Tag Archives: Erithacus rubecula

Auf die Kehle kommt es an: Braunkehlchen

BraunkehlchenVon den farbenfrohen, bunten Drosselvögeln gibt es in Deutschland vier verschiedene Arten. Die bekannteste ist wohl das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) mit leuchtend rot gefärbter Brust. Dieser meisterliche Sänger mit seinen klaren Strophen brütet vor allem in Gärten, unterholzreichen Wäldern und Parks. Im Winterhalbjahr sind sie neugierig und oft wenig scheu. Rotkehlchen sind beispielsweise auf Friedhöfen oder in Parks sehr leicht zu fotografieren, da sie hier an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt sind. Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) ist dagegen in einem ganz anderen Habitat zu Hause. Das männliche Braunkehlchen ist leicht an der bräunlichen Brust und Kehlregion sowie dem unverkennbaren hellen Streifen über dem Auge zu erkennen. Der Bestand dieser Art hat, wie bei vielen anderen Wiesenbrütern auch, stark abgenommen, da sein Lebensraum  – die Feuchtwiesen  – in zunehmendem Maße entwässert und intensiv bewirtschaftet wird. Neben dem Nahrungsangebot fehlen ihm häufig geeignete Singwarten, auf denen das Männchen sein Lied präsentiert, oder es startet von hieraus seinen auffälligen Balzflug.

Durch die vielen Insekten, die sich im Rapsfeld tummeln, werden die Braunkehlchen magisch von diesen gelb blühenden Feldern Continue reading Auf die Kehle kommt es an: Braunkehlchen

Rotkehl-Tapaculo im Pumalín Park/ Chile

RotkehltapaculoEin Dickicht aus Bambus, Farnen, Pilzen und Moos bietet im Inneren der patagonischen Wälder vielen Tieren Versteckmöglichkeiten. Der König der Wälder ist der Rotkehl-Tapaculo (Scelorchilus rubecula), ein kleiner Vogel mit einem kunstvollen und lauten Ruf, der typisch für die Regenwälder im Süden Chiles ist. Er lebt jedoch sehr versteckt und ist daher schwierig zu beobachten. Ich versuchte es einfach mal mit einem Tonband und dem stillen Sitzen im dichten Regenwald  in der Nähe des Tronador Campingplatzes. Der Campground nördlich von Caleta Gonzalo und 46 Kilometer nördlich von der kleinen Stadt Chaitén.

Kälte und Feuchtigkeit sind für die Entstehung der feucht-temperierten Regenwälder im Süden Chiles verantwortlich. Über Jahrmillionen waren die Wälder durch klimatische und geographische Bedingungen isoliert: das Bergmassiv der Anden im Osten, das trockene Klima im Norden und der Pazifische Ozean im Westen. Dadurch entwickelte sich in den Wäldern eine einzigartige Tier-und Pflanzenwelt. Der chilenische Regenwald erstreckt sich vom Fluß Maule bis an die äußerste Spitze des Landes nach Tierra del Fuego. Reist man die Strecke von Norden nach Süden, sinkt die jährliche Durchschnittstemperatur von 12 auf 5 Grad – dafür steigt die Niederschlagsmenge um das Dreifache. ln der Region um den Maule gehen die mediterranen Wälder allmählich in Continue reading Rotkehl-Tapaculo im Pumalín Park/ Chile

Weissbrauendrossel in der Westpaläarktis

WeißbrauendrosselDie Weißbrauendrossel (Turdus obscurus) ist sehr seltener Gast in Europa. Sie brüttet in der Taiga Sibiriens. In der einschlägigen Literatur findet man für Deutschland nur 12 Nachweise im 19. Jahrhundert und gar nur 4 Nachweise im 20. Jahrhundert bis 1979. Ein Fang im 19. Jahrhundert war zuerst fälschlich mit einer Rotdrossel (Turdus iliacus) – wahrscheinlich wegen des Überaugenstreifs – verwechselt worden. Eine der letzten Beobachtungen in Deutschland datiert vom Oktober 1994 von Helgoland. Nach einem Artikel der britischen Birder-Website www.birdguides.com war kurzzeitig Anfang November 2016 eine Weißbrauendrossel am Bolam Lake in Northumberland zu sehen. Die Drossel war wohl nur 2 Tage vor Ort. Trotzdem waren viele Twitcher aus ganz Europa (u.a. Schweden, Belgien, Frankreich und natürlich Großbritannien) vor Ort, um diesen Vogel aufzusuchen und teilweise auch tolle Fotos zu schiessen.

Der glückliche Finder war am Nachmittag mit dem Hund seiner Eltern unterwegs und wollte nur eine Schleife um den Park drehen Continue reading Weissbrauendrossel in der Westpaläarktis

Spring migration along the Baltic Sea coast

BuchfinkSunrise over the southern shore of the Baltic Sea. Grey dots swinging in the air reveal themselves as migrating songbirds. And there were masses of grey dots. One flock after another passed the steep cliff of the island of Usedom in the morning of eastern. A fresh wind blowing from the south obviously pushed the birds from their wintering grounds up to the north. At the southern coast of the Baltic Sea the birds realized the huge area of open water and preferred to stay on an eastern direction to reach their breeding territories.

