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Balz der Trappen in La Serena/ Estremadura

GrosstrappeIm Osten der spanischen Provinz Badajoz findet man eine weite, trockene Landschaft, deren besonderer Reiz in dem Wechsel zwischen steppenartigen Gebieten und locker bewaldeten Flächen liegt. La Serena ist ein Steppengebiet, das für Naturfotografen ein sehr lohnendes Fotoziel mit exzellenten Aufnahmemöglichkeiten darstellt. Die überwiegend baumlose Gegend wirkt auf den ersten Blick eintönig und leer. Doch wer in der weiten Landschaft steht und ganz in Ruhe über die sehr sanft gewundenen, niedrigen Hügel in die Ferne blickt, überkommt ein Gefühl der Unbegrenztheit. Zusätzlich sind die Steppen von La Serena berühmt für ihre Steppenvogelwelt. Spiessflughuhn (Pterocles alchata), Sandflughuhn (Pterocles orientalis), Steinkauz (Athene noctua), Blauracke (Coracias garrulus), Kalanderlerche (Melanocorypha calandra) und dann vor allem die Trappen. Zwergtrappe (Tetrax tetrax) und Großtrappe (Otis tarda) sind in der Steppenlandschaft das Highlight.

Das für Vogelfotografen beeindruckendes Motiv ist zweifelsohne die Balz der Männchen der Zwergtrappen und der Großtrappen. Die Balzzeit der Großtrappen beginnt in den Steppen der Serena Mitte März und endet etwa Mitte Mai. Einzelne balzende Hähne sieht man jedoch auch noch Ende Mai. In den gut besetzten Revieren tauchen die Trapphähne in den frühen Morgenstunden als große, weiße „Blumen” auf. Minutenlang scheinen sie in der Balzhaltung aufzublühen. Nach der Vollbalzstellung geht der Hahn zur nächsten Balzstelle, die oft mehrere 100 Meter entfernt ist. Dabei nimmt er zumeist eine unvollkommene Balzstellung mit halbgefülltem Kehlluftsack und vorgeklapptem Schwanz ein, so daß seine weißen Unterschwanzfedern zu sehen sind. Diese Balzstellung wird auch eingenommen, wenn keine Hennen zu sehen sind. Das Erscheinen einzelner Hennen jedoch löst bei balzbereiten Hähnen sofort die Vollbalzstellung aus, bei der man nur die Augen und die senkrecht nach oben stehenden Barthaare erkennen kann.

Während bei der Balz der Großtrappen nur optische Signale ausgesandt werden, sind bei den Zwergtrappen auch akustische Signale vorhanden. Selbst nachts sind die rätschenden „Brrrret”-Rufe der Zwergtrappenhähne regelmäßig zu hören. Kurz vor Sonnenaufgang beginnen die Hähne mit ihrer Balzphase, die als „Territoriales Flügelschlagen” bezeichnet wird. Zuerst kommt das trommelnde Fußstampfen, anschließend erklingt der „Brrrret “-Ruf, dann kommt es zu einigen Flügelschlägen, bei denen der Vogel aber nicht vom Boden abhebt. Nach Sonnenaufgang beginnt die Sprungbalz. Hier folgt nach Fußtrampeln und „Brrrret “-Rufen ein von zwei Flügelschlägen begleiteter Sprung. Während dieses Sprunges sind die weißen Unterflügel weit über die Steppe sichtbar.

Die Fluchtdistanz der Großtrappen ist insgesamt sehr groß. Auch vor einem sich nähernden Auto flüchten die Trappen. Deshalb ist u.a. ein Ansitzzelt unbedingt notwendig. Das in geringerem Maße gilt für die Zwergtrappenbalz. Die Balzhandlungen werden zwar anfangs eingestellt, sobald sich ein Auto nähert. Aber später macht der Zwergtrappenhahn unbeeindruckt weiter. Auf den ersten Fotos nach dem Verschwinden ist dann aber erstmal nur ein sichernder Zwergtrappenhahn zu sehen. Auch ein Ansitzzelt wird von den Trappen nicht sofort in Fotoentfernung akzeptiert, so daß einige Tage nötig sind, um die Tiere an das Zelt zu gewöhnen. Vielleicht ist es da besser, sich einem professionellen Anbieter anzuvertrauen.

Erfahrene Fotografen, die in Tarnzelten ihre Ansitzzeit verbringen wollen, sollten vorher wissen, was sie fotografieren wollen. Die Verwendung eines Tarnzelts, eines Hides, verlangt vor allem Sitzfleisch, viel Wasser und Geduld verlangt. Hat man sich für ein Tarnzelt für die Großtrappe entschieden, muß man dort von Sonnenaufgang bis nach Sonnenuntergang verbleiben. Die Tarnzelte für die Großtrappe  werden von Ende März bis Anfang Mai von diesem Anbieter verwendet. Die lange Aufenthaltsdauer ist notwendig, um eine Störung in ihren Balzgebieten zu verhindern. Diese Regelung wird strikt angewendet. Geduld ist als ein Muß, denn eine ununterbrochene Sitzung von 14 Stunden ist sehr anspruchsvoll und kann sehr langweilig werden. Dazu sollte man wissen, daß das Revier der Großtrappe sehr weitläufig ist und Balzhandlungen können eigentlich überall vorkommen können. Es gibt keinen festen Balzplatz, wie z. B. bei der Birkhahnbalz, weshalb eine lange Brennweite von Vorteil ist.

Sollte man sich für das private Aufstellen eines Ansitzzeltes ist in der Serena entscheiden, sollte man berücksichtigen, daß dazu eine offizielle Genehmigung nötig ist. Man erhält sie bei der Naturschutzbehörde der Estremadura in Merida.

An einführender Literatur bietet sich das DuMont Reise-Taschenbuch „Extremadura“ von 11/2014 an. Auf knapp 300 Seiten stellt das DuMont Reise-Taschenbuch alle sehenswerten Orte und Ausflugsziele in der Extremadura übersichtlich vor. Stadtspaziergänge, ungewöhnliche Entdeckungstouren und ausgewählte Wanderungen mit Lieblingsorten des Autors, Jürgen Strohmaier, erschließen die Highlights und Besonderheiten der Region. Es gibt auch noch einen Vorgänger des Dumont Reise-Taschenbuchs „Estremadura”, das von H.-P. Burmeister stammt. Eine Alternative für den passionierten Birder ist „Where to Watch Birds in Southern and Western Spain: Andalucaia, Extremadura and Gibraltar (Where to Watch Birds) vom März 2008 von Andrew Paterson und Ernest Garcia.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis zu bewältigen, ist Bird-lens.com bestrebt, das Spektrum der Bilder von Vögeln der Westpaläarktis weiter auszubauen. Trips zu abgelegenen Orten, um Bilder von seltenen Vögeln der Westpaläarktis zu machen, waren sehr erfolgreich. Ebenso bringen Ausflüge in die nähere Umgebung immer wieder schöne Eindrücke und manch seltene Beobachtung, die – wenn es gut läuft – auch mit Fotos gekrönt werden kann. Dieses schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in der Galerie im “Picture-Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

Die Nilgans: zugereist aus Afrika

NilgansWer die Nilgans (Alopochen aegyptiacus) sucht, muss sich das arttypische Geschnatter einprägen, denn die ruffreudigen Ganter machen während der Brutzeit jetzt im März kein Geheimnis aus ihrem Aufenthaltsort. Die ursprünglich in Afrika beheimatete Nilgans ist inzwischen auch in Deutschland längst keine Ausnahmeerscheinung mehr.

Heute trifft man diese sogenannte Halbgans vielerorts häufig an. Ihre Verbreitung in Europa ging von Großbritannien aus, wo sie ausgewildert wurde und sich rasch vermehrte. Da der Ärmelkanal für Nilgänse keine ernst zu nehmende geografische Barriere darstellt, war es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Tiere auf dem europäischen Festland auftauchten. Seit 1980 gilt die Nilgans in Deutsch-land als etabliert und ihr Bestand hat bereits eine stattliche Größe erreicht. Nilgänse gehören mittlerweile zum gewohnten Bild vieler Seen und Teiche.

Ein – auch fotografisch – sehr ergiebiger Ort ist der Palmengarten im Westen der Innenstadt von Frankfurt/ Main.  Hier kann man die Nilgans leicht finden. Die Behauptung, daß sie nicht scheu ist und man sehr nah an sie heran kommt, erweist sich im Frankfurter Umland schnell als Trugschluß. Im Palmengarten Continue reading Die Nilgans: zugereist aus Afrika

Haubentaucher auf schwimmenden Nest fotografieren

HaubentaucherIch hatte gelesen, dass Haubentaucher (Podiceps cristatus) schwimmende Nester bauen, die aus der Ferne gut erkennbar sind. Wenn der See mit einer Schicht aus Eis am Ende des Jahres bedeckt ist, lassen sich die schwimmenden Haubentauchernester schon mal zu Fuß untersuchen. So lange – bis Mitte Februar – die Seen immer noch zugefroren sind, braucht man gar nicht weiter zu gucken. Es wurde Mitte März, als ich dann die im weiteren Umkreis gelegenen Seen so weit überprüft hatte, um zu wissen auf welchen See Haubentaucher zurückgekommen waren. Ich widmete mich der Stelle, wo die Vögel ausweislich der Winterkontrolle in dem Jahr zuvor gebrütet hatten. Ich bemerkte, dass die Haubentaucher bereits mit dem Bau einer flachen Brutplattform an der gleichen Stelle begonnen hatten. Aber, was die Haubentaucher bis zu diesem Zeitpunkt aufgebaut hatten, sah auf den ersten Blick nicht sehr vertrauenserweckend aus. Alles an Material war aus dem See gezogen: Teichrosenblätter, dünne Zweige, Tannenwedel und daumendicke Äste. Das Nistmaterial wurde einfach übereinander geschichtet und versank anschließend langsam wieder. Schließlich begann die Plattform aber doch zu tragen. Nun wurden nur noch frische Teichrosenblätter verwendet, die vom Boden des Sees abgeknipst wurden. Dies geschah, um die Konstruktion zu erhöhen. Das frische Grün der Blätter verführte auch einige Stockenten ( Anas platyrhynchos) an der Plattform ihren Hunger zu stillen. Aber solche Diebstähle wurden mit heftigen Haubentaucher-Angriffen unter Wasser bestraft.

Anfängliche Bedenken, dass die Haubentaucher meine Anwesenheit als lästig fühlen konnte, konnten nicht bestätigt werden. So war es mir möglich, ohne Tarnung zu beobachten und zu fotografieren. Die Haubentaucher hatten sich auf ihr ursprüngliches Nest konzentriert. Andere Nester, die in der Literatur sogenannte “Ritual-Plattformen”, konnte ich nicht erkennen. Die ganze Aufmerksamkeit der beiden Haubentaucher ist auf eine “Insel der Liebe” fokussiert. Die Konstruktion schien ziemlich robust und stabil zu sein.

Haubentaucher (Podiceps cristatus) verfügen ja über einen besonders spektakulären Balzablauf. Dies ist bereits ausführlich in einem Blog über Haubentaucher und ihre Balz beschrieben worden. Dabei sieht man Männchen und Weibchen zusammen mit aufgestellten Kopffedern schwimmen. Nach einer sogenannten “Brautgeschenk-Zeremonie” findet die Kopulation auf einer vorher zusammengetragenen Plattform aus Schilf, Zweigen und Unterwasservegetation statt. Das Weibchen schiebt seinen Oberkörper auf den Rand der Plattform und springt mit einem Satz auf die Insel auf. Das Weibchen lädt das Männchen flach liegend mit weichen “KoorrKoorr”-Rufen zur Begattung ein. Das Männchen umkreist die Insel der Liebe aufgeregt, und springt dann mit einem beeindruckenden Sprung von hinten auf den Rücken des Weibchens. Die Kopulation wird von noch mehr “Koorr-Koorr” begleitet bis das Männchen auf dem Rücken die richtige Position eingenommen hat. Die anschließende Begattung findet schnell statt. Anschließend verschwindet das Männchen wieder im Wasser.

Haubentaucher (Podiceps cristatus) sind recht häufige Vögel in Deutschland. Die Population ist dabei weitgehend konstant. Nach schwerer Verfolgung im 19. Jahrhundert wurde eine deutliche Erholung der Bestände seit der Mitte des 20. Jahrhunderts beobachtet. Die Taucher profitieren vor allem von der Steigerung der Nahrungsmittelversorgung von kleinen Fischen in nährstoffreichen Gewässern.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis zu bewältigen, ist Bird-lens.com bestrebt, das Spektrum der Bilder von Vögeln der Westpaläarktis weiter auszubauen. Trips zu abgelegenen Orten, um Bilder von seltenen Vögeln der Westpaläarktis zu machen, waren sehr erfolgreich. Ebenso bringen Ausflüge in die nähere Umgebung immer wieder schöne Eindrücke und manch seltene Beobachtung, die – wenn es gut läuft – auch mit Fotos gekrönt werden kann. Dieses schöne Bild der Haubentaucher ist nur ein erster Eindruck, was Sie in der Galerie im “Picture-Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

Schafstelzen bei der Fütterung: Fotografie-Tipps

WiesenschafstelzeEin frischer, dunstiger Frühsommermorgen mit der aufgehenden Sonne im Osten. Ein hoher Zischlaut weist auf einen Vogel mitten in der Agrarsteppe hin. Es ist eine Schafstelze (Motacilla flava), die sich mit ihrem Gelb jetzt im Sommer – anders als im Frühjahr auf dem Raps – sehr schön von den Getreidehalmen abhebt. Die Schafstelze hat 2 nahe Verwandte, die Bachstelze (Motacilla alba) und die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea). Alle Stelzen sind nicht so einfach zu fotografieren, denn sie sind munter und ständig – mit dem Schwanz wippend – in Bewegung.

Gegenüber ihren Verwandten, Bach- und Gebirgsstelze, ist die Schafstelze etwas kleiner und auch kurzschwänziger. Das kräftigere, klare, flächige Gelb der Kehle und der Unterseite, besonders beim Männchen, ist in der Leuchtkraft kaum zu überbieten. Als Lebensraum dienen der Schafstelze Viehweiden und Kulturland. Man sieht sie auf Wiesen und auf Brachflächen. In vielen Bundesländern ist sie aufgrund der immer intensiver betriebenen Landwirtschaft viel seltener geworden. Aus diesem Grund wird sie als gefährdete Vogelart eingestuft.

Ende März, sie waren anscheinend gerade erst aus dem Winterquartier gekommen, beobachtete ich einige Paare entlang der Dämme der Absetzbecken einer Zuckerfabrik. Auf vertrockneten, letztjährigen Wildstauden Continue reading Schafstelzen bei der Fütterung: Fotografie-Tipps

Ringeltaube: Brut zwischen Regenrinnen

RingeltaubeSchon 2 Jahre gibt es ein altes Nest, das direkt über einer belebten Kreuzung mitten in einer Kreisstadt in Brandenburg zwischen einem Gebäudevorsprung und dem Fallrohr einer Regenrinne geklemmt ist. Monatelang unbesetzt, hatte das alte Nest Anfang März auf einmal Besuch. 2 Ringeltauben (Columba palumbus) sassen auf dem Nest. Sie probten offensichtlich den Neststand und die Nestsicherheit. Ein Partner hatte sich schon platt auf dem Nest niedergelassen, während der andere auf dem Nestrand stand und von Zeit zu Zeit über den Rücken des anderen Partners auf die andere Seite des Nests wechselte.

Nach einigen Tagen Abwesenheit konnte nun wieder eine Ringeltaube auf dem Nest beobachtet werden. Wie eine Glucke tief in das Nest gedrückt, ist die Ringeltaube nun offensichtlich zur Brut geschritten. Die Nieplitzniederung ist Heimat vieler Vögel. So sind im Winter nordische Entenvögel zu beobachten. Es müssen aber nicht immer die außergewöhnlichen Arten oder die hohen Zahlen sein, die den Naturliebhaber faszinieren.

So eindeutig mitten in der Stadt hatte ich diese große Taube noch nicht brüten gesehen. Sie soll aber inzwischen nahezu flächendeckend in Deutschland bis in die Innenstädte verbreitet Continue reading Ringeltaube: Brut zwischen Regenrinnen

Das Blaukehlchen vor der Fotolinse

BlaukehlchenFriesische Nachtigall wird das Blaukehlchen (Luscinia svecica) zu Recht genannt. Dabei spielt nicht nur die Qualität des Gesangs eine Rolle. In seinem versteckten Umherlaufen am Boden unter den Büschen erinnert es ebenfalls an Nachtigallen. Gern stelzt es dabei den Schwanz auf. Sie ist nicht nur eine Schönheit unter den heimischen Singvögeln sondern – vor allem im Sommer und Herbst ein wahrer Heimlichtuer. Leider ist es in vielen Gebieten selten geworden und mancherorts vom Aussterben bedroht. Um ein singendes Blaukehlchen vor das Objektiv zu bekommen, bedarf es Ortkenntnis, Wissen über das Verhalten, ein wenig Glück und viel Geduld.

