Category Archives: Seltenheiten

Prachttaucher auf dem Grössinsee in Brandenburg

PrachttaucherDicht mit Schilf ist der Ausfluß des Grössinsee bestanden. Hier sollte sich laut lokalen Meldungen ein Prachttaucher (Gavia arctica) aufhalten. Der Grössinsee wird von der Nieplitz in Süd-Nord-Richtung durchflossen. Er ist knapp 100 ha groß und maximal 3 m tief. Nur im Nordteil entwickelten sich kräftige Röhrichte. Der See gehört nämlich zu den polytrophen Gewässern. Bei einem Besuch des Nordteils des Grössinsees südlich von Berlin konnte tatsächlich der gemeldete Seetaucher beobachtet und fotografiert werden. Ein Schlichtkleid-Exemplar – wohl ein einjähriger Vogel – schwamm zuerst in einiger Entfernung auf dem nicht so breiten See.

Der Rücken des jungen Prachttauchers war bräunlich-grau. Die helle Schuppenzeichnung auf dem Rücken war gut zu sehen. Auf den Fotos des schwimmenden Prachttauchers konnte man schön den deutlichen weißen Flankenfleck sehen. Der Schädel, der Nacken und die Hinterseiten des Halses rahmten grau das weiße „Gesicht“ ein. Der Schnabel ist bläuliche hell-grau und die Iris des Auges schimmerte rötlich-braun. Nach dem Auftauchen konnten wunderschön die perlenden Wassertropfen auf dem Gefieder bewundert werden.

Immer wieder werden im Herbst Meldungen von Sterntauchern (Gavia stellata) und Prachttauchern (Gavia arctica) aus Brandenburg gemacht. Auch vor 3 Jahren gab es eine Meldung des Prachttauchers vom Neuendorfer See aus dem Spreegebiet um Lübben. Hier wie dort schwamm der Prachttaucher ziemlich nah am Ufer entlang. Die Entfernungen, die der Prachttaucher in den sonnigen Nachmittagstunden bei sehr angenehmen Temperaturen von ca. 10° C und einem weitgehend windfreien Herbsttag zurücklegte, waren allerdings beachtlich. Hatte man ihn gerade noch am Einlaß zum Nieplitz-Ausfluß am nördlichen Abschnitt des Sees Continue reading Prachttaucher auf dem Grössinsee in Brandenburg

Iberienzilpzalp auf Fuerteventura

IberienzilpzalpDer Kontrast zwischen der Kühle des Morgens und der wüstenhaften Trockenheit des Geländes kann nicht größer sein. Wir befinden uns auf einem Morgenausflug zur Landenge von Jandia. Plötzlich steht ein kleiner, olivbrauner Singvogel auf einer Trockenpflanze. Es ist ein Iberienzilpzalp (Phylloscopus ibericus).  Der Iberienzilpzalp ist hauptsächlich auf der Iberischen Halbinsel in Spanien und Portugal beheimatet. Er wandert jedoch im Herbst in den Süden. Dieser Zilpzalp ist heller, grüner auf dem Hinterteil und gelblicher als der „normale“ Zilpzalp (Phylloscopus collybita). Anfangs hieß der Iberienzilpzalp mit seinem lateinischen Namen Phylloscopus brehmii. Dann stellte sich aber heraus, dass der Typus dieses Taxons gar kein Iberienzilpzalp war. Diese Art ist ein Langstreckenmigrant, der jedes Jahr auf dem Rückweg von seinen Wintergebieten in Westafrika bis nach Deutschland kommt. So wurde z.B. in Zarrendorf bei Stralsund in der nordöstlichen Ecke Deutschlands im Mai 2012 ein solcher Vogel gefunden. Dies ist im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Irrgäste werden immer wieder – vor allem im Frühjahr – auch in anderen Teilen Deutschlands beobachtet.

Es war mir natürlich ein Vergnügen, einen Iberienzilpzalp im niedrigen Gestrüpp auf der sandigen Ebene auf der Landenge von Jandia in der südlichen Ecke von Fuerteventura / Kanarischen Inseln zu sehen. Zuerst dachte ich, ich hätte den Kanaren-Zilpzalp (Phylloscopus canariensis), den auf den Kanaren einheimischen Continue reading Iberienzilpzalp auf Fuerteventura

Paarungsverhalten beim Halsbandwürger (Telophorus kupeensis)

HalsbandwürgerEin territoriales Paar des im englischen Serle’s Bushshrike oder Mount Kupe Bushshrike genannten Halsbandwürgers war – wie in einem vorherigen Blog beschrieben – bei einem Balzritual fotografiert worden.

Die Vögel waren dabei ziemlich niedrig im Waldinnern – schon fast im Unterholz –zu finden. Dazu überstiegen wir Lianen und umgestürzte Baumstämme und standen dann knapp unter der Oberkante eines Bergkamms.  Etwas weiter unterhalb am Abhang war ein Paar des Halsbandwürgers in nicht mehr als 1 Meter Höhe im nicht zu dichten, aber moos- und flechten bewachsenen Unterholz von Zeit zu Zeit zu sehen. Das Habitat entsprach dabei gut der Habitatbeschreibung “Primary forest with relatively open understorey, sometimes on steep hillsides; at 930–1550 m”, die im Handbook of the Birds of the World Alive. Lynx Editions, Barcelona zu finden ist.

