Tag Archives: Clamator glandarius

Eleonorenfalken im Ägäischen Meer

EleonorenfalkeDie dunklen Falken im Ägäischen Meer gleiten durch die Luft und steigen auf in das Blau des ägäischen Frühlingshimmels, tauchen ab oder fliegen in pfeilschnellem Flug um Oliven- und Pinien-Wäldchen. Die Eleonorenfalken (Falco eleonorae) führen ein Schauspiel der Akrobatik vor. Eleonorenfalken sind die am wenigsten bekannte und auch vom Verhalten her sehr außergewöhnliche der zehn europäischen Falkenarten, die im April aus dem entfernten Madagaskar in ihre Brutgebiete im östlichen Ägäischen Meer zurückgekehrt sind. Häufig sind es nur kleine schmale Streifen felsiger, unbewohnter Inseln. Die Unzugänglichkeit der Inseln erhöhen die Wahrscheinlichkeit dort Eleonorenfalken beobachten zu können. Die Brutzeit der Eleonorenfalken beginnt erst zwei, drei Monate später, gegen Ende des Sommers. Neben den Eleonorenfalken gibt es auf den meisten Inseln auch kleine Brutkolonien von Rötelfalken(Falco naumanni), die große Insekten und Eidechsen von ihren Jagdgebieten eintragen. Auf dem schroffen Felsen sucht derweil ein Wanderfalke (Falco peregrinus) mit seinem scharfen Auge den südlichen Horizont nach afrikanischen Einwanderern oder nach seiner Lieblingsspeise, dem Chukarhuhn (Alectoris chukar), ab. Doch der Eleonorenfalke ist der Wappenvogel der Ägäis. Hier brüten drei Viertel des Weltbestandes im Spätsommer.

Diese hoch spezialisierten Falken leben häufig in unberührten und isolierten Lebensräumen der zahllosen Insel der Ägäis. Vor allem die kleinen Felseninseln der Dodekanes stellen ein Rückzugsgebiet nicht nur für Falken sondern auch für Schlangenadler (Circaetus gallicus), Habichtsadler (Aquila fasciata), Zwergadler (Hieraaetus pennatus) , Korallenmöwe (Ichthyaetus audouinii), Häherkuckuck Continue reading Eleonorenfalken im Ägäischen Meer

Vögel der Steppen Valencias

GänsegeierEin Flug nach Spanien ist immer mal für eine Woche drin. Die spanische Provinz Valencia wurde daher im Sommer aufgesucht, in der Hoffnung, etwas zu entspannen und ein Gefühl für die Vogelfreuden eines Landes zu bekommen, das normalerweise im Mainstream-Tourismus versinkt. Als gewöhnlicher Besucher der bekannteren Vogelbeobachtungsdestination von Andalusien hatte ich nicht zu viel erwartet, aber war angenehm überrascht von der Anzahl und Vielfalt der dort heimischen Vogelbewohner – und zwar praktisch von dem Moment an, als ich aus dem Flugzeug stieg. Eines Tages machte ich mich auf den Weg in den Steppenlebensraum außerhalb von Castilla de la Mancha. Dieses Gebiet ist mit einer unglaublichen Vielfalt an Lebensräumen und ausgezeichneten Gebieten zur Vogelbeobachtung gesegnet.

Ein Halt auf dem winzigen Friedhof von Bonete auf dem Weg in die Castilla de la Mancha bedeutete, dass wir einen kleinen See und ein paar Bäume entdecken konnten. Dabei sahen wir sehr schön Schmutzgeier (Neophron pernocterus), den Maurensteinschmätzer (Oenanthe hispanica), die Reiherente (Aythya fuligula), eine einsame Kolbenente (Netta rufina). Ein echtes Highlight war das gelb- Continue reading Vögel der Steppen Valencias

Overshoots im Frühjahrszug auf den britischen Inseln

GartenrotschwanzEs lohnt sich immer wieder, mal über den Tellerrand des unmittelbaren Orni-Umfelds zu schauen. So konnten auch die Birder auf der Insel im Westen des Kontinents das erste Wochenende im April als Frühling mit angenehmen Temperaturen, einem leichten Windchen und in der Regel Sonnenschein willkommen heißen. Mit den frühlingshaften Temperaturen war auch auf den britischen Inseln ein deutlicher Schub von sommerlichen Migranten verbunden: Ringdrosseln (Turdus torquatus) wurden verstärkt an ihren traditionellen Rastplätzen angetroffen; es gab einen bemerkenswerten Einflug von Gartenrotschwänzen (Phoenicurus phoenicurus) (weitgehend Männchen) und auch andere Zugvögel wie Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca), Feldschwirl (Locustella naevia), Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) und Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus)  waren erstmals in diesem Jahr zu bewundern.

