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Fahnennachtschwalbe: Männchen balzt in der Nacht

FahnennachtschwalbeAls die Abenddämmerung hereinbricht, ertönten leise aus der Savanne die schnurrenden Rufe der Afrika-Zwergohreule (Otus senegalensis). Die Dunkelheit bricht ein. Wir wollen den Tag mit einem der  unglaublichsten Vögel der Savanne beenden. Eine männliche Fahnennachtschwalbe (Caprimulgus longipennis) in vollem Brutkleid soll auf einem Gelände mit kargen Steinen inmitten der dicht bewachsenen Savanne seine Balzflüge über ihr Territorium durchführen. Männchen und Weibchen dieser Art versammeln sich nämlich an diesen Balzarenen (den sogenannten Leks) unmittelbar nach Einbruch der Dunkelheit auf freiem Stellen in der Savanne. Dabei treffen sich die Männchen sowohl am Boden als auch in der Luft. Sie laufen dabei manchmal in abrupten Bewegungsstößen aufeinander zu, bewegen sich aber auch im Kreis 1–8 m über dem Boden und stürzen sich manchmal im Tiefflug über einen anderen Vogel, der am Boden sitzt. Im Gegensatz dazu werden Weibchen von Männchen angebalzt, indem das Männchen vor der Landung mit leisen Klick-Geräuschen umherfliegt. Daraufhin landen die weiblichen Fahnennachtschwalben in der Nähe oder fliegen mit zitternden Flügelschlägen um die Männchen herum, während sie ebenfalls rufen.

Die Fahnennachtschwalbe wird nach ihren Standarten benannt. Hier sollte man sich darüber im Klaren sein, dass “Standarte” so etwas wie eine Flagge bedeutet. Die männliche Fahnennachtschwalbe hat extrem langgestreckte, zweitinnerste Continue reading Fahnennachtschwalbe: Männchen balzt in der Nacht

Der Forbesregenpfeifer in Ghana

ForbesregenpfeiferEs ist unglaublich heiß. Wenn man den klimatisierten Bus verläßt, wird man umgehend von extrem lästigen Bienen angegriffen. Wir sind auf der Suche nach dem im englischen Forbes’s Plover (Charadrius forbesi) genannten Forbesregenpfeifer.

Der Forbes’s Plover muß jetzt einfach mal gefunden werden. Wir fahren zu einem ebenen Gebiet mitten in der Trockensavanne Zentralafrikas, das wohl in der Regenzeit überschwemmt wird. Wie uns der Guide erklärte, sind diese Stellen dann in der Trockenzeit nicht bewachsen. Praktisch beim Erscheinen auf der Fläche können wir einen Forbesregenpfeifer ausmachen. Die Aufregung ist groß. Unsere Guides bedeuten uns, daß wir aus dem Bus heraus fotografieren sollen. Die Regenpfeifer würden sonst schnell das Weite suchen. Also stehen alle auf und reissen die Fenster auf bzw. ziehen sie mit Kraft zur Seite. Bei manchen bleibt es beim Versuch. Da sich die Fenster überlappen, ist ein offenes Fenster für den einen, ein doppelt geschlossenes Fenster für den anderen. Also müssen alle Reisenden nach einer Weile einsehen, praktisch aus nur wenigen Fensterausschnitten ihre Fotos schießen zu können. Die Forbesregenpfeifer stellen sich aber als recht genügsam heraus. Wir sehen mindestens 4 Exemplare, wobei nicht ganz klar ist, ob es sich um Paare handelt oder doch um Forbesregenpfeifer, die ihre Territorien verteidigen. Interessant ist jedenfalls, daß wir am Vortag das Gebiet bereits besucht hatten, und keinen einzigen Forbesregenpfeifer zu Gesicht bekamen. Auf einmal tauchen auch noch weitere Forbesregenpfeifer auf der anderen Seite des Busses akuf. Und als unser Guide dann noch deren Rufe abspielt, sind alle mehr als befriedigt. Unser Local Guide schießt sogar wieder Fotos mit den Handys derjenigen, die auf eine Spiegelreflex-Kamera verzichtet hatten. Auch ich bin mehr als zufrieden. Ich kann zwischenzeitlich sogar die Kameras am Canon EF 400mm 1:4 DO IS II USM wechseln. Super! Und das alles ohne das Auto zu verlassen Continue reading Der Forbesregenpfeifer in Ghana