Tag Archives: Birkhuhn

Raufusshühner im Toten Gebirge

AlpenschneehuhnSchroffe Gipfel und unzählige, glasklare Gebirgsseen, die inmitten idyllischer Almen liegen, prägen das Tote Gebirge. Das ganze Jahr über, aber besonders im Herbst, bietet das Tote Gebirge Fotomotive in Hülle und Fülle. Sie lassen das Herz jedes Naturfotografen höher schlagen. Von manchem Berg im Toten Gebirge bietet sich ein herrlicher Blick auf das gegenüberliegende Dachstein-Massiv.

Das Tote Gebirge beherbergt eine für die subalpine und alpine Höhenstufe der Alpen typische Artengarnitur. Aus dem Toten Gebirge liegen zwar die Ergebnisse mehrerer vogelkundlicher Untersuchungen vor. Eine zusammenfassende Bewertung des Gebiets ist derzeit aber noch nicht möglich. Aufgrund der Größe des Gebietes sind jedoch repräsentative Populationen typischer Arten und Vogelgemeinschaften der hochmontanen, subalpinen und alpinen Stufe erfasst.

Das Tote Gebirge liegt im Herzen Österreichs und ist das Grenzgebirge zwischen den Bundesländern Steiermark und Oberösterreich. Die gewaltige, stark zerfurchte Urlandschaft stellt mit einer Fläche von nahezu 400 Quadratkilometern die größte Karstfläche der Ostalpen dar. Sie ist geprägt von den saftig grünen Continue reading Raufusshühner im Toten Gebirge

Birkhahnbalz in Finnland

BirkhuhnNaturfotografen, die im April nach Finnland fahren um den während eines Workshop jin der Nähe der Ostsee den Bartkauz (Strix nebulosa) zu fotografieren, kann – ganz nebenbei – weitere schneebedeckte Gebiete besuchen um ein ganz besonderes Naturschauspiel beobachten zu können: die Birkhahnbalz. Will man Fotos von der Birkhahnbalz machen, sollte man schon allein aus naturschützerischen Gründen nach Skandinavien fahren und nicht auch noch die letzten Überreste heimischer Populationen dem Streß der Fotografie aussetzen.

Früh muß man aufstehen, um sich vor Tagesanbruch in den stabilen, gut-isolierten Holzverschlägen mit Matraze und alten Schlafsäcken häuslich eingerichtet zu haben. In dem Versteck muß man sich dann vollkommen ruhig verhalten. Nach und nach kommen die Hähne näher an die schneebedeckte Ebene. Der hintere Bereich eines Continue reading Birkhahnbalz in Finnland

Nockberge: ein österreichischer Biosphärenpark

RauhfusskauzDer Name Nocke bezeichnet die runden Formen der bis zu 2.400 m hohen Berge im Süden der österreichischen Alpen. Als Bestandteil der Gurktaler Alpen bestehen die Nockberge vorwiegend aus kristallinen Gesteinsarten und zählen erdgeschichtlich zu den ältesten Gebirgen Österreichs. Die geologische Besonderheit dieser Berglandschaft ist jedoch der rund drei Kilometer breite Kalk- und Dolomitgesteinszug, der den Nationalpark durchzieht. Vor allem dank dieser besonderen geologischen Verhältnisse entwickelte sich in den Nockbergen eine äußerst vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. 1987 als Nationalpark Nockberge gegründet, wurden die Nockberge 2012 in einen Biosphärenpark nach Konzept der UNESCO umgewandelt. Im Unterschied zu den Nationalparks, die dem Schutz von Wildnisgebieten dienen, sind die Biosphärenparks Kulturlandschaften. Die Nockberge sind vom bäuerlichen Leben geprägt, wie es hier seit Jahrhunderten gepflegt wird. Die Almwirtschaft ist der Garant für den Erhalt der weiten Wiesenflächen mit ihrer typischen Blumen.

Besonders die Vogelwelt ist mit einigen besonderen Vertretern in den Nockbergen vertreten. Genannt werden sollen nur Steinadler (Aquila chrysaetos), Steinhuhn (Alectoris graeca), Birkhuhn (Tetrao tetrix), Auerhuhn (Tetrao urogallus), Alpenschneehuhn (Lagopus muta), Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus), Uhu (Bubo bubo), Sperlingskauz (Glaucidium passerinum), Rauhfusskauz (Aegolius funereus), Continue reading Nockberge: ein österreichischer Biosphärenpark

