Category Archives: Vogelbestimmung

Klippenmöwen auf den Pribilofs

KlippenmöweLausiges Wetter. Grauverhangen ist der Himmel; eine salzgeschwängerte Luftfeuchtigkeit kriecht durch die Thermo-Kleidung. Nebel liegt über dem Meer. Ein schmaler Weg führt zu den Klippen – den sogenannten Bluffs – am südlichen Rand der Insel St. Paul, der größten Insel der Pribilofs. Drumherum ist nichts als die Beringsee.

Schemenhaft zeichnet sich ein weißer Vogel vor dem Grau des Himmels ab. Leise und scheinbar mühelos passiert er die Kolonien von Seevögeln an den Klippen in gemächlicher Geschwindigkeit. Eindeutig eine Dreizehenmöwe (Rissa sp.). Aber einige der aus der westlichen Paläarktis bekannten Merkmale passen nicht mit der auch von Helgoland bekannten Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) überein. Der Schnabel wirkt kürzer und nicht so elegant-lang. Die Unterhanddecken wirken schmutzig grau und nicht weiß. Als der Vogel beim Herabgleiten seine Beine aus dem weißen Körper herausfährt, leuchtet dem Beobachter ein knalliges Rot entgegen. Kein Zweifel, das ist die rätselhafte Klippenmöwe (Rissa brevirostris).

Das rotbeinige Klippenmöwe (Rissa brevirostris) ist eng mit Continue reading Klippenmöwen auf den Pribilofs

Krähenscharben an Bulgariens Steilküsten

KrähenscharbeEine wunderschöne, naturnahe Steilküste im zeitigen Frühjahr im Nordwesten von Bulgarien. Hier ist auch die Heimal der Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis desmarestii).  Die  hier auftretende Subspezies desmarestii kommt nur im Mittelmeer und am Schwarzen Meer vor und wird im Englischen als Mediterranean Shag bezeichnet.

Krähenscharben weisen die gleiche dunkle, leicht violett glänzende Fäbrung auf, wie ihre nördlichen Kollegen der Nominatform Phalacrocorax aristotelis aristotelis. Der auf dem Foto des Blogs erkennbare aufgestellte Büschel wird durch Kopffedern hervorgerufen, die während der Brutzeit im späten Winter besonders zur Schau gestellt werden.

Während der winterlichen Brutzeit bilden Krähenscharben nicht zu dichte Kolonien und nisten in Felsspalten, Felsbändern, Höhlungen innerhalb der Kreideklippen oder zwischen Continue reading Krähenscharben an Bulgariens Steilküsten

Wie findet man Kleinspechte

KleinspechtDer Kleinspecht darf eigentlich in keiner fotografischen Sammlung westpaläarktischer Vögel fehlen. Leider treibt er häufig in den Baumwipfeln herum und ist auch deutlich weniger gesprächig = lautstark als sein größerer Gattungsgenosse, der Buntspecht (Dendrocopos major). Als der kleinste Specht – nicht größer als ein Singvogel – ist er auch vielfältigen Bedrohungen und Verfolgungen ausgesetzt; nicht zuletzt von anderen Spechtarten.

Trotzdem gibt es einige Taktiken, die der versierte Naturliebhaber verfolgen kann, um zu schönen Beobachtungen dieses schwarz-weißen Spechts mit der beim Männchen roten Kappe zu gelangen. Eine der besten Zeiten – so habe ich zumindest nach Auswertung meines Kleinspechts-Fotoarchivs herausgefunden – gelangen mir im Winter wenn der Kleinspecht bei der Nahrungsaufnahme zu beobachten ist.

Das leise Klopfen bei der Nahrungssuche ist sicher eine Hilfe. Nur muß man dazu schon recht nah dran sein. So lautstark wie die beiden anderen schwarz-weißen Spechte, vor allem der Continue reading Wie findet man Kleinspechte

Fliegende Dickschnabellummen und Trottellummen im Vergleich

DickschnabellummeDickschnabellummen (Uria lomvia) sind an den normalerweise von WP-Birdern frequentierten Plätzen in Norwegen oder Schottland viel seltener als die allgegenwärtige Trottellumme (Uria aalge). Auf den Alaska vorgelagerten Inseln wie St. Paul auf den Pribilofs oder St. Lawrence (Gambell) ist das andersherum. Schön ist auch bei eher ungünstigen Lichtverhältnissen der weiße Streif am Schnabelwinkel der Dickschnabellumme (Uria lomvia)  zu sehen. Perfekte Gelegenheit, um ausgiebig Fotos dieses auch in der Westpaläarktis vorkommenden Vogels zu machen. Die Inseln in der Beringsee sind ein Eldorado für Freitzeit-Birder, Wissenschaftlicher und Vogelfotografen. Allerdings sind die Anforderungen an die Logistik vor allem für die vorgelagerten Inseln mit den besten Ecken zur Zugvogelbeobachtungen nicht ganz einfach. Die wenigen Unterkünfte auf den Hotspots sind häufig zu den Hochzeiten ausgebucht, die Flüge in kleinen Propellermaschinen unregelmäßig und eine intensive Kenntnis des Geländes ist ebenso unerläßlich wie eine profunde Kenntnis der möglichen Vogelarten mit ihren nicht wenigen Unterarten.

Die kopfstarken Trupps der Dickschnabellumme (Uria lomvia) sind eine der Besonderheiten eines Aufenthalts auf St. Lawrence. Continue reading Fliegende Dickschnabellummen und Trottellummen im Vergleich

Bindenkreuzschnabel auf St. Lawrence/ Alaska

BindenkreuzschnabelDer Bindenkreuzschnabel, ein Vogel der Taiga, ist in Mitteleuropa höchstens mal im Winter bei einer seiner Invasionen zu sehen. Dann schließt er sich nicht selten den anderen Kreuzschnabel-Trupps an. Als europäische Brutgebiete des Bindenkreuzschnabels sind nur vereinzelte Stellen in Nordfinnland und Nordschweden bekannt. Um gute Fotos des Hakengimpels zu schießen, ist eine lange und vorbereitungsintensive Reise zu seinen Brutregionen wohl nicht zu vermeiden. Dabei lassen sich zwar auch einige andere Singvögel der Taiga beobachten. Genannt seien hier nur der Unglückshäher (Perisoreus infaustus), der Polarbirkenzeisig (Acanthis hornemanni), der Taigabirkenzeisig (Acanthis flammea), die Lapplandmeise (Poecile cinctus) und natürlich der Hakengimpel (Pinicola enucleator). Aber es bleibt eine aufwändige Angelegenheit.