Up to that the sunny, windy Sunday morning only the very first migrating songbirds as Goldcrest (Regulus regulus) and European Robin (Erithacus rubecula) could be found quite numerous in the bushes of the island of Usedom in north-eastern Germany. But following the wind from the south, masses of Common Wood-Pigeon (Columba palumbus) appeared over the canopy Continue reading Spring migration along the Baltic Sea coast

Frühlingsboten: Balzgesang bei Singvögeln

DorngrasmückeDie Vielfalt der Vogelstimmen ist geradezu überwältigend, denn jede Vogelart hat ihren eigenen, unverwechselbaren Gesang. Damit die Strophen auch möglichst weit hörbar sind, müssen sie zum einen laut genug sein, zum anderen sollten sie möglichst aus einer erhöhten Position vorgetragen werden. Vogelarten, die wie die Lerchen ursprünglich in baumlosen Steppenlandschaften beheimatet waren, tragen daher ihre Gesangsstrophen vorwiegend im Flug vor. Auch Baumpieper (Anthus trivialis), Girlitz (Serinus serinus), Birkenzeisig (Acanthis cabaret),  Vögel also, die in der offenen Kulturlandschaft leben, führen Balzflüge vor, während sie singen. Dies gilt auch für die Dorngrasmücke (Sylvia communis). Andere Grasmücken (Sylvia sp.) und auch die Braunkehlchen (Saxicola rubetra), die im dichten Buschwerk ihr Zuhause haben, veranstalten während der Balz von Zeit zu Zeit Luftspiele, um auch optisch auf sich aufmerksam zu machen.

Vögel, die im dichten Wald leben, wie Buchfinken (Fringilla coelebs), Gimpel (Pyrrhula pyrrhula) und Continue reading Frühlingsboten: Balzgesang bei Singvögeln

Malá Fatra: Vögel des Frühlings in der Slowakei

NachtigallEin Ausflug in die Malá Fatra ist immer ergiebig. Von Bratislava ist das Gebiet in knapp 2 Stunden erreicht. So machten wir uns im zeitigen Frühjahr auf und erkundeten zuerst die Tallagen des Gebiets und erklommen alsdann die Hänge, die teilweise mit altem Baumbestand bewachsen sind. Dieses Jahr hatten wir das Glück zu einem recht späten Zeitpunkt noch wandernde Kröten (Bufo bufo) zu sehen, während im Unterholz schon der Hohle Lerchensporn (Corydalis cava), auch Hohlknolliger Lerchensporn genannt, wuchs. Neben dem Hohlem Lerchensporn einem schönen Frühlingsblüher aus der Familie der Mohngewächse waren auch Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) und Bärlauch (Allium ursinum) zu finden. Der letzte Schnee des Winter war noch nicht lange getaut und der Frühling hatte gerade erst Einzug gehalten. Das hatte den Vorteil, daß das löcherige Kronendach der nur spärlich belaubten Bäume einen schönen Durchblick gewährte. Das machte es viel leichter, Vögel zu beobachten. Interessant war die Kombination von Schneeglöckchen im Unterholz des Waldes und singenden Halsbandschnäppern (Ficedula albicollis) oben in den Baumkronen. An den Bächen und kleinen Flüssen waren Wasseramseln (Cinclus cinclus) schon sehr Continue reading Malá Fatra: Vögel des Frühlings in der Slowakei

Gesang: Singvögel bei der Balz

BlaukehlchenGesang ist die wohl verbreitete Art der Partneranlockung unter Vögeln. Das Blaukehlchen (Luscinia svecica) des Fotos hatte sein Revier entlang eines Entwässerungskanals bezogen und schmetterte sein Lied in die frische, morgendliche
Frühlingsluft. Auch die Feldlerche als ganz früher Frühlingsbote ist ein bekannter – wenn auch zunehmend seltenerer – Sänger.

Im Gegensatz zu den Rufen, die beide Geschlechter hervorbringen und das ganze Jahr über zu hören sind, wird der Reviergesang meist nur von den Männchen zur Paarungszeit vorgetragen. Wenn mit dem beginnenden Frühjahr Continue reading Gesang: Singvögel bei der Balz

Mäusebussarde im Schnee am Köder

Common Buzzard in FlightIst es möglich Mäusebussarde (Buteo buteo) im Winter, am besten noch im Schnee, in guter Anzahl zu beobachten und zu fotografieren. Ist das möglich mitten im bevölkerungsreichen, Deutschland? Ja, das ist es!

