Tag Archives: Boreal Owl

Sperlingskauz in Rochauer Heide

SperlingskauzIn der winterlichen Dämmerung liegt die Rochauer Heide in eintöniger Ruhe. Mittendrin ist vom Straßenlärm der B 87 nichts zu hören. Die Eichen stehen kahl und die Kiefern und Fichten geben mit ihrem Grün die einzige Abwechslung im grau-braun des Waldes. Dann – gegen 17:30 – an diesem Februarabend ist der eintönige, helle Ruf eines Sperlingskauzes (Glaucidium passerinum) zu hören; nicht weit vom gut ausgebauten Schotterweg. Der leichte Ostwind des Tages hat sich gelegt, es wird wieder kälter jetzt in der Dämmerung. Es dürfte so um die 0°C sein. Dann fällt sogar noch ein zweiter Rufer ein. Ein zweites Männchen fühlt sich angesprochen und ruft ebenfalls, allerdings in einer anderen, unterschiedlichen Tonlage. Zunächst ist der zweite Rufer in einiger Entfernung zu vernehmen. Doch fühlt sich dieser Sperlingskauz provoziert, fliegt flatternd den Waldweg entlang und sitzt schließlich direkt neben seinem Rivalen. Mein Standort scheint im Bereich der Reviergrenze zweier Männchen zu liegen. Die Begegnung scheint so schockierend, daß beide Sperlingskäuze nun still sind. Der Rivale fliegt wieder davon. Schön ist seine Flugsilhouette vor dem abendlichen, wolkenlosen Himmel zu sehen. Der Flug hat etwas mit dem einer Fledermaus gemein. Nun beginnt zunächst das erste – wohl das revierhaltende – Männchen in höherer Continue reading Sperlingskauz in Rochauer Heide

Schwarzspecht an Baumhöhle

SchwarzspechtEin durchdringender, hoher Ruf schallt aus dem dichten Erlenwald. Eine Weile tut sich nichts. Dann ist kräftiger Schwingenschlag zu hören. unzweifelhaft ist etwas Größeres im Anflug. Plötzlich klammert sich ein Schwarzspecht (Dryocopus martius) unterhalb eines ovalen Lochs in einer Pappel  an den Baumstamm. Der Schwarzspecht  ist etwa so groß wie eine Krähe und damit der größte europäische Specht – und einer der größten Spechte weltweit. Er ist gut an seinem schwarzen Gefieder mit einem roten Fleck am Scheitel zu erkennen. Er fehlt in Europa nur in Irland, Spanien, Italien, den Britischen Inseln und in waldarmen Gebieten. Er ist in ganz Deutschland mit nur wenigen Lücken verbreitet.

Der Schwarzspecht brütet in Wälder, größeren Feldgehölzen und in Parkanlagen mit einem Anteil von Totholz. Optimal sind Buchen- oder Eichen-Kiefernmischwälder. Seine Höhlen baut er in Baumstämmen, die einen Durchmesser von ca. 40 cm in der Höhe der Höhle aufweisen. Buchen werden als Höhlenbaum zwar bevorzugt, aber im richtigen Umfeld ist er auch in anderen Brutbäumen mit glattrindigen, astfreien Stämmen zu finden. Er ernährt sich von Insekten, hauptsächlich von Ameisen. Im Sommer Continue reading Schwarzspecht an Baumhöhle

Nockberge: ein österreichischer Biosphärenpark

RauhfusskauzDer Name Nocke bezeichnet die runden Formen der bis zu 2.400 m hohen Berge im Süden der österreichischen Alpen. Als Bestandteil der Gurktaler Alpen bestehen die Nockberge vorwiegend aus kristallinen Gesteinsarten und zählen erdgeschichtlich zu den ältesten Gebirgen Österreichs. Die geologische Besonderheit dieser Berglandschaft ist jedoch der rund drei Kilometer breite Kalk- und Dolomitgesteinszug, der den Nationalpark durchzieht. Vor allem dank dieser besonderen geologischen Verhältnisse entwickelte sich in den Nockbergen eine äußerst vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. 1987 als Nationalpark Nockberge gegründet, wurden die Nockberge 2012 in einen Biosphärenpark nach Konzept der UNESCO umgewandelt. Im Unterschied zu den Nationalparks, die dem Schutz von Wildnisgebieten dienen, sind die Biosphärenparks Kulturlandschaften. Die Nockberge sind vom bäuerlichen Leben geprägt, wie es hier seit Jahrhunderten gepflegt wird. Die Almwirtschaft ist der Garant für den Erhalt der weiten Wiesenflächen mit ihrer typischen Blumen.

