Das Blaukehlchen vor der Fotolinse

BlaukehlchenFriesische Nachtigall wird das Blaukehlchen (Luscinia svecica) zu Recht genannt. Dabei spielt nicht nur die Qualität des Gesangs eine Rolle. In seinem versteckten Umherlaufen am Boden unter den Büschen erinnert es ebenfalls an Nachtigallen. Gern stelzt es dabei den Schwanz auf. Sie ist nicht nur eine Schönheit unter den heimischen Singvögeln sondern – vor allem im Sommer und Herbst ein wahrer Heimlichtuer. Leider ist es in vielen Gebieten selten geworden und mancherorts vom Aussterben bedroht. Um ein singendes Blaukehlchen vor das Objektiv zu bekommen, bedarf es Ortkenntnis, Wissen über das Verhalten, ein wenig Glück und viel Geduld.

Als ich in den Rieselfeldern bei Münster zwischen Brombeer- und Weidengebüsch Vögel beobachtete, begegnete ich dem Blaukehlchen, einem der stimmgewaltigsten Singvögel unserer heimischen Vogelwelt. Seine Tonpalette reichte von scharfen, gepreßten Tönen bis hin zu spöttischen Imitationen verschiedener anderer Vögel. Am Anfang des Gesanges ist oft ein grillenartiges, rollendes Zirpen zu vernehmen. Eilig hob ich mein Fernglas und begann, diesen wunderbaren Sänger zu suchen. Mit gefächertem Schwanz saß das Blaukehlchen auf einem Weidenzweig und schien sich die pure Lebensfreude aus der Kehle zu singen. So sang es mal hier und mal dort. Ab und zu stelzte es auch seinen Schwanz, Continue reading Das Blaukehlchen vor der Fotolinse

Remarks to wintering Solitary Sandpipers (Tringa solitaria) in the Pantanal

EinsiedelwasserläuferDuring scientific research in the northern Pantanal between the 20th of December 2012 and the 10th of January 2013 I often observe Solitary Sandpipers along the muddy ditches on a farm. Of the two subspecies of the solitary sandpiper recognized the subspecies present probably was Tringa solitaria solitaria which usually has a more well-defined streak between the eye and the bill which are clearly visible on the images shot. On the other hand Tringa solitaria cinnamomea typically lacks these streaks, being more finely spotted and speckled instead. First I saw the Solitary Sandpiper (Tringa solitaria) on the muddy fringes of small pools, where you could see them from wooden bridges crossing these waters. There were no more but 3 individuals which you could see at one time. In between 10 days the water level rose by about half a meter. After that you only saw Solitary Sandpipers on muddy pieces of grassland between leaves of grass. These patches were characterized by highly degraded grassland, where cattle used to feed on quite recently.

The Solitary Sandpipers were never numerous and obviously preferred the open muddy shores of various types of pools. In „Birds of Brazil, The Pantanal & Cerrado of Central Brazil“ von J. Gwynne, Continue reading Remarks to wintering Solitary Sandpipers (Tringa solitaria) in the Pantanal

Buchenwälder und der Weissrückenspecht in Bulgarien

WeißrückenspechtBuchenwälder assoziiert man nicht unmittelbar mit Bulgarien. Jedoch kann man im Naturschutzgebiet Silkosia – dem 1933 gegründeten, ältesten NSG Bulgariens – sehr schöne, alte Buchen bewundern. Silkosia ist das richtige Naturreservat mit einem naturnahen Laubmischwald mit – in dem Fall – Orient-Buche (Fagus orientalis).

Auch die Spechte scheinen den Park sehr zu schätzen. So kommen Kleinspecht (Dendrocopos minor), Mittelspecht (Dendrocopos medius), Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos), Buntspecht (Dendrocopos major), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Grünspecht (Picus viridis) und Grauspecht (Picus canus) im Gebiet vor.

