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Als Vogelfotograf im Donaudelta

RosapelikanNur eine kleine Stechmücke leistet mir Gesellschaft. Vor mir sind nur die kehligen Kontaktrufe der Rosapelikane (Pelcanus crispus) direkt vor meinem dunklen Tarnzelt zu hören. Gerade mal die ersten Lichter der Morgendämmerung sind am Horizont zwischen Objektiv und Zeltluke zu sehen. In den unzugänglichen Schilfgebieten des Donaudeltas nisten die Rosapelikane in großen Kolonien und lassen sich dabei immer wieder in spektakulären Aktionen – u.a. auch Flugaufnahmen – ablichten. Sie bauen dort grobe Plattformen aus zusammengetragenen Zweigen, Röhricht und Schilf. Ihre Nester befinden sich in Europa ausschließlich am Boden, jedoch immer in Wassernähe. Meistens werden zwei kalkweiße Eier gelegt. Die Eltern wechseln sich beim Brüten ab. Während der Brutzeit müssen die Altvögel täglich zwischen zehn und fünfzig Kilometern zurücklegen, um genug Fisch für sich und die Jungen zu fangen.

Der frischgeschlüpfte Pelikan hat noch keine Federn, ist blind und hilflos. Anfangs tröpfeln die Eltern vorverdauten Fisch in den geöffneten Schnabel des Jungvogels. Nach einer Woche ist er kräftig genug, um sich die Nahrung aus dem Schlund der Eltern zu holen.

Ins Tarnversteck mußte ich mich begeben, um das interessante Brutverhalten der Rosapelikane fotografieren zu können. Dazu ist zuerst eine Genehmigung der Nationalparkverwaltung erforderlich. Mit dieser Genehmigung konnte ich am Rande der Kolonie in einem unwegsamen Schilfgebiet mit Hilfe Continue reading Als Vogelfotograf im Donaudelta

Kiskunsag Nationalpark im zeitigen Frühjahr

KampfläuferDer Winter hinterläßt ein grau-braunes Landschaftskleid. Im zeitigen Frühjahr werden jedoch große Bereiche der Niederung überflutet, und die ausgedehnten Flachwasserbereiche stellen ein Eldorado für durchziehende Wat- und Wasservögel dar. Hauptsächlich sind es Uferschnepfen (Limosa limosa), Kampfläufer (Calidris pugnax) und andere langbeinige Limikolen, die sich neben diversen Entenarten in riesigen Schwärmen einfinden. Mit Glück sieht man in den Randbereichen auch die seltene Sumpfohreulen (Asio flammeus) jagen, die in manchen Jahren in der Gegend brütet. Spätestens im Mai sind die meisten Flächen dann wieder ausgetrocknet, und nur in einigen Senken halten sich noch Gewässer. Aufgrund der starken Verdunstung entwickeln sich die meisten offenen Gewässer zu Sodaseen, an denen sich die an diesen anspruchsvollen Lebensraum angepaßte Vogelarten wie Stelzenläufer (Himantopus himantopus), Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) und Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) beobachten lassen. Auch Pflanzen, die man sonst nur von der Küste kennt, etwa den Queller oder die Strand-Aster, wachsen in großen Beständen. Jetzt ist auch die Zeit, um den eindringlichen, leisen Rufen der Turteltaube (Streptopelia turtur) zu lauschen. Mit ein wenig Geduld sind diese schön gefärbten, in Mitteleuropa aber Continue reading Kiskunsag Nationalpark im zeitigen Frühjahr

Blauracken (Coracias garrulus): Fotografie in der Brutzeit

BlaurackeBlauracken (Coracias garrulus) sind nicht nur wegen ihrer rasanten, ausgelassenen Balzflüge ein bevorzugtes Fotografierobjekt. Auch im Sitzen wirken sie mit ihrer ganzen Schönheit in tintenblau, violett, himmelblau und Grautönen sehr fotogen. Ein guter Platz für sitzende Blauracken ist die nähere Umgebung der Brutröhre, wo sich Blauracken gerne auf bevorzugten sitzwarten – gerne auch mit Nahrung im Schnabel – ablichten lassen.

Wenn die Eiablage beginnt, sollte man den unmittelbaren Brutstandort insbesondere aus Gründen des Artenschutzes meiden. An der Bruthöhle sind auch keine überragenden Aufnahmen möglich. Die Blauracke schlüpft während Brut- und Fütterungsphase schnell in die Continue reading Blauracken (Coracias garrulus): Fotografie in der Brutzeit