Bei einem Alaskatrip im Mai/ Juni 2016 stellte sich heraus, daß es auch Alternativen gibt, um einen Bindenkreuzschnabel bei sehr guten Fotomöglichkeiten zu beobachten. Es handelte sich zwar um den Nordamerikanischen Bindenkreuzschnabel, aber die Unterschiede – obwohl vorhanden (s. z.B. die Zeichnungen verschiedener Schnabelstrukturen der beiden Kreuzschnabel-Unterarten in British Birds 100 • November 2007 • 650–657 sind nicht so groß und auch die Nominatform, der Nordamerikanische Bindenkreuzschnabel, kann als Irrgast in der Continue reading Bindenkreuzschnabel auf St. Lawrence/ Alaska

Alpenstrandläufer – schinzii oder alpina

AlpenstrandläuferDie Frage, zu welcher – ggf. seltenen – Unterart eine Vogelbeobachtung gehört, spielt in den letzten Jahren auch in Deutschland eine Rolle. Die Briten sind da allerdings – wieder mal – schon viel weiter. Dort werden die Feldkennzeichen unterschiedlicher Subspezies auch von Allerweltsarten intensiv diskutiert. So weit sind wir hier in Deutschland wohl noch nicht. Eine solche Art ist der Alpenstrandläufer (Calidris alpina), der sicher auch im Binnenland zwar nicht direkt ein Brot-und-Butter-Vogel ist, aber doch noch so häufig ist, daß man ihn jetzt in der 26. Dekade (Mitte September) an etlichen Stellen sehen kann.

Das interessante an den Alpenstrandläufern ist, daß sie in der Literatur auf Subspezies-Niveau – anders als ihre Calidris-Artgenossen – recht gut ausdifferenziert sind und als zirkumpolar brütender Weitstreckenzieher grundsätzlich in der Westpaläarktis auftauchen könnten.

In einem sehr informativen Artikel mit der Überschrift „Arctic Dunlin ssp. Arctica, Identification and stuff“ im Continue reading Alpenstrandläufer – schinzii oder alpina

Rohrweihe im Anflug

RohrweiheIm gaukelnden Flug kommt ein Greifvogel tief über dem Schilf angeflogen. Eine markante Gesichtsmaske, eine helle Vorderflügelkante und ein brauner Körper macht die Art-Identifikation leicht. Es ist eine Rohrweihe (Circus aeroginosus). Als Alternativen käme im Winter die Kornweihe (Circus cyaneus) und die Wiesenweihe (Circus pygargus) Frage. In den Niederungsgebieten Brandenburgs sind vor allem Rohrweihen aber auch Wiesenweihen nicht selten.

Im Flugbild zeigt die Rohrweihe im Vergleich zur Wiesenweihe breitere, an der Spitze rundere Flügel. Die Oberseite der Männchen ist dreifarbig – überwiegend braun mit hellem Kopf, der Schwanz und die Armschwingen sind grau und die Flügelspitzen schwarz. Das Weibchen ist durchgängig dunkelbraun gefiedert, hat einen gelblichen Kopf und eine gelblich-weiße Kehle. Im Vergleich zum nur wenig größeren Mäusebussard ist die Rohrweihe schlanker und ihr Schwanz ist länger. Der Flug im Vergleich zur Wiesenweihe ist nicht gar so elegant und leicht. Die typische Flugweise besteht aus einer Reihe von Flügelschlägen, auf die eine Gleitphase mit flach V-förmiger Flügelhaltung folgt. Im Gleitflug wird der Flügelbug nach vorne geschoben. Die Flügel werden weniger stark angehoben als bei den beiden anderen heimischen Arten.

Der abgebildete Vogel weist Merkmale beider Geschlechter auf. Im Jugendkleid wirkt die Rohrweihe Continue reading Rohrweihe im Anflug

Wiesenweihen im Fläming

WiesenweiheTau liegt auf den Gräsern. Anfang Mai liegen die morgendlichen Temperaturen noch deutlich im einstelligen Bereich, bei Sonnenschein wird es später aber schon recht warm. Elegant schwebt ein Greifvogel tief über dem noch niedrigen Getreidefeld. Im Winter sind Kornweihe (Circus cyaneus) im Gebiet ebenso wie in den Niederungsgebieten Brandenburgs – wie dem Havelländischen Luch – nicht selten. Beim Näherkommen fällt dann auf, daß diese Weihe auffallend zierlicher als die Kornweihe ist und deutlich längere, schlankere und spitzere Flügel aufweist. Da wird es sich wohl um die Wiesenweihe (Circus pygargus) handeln, die im Bereich des Niederen Flämings im Süden Brandenburgs seit Ende April zu sehen ist. Als Alternative käme nur noch die Steppenweihe (Circus macrourus) in Frage. Diese Weihe ist allerdings ein seltener Irrgast auch wenn sie zunehmend auf dem Zug oder auch übersommernd in Deutschland festgestellt wird. So wurde eine immature Steppenweihe (Circus macrourus) seit dem 14. Mai 2015 aus dem Havelländischen Luch gemeldet. Damals konnten bei einem Besuch des Turms bei Buckow, mitten im Havelländischen Luch, Beobachtungen eines jagenden Exemplars, ein Männchen im 2. Kalenderkleid, über einen längeren Zeitraum gemacht werden.

Der Flug der Wiesenweihe ist elegant und leicht. Besonders während des Patrouillierens schlägt Continue reading Wiesenweihen im Fläming

Hochseevögel – Fotografie mit der Canon EOS 1DX

KapsturmvogelDerjenige, der als Vogelfotograf die echte Herausforderung sucht, sollte es mal mit der Fotografie von Hochseevögeln in ihrem Element probieren. Die Kombination von schnell-fliegenden Albatrossen, agilen Sturmvögeln dynamischen Sturmtauchern mit einem kleinen Schiff auf hoher See mit meterhohen Wellen, Gedränge an der Reling, Salznebel und läßt die Hochseevögel – Fotografie auf Anhieb zu einem anspruchsvollen Unternehmen werden.

Da will man keine Probleme mit dem technischen Handwerkszeug haben. Auch wenn der Einzug der digitalen Fotografie auch die Vogelfotografie revolutioniert hat, so können auch bei der Fotojagd auf hoher See eine Menge Probleme auftreten. Für die Seabird-Fotografie nutze ich persönlich in den letzten Jahren konsequent das professionelle Canon-Flaggschiff, die Canon EOS 1 DX,  mit einem Canon 4,0/400mm DO Objektiv.

Die Fotografie findet in den meisten Fällen ohne die Verwendung eines Telekonverters statt. Bei Verwendung eines Telekonverters ist es ein 1.4 Canon Telekonverter der II-Serie. Die Canon EOS 1 DX in Kombination mit einem Objektiv Canon 4,0/400mm DO stellt das Continue reading Hochseevögel – Fotografie mit der Canon EOS 1DX

Soemmerringii- Dohle in Bulgarien?