Die beiden Vögel hatten sich offensichtlich einen besonderen Platz ausgesucht und führten den offensichtlich nur wenigen Ornithologen bekannten Tanz, ein Paarungsritual, auf. Im Verlauf dieses „Tanzes“ hüpfte ein Individuum des Halsbandwürgers minutenlang einen moosbewachsenen Ast im Unterholz hoch und sein Partner folgt ihm ebenfalls – rauhe Nasallauten ausstoßend. Dann wieder sprang einer der beiden den gleichen Ast in kleinen Abständen herunter und der andere folgt ihm auf den Fuß – bzw. in ca. einem halben Meter Entfernung. Natürlich ebenfalls laut rufend. Continue reading Paarungsverhalten beim Halsbandwürger (Telophorus kupeensis)

Sokoke-Eule im Arabuko-Sokoke Forest an Kenias Ostküste

SokokeeuleUnser lokaler Guide, David, verlässt uns mit Andeutungen. Es ist inzwischen unheimlich heiß. Mein Gott, was für ein Wetter. Jetzt stehen wir angeblich kurz vor der Sichtung der Sokokeeule (Otus ireneae), die im englischen Sokoke Scops-Owl genannt wird. Da können wir nicht einfach umkehren. Auch wenn es noch zu heiß ist. Und siehe da: David steht auf der Piste weiter unten und winkt. Er hat vielleicht den Tageseinstand der Sokokeeule gefunden. Wir laufen ihm hinterher über schmale Pfade in den niedrigen Wald mit vielen dünnen Bäumchen. Sicher eine Elefanten-Piste. Dann nach einigen 100 Metern geht es auf einen noch schmaleren Pfad und dann zeigt er an einem dürren Bäumchen hoch. Das Bäumchen wirkt schmächtig und ist auch gar nicht hoch. Wenn es knapp 4 Meter sind, ist es hoch. Es ist dürr und hat nur oben eine Andeutung einer Krone, die man nun wirklich nicht Kronendach nennen kann. Sie formt immerhin eine blätterlose Kugel aus. Wow, inmitten dieses „Altars“ aus Blättern steht eine graue Eule mit feinen schwarzen Streifen. Es ist ein Männchen der Sokokeeule. Ein super Vogel, den wir zum Glück mit dem Stativ super aufnehmen können. Echt eindrucksvoll. Wie klein und winzig die ist. Toll. Das Weibchen der Sokokeeule soll derweil auf den Eiern Continue reading Sokoke-Eule im Arabuko-Sokoke Forest an Kenias Ostküste

Karmingimpel im Murnauer Moos

KarmingimpelAusgangspunkt unserer Wanderung ist der Parkplatz bei der Gaststätte “Ähndl“. Heute steht eine Rundwanderung im Murnauer Moos auf dem Programm. An einem kleinen Schilfstreifen sind bald aufgeregte, schwätzende, kräftige Laute zu hören. Da die Rufe sehr schnell vorgetragen werden und sie sich nicht wirklich entscheiden können, ob sie zu einem Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) oder einem Gelbspötter (Hippolais icterina) gehören sollen, wird schnell klar, dass hier ein Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) ganz ausgezeichnet andere Vögel imitiert. Im Gebüsch sind unzählige Gartengrasmücken (Sylvia borin) zu hören und gelegentlich auch zu sehen. Tatsächlich ist praktisch auf jedem Baum und jedem Busch mindestens eine Grasmücke zu sehen oder zu hören. Auch Fitisse (Phylloscopus trochilus) sind in kopfstarker Zahl in den Weichhölzern entlang des Schilfs unterwegs. Während wir von weiter weg auch den scharfen, weit tönenden Gesang eines Braunkehlchens (Saxicola rubetra) lauschen, hören wir plötzlich den markanten Ruf des Gimpels. Ein wunderschönes Männchen des Karmingimpels (Carpodacus erythrinus) ist schon nach kurzer Zeit auf einem niedrigen Schwarz-Erlenstrauch (Alnus glutinosa) zu sehen.

In der Ferne sind immer wieder Braunkehlchen zu sehen, die im Prachtkleid auf einzelnen Halmen ihren Gesang vorgetragen haben.  Neben den Braunkehlchen sind auf den Rohrhalmen die Männchen der Rohrammer (Emberiza schoeniclus) zu sehen und zu hören.

Die gelben Unterseiten der Schafstelze (Motacilla flava) sind immer wieder schön zu sehen, wenn sie im bogenförmigen Flug über die Continue reading Karmingimpel im Murnauer Moos

Weissrückenspecht im Murnauer Moos

WeissrückenspechtHeute steht eine Wanderung zum  Galthüttenfilz im westlichen Murnauer Moos an. Ich starte vom Parkplatz in Grafenaschau und laufe erstmal nur nach Osten.

Der Weg führt an Schlenken im Unteren Galthüttenfilz oder auch Hohenboigenmoos vorbei. Vom ehemaligen Hohenboigensee, der in der Karten noch mit einer Länge von 200 m verzeichnet ist, kündet heute nur noch ein kleiner Tümpel. Der See verschwand nach der in den 30er Jahren erfolgten Verlegung und Kanalisierung des Lindenbaches. Ansonsten sind hier im Westteil des Hohenboigenmooses nur Spirken und Latschen zu sehen. Nicht weit grüßt der Bergrücken des Wiesmahdköchel.

Von einem Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos) – oder überhaupt von Spechten – ist aber weit und breit nichts zu sehen. Es ist auch nicht die richtige Jahreszeit. Die beste Zeit ist der April. Dann trommeln sie intensiv und markieren ihr Revier.

Plötzlich höre ich ein länger anhaltendes Trommeln. Eindeutig ein Specht. Und wohl zu lang, um zu einem Buntspecht (Dendrocopos major) zu gehören. Es könnte natürlich noch ein trommelnder Grauspecht (Picus canus) sein.

