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Ist der Mittelreiher nur eine Art unter Dreien?

MittelreiherDer Mittelreiher (Ardea intermedia) ist bereits lange in mehrere Unterarten unterteilt: den Pazifikmittelreiher (Ardea intermedia plumifera), den Afrikamittelreiher (Ardea intermedia brachyrhyncha) und den Mittelreiher der Nominatform. Der Mittelreiher wird während der Brutzeit einerseits durch seine üppigen Federn, insbesondere die sehr langen Rückenfedern, andererseits durch einen Mangel an Kopffedern artlich bestimmt. Es ist ein geschmeidiger Vogel, dessen Schnabel für einen mittelschweren im und am Wasser vorkommenden Reiher relativ kurz ist. Es hat einen langen Kopf und Hals, der im Stehen oder Fliegen häufig in S-Form gehalten wird. Die Kopf-Hals-Kombination wirkt (und ist) aber relativ kürzer als die des Silberreihers (Ardea alba). Im Flug ähnelt der Mittelreiher dem Silberreiher mit seinen schwungvollen und eher langsamen Flügelschlägen. In der Nichtbrutzeit kann es leicht mit anderen weißen Reihern verwechselt werden. Ein Unterscheidungsmerkmal zu dem Silberreiher in Afrika ist seine kleinere Größe, die allerdings nur im direkten Vergleich auffällt. Auch der relativ kürzere Schnabel, der kürzere Hals fällt nur im direkten Vergleich zu den außergewöhnlich langhalsigen Silberreiher auf. Schon eher auffällig sind die zweifarbigen (nicht komplett schwarzen) Beine und – auf Fotos am besten erkennbar – die dünne Linie des Schnabelspalts (analog zu einem Mundwinkel) die unterhalb des Auges endet und nicht – wie  beim Silberreiher – noch darunter entlang führt.

Afrikanische, asiatische und australische Mittelreiher scheinen sich in der Größe und in der Färbung zu unterscheiden. Die Continue reading Ist der Mittelreiher nur eine Art unter Dreien?

Der Sperber und die Canon 1DX Mark III: allererste Erfahrungen

SperberIn der dusteren Dämmerung eines Winterabends sitzt plötzlich ein Sperbermännchen (Accipiter nisus) auf einem rostigen Brückengeländer. Eigentlich wollte ich vorbei fliegende Kraniche (Grus grus), Silberreiher (Ardea alba) oder Seeadler (Haliaeetus albicilla) von einem Beobachtungsturm an den Teichen bei Stangenhagen im südlichen Brandenburg mit der neuen Canon 1DX Mark III fotografieren. Die letzte halbe Stunde des Tages ist häufig besonders ergiebig. Außerdem kann man damit die Performance bei LowLight, das Rauschverhalten der Canon 1DX Mark III ausprobieren.

Als der Sperber regungslos auf dem Brückengeländer sitzt, versuche ich sofort auf ihn zu fokussieren. Das gelingt mir nicht auf Anhieb. Vielleicht, weil ich als AF-Messfeldauswahl die in einer großen Zone ausgewählt hatte. Als ich Einzelfeld AF stelle, stellt die Kamera scharf und läßt den ruhig sitzenden Sperber auch nicht mehr los. Der Vogel scheint konzentriert auf ein Blickfeld, das sich auf gleicher Höhe befindet. Vielleicht ist er aber auch durch die geringe Lichtintensität beeinträchtigt. Jedenfalls bekommt er meine Aktivitäten aus dem Turm – Höhenunterschied so 4 – 5 Meter – herunter nicht mit und läßt sich so gut in mehreren Schritten fotografieren. Ich starte – noch von den Flugaufnahmen – von einer 1/ 500sec und gehe in Stufen herunter auf 1/30 sec. Beim Silent Continue reading Der Sperber und die Canon 1DX Mark III: allererste Erfahrungen

