obviously lets the whole scenery work on it in contemplation. For a long time, I look at the Grey Heron and its feeding site from a hide. Then I return my eyes to the lonely Green Sandpiper (Tringa ochropus), who has been scared off by the Grey Heron and is looking for food on the opposite bank. The wader gets then society in the form of a Common Snipe (Gallinago gallinago) as well.

After a while, the Grey Heron apparently managed to convince himself of the lack of space. After some settling in, he walks along the shore; the other birds (the Common Snipe and the Green Sandpiper) are on the lookout. The proximity of the good 5 times as big heron is obviously suspect for them. Suddenly I hear a loud splash in the water. The Grey Heron has captured swimming a Smooth Newt (Lissotriton vulgaris).  Smooth Newt, also known as the Common Newt is a species of amphibian, the most common one in Germany. The Heron brings the Smooth Newt ashore and chews extensively on the newt. I am surprised that the Grey Heron does not swallow the Smooth Newt directly down. But the Newt probably does not taste that well. At some point the Grey Heron leaves the Smooth Newt fall on the land and returns – clearly disgusted – back Continue reading Grey Heron fighting with a Common Newt

Raubwürger in winterlichen Sonnenblumenfeld

RaubwürgerMan weiß nicht, welches Agrarprogramm in Brandenburg gerade en vogue ist. Tatsache ist, daß vor diesem Winter viele Agrarflächen in Brandenburg mit Sonnenblumen bepflanzt wurden. Diese sind nun – im März – weitgehend vertrocknet, bieten aber vielen Tieren eine gute Nahrungsgrundlage, um über den Winter zu kommen. Davon konnte man sich heute im Niederen Fläming in der Nähe von Hohengörsdorf  überzeugen. Mitten in einem recht neuen Windpark waren Sonnenblumen hektarweise angepflanzt und konnten mindestens 2 Raubwürger (Lanius excubitor) ernähren. Immer wieder erklommen sie die abgestorbenen Fruchtkörbe der Sonnenblumen, um von dort aus zu ihren Nahrungsflügen zu starten. Ein Exemplar des Raubwürgers konnte besonders gut in verschiedenen Posen an und auf den Sonnenblumen fotografiert werden.

Der Vogel mit seinem grau-schwarzen Gefieder und – in diesem Fall – mit den ausgeprägten weißen Abzeichen ist zwar nicht viel größer als ein Star. Aber er wirkt deutlich massiger. Der Raubwürger ist ein gar nicht so seltener Wintergast auf den freien Flächen des südlichen Brandenburgs. Schon beim Blick durch das Fernglas fiel aber der insgesamt sehr helle Eindruck des Gefieders auf. Wie auf dem Foto des fliegenden Vogels zu erkennen ist, sind die Oberdecken der Flügel von einem ausgeprägten Weiß charakterisiert. Dazu kommt die – ebenfalls auf dem Foto – erkennbare Farbe der Oberschwanzdecken. Diese sind weißlich und nicht grau, wie bei der hier brütenden Nominatform.

Auch die weiße Stirn legt nahe, daß es sich um die Unterart homeyeri handeln könnte. Die Zeichnungen im Kosmos-Naturführer: Continue reading Raubwürger in winterlichen Sonnenblumenfeld

Alpenstrandläufer – schinzii oder alpina

AlpenstrandläuferDie Frage, zu welcher – ggf. seltenen – Unterart eine Vogelbeobachtung gehört, spielt in den letzten Jahren auch in Deutschland eine Rolle. Die Briten sind da allerdings – wieder mal – schon viel weiter. Dort werden die Feldkennzeichen unterschiedlicher Subspezies auch von Allerweltsarten intensiv diskutiert. So weit sind wir hier in Deutschland wohl noch nicht. Eine solche Art ist der Alpenstrandläufer (Calidris alpina), der sicher auch im Binnenland zwar nicht direkt ein Brot-und-Butter-Vogel ist, aber doch noch so häufig ist, daß man ihn jetzt in der 26. Dekade (Mitte September) an etlichen Stellen sehen kann.

Das interessante an den Alpenstrandläufern ist, daß sie in der Literatur auf Subspezies-Niveau – anders als ihre Calidris-Artgenossen – recht gut ausdifferenziert sind und als zirkumpolar brütender Weitstreckenzieher grundsätzlich in der Westpaläarktis auftauchen könnten.

In einem sehr informativen Artikel mit der Überschrift „Arctic Dunlin ssp. Arctica, Identification and stuff“ im Continue reading Alpenstrandläufer – schinzii oder alpina

Rohrweihe im Anflug

RohrweiheIm gaukelnden Flug kommt ein Greifvogel tief über dem Schilf angeflogen. Eine markante Gesichtsmaske, eine helle Vorderflügelkante und ein brauner Körper macht die Art-Identifikation leicht. Es ist eine Rohrweihe (Circus aeroginosus). Als Alternativen käme im Winter die Kornweihe (Circus cyaneus) und die Wiesenweihe (Circus pygargus) Frage. In den Niederungsgebieten Brandenburgs sind vor allem Rohrweihen aber auch Wiesenweihen nicht selten.