Eine wissenschaftliche Untersuchung u.a. zur Totholzausstattung Continue reading Weissrückenspecht im Murnauer Moos

Junge Zwergdommel an Linumer Teichen

ZwergdommelNach vermehrten Sichtungen an den Vortagen (bis > 7 Ex.) konnte eine junge Zwergdommel (Ixobrychus minutus) an den Linumer Teichen aus der südlichen Hütte heraus gesichtet werden. Schön waren die Reste des Flaumes auf dem Kopf zu sehen. Das juvenile Exemplar stand ganz nah an der Hütte. Regungslos sichernd stand sie zwischen abgeschnittenen, kurzen Schilfhalmen im unmittelbar seicht überschwemmten Uferbereich. Zwergdommeln sind klein. Doch so, wie sie am Uferrand zwischen den hoch aufstrebenden Wasserröhricht stand, erschien sie doch geradezu winzig. Die Zwergdommel stand bei einem Kurzbesuch in einer der 2 Hütten in dem für Besuchern offenen Bereich des ausgedehnten Teichgebiets direkt am Schilfrand. Sie sicherte, eher neugierig als furchtsam, verschwand dann und kam nach einer Weile erneut heraus. Das Bild des Blogs zeigt, wie sie den Kopf hob und damit nicht mehr komplett bzw. teilweise von störenden Schilfstengeln verdeckt war. Nach wenigen Minuten dreht sie sich um und verschwand im dichten Schilf ohne danach für gut 1 Stunden noch einmal gesehen zu werden. Nur eine Ringelnatter (Natrix natrix) machte den Schilfbereich vor der Beobachtungshütte unsicher. Weitere Vögel konnten in dem vor kurzem geschnittenen, gut überstauten Uferbereich nicht gesichtet werden.

Die Linumer Teiche bei Fehrbellin scheinen in diesem Jahr ein sehr gutes Rast- wenn nicht sogar (worauf die junge Zwergdommel deuten könnte) Brutgebiet zu sein. So wurden u.a. am Samstag, 15. September 2018 mindestens 7 Zwergdommeln schon bei einbrechender Dämmerung kurz vor 20:00 durch Flugrufe verhört. Continue reading Junge Zwergdommel an Linumer Teichen

Odinshühnchen: Migration in der West-Paläarktis

OdinshühnchenOdinshühnchen (Phalaropus lobatus) sind vor allem als farbenfrohe Brutvögel der arktischen Tundren Eurasiens und Nordamerikas bekannt. Die farbenprächtigeren Weibchen werben mit auffälligen Balzflügen um die Männchen, die später dann alleine die Jungvögel führen. Im Anschluß an das Brutgeschäft sind Odinshühnchen ausgesprochene Zugvögel. Sie haben dann ihr schlichtes schwarz-weißes Schlichtkleid angelegt. In kleiner Zahl ziehen Odinshühnchen alljährlich in Deutschland durch. Über die Zugwege und die Überwinterungsgebiete einzelner Populationen ist allerdings noch relativ wenig bekannt. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wusste man, dass ein Großteil der europäischen Odinshühnchen offenbar auf dem offenen Meer – also pelagisch – überwintert. Die Winterquartiere liegen in den tropischen Meeren. Bekannt sind namhafte Überwinterungsgebiete vor der Westküste Südamerikas, im Südwest-Pazifik und im Nordwesten des Indischen Ozeans. Ein bekanntes Gebiet liegt im Arabischen Meer.

So wurde auch dieses Blog-Foto aus einer ganzen Reihe von Aufnahmen vor Khor Kalba auf einem Bootstrip von den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgenommen.

Erst recht spät stellte man fest, dass auch auf dem Atlantik vor der Küste Westafrikas Odinshühnchen den Winter verbringen. Woher Continue reading Odinshühnchen: Migration in der West-Paläarktis

Gelbkehl-Feinsänger auf dem Zomba Plateau/ Malawi

Gelbkehl-FeinsängerZuerst ist nur das farbige – wie ich meine gelbe – Auge zu sehen. Dann fallen auch die kanariengelbe Brust und das olivgrüne Gefieder auf. Erst zu Hause kann ich den Vogel als eine Yellow-throated Apalis oder auf Deutsch Gelbkehl-Feinsänger (Apalis flavigularis) bestimmen. In der älteren Bestimmungsliteratur wird diese Art noch als flavigularis – Subspezies der Bar-throated Apalis (Apalis thoracica) benannt. Na, super, das ist nämlich auch ein very-restricted range-Species.

Die Fahrt in Serpentinen im ersten Morgenlicht ist geschafft. Dann geht es weiter an der Trout Farm vorbei hoch den Dirt Track zum William´s Fall. Ein echter Traum dieser Wasserfall im schönsten Sommerlicht. An den Rändern steht sehr schöner Galeriewald. Leider ist diese wunderschöne Stelle nicht nur von Vögeln sehr gut besucht. Die Touris scheinen hier am Wochenende durchaus einzufallen, wie man anhand der vielen Verpackungsreste sehen kann. Immerhin kann ich aber einige Langschwanzstelzen (Motacilla clara) und einen Sternrötel (Pogonocichla stellata), der interessanterweise ganz ungeschützt auf einem blättrigen, staubigen Boden auf Nahrungssuche ist, sehen. Ich laufe dann mal den steilen Weg durch eine Kiefern-Plantage herunter zum Fluß und folge einem traumhaften, wenn auch steilen Weg, am tosenden Wild-Bach entlang mit sehr schöner Ufervegetation. Die Bäume entsprechen wohl weitgehend der urtümlichen Vegetationszusammensetzung. Die Bäume sind sicher auch voll mit Vögeln. Das Dumme ist nur, daß man sie nicht hört, da das Rauschen des Wassers alles übertönt. Hey, das sind doch die berühmten Weißschwanzhaubenschnäpper Continue reading Gelbkehl-Feinsänger auf dem Zomba Plateau/ Malawi

