Tag Archives: Goldhähnchen-Laubsänger

Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Gelbbrauen-LaubsängerEin leise rufendes Gewusel in Hochstauden. Alljährlich findet ein ausgeprägter Zug von Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) statt. Es lohnt sich aber genauer hinzusehen. In den gemischten Trupps können sich nämlich kleine Vertreter der Phylloscopus-Laubsänger aufhalten. Einer davon, der Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus), stammt wie die später im Jahr ziehenden Goldhähnchen-Laubsänger (Phylloscopus proregulus) aus den Taigawälder zwischen der Insel Sachalin im Ochotskischen Meer, Petschora und Ural.

Beim Gelbbrauen-Laubsänger handelt es sich um einen typischen kleinen Laubsänger mit feinem, spitzem Schnabel und relativ kurzem Schwanz. Vom Aussehen her ähnelt dieser Phylloscopus-Laubsänger einem Goldhähnchen (am ehesten einem Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla)). Je nachdem wie er sich positioniert, wirkt er nicht zierlicher als der heimische Zilpzalp (Phylloscopus collybita), obwohl seine Körperlänge um acht Millimeter kürzer ist. Die Oberseite ist olivgrün mit etwas hellerem Bürzel und Oberschwanzdecken. Zwei deutliche, aber unterschiedlich intensiv ausgeprägte Flügelbinden, die von den hellen Säumen der Armdecken hervorgerufen wurden, sind meist das auffälligste Merkmal. Der Oberkopf ist dunkelgrün mit sehr schwach angedeutetem hellerem Scheitelstreif. Namensgebend ist Continue reading Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Tienschan-Laubsänger auf Greifswalder Oie/ Mecklenburg-Vorpommern

Tienshan-Laubsänger Nicht allzu lang nach der Meldung in ornitho.de bezüglich eines Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus) am Fahrlander See ist nun noch ein weiterer vagabundierender Vertreter der Gattung Phylloscopus in Deutschland aufgetaucht. Ein Tienshan-Laubsänger (Phylloscopus humei) wurde auf der Greifswalder Oie der nord-östlichen Insel Deutschlands in der Ostsee gesehen. Die Insel liegt nördlich von Usedom im nördlichen Vorpommern. Diese Beobachtung eines Tienschan-Laubsängers ist die erste Meldung für 2015. Dagegen hielt sich vom 1. bis zum 13. November 2014 auf Helgoland ein Tienschan-Laubsänger auf.

Wie bereits in dem Blog über den Gelbbrauen-Laubsänger bei Potsdam beschrieben, lohnt es sich im Herbst die ziehenden Trupps der Singvögel genauer abzusuchen. In gemischten Trupps können sich nämlich kleine Vertreter der Phylloscopus-Laubsänger aufhalten. Häufig wird der Tienschan-Laubsänger in demselben Trupp mit Meisen und Goldhähnchen (Regulus sp.) und Continue reading Tienschan-Laubsänger auf Greifswalder Oie/ Mecklenburg-Vorpommern

Gelbbrauen-Laubsänger am Fahrlander See/ Potsdam

Gelbbrauen-LaubsängerDas Laub der Weiden färbt sich langsam. Die anderen Bäume sind schon viel weiter und zeigen das leuchtende Rot des Herbstes. Ein wunderschönes Sonnenwetter herrscht an diesem kühlen Herbsttag mit einem leichten Ostwind. Eine Meldung in ornitho.de wies auf einen Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus) am Fahrlander See hin. Die Stelle ist sehr gut zu erreichen. Ein Plattenweg geht fast bis zum Ufer. Von da sind es nur ein Schritte bis zu der Location. Das war also kein großes Problem. Intensiv suchte ich die Fundstelle ab. Sie wies eine Mischung aus niedrigen Weiden, Röhricht und von Anglern niedergetrampelten Gras auf. Leider vergeblich. Schon den ganzen Morgen hatte Ornithologen nach dem Irrgast Ausschau gehalten. Am heutigen Tag war keine Meldung erfolgt. Sollte der Gelbbrauen-Laubsänger nach nur einem Tag schon wieder verschwunden sein?

