Tag Archives: Gelbbrauen-Laubsänger

Gelbbrauen-Laubsänger: Irrgast wegen Fehlorientierung in großen Kreisen?

Gelbbrauen-LaubsängerGelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus) werden zunehmend im im westlichen Europa gemeldet. Dazu paßt auch die Meldung vom Oktober 2016 nördlich von Potsdam. Die allgemeine Zunahme der Beobachtungen im westlichen Europa in den letzten Jahren wird sehr deutlich aus Angaben aus Großbritannien, dass die Art mittlerweile dort in manchen Gegenden in einigen Phasen des Herbstes der häufigste „Warbler“ sei. Auch auf Helgoland ist dieser „Irrgast“ im Oktober nicht selten.

Beim Gelbbrauen-Laubsänger handelt es sich um einen typischen kleinen Laubsänger mit feinem, spitzem Schnabel und relativ kurzem Schwanz. Vom Aussehen her ähnelt dieser Phylloscopus-Laubsänger einem Goldhähnchen (am ehesten einem Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla)). Je nachdem wie er sich positioniert, wirkt er nicht zierlicher als der heimische Zilpzalp (Phylloscopus collybita), obwohl seine Körperlänge um acht Millimeter kürzer ist. Die Oberseite ist olivgrün mit etwas hellerem Bürzel und Oberschwanzdecken. Zwei deutliche, aber unterschiedlich intensiv ausgeprägte Flügelbinden, die von den hellen Säumen der Armdecken hervorgerufen wurden, sind meist das auffälligste Merkmal. Der Oberkopf ist dunkelgrün mit sehr schwach angedeutetem hellerem Scheitelstreif. Namensgebend ist der grün-gelbe Überaugenstreif. Dieser Überaugenstreif reicht recht weit nach hinten und wird nach unten durch einen schwarzen Continue reading Gelbbrauen-Laubsänger: Irrgast wegen Fehlorientierung in großen Kreisen?

Irrgastsuche auf Kvitsoy/ Norwegen

ErlentyrannEnde September, Anfang Oktober zieht es viele Vogelbegeisterte auf die einzige deutsche Hochseeinsel, Helgoland. Und es lohnt sich. Während einer Reise vom 8. bis 13. Oktober 2012 konnten einige bemerkenswerte Vögel gesichtet werden. An der südlichen Ecke von Helgoland, dem sogenannten “Kringel” wurde am 9. Oktober 2012, an der roten Sandsteinklippe ein Buschspötter (Hippolais caligata) gesehen. Am selben Tag wurde ein sibirisches Pallasschwarzkehlchen, (Saxicola maura), in der Nähe des Sportplatzes und ein Rosenstar (Pastor (Sturnus) roseus) wurde im Kurpark gesehen.

Doch auch andere Inseln in der Nordsee haben Seltenheiten zu bieten. Derjenige, der mal was anderes als die Irrgäste auf Helgoland sehen möchte und die Einsamkeit norwegischer Inseln liebt, sollte sich überlegen der Insel Kvitsøy einen Besuch abzustatten. Kvitsøy ist nur eine 15-minütige Fahrt (plus 40-minütige Fährübersetzung) von Stavanger, Norwegens viertgrößter Stadt entfernt und man ist Continue reading Irrgastsuche auf Kvitsoy/ Norwegen

Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Gelbbrauen-LaubsängerEin leise rufendes Gewusel in Hochstauden. Alljährlich findet ein ausgeprägter Zug von Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) statt. Es lohnt sich aber genauer hinzusehen. In den gemischten Trupps können sich nämlich kleine Vertreter der Phylloscopus-Laubsänger aufhalten. Einer davon, der Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus), stammt wie die später im Jahr ziehenden Goldhähnchen-Laubsänger (Phylloscopus proregulus) aus den Taigawälder zwischen der Insel Sachalin im Ochotskischen Meer, Petschora und Ural.

Beim Gelbbrauen-Laubsänger handelt es sich um einen typischen kleinen Laubsänger mit feinem, spitzem Schnabel und relativ kurzem Schwanz. Vom Aussehen her ähnelt dieser Phylloscopus-Laubsänger einem Goldhähnchen (am ehesten einem Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla)). Je nachdem wie er sich positioniert, wirkt er nicht zierlicher als der heimische Zilpzalp (Phylloscopus collybita), obwohl seine Körperlänge um acht Millimeter kürzer ist. Die Oberseite ist olivgrün mit etwas hellerem Bürzel und Oberschwanzdecken. Zwei deutliche, aber unterschiedlich intensiv ausgeprägte Flügelbinden, die von den hellen Säumen der Armdecken hervorgerufen wurden, sind meist das auffälligste Merkmal. Der Oberkopf ist dunkelgrün mit sehr schwach angedeutetem hellerem Scheitelstreif. Namensgebend ist Continue reading Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Tienschan-Laubsänger auf Greifswalder Oie/ Mecklenburg-Vorpommern

Tienshan-Laubsänger Nicht allzu lang nach der Meldung in ornitho.de bezüglich eines Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus) am Fahrlander See ist nun noch ein weiterer vagabundierender Vertreter der Gattung Phylloscopus in Deutschland aufgetaucht. Ein Tienshan-Laubsänger (Phylloscopus humei) wurde auf der Greifswalder Oie der nord-östlichen Insel Deutschlands in der Ostsee gesehen. Die Insel liegt nördlich von Usedom im nördlichen Vorpommern. Diese Beobachtung eines Tienschan-Laubsängers ist die erste Meldung für 2015. Dagegen hielt sich vom 1. bis zum 13. November 2014 auf Helgoland ein Tienschan-Laubsänger auf.