Uhus in Taunus-Steinbrüchen

UhuDer Einstellung der Jagd und Auswilderungs- und Ansiedlungsaktionen in den letzten Jahrzehnten ist es zu verdanken, dass der Taunus heute zu einem der am dichtesten mit Uhus (Bubo bubo) besiedelten Regionen in Deutschland gehört. Oft liegen die Steinbrüche, die von den großen Nachtjägern bewohnt werden, nur wenige Kilometer auseinander. Dabei besiedeln die Eulen nicht nur die großen aufgelassenen Abbaugebiete, sondern auch kleine, längst überwucherte Steinbrüche und sogar aktive Abbaugebiete, in denen unmittelbar an der Brutwand gearbeitet wird. Der eigentliche Brutplatz ist bei den Uhus meist nicht viel mehr als eine Mulde unter einem Überhang, der wenigstens etwas vor Regen schützt. Die Mulde ist praktisch nicht ausgepolstert und auch kaum von Steinen freigeräumt. Sobald die Junguhus schlüpfen, verdreckt die Mulde durch Nahrungs- und Kotreste zusehends. In Steinbrüchen sieht man die Spuren der Uhus gar  nicht selten an den Resten von Rupfungen und an Kotspritzern – insbesondere an Abbruchkanten. Reste von Rupfungen können von Igeldecken, halbe Tauben, Taubenfedern, Krähenfedern, Waldkauzfedern bis zu ausgewaschenem Gewölle reichen.

Nach einigen Wochen ist der Platz übersät mit Dreck, Rupfungsresten und Ungeziefer, so dass man das Nest schon aus einigen Metern Entfernung eher riecht als sieht. Werden die Jungvögel in den ersten Wochen noch ständig von den Eltern gewärmt, kommen die Alttiere später nur noch vorbei, um die Beute abzuliefern und sich anschließend irgendwo in die Felswand oder Continue reading Uhus in Taunus-Steinbrüchen

Abgebrannt: Pelzelnnachtschwalbe in Grassteppe

PelzelnnachtschwalbeAngesichts der Waldbrände im Süden Brandenburgs mit vielen Hundert Feuerwehrleuten im Einsatz mag es makaber erscheinen, dass Feuer für viele Vögel unabdingbar ist, um weiterhin in ihrem angestammten Habitat leben zu können. Einer dieser Vögel ist die Pelzelnnachtschwalbe – auch Weißflügel-Nachtschwärmer genannt – (Caprimulgus candicans), die in abgebrannten Teilen der Savanne auf dem Plateau im Bundesstaat Goias in Brasilien vorkommt.

Die Pelzelnnachtschwalbe ist eine seltene, wenig bekannte und bedrohte Art. Sie ist immer wieder Anlaß taxonomischer Diskussionen und ist auch unter dem Gattungsnamen Eleothreptus candicans und Hydropsalis candicans zu finden.  Wissenschaftler hatten im November 1997 eine männliche Pelzelnnachtschwalbe im Emas-Nationalpark im Bundesstaat Goiás gefunden. Das Exemplar befand sich auf einem Termitenhügel in einem kürzlich verbrannten Gebiet mit trockener Vegetation. Es wurde damals schon festgestellt, dass sich diese Nachtschwalbe sich auf verbrannte Gebiete zu spezialisieren schien. Eine Erklärung ist, dass im Zuge der Regenerierung verbrannter Vegetation ein hoher Überfluss an Insekten einstellt. Wissenschaftler empfehlen daher kontrollierte Verbrennungen, um nicht nur die Pelzelnnachtschwalbe, sondern auch Populationen anderer Tiere im Savannenhabitat des Das Emas-Nationalpark zu begünstigen.

Diese Nachtschwalbe ist eine relativ kleine Nachtschwalbe mit einem bemerkenswert ausgeprägten sexuellen Dimorphismus. Die Nachtschwalbe ist ein Bewohner der offenen Savannen Zentral-Südamerikas. Das extensive Weiß in den Flügeln und im Schwanz Continue reading Abgebrannt: Pelzelnnachtschwalbe in Grassteppe

Expedition zum Mount Kupé Bushshrike – Equipment & Logistik

Bei einer Expedition zu dem  – im englischen als Serle’s Bushshrike oder Mount Kupe Bushshrike bezeichneten – Halsbandwürger (Telophorus kupeensis)  war ich in den Bakossi Mountains sehr erfolgreich gewesen. Nach einem erfolglosen ersten Tag hatte ich zusammen mit den unverzichtbaren Guides am Ende des 2. Tages dann insgesamt 7 Individuen des Halsbandwürgers  „encountered“; davon 4 Sichtungen und 3 weitere Exemplare, die an anderer Stelle nur gehört wurden.

Die Bakossi Mountains sind  Teil der sogenannten Cameroon Mountain Arc im westlichen Landesbereich Kameruns. Hier herrscht eine Afrotropische Bergvegetation vor. Neben dem Halsbandwürger kommen als weitere endemische Arten u.a. das Kamerunfrankolin (Francolinus camerunensis) und Bannermanturako (Tauraco bannermani) vor

Insgesamt verbrachte ich an der im Blog zum Halsbandwürger-Paarungsritual beschriebenen Stelle an einem Bergkamm knapp 15 Minuten und schieße anfangs mit dem Canon EF 400mm 1:2.8 L IS II USM auf einem Gitzo-Stativ. Die häufigen Standortwechsel des Halsbandwürgers zusammen mit dem unerwartet niedrigen Standort des Vogels lassen mich dann zum Canon EF 200mm f/2L IS USM an der Canon EOS 5DS R wechseln. Trotz Belichtungszeiten mit 1/160 sec. später auch mit 1/80 sec. ermöglichte der vorzügliche Continue reading Expedition zum Mount Kupé Bushshrike – Equipment & Logistik