Der Park liegt in der Strandzha Region zwischen dem Tiefland um Burgas, dem Schwarzen Meer und Ost-Thrakien. Die Hügel von Bosna und Hasekiyata bilden den bulgarischen Teil des Strandzha-Gebirges. Auch Ahtopol nördlich der türkischen Grenze ist nicht weit. Das Gebiet ist daher Grenzregion. Es hat ein hügeliges Continue reading Buchenwälder und der Weissrückenspecht in Bulgarien

Sperlingskauz am Waldstein

SperlingskauzNoch im Dunkeln geht es den Berg hoch. Die Markierungen führen einen über Waldwege und Forstpisten. Nach ca. 2, 5 Stunden und 4 km kann man den Endspurt zum Gipfel starten. Der Blick geht kurz vor dem Gipfel nach oben. Still sitzt dort ein Sperlingskauz (Glaucidium passerinum). Eine fetter Maus in den Fängen. Der Kopf ist praktisch auf den Rücken gedreht. Er bewegt sich nicht als ich vorsichtig die Kamera mit dem Canon 4,0/ 400 DO aus dem Rucksack hole.

Zum Glück spielt das Wetter mit. Windstill, aber dämmrig. Die Sonne ist noch nicht über den Horizont geklettert. Neugierig guckt der Sperlingskauz zu mir herunter. Es erstaunt mich immer wieder wie nahe ich mich einem Sperlingskauz nähern kann. Dieser Zwerg Continue reading Sperlingskauz am Waldstein

Der Mantelkardinal im Überschwemmungsgebiet des Pantanal

MantelkardinalMantelkardinale bewohnen Trockenwälder und Savannen des südlichen Amerikas. Die Verbreitung reicht vom südöstlichen Bolivien, über Brasilien bis in den Norden Argentiniens. Zwischenzeitlich wurde die Art auch auf Hawai eingeführt. Es ist unbekannt, wann oder wie diese Art nach Hawai kam. Die ersten Beobachtungen reichen zurück vielleicht schon bis in die 1930er Jahre.

Obwohl er sich im Pantanal am Rand seiner östlichen Verteilung befindet, ist der bunte Mantelkardinal (Paroaria capitata) im Pantanal so verbreitet, dass man ihn kaum verpassen kann. Abgesehen davon, dass er einer der buntesten Vögel des Pantanal ist, gehört er auch zu den häufigsten an den Flüssen, Corixos und Altarmen der Pantanal-Ebene. Immer mal wieder bilden sich Gruppen von bis zu einem Dutzend Vögeln, die an Futterstellen, wie auf der Touristen-Farm Pouso Alegre auftauchen.

Der Mantelkardinal bewohnt die Flussufer in unterschiedlichen Vegetationsschichten. Während der Hochwassersaison kommen sie mit der Flut und den ansteigenden Wasserspiegel und erreichen Orte weit ab von Flüssen. Sie fangen Insekten, andere Wirbellose und nehmen Sämereien auf dem Boden auf. Meist leben Mantelkardinale in Gruppen, obwohl es starke territoriale Streitigkeiten zwischen einzelnen Individuen geben kann.

Männchen und Weibchen sind identisch gefärbt. Charakteristisch ist das Rot des Kopfes, das mit dem Rest des Gefieders und vor allem Continue reading Der Mantelkardinal im Überschwemmungsgebiet des Pantanal

Egyptian Goose with water sprayers in the backlight

NilgansViolent hunting with water sprayers in the backlight. This is what the ambitious natural photographer likes to find in order to approach a bird species with action photographs. It pays additionally to photograph a colorful goose.

Interesting for the photographer are the preferred bathing places. They are visited by the birds with regularity. Here they clean the plumage extensively, so that the water splashes like crazy. In the backlight, the dynamics of the spraying water are especially effective. The striking white wings with black and green badges make the flight picture unmistakable and also a worthwhile motif. However, Egyptian Geese are not frequent flyers, and a flight shot requires some luck. Their combination of colors makes these birds appear to be less appealing at first sight. But nevertheless, these birds are extremely fascinating study objects for bird photographers: the combination of earth tones and metallic shining colors of the plumage, paired with pink legs and an orange iris convince the observer on the second glance that they are really very attractive birds.

Today, these sole members of the genus Alopochen are frequently found in many places. Its spread in Europe Continue reading Egyptian Goose with water sprayers in the backlight

Habichte in Berlin

HabichtAm Vortag hatten sich teilweise dicke Wolken breit gemacht. Nun sind aber Sterne am Himmel zu sehen. Die Wolkenlücken sind deutlich größer. Ein schöner Morgen kündigt sich an. Gegen 4:00 habe ich mich auf den Weg gemacht. Das Ziel sind die Gärten / Parkanlagen im Schlosspark Charlottenburg, der Görlitzer Park, der Große Tiergarten und die Botanische Anlage Blankenfelde in Pankow, alle in der Stadt Berlin gelegen. Ein besonderes Vogelparadies bilden hier die teils mehr als 100 Jahre alten dicken Buchen und Eichen. Für bewirtschaftete Parkanlagen verfügen die mitten in der Stadt gelegenen Parks und Gärten über teils erstaunlich viel Altholz. Der Aufenthalt am frühen Morgen ist nicht dem Landschaftseindruck geschuldet. Es gilt vielmehr, hier die Suche nach dem Habicht (Accipiter gentilis) aufzunehmen.