Als ich in den Rieselfeldern bei Münster zwischen Brombeer- und Weidengebüsch Vögel beobachtete, begegnete ich dem Blaukehlchen, einem der stimmgewaltigsten Singvögel unserer heimischen Vogelwelt. Seine Tonpalette reichte von scharfen, gepreßten Tönen bis hin zu spöttischen Imitationen verschiedener anderer Vögel. Am Anfang des Gesanges ist oft ein grillenartiges, rollendes Zirpen zu vernehmen. Eilig hob ich mein Fernglas und begann, diesen wunderbaren Sänger zu suchen. Mit gefächertem Schwanz saß das Blaukehlchen auf einem Weidenzweig und schien sich die pure Lebensfreude aus der Kehle zu singen. So sang es mal hier und mal dort. Ab und zu stelzte es auch seinen Schwanz, Continue reading Das Blaukehlchen vor der Fotolinse

Wasservögel auf Augenhöhe fotografieren

Chile-FlamingoIn der dünnen Luft habe ich nur schlecht geschlafen. Als der Wecker klingelt bin ich natürlich total erschossen. Aber die Aussicht auf ein außergewöhnliches Floßerlebnis lassen mich dann doch aufstehen. Bis ich alles erledigt habe, ist die Dämmerung doch schon angebrochen. Ich muß mich zuerst mal richtig kältefest machen. Fleece-Unterwäsche, 3 Fleeceshirts, ein Hemd, den blauen Marinepulli und den Ski-Unterzieh-Overall. In Kombination mit der Neopren-Wathose sieht es vielleicht etwas übertrieben aus, im Nachhinein merke ich aber, dass es oben herum zwar vielleicht zu warm, dafür an den Füßen ruhig etwas wärmer sein könnte. Im frühen Morgenlicht geht es dann los. Zuerst merke ich, daß die Vögel doch nicht so scharf darauf sind, in Nahaufnahme mit dem 2,8/300 fotografiert zu werden. Trotzdem gelingen ein paar stimmungsvolle Fotos. Unter anderem sehe und fotografiere ich: Riesenbläßhühner (Fulica gigantea), Anden-Flamingos (Phoenicopterus andinus), Andenmöwen (Larus serranus), Schopf-Ente (Anas specularioides), Inkataucher (Podiceps occipitalis). Also ganz Continue reading Wasservögel auf Augenhöhe fotografieren

Weissrückenspecht der Subspezies lilfordi: Habitatwahl

WeissrueckenspechtEin wunderschöner, naturnaher Mittelgebirgswald im zeitigen Frühjahr im Südwesten von Bulgarien. Hier ist die Heimal der lilfordi-  Unterart des Weißrückenspechts (Dendrocopos leucotos lilfordi).  Die  hier auftretende Subspezies lilfordi kommt fast nur auf dem Balkan und in der Türkei vor.  Der Weißrückenspecht bewohnt europäische Laubwälder  in denen er seine Hauptnahrungsquelle, in Holz bohrende und in und hinter der Rinde lebenden Insekten, vor allem Käfer und Motten-Larven findet. Diese  Nahrungsspezialisierung schränkt die Verbreitung der Art auf Laubwälder  in einem gewissen Alterswachstum ein. Die Wälder müssen reich an verfallenem und sterbendem Holz sein. Der Nahrungserwerb und die Habitatspezialisierung macht die Art bezüglich der Forstbewirtschaftungspraxis sehr empfindlich. Die Habitatansprüche der Art werden vor allem in Buchenwälder  im Alter von 80 bis 140 Jahren, mit vielen sterbenden und trockenen Bäumen erreicht. Es gibt offensichtlich eine Präferenz für Standorte ab ca. 1.000 und 1.600 m über NN. Verschiedene Arten von alten Mischwäldern anderer Baumarten werden auch vom Weißrückenspecht besetzt, aber in praktisch allen Fällen unter Beteiligung von Buchen. Die Art zeigt eine klare Präferenz zu tiefen Bachtälern, in denen in der Regel die dicksten und ältesten Buchen, Linden, Tannen und Fichten wachsen. Die Standorte weisen eine nördliche (manchmal nordöstliche oder nordwestliche) Exposition auf. Dies wiederrum stände in einem interessanten Gegensatz zu den Präferenzen der Nominatform Dendrocopos leucotos leucotos, die eher eine südliche oder südwestliche Ausrichtung der Berghänge bevorzugt. Eine Untersuchung bulgarischer Wissenschaftlicher führt weitere Habitatcharakteristika – wenn auch mit Schwerpunkt auf die höheren und weiter westlich gelegenen Rhodopen auf.

Das Silkosia-Naturschutzgebiet im Strandzha Naturpark weist diese Eigenschaften Continue reading Weissrückenspecht der Subspezies lilfordi: Habitatwahl

Das schwimmende TARNZELT

RothalstaucherEin würziger Geruch hängt in der Luft. In Schwaden zieht Nebel über das Wasser. Nur schemenhaft ist das andere Ufer zu erkennen. Außer Sichtweite der balzenden Rothalstaucher (Podiceps grisegena) lasse ich meine amphibische Konstruktion mit dem Tarnzelt darauf ins Wasser gleiten. Meine Füße berühren den erstaunlich schlammigen Grund. Wie in Zeitlupe bewege ich die Füße in den hohen Watstiefeln Schritt für Schritt nach vorn. So schwimmt das das Floß mit dem Tarnzelt langsam vom Ufer in Richtung der Rothalstaucher.  Ich gratuliere mir zu der Idee, die dem Fotografen erlaubt, ein Motiv aus einer sehr niedrigen Perspektive  – praktisch auf Augenhöhe – anzuvisieren und damit eine ungewöhnliche Aufnahmeposition einzunehmen. Da die Vögel an Flüssen, Seen und an der Meeresküste in der Regel eine Gefahr eher vom Land her erwarten und nicht vom Wasser, bietet ein schwimmendes Versteck außergewöhnliche fotografische Möglichkeiten. Mit Hilfe eines amphibischen Tarnzeltes kann man auf der Fotopirsch bis in die unmittelbare Nähe von Wasservögeln gelangen, ohne sie zu verscheuchen.

Einige Vögel schwimmen völlig unbeeindruckt von meiner Anwesenheit nur wenige Meter an der niedrigen Kuppel des Verstecks vorbei, die 80 cm aus dem Wasser herausragt. Am nahen Continue reading Das schwimmende TARNZELT

Gänsefotografie auf Texel

RingelgansAuch in den Niederlande ist das Wattenmeer für viele nordische Vogelarten Rast-, Ruhe- und Winterquartier. Gänse bevölkern zu Tausenden das Watt, die Salzwiesen und die küstennahen Feuchtgebiete. Besonders bemerkenswert auf Texel sind die Meergänsearten, zu denen neben der Ringelgans die Nonnengans, die Rothalsgans und die Kanadagans zählen. Ihr Brutareal ist die arktische Kältewüste und arktische Tundra Eurasiens und Nordamerikas. Neben Ringelgänsen, Zwergschwänen und Entenarten bieten die westfriesischen Inseln und die angrenzenden Küstenregionen im Winter hervorragende Beobachtungsmöglichkeiten auch für andere Vogelarten.
Äsende Gänse lassen sich gut aus dem am Straßen- oder Wegrand parkenden und obendrein warmen Auto heraus fotografieren. Für Flugaufnahmen hat sich eine besondere Technik bewährt. Während eines Winteraufenthalts fuhr ich jeden Morgen um kurz nach acht auf den Deich bei Oost, neben der bekannten Windmühle Het Noorden. Hier fliegen gegen 8.30 Uhr die Ringelgänse kurz vor Sonnenaufgang vom Watt in Richtung De Cockdorp über den Deich. Dabei fliegen sie in geringer Höhe über die Wiesen und Deiche. Man kann sich dann im Rücken nah an Continue reading Gänsefotografie auf Texel

Greifvögel am Rehluder

MäausebussardObwohl es gerade erst dämmert, ein zarter roter Streifen am Horizont zu sehen ist, ist das Rätschen der Elstern unüberhörbar. Das Reh – ein Verkehrsopfer – liegt gut 25 Meter vor dem tonnenförmigen Hide. Angespannt warte ich auf die Ankunft des Seeadlers (Haliaeetus albicilla). Diese großen Greife sind zumindest im Osten Deutschland eine nicht ungewöhnliche Erscheinung. Trotzdem ist es nicht leicht, ein Exemplar aus nächster Nähe zu fotografieren. Zuerst aber beobachte ich ausgiebig einen Trupp mit gut 5 Elstern (Pica pica), der sich zänkisch und trotzdem erfolgreich dem gefrorenen Kadaver widmet. Irgendwann kommt auch mal ein junger Mäusebussard (Buteo buteo), der allerdings vorsichtig auf dem daneben liegenden Baumstamm Platz nimmt. Nachdem sich die tiefstehende Morgensonne anfangs durchsetzt und mit ihrem warmen Streiflicht für eine ganz besondere Lichtstimmung sorgt, zieht sich der Himmel anschließend zu. Drinnen bullert der Gasofen, draußen ist es 2° C kalt. Es fängt an mit großen Flocken zu schneien. Ein Traum wie das tote Reh immer weißer wird und sich die schwarz-weißen Vögel im dichten Schneetreiben verköstigen. Die Lage der Futterstelle und die Artenzusammensetzung ist aber auch perfekt.

Von den guten Fotografiermöglichkeiten konnte ich mir auf Continue reading Greifvögel am Rehluder

Elstern im Schneetreiben am Köder

Alles ist wie mit einem weißen Mantel zugedeckt. Unter der Schneedecke zeichnen sich die Umrisse eines Rehs ab. Zuerst ist nur das Rätschen der Elstern (Pica pica) unüberhörbar. Das Reh – ein Verkehrsopfer – liegt gut 25 Meter vor dem tonnenförmigen Hide. Die Elstern müssen sich direkt neben dem Hide in der Weißdornhecke befinden. Dann traut sich die Erste. Im tiefen Flug mit einem eleganten Schwanzaufstellen kurz vor der Landung, geht die Elster kurz vor dem Kadaver nieder. Vorsichtig nähert sie sich dem braunen Etwas. Dicke Schneeflocken geben der Szenerie einen melancholischen Grundtenor. Schnell steht die Elster auf dem Reh. Ein beherztes Picken in die aufgerissene Wunde und der erste rote Fleischhappen ist im Schnabel zu sehen. Das läßt die Artgenossen nicht ruhen. Eine nach der anderen kommt die ganze Sippe angeflogen. Immer wieder steht mal die eine oder die andere Elster auf dem Reh und holt sich ihren Anteil. So beobachte ich ausgiebig den Trupp, der wohl insgesamt Continue reading Elstern im Schneetreiben am Köder

Steinadler am winterlichen Köder

SteinadlerAuch aus großer Höhe entdecken die scharfen Augen jede Beute. Es dauert trotzdem stundenlang, bis man den eindrucksvollen Steinadler (Aquila chrysaetos) am Köder im Winter beobachten kann. Und dann hat man auch noch Glück. Die erste Beobachtung eines Besuchs eines Steinadler an einem Luder lief so ab, daß ein junger Vogel nur kurz auf einer Kiefer saß, bevor er wieder verschwandt. Der Adler hatte nicht einmal versucht, sich am Kadaver eines ausgelegten Fuchses zu bedienen.

Möglicherweise hatten sie mich auch beobachtet, als ich in der Dämmerung mein Versteck aufsuchte und glaubte, daß kein Adler in der Nähe sei. Vielleicht war es aber so, daß ein Adler einige Kilometer entfernt auf einem Baum auf einer Bergkuppe saß und dorthin nach abgeschlossener Mahlzeit zurückkehrte. Es ist fast unmöglich, ein Versteck zu bauen, ohne daß die Adler eine Möglichkeit zur Einsicht haben. Obwohl das Versteck gut isoliert war, hatte ich die Befürchtung, daß die Greife durch das Auslösegeräusch der Kamera gestört würden. Die „Geräuschkulisse” schienen aber nicht wirklich zu stören. Das Geräusch der Kamera war bei der nicht sehr leise arbeitenden Canon EOS 1 DX Continue reading Steinadler am winterlichen Köder

Wie findet man Kleinspechte

KleinspechtDer Kleinspecht darf eigentlich in keiner fotografischen Sammlung westpaläarktischer Vögel fehlen. Leider treibt er häufig in den Baumwipfeln herum und ist auch deutlich weniger gesprächig = lautstark als sein größerer Gattungsgenosse, der Buntspecht (Dendrocopos major). Als der kleinste Specht – nicht größer als ein Singvogel – ist er auch vielfältigen Bedrohungen und Verfolgungen ausgesetzt; nicht zuletzt von anderen Spechtarten.

Trotzdem gibt es einige Taktiken, die der versierte Naturliebhaber verfolgen kann, um zu schönen Beobachtungen dieses schwarz-weißen Spechts mit der beim Männchen roten Kappe zu gelangen. Eine der besten Zeiten – so habe ich zumindest nach Auswertung meines Kleinspechts-Fotoarchivs herausgefunden – gelangen mir im Winter wenn der Kleinspecht bei der Nahrungsaufnahme zu beobachten ist.

Das leise Klopfen bei der Nahrungssuche ist sicher eine Hilfe. Nur muß man dazu schon recht nah dran sein. So lautstark wie die beiden anderen schwarz-weißen Spechte, vor allem der Continue reading Wie findet man Kleinspechte

Wasseramseln: eine fotografische Herausforderung

Über schnellfließenden, klaren, sauberen Flüssen und BächenWasseramsel ist mitunter der Flug eine dunklen Vogels zu erkennen. Im Tiefflug schießt er über das Wasser, umgeht dabei meisterhaft evtl. aus dem Wasser ragende Felsen und umgestürzte Bäume und ist auch schon um die nächste Biegung des Baches verschwunden. Für eine an Gefiederdetails orientierte genaue Artbestimmung dauert der Vorfall viel zu kurz. Zum Glück ist die Auswahl gering. Das Artenspektrum in dem Habitat ist überschau. Viel mehr als den Eisvogel (Alcedo atthis), die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) und die Wasseramsel (Cinclus cinclus) gibt es dort nicht.

Manchmal findet man Wasseramseln an den schönsten naturnahen Bächen, manchmal aber auch mitten in deutschen Innenstädten oder auch an Ausflugslokalen – gerade wenn es sich – wie bei dem Bild des Blogs – um alte Mühlen oder Wanderwege wie z.B. im Neandertal handelt. An letzteren Stellen sind Wasseramseln an menschliche Anwesenheit und Annäherung gewöhnt und reagieren nicht so scheu.

Die Hauptnahrung der ganzjährig bei uns verweilenden Wasseramseln stellen Wasserinsekten und Würmer dar, welche die Wasseramseln am Grund eines flachen Flusses oder Baches suchen. Um an diese Nahrungsquelle heranzukommen, schwimmen bzw. tauchen Wasseramseln unter Wasser oder laufen auf dem Grund eines Gewässers entlang. Kiesreiche Flachwasserbereiche mit Continue reading Wasseramseln: eine fotografische Herausforderung

Stockente als erfolgreicher Fischjäger

StockenteDer morgendliche Ausflug zum Blankensee verschaffte dem Frühaufsteher nicht nur eine wunderschöne Wasserlandschaft an einem eindrucksvollen Wintermorgen mit Minustemperaturen und Nebel sondern auch wieder bemerkenswerte Vogelbeobachtungen. Neben den allgegenwärtigen Graureihern (Ardea cinerea) und Silberreihern (Ardea alba) waren auch mindestens 3 Rohrdommel (Botaurus stellaris) im ersten Dämmerungslicht zu sehen. Die Entenvögel waren mit Stockente (Anas platyrhynchos), Bergente (Aythya marila), Zwergsäger (Mergellus albellus) und Gänsesäger (Mergus merganser) gut vertreten.  Insgesamt konnte an dem frühen Morgen 31 Arten gesichtet werden.

Vom Verhalten sehr bemerkenswert war die Jagd der Stockenten. Ein Bohlensteg mitten durch das Schilf bietet auf der Ostseite des Blankensees dem Beobachter vor allem morgens sehr gute Möglichkeiten, die Vogelwelt des Schilfs zu sehen und zu fotografieren. Der Steg führt mitten durch einen Teil der sehr gut entwickelten Schilfflächen des Sees. Hier raschelte es immer wieder vernehmlich vom Aneinanderreiben der hohen Schilfhalme, ja manchmal hatte man den Eindruck, daß sich eine ganze Gruppe von anfangs Continue reading Stockente als erfolgreicher Fischjäger

Waldschnepfe im Balzflug

WaldschnepfeMöchte man die Waldschnepfe (Scolopax rusticola) beobachten, bleibt einem nicht viel anderes übrig, als sich an den richtigen Stellen zwischen April und Juli gegen Abend auf die Lauer zu legen und den Balzflug abzuwarten, denn ansonsten drückt sich die Art tagsüber gut getarnt in die Streuschicht des Waldbodens. Balzflüge sind in Mitteleuropa zwischen Anfang März und Ende Juli zu beobachten. Die Balzaktivität nimmt dabei mit fortschreitender Jahreszeit zu und kulminiert Mitte Juni. Die Hauptbalzflugzeit in der  Abenddämmerung dauert im Juni knapp zwei Stunden wobei die Männchen zu Beginn der abendlichen Balzphase in größerer Höhe fliegen. Mit abnehmender Lichtintensität wird die Flughöhe aber bis knapp über die Wipfelhöhe der Baumbestände reduziert Die Art bevorzugt generell feuchte Auen-, Laub- und Mischwälder mit Lichtungen und Schneisen.

Doch in Brandenburg lassen sich Waldschnepfen auch in Heiden mit lichten, sandigen Kiefernwäldern wie sie in Sekundärlebensräume wie Truppenübungsplätze oder stillgelegte Tagebauflächen auftreten, beobachten. In den östlichen Bundesländern findet Continue reading Waldschnepfe im Balzflug

Ziegenmelker zur Brutzeit

ZiegenmelkerRegelmäßig zieht es mich zu den Plätzen der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) in Brandenburg. Wenn die Dämmerung fast zur Dunkelheit geworden ist, beginnt ein anregendes, diskretes Schnurren im Dunkel des kleinen Birkenhains. Die Heide südlich von Berlin wächst immer mehr mit Kiefern, Espen und Birken zu. Aber noch ist der langandauernde Gesang des Ziegenmelkers zu hören. Das rhythmische Schnurren des Ziegenmelkers (Caprimulgus europaeus) ist über der Heiden und den angrenzenden Wäldern fast die ganze Nacht zu hören.

Während der Balz fliegt der männliche Ziegenmelker unter Flugrufen zu einer Singwarte. Dies ist oft ein armstarker abgestorbener Ast unter der benadelten Krone einer alten Kiefer. Es kann sich aber auch um einem hoch gelegenen Punkt innerhalb einer Freifläche oder Schonung, etwa zur Spitze einer jungen Kiefer, Birke oder Eiche handeln. Hier schnurrt das Männchen längere Zeit. Flügelklatschend sucht der männliche Ziegenmelker eine weitere Singwarte, auf und schnurrt von dort weiter. Wenn das Weibchen auftaucht, beendet das Männchen das Schnurren mit hohen, quiekenden Rufen und fliegt flügelklatschend Continue reading Ziegenmelker zur Brutzeit

Tageseinstand eines Ziegenmelkers

ZiegenmelkerSeitdem ich meinem ersten Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) in Brandenburg gesehen habe, sind nun schon mehr als 3 Jahren in´s Land gegangen. Dabei habe ich die Art jedes Jahr gesehen. Ich habe viele unvergessliche Begegnungen an schönen Sommerabenden erleben dürfen. Einige Männchen wurden an sehr fotogen Standorten im letzten Tageslicht beobachtet. Aber für ein vernünftiges Foto war es doch zu dunkel gewesen. Bei Reisen ins Ausland habe ich den ein oder anderen Vogel versehentlich an seinem Rastplatz aufgescheucht. Aber sie waren nie an der gleichen Stelle gewesen, wenn ich ein paar Tage später zurückgegangen bin. Ich hatte ein paar Flugfotos von Ziegenmelkern in der Dämmerung schießen können und sogar einige Exemplaren im Winterquartier in Südafrika im Autoscheinwerfer gehabt. Aber ein Bild eines Ziegenmelkers am Rastplatz im Tageslicht blieb ein Wunsch.

