Tag Archives: Charadrius hiaticula

Nachlese: der Herbst 2017 auf Corvo/ Azoren

SeidenreiherIn einem Artikel über Birding in Corvo  in bird-guides.com beschreibt David Monticelli das Jahr 2017 auf Corvo als wahrhaft ein Mega-Jahr.

Corvo hat sich im Western Palearctic (WP) –Ranking sowieso einen erstaunlichen Ruf erworben. Vor allem im Herbst sind dort immer wieder nearktische Raritäten zu erwarten. Die Liste der registrierten Arten der Neuen Welt wächst von Jahr zu Jahr und erreichte Anfang November 2017 105. Wie zu erwarten ist, steigt natürlich auch die Zahl der Vogelbeobachter

Während sich eine gewisse Beharrlichkeit der Besuche auf lange Sicht sicher auszahlt, ist der Aufenthalt im Herbst am „Ende der Welt“ auch vom Landschafterlebnis und dem Gefühl zusammen mit anderen Birdern Raritäten zu finden, besonders.

Bisher hat sich noch jeder Herbst in Bezug auf die Anzahl und die Qualität der beobachteten Arten deutlich von anderen Jahren unterschieden. Manche Jahre sind aber besonders durch anhaltende nearktische Ankünfte auf der Insel während des gesamten Oktobers gekennzeichnet. Eine gewisse – wenn auch nicht systematische – Korrelation scheint mit überdurchschnittlichen zyklonalen Aktivitäten im Nordatlantik an den vorangegangenen Tagen zusammen zu hängen. Das war besonders für die Jahre 2012 und 2015 so. Für 2017 galt das ganz besonders. Continue reading Nachlese: der Herbst 2017 auf Corvo/ Azoren

Alpenstrandläufer auf St. Lawrence

AlpenstrandläuferEine der äußersten Zipfel Alaskas liegt direkt vor der Steilküste Kamtschatka. Hier verläuft die Tagesgrenze. Nirgendwo ist es möglich, den Tag später zu beginnen als hieran der Nordwestspitze der Insel St. Lawrence. Sowohl Seevögel wie auch vor allem die Limikolen sind hier sehr gut auf ihrem nordpazifischen Lebensraum zu beobachten. Eine schöne Abwechslung für einen westpaläarktischen Beobachter. Verwandte heimische Arten oder bisher unbekannte Unterarten können hier gut vergleichen werden. Gerade der Vergleich der Schwesterarten Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula) und Weißstirnregenpfeifer (Charadrius semipalmatus) sowie Beringstrandläufer (Calidris ptilocnemis) und Alpenstrandläufer (Calidris alpina) sind hier sehr gut auf ihrem Frühjahrszug zu beobachten.

Aber auch die Möglichkeiten Beringstrandläufer, Alpenstrandläufer und Bergstrandläufer (Calidris mauri) im Prachtkleid oder die Odinshühnchen (Phalaropus lobatus) direkt von der Schotterstraße in einem Pond bei Balzaktivitäten zu bewundern, sind hervorragend. Continue reading Alpenstrandläufer auf St. Lawrence

Die winterliche Niederung der Unteren Havel

SingschwanDie Niederung der Unteren Havel ist eine der letzten naturnahen Flußauen in Deutschland. Zwischen dem brandenburgischen Rathenow und Havelberg in Sachsen-Anhalt mäandriert die langsam fließende Havel durch eine ausgedehnte Wiesenlandschaft des Naturparks Westhavelland, der über 700 vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet. Viele der Gebiete sind Naturschutzgebiete und weisen eine geringe Nutzungsintensität der Wiesen und Feldern auf. Die Abgelegenheit der Landschaft, die inmitten eines gering besiedelten Gebietes liegt, sorgt für die nötige Störungsfreiheit einiger seltener Arten wie dem Seeadler (Haliaeetus albicilla). Eine lockere und abwechslungsreiche Vegetationsstruktur sorgt dafür, dass nicht nur Beutegreifer viele unterschiedliche Futter- und Rastflächen finden. Auch für andere Vogelarten offener Feldflur, feuchter Wiesen und naturnaher Gewässer sind die Wiesen, Wasserflächen, Äcker und Feldern ein hochwillkommenes Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet.

Auenwälder, offene Wasserflächen und ausgedehnte Feuchtwiesen prägen die Niederung der Unteren Havel. Ein Lebensraum, der in den frühen Morgenstunden am stimmungsvollsten ist. Wenn im Spätsommer und Herbst die Sonne im Morgengrauen die Feuchtigkeit aus den Wiesen und Bruchwäldern treibt, kann man in den nebligen Havelauen oft ein prachtvolles Lichtspiel erleben. Dichte Nebelschwaden steigen aus den Langgraswiesen auf, und das Morgenlicht taucht die Natur in immer neue Farben. Die Continue reading Die winterliche Niederung der Unteren Havel

Limikolen auf St. Lawrence

Rotkehl-StrandläuferVor einem die Steilküste Kamtschatka, der Halbinsel im ostasiatischen Teil Russlands hinter einem baumfreie, Tundra-bedeckte Hügel. Für den Zugvogelzug ist die Nordwestspitze der Insel St. Lawrence eine der besten Stellen weltweit. Neben Seevögeln sind es vor allem die Limikolen, die einem westpaläarktischen Beobachter, die Abwechslung nahe verwandter heimischer Arten oder bisher unbekannter Unterarten möglich machen. Gerade der Vergleich der Schwesterarten Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula) und Weißstirnregenpfeifer (Charadrius semipalmatus) sowie Beringstrandläufer (Calidris ptilocnemis) und Alpenstrandläufer (Calidris alpina) sind hier sehr gut möglich.

