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Iberienzilpzalp auf Fuerteventura

IberienzilpzalpDer Kontrast zwischen der Kühle des Morgens und der wüstenhaften Trockenheit des Geländes kann nicht größer sein. Wir befinden uns auf einem Morgenausflug zur Landenge von Jandia. Plötzlich steht ein kleiner, olivbrauner Singvogel auf einer Trockenpflanze. Es ist ein Iberienzilpzalp (Phylloscopus ibericus).  Der Iberienzilpzalp ist hauptsächlich auf der Iberischen Halbinsel in Spanien und Portugal beheimatet. Er wandert jedoch im Herbst in den Süden. Dieser Zilpzalp ist heller, grüner auf dem Hinterteil und gelblicher als der „normale“ Zilpzalp (Phylloscopus collybita). Anfangs hieß der Iberienzilpzalp mit seinem lateinischen Namen Phylloscopus brehmii. Dann stellte sich aber heraus, dass der Typus dieses Taxons gar kein Iberienzilpzalp war. Diese Art ist ein Langstreckenmigrant, der jedes Jahr auf dem Rückweg von seinen Wintergebieten in Westafrika bis nach Deutschland kommt. So wurde z.B. in Zarrendorf bei Stralsund in der nordöstlichen Ecke Deutschlands im Mai 2012 ein solcher Vogel gefunden. Dies ist im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Irrgäste werden immer wieder – vor allem im Frühjahr – auch in anderen Teilen Deutschlands beobachtet.

Es war mir natürlich ein Vergnügen, einen Iberienzilpzalp im niedrigen Gestrüpp auf der sandigen Ebene auf der Landenge von Jandia in der südlichen Ecke von Fuerteventura / Kanarischen Inseln zu sehen. Zuerst dachte ich, ich hätte den Kanaren-Zilpzalp (Phylloscopus canariensis), den auf den Kanaren einheimischen Continue reading Iberienzilpzalp auf Fuerteventura

Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Gelbbrauen-LaubsängerEin leise rufendes Gewusel in Hochstauden. Alljährlich findet ein ausgeprägter Zug von Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) statt. Es lohnt sich aber genauer hinzusehen. In den gemischten Trupps können sich nämlich kleine Vertreter der Phylloscopus-Laubsänger aufhalten. Einer davon, der Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus), stammt wie die später im Jahr ziehenden Goldhähnchen-Laubsänger (Phylloscopus proregulus) aus den Taigawälder zwischen der Insel Sachalin im Ochotskischen Meer, Petschora und Ural.

Beim Gelbbrauen-Laubsänger handelt es sich um einen typischen kleinen Laubsänger mit feinem, spitzem Schnabel und relativ kurzem Schwanz. Vom Aussehen her ähnelt dieser Phylloscopus-Laubsänger einem Goldhähnchen (am ehesten einem Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla)). Je nachdem wie er sich positioniert, wirkt er nicht zierlicher als der heimische Zilpzalp (Phylloscopus collybita), obwohl seine Körperlänge um acht Millimeter kürzer ist. Die Oberseite ist olivgrün mit etwas hellerem Bürzel und Oberschwanzdecken. Zwei deutliche, aber unterschiedlich intensiv ausgeprägte Flügelbinden, die von den hellen Säumen der Armdecken hervorgerufen wurden, sind meist das auffälligste Merkmal. Der Oberkopf ist dunkelgrün mit sehr schwach angedeutetem hellerem Scheitelstreif. Namensgebend ist Continue reading Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Atlantischer Frühling auf Gran Canaria: Impressionen von der Frühjahrs-Studienreise 2015

LöfflerVom 22. April bis 4. Mai 2015 waren ornithologisch interessierte und naturbegeisterte Förderer und Freunde des Museum Koenig auf den Spuren atlantischer Artenvielfalt unterwegs. Ziel dieser Gemeinschaftsexkursion der AKG und des Brehm Fonds für Internationalen Vogelschutz war Gran Canaria, eine sonnenverwöhnte Insel der Kanaren. Insgesamt neun Personen hatten sich angemeldet, um unter der Leitung des bewährten Reiseführers und profunden Kenners der Kanaren, Dr. André Weller, bei traumhaftem Wetter eine Vielzahl von Lebensräumen mit zahlreichen seltenen bzw. endemischen Tier- und Pflanzenarten kennen zu lernen. Die Insel umfasst trocken-heiße Lebensräume wie die im Süden gelegenen Dünen von Playa del Ingles sowie die südlichen und zentralen Barrancos, aber auch feuchtere Lebensräume wie die Lagune von Maspalomas, die spektakulären Küstenfelsen von Anden Verde bis hin zu den Lorbeerwäldern im Norden. Auf einer Gesamtfläche von nur 1560 km2 bietet die annähernd kreisförmige Insel nicht nur Sonnenanbetern aus dem kältegeplagten, häufig verregneten Mitteleuropa Erholung und Entspannung, sondern wird ebenso gern von den zahlreichen Natur- und Wanderfreunden unter den jährlich immerhin ca. 4 Mio. Touristen frequentiert. Angesichts von nicht weniger als 14 Mikroklimazonen und einer Gesamthöhe von bis zu 1.950 m üNN (Pico Nieves) wird die Insel nicht zu Unrecht auch als Miniaturkontinent bezeichnet.

Bereits der relativ trockene Süden hat für naturkundlich interessierte Besucher seine Reize. Die rund 8 km langen und bis zu 5 km Kilometer breiten Dünen von Maspalomas, Continue reading Atlantischer Frühling auf Gran Canaria: Impressionen von der Frühjahrs-Studienreise 2015

Siberian Vagrants: The Yellow-browed Warbler

Gelbbrauen-LaubsängerSoft evocative calls in tall herb. Every year there is a pronounced migration of Goldcrest (Regulus regulus). But it is worth to risk a closer look. In the mixed flocks sometimes there are representatives of small Phylloscopus-Warblers. One of them, the Yellow-browed Warbler (Phylloscopus inornatus), comes from the forests of the taiga between Sea of Okhotsk and Ural. This bird is oftern named Inornate Warbler, too.

The Yellow-browed Warbler is a small warbler with a fine, pointed beak and relatively short tail. In appearance this Phylloscopus-Warbler resembles a kinglet. You might misidentify him for a Firecrest (Regulus ignicapilla). In comparison it is much more delicate than the common native Phylloscopus-Warbler, the Chiffchaff (Phylloscopus collybita). The Yellow-browed Warbler is eight millimeters shorter.

Especially in this year many Yellow-browed Warbler seem pursue a southwestern route across Europe. In Finland, some 1,000 Yellow-browed Warblers were observed since the beginning of September. In recent years there were usually throughout the fall Continue reading Siberian Vagrants: The Yellow-browed Warbler