Tag Archives: Dunkler Wasserläufer

Weissbürzel-Strandläufer am Gülper See

WeißbürzelstrandläuferDer anfangs als Bairdstrandläufer (Calidris bairdii)  bestimmte Weißbürzelstrandläufer (Calidris fuscicollis) vom Gülper See sollte am Samstag, den 22. Juli beobachtet werden. Schon um 7:00 war ich die 2 Stunden angereist und stellte den Wagen am Südostausgang des kleinen Dörfchens Prietzen am Südende des Gülper Sees ab. Einige Birder waren schon unterwegs. Am Samstagmorgen  hatte aber noch niemand den Vogel in der Havelaue gesehen.

Der Weißbürzelstrandläufer war seit Mittwoch, 19. Juli, locker mit Flußregenpfeifern (Charadrius dubius), Flußuferläufern (Actitis hypoleucos)  und einem Zwergstrandläufer (Calidris minuta) vergesellschaftet auf den Sandflächen am Uferrand des dicht mit Mauserfedern bedeckten Südufers gesichtet worden. Der Weißbürzelstrandläufer war  hauptsächlich auf Nahrungssuche mit wenig Ruhephasen zu sehen und anfangs stetig bis abends anwesend.

Das Südufer des Gülper Sees wird allerdings im Sommer von Tausenden rastenden Gänsen, ganz überwiegend Graugänsen (Anser anser), bevölkert. Über längere Zeiträume konnte der Weißbürzelstrandläufer zwischen den Graugänsen nicht Continue reading Weissbürzel-Strandläufer am Gülper See

Limikolen auf dem Zug im Fläming

BekassineNach starken Niederschlägen funkeln Wasserflächen in der intensiv landwirtschaftlich genutzte  Hügellandschaft des Niederen Flämings im Süden Brandenburgs. Diese temporären Flächen sind schon ab Juli ein Rastgebiet für eine erstaunliche Anzahl  von Watvögeln. Diese treten darüber hinaus in einer beachtlichen Arten-Diversität auf. Große Limikolenbestände, insbesondere die der Kiebitze (Vanellus vanellus), Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria) und Kampfläufer (Calidris pugnax) werden für den Landkreis Teltow-Fläming für die Nuthe-Nieplitz-Niederung und die Umgebung des Rangsdorfer Sees beschrieben. An diesen Plätzen in der weiträumigen Nuthe-Notte-Niederung – einer stark verzweigten Niederungslandschaft auf Moorböden oder nährstoffarmen Sandböden – rasten diese Zugvögel im Bereich flach überstauter Feuchtwiesen, schlammiger Uferzonen sowie auf kurzrasigen Grünland- und Ackerstandorten. In der Nuthe-Nieplitz-Niederung Continue reading Limikolen auf dem Zug im Fläming

Dunkler Wasserläufer in Schneegestöber

Dunkler WasserläuferEs ist kalt in Lappland noch Mitte Mai. Schnee liegt am Straßenrand. Dann verdicken sich die Wolken und leise, langsam rieselt der Schnee. Der Schneeregen nimmt an Kraft zu, er entwickelt sich zu einem veritablen Schneefall und steigert sich zu einem Schneegestöber. Wenig später ist sogar ein richtiger Schneesturm zu vermelden. Ein Moorschneehuhn (Lagopus lagopus) mit seinem schönen braunen Hals und der leuchtend roten Rose ist mal auf einer Bülte zu sehen. Leider fliegt es weg. Dafür fliegen 2 Limikolen vor dem dunkelgrauen Himmel. Es sind Bekassinen (Gallinago gallinago), wie ich erst anhand der Auswertung der Bilder sehe. Weiter geht es auf zusehends rutschig-verschneiter Straße. Da steht ein Paar Dunkler Wasserläufer (Tringa erythropus)auf Bülten in einem Sumpf am Straßenrand. Leider fliegen sie beim Anhalten des Wagens weg. Sie fliegen zu einem weiteren Sumpf. Davon gibt es ja hier genug. Eigentlich will ich nur anhalten um die Geräusche in der menschenleeren Landschaft zu hören. Bei praktisch nicht vorhandenem Continue reading Dunkler Wasserläufer in Schneegestöber