Bird Island, die Vogelinsel der Seychellen

Auf Bird Island gibt es nur ein Touristencamp mit zwei Dutzend kleinen Bungalows, die unter maximaler Berücksichtigung des Naturschutzes verwaltet werden. Ziel ist es, das Zusammenleben von Touristen und den gefiederten Gästen der Insel, u.a. nämlich  Millionen von Rußseeschwalben, zu ermöglichen. Wenige Stunden auf der Insel reichen aus, um zu begreifen, dass hier die Vögel die wahren Hausherren sind. Ohne Scheu bleiben Noddiseeschwalben (Anous stolidus) auf dem abgebrochenen Stumpf einer Palme sitzen. Fast können wir sie mit den Händen anfassen. Überall treffen wir diese schokoladenbraunen Seeschwalben an. Sie sitzen auf den langen Rispenblättern der Kokospalmen oder dösen in der Mittagshitze in großen Gruppen am Sandstrand. Einige haben sich in den Schatten auf unserer Veranda zurückgezogen. Noddi-Seeschwalben nähern sich auch von selbst den Bungalows, völlig gleichgültig gegenüber der Präsenz des Menschen. Feenseeschwalben (Gygis alba) nisten auf der Insel und es ist nicht schwierig, einige Individuen beim Füttern der Jungen auf den nahe gelegenen Bäumen des Camps zu beobachten. Auf der Insel sind etwa zwanzig Vogelarten präsent, aber es sind die Rußseeschwalben (Sterna fuscata), die Bird Island einzigartig auf der Welt machen: von Mai bis Oktober nisten Millionen dieser Vögel auf der Insel.

Es ist schwer, die Erlaubnis zu erhalten, das Kerngebiet der Kolonie zu besuchen. Doch auch schon aus den Randbezirken, dort wo Spazierwege von und zum weiten Sandstrand führen, ist die Continue reading Bird Island, die Vogelinsel der Seychellen

Das Orange-tufted Sunbird– ein Spezialist der Cameroon Highlands

Die hügelige Gegend mit dem üppigen Grün, den Farnbüschen und den Baumstreifen vermittelt einen Eindruck von Schottland. Außerdem ist es für afrikanische Verhältnisse richtig angenehm temperiert, um nicht zu sagen kühl.

Das soll eine top Stelle für Nektarvögel sein. Die im weiteren Verlauf zu sehenden Sunbirds sind fast alle neu für den Trip. Zuerst ist ein eher unscheinbares, gelb-oliver Nektarvogel zu sehen, der am Rande eines Busches zu sehen ist. So unscheinbar, wie nur ein Weibchen eines Nektarvogels sein kann. Ob es groß oder klein ist, kann man auf die Entfernung nur unzureichend erkennen. Damit könnten wir den seltenen – im englischen Orange-tufted Sunbird – Bouviernektarvogel (Cinnyris bouvieri) als Neuzugang vermelden. Wenig später taucht ein „Kollege“ dieser Art auf. Aha, der hat schon mehr Farbe zu bieten. Die Flügelschulter bzw. die Vorderkante ist schillernd grün und der Schwanz dunkel-blau am Ansatz. Ansonsten ist der Vogel aber ebenfalls eher gelb-oliv. Dann taucht auch noch ein Vogel auf, der bei gleichen Grundvoraussetzungen auch noch ein schillerndes blau mit einzelnen lila Blättchen aufweist. Offensichtlich die gleiche Art aber in unterschiedlichen Mauserphasen. So klar das einem nun erscheint, so sehr war ich doch durch die Meldung eines Rotbauch-Nektarvogels (Cinnyris coccinigaster) Continue reading Das Orange-tufted Sunbird– ein Spezialist der Cameroon Highlands

Rostmantelwürger im Dzalanyama Forest/ Malawi

RostmantelwürgerEin Neuntöter – mitten in der afrikanischen Waldsavanne. Das kann doch nicht sein. Und so ist es auch. Dies hier ist ein Rostmantelwürger.

Wir sind schon den ganzen Vormittag auf schmalen, sandigen Wegen im Gebiet des Dzalanyama Forest Reservats unterwegs Das Licht ist immer noch etwas trüb; die Wolken wollen einfach nicht verschwinden. Schließlich brennt sich die Sonne ihren Weg. Dann geht es schnell. Als die Sonne herauskommt, wird es sehr schnell sehr heiß. An einer der vielen Forstwege biegen wir vom Hauptweg ab. Der Weg wird immer schlechter. Rechts und links herrscht lichter Savannenwald mit viel Brachystegia, dem typischen Baum der afrikanischen Savanne. Dazwischen stehen hohe Gräser, die nun in der Trockenzeit, trocken sind. Kein Gelände, mit dem man auf Anhieb ein reiches Vogelleben verbinden würde. Doch wir sind keine 200m weiter hinein gefahren, da ist er zu sehen: ein Souza’s Continue reading Rostmantelwürger im Dzalanyama Forest/ Malawi

Königsweber am Sanaga/ Kamerun

KönigsweberTräge fließt der mächtige Sanaga dahin. Im Morgengrauen hatten wir ein kleines hölzernes Boot bestiegen. Nun liegt der weite Fluß vor uns. Dunst und tiefstehende Morgenwolken tauchen die Flußlandschaft in ein wunderschönes Licht. Ich hatte schon befürchtet, daß der Morgenausflug buchstäblich ins Wasser fallen könnte. Als wir – noch in der Dunkelheit – an der verabredeten Stelle ankamen, war niemand da. Aber ein paar Minuten später sahen wir zwei Kerle, die in einem erstaunlichen Tempo einen Kanu – eher einen Einbaum – flussabwärts paddelten. Wenige Minuten später hatten wir das Kanu auch schon geentert und starteten die Reise. Große Sandbänke in der Mitte des Flusses waren unsere erste Station. Afrikanische Scherenschnäbel (Rynchops flavirostris) konnten dort ausgiebig in ihren Formationsflügen bewundert werden. Der eigentliche Ziel-Vogel, die Graubrachschwalbe (Glareola cinerea) war ebenfalls erstaunlich häufig. Dazu etliche Flußuferläufer (Actitis hypoleucos), die das sandige Ufer der Sandbänke patrollierten.