Tagsüber ruhen Ziegenmelker am Boden, auf Baumstümpfen oder auf starken Baumästen. Ziegenmelker ruhen meist liegend mit eingezogenem Kopf, auf Ästen liegen sie in Längsrichtung des Astes, um die Konturen in Ruhelage Continue reading Tageseinstand eines Ziegenmelkers

Schutzprojekt für den Papageitaucher

PapageitaucherDer Papageitaucher (Fratercula arctica) ist für viele Vogelfreunde der Inbegriff des koloniebrütenden Seevogels. Und richtig. In den großen Seevogelklippen des Nordens sieht man Papageitaucher oft in mehr oder weniger großen Gruppen auf Felsvorsprüngen stehen. Widmet man sich diesem Vogel eine Weile, sieht man, wie ein Papageitaucher nach dem anderen in hummelartigem Schwirrflug angeflogen kommt und sich dann gerne zu seinen Artgenossen gesellt.

Diese bei den Touristen besonders beliebte, recht kleine Vogelart behauptet sich in einer dichtgedrängten Vogelwand dadurch, daß Papageitaucher in selbstgegrabenen Wohnhöhlen siedelnd. Diese befindet sich meist 1 bis 4 Meter unter der Oberfläche. Unter Tage ziehen Papageitaucher ihren Nachwuchs auf. Mit Füßen und Schnabel wird eine komfortable Wohnung geschaffen, die sicher vor Angriffen größerer Vögel ist. Wie bei den anderen Alken (z.B. den Lummen) hat sich auch beim Papageitaucher aus der Kombination aus Nistplatzsicherheit und Feinddruck eine spezielle Anpassung entwickelt, die der Art eine Überlebenschance sichert.

Obwohl in vielen Kolonien noch recht häufig, ist es bekannt, dass einige britische Papageitaucher-Populationen schon deutliche Rückgänge erlitten haben. Das gleiche gilt für die Populationen Continue reading Schutzprojekt für den Papageitaucher

Gebirgsstelzen: Fotografie-Tipps

GebirgsstelzeEin leise dahin plätschernder Bach oder Fluß. Ein rhythmischer Ruf und schon ist der langschwänzige Vogel vorbei geflogen. Der flotte Flieger war eine Gebirgsstelze (Motacilla cinerea). Gegenüber ihren Verwandten, Bachstelze (Motacilla alba) und Schafstelze (Motacilla flava), ist die Gebirgsstelze etwas größer und auch langschwänziger. Das kräftigere, klare, flächige Gelb besonders beim Männchen, ist kaum zu überbieten. Als Lebensraum dienen der Art, die stärker an Wasser gebunden ist, als andere europäische Stelzenarten bewaldete, schattenreiche, schnell fließende Bäche und Flüsse mit Geröllufern und Nistmöglichkeiten bietenden Steilufern. Die Art kommt aber auch mitten in Siedlungen und im Gegensatz zur Wasseramsel auch an sehr kleinen, wenig Wasser führenden Bächen vor, solange sie rasch fließen und geeignete Nistplätze, schattige Stellen sowie Singwarten wie einzeln stehende Pfähle vorhanden sind. Ein guter Platz, um auf Gebirgsstelzen zu sehen und ggf. auf sie anzusitzen, ist mitten in Luckenwalde. Praktisch das ganze Jahr kann man mehrere Brutpaare an der Nuthe beobachten. Eines der Paare ist an einem ehemaligen Stauwehr zu Hause, an dem vor wenigen Jahren eine Fischtreppe eingebaut wurde. Dieser kleine Flußabschnitt liegt mitten im angrenzenden Stadtwald.

Durch die zahlreichen Stadtwaldbesucher sind die Gebirgsstelzen an „Publikumsverkehr” gewöhnt und lassen sich auch bei Continue reading Gebirgsstelzen: Fotografie-Tipps

Der Neuntöter: ein Jäger mit Vorratshaltung

NeuntöterWenn der Morgen graut, kommt Bewegung in die Hecke. Mit den ersten Sonnenstrahlen steht dann das Männchen des Neuntöters (Lanius collurio) auf einem trockenen Ast eines Holunders (Sambucus nigra). Die schwarze Maske im grauen Oberkopf und der rotbraune Rücken sind dann schön zu sehen. Wenig später kommt auch das Weibchen aus dem Dickicht.

Neuntöter halten sich bekanntlich in Hecken und Gebüschen der offenen Kulturlandschaft auf, wie sie noch in vielen Teilen Deutschlands vorkommen. Vor allem das Männchen sitzt dann gut sichtbar auf seiner Holunderwarte in der Feuchtwiesenlandschaft. Von hier konnte das Revier gut überblickt werden. Das Weibchen hat seinen Ansitz etwas tiefer und sitzt eher etwas verdeckt durch Blätter.

Neuntöter bevorzugen die Ansitzjagd. Als typischer Ansitzjäger Continue reading Der Neuntöter: ein Jäger mit Vorratshaltung

Neuntöter: im Sturzflug ins Nest

NeuntöterZuerst gab es nur den heiseren Ruf “dschääh” oder “teck”. Dann stand das Männchen des Neuntöters (Lanius collurio) auch schon im dämmrigen Morgenlicht auf einem trockenen Ast eines Holunders (Sambucus nigra). Die schwarze Maske im grauen Oberkopf und der rotbraune Rücken waren schön zu sehen. Wenig später kam auch das Weibchen aus dem Dickicht. Das Weibchen zeigte sich mit seiner einfarbig rötlich braunen Oberseite und der rahmfarbenen mit einer kräftigen Schuppung versehenen Unterseite.

Neuntöter brüten bekanntlich in Hecken und Gebüschen der offenen Kulturlandschaft wie sie noch in vielen Teilen Deutschlands vorkommen. So auch am Oberrhein bei Dossenheim-Schriesheim. Vor allem das Männchen saß dann gut sichtbar auf seiner Holunderwarte. Von hier konnte das Revier gut überblickt werden. Das Weibchen schien immer etwas tiefer und auch immer etwas verdeckt durch Blätter zu sitzen. Der trockene Holunderast erschien ihm wohl zu exponiert zu sein. Nun, am frühen Morgen, wurde ohne Ortswechsel recht lange auf der gleichen Warte verharrt, unterbrochen mal von einer Putzeinlage. Nach einiger Zeit wurden immer wieder Jagdflüge unternommen. Die ansonsten als Nahrung so wichtigen Großinsekten waren am frühen Morgen wohl noch nicht aktiv. Jedenfalls schien die Beute Continue reading Neuntöter: im Sturzflug ins Nest

Bartmeisen als Nahrungsspezialisten im Schilf

Bartmeise,Bartmeisen (Panurus biarmicus) sind zumindest für die Westpaläarktis ganz besondere Nahrungsspezialisten des Schilfs. Dazu sind sie sehr geschickte Kletterer. Möchte man Bartmeisen beim Fressen beobachten, ist es eine gute Strategie an den Rändern größerer Schilfflächen wie z.B. an entlang größerer Seen Bartmeisentrupps, die an frei einsehbaren Stellen des Schilfsaums mit dem Fressen beginnen, eine Weile zu begleiten.

Bartmeisen suchen eher geduldig eine ergiebige Nahrungsquelle ab und lassen sich so eine Weile beobachten und sogar fotografieren. Bei der Nahrungssuche klettern die langschwänzigen Vögel die Halme empor, um an die Samen der Schilfwedel zu gelangen. Diese werden dann systematisch leer gefressen, wobei sich die kleinen Vögel als Meisterturner erweisen. Es wird wie Continue reading Bartmeisen als Nahrungsspezialisten im Schilf

Wie kommt man zu schönen Wiesenweihenfotos?

WiesenweiheEin frischer Frühsommermorgen, die aufgehende Sonne im Osten, das Jubilieren der Feldlerchen (Alauda arvensis) im Ohr. Da kommt in leicht schaukelnden Flug  elegant ein Greifvogel tief über dem noch niedrig-gewachsenen Getreidefeld eingeschwebt. Beim Näherkommen fällt der zierliche Körperbau der Wiesenweihe (Circus pygargus) auf, die hier, im Bereich des Niederen Flämings, im Süden Brandenburgs einen Verbreitungsschwerpunkt hat und seit etwa Ende April zu sehen ist. Der Flug der Wiesenweihe ist elegant und leicht. Besonders während des Patrouillierens über der ebenen Agrarlandschaft schlägt sie langsam und tief mit den Flügeln.

Anfang Mai liegen die morgendlichen Temperaturen noch deutlich im einstelligen Bereich, bei Sonnenschein wird es später aber schon recht warm. Da stellt sich schon die Frage, wann und wie der Naturfotograf zu schönen Fotos dieser Greife kommt; selbstverständlich ohne die Weihen in irgendeiner Weise zu stören oder gar zu belästigen.

Dazu ist es wichtig, sich mit dem Tagesrhythmus der Wiesenweihen vertraut zu machen. Beobachtungen ergaben, daß an heißen Tagen Flugaktivitäten des Männchens meist am frühen Morgen bzw. späten Abend zu vermelden sind. In der Regel startet das Männchen bei Sonnenschein schon kurz nach Sonnenaufgang, so gegen 6.30 Uhr, um zunächst für sich selbst Beute zu schlagen. Mit der Beute fliegt es dann in Horstnähe und kröpft dort. Die späteste Rückkehr erfolgt zwischen 21:00 Uhr und 22.15 Uhr – also noch im Hellen. Bei Regen oder auch dichtem Nebel bricht das Männchen erst dann auf, wenn sich z.B. der Nebel lichtet. Continue reading Wie kommt man zu schönen Wiesenweihenfotos?

Luftkampf Wiesenweihe und Schwarzer Milan

WiesenweiheLaut und schrill rufend nähert sich die weibliche Wiesenweihe (Circus pygargus) dem gemächlich am Himmel kreisenden Schwarzen Milan (Milvus migrans). Über der Feldflur bei Oehna /Niedergörsdorf fand ein eindrucksvoller Luftkampf zwischen einer weiblichen Wiesenweihe und einem deutlich größeren, aber ebenfalls sehr gewandten, Milan über einem Getreidefeld statt. Dabei ging sie den Milan meistens von unten an, drehte sich kreischend auf den Rücken und präsentierte die Krallen. Obwohl sehr heftig der Flugfeind angegangen wurde. Ein direkter Körperkontakt konnte nicht beobachtet werden; es wurden wohl keine Federn gelassen. Doch die weibliche Wiesenweihe ließ – wohl direkt über dem ausgesuchten Brutplatz – nicht locker. Immer wieder attackierte die Weihe auf den Milan, der schließlich das Weite suchte und in Richtung Jüterbog abstrich.

Feststellungen in der Literatur, wonach sich Wiesenweihen am Brutplatz ängstlicher als Kornweihen verhalten, können zumindest für dieses Weibchen und seinen Partner nicht bestätigt werden. Neben der oben beschriebenen Attacke auf den Schwarzen Milan war auch ein Anflug auf Continue reading Luftkampf Wiesenweihe und Schwarzer Milan

Wie und wo kann man Eisvögel fotografieren?

EisvogelEin Stecken im Wasser im schönsten Sonnenlicht und darauf ein Eisvogel (Alcedo atthis). Das ist ein Bild, das viele Naturfotografen schießen wollen. Da stellt sich natürlich die Frage, was die Vorlieben und Gewohnheiten des Eisvogels sind. Wenn man sich intensiver mit der Eisvogelfotografie auseinandersetzt, fragt man sich wie z.B. ein Lieblings-Ansitz aussehen muß, wie die durchschnittliche Höhe über dem Wasser sein sollte, wie das Ausmaß ihres Territoriums ist, welche Stellen – bzgl. Tiefe und Strömung – entlang eines Gewässers angeflogen werden.

In dem Blog über die Balzfütterung beim Eisvogel am sogenannten Hechtsee in der Feldberger Seenlandschaft konnte ja Ende April ein Paar Eisvögel sehr schön auf einem vorzüglich platzierten Stecken fotografiert werden. Hierzu muß man sagen, daß die Eisvögel, die an dem beschriebenen Ansitz zu sehen sind, auch in einer Röhre direkt im Fotoversteck brüten.

Wenn man ein solcherart hergerichtetes Versteck nutzen kann, kann man sich einfach in die Beobachtungshütte setzen, warten und genießen. Ansonsten stellt sich natürlich die Frage, auf Continue reading Wie und wo kann man Eisvögel fotografieren?

Durchzug von Sterntauchern vor der Halbinsel Nordkyn/ Norwegen

SterntaucherEben noch hatte es geregnet. Nun herrscht wieder schönster Sonnenschein. Gut, daß man im Windschatten des Leuchtturms steht, denn der Ostwind pfeift ganz schön. Mühsam kämpfen sich am Horizont Zugvögel gegen den Wind in Richtung Barentssee voran.

In der Ferne sind ziehende Sterntaucher (Gavia stellata) zu entdecken. Zwar sind auch Prachteiderenten (Somateria spectabilis), Eisenten (Clangula hyemalis), Trauerenten (Melanitta nigra) und Basstölpel (Morus bassanus) auf hoher See zu sehen. Doch jetzt – Anfang Mai – hat der Durchzug von Sterntauchern seinen Höhenpunkt erreicht und Sterntaucher stellen mit die individuenreichste Gruppe der Zugvögel. Immer wieder ist ein seltsames Gackern zu hören. Nach einer Weile ist dann auch meist ein Sterntaucher (Gavia stellata) ganz nah am oder über dem Leuchtturm zu sehen. Die Masse der Sterntauchern zieht aber über die offene See. Bis zum Horizont sind Sterntaucher zu entdecken. Allein vom Flugbild kann man sie gut erkennen. Die Füße Continue reading Durchzug von Sterntauchern vor der Halbinsel Nordkyn/ Norwegen

Balzfütterung beim Eisvogel

Eisvogel

Ein Eisvogel (Alcedo atthis) auf seinem Ansitz ist schon ein Bild, das viele Naturfotografen sehnsüchtig erwarten. Wenn dann auch noch eine Fütterungsaufnahme gelingt, ist das Glück perfekt. Zwischen Februar und März beginnt der Eisvogel mit der Partnersuche. Bevor es zur Paarung kommt kann, muß das Weibchen aber erst einmal in Stimmung gebracht werden. Dazu umwirbt das Männchen sein ausgewähltes Weibchen und überbringt ihr dabei kleine Fische. Offensichtlich ist die Balzfütterung ein ganz wichtiger Beitrag zur Paarbindung. Aus einem Fotoversteck am sogenannten Hechtsee in der Feldberger Seenlandschaft konnte Ende April ein Paar Eisvögel fotografiert werden. Dabei konnte in der Morgendämmerung zuerst eine Paarung und im Verlauf des Vormittags mindestens 3 Balzfütterungen beobachtet und fotografiert werden. Zum Glück für die Fotografen ist die Balzfütterung also nicht nur auf die Zeit vor der Paarung beschränkt.

Bis zu 8 Eier werden vom Eisvogelpaar in einer Zeit von knapp drei Wochen abwechselnd ausgebrütet. Bis sie ihr vollständiges Gefieder erhalten, dauert es Continue reading Balzfütterung beim Eisvogel

Kiebitz mit Springschwanz als Beute

KiebitzAprilwetter. Mal ziehen graue Wolken über das Land. Dann wieder scheint die Sonne. Nun ist die Landschaft nicht nur vom Jubilieren der vielen Singvögel erfüllt, sondern auch von den hohen, quietschenden Rufen balz- oder imponierfliegender Kiebitze (Vanellus vanellus). Um sich zu stärken sucht der Kiebitz nun auch gerade umgebrochene Äcker auf. Dort ist er manchmal zu sehen, wie er bedächtig die Ackerkrume absucht, dann wieder vorwärts rennt, von Zeit zu Zeit den Kopf senkt und dann wieder verharrt. Der Beobachter wartet auf den großen Regenwurm, den der Kiebitz aus dem Boden holt. Doch häufig sieht man – augenscheinlich – nichts. Erst die DetailaufnahmeKiebitz zeigt dann, daß der Kiebitz bei der Nahrungssuche durchaus erfolgreich war. Nur war der das mit einer Beute, die so klein ist, daß sie schnell übersehen wird. So auch bei dieser Aufnahme aus der Niederungslandschaft der Nieplitz. Die Detailaufnahme zeigt den Schnabel des Kiebitzes mit einem kleinen Arthropoden. Wahrscheinlich ein Springschwanz. Diese Urinsekten werden auch Collembolen genannt. Sie sind nur 1 bis 2 mm groß. Sie sind bei Gärtner –und damit auch Landwirten – nicht sehr beliebt. Denn Springschwänze richten Schäden an Keimlingen an. Hier betätigt sich der Kiebitz also als Ungeziefervernichter.

Der Kiebitz brütet in ebenen offenen Landschaften, die Continue reading Kiebitz mit Springschwanz als Beute

Schwanennest in Tundra

SingschwanBei eisigen Temperaturen und Schneefall bauen jedes Jahr im Naturreservat Børselvdalen im Norden Norwegens Singschwäne (Cygnus cygnus) ihre Nester. Der Schwanenvogel stand bereits kurz vor dem Aussterben, doch glücklicherweise hat sich die Population wieder erholt. An den Seen und in den ausgedehnten Torfmooren im Norden Norwegens sind Singschwäne zwar teilweise sogar direkt von der Straße aus zu sehen. Jedoch müssen Naturfotografen viel Zeit und Geduld mitbringen, wollen sie die scheuen Singschwäne und ihren Nachwuchs bei all ihren Aktivitäten in der Brut- und Führungszeit fotografieren.

Singschwäne beginnen zu nisten, sobald die Gewässer eisfrei sind, auch dann wenn es gelegentlich noch schneit. Wenn der erste Schnee fällt, verlassen die Singschwäne den Norden Skandinaviens und ziehen zum Überwintern an die Küsten von Nord- und Ostsee. Erst Ende März treten sie wieder den Rückflug in ihre Brutgebiete an, die dann noch immer von Schnee bedeckt sind. Sie treffen stets Anfang April auf den noch nicht ganz eisfreien Gewässern ein, wo sie mit den nötigen Fettreserven eintreffen, um die eisigen Temperaturen auszuhalten, die zu dieser Jahreszeit Norwegen beherrschen. Jedes Jahr kommen auch am Fluß Børselva zuerst die Familienclans an. Das sind die erwachsenen Vögel mit Continue reading Schwanennest in Tundra

Fotosequenz zeigt Bienenfresser mit Fledermaus

Bienenfresser (europ.)In einem Artikel bei Birdguides.com wurde die bemerkenswerte Fotosequenz gezeigt bei der ein Bienenfresser (europ.) (Merops apiaster) in Israel offenbar eine Fledermaus erbeutet hatte und diese verzehrfertig aufbereitet.