Dann kommen die tollen Möglichkeiten für Vagrants wie Rotkehl-Strandläufer (Calidris ruficollis), Terekwasserläufer (Xenus cinereus), Grünschenkel (Tringa nebularia), Bruchwasserläufer (Tringa glareola) oder gar Spießbekassine (Gallinago stenura) dazu. Die meisten Limikolen rasten teils nur kurz um den Ort Gambell auf den ausgedehnten Schotterterrassen zwischen Continue reading Limikolen auf St. Lawrence

Pintail Snipe on a remote US-Island in the northern Pacific/ Alaska

SpiessbekassineGambell, a small village on the north-western tip of the remote St. Lawrence Island is an outstanding outpost not only for North American Birders. A short trip with only a few days with High Lonesome yielded all sorts of good birds, both Asian and North American origin.

During a 6-day trip guided by the tour operator High Lonesome a group of mainly US-birders was amazed by the impressive but regular bird migration along the shore of the island to the Bering Sea further north. An almost as important feature was the possibility to catch-up with maybe the best vagrants sightings of the spring 2016.

There had been some very good Asian species this spring. Far outstanding was the Pintail Snipe (Gallinago stenura), which was finally only identified by checking the images shot and discussing sighting and sound impressions in the group. First reviews from experts for ID-confirmations turned out to be positive.

The snipe was flushed at close distance in the so-called Far Boneyard, flew low and a very short distance on first flush and then flew farther and higher on second flush, always from dry ground, although bird flew high it circled back around, we were not able to flush it a third time the bird called once, not particularly sharp like Common/Wilson’s but also not particularly wheezy (fairly short and quiet call). The images of the bird show a coloration very Continue reading Pintail Snipe on a remote US-Island in the northern Pacific/ Alaska

Die winterliche Niederung der Unteren Havel

SingschwanNebel steigt aus den Flußauen, die Stille wird durchbrochen nur hier und da von den cru-cru-Rufen der Kraniche. Singschwäne (Cygnus cygnus) grasen die überschwemmten Wiesen ab, schütteln sich im Gegenlicht die Wassertropfen vom Schnabel. Wenig später dann die typischen leicht qäkenden Flugrufe von Gänsen. Wenn im Spätwinter und Vorfrühling die Sonne im Morgengrauen die Feuchtigkeit aus den Wiesen und Bruchwäldern treibt, kann man in den nebligen Havelauen oft ein prachtvolles Lichtspiel erleben. Dichte Nebelschwaden steigen aus den Langgraswiesen auf, und das Morgenlicht taucht die Natur in immer neue Farben. Auenwälder, offene Wasserflächen und ausgedehnte Feuchtwiesen prägen die Niederung der Unteren Havel. Ein Lebensraum, der in den frühen Morgenstunden am stimmungsvollsten ist.

Die Niederung der Unteren Havel ist eine der letzten naturnahen Flußauen in Deutschland. Zwischen dem brandenburgischen Rathenow und Havelberg in Sachsen-Anhalt mäandriert die langsam fließende Havel durch eine ausgedehnte Wiesenlandschaft des Naturparks Westhavelland, der über 700 vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum Continue reading Die winterliche Niederung der Unteren Havel

Atlantischer Frühling auf Gran Canaria: Impressionen von der Frühjahrs-Studienreise 2015

LöfflerVom 22. April bis 4. Mai 2015 waren ornithologisch interessierte und naturbegeisterte Förderer und Freunde des Museum Koenig auf den Spuren atlantischer Artenvielfalt unterwegs. Ziel dieser Gemeinschaftsexkursion der AKG und des Brehm Fonds für Internationalen Vogelschutz war Gran Canaria, eine sonnenverwöhnte Insel der Kanaren. Insgesamt neun Personen hatten sich angemeldet, um unter der Leitung des bewährten Reiseführers und profunden Kenners der Kanaren, Dr. André Weller, bei traumhaftem Wetter eine Vielzahl von Lebensräumen mit zahlreichen seltenen bzw. endemischen Tier- und Pflanzenarten kennen zu lernen. Die Insel umfasst trocken-heiße Lebensräume wie die im Süden gelegenen Dünen von Playa del Ingles sowie die südlichen und zentralen Barrancos, aber auch feuchtere Lebensräume wie die Lagune von Maspalomas, die spektakulären Küstenfelsen von Anden Verde bis hin zu den Lorbeerwäldern im Norden. Auf einer Gesamtfläche von nur 1560 km2 bietet die annähernd kreisförmige Insel nicht nur Sonnenanbetern aus dem kältegeplagten, häufig verregneten Mitteleuropa Erholung und Entspannung, sondern wird ebenso gern von den zahlreichen Natur- und Wanderfreunden unter den jährlich immerhin ca. 4 Mio. Touristen frequentiert. Angesichts von nicht weniger als 14 Mikroklimazonen und einer Gesamthöhe von bis zu 1.950 m üNN (Pico Nieves) wird die Insel nicht zu Unrecht auch als Miniaturkontinent bezeichnet.