Schließlich fuhren wir den Fluss weiter hinunter zu einer offensichtlich schon länger etablierten Sandbank. Sie war zu einer Continue reading Königsweber am Sanaga/ Kamerun

Bird Island, zu Besuch im Paradies der Feenseeschwalbe

FeenseeschwalbeMit atemberaubenden Flugkünsten umkreisen Weißschwanz-Tropikvögel (Phaethon lepturus) Palmen, ehe sie sich zur Rast darin niederlassen. In großen Schwärmen segeln Rußseeschwalben (Sterna fuscota) am Himmel über der Insel. Jetzt Ende Oktober ist die Brut praktisch schon vorbei und überall sind die Jungen zu sehen. Mit ohrenbetäubenden Schreien ziehen sie Tag und Nacht ihre Kreise über der Lichtung des Palmenwaldes. Es gibt aber auch die nahen Verwandten, die Zügelseeschwalben (Sterna anaethetus) hier. Sie sind aber bei weitem nicht so häufig und eher auf den Granitinseln der Seychellen anzutreffen. Zum Rauschen der Brandungswellen gesellt sich das Geschrei tausender Seevögel, die im azurblauen Himmel segeln. Einige Vertreter sind in der Galerie der Vögel von Bird Island zu bewundern. Einige sitzen auf unserer Veranda und auf den Blättern der Palmen.

Die aufdringlichsten Vögel sind die kleinen Sperbertäubchen (Geopelia striata) im englischen zutreffend Zebra Dove genannt und die rotbrüstigen Männchen der Madagaskarweber (Foudia madagascariensis), die Madagascar Red Fody genannt werden, denn sie sitzen jeden Morgen auf unserem Frühstückstisch und picken die Reste des Toastbrotes aus dem Brotkörbchen oder vom Tisch.

Die anmutige schneeweiße Feenseeschwalbe (Gygis alba) ist sicher einer der Stars unter den Vogelarten hier. Mit schwarzglänzenden Augen und einem schwarzen Schnabel, der an der Wurzel blau ist, Continue reading Bird Island, zu Besuch im Paradies der Feenseeschwalbe

Weißrückenspecht in Park in Estland

WeissrückenspechtNach einem erfolgreichen Foto-Shooting der Doppelschnepfe (Gallinago media) will ich mich zum Abschluß dem Gutspark des Haeska Manor House widmen. Der zur Pension umgebauten Gutshof weist einen weitläufigen Park mit vielen alten Bäumen auf. Neben einen paar schönen alten Eichen gibt es auch alte Linden. In alten Parkanlagen soll – wie mir einheimische Naturschützer sagten – der Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos) recht häufig sein. Sie meinten sogar, daß in den alten Parks der Gegend der Weißrückenspecht sogar der häufigste Specht sei. Was für eine Verkehrung der Verhältnisse zu Deutschland! Ich kann dann im weiteren Verlauf sowohl Grauschnäpper (Muscicapa striata) als auch Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) sehen und schön fotografieren. Amseln (Turdus merula) flitzen die ganze Zeit zwischen Rasen und Unterholz. Der Hit sind aber die vielen brütenden Wacholderdrosseln (Turdus pilaris), die intensiv warnen, wenn sich jemand ungebührlich einem Nest mitten auf einer Asthöhle nähert. So kann ich endlich auch mal ein paar schöne Aufnahmen von der Wacholderdrossel machen. Von einem Weißrückenspecht – oder überhaupt von Spechten – ist aber weit und breit nichts zu sehen. Es ist auch nicht die richtige Jahreszeit. Die beste Zeit ist der April. Dann trommeln sie intensiv und markieren ihr Revier.

Plötzlich höre ich ein länger anhaltendes Trommeln. Eindeutig ein Specht. Und wohl zu lang, um zu einem Buntspecht (Dendrocopos major) zu gehören. Es könnte natürlich noch ein trommelnder Continue reading Weißrückenspecht in Park in Estland

Steppenkiebitz im Spreewald

SteppenkiebitzSeit mindestens dem 10. Juni 2018, hält sich inmitten des Teichgebiets der Schlepziger Teiche, nördlich von Lübben (Spreewald) ein adulter Steppenkiebitz (Vanellus gregarius) im Prachtkleid auf.  Er stand mit mit ca. 80 Kiebitzen (Vanellus vanellus) im hinteren Teil des Lachsluch 2, einem der fächerförmig angelegten Fischzuchtbecken, die am Rand trockengefallen waren und erkennbar Schlammbänke freigelegt hatten. Der Sommer ist noch frisch; daher gab es nur schmale Schlammränder, die dann aber auch vollumfänglich genutzt wurden. Die Limikolen  – also Kiebitze – sind quasi auf diesen Teich angewiesen um zu Baden und zu Ruhen. Denn alle anderen Teiche in der Umgebung sind gut gefüllt.

Auch am heutigen Sonntag hielt sich diese Ausnahmeerscheinung zwischen anderen Limikolen, Möwen und Enten auf einer trocken gefallenen Schlammbank vor einem Schilfgürtel auf. Der Steppenkiebitz konnte heute um die Mittagszeit ausführlicher – wenn auch in weiter Ferne – gesehen werden. Der Steppenkiebitz mit seinem beige-braunen Gefieder und dem schwarzen Bauch hebt sich gut von den grün-weißen Kiebitzen ab und ist daher – trotz der Entfernung – gut auch mit dem Fernglas zu entdecken. Zur Betrachtung sollte dennoch ein Spektiv herangezogen werden.