Am 26. Juni 2015 war der glückliche Fotograf, Shuki Cheled, auf Vogelbeobachtungstour mit einem niederländischen Freund. In der Nähe des Dorfes Nahala begegnete den beiden ein Bienenfresser, der etwas erstaunlich Großes, Braunes in seinem Schnabel hielt. Der Vogel flog schließlich näher und die beiden waren erstaunt zu sehen, dass die Beute tatsächlich eine Fledermaus war. Die Fledermaus war lebendig und flatterte auch mit den Flügeln. Bei der Beute handelte es wahrscheinlich um eine Weißrandfledermaus (Pipistrellus kuhlii).

Im Verlauf der Fotosequenz wird deutlich Continue reading Fotosequenz zeigt Bienenfresser mit Fledermaus

Balz und Brutplatzwahl der Haubentaucher

Great Crested Grebe on nestHaubentaucher (Podiceps cristatus) sind recht häufige Vögel in Deutschland. Die Population ist dabei weitgehend konstant. Nach schwerer Verfolgung im 19. Jahrhundert wird eine deutliche Erholung der Bestände seit der Mitte des 20. Jahrhunderts beobachtet. Die Taucher profitieren vor allem von der Steigerung der Nahrungsmittelversorgung von kleinen Fischen in nährstoffreichen Gewässern.

Manchmal sind auch in unmittelbarer Nähe des Wohnortes Haubentaucher zu beobachten. Ein solches Gebiet ist gerade mal 10 km entfernt und eigentlich als Erholungsgebiet mit Tretbooten, Schwimmern bekannt und als Anglertreffpunkt und Hundeauslauftreff gefürchtet. Eigentlich konnte ich mich nicht an eine Ufervegetationszone mit Schilf oder Binsen erinnern. Ich hatte den Eindruck, daß es dort nur Stockenten (Anas platyrhynchos) aushalten würden. Diese werden sogar regelmäßig kiloweise mit Brot gefüttert. Bei der Suche nach einer Möglichkeit, den Autofokus meiner neu gekauften Kamera, einer Canon EOS 1 Mark IV mit einem Canon 400mm f 4,0 DO, zu testen, erinnerte ich mich an Continue reading Balz und Brutplatzwahl der Haubentaucher

Brutgeschäft bei Graureihern in Stuttgart

GraureiherDie Brutvorbereitung der Graureiher (Ardea cinerea) am Max-Eyth-See, einem bekannten Erholungssee direkt bei Stuttgart, findet Anfang bis Mitte Februar statt. Dann besetzen die Graureiher ihre Horste. Die Nester werden ausgebessert oder neu gebaut. In dieser Zeit Ist es sehr lebhaft in der Kolonie. Unermüdlich suchen die Vögel auf dem Boden und in den Baumkronen nach abgebrochenen Zweigen. Haben sie dabei einen etwas dickeren erwischt, fliegen sie schwerfällig wieder zu den Horsten. Es werden auch Zweige von Bäumen abgerissen oder von anderen Horsten stibitzt. Diese Phase im Jahresablauf der Graureiher, eignet sich gut, um schöne Verhaltensbeobachtungen zu machen.

Der Max-Eyth-See ist Continue reading Brutgeschäft bei Graureihern in Stuttgart

Haubentaucher bei der spektakulären Balz

HaubentaucherAusgedehnte Feuchtwiesen und offene Wasserflächen prägen die Niederung von Nuthe und Nieplitz. Ein Lebensraum, der in den frühen Morgenstunden am stimmungsvollsten ist. Wenn im zeitigen Frühjahr die Tage wieder länger werden, die Sonne im Morgengrauen die Feuchtigkeit aus den Wiesen und Schilfflächen treibt, kann man an den vielen nebligen Seen oft ein prachtvolles Lichtspiel erleben. Dichte Nebelschwaden steigen aus den Wiesen auf, und das Morgenlicht taucht die Natur in immer neue Farben

Nun sind auch die Vögel in der Nuthe und Nieplitz – Niederung in Balzstimmung. Haubentaucher (Podiceps cristatus) verfügen über einen besonders spektakulären Balzablauf. Zuerst sieht man Männchen und Weibchen zusammen schwimmen. Beide Partner schwimmen mit aufgestellten Kopffedern immer öfter einander zugewandt. Die Farben wirken nun im Frühling frisch und machen auch weitentfernte Beobachter auf die Balz aufmerksam.

Es lassen sich mehrere Phasen im Balzablauf beschreiben; man unterteilt sie in fünf rituelle Abschnitte. Die Balz beginnt mit Continue reading Haubentaucher bei der spektakulären Balz

Raubwürger in Balzstimmung

RaubwürgerIm Brutgebiet lebt der Raubwürger (Lanius excubitor) sehr zurückhaltend. Daher werden die Aufenthaltsräume der Raubwürger von ca. März bis Juli nicht sehr oft entdeckt. Erst zur Zeit der Jungenaufzucht und vor allem kurz nach deren Ausfliegen, ist der Raubwürger besser zu sehen. Dafür wird er im Winter häufiger u.a. in ornitho.de gemeldet. Würde man Balzplätze kennen, wäre dies schon mal ein guter Anhaltspunkt für ein Brutrevier. Bisher hatte ich angenommen, daß der Raubwürger als territoriale Einzelgänger bis ca. Februar/ März mit eher seltenen Kontakten zu Artgenossen im Winterquartier mit Balzverhalten und Gesang eher zurückhaltend sind.

Umso erstaunter war ich, als ich einen balzrufenden Raubwürger in seinem Winterquartier in winterlichen Landschaft beobachten konnte. Hoch auf einem niedrigen Baum an einem Kanal sitzend, rief der Würger einige Male seinen quäkend-quietschenden Ruf. Anschließend flog er auf den Wipfel einer Pappel und Continue reading Raubwürger in Balzstimmung

Nahrungsspektrum des Raubwürgers im Winter

RaubwürgerVor allem zur Brutzeit spießt ein Raubwürger (Lanius excubitor) seine Beute auf Dornen und Stacheldraht auf, um sie entweder besser als Futter bearbeiten zu können oder um die Beute für Notzeiten aufzubewahren. Im Winter scheinen die Nahrungsstrategien anders geartet zu sein. Die norddeutsch-polnische Tiefebene ist ein beliebter Winterrastplatz des Raubwürgers, da zu der Zeit auch Wintergäste aus nördlicheren und östlicheren Gebieten Europas einwandern und ausharren. Aber wie können die Würger im Winter zu überleben?

Horst Mester in seinem Artikel “Feeding habits of the Great Grey Shrike in winter” zu deutsch”Fressgewohnheiten der Raubwürger im Winter” beschreibt einige Strategien. Es gibt Autoren, die betonen die Vogeljagd dieses größen Würger der Westpaläarktis. Schon aus dem Jahr 1961 beschreibt u.a. Harrison wie Lanius excubitor nachhaltig Kleinvögel Continue reading Nahrungsspektrum des Raubwürgers im Winter

Great Grey Shrikes in winter in Brandenburg

RaubwürgerHaving seen the Northern Shrike (Lanius excubitor) sitting in a snowstorm during a trip to Lapland and Finmark in northern Norway in early spring, I decided to pay more attention to discover this bird – which is called Great Grey Shrike, too – in the lowlands of Brandenburg in Winter as well. It turned out, that it is a good strategy to drive low-traffic countryroads in farmlands. Often you can see the bird sitting remoteless in a low birch wood, a hazel bush of a cherry tree along the road. It does not matter whether the fields are cultivated intensively or whether it is fallow land. Important is a object which can be used as a perch. Photography of Northern Shrikes suffer from the fact, that Shrikes are first of all quite shy, second have big winter territories and third perch on top of higher objects like trees, pylons of power lines. This means you often have a boring grey winter sky as a background. Additionally this position poses quite a challenge in terms of contrast and saturation of colors.

Numbers of the wintering population vary from year to year. It seems, that nowadays, the wintering population in Brandenburg has reduced, as severe winters appear to have become a something Continue reading Great Grey Shrikes in winter in Brandenburg

Haubenlerchen im Schnee im Fläming

HaubenlercheNach einer Woche Minustemperaturen und anschließendem Tauwetter gibt es wieder einen Wintereinbruch mit Schnee in Deutschland. In der letzten Nacht hat es geschneit. Die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt. An den Straßenrändern taut es aber schon wieder. Die Luft ist kalt und feucht. Die meisten Flächen auf einem ausgedehnten ehemaligen LPG-Gelände liegen an diesem Sonntag still. Die meisten Betonplatten liegen unter einer nur 1 cm dicken Schneedecke. Nur die Wege werden von einem Schneepflug provisorisch geräumt. Das ist zwar noch kein richtiger Winter, aber es liegt Schnee und zwischendurch scheint sogar die Sonne heraus zu kommen. Ideale Bedingungen für eine Erkundungsfahrt in den Niederen Fläming.

An den Toren eines Landwirtschaftsbetriebs, der Nuthequelle Landwirtschaftliche Betriebsgesellschaft mbH, sehe ich dann einen großen Trupp (mind. 40 Ex.) Goldammern (Emberiza citrinella). Dazwischen sind auch 2 Grauammern (Emberiza calandra). Auch Grünfinken (Chloris chloris) sind zu sehen. Die Ammern picken Continue reading Haubenlerchen im Schnee im Fläming

Falkenbussarde im Winterquartier in Südafrika

FalkenbussardFalkenbussarde (Buteo buteo vulpinus) sind in den Sommermonaten der südlichen Erdhalbkugel die häufigsten Greifvögel in Südafrika. Die gilt, insbesondere für die westliche Kapprovinz. Für einen Birdwatcher aus Mitteleuropa ist die Suche nach Falkenbussarden in ihren Winterquartieren in Südafrika vielleicht die einfachste Weise, diese Mäusebussard-Subspezies zu sehen und zu fotografieren.
Dazu wurde genug einschlägige Literatur gewälzt. Es stellte sich heraus, daß die am Kap „Steppe Buzzard“ genannten Greife entlang der Schnellstraßen und Autobahnen recht häufig auf Zaunpfählen in Steppenlandschaften (oder das, was so aussieht) zu finden sind. Die Gegend zwischen Grabouw und Caledon schien für mehrere interessante Arten sehr gut geeignet; u.a. für die Falkenbussarde.

In den frühen Morgenstunden erreichten wir die Ackerbaugebiete außerhalb von Grabouw. Es dauerte nicht lange, bis wir überhaupt den ersten Bussard wie aus dem „Lehrbuch“ sahen. Nicht untypisch der hiesigen Mäusebussarde (Buteo buteo buteo) tendieren auch Falkenbussarde dazu gerade auch an stark befahrenen Straßen völlig ruhig und relaxed auf Zaunpfählen zu sitzen. Dies allerdings nur solange das Auto anhält. Wenn dann noch ein dicker Gegenstand Continue reading Falkenbussarde im Winterquartier in Südafrika

Bartmeisen: Fotografie im Winter am See

BartmeiseBartmeisen (Panurus biarmicus) sind sehr geschickte Kletterer. Ein vielleicht nicht erwartete gute Foto-Möglichkeit besteht im Winter. Dann wenn eine Einfall sibirischer Kälte einen richtigen Winter mit vereisten Seeflächen zaubert. Es ist ein hinreißendes Schauspiel, die zierlichen Bartmeisen, in der großen Kälte zu kleinen Federbällchen aufgeplustert, auf dem glatten Eisparkett umherlaufen und manchmal ausrutschen zu sehen. Bisweilen verweilten sie und saugen dann die Sonnenwärme in sich auf. Sonnenbaden ist auch zu anderen Jahreszeiten sehr beliebt. Ein sehr schönes Fotomotiv. Für den Fotografen bedeutete das die Horizontale auf dem Eis zu suchen, um eine interessante Perspektive zu gewinnen. Allein dazu muß es einige Tage vorher stark gefroren haben, da man mit seinem Gewicht sonst einbricht. Ein Tarnzelt braucht man nicht. Eine gute Fotografierposition reicht vollkommen aus. Dabei ist auf die richtige Höhe zu den Schilfstengeln und ausreichend Manövrierraum zu achten, um auch mal kurzfristig auf Standortverlagerungen der Bartmeisen reagieren zu können. Ansonsten verhalten sich die Vögel kooperativ. Sie sind mehr mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Den Menschen scheinen sie nicht in ihrem Feindbild zu führen, während das plötzliche Auftauchen eines Greifvogels wie eines Sperbers (Accipiter nisus) oder eines Continue reading Bartmeisen: Fotografie im Winter am See

Streit an Seeadler-Beute im Havelland

Ein Ausflug an einem richtig kalten Wintertag mit eisigem Ostwind kann auch in Deutschland so manche Überraschung bringen. Eine Überraschung, die man sonst eher an einem Platz wie der Hortobágy in UngaSeeadler, rn erwarten würde. Mindestens 3 junge Seeadler (Haliaeetus albicilla) waren an einem frühen Sonntagmorgen in der Große Graben Niederung im Pareyer Luch südlich Rhinow zu beobachten. Eifrig stritten sie sich um die Beute (wohl eine Gans, denn die gelben Füße waren gut im Spektiv zu erkennen), die einer ihrer Artgenossen am Morgen auf dem Eis geschlagen hatte. Doch sie waren nicht allein. Auch Nebelkrähe (Corvus cornix) hatten gut aufgepaßt und trauten sich immer wieder an den Kadaver, der wohl teils schon festgefroren war, heran.

Die beste Gelegenheit hatten die Nebelkrähen, wenn sich die halbstarken Seeadler mal wieder um den besten Platz an der Beute stritten. Dann gab es Aufruhr und die Federn stoben. Nach ein, zwei Continue reading Streit an Seeadler-Beute im Havelland

Amseln im Schnee

AmselIn der Nacht hat es geschneit. Nun ist die Luft kalt und das Land liegt still wie in Watte gepackt unter einer 10 cm dicken Schneedecke. Richtiger Winter, dazu Schnee und auch noch Sonnenschein. Ideale Bedingungen für einen Spaziergang auf einem Parkfriedhof. Von den Singvögeln hört man nur vereinzelt ein verhaltenes Zwitschern. Bei aufmerksamer Betrachtung offenbart ein solcher Schneespaziergang Erstaunliches. Eine mit frischem Schnee überzogene Landschaft hat immer etwas Unberührtes. Die Wege sind nicht zu erkennen. Ich laufe auf purem Weiß. Dies in der Überzeugung, heute morgen der Erste zu sein, der hier seine Fußspuren hinterlässt – doch weit gefehlt! Vor mir waren schon andere unterwegs: Feldhasen hoppelten querfeldein von den Wiesen herüber und ein Fuchs (Vulpes vulpes) schnürte über die ausladende Allee des Hauptweges.

Auf dem Friedhof sind über den Winter ständig mehrere Amseln anzutreffen. Die Amsel (Turdus merula) gehört zu über das Jahr zu den Frühaufstehern und abends ist sie einer der letzten. Aber jetzt sind die Tage kurz Continue reading Amseln im Schnee

Gemeinsame Jagd bei Kornweihen

KornweiheKornweihen (Circus cyaneus) eng beisammen im Jagdgebiet hatte ich schon häufiger gesehen. Erstmalig konnte aber im letzten Jahr eine gemeinsame, offensichtlich abgestimmte Jagd von mehreren Kornweihen beobachtet werden. Ein phantastisches, akrobatisches  Schauspiel im Havelland. Das Havelländische Luch bei Buckow – westlich von Berlin – stellt eine einzigartige Niederungslandschaft dar. Eigentlich bekannt als das Trappengebiet Deutschlands, stellt es im Winter Überwinterungshabitate vor allem für Greife zur Verfügung. Verschiedene Arten von fliegenden Beutegreifern wie Continue reading Gemeinsame Jagd bei Kornweihen

Bartmeisen am Blankensee/ Trebbin

BartmeiseEin wunderschöner Spätsommertag kündigte sich mit einer sternenklaren Himmel an. Zeit noch mal dem Blankensee, im Einzugsgebiet der Flachlandflüsse Nuthe und Nieplitz südwestlich von Berlin gelegen, wieder mal einen Besuch abzustatten. Als die Morgensonne die ersten Sonnenstrahlen über den See schickte, war kurz ein schöner Vogel mit beigefarbenen Gefieder, hellgraublauen Kopf und einem auffälligen Bartstreifen zu sehen. Das waren eindeutig Bartmeisen (Panurus biarmicus). In kurzer Entfernung turnte ein Trupp der Vögel im Schilf herum. Ein Exemplar der Gruppe nahm sogar kurz auf dem Geländer des Holzsteges Platz. Dann waren sie auch schon wieder weg. Ich widmete mich anderen interessanten Vögeln, wie einem jungen Rothalstaucher (Podiceps grisegena) mit seinen sehr markanten Streifen im Gesicht und einer Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger) im Schlichtkleid.

Dann war doch wieder ein beständiges metallisches „ping, ping” zu hören, das die Anwesenheit der Bartmeisen (Panurus biarmicus) verrät. Es waren wohl mehr als nur eine Gruppe am See unterwegs. Nur ein paar Zentimeter zuerst über der Wasserfläche fliegend stürzen sie sich anschließend Continue reading Bartmeisen am Blankensee/ Trebbin

Wespenbussardbeobachtung im Flug

WespenbussardDer Wespenbussardzug ist ein beeindruckendes Schauspiel. Der interessierte Beobachter wird normalerweise schon viel Zeit, Geld und Reisestrecke investiert haben, um eine gute Beobachtungsstelle – wie z.B. die Insel Fehmarn im September – zu erreichen. Da stellt man dann häufig fest, daß Greife doch sehr weit entfernt vorbeiziehen und/oder das Wetter einen Schönwetterflug in hohen Luftschichten ermöglicht, der die Wespenbussarde (Pernis apivorus) hoch am Himmel erscheinen läßt. Die Silhouette und der Flugeindruck sind dann die einzigen Anhaltspunkte bei der Bestimmung. Die in der Fotogalerie gezeigte hohe Variabilität der Federkleider machen die richtige Identifikation auch nicht leichter. Dabei soll dieser kleine Blog helfen.

Der erfahrene Beobachter des Wespenbussardzugs scheint sich in der Identifikation auf die Kombination verschiedener Flugmerkmale anderer Greife zu verlassen. Beim Wespenbussard (Pernis apivorus) sind zum einen Flugmerkmale in der Art von Milanen (Milvus sp.) mit Merkmalen der Gattung Buteo (allgemein: Bussarde) zu nenne. Hier stellt sich also die Frage: Was genau sollte man sich ansehen, wenn man Charakteristika von Milanen oder/ und von Bussarden abgleicht? Daher die Frage: Fliegt er in der Art von Milanen oder in der Art der Bussarde?