Höckerschwan auf dünnem Eis

HöckerschwanEigentlich muß es heißen „Höckerschwan (Cygnus olor) in dünnem Eis“. An diesem frühen frostigen Dezembertag lag ein feiner Firnis aus Eis auf fast der gesamten Wasserfläche. Ein Höckerschwan, der wohl im Schilf übernachtet hatte, robbte und schob sich gegen die dünne Eisfläche, um eine Fläche weiter gen Seemitte zu erreichen. Das war eine ganz schöne Arbeit und daher eine ganze Weile zu beobachten. Immer wieder schoben sich dünne Eisplatten vor dem Schwan auf. Unverdrossen schob sich der Höckerschwan aber weiter vom Schilf weg. Irgendwo gefiel ihm die Stelle. Er schob ein größeres Rund frei und fing an ausgiebig zu baden. Immer wieder mußte das Gefieder zwischen den Badeaktivitäten mit dem Schnabel säuberlich behandelt werden. Warum er das nicht weiter am Schilfrand gemacht hatte, war nicht ersichtlich. Nach einer Weile, schob er sich wieder auf der gleichen Strecke zurück, denn das Eis hatte sich schon fast wieder geschlossen. Mit einem gewissen Unverständnis – so schien es zumindest – nahm er wahr, daß sich nun doch wieder Eisplättchen vor ihm auftaten. Als er am Schilf angekommen war, nutze er das im Vergleich zur Seemitte dünnere Eis am Uferrand, um sich eine ruhige Ecke im Schilfgürtel zu suchen.

Von den kleinen Flachlandflüssen Nuthe und Nieplitz wird südwestlich von Berlin eine einzigartige Niederungslandschaft begrenzt. Ein besonderes Vogelparadies ist mitten drin der flache Riebener See, der über einen geschlossenen Röhrichtgürtel verfügt. Verschiedene Rohrsängerarten (Acrocephalus sp.) besiedeln die Schilfzone des Sees. Ein geschützter Bohlensteg durch das Schilf Continue reading Höckerschwan auf dünnem Eis

Waders at Lake Neusiedl

SäbelschnäblerMost people thinking about Austria have immediately snow, mountains and hiking in mind. A very different, but extremely interesting picture, is offered for the birder in Burgenland, in the area around the lake Neusiedl. The question is, however, is a bird paradise at the same time also a photographer´s paradise? The landscape in the easternmost tip of Austria is a typical Puszta landscape with numerous, small, flat salt lakes, the so-called “Lacken”, and a big water body but only one meter deep the Lake Neusiedl (German: Neusiedler See) or Fertő. With an area of ​​about 320 km², which is almost half covered with high reeds, it is considered to be the largest steppe lake in Europe and has a decisive influence on the climate in this area. This is very mild in this region. Temperatures in excess of 30 ° C may already prevail in May. Fortunately there is almost always a gentle breeze. Otherwise when the breeze fails, the heat becomes unbearable.

Almost all year round is tourist season. We visited Lake Neusiedler in spring and summer, as well as in autumn, and found that the months April to mid July were the most interesting for animal photography. In early summer, the meadows around Neusiedler See are transformed into a colorful flower carpet. The autumn Continue reading Waders at Lake Neusiedl

Graugänse ziehen über den Blankensee

GraugansSpätherbst ist die Zeit der Gänse in der Nieplitzniederung. Diese weite, teils intensiv landwirtschaftlich geprägte, Landschaft ist dann Heimat nicht nur nordischer Entenvögel sondern auch der Graugänse (Anser anser). Nasskaltes Wetter mit einem wolkenverhangenen Himmel darf einen Vogelbeobachter aber nicht abhalten, den rastenden und fliegenden Trupps einen Besuch abzustatten. Vielleicht findet man ja gerade bei richtig trübem Wetter mit tiefen Wolken in Verbindung mit Nieselregen eine Seltenheit. Man kann die ganze Szenerie aber auch einfach nur auf sich wirken lassen. Wenn sich morgens mit unglaublichem Getöse die großen Gänsescharen, die die Nacht vor dem Nieplitz-Delta verbracht haben, in Bewegung setzen, fährt es einem durch Mark und Bein. Traumhaft, wie ein Gänsetrupp nach dem anderen die eisige Wasserfläche verläßt um sich dann im Dämmerungslicht tief über den See fliegend auf zu den Äsungsflächen in der Umgebung zu begeben. Ein morgendlicher Ausflug zum Blankensee verschafft dem Frühaufsteher nicht nur eine wunderschöne Wasserlandschaft in einer Zeit des Übergangs vom Herbst zum Winter,  sondern auch viele wunderschöne Vogelbeobachtungen. Manchmal ist der Morgen von Minustemperaturen und einem klaren Himmel, dann wieder von Nebel geprägt. Neben den allgegenwärtigen Graureihern (Ardea cinerea) und Silberreihern (Ardea alba) sind auch immer mal wieder Continue reading Graugänse ziehen über den Blankensee

Little Egret at Ponta Delgada, Flores

SeidenreiherA white bird standing calm near the sea. It is the Little Egret (Egretta garzetta). A small heron. As you would expect from a heron, this bird is beautiful, graceful and shows long legs, neck and beak. A solitary and patient fisherman, the bird is waiting for low tide to make ambushes in still waters on the rocks. On other occasions, the Little Egret risk more and hunt patiently near the surf. As its name indicates this heron is small, of dimensions clearly inferior to Grey Heron (Ardea cinerea) and the Great Egret (Casmerodius albus). Compared with the herons that regularly visit the Azores, only Cattle Egret (Bubulcus ibis) is smaller than the Little Egret.