Wolgadelta im Mai – Erfahrungen von Zug- und Brutvögeln

Whiskered Tern flying over youngWeite ursprüngliche Auenwälder, überschwemmte Wiesen bis zum Horizont, Seeadler auf jedem Baum. Wo gibt es das – noch dazu in Europa? Dazu fährt man entweder ins Donaudelta oder noch viel weiter. Eine Gruppenreise führte in der ersten Hälfte des Monats Mai 1998 ins Wolgadelta südlich von Astrachan im südlichen Russland. Danach wurden die Hügel-Seen-Region und die Federgrassteppe westlich sowie die Halbwüste nordwestlich von Astrachan angesteuert.

Der Tagesablauf in Damtschik an den 4 Tagen sah so aus. Um 5:45 aufstehen, dann kurz balancierend auf Holzbohlen zum Frühstück. Nach dem Frühstück Continue reading Wolgadelta im Mai – Erfahrungen von Zug- und Brutvögeln

Keoladeo-Nationalpark, ein Paradies auch für westpaläarktische Vögel

Black Redstart maleKann man auch in Indien eine Geschäftsreise und Vogelbeobachtung verbinden? Das Land ist groß, die Entfernungen ebenfalls und das meiste an Business spielt sich in einem Ballungsraum – Neu Delhi – ab. Obwohl nach der indischen Volkszählung von 2011 angeblich in dem Gebiet Neu-Delhis nur knapp 250. 000 Menschen leben, sind es doch zumindest im Großraum Delhi mehrere Millionen. Natur muß da zurückstehen. In der Nähe befindet sich allerdings Keoladeo. Der ist laut wikipedia ein Nationalpark im indischen Bundesstaat Rajasthan. Er wird auch Bharatpur Bird Sanctuary oder Keoladeo Ghana Bird Sanctuary genannt. Der Nationalpark liegt etwa 50 km westlich von Agra bei der Stadt Bharatpur und kilometermäßig nicht allzu weit südlich der Stadt Neu Delhi, der Hauptstadt Indiens. Ein Geschäftstrip nach Neu Delhi gestattete noch ein paar Tage in einem Schutzgebiet. Ich entschied mich für das Keoladeo Ghana Bird Sanctuary.

Von Deutschland führte die Reise zuerst nach Neu Delhi. Ich übernachtete in der Stadt, hatte 4 anstrengende Tage in Geschäftsmeetings bei konstant laufender Klimaanlage in abgedunkelten Räumen und machte mich dann am Wochenende auf zu meinem wohlverdienten Relax-Ziel, dem Keoladeo-Nationalpark bei Bharatpur.

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Doch vor dem Vogelgenuß wird es erst noch mal anstrengend. Es sind zwar nur gut 200 km bis zum Keoladeo Ghana Bird Sanctuary. Aber die haben es in sich. Mindestens 3 Stunden – eher 4 Stunden – ist man auf staubigen, vollgestopften Landstraßen unterwegs. Dann ist man aber auch in Keoladeo, Indiens Paradies für Wasservögel. Er ist für Indien, was der Okawango für Botswana und die Everglades für Amerika bedeuten. Die örtliche Bevölkerung kennt Keoladeo als “Ghana”. In ihrer Sprache bedeutet dieses Wort “Wald” oder “Dickicht”. Keoladeo war ursprünglich das private Entenjagdrevier des Maharajas von Bharatpur. In der Sumpflandschaft überwintern viele Wasservögel aus Afghanistan, Turkmenistan, China und Sibirien. Angeblich über 364 Vogelarten. Die Stadt Bharatpur wurde früher regelmäßig während der Monsunzeit überschwemmt. Bei Deichbauarbeiten am sogenannten Ajan-Damm entstand dann durch das Abtragen des für den Dammbau verwendeten Erdreichs eine Mulde, die sich mit Wasser füllte und zum Keoladeo-See wurde. Um 1900 wurde der Keoladeo-See als Jagdrevier hergerichtet. Der flache See wurde mit Dämmen unterteilt. Mittels Schleusen ließ sich der Wasserstand auf dem gewünschten Niveau einstellen. Schießplätze, Verstecke und Wege wurden geschaffen. Keoladeo wurde zu einem der besten Entenjagdgebiete der Welt. Mit einer geänderten Einstellung zu Tieren und Jagd wurde aus dem Revier für die Entenjagd ein Schutzgebiet, das auch 1956 als solches eingerichtet wurde. Zum Nationalpark wurde der Park 1982 per Gesetz erklärt.