So weisen Wespenbussarde einen recht langen Schwanz auf, Continue reading Wespenbussardbeobachtung im Flug

Zwergadler an der Algarve

ZwergadlerEin frischer Morgen im Süden Portugals. Nach einem Ausflug an´s Meer widmete ich mich jetzt dem Hinterland in der Nähe von Bensafrim nicht weit von der Stadt Lagos. Direkt hinter einer Ortschaft konnte ich einen Greif auf einem alten Olivenbaum entdecken. Ein wunderschöner heller Zwergadler (Hieraaetus pennatus) Ich stieg aus dem Wagen und näherte mich mit der Kamera im Anschlag langsam dem ruhig auf dem Baum sitzenden Adler. Hierbei hatte ich ausgiebig Gelegenheit, den Adler zu beobachten und zu fotografieren. Von Zeit zu Zeit hielt ich inne und machte ein Foto. Dann wieder näherte ich mich ohne Hast. Schließlich flog der Zwergadler von dannen in dem er sich in der greifentypischen Art umdrehte und genau auf mich zuflog. Dies sollte mich wohl besonders beeindrucken. Ok, das tat es auch.

Mitte September ist eine wunderschöne Zeit an der Algarve. Die meisten Urlauber haben die Strände bereits verlassen. Trotzdem sind die Restaurants, Pensionen und Continue reading Zwergadler an der Algarve

Wespenbussardzug über Fehmarn

WespenbussardUm die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, unternimmt Bird-lens.com ja immer wieder gezielt Reisen in die besten Vogelgebiete Deutschlands und Europas. Das Hauptziel Anfang September sollte der Greifvogelzug – insbesondere der Wespenbussardzug – sein. In dem Buch „Greifvögel: Alle europäischen Arten, Bestimmungsmerkmale, Flugbilder, Biologie, Verbreitung, Gefährdung, Bestandsentwicklung“ von Benny Génsbøl und Walther Thiede wird ja beschrieben, daß zwei Drittel der über Fehmarn und Ostholstein ziehenden Wespenbussarde zwischen dem 26. August und dem 7. September zu verzeichnen sind. Da wird es jetzt höchste Zeit. Früh brechen wir südlich von Berlin auf. Es ist 8:00 als wir in Lübeck sind und noch nicht 9:00 als wir die Fehmarnbeltbrücke überqueren. Die Straße ist die ganze Zeit ja wie eine Autobahn gut ausgebaut und führt an der Abfahrt Petersdorf raus. Dann geht es im Grund einfach nach Norden durch Gammendorf bis wir am Kiosk/ Cafe des Campingplatzes Grüner Brink um 9:15 ankommen. Super Wetter. Kein Wind, Sonnenschein, praktisch Continue reading Wespenbussardzug über Fehmarn

Sterntaucher im Tiefflug über den Wellen vor Slettnes/ Norwegen

SterntaucherGut, daß man im Windschatten des Leuchtturms steht. Draußen auf dem Meer stürmt es. Weiße Gischt modelliert die Wellenberge vor Slettnes dem nördlichsten Festlandpunkt Norwegens. In der Ferne sind ziehende Basstölpel (Morus bassanus), Prachteiderenten (Somateria spectabilis), Eisenten (Clangula hyemalis), Trauerenten (Melanitta nigra), Schmarotzerraubmöwen (Stercorarius parasiticus) und Eismöwen (Larus hyperboreus) zu sehen. Da ertönt ein seltsames Gackern direkt über mir. Nichts ist zu sehen. Nach einer Weile ist ein Sterntaucher (Gavia stellata) zu sehen, der eine rasant schnell Runde um den Leuchtturm dreht. Es dauert eine Weile bis ich den Vogel als Verursacher der vorher gehörten Laute identifiziert habe. Im Flug, beim Passieren von Artgenossen oder im gemeinsamen Kreisen in der Nähe geeigneter Bruthabitate gibt der Sterntaucher eine Reihe von schnellen, rhythmische kaa-kaa-kaa –Rufen ab. Auch er ist auf seinem Zug entlang der Nordküste auf dem Weg in die Barentssee. Hört man die Rufe heißt es für den Vogelfotografen schußbereit zu sein. Die Sterntaucher sind schneller an dem unvorbereiteten Beobachter vorbei gezogen als man sich vorstellen kann. Manchmal fliegen sie sogar mehrere Male um den Leuchtturm herum, der ihnen wohl als Orientierungsmarke dient. Gerade im Abendlicht sind dann sehr schön illuminierte Flugbilder Continue reading Sterntaucher im Tiefflug über den Wellen vor Slettnes/ Norwegen

Vögel im Holunder im Garten

MönchsgrasmückeDer Holunderstrauch der Art Schwarzer Holunder  (Sambucus nigra) in meinem Garten direkt vor meinem Arbeitszimmerfenster ist ein ganz besonderer Anziehungspunkt. Nicht nur für Vögel sondern auch für Insekten und kleine Säugetiere wie Mäuse. In dem Holunder habe ich schon Vögel von der Größe einer Ringeltaube (Columba palumbus) bis hin zu den kleinsten Singvogelarten wie dem Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapillus) gesehen. Insgesamt sind es 25 Arten. Darunter Eichelhäher (Garrulus glandarius), Sumpfmeise (Poecile palustris), Schwanzmeise (Aegithalos caudatus), Kleiber (Sitta europaea), Fitis (Phylloscopus trochilus), Zilpzalp (Phylloscopus collybita), 4 Arten von Sylvia – Grasmücken, Grauschnäpper (Muscicapa striata), Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros), Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus), Heckenbraunelle (Prunella modularis), Girlitz (Serinus serinus), Stieglitz (Carduelis carduelis), Bluthänfling (Carduelis cannabina) und beide Spatzenarten.

Zwei interessante Sachverhalte, die zeitlich aufeinander fallen, lassen den Holunder zum Vogelparadies werden. Zum einen Continue reading Vögel im Holunder im Garten

Schwarzhalstaucher beim Brutgeschäft

Black-necked GrebeIn vielen Teilen Europas findet sich zur Brutsaison auf abgelegenen Seen alljährlich eine große Anzahl der seltenen Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis) ein. Mit einem eigens konstruierten, schwimmenden Tarnzelt könnte man die Taucher beim Brutgeschäft beobachten ohne sie dabei zu stören. Denn sehr scheu sind die Vögel nicht. Im Gegenteil. Die ständige Anwesenheit von Naturschützern schützen die Schwarzhalstaucher und ihre Jungen vor illegalen Eiersammlern, Badenden und übereifrigen Anglern.

Ein rumänischer Freund hatte sich vorgenommen, Schwarzhalstaucher über eine Brutsaison aus einem schwimmenden Tarnzelt beim Brutgeschäft zu beobachten. Mit der Aussicht auf einen Fotografen-Sommer mit diesen wunderschönen Vögeln erwartete er die Heimkehr dieser kleinen, farbenprächtigen Taucher. Selten nur sieht man Schwarzhalstaucher im Flug ankommen. Sie tauchen einfach plötzlich im Frühjahr auf dem stark bewachsenen See auf.

Dies gibt Anlass zu der Vermutung, dass sie im Schutze der Dunkelheit ziehen. Nur in Zusammenarbeit mit Continue reading Schwarzhalstaucher beim Brutgeschäft

Junge Ringeltaube auf Holunderstrauch

RingeltaubeDer Blick sucht die Weite des Havelländische Luch bei Buckow  ab. Weihen, vor allem Rohrweihen(Circus aeruginosus) und Wiesenweihen (Circus pygargus) finden hier ein perfektes Jagdgebiet. Vor allem in den frühen Morgenstunden und in den Abendstunden kurz vor der Dämmerung kann die Jagd mehrerer Weihenarten beobachtet werden. Beobachtungstürme bei Buckow und bei Garlitz bieten Beobachtern hervorragende Möglichkeiten, den Weihenflug aus erhöhter Perspektive und relativ nah mitzuerleben. Aber auch sonst stellt diese einzigartige Niederungslandschaft einen guten Lebensraum für Vögel dar. Direkt am Beobachtungsturm bei Buckow steht ein Holunderstrauch der Art Schwarzer Holunder (Sambucus nigra). Er ist keine 8 Meter vom Turm entfernt und oben schon recht kahl. Mit seinen vertrockneten, flechtenbewachsenen Zweigen bietet er auf Augenhöhe mit dem Beobachtungsfenster des Turms einen guten Platz, um aufgebaumte Vögel aus erhöhter Perspektive und sehr nah zu erleben. Dieser Holunder scheint ein ganz besonderer Anziehungspunkt zu sein.

Meist sind es Singvögel, die die erhöhte Warte nutzen. Eine Überraschung war dann aber doch, daß plötzlich auf der Holunderspitze eine dunkel wirkende Taube saß. Wie sich beim zweiten Blick herausstellte, handelte es sich um eine junge Ringeltaube (Columba palumbus). Arttypisch ist Continue reading Junge Ringeltaube auf Holunderstrauch

Bartmeisen im Schilf

BartmeiseEigentlich war es schon im Juli des Jahres 2001, als zum ersten Mal in den gut entwickelten Schilfflächen des Blankensees, im Einzugsgebiet der Flachlandflüsse Nuthe und Nieplitz südwestlich von Berlin gelegen, ein beständiges metallisches „ping, ping” auf die Anwesenheit der Bartmeisen (Panurus biarmicus) hinwies. Ein Bohlensteg mitten durch das Schilf bietet auf der Ostseite des Blankensees dem Beobachter gerade morgens eine sehr gute Möglichkeit, die Vogelwelt des Schilfs unmittelbar zu erleben.

Im Laufe der folgenden Wochen wurden es immer mehr, bis schließlich ein Trupp von etwa 15 Exemplaren zum festen Inventar eines im Spätsommer sonst weitgehend ausgestorben wirkenden Schilfgürtels geworden war und regelmäßig bestimmte Bereiche des Schilfs frequentierte. Ausgewachsene Exemplare konnten nicht entdeckt werden. Es handelte sich also eventuell um gerade ausgeflogene Jungvögel dieser Schilfflächen.

Anfangs war es für den Beobachter ein schwieriges Unterfangen, die Vögel über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Mal war es ein Vogel, der in kennzeichnendem Schwirrflug mit hängendem Schwanz dicht über das Röhricht flog oder eine Schneise Continue reading Bartmeisen im Schilf

Blauracken (Coracias garrulus): Fotografie in der Brutzeit

BlaurackeBlauracken (Coracias garrulus) sind nicht nur wegen ihrer rasanten, ausgelassenen Balzflüge ein bevorzugtes Fotografierobjekt. Auch im Sitzen wirken sie mit ihrer ganzen Schönheit in tintenblau, violett, himmelblau und Grautönen sehr fotogen. Ein guter Platz für sitzende Blauracken ist die nähere Umgebung der Brutröhre, wo sich Blauracken gerne auf bevorzugten sitzwarten – gerne auch mit Nahrung im Schnabel – ablichten lassen.

Wenn die Eiablage beginnt, sollte man den unmittelbaren Brutstandort insbesondere aus Gründen des Artenschutzes meiden. An der Bruthöhle sind auch keine überragenden Aufnahmen möglich. Die Blauracke schlüpft während Brut- und Fütterungsphase schnell in die Continue reading Blauracken (Coracias garrulus): Fotografie in der Brutzeit

Ziegenmelker im Revierflug

ZiegenmelkerSchweißperlen stehen auf der Stirn. Die Sonne steht tief, ist aber noch nicht untergegangen. Da hört man schon das dezente Schnurren aus dem Heidewäldchen. Noch sind die Rufe des Pirols (Oriolus oriolus) viel dominanter und spielen sich in den Vordergrund. Das rhythmische Schnurren des Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) nimmt aber sowohl an Lautstärke wie auch an Dauer zu. Das Warten zwischen den Gesangspausen des Männchen des Ziegenmelkers wird nicht unbedingt dadurch verkürzt daß etliche aggressive Wespen und zudringliche kleine Fliegen den aufmerksamen Birder afu einer Jagdkanzel belästigen. Schließlich fängt das Männchen an, sein Revier zu patrollieren und kommt im langsamen Gaukelflug mit betontem Flügelschlag auf die Kanzel zugeflogen. Dabei sind wunderschön die weißen Flecken auf den Schwanzkanten und den Handschwingen zu bewundern. Nur kurz dauert dieses Ereignis, dann ist der Ziegenmelker auch schon im angrenzenden Eschenwäldchen verschwunden. Kurze Zeit später ist dann der Gesang des Ziegenmelkers direkt Continue reading Ziegenmelker im Revierflug

Blauracken in ihren Brutgebieten

BlaurackeWenn ab April die Blauracken (Coracias garrulus) ihre tollkühnen und ausgelassenen Balzflüge vollführen, zeigen sie laut „rackend” bei taumelnden Sturzflügen ihre ganze Schönheit. Das Tintenblau ihrer Schwingen (beim Sitzen nur ganz schwach erkennbar) raubt dem Betrachter förmlich den Atem. Es ist allerdings etwas schwer, sicher vorauszusagen, wann die Blauracken in ihren Brutgebieten zu finden sind. So treffen sie in Spanien im April ein, in Ungarn dagegen erst im Mai. In den nördlicheren Ländern wie Polen, wo die Blauracke in Auwäldern brütet, kann es noch später werden. Besonders schöne Ergebnisse kann man während der Paarbildung erzielten. Dann sind die Vögel lärmend, auffällig und verteidigen ihre Reviere gegen Rivalen, da sie oft in geringen Abständen voneinander brüten. In der Nähe der künftigen Bruthöhle kann man sie häufig allein oder als Paar auf beliebten Sitzwarten beobachten und aus dem Tarnzelt heraus fotografieren. Wichtig für den Fotografen ist, daß sich keine Leitungen im Revier der Blauracken befinden, ansonsten sitzen die Vögel mit großer Wahrscheinlichkeit darauf, was als Gegenlichtaufnahme gegen einen grauen Himmel fotografisch nicht allzu ergiebig ist. In der Gegend von Caceres in Spanien nisten die Blauracken in Nistkästen an Hochspannungsmasten. Der Beobachter wird sich darüber freuen, der Fotograf aber weiter nach „natürlicheren” Sitzwarten suchen.

Selbst mit guten Autofokus der neuesten Generation Continue reading Blauracken in ihren Brutgebieten

Lummen in der Steilwand

TrottellummeDas Leben in der abschüssigen Steilwand einer Vogelinsel wie Helgoland, Handa (Schottland) oder Hornöya (bzw. Hornøya in Nord-Norwegen) ist durch Alkenvögel geprägt. Viele Hundert kleine, dunkle, pinguinartige Vögel leben auf den steilen Abschnitten. Auf minimalem Grund und Boden nisten Dickschnabellummen (Uria lomvia) und Trottellummen (Uria aalge) in Felsnischen. Beide nah verwandten Arten legen nur ein einziges Ei auf den nackten Fels, an dem sie sich selber oft auch nur mit Mühe halten können. Eng aneinander geschmiegt geben sich die Tiere gegenseitig Windschutz. Jeder Neuankömmling wird mit Kopfnicken und Verbeugungen höflich begrüßt. Dieses Verhalten ist wohl eine Geste vieler Koloniebrüter, um die Aggression gegenüber dem Nachbarn zu senken. Das einzige Ei hat eine spezielle Anpassung an das Nistbiotop: einseitig ungewöhnlich spitz zulaufend, rollt das Ei auf der Bahn eines Kreisbogens und fällt deswegen nicht so ohne weiteres die Klippe hinunter. Zwanzig Tage werden die Küken mit Mini-Fischen gefüttert, bis die noch nicht flugtüchtigen Federknäuel sich todesmutig in die Tiefe stürzen. Das ist der berühmte Lummensprung.

Mit flatternden Flügeln trudeln die Jungen in die Tiefe und stürzen ins Meer, nur durch ihr geringes Gewicht und das Continue reading Lummen in der Steilwand

Skuas auf Handa/ Schottland

SkuaDie Skua (Stercorarius skua) ist die Königin einer nordischen Vogelkolonie. Keiner – außer vielleicht die Schmarotzerraubmöwe (Stercorarius parasiticus) – kann es mit ihr in puncto Fluggewandtheit und Aggressivität aufnehmen. Beliebteste Nahrung sind Kleinsäuger, Jungvögel und ausgewachsene Vögel bis zu Entengröße. So manche Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) fällt ihr unverhofft zum Opfer. Der Skua erfüllt eine wichtige Rolle in dieser komplexen Tiergemeinschaft, indem sie als Gesundheitspolizei kranke und schwache Tiere aus der Kolonie entfernt.

Eindrucksvoll ist zu beobachten wie Skuas den Schmarotzerraubmöwe immer wieder dicht auf den Fersen fliegen. Das gibt dann schöne Aufnahmen der Angriffe im Hochmoor mit viel Flug-Action. Erstaunlich welche Wendemanöver beide Raubmöwen drauf haben. Eine besondere Eigenart der Skua ist das Attackieren von Vögeln, die schwer beladen mit Nahrung vom Meer zu ihrem Nachwuchs zurückkehren. Der Auserwählte wird solange Continue reading Skuas auf Handa/ Schottland

Rhododendrongimpel (Propyrrhula subhimachala) des Himalaya im Winterquartier

RhododendrongimpelEin Besuch Chinas fällt nicht auf Anhieb in die Rubrik „seltene Arten der Paläarktis besichtigen“. Was vielleicht nicht bekannt ist: auch Irrgäste der Paläarktis haben ihr reguläres Winterquartier; und das befindet sich durchaus auch in China. Ein guter Ort, um bei uns seltene Arten näher und häufiger zu beobachten, ist die Provinz Yunnan. Die Xishan-Berge bei Kunming sind ein gut erreichbares und immer wieder sehr produktives Gebiet. Nachdem ich schon seit dem Morgengrauen noch vor den ersten Touristenströmen auf dem teils bewaldeten, teils felsigen Plateau unterwegs war und schon einen Blauschwanz (Tarsiger cyanurus) und einige Goldhähnchen-Laubsänger (Phylloscopus proregulus) gesehen hatte, wollte ich über den sogenannten „kleinen steinernen Wald“ laufen, um zu einem der an den Berg gestellten Tempel zu gelangen. Ein kleiner Trupp – wie ich meinte – Stieglitze fand mein Interesse. Wie sich herausstellte, waren die Vögel, ich hier am 11. Januar 2008 beobachten und fotografieren konnte, 3 weibchenfarbene Rhododendrongimpel. Alle waren damit beschäftigt sich an zu efeuähnlichen Früchten zu laben. Mit der orange-gelben Stirn und Brust sind sie eigentlich unverkennbar. Ich muß aber zugeben, dass ich diese kräftigen Finken so nicht auf der „Rechnung“ hatte.