All its feathers are white and limpid. On the chest they are longer and form a tuft, in a kind of bib. Also on the back of the head you can see two elongated plumes, but only during the breeding season. Its beak is black and straight and the eyes are yellow. The legs are also black, but the toes, quite characteristic, are bright yellow.

In case of doubt in the identification of this species in the field it is to be remembered that both the Great Egret (Casmerodius albus) and the Cattle Egret have the yellow beak. Although the legs are all Continue reading Little Egret at Ponta Delgada, Flores

Schwarzstörche an der Elbe/ Wittenberg

SchwarzstorchDie Meldung in ornitho.de machte hellhörig. Mitte August  waren 19 Schwarzstörche (Ciconia nigra) zusammen abends gegen 19:00 Uhr in der Nähe eines Klödener Riß genannten Altelbearms gesichtet worden. 13 Schwarzstörche wurden als überwiegend Familienverbänden angehörig auf einem Feld identifiziert und 6 Schwarzstörche rasteten auf einem Baum. Klöden in Sachsen-Anhalt ist auch vom südlichen Brandenburg gut zu erreichen. Es liegt gut 25 km süd-östlich von Wittenberg.

Und tatsächlich konnten bei einer Kontrolle der Umgebung beim Klödener Riß 2 einfliegende Schwarzstörche beobachtet werden. Ich erwartete sie im weiteren Verlauf an dem Altarm entdecken zu können. Leider ist der an vielen Stellen sehr zugewachsen. Umso größer war das Erstaunen, insgesamt 6 Schwarzstörche zusammen mit etlichen Graureihern (Ardea cinerea) und 1 Silberreiher (Ardea alba) auf Continue reading Schwarzstörche an der Elbe/ Wittenberg

Vor dem Zug: Schwarzstorch-fotografie in der Elbtalaue

Wenn Schwarzstorch (Ciconia nigra), Weißstorch (Ciconia ciconia), Graureiher (Ardea cinerea) und Silberreiher (Ardea alba) direkt vor dem VersteckSchwarzstorch im Wasser staksen und die Kormorane (Phalacrocorax carbo) beim gemeinsamen Fischzug schwimmen, geht für manchen Vogelfotografen ein Traum in Erfüllung. Aber nicht nur in den unberührten Feuchtgebieten Osteuropas tummeln sich die Vögel so zahlreich. Auch die naturnahe Stromlandschaft der norddeutschen Elbtalaue bietet reichlich Gelegenheit, gerade die großen und imposanten Vögel fotografisch ins Visier zu nehmen.

Schon seit ein paar Tagen sitze ich jeden Morgen ab 4:30 Uhr in meinem Versteck an der Elbe. Von Tag zu Tag wird die Ansammlung der Schwarzstörche größer, die im Spätsommer in den austrocknenden Altarmen nach Fischen suchen. Die erste Zeit im Versteck nutze ich gerne, um etwas Schlaf nachzuholen, denn obwohl das Licht noch nicht zum Fotografieren reicht, muss der Fotograf sein Versteck früh genug aufsuchen. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren, denn selbst die richtigen Kameraeinstellungen nützen nichts, wenn man die Kamera hektisch hin und her schwenkt und so die besten Situationen übersieht. Oder schlimmer: das Objekt Continue reading Vor dem Zug: Schwarzstorch-fotografie in der Elbtalaue

Vogelfotografie auf Sanibel Island

BraunpelikanHunderte verschiedener Wasservögel säumen die Ufer und suchen nach Nahrung, darunter Nashornpelikane (Pelecanus erythrorhynchos), Braunpelikane (Pelecanus occidentalis), Ohrenscharben (Phalacrocorax auritus), Schmuckreiher (Egretta thula), Kanadareiher (Ardea herodias), Silberreiher (Casmerodius albus), (weiße) Ibisse (Eudocimus albus), Rosalöffler (Ajaia ajaja). Einer der interessantesten Vögel ist der Kleine Blaureiher (Egretta caerulea). Wie ein Gaukler bewegt er sich beim Fischen durch das seichte Wasser, den Kopf in alle Richtungen schwenkend. Mal streckt er einen Flügel aus, mal beide, um das Wasser abzuschatten. Und das alles im Laufschritt. Irgendwann stößt er dann blitzartig zu, häufig mit Erfolg.