Wie bereits in dem Blog über den Gelbbrauen-Laubsänger bei Potsdam beschrieben, lohnt es sich im Herbst die ziehenden Trupps der Singvögel genauer abzusuchen. In gemischten Trupps können sich nämlich kleine Vertreter der Phylloscopus-Laubsänger aufhalten. Häufig wird der Tienschan-Laubsänger in demselben Trupp mit Meisen und Goldhähnchen (Regulus sp.) und Continue reading Tienschan-Laubsänger auf Greifswalder Oie/ Mecklenburg-Vorpommern

Gelbbrauen-Laubsänger am Fahrlander See/ Potsdam

Gelbbrauen-LaubsängerDas Laub der Weiden färbt sich langsam. Die anderen Bäume sind schon viel weiter und zeigen das leuchtende Rot des Herbstes. Ein wunderschönes Sonnenwetter herrscht an diesem kühlen Herbsttag mit einem leichten Ostwind. Eine Meldung in ornitho.de wies auf einen Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus) am Fahrlander See hin. Die Stelle ist sehr gut zu erreichen. Ein Plattenweg geht fast bis zum Ufer. Von da sind es nur ein Schritte bis zu der Location. Das war also kein großes Problem. Intensiv suchte ich die Fundstelle ab. Sie wies eine Mischung aus niedrigen Weiden, Röhricht und von Anglern niedergetrampelten Gras auf. Leider vergeblich. Schon den ganzen Morgen hatte Ornithologen nach dem Irrgast Ausschau gehalten. Am heutigen Tag war keine Meldung erfolgt. Sollte der Gelbbrauen-Laubsänger nach nur einem Tag schon wieder verschwunden sein?

Die Absuche des weiter westlich gelegenen Auenwaldgürtels des Fahrländer Sees erwies sich hinsichtlich eines Gelbbrauen-Laubsänger als unergiebig. Dafür war eine ausgeprägter Zug des Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) zu beobachten. Auch Meisen (Parus sp.) waren sehr gut vertreten. statt. Das Highlight war eine Waldschnepfe (Scolopax rusticola), die auf dem Trampfelpfad eine Verschnaufpause eingelegt hatte und bei Annäherung aufflog. Beim Auffliegen konnte sehr schön der rostfarbene Continue reading Gelbbrauen-Laubsänger am Fahrlander See/ Potsdam

Happy Island, der Hotspot für die Zugvogelbeobachtung an Chinas Süd-Ostküste

ErddrosselEs gab jetzt ein paar Nachfragen zu Happy Island, dem Hotspot für die Zugvogelbeobachtung an Chinas Süd-Ostküste. Dies nicht zuletzt auf dem Hintergrund des Blogs zu dem schönen Morgen an einem Spätherbsttag auf Happy Island bei dem ein männliches Rubinkehlchen (Calliope calliope) im Morgenlicht auf einem Dornstrauch fotografiert werden konnte. Wie bin ich auf Happy Island gekommen?

Über das Internet hatte ich damals den wohl besten Bird Guide für China, Jesper Hornskov, gefunden. Jesper sagt selber, daß die meisten Vogelbeobachter und Reiseunternehmen diese legendäre Insel vor der Küste der Provinz Hebei im Mai besuchen. Das ist die Zeit, wenn die Vögel singen und im Brutkleid sind. Die Zeit Oktober/ November ist aber auf jeden Fall eine ausgezeichnete Zeit, die Gegend zu besuchen. Jesper meinte, daß man auf Happy Island auch ohne einen Führer tadellos gut zu Recht kommen kann. Jesper hatte damals folgenden Reiseweg Continue reading Happy Island, der Hotspot für die Zugvogelbeobachtung an Chinas Süd-Ostküste

Booted Warbler and other vagrants on Helgoland

During a trip from October 08th till 13th 2012 to experience migrating birds on Helgoland several remarkable sighting could be noted. A Booted Warbler, Hippolais caligata, was seen at the red sandstone cliff at the southern corner of Helgoland, at the so-called “Kringel” on the 9th of October 2012. On the same day a Siberian Stonechat, Saxicola maura, was seen in the area near the sports field and a Rosy Starling, Pastor (Sturnus) roseus, was seen in the Kurpark. Further remarkable sightings on that day was a Barred Warbler, Turtle Dove, a Wryneck and the Yellow-browed Warbler.
Although the Booted Warbler thrilled the many birdwatchers already, that feeling could be even increased. On the following day, a strange thrush could be observed. Short ID-discussion revealed a Turdus atrogularis, a Black-throated Thrush, a recent split from the Dark-throated Thrush, Turdus ruficollis. The bird showed only for a few moments and disappeared for more than 2 hours. In the evening – just before dusk – it was seen briefly again. The lucky few were happy but the many frustrated birders who did not see it expected that the birds will leave in the night. This due to the fact, that a calm night with low wind was forecasted. It was a happy surprise, that on the following days until – at least – the 15th of October the the thrush showed up again – albeit with long times in between suddenly appearing on the steep slope just below a place called Falm on the so-called Oberland.

Thus an excellent bird sighting for Continue reading Booted Warbler and other vagrants on Helgoland