Als ich jetzt im Winter Hakengimpel (Pinicola enucleator) an einem Vogelhäuschen mitten in Lapland erlebte, kam mir die o.a. Beobachtung dieser Art, die ich nur einmal bei dem Winteraufenthalt in der Nähe von Kunming gesehen hatte, in den Sinn. Wie der Hakengimpel ist der Rhododendrongimpel eher scheu und Continue reading Rhododendrongimpel (Propyrrhula subhimachala) des Himalaya im Winterquartier

Hornöya: Bastion der Alken auf Varanger

TordalkKaum hat das Boot den kleinen Fischerhafen von Vardö verlassen, ist die Vogelinsel auch schon zu sehen. Sonnenstrahlen brechen durch die dichte Wolkendecke und geben der wilden Szenerie einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz. Das Tuckern des Bootsmotors und das Rauschen der Wellen wird übertönt durch die durchdringenden Rufe einer unzählbaren Schar Wind, Wasser und Kälte trotzender Meeresvögel, die hier am Ende Europas ihre Brutkolonie eingerichtet haben.

Dem Varangerreisenden ist nicht nur das Halbinselinnere sondern ein Besuch des Vogelfelsens Hornöya (Hornøya) östlich von Vardö unbedingt anzuraten. Gut erreichbar mit einem durch ortsansässige Fischer betriebenen Fährverkehr, lassen sich vornehmlich interessierte Naturtouristen und passionierte Vogelkundler auf Hornöya aber auch auf den Vogelfelsen Ekkeröy bei Vadsö und Reinöya bei Vardö absetzen. Die Vermittlung des Bootes für die kurze Überfahrt ist einerseits beim Verkehrsamt Vardö möglich. Andererseits kann man für den Vogelfelsen Ekkeröy bei Vadsö wohl auch direkt im Hafen nachfragen. Die Abfahrtszeiten sind teils ungewöhnlich und die Überfahrt an Sonn- und Feiertagen kann sehr teuer sein.

Schnell legt das Boot an einer Treppe im Fels an. Ein gutes Gleichgewichtsgefühl sollte man mitbringen, wenn man Continue reading Hornöya: Bastion der Alken auf Varanger

Wespenbussard im Balzflug

WespenbussardWann ist ein kreisender Wespenbussard (Pernis apivorus) eigentlich genau zu sehen? Am besten natürlich im Balzflug, denn der „Schmetterlingsflug“ ist sehr eindrucksvoll und wiederholt sich dazu in der Regel mehrfach hintereinander. Es heißt ja, daß die Reviere des Wespenbussards sehr groß sein sollen und etliche Quadratkilometern umfassen können. Während Urs N. Glutz von Blotzheim in seinem „Handbuch der Vögel Mitteleuropas“, Band 4 „Falconiformes“ auf Seite 71ff ausführlich auf die Fortpflanzung eingeht, den Balzflug beschreibt und ausführt, daß die die Balzflüge der Männchen auffällig, langandauernd und auf grosse Distanz zu erkennen sind werden die tageszeitlichen Aktivitätsmuster im Flug nur Continue reading Wespenbussard im Balzflug

Hakengimpel in Lappland

HakengimpelWelcher Ornithologe träumt nicht mal von einer Hakengimpel – Beobachtung; am besten natürlich im Winter bei einer Invasion in einem norddeutschen Städtchen. Ok, in Südschweden kommt der Hakengimpel (Pinicola enucleator) schon etwas häufiger vor. Aber dennoch: um gute Fotos des Hakengimpel zu bekommen, führt ein Weg wohl nicht um einen Aufenthalt in seinem eigentlichen Winterquartier vorbei.

Berühmt ist inzwischen das Gasthaus (oder Lodge) Neljän Tuulen Tupa entlang der Nationalstraße 4 nördlich von Inari. Man kann dort in einer der Hütten schlafen und viele Aktivitäten wie Sauna, Schwimmbad etc.) genießen. Das besondere an Neljän Tuulen Tupa ist aber der Umstand, daß es eine der zuverlässigsten und einfachsten Stellen in Finnland ist, um einige Singvögel der Taiga wie den Hakengimpel (Pinicola enucleator), den Unglückshäher (Perisoreus infaustus), die Lapplandmeise (Poecile cinctus), die grau-weißliche Unterart der Weidenmeise (Poecile montanus), den Polarbirkenzeisig (Acanthis hornemanni) oder Continue reading Hakengimpel in Lappland

Scherenschnäbel bei der Jagd

SchwarzmantelscherenschnabelWegen ihrer eigenartigen Jagdweise werden Scherenschnäbel auf Englisch Skimmer genannt. Der „Schöpfer” durchpflügt mit seinem Unterschnabel das Wasser, während er im Tiefflug darüber hinwegstreicht. Findet er so einen Fisch oder einen Krebs, klappt der Schnabel blitzschnell zu.

Vor vielen Jahren hat mich am Madre de Dios, einem Zuschluß des Amazonas, eine Vogelart fasziniert, die mich seither nicht wieder los ließ. In der Stille der Abenddämmerung flogen über dem weiten Flußlauf in kleinen Gruppen Vögel, die sich merkwürdig dicht über dem Wasser hielten. Ihre weit ausladenden Schwingen berührten bei jedem Schlag fast die Wasseroberfläche. Ihr Flug war geradlinig, nicht zu schnell und ihr Flügelschlag stetig, elegant und hatte etwas von einer aufreizend phlegmatischen Langsamkeit. Es waren Scherenschnäbel, genauer Schwarzmantel- Scherenschnäbel (Rynchops nigra), wie ich bald erkennen konnte. Ihre ins Wasser getauchten Unterschnäbel zogen Furchen ins vom Abendrot gefärbte Wasser. Das wollte ich einmal fotografieren.

Als ich jetzt in im Chincoteague National Wildlife Refuge, Virginia in den östlichen USA Scherenschnäbel über dem Wasser fliegen sah, fiel mir die Continue reading Scherenschnäbel bei der Jagd

Graureiher bei Stuttgart: Beutefang

GraureiherEin stilles, quälend langes Warten. dann ein heftiger Stoß und der Fisch zappelt im Schnabel. Nicht immer, aber doch sehr oft. Neben der Brutvorbereitung der Graureiher (Ardea cinerea) kann man diese Vögel auch beim Beutefang am Max-Eyth-See erleben. Der Max-Eyth-See ist ein bekannter Erholungssee direkt bei Stuttgart. Nach dem Besetzen der Horste ist die Zeit der Jungenaufzucht bei den Graureihern wieder eine gute Zeit für den Naturfotografen. Wenn die Jungen Ende März, Anfang April schlüpfen, haben viele Bäume schon Blätter und die Einsicht in die Kolonie ist nicht mehr so gut wie zur Zeit der Brutvorbereitung. Während der  Zeit der Jungenaufzucht sind die Graureiher gezwungen, viel Nahrung herbeizuschaffen.

Dies wiederum bietet Gelegenheiten, um die Vögel beim Beutefang zu erleben. Meist stehen die Reiher im seichten Wasser still vor dem Schilf und stoßen dann blitzschnell Continue reading Graureiher bei Stuttgart: Beutefang

Frühlingsboten: Balzgesang bei Singvögeln

DorngrasmückeDie Vielfalt der Vogelstimmen ist geradezu überwältigend, denn jede Vogelart hat ihren eigenen, unverwechselbaren Gesang. Damit die Strophen auch möglichst weit hörbar sind, müssen sie zum einen laut genug sein, zum anderen sollten sie möglichst aus einer erhöhten Position vorgetragen werden. Vogelarten, die wie die Lerchen ursprünglich in baumlosen Steppenlandschaften beheimatet waren, tragen daher ihre Gesangsstrophen vorwiegend im Flug vor. Auch Baumpieper (Anthus trivialis), Girlitz (Serinus serinus), Birkenzeisig (Acanthis cabaret),  Vögel also, die in der offenen Kulturlandschaft leben, führen Balzflüge vor, während sie singen. Dies gilt auch für die Dorngrasmücke (Sylvia communis). Andere Grasmücken (Sylvia sp.) und auch die Braunkehlchen (Saxicola rubetra), die im dichten Buschwerk ihr Zuhause haben, veranstalten während der Balz von Zeit zu Zeit Luftspiele, um auch optisch auf sich aufmerksam zu machen.

Vögel, die im dichten Wald leben, wie Buchfinken (Fringilla coelebs), Gimpel (Pyrrhula pyrrhula) und Continue reading Frühlingsboten: Balzgesang bei Singvögeln

Nilgans im Palmengarten/ Frankfurt

Egyptian GooseHeftige Revierkämpfe mit Wasserspritzern im Gegenlicht. Das ist es, was der ambitionierte Naturfotograf gerne findet, um sich einer Vogelart auch mit Aktionaufnahmen zu nähern. Da kann es auch nicht schaden, eine farbenprächtige, ja geradezu bunte Gans zu fotografieren. Eine solche Gans ist die Nilgans (Alopochen aegyptiacus) un der dazu gehörige Ort der Palmengarten im Westen der Innenstadt von Frankfurt/ Main.  Man kann die Nilgans leicht identifizieren. Sie ist ein exotischer Gast, der sich von seiner ursprünglichen Heimat Afrika aus zunehmend nach Europa verbreitet. Die Art ist im Niltal und südlich der Sahara zuhause.

Dort ist sie weit verbreitet in Sümpfen, an Seen und Flüssen. Die Behauptung, daß sie nicht scheu ist und man sehr nah an sie heran kommt, erweist sich im Frankfurter Umland schnell als Trugschluß. Im Palmengarten, einem botanischen Continue reading Nilgans im Palmengarten/ Frankfurt

Grosstrappen im Stellungskampf – unbekannte Verhaltensweisen

GroßtrappeSich gegenseitig drohende und dann miteinander kämpfende Trapphähne werden fast nie beschrieben und noch weniger in Bildern gezeigt. Bei einem Besuch des Havellands bei der Ortschaft Buckow im sogenannten Havelländischen Luch konnten sehr interessante Beobachtungen von drohenden und dann gegeneinander kämpfende Großtrappen (Otis tarda) gemacht werden, die so gar nicht zu dem Bild vom „tanzenden“ Trapphahn passen. Bekannt ist ja, daß sich während der Balz das Männchen zur Schau stellt und versucht die Weibchen mit viel Federwerk auf sich aufmerksam zu machen. Er bläht dazu seinen Kehlsack auf, stellt die Bartfedern hoch, wackelt wild mit seinen Flügeln und spreizt das Schwanzgefieder. Da die Balz der Großtrappen am besten bei Sonnenaufgang zu beobachten ist, probierte ich für ein paar Dokumentationsaufnahmen mein Glück an einem kühlen, wolkenverhangenen Ostertag. Der klirrende Gesang der Grauammer (Emberiza calandra) grüßte mich schon als ich den Laden des Beobachtungsturmes öffnete.

Anfangs waren in der Dämmerung nur 2 Männchen in weiter Ferne zu sehen. Dann konnte ich plötzlich 2 Trapphähne nicht gar so weit entdecken, die sehr eng beieinander standen, die weißen Flügelfedern nach außen geworfen und auf eine seltsame Weise Continue reading Grosstrappen im Stellungskampf – unbekannte Verhaltensweisen

Gesang: Singvögel bei der Balz

BlaukehlchenGesang ist die wohl verbreitete Art der Partneranlockung unter Vögeln. Das Blaukehlchen (Luscinia svecica) des Fotos hatte sein Revier entlang eines Entwässerungskanals bezogen und schmetterte sein Lied in die frische, morgendliche
Frühlingsluft. Auch die Feldlerche als ganz früher Frühlingsbote ist ein bekannter – wenn auch zunehmend seltenerer – Sänger.

Im Gegensatz zu den Rufen, die beide Geschlechter hervorbringen und das ganze Jahr über zu hören sind, wird der Reviergesang meist nur von den Männchen zur Paarungszeit vorgetragen. Wenn mit dem beginnenden Frühjahr Continue reading Gesang: Singvögel bei der Balz

Grosstrappen bei der Balz im Morgengrauen

GrosstrappeTanzende Großtrappen (Otis tarda) im Morgengrauen. Das muß doch ein tolles Fotoprojekt sein. An einem Märzmorgen scheint alles perfekt. Nach einer Schlechtwetterperiode, hatte es am Vorabend aufgeklart und die Wettervorhersage hatte Temperaturen um den Gefrierpunkt angekündigt.

Beim Aufbruch am frühen Morgen, standen tatsächlich die Sterne am Himmel. Keine Wolke bedeckte den Himmel und auch von dem Temperaturen her war es wie versprochen. Eines der Gebiete für Großtrappen liegt eine gute halbe Stunde vom Wohnort entfernt und wegen der schmalen Landstraßen muß man doch etwas aufpassen. Die Morgensonne warf schon einen Streifen über den östlichen Horizont, als ich  mich dem Versteck näherte. Breite Entwässerungsgräben ziehen sich am Rand des ausgedehnten Wiesengebiets entlang. Das sorgt für recht hohe Luftfeuchtigkeit. In Kombination mit den tiefen Temperaturen Continue reading Grosstrappen bei der Balz im Morgengrauen

Frühlingsankömmlinge: die ersten Lerchen

FeldlercheErst zaghaft, dann doch in den letzten Tagen immer stimmgewaltiger. Der Frühling hat Einzug gehalten. Die Luft ist erfüllt von einem melodischen Gesang. Die vielen Feldlerchen (Alauda arvensis) sind ein untrügliches Zeichen. Die ersten warmen Tage werden kommen und damit der Frühling die Regie übernehmen.

Fast jeder kennt wahrscheinlich das Trillern dieses unermüdlichen Meisters des Liedes am Himmel. Es ist ein solches willkommenes Zeichen für den Frühling, daß wir unwillkürlich nach dem Sänger hoch am Himmel schauen müssen. Das fällt gar nicht so einfach. Und wie vielen von uns ist es schon gelungen Lerchen (neben den häufigen Feldlerchen kommen ja auch Haubenlerchen (Galerida cristata) und vor allem Heidelerchen (Lullula arborea) in Deutschland vor) und ihr Tun aus der Nähe zu beobachten? Es lohnt sich trotzdem obwohl sich Lerchen eher durch ein bescheidenes Gefieder auszeichnen. Die grau-bräunliche Färbung erlaubt es dem Vogel sich vorwiegend auf dem Boden aufzuhalten und trotzdem fast unerkannt zu bleiben. Auf dem Boden verhält Continue reading Frühlingsankömmlinge: die ersten Lerchen

Seeadler in Nord-Trondelag / Norwegen

SeeadlerNach einem sehr erfolgreichen Seeadler-Ausflug im November 2013 ging es auch diesmal wieder in  das Schärengebiet um Flatanger.  Natürlich ging es  vordergründig um die Fotografie von Seeadlern (Haliaeetus albicilla) beim Fischfang aber es lohnt sich immer, auch nach anderen Vögeln in der Gegend Ausschau zu halten.

Der Morgen startete fast windstill und mit Raureif. Die Sonne kommt aber erst gegen 8:30 über den Berg bei Lauvsnes. Morgen soll es in der Region Flatanger regnen mit Schneeflocken darin, dann die Folgetage weiter regnen. Also ist heute die perfekte Ausflugstag. Schnell sind wir an dem kleinen Motorboot-Hafen von Lauvsnes. Schon am Bootsanleger grüßen von Ferne die ersten Möwen. Schnell fliegen die ersten Möwen an das Boot heran. Weite See, blauer Himmel, nur ein paar Schleierwolken. Dazu Continue reading Seeadler in Nord-Trondelag / Norwegen

Fotografieren von Wasseramseln im natürlichen Habitat

WasseramselWasseramsel (Cinclus cinclus) mit Nistmaterial für den Nestbau. Das sind die klassischen Fotos, die man von Wasseramseln sieht. Sie fliegen dabei bevorzugt exponierte Stellen wie z.B. aus dem Wasser herausragende Steine an. Schnellfließende, klare und saubere Flüsse und Bäche sind aufgrund der zunehmenden Landschaftsveränderungen und der Umweltverschmutzungen in unseren Breiten rar geworden. Dort, wo es jedoch noch solche Flüsse und Bäche gibt, kann man mitunter einen Vogel beobachten, welcher von der Erscheinung und der Gefiederfärbung her zwar nicht zu den auffälligen Vögeln gehört, dessen Lebensweise aber so einzigartig ist, daß der Vogel eine Sonderstellung unter den bei uns heimischen Singvögeln einnimmt. Es ist die Wasseramsel (Cinclus cinclus). Kennzeichnend für die etwa starengroße Wasseramsel ist ein kurzschwänziger, plumper, dunkelbrauner Körper mit weißem Kehl- und Brustlatz.

Die Hauptnahrung der ganzjährig bei uns verweilenden Wasseramseln stellen Wasserinsekten, insbesondere Eintagsfliegen und und Köcherfliegen (Trichoptera) Continue reading Fotografieren von Wasseramseln im natürlichen Habitat

Ohrentaucher überwintern mitten in Berlin

OhrentaucherEin überwinternder Ohrentaucher (Podiceps auritus) mitten in Berlin. Die Meldung kommt über Ornitho.de. Das ist eine Gelegenheit, die sich ein Naturfotograf nicht entgehen lassen möchte. Vielleicht kommt er ja nah genug an´s Ufer und läßt sich auch noch beim Fischen fotografieren. Am letzten Wochenende war es so weit. Der Große Malchsee ist eigentlich nur eine Ausbuchtung, eine Verlängerung des Tegeler Sees. Er liegt nördlich der City. Bei Temperaturen um 0° herrscht feucht-kaltes Wetter. Das Ufer wird am Rand von einer brüchigen Eisdecke gesäumt. Kein einladendes Wetter. Dass weder Schnee noch Sonnenschein die Bilder aufhübschen wird, spielt aber schnell keine Rolle.