Die Absuche des weiter westlich gelegenen Auenwaldgürtels des Fahrländer Sees erwies sich hinsichtlich eines Gelbbrauen-Laubsänger als unergiebig. Dafür war eine ausgeprägter Zug des Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) zu beobachten. Auch Meisen (Parus sp.) waren sehr gut vertreten. statt. Das Highlight war eine Waldschnepfe (Scolopax rusticola), die auf dem Trampfelpfad eine Verschnaufpause eingelegt hatte und bei Annäherung aufflog. Beim Auffliegen konnte sehr schön der rostfarbene Continue reading Gelbbrauen-Laubsänger am Fahrlander See/ Potsdam

Happy Island, der Hotspot für die Zugvogelbeobachtung an Chinas Süd-Ostküste

ErddrosselEs gab jetzt ein paar Nachfragen zu Happy Island, dem Hotspot für die Zugvogelbeobachtung an Chinas Süd-Ostküste. Dies nicht zuletzt auf dem Hintergrund des Blogs zu dem schönen Morgen an einem Spätherbsttag auf Happy Island bei dem ein männliches Rubinkehlchen (Calliope calliope) im Morgenlicht auf einem Dornstrauch fotografiert werden konnte. Wie bin ich auf Happy Island gekommen?

Über das Internet hatte ich damals den wohl besten Bird Guide für China, Jesper Hornskov, gefunden. Jesper sagt selber, daß die meisten Vogelbeobachter und Reiseunternehmen diese legendäre Insel vor der Küste der Provinz Hebei im Mai besuchen. Das ist die Zeit, wenn die Vögel singen und im Brutkleid sind. Die Zeit Oktober/ November ist aber auf jeden Fall eine ausgezeichnete Zeit, die Gegend zu besuchen. Jesper meinte, daß man auf Happy Island auch ohne einen Führer tadellos gut zu Recht kommen kann. Jesper hatte damals folgenden Reiseweg Continue reading Happy Island, der Hotspot für die Zugvogelbeobachtung an Chinas Süd-Ostküste

Rhododendrongimpel (Propyrrhula subhimachala) des Himalaya im Winterquartier

RhododendrongimpelEin Besuch Chinas fällt nicht auf Anhieb in die Rubrik „seltene Arten der Paläarktis besichtigen“. Was vielleicht nicht bekannt ist: auch Irrgäste der Paläarktis haben ihr reguläres Winterquartier; und das befindet sich durchaus auch in China. Ein guter Ort, um bei uns seltene Arten näher und häufiger zu beobachten, ist die Provinz Yunnan. Die Xishan-Berge bei Kunming sind ein gut erreichbares und immer wieder sehr produktives Gebiet. Nachdem ich schon seit dem Morgengrauen noch vor den ersten Touristenströmen auf dem teils bewaldeten, teils felsigen Plateau unterwegs war und schon einen Blauschwanz (Tarsiger cyanurus) und einige Goldhähnchen-Laubsänger (Phylloscopus proregulus) gesehen hatte, wollte ich über den sogenannten „kleinen steinernen Wald“ laufen, um zu einem der an den Berg gestellten Tempel zu gelangen. Ein kleiner Trupp – wie ich meinte – Stieglitze fand mein Interesse. Wie sich herausstellte, waren die Vögel, ich hier am 11. Januar 2008 beobachten und fotografieren konnte, 3 weibchenfarbene Rhododendrongimpel. Alle waren damit beschäftigt sich an zu efeuähnlichen Früchten zu laben. Mit der orange-gelben Stirn und Brust sind sie eigentlich unverkennbar. Ich muß aber zugeben, dass ich diese kräftigen Finken so nicht auf der „Rechnung“ hatte.

Als ich jetzt im Winter Hakengimpel (Pinicola enucleator) an einem Vogelhäuschen mitten in Lapland erlebte, kam mir die o.a. Beobachtung dieser Art, die ich nur einmal bei dem Winteraufenthalt in der Nähe von Kunming gesehen hatte, in den Sinn. Wie der Hakengimpel ist der Rhododendrongimpel eher scheu und Continue reading Rhododendrongimpel (Propyrrhula subhimachala) des Himalaya im Winterquartier