Der ehemals vor im Wald und aus dem Wald heraus über das Feld jagende Vogel zieht mehr und mehr in die Stadt. Berlin ist weltweit die Stadt mit der höchsten Habicht-Dichte pro Hektar. Dort Continue reading Habichte in Berlin

Ohrentaucher auf der Ostsee vor Usedom

OhrentaucherSanft plätschern die Wellen an den flachen Sandstrand. Es ist wolkenlos. Die Sonne ist schon aufgegangen, wärmt aber nicht. Es ist kühl und der Dunst über der Ostsee lichtet sich erst. Jetzt im zeitigen Frühjahr sind die Strände gerade zu den Morgenstunden nur wenig überlaufen. Ab und zu ein Jogger, der an der Wasserkante entlang läuft. Perfekte Bedingungen um mit dem Spektiv die Ostsee nach überwinternden Vögeln abzusuchen. Gerade vor der Kiehnheide zwischen Karlshagen und Peenemünde in Ostvorpommern gelegen, bieten sich wunderschöne Beobachtungsmöglichkeiten. So auch an diesem wunderschönen Ostertag. In der Ferne schwimmen dann auch die ersten Ohrentaucher (Podiceps auritus).

Ansonsten waren in einiger Entfernung nur noch 4 Zwergsäger (Mergellus albellus) – 2x Männchen Continue reading Ohrentaucher auf der Ostsee vor Usedom

Photographing Tanagers at Itatiaia NP/ Brazil

DreifarbentangareStumbling out of the cabin you will be enchanted by the expansive view looking out over the valley below. A blue-grey carpet of clouds is normally lying over the lowlands.  In the half light of dawn, Cliff Flycatchers (Hirundinea ferruginea) are already gathering on the roofs of cabins nearby. A first priority should be a careful inspection of the hotel grounds and the hotel feeders. Extremely appetizing and delicious -looking fruit platters are carried and hang from the balconies outside the hotel restaurant. Dishes of sliced oranges are laid in the gardens below for the slightly more wary birds and of course. Sugar water feeders are supposed to attract the hummingbirds. Abundant are tanagers in several species which are feathered in an amazing palette of colors.

Sitting in the hotel for breakfast, I settled down at a table on a window overlooking the fruit and nectar feeders.  First, a family group of Green-Headed Tanagers (Tangara seledon) and a single Red-necked Tanager (Tangara cyanocephala) dissembled a big banana on the silvery plate.  Then, a breath-taking male Burnished-buff Tanager (Tangara cayana) swept in, quickly followed in Continue reading Photographing Tanagers at Itatiaia NP/ Brazil

Wasservögel auf Augenhöhe fotografieren

Chile-FlamingoIn der dünnen Luft habe ich nur schlecht geschlafen. Als der Wecker klingelt bin ich natürlich total erschossen. Aber die Aussicht auf ein außergewöhnliches Floßerlebnis lassen mich dann doch aufstehen. Bis ich alles erledigt habe, ist die Dämmerung doch schon angebrochen. Ich muß mich zuerst mal richtig kältefest machen. Fleece-Unterwäsche, 3 Fleeceshirts, ein Hemd, den blauen Marinepulli und den Ski-Unterzieh-Overall. In Kombination mit der Neopren-Wathose sieht es vielleicht etwas übertrieben aus, im Nachhinein merke ich aber, dass es oben herum zwar vielleicht zu warm, dafür an den Füßen ruhig etwas wärmer sein könnte. Im frühen Morgenlicht geht es dann los. Zuerst merke ich, daß die Vögel doch nicht so scharf darauf sind, in Nahaufnahme mit dem 2,8/300 fotografiert zu werden. Trotzdem gelingen ein paar stimmungsvolle Fotos. Unter anderem sehe und fotografiere ich: Riesenbläßhühner (Fulica gigantea), Anden-Flamingos (Phoenicopterus andinus), Andenmöwen (Larus serranus), Schopf-Ente (Anas specularioides), Inkataucher (Podiceps occipitalis). Also ganz Continue reading Wasservögel auf Augenhöhe fotografieren