Ein Ohrentaucher kann nach nur 10 Minuten direkt zwischen den Stegen der Segler-Vereinigung Continue reading Ohrentaucher überwintern mitten in Berlin

Kleinspecht im Winter bei Nahrungsaufnahme

KleinspechtDie Havelaue nördlich von Rathenow liegt bei Temperaturen um 0° unter einer dicken Hochnebeldecke. Die Luft ist feucht-kalt und das Land liegt still wie in Watte gepackt. Die von den ergiebigen und häufigen Regenfällen der vergangenen Tage überschwemmten Wiesen liegen unter einer brüchigen Eisdecke. Träge fließt die Havel zuerst gen Westen, dann ab Parey gen Norden. Das ist kein einladendes Wetter. Kein Schnee und auch kein Sonnenschein. Ideale Bedingungen für einen Naturfotografen. Ein Damm zu einer Schleuse scheint einladend. Ein paar Singvögeln hört man vereinzelt mit ihrem verhaltenen Zwitschern. Eine Trupp Meisen – Meisenschule hätte man früher gesagt – mit Sumpfmeisen (Poecile palustris), Kohlmeisen (Parus major) und Blaumeisen (Cyanistes caeruleus) fliegt am Deich entlang und sucht die dünnen und dicken Stämme der hier stehenden Pappeln, Weiden und auch die vielen Weißdörner (Crataegus monogyna) am Deichfuß nach Nahrung ab. Auch ein Continue reading Kleinspecht im Winter bei Nahrungsaufnahme

Überwinterungen von Rotmilanen

Red KiteBei einem Besuch des Havelländische Luchs konnten sehr interessante Beobachtungen von Greifvögeln, vor allem jagenden Kornweihen gemacht werden. Schon eine Weile waren mindestens 2 weibliche Kornweihen (Circus cyaneus) beim niedrigen Nahrungsflug über den Äckern und Weiden zu beobachten. Ein im schaukelnden Flug an einem Wäldchen vorbei ziehender Greif paßte aber nicht ganz in das Kornweihen-Schema. Wie sich beim Blick durch das Fernglas herausstellte, flog ein Roter Milan oder Rotmilan (Milvus milvus) bei Temperaturen um 0° und Hochnebel über die morgendliche Niederung.

Regelmäßige Überwinterungen von Rotmilanen sind inzwischen aus allen Ländern mit bedeutenden Brutvorkommen bekannt. Auch da macht das Havelland bei Nennhausen keine Ausnahme. So wurde ein schwebender Rotmilan noch Continue reading Überwinterungen von Rotmilanen

Saatkrähen – gierig am Strassenrand

SaatkräheIm Winter kann der interessierte Naturfreund nun häufiger wieder Saatkrähen (Corvus frugilegus) sehen. Bei einem Besuch des Havellands bei der Ortschaft Brielow am Beetzsee im Landkreis Potsdam-Mittelmark konnten sehr schöne Verhaltensbeobachtungen von Saatkrähen (Corvus frugilegus) und einigen Nebelkrähen (Corvus cornix) über einen längeren Zeitraum gemacht werden. Eigentlich war ich auf der Suche nach Halsbanddohlen, die erstmalig am 6. Dezember an der an einer stark befahrenen Landstraße gelegenen Ortschaft gemeldet worden waren. Damals waren 9 Individuen der Subspezies soemmerringii in einem Saatkrähentrupp zu beobachten. Die Dohlen waren zu dem Zeitpunkt wohl schon seit einer Woche im bzw. am Dorf zugegen. Die häufigsten Vögel waren allerdings Saatkrähen, die direkt am Ort in den Gärten auf Nahrungssuche gingen und dabei teilweise direkt am Straßenrand auf Nahrungssuche gingen. Die Näherung mit dem Auto ließen die Rabenvögel erstaunlich gleichmütig über sich ergehen. Nur wenn die Autoscheiben herunter Continue reading Saatkrähen – gierig am Strassenrand

Friedhofs-Amseln im Schnee

AmselWintereinbruch in Deutschland. In den letzten Nächten hatte es geschneit. Nun taut es aber schon wieder. Die Luft ist kalt und klar. Die meisten Flächen auf einem ausgedehnten Parkfriedhof liegen noch still wie in Watte gepackt unter einer 5 cm dicken Schneedecke. Nur die Wege werden von einem Schneepflug provisorisch geräumt. Das ist zwar noch kein richtiger Winter, aber es liegt Schnee und zwischendurch kommt sogar die Sonne heraus. Ideale Bedingungen für einen Spaziergang auf einem Parkfriedhof. Von den Singvögeln hört man nur vereinzelt ein verhaltenes Zwitschern. Bei aufmerksamer Betrachtung sind auf dem Friedhof über den Winter ständig viele Amseln anzutreffen. Nun bei Schnee scheinen sich die Bestände der Amsel (Turdus merula) noch mal vermehrt zu haben. Überall sieht man sie von einer Wegseite zur nächsten huschen. Unter jedem zweiten (Nadel-)Baum ist der Boden intensiv aufgekratzt. Eine Regelmäßigkeit ist nicht wirklich zu erkennen. Jedoch scheint es eine Präferenz für Koniferen Continue reading Friedhofs-Amseln im Schnee

Habicht, Vogel des Jahres

HabichtHeimlichkeit ist für den Habicht oberstes Gebot. Das mit braunem Tropfenmuster versehene Brust- und Bauchgefieder der Jungvögel löst die Konturen seines Körpers visuell auf, ebenso die im Altersgefieder quer verlaufenden dunklen Streifen, die Sperberung. Häufig sucht der Habicht (Accipiter gentilis) sichere Deckung zwischen Ästen und Blättern auf.

Zum Zweck des Vogelschutzes soll er nun aus seiner Anonymität hervorgeholt werden. Der Habicht ist der „Vogel des Jahres 2015“, wie in Berlin zuletzt von 2 Naturschutzverbänden bekanntgegeben wurde. Warum haben der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) den Habicht nun zum „Vogel des Jahres 2015“ gewählt?

Laut Erklärung des NABU und LBV soll die Benennung eines „Vogel des Jahres“ ein aktuelles Continue reading Habicht, Vogel des Jahres

Mäuse halten Rotmilane im Sommerquartier

Roter MilanEin traumhafter Spätherbstmorgen. In der Nacht hat es Temperaturen unter 0° Grad gegeben. Reif bedeckt im Schatten der Bäume noch Blätter und Grashalme. Nur leichte Schleierwolken sind am Himmel zu sehen. Die Sonne scheint mit ihrem milchigen Novemberlicht. Der Ausflug in eine ausgedehnte Niederung war schon sehr erfolgreich. Dieses Gebiet stellt im Winter ein bedeutendes Überwinterungshabitat vor allem für Greifvögel dar. Verschiedene Arten von fliegenden Beutegreifern wie Kornweihe (Circus cyaneus), Mäusebussard (Buteo buteo), Rauhfußbussard (Buteo lagopus), Merlin (Falco columbarius) nutzen die Vielfalt der Wiesen, Weiden und Äcker um hier auf Jagd zu gehen. Bei einem Besuch des in Brandenburg Luch genannten Gebietes konnte aber auch eine interessante Spätbeobachtung eines ansonsten nur von Frühjahr bis Herbst vorkommenden Greifvogel gemacht werden. Ein einzelner Roter Milan (Milvus milvus) jagte Continue reading Mäuse halten Rotmilane im Sommerquartier

Fuchs von Kornweihe gejagt

FuchsDer kalte Ostwind pfeift kühl über das flache Land. Dicke Nebelschwaden verdecken den Himmel. Die Dämmerung hat gerade erst dem ersten Morgenlicht Platz gemacht. Außer ein paar Mäusebussarden (Buteo buteo) und Rauhfußbussarden (Buteo lagopus) zeigt das weite Land wenig Leben. Doch da: ein Fuchs versucht die Wiesen möglichst unbehelligt von einem seiner Jagdgebiete zum nächsten Revier zu überbrücken. Da kommt die scheinbar ungestörte Weide gerade recht. Also schnürt er los. Doch ganz unbemerkt ist seine Anwesenheit nicht geblieben. Was ist das nur? Er sichert und beobachtet sorgsam den Luftraum. Da kommt schon eine weibliche Kornweihe (Circus cyaneus) im niedrigen Flug, Continue reading Fuchs von Kornweihe gejagt

Mäusebussard fängt Kohlmeise

MäusebussardEin traumhafter Spätherbstmorgen. Nur leichte Schleierwolken sind am Himmel zu sehen. In der Nacht hat es Temperaturen unter 0° Grad gegeben. Reif bedeckt im Schatten der Bäume noch Blätter und Grashalme. Die Sonne scheint schräg durch die Büsche und überhängenden Zweige und entfaltet ein zauberhaftes Licht. Ein Weg führt in einen Tunnel aus mittelhohen Eichen. Auf einmal fliegt im wunderschönsten Gegenlicht ein Mäusebussard (Buteo buteo) auf den Eingang des „Tunnels“ zu. Mit ausgebreiteten Schwingen fliegt er durch die „hohle Gasse“ und landet mit erstaunlicher Präzision und Geschwindigkeit auf dem sandigen Feldweg. Ein kurzes Quieken!

Ich bin wie gebannt. Keine Bewegung. Doch auch dem Bussard bleibt meine Anwesenheit nicht verborgen. Die Entfernung beträgt Continue reading Mäusebussard fängt Kohlmeise

Eine junge Nachtigall auf dem Weg in die Überwinterungsgebiete

NachtigallEin Zugvogel, der erst im April aus dem tropischen Afrika zu uns kommt. Das ist die Nachtigall (Luscinia megarhynchos). Bereits im August allerdings brechen die Nachtigallen zu ihrer Reise zu ihren Winterquartieren auf. Die junge Nachtigall desFotos hatte die Nacht wohl in einem Strauch entlang eines Entwässerungskanals verbracht und war noch ganz klamm von den kühlen Temperaturen der Nacht. So ließ sie Continue reading Eine junge Nachtigall auf dem Weg in die Überwinterungsgebiete

Schafstelze mit Libelle (Enallagma cyathigerum) im Schnabel

WiesenschafstelzeAuch ein ansonsten wenig erfolgreicher Fotomorgen kann noch seine ergiebigen Seiten zeigen. So geschehen an einem Sommertag am Pfaffensee, einem Naturschutzgebiet (NSG) bei Florstadt in der Wetterau. Gerade als ich nach 2 weitgehend erfolglosen Stunden zurückfahren wollte, sah ich aus dem Augenwinkel immer wieder eine flatternde Schafstelze. Es war ein Männchen der Subspezies flava, die auch Continue reading Schafstelze mit Libelle (Enallagma cyathigerum) im Schnabel

Sperbergrasmücke mit Zecke am Fertő-tó (Neusiedler See) – Ungarn

SperbergrasmueckeDas Weibchen der Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) ist jetzt endlich aus dem dichten Holunderbusch hervor gekommen. Die ganze Zeit schon hatte ich auf der Suche nach der Sperbergrasmücke aufmerksam die Gegend abgehört. Es ist aber ziemlich heiß und allein der Warnruf der Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) ist zu hören. Dann ist auch mal ein Männchen vom Neuntöter (Lanius collurio) zu sehen. Das Revier verteidigt er von einer erhöhten Warte an einer Feldeinfahrt aus. Es ist schon 8:00 als ich dann doch eindeutig den Alarmruf Continue reading Sperbergrasmücke mit Zecke am Fertő-tó (Neusiedler See) – Ungarn

Alpensegler: eine Paarung im Flug

AlpenseglerWährend einer Reise vom 1. bis zum 8. Juli nach Rumänien und Bulgarien konnte eine bemerkenswerte Beobachtung in den rumänischen Karpaten im Bild festgehalten werden. Ein Männchen und ein Weibchen des Alpenseglers (Apus melba) wurden gesehen, wie sie unter einem Felsvorsprung in einer Steilwand flogen und dabei über mehrere Sekunden die Begattung vollzogen. Dies konnte in einer wunderschönen Schlucht im Piatra Craiului Nationalpark nahe der Stadt Zărneşti (Zarnesti) mit der Kamera fotografiert werden. Zarnesti liegt südlich von Braşov (Kronstadt) und befindet sich ca. 180 km entfernt von Bukarest, der Hauptstadt von Rumänien.

In der westlichen Paläarktis leben Alpensegler vor allem in Südeuropa, hier insbesondere in Gebirgen. Wie Mauersegler (Apus apus) wandern sie über den Winter in das südliche Afrika. Wie in dieser Schlucht zu sehen, baut diese Seglerart ihr Nest in der Regel Continue reading Alpensegler: eine Paarung im Flug

Die Nachtigall: ein Gesangeskünstler am Ungerberg – Österreich

NachtigallEigentlich bin ich auf der Suche nach Bienenfressern (Merops apiaster)an einer Lehmwand am Neusiedler See. In der Nähe der Ortschaft Weiden am See befindet sich der Ungerberg, der sowohl eine Lehmwand aufweist, als auch dicht bewachsene Hecken, u.a. mit Robinie und Weißdorn. Ein kurzes ratternd-knarrender Laut begleitet mich, als ich die Hecken auf dem Weg zur Lehmwand passiere. Auf dem Rückweg von – erfolgreicher – Bienenfresser-Fotografier ist an den Stellen, die die ungastlichen Knarzlaute aufwiesen, ein wunderschön, melodischer und Continue reading Die Nachtigall: ein Gesangeskünstler am Ungerberg – Österreich

Hainburg an der Donau: Bienenfresser an der Brutröhre

BienenfresserSchon ein süd-östliches Flair weist die Stadt Hainburg, direkt an der Donau liegend, auf. Die Stadt zwischen Wien und Bratislava in unmittelbarer Nähe zur slowakischen Grenze hat aber auch einige Naturschönheiten zu bieten. Eine dieser Kostbarkeiten befindet sich nicht weit von der Donau am Hundsheimer Berg. In der Nähe der Ortschaft befindet sich ein Hide, ein versteckter Continue reading Hainburg an der Donau: Bienenfresser an der Brutröhre

Weißstorch bei der Mäusejagd

WeißstorchIm Mai spätestens im Juni mähen die Bauern zum ersten Mal im Jahr ihre Wiesen. Das zieht auch immer ein paar Gäste an, die sich an den Tieren, die bisher in der Wiese Zuflucht gefunden hatten, gütlich tun wollen. Auf einer Exkursion zum NSG Kühkopf-Knoblochsaue hielt ich an einer Wiese, auf deren hinterer Teil der Traktor noch mähte. Dabei konnten auf dieser gemähten Wiese in der Nähe von Gernsheim zwischen Mannheim und Darmstadt mindestens 12 Weißstörche (Ciconia ciconia) bei der Nahrungssuche Continue reading Weißstorch bei der Mäusejagd

Bienenfresser am Neusiedler See

BienenfresserEin südliches Flair geben die wunderschönen Vögel aus der Familie der Racken einer jeden Landschaft. Noch dazu ist der farbenprächtige Vogel ist ein wahrer Flugakrobat. Bienenfresser graben jedes Jahr neue Bruthöhlen in Löß- und sandige Lehmsteilwände. Hier lassen sich die Bienenfresser im späten Frühjahr und im Sommer am besten beobachten. Ein Muß für Continue reading Bienenfresser am Neusiedler See

Uferschwalben in Nistwand

UferschwalbeGelegentlich fahre ich eine einsame Landstraße entlang an der direkt neben der Straße eine nur im hinteren Teil bewirtschaftete Kiesgrube zu finden ist. Die Grube liegt in einer flachen, landwirtschaftlich genutzten Gegend. Landschaftliche Schönheit erschließt sich nur dem Kenner. Viele Spaziergänger oder Jogger kommen daher hier nicht vorbei. Als ich zufällig mal mit dem Wagen vorbei komme und neben einer Böschung parke, fliegen wenige Meter entfernt Uferschwalben (Riparia riparia) ihre Brutröhren an. Sie stören sich an dem Fahrzeug nicht Continue reading Uferschwalben in Nistwand

Zwergtrappenfotografie in der Estremadura

Zwergtrappe in der BalzDie Sonne steht noch hoch am Himmel, obgleich es fast 18:00 Uhr ist. Soweit das Auge reicht: Steppe, unterbrochen hin und wieder von erodierten Felsen. Über dem Boden flimmert die Luft. Im Auto herrscht unbeschreibliche Hitze. Nachdem letztes Jahr die Winterniederschläge der Estremadura ausgeblieben sind, wirkt alles vertrocknet. Und doch wimmelt es von Bodeninsekten, vornehmlich Heuschrecken, die die Fahrwege in einem grünen Dunkelgrau erscheinen lassen. Immer wieder müssen die ins Wageninnere eingedrungenen Insekten entfernt werden. Doch das Fenster muß offenbleiben. Nicht wegen der Hitze, sondern wegen eines eigenartigen Vogels. Schließlich wollen wir ihn hören. Jetzt muß man ruhig sitzen bleiben. Keine allzu hektischen Bewegungen mache. Auch nicht, wenn allzu lästige Mücken um den Kopf schwirren.

Die Steppen von Caceres und Trujillo sind berühmt für ihre Continue reading Zwergtrappenfotografie in der Estremadura

Birkhähne am Balzplatz

Black GrouseIn Deutschland ist es fast eine aussterbende Erfahrung: das Birkhahngurren ((Tetrao tetrix) im zeitigen Frühjahr. Der autochtone Bestand in der Rhön ist fast erloschen. Nur in den Alpen lebt noch eine vitale Population dieses mittelgroßen Raufußhuhns.

Will man Fotos von der Birkhahnbalz machen, sollte man auch aus naturschützerischen Gesichtspunkten nach Skandinavien fahren und nicht auch noch die letzten Überreste heimischer Populationen dem Streß der Fotografie aussetzen. Im Frühjahr 2013 Continue reading Birkhähne am Balzplatz

Wanderfalken – Angriff auf Lachmöwe in den Rieselfeldern Münster

WanderfalkeWährend der Suche nach der Carolinakrickente – oder Amerikanische Krickente – , die seit dem 16.03.14 auf dem Teich E1 in den Rieselfeldern Münster zu sehen ist, konnte ich ebenfalls die erfolgreiche Jagd eines Wanderfalken (Falco peregrinus) auf eine junge Lachmöwe (Larus ridibundus) beobachten und auch leidlich fotografieren.

Mit dem Fernglas beobachtete ich von der Hütte am Eingang zu E1 die Möwen, Enten und Watvögel.  Es gab eine Menge vor allem an Lachmöwen, die sich Continue reading Wanderfalken – Angriff auf Lachmöwe in den Rieselfeldern Münster

Mäusebussard: Paarung auf einer Fichtenspitze

MäusebussardWährend eines Aufenthalts auf dem Atzelberg einem recht hohen Berg der ersten Taunuskette Anfang März konnte nicht weit entfernt von einem Aussichtsturm die Kopulation eines Mäusebussard-Paares (Buteo buteo) beobachtet und fotografiert werden. Die Paarungszeit beginnt in seinen natürlichen Verbreitungsgebieten für gewöhnlich im zeitigen Frühjahr. Das eigentliche Brutrevier ist mit rund zwei bis drei Quadratkilometer relativ klein aber zur Paarungszeit segeln Continue reading Mäusebussard: Paarung auf einer Fichtenspitze

Wie fängt die Rohrdommel einen Fisch im Winter?