Unter Insidern bestens bekannt ist die Möglichkeiten, auf Sanibel Island zu guten Bildern an- und abfliegender Fischadler (Pandion haliaetus) zu kommen. Manche der Masten mit den mächtigen Nestern stehen in den Vorgärten der Bungalows direkt am Meer. Häufig steht im Garten ein alter Baumstamm, auf dem sich der Fischadlerhorst befindet. Hier sieht man während der Brutsaison den Altvogel mit drei oder vier Jungen im Nest sitzen. Der zweite Altvogel fliegt ständig aufs Meer hinaus und kommt mit großen Fischen zurück. Auf der Straße stehen manchmal bis zu zehn Fotografen mit ihren Tele-Kanonen. Gelegentlich zielen sie auch auf Schwarzmantelscherenschnabel (Rynchops niger) und Königsseeschwalbe (Sterna maxima), die direkt am Meer leben Continue reading Vogelfotografie auf Sanibel Island

Silberreiher des Typs “modesta”

SilberreiherSilberreiher (Ardea alba) mit Merkmalen des Typs “modesta” waren bereits Gegenstand ausgiebiger Diskussionen im Club300.de. Diese Reiher zeichnen sich auf Anhieb durch ganz rote Beine und Füße und durch einen auffallend dünnen, völlig schwarzen Schnabel und in der Verlängerung einem hellblauen, türkisfarbener Zügel aus.

Während einige vermuten, daß es sich bei Silberreiher um einen normalen alba-Silberreiher der lediglich sein Prachtkleid in die falsche Jahreszeit gelegt hat, vermuten andere die Zuordnung zu einer Unterart, eben der des Typs “modesta” oder auch eine hormonelle Ursache (damit würde es sich trotz der auffallenden Färbungsunterschiede nicht um ein eigenes Taxon handeln).

Auffallend ist jedenfalls, daß die Vögel offensichtlich alle keine Schmuckfedern tragen, die Vögel in der Regel einzeln in mehr oder weniger großen Silberreihertrupps und in West-Europa vor allem im Winterhalbjahr zu finden sind. Die Herkunft der bei uns regelmäßig erscheinenden Silberreiher reicht weit bis in den Osten Europas. Die Continue reading Silberreiher des Typs “modesta”

Stockente als erfolgreicher Fischjäger

StockenteDer morgendliche Ausflug zum Blankensee verschaffte dem Frühaufsteher nicht nur eine wunderschöne Wasserlandschaft an einem eindrucksvollen Wintermorgen mit Minustemperaturen und Nebel sondern auch wieder bemerkenswerte Vogelbeobachtungen. Neben den allgegenwärtigen Graureihern (Ardea cinerea) und Silberreihern (Ardea alba) waren auch mindestens 3 Rohrdommel (Botaurus stellaris) im ersten Dämmerungslicht zu sehen. Die Entenvögel waren mit Stockente (Anas platyrhynchos), Bergente (Aythya marila), Zwergsäger (Mergellus albellus) und Gänsesäger (Mergus merganser) gut vertreten.  Insgesamt konnte an dem frühen Morgen 31 Arten gesichtet werden.

Vom Verhalten sehr bemerkenswert war die Jagd der Stockenten. Ein Bohlensteg mitten durch das Schilf bietet auf der Ostseite des Blankensees dem Beobachter vor allem morgens sehr gute Möglichkeiten, die Vogelwelt des Schilfs zu sehen und zu fotografieren. Der Steg führt mitten durch einen Teil der sehr gut entwickelten Schilfflächen des Sees. Hier raschelte es immer wieder vernehmlich vom Aneinanderreiben der hohen Schilfhalme, ja manchmal hatte man den Eindruck, daß sich eine ganze Gruppe von anfangs Continue reading Stockente als erfolgreicher Fischjäger

Merlin im Fiener Bruch – Brandenburg

MerlinAls holarktischer Brutvogel ist der Merlin (Falco columbarius) in ausreichender Zahl nur im Winterhalbjahr in Mitteleuropa anzutreffen. Vor allem im Oktober und bis Mitte November kommen dazu Durchzügler, die den kleinsten einheimischen Falken auch für ortsansässige Ornithologen erlebbar und beobachtbar machen.

In dem Zusammenhang soll erwähnt werden, daß die nähere und weitere Umgebung von Berlin auch ein Paradies für Vogelbeobachter ist. Einer dieser Gebiete um Berlin ist der Fiener Bruch bei Continue reading Merlin im Fiener Bruch – Brandenburg