Weissrückenspecht der Subspezies lilfordi: Habitatwahl

WeissrueckenspechtEin wunderschöner, naturnaher Mittelgebirgswald im zeitigen Frühjahr im Südwesten von Bulgarien. Hier ist die Heimal der lilfordi-  Unterart des Weißrückenspechts (Dendrocopos leucotos lilfordi).  Die  hier auftretende Subspezies lilfordi kommt fast nur auf dem Balkan und in der Türkei vor.  Der Weißrückenspecht bewohnt europäische Laubwälder  in denen er seine Hauptnahrungsquelle, in Holz bohrende und in und hinter der Rinde lebenden Insekten, vor allem Käfer und Motten-Larven findet. Diese  Nahrungsspezialisierung schränkt die Verbreitung der Art auf Laubwälder  in einem gewissen Alterswachstum ein. Die Wälder müssen reich an verfallenem und sterbendem Holz sein. Der Nahrungserwerb und die Habitatspezialisierung macht die Art bezüglich der Forstbewirtschaftungspraxis sehr empfindlich. Die Habitatansprüche der Art werden vor allem in Buchenwälder  im Alter von 80 bis 140 Jahren, mit vielen sterbenden und trockenen Bäumen erreicht. Es gibt offensichtlich eine Präferenz für Standorte ab ca. 1.000 und 1.600 m über NN. Verschiedene Arten von alten Mischwäldern anderer Baumarten werden auch vom Weißrückenspecht besetzt, aber in praktisch allen Fällen unter Beteiligung von Buchen. Die Art zeigt eine klare Präferenz zu tiefen Bachtälern, in denen in der Regel die dicksten und ältesten Buchen, Linden, Tannen und Fichten wachsen. Die Standorte weisen eine nördliche (manchmal nordöstliche oder nordwestliche) Exposition auf. Dies wiederrum stände in einem interessanten Gegensatz zu den Präferenzen der Nominatform Dendrocopos leucotos leucotos, die eher eine südliche oder südwestliche Ausrichtung der Berghänge bevorzugt. Eine Untersuchung bulgarischer Wissenschaftlicher führt weitere Habitatcharakteristika – wenn auch mit Schwerpunkt auf die höheren und weiter westlich gelegenen Rhodopen auf.

Das Silkosia-Naturschutzgebiet im Strandzha Naturpark weist diese Eigenschaften Continue reading Weissrückenspecht der Subspezies lilfordi: Habitatwahl

Vogelfotografie um den Picos de Europa

OrpheusspötterWährend einer Pause an einem der zahlreichen klaren Bäche höre ich einen wundervollen melodischen Vogelgesang. Rasch richte ich mein „fahrbares Tarnzelt” ein, einen umgebauten Camping-Landcruiser und nähere mich langsam fahrend dem Gesang. Plötzlich fliegt ein gelblich-grüner Vogel rastlos hin und her. Mal singt er von der Spitze einer weiter entfernt stehenden Kiefer herab, dann wieder aus einem nahen Brombeergebüsch heraus. Ich muß meine Gesangserinnerungen ein wenig sortieren. Schnell gelange ich zu dem Schluß, daß es sich um einen männlichen Orpheusspötter (Hippolais polyglotta) bei dem kleinen Sänger handelt. Leider wechselt der Vogel derart hektisch seine Sitzwarten, daß es anfangs unmöglich ist, ihn zu fotografieren. Um den Orpheusspötter möglichst für einen längeren Zeitraum in meine Nähe zu locken, spiele ich mein Tape mit Vogelstimmen ab. Der Gesang eines vermeintlichen Konkurrenten läßt den Vogel in einem nur wenige Meter entfernten Busch landen. Er singt aus voller Kehle, um den Konkurrenten zu vertreiben.

Während die südlichen Landschaften in Spanien – wie die Estremadura – zu den beliebtesten Fotozielen auf der iberischen Halbinsel gehören, sind die Gebirge im Norden, wie die Picos De Europa vielen Continue reading Vogelfotografie um den Picos de Europa

Images of birds for science & public; Western Palaearctic & the World