Great BitternFür die Rohrdommel (Botaurus stellaris) wird die Nahrung mit Fischen (hauptsächlich) angegeben. Daneben werden Frösche, Molche, Wasserinsekten, Würmer, Krebstiere, mitunter auch Kleinsäuger und Kleinvögel oder Reptilien genannt. Zum Nahrungserwerb heißt es nur lakonisch, dass dieser meist watend oder von einem Anstand aus im seichten Wasser, manchmal auch langsam pirschend zu Land stattfindet. Weiterhin seien zur Nahrungssuche flach durchflutete Röhrichte mit lückigen, lichten Beständen und offenen Wasserstellen erforderlich.

Auch das einschlägige Standardwerk von Urs N. Glutz von Blotzheim führt hier Continue reading Wie fängt die Rohrdommel einen Fisch im Winter?

Kiefernkreuzschnäbel beim Trinken im Mulderskop Zuid / Limburg

Parrot CrossbillKiefernkreuzschnäbel (Loxia pytyopsittacus) an einer Pfütze beim Baden. Die Fotos im auf der Website der Vogelbeobachter in den Niederlanden “waarneming.nl” (http://waarneming.nl/) waren einfach sensationell. Letzten Sonntag hatte ich ja schon eine kurze Reise zu dem dort schon länger sich aufhaltenden Braunwürger (Lanius cristatus) gemacht. Der Braunwürger war eine Erstbeobachtung für die Niederlande. So selten sind die Kiefernkreuzschnäbel natürlich nicht, aber dieses Jahr scheint ein rechtes Invasionsjahr zu sein. Nach dem Besuch der Website der Vogelbeobachter in den Niederlanden “waarneming.nl”  entschieden Continue reading Kiefernkreuzschnäbel beim Trinken im Mulderskop Zuid / Limburg

Mäusebussarde im Schnee am Köder

Common Buzzard in FlightIst es möglich Mäusebussarde (Buteo buteo) im Winter, am besten noch im Schnee, in guter Anzahl zu beobachten und zu fotografieren. Ist das möglich mitten im bevölkerungsreichen, Deutschland? Ja, das ist es!

Das Tal des Flusses “Leine” und die umliegenden waldbedeckten Höhen namens “Leinebergland” sind nicht direkt bekannt als die Hot Spots der Vogelbeobachtung in Deutschland. Aber im Winter wird die reizvolle Landschaft zwischen den Städten Hildesheim im Osten und Hameln im Westen von Vogelbeobachter und Vogelfotografen aufgesucht, um Bilder von Mäusebussarden und anderen Vögel an Winterfutterstellen zu machen.

Nachdem ich schon die Jahre vorher im Winter in Salzhemmendorf war (s. Blog auf englisch) wollte ich diesmal auf Einladung von Wolf-Dieter Peest einen weiteren Tag bei Schnee in einem seiner neuen Ansitze verbringen. Das stellte sich als sehr produktiv heraus – wie man in der Galerie sehen kann. Wolf-Dieter Wildlife bietet Workshops für die digitale Fotografie und Continue reading Mäusebussarde im Schnee am Köder

Seeadler am Luder – diesmal an der Ostsee

White-tailed EagleHide – Fotografie nun auch am Darss? Seeadler (Haliaeetus albicilla) sind nun ja zumindest im Osten Deutschland eine vertraute Erscheinung geworden. Trotzdem ist es nicht leicht, ein Exemplar aus nächster Nähe zu fotografieren. Wenn man in Europa – so wie im Blog vom November 2013 beschrieben – wilde Seeadler fotografieren möchte gibt es vielleicht keinen besseren Ort als das norwegische Fischerdorf Lauvsnes in der Nähe von Flatanger in der Provinz Nord-Tröndelag, 200 Kilometer nordwestlich von Trondheim. Hier in der Mitte Norwegens hat es Ole Martin Dahle geschafft, das Vertrauen einiger Seeadler zu gewinnen. Schon seit einigen Jahren bietet er mit seinem Unternehmen Norway Nature Bootstouren an, bei denen man den Seeadlern beim Beutefang zuschauen kann. Kann da ein deutscher Standort mithalten?

Ja und Nein. Die Umstände sind völlig andere – und die Ergebnisse auch. Dafür aber nicht minder attraktiv und sehenswert. Wie das Titelbild zeigt, ist die intensive Interaktion der Rabenvögel und der Seeadler sehr schön und ausdauernd zu beobachten.

Das Fischland und der Darß sind berühmte Continue reading Seeadler am Luder – diesmal an der Ostsee

Ornithologie für Einsteiger, neues Buch von Professor Michael Wink

Cover Ornithologie fuer EinsteigerVogelbeobachtung ist hierzulande noch nicht so populär wie etwa in Großbritannien, aber die Zahl der Birdwatcher und Birder (wie die Zunft auch in Deutschland inzwischen genannt wird) nimmt ebenfalls zu. Professor Dr. Michael Wink vom Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg beschäftigt sich seit Jahren neben Arznei- und Giftpflanzen, Pharmakologie und Evolutionsforschung mit der Ornithologie. Seine Erfahrungen hat er in dem Sachbuch „Ornithologie für Einsteiger“ zu Papier gebracht

Das Buch ist in zwei größere Abschnitte gegliedert: Das erste Kapitel liefert eine allgemeine Einführung, vor allem in die Geschichte der Vogelbeobachtung und die wissenschaftliche Ornithologie. Die nächsten drei Kapitel im Teil I sollen dem Einsteiger helfen, selbst erfolgreich Vögel zu beobachten. Dort geht es vor allem darum, wie, wo und wann man Vögel bei uns in Mitteleuropa beobachten kann. In Kapitel 5 erfährt der Leser, wie sich Vögel im eigenen Garten durch Füttern, Aufhängen von Nistkästen und Schaffen von Brutmöglichkeiten anlocken lassen.

Der Teil II ist eher als Einführung in die wissenschaftliche Ornithologie konzipiert, in dem die Themen Evolution, Systematik, Anatomie, Physiologie, Ernährung, Fortpflanzung, Kommunikation, Mortalität und Krankheiten, Ökologie, Verbreitung, Vogelzug und Gefährdung zwar kurz, aber mit wissenschaftlichem Anspruch abgehandelt werden. Ein Artenindex der Vögel Deutschlands mit aktueller Systematik schließt das Buch ab. Diese Kapitel können auf Fachtermini nicht verzichten, diese werden Continue reading Ornithologie für Einsteiger, neues Buch von Professor Michael Wink

Spechte an der Winterfütterung

Great Spotted WoodpeckerVor ein paar Jahren schon war ich Gast bei einem professionellen Betreiber einer Winterfütterung für Greife. Tolle Aufnahmebedingungen, schöne Landschaft, super Vögel. Nur leider eine ganz Ecke von meinem Zuhause in der Eifel entfernt. „Das kann ich auch“, dachte ich. Es stellte sich dann doch als nicht so einfach heraus. Da gab es dann Probleme mit dem Landwirt, dem das Grundstück gehörte, dann mit dem Jagdpächter. Aber schließlich war es so weit. Ein großer Vorteil meines aus Holz und Teppichresten gezimmerten Ansitzes besteht darin, daß er sich zwar unmittelbar am Waldrand, andererseits aber nur etwa 200 m von meiner Wohnung entfernt befindet. Natürlich macht man sich beim Bau des Ansitzes und der Anlage des Futterplatzes so seine Gedanken über die zu erwartenden Gäste. Neben Meisen, verschiedenen Finken und Amseln war auch der Buntspecht (Picoides major) fest eingeplant. Diese bei uns häufigste Spechtart lebt ja nicht nur in Wäldern aller Art, sondern auch in städtischen Parkanlagen und in größeren Gärten. Schon nach kurzer Zeit zählte der Buntspecht zu den regelmäßigen Gästen vor der Winterhütte, aus der heraus ich in einem Abstand von 3,5 bis 7 m meine Aufnahmen machte. Meist kündigte er sich mit einem lauten „Kikk“ an, bevor er dann im wellenförmigen Flug angesaust kam. Das Lieblingsfutter meiner in den letzten Wintern beobachteten und fotografierten Buntspechte ist ein aus Rindertalg und Haferflocken hergestelltes Fettgemisch, das landläufig als Meisenknödel bekannt ist. Haselnüsse werden recht wenig beachtet, Walnüsse geliebt und Continue reading Spechte an der Winterfütterung

Die Dupontlerche in Las Almoladeras in Spanien

Dupont's Lark on a stoneDie Dupontlerche (Chersophilus duponti) ist wahrscheinlich eine der am intensivsten gesuchten Vogelarten der Westpaläarktis. Zumindest dann, wenn man zur Vogelbeobachtung in Südspanien unterwegs ist. Ich fotografierte sie Mitte Mai 2002. Die erste Wahl für die Beobachtung dieser Lerche ist wahrscheinlich Cabo de Gata. Dies ist ein Naturpark mit annähernd 50.000 ha (genau 49.696 ha). Cabo de Gata ist Bestandteil eines Biosphärenreservats der UNESCO. Das Gebiet erstreckt sich von der Westseite des Cabo de Gata bis zur Ostküste bei Carboneras. Für Vogelbeobachter die besten Standorte sind die Sierra Cabo de Gata, die Salinen von Cabo de Gata, und eine Reihe von Steppengebiete , von denen ich Las Amoladeras besuchte, das allgemein als aus ornithologischer Sicht produktivste Stelle gilt. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass dieser Bereich relativ leicht zugänglich ist. Für einen ersten Besucher ist es am besten das Besucherzentrum ” Las Amoladeras ” zu besuchen. In der Ausstellung des Besucherzentrums werden archäologische Funde im Naturpark Cabo de Gata ist sowie Aspekte der Natur gezeigt. Besucher können ein Mosaik von Ökosystemen kennenlernen.

Das Besucherzentrum Las Almoladeras liegt nur 20 km süd- östlich von Almería. Um dorthin zu gelangen, fahren Sie am besten Continue reading Die Dupontlerche in Las Almoladeras in Spanien

Gimpel: Weiß-rote-schwarze Bällchen in Bewegung

Bullfinch with wings upDompfaffe, Pyrrhula pyrrhula, werden in den Vogelbestimmungsbüchern heute meistens „Gimpel“ genannt. Diese farbenprächtigen Finkenvögel sind nun wieder verstärkt an den Futterplätzen zu beobachten. Auch letztes Jahr konnten sie dort mit anderen überwinternden Vögeln gesehen werden. Das Lieblingsfutter meiner in den letzten Wintern beobachteten und fotografierten Dompfaffe ist ein aus Rindertalg und Haferflocken hergestelltes Fettgemisch. Im Laden sind sie als Meisenknödel zu kaufen. Aber auch die ausgelegten Sonnenblumenkerne werden gerne verzehrt. Besonders auffällig ist das sehr aggressive Verhalten der Gimpel untereinander. Sind mehrere Exemplare in der Nähe, ist das Fotografieren oft nicht möglich, denn kaum fliegt ein Vogel den Futterplatz an, wird es schon vom nächsten verjagt. Vor allem die Männchen sind teils recht aggressiv. Aufgrund der Aufnahmesituationen im Winter fotografiert man manchmal bei langsamen Belichtungszeiten. Hier kann man aus der Not eine Tugend machen. Bei 1/30 sec. sind die Gimpel nur noch schemenhaft zu sehen. Dafür kommt die Dynamik des Streits umso besser zur Geltung. Dis ist schön zu sehen in der Galerie. Zu lange Belichtungszeiten dürfen es allerdings nicht sein, da dann nur noch Farben zu erkennen sind.

Es ist immer wieder ein faszinierendes Erlebnis, wenn sich nicht nur die Gimpel einfinden, sondern auch Rotkehlchen (Erithacus rubecula), Goldammer (Emberiza citrinella), Kleiber (Sitta europaea), Meisen (Parus sp.) Buchfinken (Fringilla coelebs) und manchmal sogar Continue reading Gimpel: Weiß-rote-schwarze Bällchen in Bewegung

Seeadler fangen Fisch in Norwegen

White-tailed EagleSeeadler (Haliaeetus albicilla) sind nun ja zumindest im Osten Deutschland eine vertraute Erscheinung geworden. Trotzdem ist es nicht leicht, ein Exemplar aus nächster Nähe zu fotografieren. Die Tiere sind gegenüber Menschen zwar nicht extrem scheu, sie halten aber doch so großen Abstand zu Menschen, wie es sich für Wildtiere gehört.

Wenn man also in Europa wilde Seeadler fotografieren möchte, kann man sich in Deutschland bei einem ostdeutschen Anbieter melden oder man macht es gleich richtig. So viel ich herausbekam, gibt es keinen besseren Ort als das norwegische Fischerdorf Lauvsnes in der Nähe von Flatanger in der Provinz Nord-Tröndelag, 200 Kilometer nordwestlich von Trondheim. Hier in der Mitte Norwegens hat es Ole Martin Dahle geschafft, das Vertrauen einiger Seeadler zu gewinnen. Schon seit einigen Jahren bietet er mit seinem Unternehmen Norway Nature Bootstouren an, bei denen man den Seeadlern beim Beutefang zuschauen kann. Ole merkt man seine langjährige Erfahrung an und er bietet seinen Gästen einen professionellen Service.

Nachdem ich bereits den eindrucksvollen Steinadler (Aquila chrysaetos) am Köder auf einem winterlichen Fütterungsplatz beobachtet und fotografiert hatte, wollte ich in der Woche auf Einladung von Ole Martin Dahle hier in der Nähe von Trondheim auch den Seeadler fotografieren. Die Ausbeute kann sich sehen lassen. Der Trip war sehr produktiv – wie Sie in der Galerie sehen.

Am Vormittag um 10:00Uhr  ging es mit dem Boot raus auf´s Wasser. Schon bald Continue reading Seeadler fangen Fisch in Norwegen

Steinadler am Fuchsköder in Norwegen

Golden EagleIst es möglich, den eindrucksvollen Steinadler (Aquila chrysaetos) am Köder im Winter zu beobachten und zu fotografieren? Und das in zuverlässig und in anständiger Anzahl? Ist das möglich, in Europa? Ja, das ist es!
Ole Martin Dahle, auch der „Adler- Mann“, genannt, hat mehrere Fotoverstecke in der Wildnis Norwegens eingerichtet.

Circa 1 Woche habe ich auf Einladung von Ole Martin Dahle nördlich von Trondheim verbracht. Die Ausbeute kann sich sehen lassen. Der Trip war sehr produktiv – wie Sie in der Galerie sehen. Ole bietet nicht nur Wildlife Workshops an, sondern offeriert auch die Möglichkeit, in eine (oder mehrerer) seiner Fotoverstecke auf Bergrücken oder in der Mitte von Kiefernwäldern zu sitzen. Es ist auch möglich – auch im Winter – mit dem Boot raus auf den Fjord zu fahren, um sich der Seeadler – Fotografie zu widmen.

Ole hat einige wunderschön gelegene Grundstücke in den letzten Jahren gemietet, weitere Standorte für seine Hides besitzt er selber. Die Verstecke liegen nicht weit von Forststraßen oder Wegen entfernt. Sie sind also fußläufig in akzeptabler Zeit zu erreichen sodaß man nicht völlig abgekämpft mit der schweren Fotoausrüstung am Versteckt ankommt. Auf der anderen Seite sind sie so weit von der öffentlichen Infrastruktur entfernt, daß man sich mitten in der Wildnis fühlt und selbst Motorengeräusche praktisch nicht zu vernehmen sind. Man ist wirklich mitten drin. Folglich gibt es ideale Bedingungen um seiner fotografischen Leidenschaft nachzugehen und Continue reading Steinadler am Fuchsköder in Norwegen

Bergenten in der Ostsee, Herbstzug und Überwinterung

Great Scaup, flock in flightDie Bergente (Aythya marila) ist nun wieder verstärkt auf der Ostsee zu beobachten – hier vor allem an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern so vor Usedom um die Greifswalder Oie, um Rügen und vor der Wohlenberger Wiek in der Nähe von Wismar. Diese Art konzentriert sich auf einige wenige große Rast- und Winterplätze. Die Zahlen sind beeindruckend. Meist halten sich die Enten offshore auf. So wurden z.B. Anfang November 2013 am Wohlenberger Wiek um die 5.000 Individuen oder auch bei der Greifswalder Oie und um die Insel Ruden gut 1.000 Individuen gezählt. Aber auch ein küstennaher Binnensee wie der Faule See bei Redentin in der Nähe von Wismar konnte mit mehr als 2.200 Bergenten punkten.

In Nordwesteuropa bis zum Ijsselmeer überwintern insgesamt mehr als 300.000 Bergenten. Weitere Überwinterungsgebiete gibt es am Schwarzen Meer, am Kaspischen Meer und im Mittelmeer. So gibt es also auf der Ostsee nicht nur überwinternde Bergenten sondern auch durchziehende Bergenten zu sehen. Das Wegzugmaximum an die östliche Ostseeküste fällt auf Anfang/ Mitte Oktober.

Der Herbstzug wird für das Baltikum Continue reading Bergenten in der Ostsee, Herbstzug und Überwinterung

Genetische Uhr der Mäusebussarde

Common BuzzardPolymorphe Gene, die an der molekularen Steuerung und Taktgebung innner Uhren beteiligt sind, spielen eine wichtige Rolle bei der Steuerung des Zeitpunkts der Brut und der anschließenden Abwanderung/ Verteilung aus dem Brutgebiet und bestimmen damit die Lebenstauglichkeit bei Wirbeltieren.

Besonders interessant ist, herauszufinden, wie im Jahresablauf periodisch wiederkehrende Entwicklungserscheinungen in der Natur, wie also biologische Prozessen im Kontext des Verhaltens der Tiere mit bestimmten Genausprägungen korreliert sind. Allerdings hat es bisher nur relativ wenige Studien gegeben, die Zusammenhänge zwischen phänologischen Genen (sogenannten phenological candidate genes) und Verhalten genauer untersuchen. Diese waren bisher auf bestimmte taxonomische Gruppen wie Singvögeln und Salmoniden begrenzt. Daher testeten Forscher der Universität Bielefeld bestimmte Regionen regulatorischer Gene beim Mäusebussard (Buteo buteo). Es wurden insgesamt vier Gene analysiert, die eine Rolle bei der genetischen Uhr spielen könnten. Diese Gene kodieren neuronale Botenstoffe, die bei Singvögeln das Zugverhalten steuern. Wie bei Studien an Singvögeln, wurden bei 976 untersuchten Mäusebussard-Nestlingen sowie bei drei weiteren Arten der Gattung Buteo relevante Gene festgestellt. Im Gegensatz zu Studien bei Singvögeln konnte ermittelt werden, daß keine der candidate genes Continue reading Genetische Uhr der Mäusebussarde