Die Tatra in der Slowakei: Kleines Gebirge mit großer Vielfalt

RauhfusskauzMitten in Europa, wo wir daran gewöhnt sind, dass jeder Quadratzentimeter Natur vom Menschen genutzt oder zumindest gepflegt wird, kann sich die Natur in einem kleinen Gebirge im Norden der Slowakei weitgehend frei entfalten. Die Tatra ist ein Gebirgszug, der Länge nach von Ost nach West rund 6o km und an seiner breitesten Stelle gerade einmal knapp 77 km misst. Inmitten des nördlichen Karpatenbogens, im slowakisch-polnischen Grenzraum der Westkarpaten, ragt die Tatra als ein Hochgebirgsmassiv aus der Ebene empor. Um dieses Hochgebirge vor schädlichen menschlichen Zugriffen zu schützen, wurde es bereits vor über 60 Jahren zum Nationalpark erklärt. Eingebettet in eine wilde und unwirtliche Landschaft bietet der Nationalpark Raum für Wildnis, für Wälder, die noch wie Urwälder wachsen können. Und das mitten in Mitteleuropa. Diese Wälder unterliegen einem ständigen Wandel. Alte und geschwächte Bäume werden nicht gefällt und aus dem Wald entfernt, sondern bleiben stehen, bis sie vom Wind umgeworfen oder vom Schnee niedergedrückt werden. Die Tatra hat so ein großen Potenzial für den Schutz von Wildnis und stellt ein riesiges Betätigungsfeld für den Naturliebhaber dar. Die naturnahen Wälder verschaffen auch Insekten einen Lebensraum. Sie profitieren von den Totholzmassen, die es im Wirtschaftswald nicht gibt. Damit erklärt sich auch das Vorkommen von sieben verschiedenen Spechtarten, die im Continue reading Die Tatra in der Slowakei: Kleines Gebirge mit großer Vielfalt

Steinadler am winterlichen Köder

SteinadlerAuch aus großer Höhe entdecken die scharfen Augen jede Beute. Es dauert trotzdem stundenlang, bis man den eindrucksvollen Steinadler (Aquila chrysaetos) am Köder im Winter beobachten kann. Und dann hat man auch noch Glück. Die erste Beobachtung eines Besuchs eines Steinadler an einem Luder lief so ab, daß ein junger Vogel nur kurz auf einer Kiefer saß, bevor er wieder verschwandt. Der Adler hatte nicht einmal versucht, sich am Kadaver eines ausgelegten Fuchses zu bedienen.

Möglicherweise hatten sie mich auch beobachtet, als ich in der Dämmerung mein Versteck aufsuchte und glaubte, daß kein Adler in der Nähe sei. Vielleicht war es aber so, daß ein Adler einige Kilometer entfernt auf einem Baum auf einer Bergkuppe saß und dorthin nach abgeschlossener Mahlzeit zurückkehrte. Es ist fast unmöglich, ein Versteck zu bauen, ohne daß die Adler eine Möglichkeit zur Einsicht haben. Obwohl das Versteck gut isoliert war, hatte ich die Befürchtung, daß die Greife durch das Auslösegeräusch der Kamera gestört würden. Die „Geräuschkulisse” schienen aber nicht wirklich zu stören. Das Geräusch der Kamera war bei der nicht sehr leise arbeitenden Canon EOS 1 DX Continue reading Steinadler am winterlichen Köder

Birkhähne am Balzplatz

Black GrouseIn Deutschland ist es fast eine aussterbende Erfahrung: das Birkhahngurren ((Tetrao tetrix) im zeitigen Frühjahr. Der autochtone Bestand in der Rhön ist fast erloschen. Nur in den Alpen lebt noch eine vitale Population dieses mittelgroßen Raufußhuhns.

Will man Fotos von der Birkhahnbalz machen, sollte man auch aus naturschützerischen Gesichtspunkten nach Skandinavien fahren und nicht auch noch die letzten Überreste heimischer Populationen dem Streß der Fotografie aussetzen. Im Frühjahr 2013 Continue reading Birkhähne am Balzplatz

Steinadler am Fuchsköder in Norwegen

Golden EagleIst es möglich, den eindrucksvollen Steinadler (Aquila chrysaetos) am Köder im Winter zu beobachten und zu fotografieren? Und das in zuverlässig und in anständiger Anzahl? Ist das möglich, in Europa? Ja, das ist es!
Ole Martin Dahle, auch der „Adler- Mann“, genannt, hat mehrere Fotoverstecke in der Wildnis Norwegens eingerichtet.

Circa 1 Woche habe ich auf Einladung von Ole Martin Dahle nördlich von Trondheim verbracht. Die Ausbeute kann sich sehen lassen. Der Trip war sehr produktiv – wie Sie in der Galerie sehen. Ole bietet nicht nur Wildlife Workshops an, sondern offeriert auch die Möglichkeit, in eine (oder mehrerer) seiner Fotoverstecke auf Bergrücken oder in der Mitte von Kiefernwäldern zu sitzen. Es ist auch möglich – auch im Winter – mit dem Boot raus auf den Fjord zu fahren, um sich der Seeadler – Fotografie zu widmen.

Ole hat einige wunderschön gelegene Grundstücke in den letzten Jahren gemietet, weitere Standorte für seine Hides besitzt er selber. Die Verstecke liegen nicht weit von Forststraßen oder Wegen entfernt. Sie sind also fußläufig in akzeptabler Zeit zu erreichen sodaß man nicht völlig abgekämpft mit der schweren Fotoausrüstung am Versteckt ankommt. Auf der anderen Seite sind sie so weit von der öffentlichen Infrastruktur entfernt, daß man sich mitten in der Wildnis fühlt und selbst Motorengeräusche praktisch nicht zu vernehmen sind. Man ist wirklich mitten drin. Folglich gibt es ideale Bedingungen um seiner fotografischen Leidenschaft nachzugehen und Continue reading Steinadler am Fuchsköder in Norwegen