DohleEigentlich war ich Ende Februar in Nordbulgarien auf der Suche nach der Rothalsgans (Branta ruficollis). Die angenehmen, warmen und wechselhaften Temperaturen hatten die meisten Rothalsgänse aber schon Anfang Feburar – kurz nach der Jagdsaison – wieder gen Norden getrieben. Trotzdem wollte ich mir Bulgarien im Vorfrühling nicht entgehen lassen. Es hat sich trotzdem gelohnt. Vor allem  die aus Kreidefelsen bestehenden, naturnahen Steilküsten  boten die Grundlage für manch schöne Beobachtung. Jetzt im zeitigen Frühjahr gibt es noch einige Wintergäste wie die Raubwürger (Lanius excubitor), die teils auch mit ihren östlichen (ssp. Homeyeri) Verwandten auftreten oder auch Dohlen der östlichen Unterarten. Corvus monedula soemmerringii tritt vom östlichen Europe über den Iran bis in das nordwestliche Indien auf.

Die Kreidefelsen waren jetzt im zeitigen Frühjahr auch die Heimal der Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis desmarestii). DohleHäufig kam die hier auftretende Subspezies desmarestii zusammen mit den Dohlen auf den gleichen Felsen vor.

Das Thema der Identifikation der Dohle der Subspezies soemmerringii, die im Deutschen auch Halsbanddohle genannt wird, ist weiterhin heiß diskutiert. Die Dohle (Corvus monedula soemmerringii) wird nur vereinzelt Continue reading Soemmerringii- Dohle in Bulgarien?

Waldsaatgänse im Havelland

Saatgans Die Havelaue westlich von Hohennauen –  nördlich von Rathenow – ist eine weite Ebene des norddeutschen Tieflandes. Bei Temperaturen um 0° liegt die Landschaft unter einer dicken Hochnebeldecke. Die Luft ist feucht-kalt und das Land liegt still. Die ergiebigen Regenfälle der vergangenen Tage haben die Wiesen überschwemmt. Teils liegen Wiesen und Weiden unter einer brüchigen Eisdecke. Träge fließt die Havel im Hintergrund. Ende Januar konnten direkt von der Straße nach Parey gut 50 Saatgänse (Anser fabalis) gesehen werden. Offensichtlich kamen sie zur Nahrungssuche auf die Felder und Wiesen. Die bevorzugten Übernachtungsplätze müssen wohl die Polder beim Grützer Bogen und Continue reading Waldsaatgänse im Havelland

Küstenscharben nahe Simon’s Town/ Kapstadt

KüstenscharbeEin aufregender Tag auf hoher See südlich von Kapstadt sollte nicht nur wegen der pelagischen Vogelarten sehr ergiebig sein. Auch eine seltene Kormoranart war wunderschön zu beobachten. Nach der Ausfahrt aus dem Stadthafen von Simon’s Town an einem frühen Sonntagmorgen nahmen wir sofort Kurs auf die Südspitze der Kaphalbinsel und passierten nicht nur die Pinguinkolonie bei Boulders Beach sondern auch die in der Nähe von Smitswinkel Bay gelegenen Felsen mit den Kormoranen, von denen wir aber nur

Kapscharbe (Phalacrocorax capensis) und Weißbrustkormoran (Phalacrocorax lucidus) sahen. Der Weißbrustkormoran ist eine afrikanische Unterart des bei uns heimischen Kormorans, der aber eine sehr auffällige weiße Unterseite aufweist. Von einigen Autoren wird er daher auch als eigenständige Art betrachtet.

Der erste, richtige Seevogel, den wir sahen, war ein Kaptölpel (Morus capensis), der schon auf der Höhe der Kormoranfelsen bei Smitswinkel Bay Continue reading Küstenscharben nahe Simon’s Town/ Kapstadt

Ostsibirienmöwe: Erstbeobachtung in der Westpaläarktis

OstsibirienmöweEine Vega Gull, also eine Ostsibirienmöwe (Larus vegae), ist am 10. Januar 2016 in Irland, in der Nähe des Hafens von Duncannon, in der Grafschaft Wexford entdeckt worden. Der Birdguides-Artikel von Killian Mullarney beschreibt sehr schön, wie der Autor in einer große Ansammlung von Möwen in der Nähe von Duncannon diesen Irrgast entdeckte. In den Vormonaten hatte er neben den vielen Silbermöwen (Larus argentatus) bereits einige Mittelmeermöwen (Larus michahellis), eine Ringschnabelmöwe (Larus delawarensis) und eine Steppenmöwe (Larus cachinnans) im ersten Winterkleid. Letztere Beobachtung ist eine Besonderheit, da Steppenmöwen als sehr seltene Vögel in Irland betrachtet werden. Die Möwen werden an den Fischerhafen durch die große Schwärme von Sprotten angelockt, die lokale Fischer in großen Mengen an Land zogen. Am Morgen des 10. Januar hatte er die Gelegenheit ein paar Stunden am kleinen Fischerhafen von Duncannon zu verbringen. Einer Stelle ist besonders produktiv, da hier an Polarmöwen (Larus glaucoides) und Eismöwen (Larus hyperboreus) manchmal verweilen und aus der Nähe betrachtet werden können.

Am Morgen des 10. Januar hatte er die Gelegenheit ein paar Stunden am kleinen Fischerhafen von Duncannon zu verbringen. Einer Stelle ist besonders produktiv, da hier Polarmöwen (Larus glaucoides) und Eismöwen (Larus hyperboreus) manchmal verweilen und Continue reading Ostsibirienmöwe: Erstbeobachtung in der Westpaläarktis

Welche Skua vor Kapstadt?

Antarktis SkuaEin Trip nach Kapstadt muß man einfach mit einem Ausflug auf´s Meer (einem sogenannten pelagic trip off-shore Cape Town) verbinden. Das umso mehr als man hier unten am südlichen Zipfel Afrikas einige Arten trifft, die zwar auf der WP-Liste stehen, in den Gewässern der Westpaläarktis aber ausgesprochene Irrgäste sind. Dazu zählen die südlichen Vertreter der Skuas der Gattung Catharacta.

Der reguläre WP-Vertreter ist die allseits bekannte – wenn auch nur selten an ihren Brutplätzen angetoffene Große Skua, die auch als Große Raubmöwe (Stercorarius skua  bzw. Catharacta skua) gehandelt wird. Auf den WP-Listen taucht aber auch die Antarktikskua (Stercorarius maccormicki), im englischen South Polar Skua Continue reading Welche Skua vor Kapstadt?

Falkenbussarde als Irrgäste in Deutschland

FalkenbussardEin Falkenbussard (Buteo buteo vulpinus) in Deutschland ist schon fast eine Sensation. So gab es etliche Birder, die sich Anfang November 2015 aufmachten, um im Havelländischen Luch einen sehr interessanten Mäusebussard zu suchen. Wenngleich einige Merkmale einen mitteleuropäischen Mäusebussard nicht gänzlich ausschlossen, schien er doch ein recht guter Kandidat für die vulpinus-Subspezies zu sein. Die genannte Charakteristika der bisherigen Beobachter waren, die rotbraune Färbung der Hosen, der insgesamt schlankere Körperbau im Vergleich zu anwesenden Mäusebussarden, das Fehlen eines Bugflecks und die spärlich gezeichnete Unterseide der äußeren Handschwingen.