Im Flugbild zeigt die Rohrweihe im Vergleich zur Wiesenweihe breitere, an der Spitze rundere Flügel. Die Oberseite der Männchen ist dreifarbig – überwiegend braun mit hellem Kopf, der Schwanz und die Armschwingen sind grau und die Flügelspitzen schwarz. Das Weibchen ist durchgängig dunkelbraun gefiedert, hat einen gelblichen Kopf und eine gelblich-weiße Kehle. Im Vergleich zum nur wenig größeren Mäusebussard ist die Rohrweihe schlanker und ihr Schwanz ist länger. Der Flug im Vergleich zur Wiesenweihe ist nicht gar so elegant und leicht. Die typische Flugweise besteht aus einer Reihe von Flügelschlägen, auf die eine Gleitphase mit flach V-förmiger Flügelhaltung folgt. Im Gleitflug wird der Flügelbug nach vorne geschoben. Die Flügel werden weniger stark angehoben als bei den beiden anderen heimischen Arten.

Der abgebildete Vogel weist Merkmale beider Geschlechter auf. Im Jugendkleid wirkt die Rohrweihe Continue reading Rohrweihe im Anflug

Alpenstrandläufer im Niederen Fläming

AlpenstrandläuferEin Trupp von 10 Alpenstrandläufer (Calidris alpina) läuft am schlammigen Ufer einer feuchten Senke mitten in der Agrarsteppe des Niederen Fläming. Intensiv und hastig stechen sie ihren Schnabel in den feuchten Schlamm und bevorzugen die ganz flachen Bereiche, die über und über mit Insekten auf der Wasserfläche bedeckt sind. Dabei widmen sie sich ganz der Nahrungssuche. Nur ab und zu gibt es einen Warnruf und der ganze Trupp fliegt wie auf ein Kommando davon. Meist drehen sie dann eine Runde (oder auch zwei) und fallen irgendwo ohne erkennbare Präferenz für die eine oder die andere Seite des flachen Gewässers ein. Ein Gewitter kündigt sich an. Dicke Wolken stehen am Himmel nachdem es einige Tage ein hochsommerliches Wetter mitten im September gegeben hatte. Schon am Abend gegen 18:00 ist der Trupp in der Stärke anwesen. Bis zum Einbruch der Dunkelheit bleibt der Trupp zusammen. Weitere Limikolen fliegen gegen Abend leider mit Ausnahme von mindestens 3 Bekassinen (Gallinago gallinago) nicht ein. Dafür sorgen die immer wiederkehrenden Alpenstrandläufer für perfekte Fotogelegenheiten.

Wie bereits im Blog über die Limikolen auf dem Niederen Fläming beschrieben, bilden sich Wasserflächen nach starken Niederschlägen im Frühjahr und Frühsommer in der intensiv landwirtschaftlich genutzte  Hügellandschaft des Niederen Flämings im Süden Brandenburgs. Diese temporären Feuchtflächen sind zwar bei zunehmender Trockenheit über den Sommer Continue reading Alpenstrandläufer im Niederen Fläming

Limikolen auf dem Zug im Fläming

BekassineNach starken Niederschlägen funkeln Wasserflächen in der intensiv landwirtschaftlich genutzte  Hügellandschaft des Niederen Flämings im Süden Brandenburgs. Diese temporären Flächen sind schon ab Juli ein Rastgebiet für eine erstaunliche Anzahl  von Watvögeln. Diese treten darüber hinaus in einer beachtlichen Arten-Diversität auf. Große Limikolenbestände, insbesondere die der Kiebitze (Vanellus vanellus), Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria) und Kampfläufer (Calidris pugnax) werden für den Landkreis Teltow-Fläming für die Nuthe-Nieplitz-Niederung und die Umgebung des Rangsdorfer Sees beschrieben. An diesen Plätzen in der weiträumigen Nuthe-Notte-Niederung – einer stark verzweigten Niederungslandschaft auf Moorböden oder nährstoffarmen Sandböden – rasten diese Zugvögel im Bereich flach überstauter Feuchtwiesen, schlammiger Uferzonen sowie auf kurzrasigen Grünland- und Ackerstandorten. In der Nuthe-Nieplitz-Niederung Continue reading Limikolen auf dem Zug im Fläming

Wie kommt man zu schönen Wiesenweihenfotos?