Nachdem in den letzten Tagen schon einige Birder vor Ort waren, konnte auch Continue reading Steppenkiebitz im Spreewald

Vorkommen des Halsbandwürger (Telophorus kupeensis) in den Bakossi Mountains/ Kamerun

HalsbandwürgerEine Expedition zum Halsbandwürger (Telophorus kupeensis)  in die Bakossi Mountains konnte im Februar 2018 erfolgreich abgeschlossen werden. Nach einem erfolglosen ersten Tag auf Expedition konnten am Ende des 2. Tages dann insgesamt 7 Individuen des Halsbandwürgers „encountered“; davon 4 Sichtungen und 3 weitere Exemplare, die an anderer Stelle nur gehört wurden. Das ist umso bemerkenswerter als man bisher davon ausgegangen war, daß die Population winzig sei und sich auf ca. 25 Individuen beschränken würde.

Callan Cohen und Michael Mills im ABC Bulletin 9.2 vom August 2002 schreiben, daß der hübsche auffällige Halsbandwürger einer der weltweit seltensten Vogelarten und eine der berühmtesten Vogelarten in Westafrika ist. Die Art wurde vom Naturforscher William Serle von den Hängen des Mount Kupé im Jahr 1951 beschrieben. Die Art blieb dann aber unerkannt, bis sie 1989 wiederentdeckt wurde.

Die Wiederentdeckung führte zu einer Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen und Studien des offensichtlich vom Aussterben bedrohten Halsbandwürgers. Nur sieben Paare wurden trotz jahrelanger intensiver Arbeit gefunden, aber die Erforschung der angrenzenden Berge führte kürzlich zur Entdeckung kleinerer Populationen in zwei nahe gelegenen Waldgebieten.

Callan Cohen und Michael Mills schreiben, daß trotz der vielen Ornithologen und Vogelbeobachter, die das Gebiet besuchen, Continue reading Vorkommen des Halsbandwürger (Telophorus kupeensis) in den Bakossi Mountains/ Kamerun

Dickschnabellummen auf dem Frühjahrszug im Westen Alaskas

GelbschopflundDer Frühjahrszug im Westen Alaskas läßt sich am besten von St. Lawrence beobachten. Gambell ist dabei wirklich das Eldorado für Vogelfotografen und Freitzeit-Birder. Eine der Besonderheiten sind die kopfstarken Trupps der Dickschnabellumme (Uria lomvia). Der Vogel hat wie alle Alkenvögel einen länglichen Körper, die Vögel wirken aber doch pummeliger und durchaus tonnenförmig. Dickschnabellumme schlagen beim Zug entlang der Küste schnell mit den Flügeln und vollziehen teilweise abrupte Richtungsänderungen. Von den wendigen Manövern abgesehen, ist der Flug gerade und entspricht dem, was man von Alken sonst so gewohnt ist. Immer wieder ziehen sie zu Dutzenden – häufig in V-Form –in einiger Entfernung vom Strand vorbei. Andere Seevögel, gerade die Enten, kommen da deutlich näher an „The Point“ heran, um diese Landspitze zu umfliegen. Immer wieder sind andere Vögel in den Dickschnabellummen-Trupps involviert. Manchmal sind es Trottellummen (Uria aalge). Die Dickschnabellumme wirkt jedoch Continue reading Dickschnabellummen auf dem Frühjahrszug im Westen Alaskas

Beobachtung eines leuzistischen Neuntöters

NeuntöterBei der Absuche eines bekannten Zugvogelgebiets im Nordwesten von Zypern beobachtete im Randbereich des als Campingplatz benutzten nur spärlich parkähnlich bewachsenen Gebietes einen „weißen“ Würger, der schon auf den ersten Blick kein Raubwürger (Lanius excubitor) sein konnte. Trotz der hellen Färbung. Die geringere Größe und insbesondere der Habitus ließ keinen Zweifel aufkommen, daß es um einen abnorm gefärbten Neuntöter (Lanius collurio) handeln mußte.

Die Grundfärbung des Vogels war weiß. Deutlich traten aber hell-braune Streifen an den Flanken zum Vorschein. Sowohl der Rumpf, als auch die Arm- und Handschwingen sowie der Schwanz war einfarbig weiß. Die Beine waren hell gefärbt. Die schwache Steifung wies auf ein Weibchen eines Neuntöters hin.

Der Vogel nutzte verschiedene Sitzwarten innerhalb einer kleinen Hecke. Von dort aus machte er erfolgreiche Nahrungsausflüge in die nahen, spärlich bewachsenen aber insektenreiche Brachflächen. Die Näherung mit dem Auto akzeptierte er immerhin bis auf ca. 15 Meter. Beim 3. Versuch näher zu kommen, zog er sich mit den typischen harten „Teck-teck“-Rufen in das Innere der Hecke Continue reading Beobachtung eines leuzistischen Neuntöters