Bereits der relativ trockene Süden hat für naturkundlich interessierte Besucher seine Reize. Die rund 8 km langen und bis zu 5 km Kilometer breiten Dünen von Maspalomas, Continue reading Atlantischer Frühling auf Gran Canaria: Impressionen von der Frühjahrs-Studienreise 2015

Next Rarity for Noord Holland – a Glossy Ibis

SichlerAccording to a report from waarneming.nl a Glossy Ibis (Plegadis falcinellus), a species from the birds family of the Ibises and Spoonbills (Threskiornithidae) could be observed on July 1st 2014 near Heemskerk in the Heemskerker Noordbroekpolder than in Heemskerk in the Waterberging Noorderveldjust south of Castricum. After the Lesser Yellowlegs (Tringa flavipes) at the coast of Noord Holland between Den Helder and Callantsoog the 2nd rarity in Continue reading Next Rarity for Noord Holland – a Glossy Ibis

Bird migration in late fall on Seychelles – an abstract

Escaping the cold and shorts days in Germany in late fall is a real privilege. This time the target was the Seychelles Islands. Relaxing and birdwatching is both possible on these famous island near the equator. Whereas the bigger islands as Mahé or Praslin are famous for its endemic (and rare) land birds the smaller islands are famous for huge seabird colonies where several thousands of birds breed in densely packed colonies on rocks, sandy beaches and trees. Looking mainly for western palearctic birds to complete the gallery for www.bird-lens.com the real thrill was to find migrating birds. Late fall is a perfect months as you find migrating and wintering birds side by side with the above mentioned endemics and sea birds. Birds visiting Seychelles also include a good number of Asian species which are vagrants to the western palearctic, too. Another good reason to travel to the Seychelles. But anyway, the list of all birds recorded in Seychelles is long and includes visitors from almost all over the globe. Thus one more reason to do the trip and shoulder the long flight.

During this 2-week journey at the end of October/ beginning of November it was possible to visit the bigger islands as well as small islands like Bird Island. Here we were very successful with several waders like Grey (Black-bellied) Plover, Pluvialis squatarola, Common Ringed Plover, Charadrius hiaticula, Common Sandpiper, Actitis hypoleucos, Little Stint, Calidris minuta, Curlew Sandpiper, Calidris ferruginea, as you see in that gallery.

Whereas these birds are regular visitors to coasts of the Western Palearctic too, the good numbers of both Mongolian (Lesser Sand) Plover, Charadrius mongolus, as well as the Greater Sand Plover, Charadrius leschenaultii, were a most welcomed observation. The black-and-white Crab Plover, Dromas ardeola, was another Continue reading Bird migration in late fall on Seychelles – an abstract

An early Common Gull, Larus canus on Romania´s Black Sea coast

September is fall migration time in Romania´s Black Sea coast. After having seen the spectacular mass migration of Red-footed Falcon, Falco vespertinus, in an area south of the Danube Delta with its wide stretch of a sandy shoreline with shallow lagoons we arrived at the sandy beach near the little town of Vadu. The shoreline was dotted with gulls (Common Black-headed Gull, Larus ridibundus, Yellow-legged Gull, Larus michahellis, and Mediterranean Gull, Larus melanocephalus, Little Gull, Larus minutus and some Caspian Gull, Larus cachinnans. Additionally Gull-billed Tern, Sterna nilotica,  Sandwich Tern, Sterna sandvicensis and Common Tern, Sterna hirundo,) and waders (Common Ringed Plover, Charadrius hiaticula, Eurasian Curlew, Numenius arquata and Sanderling, Calidris alba). A blog describing what could be seen on that excellent birding spot will follow very soon on the 30th of October 2012.

One observation of a gull was remarkable. A gull in non-breeding plumage was swimming not too far from the shore. Heavy streaks on the neck were clearly visible and the bill showed a black ring on grey ground. A black area below/in front of the eye underlined the head markings even more. Only checking the images at home, it was possible to identify this gull as a Common (or Mew) Gull, Larus canus moulting in 2nd winter plumages. According to local ornithologists the Common Gull in September is an unusual record. Usually the Common (or Mew) Gull, Larus canus is starting to appear on its wintering grounds Continue reading An early Common Gull, Larus canus on Romania´s Black Sea coast