Blauracken in ihren Brutgebieten

BlaurackeWenn ab April die Blauracken (Coracias garrulus) ihre tollkühnen und ausgelassenen Balzflüge vollführen, zeigen sie laut „rackend” bei taumelnden Sturzflügen ihre ganze Schönheit. Das Tintenblau ihrer Schwingen (beim Sitzen nur ganz schwach erkennbar) raubt dem Betrachter förmlich den Atem. Es ist allerdings etwas schwer, sicher vorauszusagen, wann die Blauracken in ihren Brutgebieten zu finden sind. So treffen sie in Spanien im April ein, in Ungarn dagegen erst im Mai. In den nördlicheren Ländern wie Polen, wo die Blauracke in Auwäldern brütet, kann es noch später werden. Besonders schöne Ergebnisse kann man während der Paarbildung erzielten. Dann sind die Vögel lärmend, auffällig und verteidigen ihre Reviere gegen Rivalen, da sie oft in geringen Abständen voneinander brüten. In der Nähe der künftigen Bruthöhle kann man sie häufig allein oder als Paar auf beliebten Sitzwarten beobachten und aus dem Tarnzelt heraus fotografieren. Wichtig für den Fotografen ist, daß sich keine Leitungen im Revier der Blauracken befinden, ansonsten sitzen die Vögel mit großer Wahrscheinlichkeit darauf, was als Gegenlichtaufnahme gegen einen grauen Himmel fotografisch nicht allzu ergiebig ist. In der Gegend von Caceres in Spanien nisten die Blauracken in Nistkästen an Hochspannungsmasten. Der Beobachter wird sich darüber freuen, der Fotograf aber weiter nach „natürlicheren” Sitzwarten suchen.

Selbst mit guten Autofokus der neuesten Generation Continue reading Blauracken in ihren Brutgebieten

Blauracken-Fotografie

BlaurackeMit ihren strahlenden Farben ist die Blauracke ein außergewöhnlich attraktives Motiv für Vogelfotografen. Mit rauhen Rufen markieren die Blauracken ihre Brutreviere: „Rack-rack-rack”, ein rollendes raues Krächzen in den Baumkronen. Roller heißt die Blauracke (Garrulus coracias) daher auch in England.

Die Blauracke ist ein Vogel von exotischer Farbenpracht, mal türkis, mal tintenblau, von kräftiger, krähenartiger Statur, mit mächtigem, hakigen Schnabel und der oben beschriebenen charakteristischen rauhen Stimme.

Die Blauracke (Coracias garrulus) hat etwa die Größe eines Eichelhähers (Garrulus glandarius). Sie ist aber ein Vertreter der Racken und damit mit den Krähenvögeln nicht Continue reading Blauracken-Fotografie

Bienenfresser am Neusiedler See

BienenfresserEin südliches Flair geben die wunderschönen Vögel aus der Familie der Racken einer jeden Landschaft. Noch dazu ist der farbenprächtige Vogel ist ein wahrer Flugakrobat. Bienenfresser graben jedes Jahr neue Bruthöhlen in Löß- und sandige Lehmsteilwände. Hier lassen sich die Bienenfresser im späten Frühjahr und im Sommer am besten beobachten. Ein Muß für Continue reading Bienenfresser am Neusiedler See

Das Macingebirge: Brutvögel im National Park

TurteltaubeEs ist schon 2 Jahre her, daß im Anschluß an einen Ausflug in das Donaudelta auch das Landesinnere von Rumänien besucht wurde. Etwas süd-westlich des Donaudeltas – nur 1 Stunde Fahrt von der lokalen Hauptstadt, Tulcea, entfernt –  liegen die Macinberge mit ihren Granithügeln. Mit einer Höhe von max. 450 m NN sind die Macinberge nicht übertrieben  hoch. Dennoch zeigen sie eine eindrucksvolle Topographie. Die Berge des Macin gehören Continue reading Das Macingebirge: Brutvögel im National Park

Kuckuck, wo bist du? – Cuckoo, where are you?

Common Cuckoo in flightMigration time for the Common Cuckoo (Cuculus canorus). Hopefully, at this moment, a  Cuckoo namend “Prinzregent” has reached tropical Africa already. For this endavour, the young Cuckoo has flown nearly 8,000 arduous kilometers. But where is he now. When he will return back in spring?

Answers to these questions are now monitored by a project of the “Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V” (Bavarian society for the protection of birds) (LBV). The LBV-action “Cuckoo, where are you?” is now online. The Internet site www.lbv.de/ cuckoo , can be used to follow live the route of “Princeregent” and 13 other cuckoos. For this purpose, the animals were fitted with satellite transmitters.

About  the resting areas and the routes of Cuckoos breeding in Germany, and about her life in Africa, little is known. Migration routes and wintering areas of the cuckoo are largely unknown. To change this the LBV will pursue a groundbreaking, international project between 2013 to 2015. Together with partner societies several cuckoos are equipped in Middle and Eastern Europe with high-tech mini-satellite transmitters. Thus, migration routes and wintering areas can be explored. 15 cuckoos for example were equipped with these devices in the Danube Valley near Regensburg in Bavaria.

This project certainly provides exciting new data on migratory behavior and biology of the cuckoo.

Why such an expensive project? The cuckoo is in Germany on the Red List, as its population has fallen in the last 20 years by Continue reading Kuckuck, wo bist du? – Cuckoo, where are you?