Auf einer Homepage sind ein paar Bilder des Falkenbussards zu sehen.

Um nun zu aussagefähigen Bildern zu kommen, wurde einschlägige Literatur gewälzt. Es stellte sich heraus, daß die am Kap „Steppe Buzzard“ genannten Greife entlang der Schnellstraßen reichlich auf Zaunpfählen in Gegenden zu finden sind, die Steppenlandschaften seiner Brutheimat gleichen. Die Gegend nördlich von Kapstadt zwischen Grabouw Continue reading Falkenbussarde als Irrgäste in Deutschland

Halsbanddohlen in Ostdeutschland

Dohle
copyright: A. Stoehr

Das Thema der Identifikation der Dohle der Subspezies soemmerringii, die im Deutschen auch Halsbanddohle genannt wird, ist weiterhin heiß diskutiert. Die Dohle (Corvus monedula soemmerringii) wird nur vereinzelt in den einschlägigen Foren gemeldet. So gab es in 2014 in ornitho.de zwar einige Meldungen aus dem Norden und Osten des Landes. Diese wurden aber häufig bezweifelt.

Während eines Besuchs des Havellands bei der Ortschaft Mötzow in der sogenannten Beetzseeheide im Landkreis Potsdam-Mittelmark waren damals Beobachtungen von Halsbanddohle in Trupps mit Saatkrähen (Corvus frugilegus) und einigen Nebelkrähen (Corvus cornix) gemacht worden, die dem Administrator von bird-lens.com einen eigenen Blog wert war. Hierzu nun eine ausführliche Kommentierung von A. Stöhr.

Wie auch Alessandro Kormannshaus bin auch ich der Meinung, dass es sich nicht um eine Halsbanddohle handelt. Ich wohne seit August 2014 in der Uckermark und habe bereits mehrere solcher Vögel gesehen.

Dort sehe ich auch immer wieder Dohlen, deren Kontrast zwischen hellem Nacken und Unterseite mich auf den ersten Blick an eine Nebelkrähe erinnert. Das war mir so extrem aus Süddeutschland und Schleswig-Holstein nicht bekannt. Dieser “Nebelkrähenvergleich” steht auch so im Artikel von Offereins, allerdings als Kennzeichen der Unterart monedula gegenüber unserer Unterart spermologus. Wobei der Nacken bei soemeringii noch heller sein soll.

Was bedeutet das jetzt? Ich weiß es nicht: habe ich bisher noch keine “echten” monedulas gesehen, oder ist ein deutlicher Kontrast zwischen schwärzlichem Gefieder und Continue reading Halsbanddohlen in Ostdeutschland

Bestimmungsbuch zu den Vögeln Mitteleuropas “Die Vögel Mitteleuropas sicher bestimmen” nun erhältlich

von W. FiedlerBereits Ende Mai 2014 hat www.bird-lens.com das vom Quelle & Meyer Verlag herausgegebene neue Bestimmungsbuch zu den Vögeln Mitteleuropas angekündigt. Es stammt von Dr. W. Fiedler, der auch am Kompendium der Vögel Mitteleuropas mitgearbeitet hatte. Dieses aus zwei unabhängig voneinander benutzbaren Bänden bestehende Bestimmungswerk  mit dem Namen: “Die Vögel Mitteleuropas sicher bestimmen, Schlüssel zur Art-, Alters- und Geschlechtsbestimmung” setzt neue Maßstäbe, da für das exakte Bestimmen drei unterschiedliche Wege zur Verfügung stehen! Der Schlüsselband ermöglicht die systematische und unmittelbare Bestimmung aller 658 Arten, und zwar nach Alter und Geschlecht! Der Atlasband stellt sämtliche 658 Arten auf über 2.000 brillanten Fotos vor. Bird-lens.com ist stolz aus seinem Portfolio an Arten der Westpaläarktis zu Continue reading Bestimmungsbuch zu den Vögeln Mitteleuropas “Die Vögel Mitteleuropas sicher bestimmen” nun erhältlich

Tienschan-Laubsänger auf Greifswalder Oie/ Mecklenburg-Vorpommern

Tienshan-Laubsänger Nicht allzu lang nach der Meldung in ornitho.de bezüglich eines Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus) am Fahrlander See ist nun noch ein weiterer vagabundierender Vertreter der Gattung Phylloscopus in Deutschland aufgetaucht. Ein Tienshan-Laubsänger (Phylloscopus humei) wurde auf der Greifswalder Oie der nord-östlichen Insel Deutschlands in der Ostsee gesehen. Die Insel liegt nördlich von Usedom im nördlichen Vorpommern. Diese Beobachtung eines Tienschan-Laubsängers ist die erste Meldung für 2015. Dagegen hielt sich vom 1. bis zum 13. November 2014 auf Helgoland ein Tienschan-Laubsänger auf.

Wie bereits in dem Blog über den Gelbbrauen-Laubsänger bei Potsdam beschrieben, lohnt es sich im Herbst die ziehenden Trupps der Singvögel genauer abzusuchen. In gemischten Trupps können sich nämlich kleine Vertreter der Phylloscopus-Laubsänger aufhalten. Häufig wird der Tienschan-Laubsänger in demselben Trupp mit Meisen und Goldhähnchen (Regulus sp.) und Continue reading Tienschan-Laubsänger auf Greifswalder Oie/ Mecklenburg-Vorpommern

Seltene Greife auf dem Zug: Falkenbussarde

FalkenbussardFalkenbussarde (Buteo buteo vulpinus) werden nur selten in Ornitho.de gemeldet. Wenn dann ist es ca. Mitte Oktober, wie z.B. am Brielower Ausbau bei Beetzsee im Havelland am 10. Oktober 2015 oder am 28. Oktober 2014 vom Schugetal in der Nähe von Luckau in der Nähe des Spreewalds. Übereinstimmend wird berichtet, daß sich die beobachteten Falkenbussarde kreisenden/ balzenden Mäusebussarden angeschlossen hatten. Auffällig erschien beiden Beobachtern der fehlende Flügelbugfleck, die rostroten Hosen und der ungebänderte (oder nur mit schmaler dunkler Endbinde) Schwanz, der nahezu einfarbig verwaschen hellbraun erschien,
Falkenbussarde sind in den Sommermonaten der südlichen Erdhalbkugel (also unseren Wintermonaten) die häufigsten Greifvögel in Südafrika. Die gilt, insbesondere für die westliche Kapprovinz. Für einen Birdwatcher aus Mitteleuropa ist die Suche nach Falkenbussarden in ihren Winterquartieren in Südafrika vielleicht die einfachste Weise, diese Mäusebussard-Subspezies zu sehen und zu fotografieren.