In der Zeit des Monsuns von Juli bis September ist überall Brutzeit in diesem ausgedehnten Sumpfgebiet. Bald gibt es allerorten die verschiedensten Jungvögel von Ibis und Storch, Reiher, Kormoran und Purpurhuhn zu sehen. Aber der berühmteste und sehnlichst erwartete Besucher des Keoladeo kommt erst, wenn der Winter ihn aus den nördlichen Regionen in südlichere Gefilde zwingt. Es handelt sich um den seltenen Nonnenkranich (Grus leucogeranus), auch Schneekranich genannt. Dessen Vorkommen bis auf wenige EinzeIexemplare zusammengeschrumpft. Ich habe ihn leider nicht mehr zu Gesicht bekommen, denn nur wenige Tage vor Continue reading Keoladeo-Nationalpark, ein Paradies auch für westpaläarktische Vögel

Spoon-billed Sandpipers and other waders in Thailand on wintering grounds

Spoonbill SandpiperThe Spoon-billed Sandpiper is one of the big megas in the birding space – not only for twitchers, but Thailand in general is an excellent birding destination.

During a trip to Thailand in January 2011 I was looking for wintering birds from the palearctic. The whole trip was a great success, seeing especially many waders which are rare in the western palearctic like Mongolian Plover (Charadrius mongolus), Greater Sand Plover (Charadrius leschenaultia), Great Knot (Calidris tenuirostris), Pintail Snipe (Gallinago stenura) and Terek Sandpiper (Xenus cinereus).

But many birders go for the Spoon-billed Sandpipers. For general directions and travel advice visit Nick Upton’s excellent website Thaibirding.com. At the known Spoon-billed Sandpiper site at Pak Thale I spend 3 days. This location is very reliable, with several individuals seen each day there, and up to 3 at once. For details of locations you can also check out these Google maps.  They show the  Spoon-billed Sandpiper distribution not only in Thailand.

At the first time there were Temminck’s Stint (Calidris temminckii) and surprisingly 3 Red-necked Phalarope (Phalaropus lobatus). I teamed up with a group of german birdwatchers. We also saw one individual Spoon-billed Sandpiper at a site which is called the “Derelict Building” –site in Nick Upton’s description. This site is closer (only 2 km) from a little town called Laem Pak Bia. Behind a dam, drive a dirt track passing a garbage dump and you will see the shallow saltpans already. There were masses of egrets, waders and gulls. So we quickly saw Black-winged Stilt (Himantopus himantopus), Pacific Golden-Plover (Pluvialis fulva), Common Greenshank (Tringa nebularia), Rufous-necked Stint (Calidris ruficollis), Long-toed Stint (Calidris subminuta), Curlew Sandpiper (Calidris ferruginea), Broad-billed Sandpiper, (Limicola falcinellus) and many flying Common and Whiskered Tern Common Tern (Sterna hirundo) and Whiskered Tern (Chlidonias hybridus). A nice selection of the birds occuring you will find here!

But the best place on finding Spoon-billed Sandpipers in Thailand is certainly at Continue reading Spoon-billed Sandpipers and other waders in Thailand on wintering grounds

Cranes on Happy Island, Chinas´s Helgoland, Part I

China’s Helgoland? Is there such a thing? Well, it depends on what you consider to be the specific characteristic of the “Shijiu Tuo Island” or “Bodhi Island” (in English simply “Happy Island”) mentioned island.

Shijiu Tuo Island or simple Happy Island, about 3 hours drive from the seaside resort of Beidaihe located on the Yellow Sea to the east, is at first appearance rather like one of the Northern Sea islands as Texel, Norderney or even Wangerooge. This applies both to the topography as well as the distance from the mainland. Happy Island is not an off-shore island. Therefore it only takes a small boat to bring passengers to the island – in about the same time what it takes to ship from Harlinger Siel to Wangerooge.