Mit dem zunehmenden Vogelzug aus südlichen Gefilden wuchs natürlich auch die Vorfreude auf die Vögel, die von den Briten „overshoots” genannt warden. Dies sind Zugvögel, die in dieser Zeit ihr eigentliches Verbreitungsgebiet nach Norden überschreiten und in Großbritannien und Irland in den kommenden Wochen nur sporadisch wahrgenommen werden und sich dann in ihre südlichen Brutgebiete zurückziehen. Hier konnten u.a. schon die ersten Beobachtung mit einem Rotkopfwürger (Lanius senator) bei der Windmill Farm, Cornwall gemacht werden. Schon fast „fest-gebucht“ zu diesem Zeitpunkt ist der Continue reading Overshoots im Frühjahrszug auf den britischen Inseln

Spring migration and birds of prey in Extremadura – April 2013

In spring 2013, there will be an ornithological study tour to the region of Extremadura, southwesternSpain. It includes the provinces ofBadajozand Cáceres east of the border withPortugal, and is not only famous for the best-preserved medieval monuments inSpainbut among nature lovers for its unique combination of oak woodlands, grasslands, agricultural landscapes, lakes and rocky regions. Accordingly, the avifauna is highly diverse (about 340 spp.), with many species having their distribution centers for the Iberian Peninsula and southwestern Europe in that region. The spectrum ranges from common birds like the Lesser Kestrel, Azure-winged Magpie and Thekla Lark to outspoken rarities, such as White-headed Duck, Little and Great Bustard, Pin-tailed Sandgrouse, Black-shouldered (or Black-winged) Kite, (European) Roller and Great Spotted Cuckoo – species which are only distributed here and/or are already gone at most other places in Europe. The list of remarkable sightings is growing continuously; in spring of 2012, for the first time Lesser Crested Tern and Little Swift were recorded for the Extremadura.
A highlight of the tour will be a visit to the Monfragüe National Park north of Trujillo, which has been established

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Frühjahrszug und Greifvögel in der Extremadura – April 2013, Reise des Brehm-Fonds

 Im Frühjahr 2013 wird vom Brehm-Fonds für internationalen Vogelschutz e.V. eine ornithologische Studienreise in die im Südwesten Spaniens gelegene Region Extremadura geführt. Sie umfasst die Provinzen Badajoz und Cáceres östlich der Grenze zu Portugal und ist nicht nur berühmt für die am besten erhaltenen mittelalterlichen Denkmäler in Spanien, sondern unter Naturliebhabern auch für ihre einzigartige Kombination von Eichenwäldern, Steppen, Agrarlandschaften, Seen und Felsregionen. Entsprechend artenreich (ca. 340 spp.) gestaltet sich die Vogelwelt; viele Vertreter haben hier ihre Verbreitungszentren für die Iberische Halbinsel bzw. Südwesteuropa. Das Spektrum reicht von beinahe alltäglichen Arten wie Rötelfalke, Blauelster und Kalanderlerche bis hin zu ausgesprochenen Raritäten wie Weißkopf-Ruderente, Zwerg- und Großtrappe, Spießflughuhn, Gleitaar, Blauracke und Häherkuckuck – Arten, die in Europa entweder nur hier vorkommen oder an den meisten anderen Orten bereits verschwunden sind. Die Liste bemerkenswerter Nachweise wächst beständig; erst im Frühjahr 2012 wurden erstmals Rüppellseeschwalbe und Haussegler nachgewiesen.

Ein Höhepunkt der Tour wird der Besuch des erst seit 2007 bestehenden Nationalparks Monfragüe nördlich von Trujillo Continue reading Frühjahrszug und Greifvögel in der Extremadura – April 2013, Reise des Brehm-Fonds