Das Tal des Flusses “Leine” und die umliegenden waldbedeckten Höhen namens “Leinebergland” sind nicht direkt bekannt als die Hot Spots der Vogelbeobachtung in Deutschland. Aber im Winter wird die reizvolle Landschaft zwischen den Städten Hildesheim im Osten und Hameln im Westen von Vogelbeobachter und Vogelfotografen aufgesucht, um Bilder von Mäusebussarden und anderen Vögel an Winterfutterstellen zu machen.

Nachdem ich schon die Jahre vorher im Winter in Salzhemmendorf war (s. Blog auf englisch) wollte ich diesmal auf Einladung von Wolf-Dieter Peest einen weiteren Tag bei Schnee in einem seiner neuen Ansitze verbringen. Das stellte sich als sehr produktiv heraus – wie man in der Galerie sehen kann. Wolf-Dieter Wildlife bietet Workshops für die digitale Fotografie und Continue reading Mäusebussarde im Schnee am Köder

Spechte an der Winterfütterung

Great Spotted WoodpeckerVor ein paar Jahren schon war ich Gast bei einem professionellen Betreiber einer Winterfütterung für Greife. Tolle Aufnahmebedingungen, schöne Landschaft, super Vögel. Nur leider eine ganz Ecke von meinem Zuhause in der Eifel entfernt. „Das kann ich auch“, dachte ich. Es stellte sich dann doch als nicht so einfach heraus. Da gab es dann Probleme mit dem Landwirt, dem das Grundstück gehörte, dann mit dem Jagdpächter. Aber schließlich war es so weit. Ein großer Vorteil meines aus Holz und Teppichresten gezimmerten Ansitzes besteht darin, daß er sich zwar unmittelbar am Waldrand, andererseits aber nur etwa 200 m von meiner Wohnung entfernt befindet. Natürlich macht man sich beim Bau des Ansitzes und der Anlage des Futterplatzes so seine Gedanken über die zu erwartenden Gäste. Neben Meisen, verschiedenen Finken und Amseln war auch der Buntspecht (Picoides major) fest eingeplant. Diese bei uns häufigste Spechtart lebt ja nicht nur in Wäldern aller Art, sondern auch in städtischen Parkanlagen und in größeren Gärten. Schon nach kurzer Zeit zählte der Buntspecht zu den regelmäßigen Gästen vor der Winterhütte, aus der heraus ich in einem Abstand von 3,5 bis 7 m meine Aufnahmen machte. Meist kündigte er sich mit einem lauten „Kikk“ an, bevor er dann im wellenförmigen Flug angesaust kam. Das Lieblingsfutter meiner in den letzten Wintern beobachteten und fotografierten Buntspechte ist ein aus Rindertalg und Haferflocken hergestelltes Fettgemisch, das landläufig als Meisenknödel bekannt ist. Haselnüsse werden recht wenig beachtet, Walnüsse geliebt und Continue reading Spechte an der Winterfütterung

Woodpeckers at the winter feeder

Great Spotted Woodpecker

A few years ago, I was a guest at a commercial winter feeding site for raptors. Great shooting conditions, beautiful scenery, great birds. Unfortunatelly not quite around the corner of my home located in the Eifel. ” …this I can do that, too” ,I thought. But then it turned out to be not so easy. Since there had been problems with the farmer who owned the land, then the tenant hunter. But finally I succeeded. A great advantage of my hide, built from wood and carpet remnants is that although it is right along the edge of a forest, it is only about 200 meters from my house. Of course you are thinking about the expected guests already when you plan the construction of the hide and the feeding site in front of it. Besides chickadees, finches and blackbirds, the Great Spotted Woodpecker (Dendrocopos major) was “booked” in my plans. This is the most common woodpecker species in our landscape, not only in forests of all types, but also in urban parks and bigger gardens. And the plans turned right. After a short time this woodpecker counted to the regular guests in front of the winter hide, from which I made my shots in all distances, sometimes only 3.5 to 7 meters away. Most times he announced himself with a loud ” KiKiKiK ” before he came rushing in his undulating flight. The favorite food of the woodpeckers observed and photographed in recent winters is a product made from beef tallow and fat oatmeal mixture that is commonly known as bird seed. Hazelnuts cause very little attention, walnuts are beloved and Continue reading Woodpeckers at the winter feeder

Robin attack on Cuckoo´s head

The European Common Cuckoo, Cuculus canorus, has always been a miraculous bird. His loud and simple song and his arrival as a migrant in Europe signaling spring time made him one of the best-known birds in Europe. Quite recently his migration made the British Trust for Ornithology (BTO) track Cuckoos via attached satellite-tracking devices to find out more about their important stop-over sites and wintering destinations on the way to and from Africa. Very reknown – but not often seen – is the cuckoo´s notorious behavior to parasite other birds brood. Especially this attidude made him unique in the awareness also for people in Europe who are not claiming to be keen birdwatchers.
During a stay in the wild landscape of masuria in north-eastern Poland I witnessed the long-lasting fight between a female Common Cuckoo and a pair of Robins, Erithacus rubecula, over a nest inside Continue reading Robin attack on Cuckoo´s head