Beidaihe is located east of Beijing – about 300 km from the international airport.

The resort has been in the international media at the beginning of August 2012, as this year the Chinese leadership resided in this seaside town to a multi-week retreat to prepare for the upcoming change in power. Previously, the communist party retreats were held regularly in the summer in the nice place. Large parts of the state bureaucracy were carted in the hot months to Beidaihe with its convenient seaside climate. Security is of course very strict at that time but in October / November – the best time for bird migration observation – the resort is very quiet and not crowded. Perfect conditions to go for the beach or in the park adjacent to the Lotus Hills – the Lian Feng Mountain Park – to look after local and migrating birds. So far so good. But now more to Happy Island.

Happy Island at the widest point is only 1.5 kilometers wide and 3.5 kilometers long. Albeit this island offers an impressive diversity of habitats – as does Helgoland. There are grasslands, sandy beaches, small ponds, dense coastal scrub, sand dunes, shrimp ponds and – in the middle a collection of trees that could be almost called a small wood. The wood is picturesquely located right around a Buddhist temple.

The surrounding sea impresses the observer with wide mud flats at low tide. This is an excellent food area for migratory and native birds – such as our North Sea islands. Here waders as Oystercatchers (Haematopus ostralegus), Pacific Golden Plover (Pluvialis fulva), Mongolian Plover (Charadrius mongolus), Greater Sand Plover (Charadrius leschenaultii), Eurasian Curlew (Numenius arquata), Spotted Redshank (Tringa erythropus), Marsh Sandpiper (Tringa stagnatilis), Greenshank (Tringa nebularia), Green Sandpiper (Tringa ochropus) and Dunlin (Calidris alpina) can be seen. Rarities are Pectoral Sandpiper (Calidris melanotos) and finally Far Eastern Curlew (Numenius madagascariensis). One of the highlights is Nordmann’s Greenshank (Tringa guttifer), who is the almost annually observed. Unfortunately I draw a blank on that bird as I missed the Great Knot (Calidris tenuirostris), who is also a scarce passing migrant. A special feature is the observation opportunities for the otherwise very rare Saunders’s Gull (Larus saundersi) and Relict Gull (Larus relictus). Both could be photographed beautifully. So far, the impressive number of 408 species has been proven for the island, of which only 29 are valid as breeding species and 379 as migratory.

The Fall – from September to mid-November – is a very favorable season for bird watching Continue reading Cranes on Happy Island, Chinas´s Helgoland, Part I

Birds in autumn in the Comana Natural Park / Romania

Having seen a spectacular bird migration in the Macin Mountains and at the Black Sea Coast near Constanta we decided to look for birds on a different spot. Maybe not really an important migration hotspot but a wetland near the capital of Romania should be still good at the end of September.

An excellent choice. Arriving early at around 7:00h the activity of the birds were already high. The fog was still hovering over the open water dotted with sedge and reed. We stopped the car from the country road on a dam connecting the Comana village with it´s famous Comana Monastery to the neighboring villages.

Immediately we saw masses of ducks and egrets on the water. A short walk along the newly built concrete dam (thanks to aid from the European Community) gave excellent views on the wetland.

But the highlight, which drew our attention was a feeding Little Crake, Porzana parva. This time of the day was just right. We did manage to observe a single individual for almost 15 minutes – sometimes really close. But the next birds were already waiting for us. A Spotted Redshank, Tringa erythropus, was quite relaxed when we approached him carefully. Just a few meters more and we saw a young Common Nightingale, Luscinia megarhynchos, preening in the rays of the early morning sun. Beautiful images!

Another highlights were a Sedge Warbler, Acrocephalus schoenobaenus, feeding on a spider, picking him out of his net. A comrade of the Sedge Warbler was caught by a Eurasian Sparrowhawk, Accipiter nisus, in the meantime. This shows, that all is within the cycle of life.

The Comana Natural Park (Romanian: Parcul Natural Comana) is a protected area situated in the southern part of Romania, on the administrativ territory of Giurgiu County. The park is located at the Neajlov Delta and is just a 40-minute drive from downtown Bucharest. More information you will find here.

Other successful shootings you can see under: www.bird-lens.com.