WiesenweiheEin frischer Frühsommermorgen, die aufgehende Sonne im Osten, das Jubilieren der Feldlerchen (Alauda arvensis) im Ohr. Da kommt in leicht schaukelnden Flug  elegant ein Greifvogel tief über dem noch niedrig-gewachsenen Getreidefeld eingeschwebt. Beim Näherkommen fällt der zierliche Körperbau der Wiesenweihe (Circus pygargus) auf, die hier, im Bereich des Niederen Flämings, im Süden Brandenburgs einen Verbreitungsschwerpunkt hat und seit etwa Ende April zu sehen ist. Der Flug der Wiesenweihe ist elegant und leicht. Besonders während des Patrouillierens über der ebenen Agrarlandschaft schlägt sie langsam und tief mit den Flügeln.

Anfang Mai liegen die morgendlichen Temperaturen noch deutlich im einstelligen Bereich, bei Sonnenschein wird es später aber schon recht warm. Da stellt sich schon die Frage, wann und wie der Naturfotograf zu schönen Fotos dieser Greife kommt; selbstverständlich ohne die Weihen in irgendeiner Weise zu stören oder gar zu belästigen.

Dazu ist es wichtig, sich mit dem Tagesrhythmus der Wiesenweihen vertraut zu machen. Beobachtungen ergaben, daß an heißen Tagen Flugaktivitäten des Männchens meist am frühen Morgen bzw. späten Abend zu vermelden sind. In der Regel startet das Männchen bei Sonnenschein schon kurz nach Sonnenaufgang, so gegen 6.30 Uhr, um zunächst für sich selbst Beute zu schlagen. Mit der Beute fliegt es dann in Horstnähe und kröpft dort. Die späteste Rückkehr erfolgt zwischen 21:00 Uhr und 22.15 Uhr – also noch im Hellen. Bei Regen oder auch dichtem Nebel bricht das Männchen erst dann auf, wenn sich z.B. der Nebel lichtet. Continue reading Wie kommt man zu schönen Wiesenweihenfotos?

Luftkampf Wiesenweihe und Schwarzer Milan

WiesenweiheLaut und schrill rufend nähert sich die weibliche Wiesenweihe (Circus pygargus) dem gemächlich am Himmel kreisenden Schwarzen Milan (Milvus migrans). Über der Feldflur bei Oehna /Niedergörsdorf fand ein eindrucksvoller Luftkampf zwischen einer weiblichen Wiesenweihe und einem deutlich größeren, aber ebenfalls sehr gewandten, Milan über einem Getreidefeld statt. Dabei ging sie den Milan meistens von unten an, drehte sich kreischend auf den Rücken und präsentierte die Krallen. Obwohl sehr heftig der Flugfeind angegangen wurde. Ein direkter Körperkontakt konnte nicht beobachtet werden; es wurden wohl keine Federn gelassen. Doch die weibliche Wiesenweihe ließ – wohl direkt über dem ausgesuchten Brutplatz – nicht locker. Immer wieder attackierte die Weihe auf den Milan, der schließlich das Weite suchte und in Richtung Jüterbog abstrich.

Feststellungen in der Literatur, wonach sich Wiesenweihen am Brutplatz ängstlicher als Kornweihen verhalten, können zumindest für dieses Weibchen und seinen Partner nicht bestätigt werden. Neben der oben beschriebenen Attacke auf den Schwarzen Milan war auch ein Anflug auf Continue reading Luftkampf Wiesenweihe und Schwarzer Milan

Wiesenweihen im Fläming

WiesenweiheTau liegt auf den Gräsern. Anfang Mai liegen die morgendlichen Temperaturen noch deutlich im einstelligen Bereich, bei Sonnenschein wird es später aber schon recht warm. Elegant schwebt ein Greifvogel tief über dem noch niedrigen Getreidefeld. Im Winter sind Kornweihe (Circus cyaneus) im Gebiet ebenso wie in den Niederungsgebieten Brandenburgs – wie dem Havelländischen Luch – nicht selten. Beim Näherkommen fällt dann auf, daß diese Weihe auffallend zierlicher als die Kornweihe ist und deutlich längere, schlankere und spitzere Flügel aufweist. Da wird es sich wohl um die Wiesenweihe (Circus pygargus) handeln, die im Bereich des Niederen Flämings im Süden Brandenburgs seit Ende April zu sehen ist. Als Alternative käme nur noch die Steppenweihe (Circus macrourus) in Frage. Diese Weihe ist allerdings ein seltener Irrgast auch wenn sie zunehmend auf dem Zug oder auch übersommernd in Deutschland festgestellt wird. So wurde eine immature Steppenweihe (Circus macrourus) seit dem 14. Mai 2015 aus dem Havelländischen Luch gemeldet. Damals konnten bei einem Besuch des Turms bei Buckow, mitten im Havelländischen Luch, Beobachtungen eines jagenden Exemplars, ein Männchen im 2. Kalenderkleid, über einen längeren Zeitraum gemacht werden.

Der Flug der Wiesenweihe ist elegant und leicht. Besonders während des Patrouillierens schlägt Continue reading Wiesenweihen im Fläming