Mäusebussarde der Nominatform (Buteo buteo buteo) zeichnen sich durch ihren kompakten und wohl proportionierten Körperbau mit einem breiten Kopf und kurzen Hals aus. Im Vergleich mit dem Continue reading Seltene Greife auf dem Zug: Falkenbussarde

Wespenbussardbeobachtung im Flug

WespenbussardDer Wespenbussardzug ist ein beeindruckendes Schauspiel. Der interessierte Beobachter wird normalerweise schon viel Zeit, Geld und Reisestrecke investiert haben, um eine gute Beobachtungsstelle – wie z.B. die Insel Fehmarn im September – zu erreichen. Da stellt man dann häufig fest, daß Greife doch sehr weit entfernt vorbeiziehen und/oder das Wetter einen Schönwetterflug in hohen Luftschichten ermöglicht, der die Wespenbussarde (Pernis apivorus) hoch am Himmel erscheinen läßt. Die Silhouette und der Flugeindruck sind dann die einzigen Anhaltspunkte bei der Bestimmung. Die in der Fotogalerie gezeigte hohe Variabilität der Federkleider machen die richtige Identifikation auch nicht leichter. Dabei soll dieser kleine Blog helfen.

Der erfahrene Beobachter des Wespenbussardzugs scheint sich in der Identifikation auf die Kombination verschiedener Flugmerkmale anderer Greife zu verlassen. Beim Wespenbussard (Pernis apivorus) sind zum einen Flugmerkmale in der Art von Milanen (Milvus sp.) mit Merkmalen der Gattung Buteo (allgemein: Bussarde) zu nenne. Hier stellt sich also die Frage: Was genau sollte man sich ansehen, wenn man Charakteristika von Milanen oder/ und von Bussarden abgleicht? Daher die Frage: Fliegt er in der Art von Milanen oder in der Art der Bussarde?

So weisen Wespenbussarde einen recht langen Schwanz auf, Continue reading Wespenbussardbeobachtung im Flug

Bilder der Immature Steppenweihe von Buckow

SteppenweiheDie bereits seit dem 14. Mai aus dem Havelländischen Luch gemeldete, immature Steppenweihe (Circus macrourus) entwickelt sich immer mehr zum ausgewachsenen Männchen. Bei einem Besuch des Turms bei Buckow im Havelländische Luch konnten weitere Beobachtungen des jagender Übersommerers (ein Männchen im 2. Kalenderkleid) wieder über einen gewissen Zeitraum gemacht werden. Die im Mai noch gut erkennbaren und im Blog über die immature Steppenweihe beschriebenen, hell durchscheinenden Handschwingenspitzen, die helle Hinterkante der inneren Handschwingen, die dunkle Unterseite der Armschwinge, die helle, nur leicht gestreifte Brust- und Bauchpartie und vor allem der auffallende durchgängig helle Kragen, sind nun fast komplett durchgemausert. Nun fällt an der sehr hell wirkenden Weihe der nur noch gesprenkelt grau-braune Kopf mit einem nur noch dezent angedeuteten hellen Kragen auf. Die keilförmigen Flügelspitzen sind nun auch immer besser zu erkennen. Sie sieht jetzt (fast) wie die im Buch „Greifvögel“ von Benny Génsbøl und Walther Thiede beschriebene junge Weihe auf Seite 281 (G) aus. Da am Vortag auch ein Männchen – wohl adult – der Kornweihe (Circus cyaneus) zu Continue reading Bilder der Immature Steppenweihe von Buckow

Wiesenweihen im Jagdflug im Havelländischen Luch

WiesenweiheGemeinsam fliegende Wiesenweihen (Circus pygargus) im Jagdgebiet kann man gelegentlich – meist aber aus weiter Distanz – sehen. Vor allem in den frühen Morgenstunden und in den Abendstunden kurz vor der Dämmerung kann die Jagd mehrerer Wiesenweihen beobachtet werden. Besonders ergiebig ist das Gebiet des Havelländischen Luchs bei Buckow. Beobachtungstürme bei Buckow und bei Garlitz bieten Beobachtern hervorragende Möglichkeiten, den Weihenflug aus erhöhter Perspektive und relativ nah mitzuerleben. Dabei sind im Spätsommer alle möglichen Kleider beider Geschlechter schön im Flug von Beobachtungstürmen zu bewundern. Ein elegant nur einen Meter über der Graslandschaft daher gleitendes Männchen in eine immaturen Kalenderkleid im frühen Morgenlicht ist ein phantastisches Schauspiel im Havelland. Das Havelländische Luch bei Buckow – westlich von Berlin – stellt eine einzigartige Niederungslandschaft dar. Eigentlich bekannt als das Trappengebiet Deutschlands, stellt es im Sommer das Bruthabitat für Vögel der Agrarlandschaft zur Verfügung.

Schön sind Wiesenweihen beim niedrigen Suchflug, dann plötzlichen Halt während des Flugs mit anschließendem Sturzflug Continue reading Wiesenweihen im Jagdflug im Havelländischen Luch

Junge Ringeltaube auf Holunderstrauch

RingeltaubeDer Blick sucht die Weite des Havelländische Luch bei Buckow  ab. Weihen, vor allem Rohrweihen(Circus aeruginosus) und Wiesenweihen (Circus pygargus) finden hier ein perfektes Jagdgebiet. Vor allem in den frühen Morgenstunden und in den Abendstunden kurz vor der Dämmerung kann die Jagd mehrerer Weihenarten beobachtet werden. Beobachtungstürme bei Buckow und bei Garlitz bieten Beobachtern hervorragende Möglichkeiten, den Weihenflug aus erhöhter Perspektive und relativ nah mitzuerleben. Aber auch sonst stellt diese einzigartige Niederungslandschaft einen guten Lebensraum für Vögel dar. Direkt am Beobachtungsturm bei Buckow steht ein Holunderstrauch der Art Schwarzer Holunder (Sambucus nigra). Er ist keine 8 Meter vom Turm entfernt und oben schon recht kahl. Mit seinen vertrockneten, flechtenbewachsenen Zweigen bietet er auf Augenhöhe mit dem Beobachtungsfenster des Turms einen guten Platz, um aufgebaumte Vögel aus erhöhter Perspektive und sehr nah zu erleben. Dieser Holunder scheint ein ganz besonderer Anziehungspunkt zu sein.