Besonders die Vogelwelt ist mit einigen besonderen Vertretern in den Nockbergen vertreten. Genannt werden sollen nur Steinadler (Aquila chrysaetos), Steinhuhn (Alectoris graeca), Birkhuhn (Tetrao tetrix), Auerhuhn (Tetrao urogallus), Alpenschneehuhn (Lagopus muta), Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus), Uhu (Bubo bubo), Sperlingskauz (Glaucidium passerinum), Rauhfusskauz (Aegolius funereus), Continue reading Nockberge: ein österreichischer Biosphärenpark

Schwarzspecht in Schlafbaum

SchwarzspechtDie Nuthe-Nieplitz-Niederung ist in den trockenen Bereichen von Kiefernwäldern, manchmal richtigen Kiefernplantagen, geprägt. Ein Buchenstamm-Spezialist wie der Schwarzspecht (Dryocopus martius) dürfte es also in diesem Naturgebiet südlich von Berlin schwer haben. Trotzdem ergab eine Kartierung in den Jahren 2007 und 2008 erstaunliche Erkenntnisse. So wurden im SPA der Nuthe-Nieplitz-Niederung auf ca. 5500 ha 22 Schwarzspechte kartiert.

Da der Schwarzspecht in Sachen Höhlenbäume recht wählerisch ist, eine bemerkenswerte Zahl. Zur Anlage von Brut- und Schlafhöhlen bevorzugt der Schwarzspecht nämlich keine Nadelbäume, sondern alte Buchen. Diese Vorliebe macht den Schwarzspecht normalerweise zu einem typischen Bewohner von Mischwäldern des Mittellandes. Die wenigen Buchen in der Nuthe-Nieplitz-Niederung, die dick genug sind, sind daher heißbegehrt.

“Kliööh“ klingt es durch den winterlichen Wald. 5 dicke Buchen Continue reading Schwarzspecht in Schlafbaum

Tripreport Carpathians of Slovakia, June 2014

Steinadler - JungesAfter having visited the Carpathians of Slovakia in April mainly for Hazel grouse photography, I wanted to observe different birds in the same area. In preparation I ordered a birdlist of the species from a local guide which birds might be possible and got the Continue reading Tripreport Carpathians of Slovakia, June 2014

Occurrence and habitat of Eurasian Pygmy-Owl (Glaucidium passerinum) in Brandenburg

Eurasian Pygmy-OwlThis small owl is the sole member in Europe of a worldwide spread genus Glaucidium. The owl inhabits mainly the coniferous forest zone, especially the upland and mountain areas up to the tree line in Central Europe. But in the 19th Century this owl was widespread distributed in all the mountain ranges of central Europe and their forelands and well represented in the North German / Polish lowlands at many locations.

In the german Red List of breeding birds the pygmy owl is classified as
regular breeding native bird species but regarded as “rare”. In the last decades the population trend is positive, this is ture for the long term and at many sites for the short term, too. Additionally there are more and more records from the lowlands in recent years. A nearly comprehensive investigation in Niedersachsen (Lower Saxonia) in (2001/2002) resulted in a population count of 170-230 pairs. Particularly important here is the well established lowland population in the Lüneburger Heide (Heath), where the first records date back as far as 1977. Now (2001/2002) 23 – 35 pairs defend their territories.

More than one reason to investigate the situation in Brandenburg a state with a landscape very comparable in many topographical aspects. A similar development trend is also emerging in Brandenburg, whose maximum height is about 200 meters n. NN is. Secured older records ‘before 1990 are not available for the state. Since the first reliable records of the Eurasian Pygmy-Owl in the 1990s some areas, particularly in the south of Brandenburg were studied in greater detail. These studies did show that Continue reading Occurrence and habitat of Eurasian Pygmy-Owl (Glaucidium passerinum) in Brandenburg