Tag Archives: Dohle

Schwarzspecht an Baumhöhle

SchwarzspechtEin durchdringender, hoher Ruf schallt aus dem dichten Erlenwald. Eine Weile tut sich nichts. Dann ist kräftiger Schwingenschlag zu hören. unzweifelhaft ist etwas Größeres im Anflug. Plötzlich klammert sich ein Schwarzspecht (Dryocopus martius) unterhalb eines ovalen Lochs in einer Pappel  an den Baumstamm. Der Schwarzspecht  ist etwa so groß wie eine Krähe und damit der größte europäische Specht – und einer der größten Spechte weltweit. Er ist gut an seinem schwarzen Gefieder mit einem roten Fleck am Scheitel zu erkennen. Er fehlt in Europa nur in Irland, Spanien, Italien, den Britischen Inseln und in waldarmen Gebieten. Er ist in ganz Deutschland mit nur wenigen Lücken verbreitet.

Der Schwarzspecht brütet in Wälder, größeren Feldgehölzen und in Parkanlagen mit einem Anteil von Totholz. Optimal sind Buchen- oder Eichen-Kiefernmischwälder. Seine Höhlen baut er in Baumstämmen, die einen Durchmesser von ca. 40 cm in der Höhe der Höhle aufweisen. Buchen werden als Höhlenbaum zwar bevorzugt, aber im richtigen Umfeld ist er auch in anderen Brutbäumen mit glattrindigen, astfreien Stämmen zu finden. Er ernährt sich von Insekten, hauptsächlich von Ameisen. Im Sommer Continue reading Schwarzspecht an Baumhöhle

Krähenscharben an Bulgariens Steilküsten

KrähenscharbeEine wunderschöne, naturnahe Steilküste im zeitigen Frühjahr im Nordwesten von Bulgarien. Hier ist auch die Heimal der Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis desmarestii).  Die  hier auftretende Subspezies desmarestii kommt nur im Mittelmeer und am Schwarzen Meer vor und wird im Englischen als Mediterranean Shag bezeichnet.

Krähenscharben weisen die gleiche dunkle, leicht violett glänzende Fäbrung auf, wie ihre nördlichen Kollegen der Nominatform Phalacrocorax aristotelis aristotelis. Der auf dem Foto des Blogs erkennbare aufgestellte Büschel wird durch Kopffedern hervorgerufen, die während der Brutzeit im späten Winter besonders zur Schau gestellt werden.

Während der winterlichen Brutzeit bilden Krähenscharben nicht zu dichte Kolonien und nisten in Felsspalten, Felsbändern, Höhlungen innerhalb der Kreideklippen oder zwischen Continue reading Krähenscharben an Bulgariens Steilküsten

Soemmerringii- Dohle in Bulgarien?

DohleEigentlich war ich Ende Februar in Nordbulgarien auf der Suche nach der Rothalsgans (Branta ruficollis). Die angenehmen, warmen und wechselhaften Temperaturen hatten die meisten Rothalsgänse aber schon Anfang Feburar – kurz nach der Jagdsaison – wieder gen Norden getrieben. Trotzdem wollte ich mir Bulgarien im Vorfrühling nicht entgehen lassen. Es hat sich trotzdem gelohnt. Vor allem  die aus Kreidefelsen bestehenden, naturnahen Steilküsten  boten die Grundlage für manch schöne Beobachtung. Jetzt im zeitigen Frühjahr gibt es noch einige Wintergäste wie die Raubwürger (Lanius excubitor), die teils auch mit ihren östlichen (ssp. Homeyeri) Verwandten auftreten oder auch Dohlen der östlichen Unterarten. Corvus monedula soemmerringii tritt vom östlichen Europe über den Iran bis in das nordwestliche Indien auf.

Die Kreidefelsen waren jetzt im zeitigen Frühjahr auch die Heimal der Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis desmarestii). DohleHäufig kam die hier auftretende Subspezies desmarestii zusammen mit den Dohlen auf den gleichen Felsen vor.

Das Thema der Identifikation der Dohle der Subspezies soemmerringii, die im Deutschen auch Halsbanddohle genannt wird, ist weiterhin heiß diskutiert. Die Dohle (Corvus monedula soemmerringii) wird nur vereinzelt Continue reading Soemmerringii- Dohle in Bulgarien?

Halsbanddohlen in Ostdeutschland

Dohle
copyright: A. Stoehr

Das Thema der Identifikation der Dohle der Subspezies soemmerringii, die im Deutschen auch Halsbanddohle genannt wird, ist weiterhin heiß diskutiert. Die Dohle (Corvus monedula soemmerringii) wird nur vereinzelt in den einschlägigen Foren gemeldet. So gab es in 2014 in ornitho.de zwar einige Meldungen aus dem Norden und Osten des Landes. Diese wurden aber häufig bezweifelt.

Während eines Besuchs des Havellands bei der Ortschaft Mötzow in der sogenannten Beetzseeheide im Landkreis Potsdam-Mittelmark waren damals Beobachtungen von Halsbanddohle in Trupps mit Saatkrähen (Corvus frugilegus) und einigen Nebelkrähen (Corvus cornix) gemacht worden, die dem Administrator von bird-lens.com einen eigenen Blog wert war. Hierzu nun eine ausführliche Kommentierung von A. Stöhr.

Wie auch Alessandro Kormannshaus bin auch ich der Meinung, dass es sich nicht um eine Halsbanddohle handelt. Ich wohne seit August 2014 in der Uckermark und habe bereits mehrere solcher Vögel gesehen.

Dort sehe ich auch immer wieder Dohlen, deren Kontrast zwischen hellem Nacken und Unterseite mich auf den ersten Blick an eine Nebelkrähe erinnert. Das war mir so extrem aus Süddeutschland und Schleswig-Holstein nicht bekannt. Dieser “Nebelkrähenvergleich” steht auch so im Artikel von Offereins, allerdings als Kennzeichen der Unterart monedula gegenüber unserer Unterart spermologus. Wobei der Nacken bei soemeringii noch heller sein soll.

Was bedeutet das jetzt? Ich weiß es nicht: habe ich bisher noch keine “echten” monedulas gesehen, oder ist ein deutlicher Kontrast zwischen schwärzlichem Gefieder und Continue reading Halsbanddohlen in Ostdeutschland