Meist sind es Singvögel, die die erhöhte Warte nutzen. Eine Überraschung war dann aber doch, daß plötzlich auf der Holunderspitze eine dunkel wirkende Taube saß. Wie sich beim zweiten Blick herausstellte, handelte es sich um eine junge Ringeltaube (Columba palumbus). Arttypisch ist Continue reading Junge Ringeltaube auf Holunderstrauch

Blauracken in ihren Brutgebieten

BlaurackeWenn ab April die Blauracken (Coracias garrulus) ihre tollkühnen und ausgelassenen Balzflüge vollführen, zeigen sie laut „rackend” bei taumelnden Sturzflügen ihre ganze Schönheit. Das Tintenblau ihrer Schwingen (beim Sitzen nur ganz schwach erkennbar) raubt dem Betrachter förmlich den Atem. Es ist allerdings etwas schwer, sicher vorauszusagen, wann die Blauracken in ihren Brutgebieten zu finden sind. So treffen sie in Spanien im April ein, in Ungarn dagegen erst im Mai. In den nördlicheren Ländern wie Polen, wo die Blauracke in Auwäldern brütet, kann es noch später werden. Besonders schöne Ergebnisse kann man während der Paarbildung erzielten. Dann sind die Vögel lärmend, auffällig und verteidigen ihre Reviere gegen Rivalen, da sie oft in geringen Abständen voneinander brüten. In der Nähe der künftigen Bruthöhle kann man sie häufig allein oder als Paar auf beliebten Sitzwarten beobachten und aus dem Tarnzelt heraus fotografieren. Wichtig für den Fotografen ist, daß sich keine Leitungen im Revier der Blauracken befinden, ansonsten sitzen die Vögel mit großer Wahrscheinlichkeit darauf, was als Gegenlichtaufnahme gegen einen grauen Himmel fotografisch nicht allzu ergiebig ist. In der Gegend von Caceres in Spanien nisten die Blauracken in Nistkästen an Hochspannungsmasten. Der Beobachter wird sich darüber freuen, der Fotograf aber weiter nach „natürlicheren” Sitzwarten suchen.

Selbst mit guten Autofokus der neuesten Generation Continue reading Blauracken in ihren Brutgebieten

Ein Habichtweibchen am Nest in Berlin

HabichtweibchenBerlin scheint sich ja zur absoluten Habicht-Hochburg in Deutschland zu entwickeln. Wie die Meldungen in Ornitho.de ausweisen, sind auch in diesem Frühjahr/ Sommer etliche Beobachtungen von Brutpaaren aus den Berliner Stadtbezirken zu vermelden. Meldungen vom Habicht (Accipiter gentilis), kamen allein für die letzten 3 Wochen vom Volkspark Rehberge, dem Volkspark Hasenheide in Neukölln bzw. Kreuzberg, dem Bäkepark, dem Tiergarten bzw. auch dem Großen Tiergarten in Charlottenburg, aus Tempelhof, dem Flughafensee Tegel sowie dem Steinbergpark am Waidmannsluster Damm in Tegel. Grund genug sich die Parks in Berlin mal näher anzugucken.

Ein wunderschöner Morgen macht sowieso Lust auf ein Birding-Erlebnis. Die Sonnenstrahlen kommen gerade durch die Blätter und die Zweige dieses recht natürlich wirkenden und doch innerstädtischen Parks im Norden von Berlin. In nur 3 km befindet Continue reading Ein Habichtweibchen am Nest in Berlin

Immature Steppenweihe im Havelländischen Luch

Steppenweihe_A9T0831Eine immature Steppenweihe (Circus macrourus) wird schon seit einigen Tagen – vielleicht schon seit dem 14. Mai – aus dem Havelländischen Luch auf ornitho.de gemeldet. Bei einem Besuch des Turms bei Buckow, mitten im Havelländischen Luch, konnten heute an Pfingstmontag sehr interessante Beobachtungen von einem jagendem Exemplar, wohl ein Männchen im 2. Kalenderkleid, über einen längeren Zeitraum gemacht werden. Im Flug waren wie schon bei den Beobachtungen an den Vortagen die hell durchscheinenden Handschwingen-Spitzen, die helle Hinterkante der inneren Handschwingen, die dunkle Unterseite der Armschwinge, die helle, nur leicht gestreifte Brust- und Bauchpartie und vor allem der kontrastreich abgesetzte, durchgängig helle Kragen sehr einprägsam.

Wie schon bei der vorherigen Beobachtung dieses Irrgastes aus dem Osten der Paläarktis – vom Schröcker Feld bei Weimar – mußte man sich eine Weile gedulden. Die Weihe startete das erste Mal kurz vor 10:00 (9:55) am Zaun des Trappengeheges und bestrich auf den Jagdflügen Continue reading Immature Steppenweihe im Havelländischen Luch

Blauracken-Fotografie

BlaurackeMit ihren strahlenden Farben ist die Blauracke ein außergewöhnlich attraktives Motiv für Vogelfotografen. Mit rauhen Rufen markieren die Blauracken ihre Brutreviere: „Rack-rack-rack”, ein rollendes raues Krächzen in den Baumkronen. Roller heißt die Blauracke (Garrulus coracias) daher auch in England.

Die Blauracke ist ein Vogel von exotischer Farbenpracht, mal türkis, mal tintenblau, von kräftiger, krähenartiger Statur, mit mächtigem, hakigen Schnabel und der oben beschriebenen charakteristischen rauhen Stimme.

Die Blauracke (Coracias garrulus) hat etwa die Größe eines Eichelhähers (Garrulus glandarius). Sie ist aber ein Vertreter der Racken und damit mit den Krähenvögeln nicht Continue reading Blauracken-Fotografie

Habichtskauz in der Lüneburger Heide.

HabichtskauzDie Meldung eines Habichtskauz (Strix uralensis) mitten in Mitteleuropa würde sicher die Birder – nicht nur in Deutschland – mindestens so elektrisieren, wie die Beobachtungen der Sperbereule (Surnia ulula), die im Winter 2013/14 an verschiedenen Stellen in Deutschland gemeldet wurden. Ein Habichtskauz (Strix uralensis) wäre vielleicht sogar eine noch größere – wenn auch nicht undenkbare – Überraschung. Wie ich einem Bericht von Rudolf Kuhk in den Ornithologischen Monatsberichten, 50. Jahrgang. Mai/Juni 1942. Nr. 3. entnehmen konnte, hat es auch in vergangenen Jahrzehnten Birder gegeben, die Seltenheiten auf der Spur waren und darüber ausführlich berichteten.

So will ich den damaligen Bericht (in Auszügen) den interessierten Ornithologen nicht vorenthalten: „… Seit dem Jahre 1939 habe ich mich bemüht, das in der Lüneburger Heide entdeckte Brutgebiet des Rauhfusskauzes (Aegolius funereus) hinsichtlich seiner Ausdehnung zu erforschen. Hierbei wurde mir in diesem Frühjahr eine Überraschung Continue reading Habichtskauz in der Lüneburger Heide.

Warum der Mittelsäger Säger heisst

MittelsägerMittelsäger (Mergus serrator) sind wie die anderen Säger-Arten faszinierende Wasservögel. Das Männchen kommt sehr bunt daher und im zeitigen Frühjahr ist die beeindruckende Balz mit ausgeprägtem Tauch- und Imponierverhalten zu bewundern. Dabei wird auch immer wieder der Schnabel in Szene gesetzt. Dabei lassen sich sehr gut die markanten und namensgebenden „Zähne“ erkennen.

