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Eleonorenfalken im Ägäischen Meer

EleonorenfalkeDie dunklen Falken im Ägäischen Meer gleiten durch die Luft und steigen auf in das Blau des ägäischen Frühlingshimmels, tauchen ab oder fliegen in pfeilschnellem Flug um Oliven- und Pinien-Wäldchen. Die Eleonorenfalken (Falco eleonorae) führen ein Schauspiel der Akrobatik vor. Eleonorenfalken sind die am wenigsten bekannte und auch vom Verhalten her sehr außergewöhnliche der zehn europäischen Falkenarten, die im April aus dem entfernten Madagaskar in ihre Brutgebiete im östlichen Ägäischen Meer zurückgekehrt sind. Häufig sind es nur kleine schmale Streifen felsiger, unbewohnter Inseln. Die Unzugänglichkeit der Inseln erhöhen die Wahrscheinlichkeit dort Eleonorenfalken beobachten zu können. Die Brutzeit der Eleonorenfalken beginnt erst zwei, drei Monate später, gegen Ende des Sommers. Neben den Eleonorenfalken gibt es auf den meisten Inseln auch kleine Brutkolonien von Rötelfalken(Falco naumanni), die große Insekten und Eidechsen von ihren Jagdgebieten eintragen. Auf dem schroffen Felsen sucht derweil ein Wanderfalke (Falco peregrinus) mit seinem scharfen Auge den südlichen Horizont nach afrikanischen Einwanderern oder nach seiner Lieblingsspeise, dem Chukarhuhn (Alectoris chukar), ab. Doch der Eleonorenfalke ist der Wappenvogel der Ägäis. Hier brüten drei Viertel des Weltbestandes im Spätsommer.

Diese hoch spezialisierten Falken leben häufig in unberührten und isolierten Lebensräumen der zahllosen Insel der Ägäis. Vor allem die kleinen Felseninseln der Dodekanes stellen ein Rückzugsgebiet nicht nur für Falken sondern auch für Schlangenadler (Circaetus gallicus), Habichtsadler (Aquila fasciata), Zwergadler (Hieraaetus pennatus) , Korallenmöwe (Ichthyaetus audouinii), Häherkuckuck Continue reading Eleonorenfalken im Ägäischen Meer

Türkische Riviera und Taurus-Gebirge: Naturkundlich-ornithologische Studienreise 2016 mit dem Brehm-Fonds

KappenammerSowohl kulturell als auch naturhistorisch ist die Türkei wie kein anderes Land durch den Übergang zwischen Okzident und Orient geprägt; hier treffen europäische Moderne und Jahrtausende alte Kulturgeschichte aufeinander. Der Erhaltungszustand antiker Ausgrabungsstätten ist bemerkenswert, wovon beispielsweise die Ruinen von Perge und Side zeugen; zugleich bilden sie Refugien für eine interessante Tier- und Pflanzenwelt. Die Südküste – auch Türkische Riviera genannt – erstreckt sich über eine Länge von mehr als 1000 km und umfasst mehrere Klimazonen und Vegetationsstufen von den submediterranen Küsten bis ins alpin geprägte Taurus-Gebirge. Die Vielfalt an Lebensräumen widerspiegelt sich eindrucksvoll in der Avifauna; mehr als 300 Vogelarten sind hier als Brutgäste oder Durchzügler nachgewiesen. Das milde Mittelmeerklima begünstigt auch die Existenz von Arten mit tropischem Verbreitungsschwerpunkt; so kommen hier u. a. Braunliest, Gelbsteißbülbül, Kappenammer, die Streifenprinie (in einer endemischen Unterart) und der fischfressende Wellenbrust-Uhu Continue reading Türkische Riviera und Taurus-Gebirge: Naturkundlich-ornithologische Studienreise 2016 mit dem Brehm-Fonds