Auf dem Foto des Blogs sind sie sehr gut zu erkennen. Seitlich tauchen die mit kleinen, nach hinten gerichteten Hornzähnen Continue reading Warum der Mittelsäger Säger heisst

Halsbanddohlen im Havelland ??

HalsbanddohleDie nächsten Brutgebiete der Dohle der Subspezies soemmerringii, die im Deutschen auch Halsbanddohle genannt wird, liegen im Süden Finnlands. Das Heimatgebiet erstreckt sich aber über einen riesigen Bereich, der sich östlich bis an den Baikalsee, Sibirien und den Nordwesten der Mongolei erstreckt. Im Englischen wird diese Dohle (der ssp. soemmerringii) auch “russische Dohle” (Russian Jackdaw) genannt. Diese Subspezies ist für unsere Nachbarn im Westen eine echte Rarität. Während ssp. soemmerringii noch nicht mal offiziell auf der britischen Liste ist, wird sie zumindest als ein sehr seltener Wintergast in den Niederlanden geführt. Die Dohle (Corvus monedula soemmerringii) wird aber auch in Deutschland Continue reading Halsbanddohlen im Havelland ??

Habicht, Vogel des Jahres

HabichtHeimlichkeit ist für den Habicht oberstes Gebot. Das mit braunem Tropfenmuster versehene Brust- und Bauchgefieder der Jungvögel löst die Konturen seines Körpers visuell auf, ebenso die im Altersgefieder quer verlaufenden dunklen Streifen, die Sperberung. Häufig sucht der Habicht (Accipiter gentilis) sichere Deckung zwischen Ästen und Blättern auf.

Zum Zweck des Vogelschutzes soll er nun aus seiner Anonymität hervorgeholt werden. Der Habicht ist der „Vogel des Jahres 2015“, wie in Berlin zuletzt von 2 Naturschutzverbänden bekanntgegeben wurde. Warum haben der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) den Habicht nun zum „Vogel des Jahres 2015“ gewählt?

Laut Erklärung des NABU und LBV soll die Benennung eines „Vogel des Jahres“ ein aktuelles Continue reading Habicht, Vogel des Jahres

World Shorebirds Day – Welt-Küstenvogeltag

AlpenstrandläuferDer Welt Shorebird-Tag ist für den 6. September 2014 angekündigt Shorebirds Unite Us | World Shorebirds Day. Sicherlich eine sehr nützliche und interessante Veranstaltung.  Und – auch Sie können teilnehmen. Zögern Sie nicht, Ihren Punkt auf der großen Weltkarte hinzufügen.

Vorher sind ein paar Schritte notwendig. Was Sie tun müssen, um als Teilnehmer bekannt zu sein (und an Ausschreiben teilzunehmen).  Hier sind die Schritte:

1. Besuchen Sie die offizielle Google- Karte des Welt Shorebird-Tag und fügen Sie Ihre Stelle ( eine Markierung anbringen und nennen Sie es mit dem Namen des Ortes ) ein, wo Sie vorhaben, Küstenvögel zu zählen. Ein Standort ist auch ein Eintrag Continue reading World Shorebirds Day – Welt-Küstenvogeltag

Steppenweihe – Weihentreff auf dem Schröcker Feld bei Marburg

SteppenweiheSeit mindestens Samstag, den 19. Juli 2014, hält sich auf dem Plateau östlich von Marburg, das Schröcker Feld genannt wird, eine männliche Steppenweihe (Circus macrourus) auf. Die Weihe wirkte sehr hell, fast weiß, hatte aber – wie auf dem Foto des fliegenden Männchens der Steppenweihe erkennbar – einen schmutzigen Anflug auf Continue reading Steppenweihe – Weihentreff auf dem Schröcker Feld bei Marburg

Sperbergrasmücke mit Zecke am Fertő-tó (Neusiedler See) – Ungarn

SperbergrasmueckeDas Weibchen der Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) ist jetzt endlich aus dem dichten Holunderbusch hervor gekommen. Die ganze Zeit schon hatte ich auf der Suche nach der Sperbergrasmücke aufmerksam die Gegend abgehört. Es ist aber ziemlich heiß und allein der Warnruf der Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) ist zu hören. Dann ist auch mal ein Männchen vom Neuntöter (Lanius collurio) zu sehen. Das Revier verteidigt er von einer erhöhten Warte an einer Feldeinfahrt aus. Es ist schon 8:00 als ich dann doch eindeutig den Alarmruf Continue reading Sperbergrasmücke mit Zecke am Fertő-tó (Neusiedler See) – Ungarn

Junger Wiesenpieper in den Schoorlse Duin in Noord-Holland/ NL

WiesenpieperDer junge Wiesenpieper (Anthus pratensis) schaut noch ein wenig ängstlich – aber auch neugierig. Ein paar wunderschön, bunt blühende Pflanzen am Rande eines ausgezeichneten Dünenlebensraums beeindruckten neben ihrer Schönheit mit einer starken Anziehungskraft auf einige Singvögel. Die blühenden Pflanzen und deren Saat zog vor allem Finken wie den Karmingimpel (Carpodacus erythrinus), aber auch Continue reading Junger Wiesenpieper in den Schoorlse Duin in Noord-Holland/ NL

Bestimmungsbuch zu den Vögeln Mitteleuropas von W. Fiedler

VögelMittelleuropassicherbestimmenVogelbeobachtung ist hierzulande noch nicht so populär wie etwa in Skandinavien, Großbritannien, oder den Niederlanden, aber die Zahl derVogelfreunde und Birdwatcher wie die Zunft in Deutschland inzwischen auch genannt wird, nimmt ebenfalls zu. Der Quelle & Meyer Verlag hat nun ein Bestimmungsbuch zu den Vögeln Mitteleuropas angekündigt, das u.a. von W. Fiedler, der auch am Kompendium der Vögel Mitteleuropas gearbeitet hat, erstellt wird.

Das Bestimmungsbuch wird Continue reading Bestimmungsbuch zu den Vögeln Mitteleuropas von W. Fiedler

Amerikanische Krickente in den Rieselfeldern Münster

Carolinakrickente, Amerik. KrickenteEine als Carolinakrickente – oder Amerikanische Krickente – bekannte nahe Verwandte unserer  Krickente (Anas crecca) aus Nordamerika hält sich seit einigen Tagen im Münsterland auf. In den Rieselfeldern ist die Art seit mindestens dem 16.03.14 auf dem Teich E1 zu sehen. Erstmalig wurde sie dort von H. Lauruschkus, J. Schröder, T. Leimbach, U. Wellerdieck, W. Scharlau entdeckt. Die männliche Carolinakrickente (Anas carolinensis) hielt sich am 24. März 2014 ab mittags zuerst versteckt. Damit blieb sie den teils von weither Continue reading Amerikanische Krickente in den Rieselfeldern Münster

Braunwürger noch im Gelderland/ Niederlande

Brown ShrikeEin Irrgast und doch ist der Braunwürger (Lanius cristatus) – eine Erstbeobachtung für die Niederlande – immer noch an der gleichen Stelle im Gelderland zu sehen. Wie Sie auf der Website der niederländischen Vogelbeobachter “waarneming.nl” sehen können zieht dieser Würger nahe der deutschen Grenze zwischen Doetinchem und Emmerich immer noch viel Twitcher und Ornithologen in seinen Bann. Fast vier Wochen ist er jetzt im Gelderland anzutreffen – nahe Netterden, in der Netterdensche Broek. Der Braunwürger war in der Nähe von Gendringen am 18. Januar 2014 gefunden worden. Das Gebiet liegt im äußersten Südosten der Provinz Gelderland, gerade mal 3 km von der deutschen Grenze entfernt. Bisher hat sich der Würger sehr kooperativ verhalten und konnte heute, 14. Februar 2014, wieder bei Continue reading Braunwürger noch im Gelderland/ Niederlande

Ornithologie für Einsteiger, neues Buch von Professor Michael Wink

Cover Ornithologie fuer EinsteigerVogelbeobachtung ist hierzulande noch nicht so populär wie etwa in Großbritannien, aber die Zahl der Birdwatcher und Birder (wie die Zunft auch in Deutschland inzwischen genannt wird) nimmt ebenfalls zu. Professor Dr. Michael Wink vom Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg beschäftigt sich seit Jahren neben Arznei- und Giftpflanzen, Pharmakologie und Evolutionsforschung mit der Ornithologie. Seine Erfahrungen hat er in dem Sachbuch „Ornithologie für Einsteiger“ zu Papier gebracht

Das Buch ist in zwei größere Abschnitte gegliedert: Das erste Kapitel liefert eine allgemeine Einführung, vor allem in die Geschichte der Vogelbeobachtung und die wissenschaftliche Ornithologie. Die nächsten drei Kapitel im Teil I sollen dem Einsteiger helfen, selbst erfolgreich Vögel zu beobachten. Dort geht es vor allem darum, wie, wo und wann man Vögel bei uns in Mitteleuropa beobachten kann. In Kapitel 5 erfährt der Leser, wie sich Vögel im eigenen Garten durch Füttern, Aufhängen von Nistkästen und Schaffen von Brutmöglichkeiten anlocken lassen.

Der Teil II ist eher als Einführung in die wissenschaftliche Ornithologie konzipiert, in dem die Themen Evolution, Systematik, Anatomie, Physiologie, Ernährung, Fortpflanzung, Kommunikation, Mortalität und Krankheiten, Ökologie, Verbreitung, Vogelzug und Gefährdung zwar kurz, aber mit wissenschaftlichem Anspruch abgehandelt werden. Ein Artenindex der Vögel Deutschlands mit aktueller Systematik schließt das Buch ab. Diese Kapitel können auf Fachtermini nicht verzichten, diese werden Continue reading Ornithologie für Einsteiger, neues Buch von Professor Michael Wink

Gimpel: Weiß-rote-schwarze Bällchen in Bewegung

Bullfinch with wings upDompfaffe, Pyrrhula pyrrhula, werden in den Vogelbestimmungsbüchern heute meistens „Gimpel“ genannt. Diese farbenprächtigen Finkenvögel sind nun wieder verstärkt an den Futterplätzen zu beobachten. Auch letztes Jahr konnten sie dort mit anderen überwinternden Vögeln gesehen werden. Das Lieblingsfutter meiner in den letzten Wintern beobachteten und fotografierten Dompfaffe ist ein aus Rindertalg und Haferflocken hergestelltes Fettgemisch. Im Laden sind sie als Meisenknödel zu kaufen. Aber auch die ausgelegten Sonnenblumenkerne werden gerne verzehrt. Besonders auffällig ist das sehr aggressive Verhalten der Gimpel untereinander. Sind mehrere Exemplare in der Nähe, ist das Fotografieren oft nicht möglich, denn kaum fliegt ein Vogel den Futterplatz an, wird es schon vom nächsten verjagt. Vor allem die Männchen sind teils recht aggressiv. Aufgrund der Aufnahmesituationen im Winter fotografiert man manchmal bei langsamen Belichtungszeiten. Hier kann man aus der Not eine Tugend machen. Bei 1/30 sec. sind die Gimpel nur noch schemenhaft zu sehen. Dafür kommt die Dynamik des Streits umso besser zur Geltung. Dis ist schön zu sehen in der Galerie. Zu lange Belichtungszeiten dürfen es allerdings nicht sein, da dann nur noch Farben zu erkennen sind.

Es ist immer wieder ein faszinierendes Erlebnis, wenn sich nicht nur die Gimpel einfinden, sondern auch Rotkehlchen (Erithacus rubecula), Goldammer (Emberiza citrinella), Kleiber (Sitta europaea), Meisen (Parus sp.) Buchfinken (Fringilla coelebs) und manchmal sogar Continue reading Gimpel: Weiß-rote-schwarze Bällchen in Bewegung

Alle Vögel Schweiz – ein vollständiger Naturführer zu allen Schweizer Vogelarten on the App Store on iTunes

Vogelführer Schweiz I-PhoneAP CoverWanderungen über die Berggipfel der Schweiz, durch Wald und Wiesen und an Bächen und Flüssen können nun dank Smartphone zu einem fundierten Naturerlebnis werden. Wenn es nach Peter Mullen und Georg Pohland, 2 Ornithologen geht, soll in Zukunft niemand mehr auf sperrige Sachbücher angewiesen sein, um in der Wildnis einen bestimmten Vogel identifizieren zu können. Anhand der Farbe des Vogels oder Form seiner Flügel wird sein Smartphone erkennen können, um welche Vogelart es sich handelt. Das Programm wird bald auf den mobilen Endgeräten iPhone, iPad, and iPod touch die mit dem Betriebsystem iOS 5.0 (or später) verfügbar sein. Am besten läuft es mit dem iPhone 5. Doch nicht nur Vögel der Schweiz sollen künftig erkennbar sein. Die Reihe wird auch auf andere Länder ausgeweitet.

Alle Vögel Schweiz – ein vollständiger Naturführer zu allen Schweizer Vogelarten on the App Store on iTunes. -App für iPhone, iPod und iPad identifiziert und informiert Sie über alle 419 Vögel der Schweiz, die jemals registriert wurden. Die  Beschreibung erfolgt mit 1.800 hochwertigen Fotos in HD und über 700 Vogelstimmen. Sie können damit Vögel mit GPS kartieren, Listen anlegen

Es gibt 5 verschiedene Such-Modi, die  Ihnen beim schnellen Auffinden helfen. Vögel können dabei folgendermaßen Continue reading Alle Vögel Schweiz – ein vollständiger Naturführer zu allen Schweizer Vogelarten on the App Store on iTunes