Fotografie des Buntkopf-Felshüpfer im Campo Maan National Park

Wir sind immer noch recht früh da. So gegen 16:00 sind wir am Platz. Ich bekomme vom Ranger des NP-Büros einen Platz zugewiesen, der etwas im Vergleich zum April zurückgesetzt erscheint. Aber mit meinem Canon EF200mm f/2.0L IS USM bin ich ja gut gewappnet. Ich baue das mitgebrachte Dreibein-Höckerchen auf und plaziere das 200er mit der EOS 5 DsR auf das Gitzo G1588 Einbeinstativ. Daneben lege ich die EOS 1 DX mit dem Canon EF85mm f/1.8 USM für den Fall, daß der Buntkopf-Felshüpfer auf einmal direkt vor mir steht. Das war ja im April kurz der Fall gewesen. Beide Kameras stelle ich erstmal auf Silent-Mode. Ich ändere das aber nach einer Weile bei der EOS 1 DX, da ich der Ansicht bin, daß – wenn ich sie benutze – nun wirklich Not am Mann ist und es dann auf das laute Klacken auch nicht mehr ankommt. Da ist dann im Zweifel Geschwindigkeit gefragt. Zum Glück denke ich noch daran, den Bildstabilisator beim EF200mm f/2.0L IS USM einzuschalten. Dann bin ich bereit. Ich bin noch unschlüssig, ob ich eher das EF200mm f/2.0L IS USM oder das EF85mm f/1.8 USM in die Hand nehmen soll. Die Sitzposition ist auf dem Höckerchen schon ok; aber stundenlanges Sitzen ist vielleicht auch nicht angeraten.

Nachdem ich mich sortiert habe, paßt soweit alles vorzüglich. Die Nester scheinen im Vergleich zum letzten Besuch im April 2017 deutlich weiter vorgesetzt. Das erkennt man schon an den Kotflecken auf den Felsbrocken darunter. Auf diesen Felsbrocken Continue reading Fotografie des Buntkopf-Felshüpfer im Campo Maan National Park

Der Russheckensänger, ein seltener westpaläarktischer Vogel

RussheckensängerAls Bewohner der heißen, trockenen Halbwüsten und Savannen mit vereinzelten Sträuchern oder Akazienbüschen und Hainen von Dattelpalmen, ist dieser langbeinige, elegante Heckensänger mit seinem langem, abgestuftem und meist hoch gespanntem Schwanz ein seltener Gast in der Westpaläarktis. Auf der  Wunschliste vieler Vogelbeobachter und Fotografen steht er daher ganz oben. Die Rede ist vom Rußheckensänger (Cercotrichas podobe)!

Während einer Rockjumper-Tour im Norden Kameruns im April 2017 besuchte bird-lens.com auch den weiten Sahel-Gürtel im nördlichen Kamerun. Hier war der Rußheckensänger sogar recht häufig. Normalerweise konnte ein Rußheckensänger schon vom Wagen aus oder kurz nachdem wir das Auto verlassen hatten, gesehen werden. Gerne hielt er sich auf in offeneren Bereichen und nicht nur in niedrigen, dornigen Gebüschen auf.

Der Rußheckensänger gilt in seinen Kernlebensräumen als verbreitet oder sehr verbreitet. Allgemein wird er als sesshafter Bewohner dieses heißen und trockenen Habitats betrachtet, obwohl es offensichtlich zu kurzen Wanderungsbewegungen kommt, da die Art als regelmäßiger Winterbesucher südlich von Äthiopien und Somalia dokumentiert ist. Als Irrgast wurde er aus Continue reading Der Russheckensänger, ein seltener westpaläarktischer Vogel

Wiesenweihen über Fläminghügeln

WiesenweiheErst seit ein paar Tagen schweben wieder weiß-graue schlanke Greifvögel über den Hügeln des Fläming. Zuerst wurden Männchen der Wiesenweihe (Circus pygargus) gesichtet. Über den gelb-blühenden Rapsfeldern ist nun der fantastische Flug der grazilen Weihen zu sehen. Mal hoch oben in Luft, dann wieder tief über den Feldern. Sofort nach Ankunft startete das Männchen mit seinen Tänzen in der Luft. Jetzt kommt es darauf an, daß das Paar eine enge Bindung bildet und sich auf das Geschäft des Nistplatzfindens, Nestbaus und der Brut stürzen kann. Dazwischen werden die Wiesenweihen gefordert sein, den ein oder anderen frechen Eindringling, wie eine Rabenkrähe (Corvus corone) oder einen Schwarzen Milan (Milvus migrans) zu verjagen.

Die Wiesenweihe legt eine Gelege mit zwischen 3 und 7 Eiern (in der Regel vier) über einen Zeitraum von einer Woche. Nur das Weibchen bebrütet die Eier über einen Zeitraum von 27 bis 40 Tagen. Derweil füttert das Männchen das Weibchen über diesen Zeitraum und im Anschluß während der Jungenaufzucht. Wenn die Umstände günstig sind und es sich um ein großes Gelege handelt, wird auch das Weibchen zu jagen beginnen. Ansonsten wird sie Continue reading Wiesenweihen über Fläminghügeln

Heidemoore in der Wahner Heide

Schwarzkehlchen (europ.)Die leuchtend weißen, weithin sichtbaren Blüten des Wollgrases wiegen sich sanft im Wind. Sie bieten einen herrlichen, unschuldigen Anblick. An manchen Standorten bildet diese Pflanze wogende Teppiche, über denen verschiedene Libellenarten nach Beute jagen. Ein männliches Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola) wippt auf einem vorjährigen Staudenstengel und überwacht sein Revier am Rand der Wasserfläche. Die Heide-Moor-Landschaft ist zu allen Jahreszeiten wahrhaftig fotografisch besonders lohnenswert.

Mein bevorzugtes Fotorevier waren lange die Heidemoore in der Wahner Heide im Südosten Kölns. Bis vor einigen Jahren wurde die Wahner Heide als militärisches Übungsgebiet genutzt. Der sandige Untergrund kam bei dem Übungsbetrieb zu Tage. Die Heide-Moor-Landschaft besteht überwiegend aus Sandheiden, die trockenere Bereiche einnehmen, während sich in Dünentälern Feuchtheiden und Heidemoore mit nährstoffarmen Stillgewässern gebildet haben.

Heiden sowie Heidemoore zählen zu den besonders bedrohten Continue reading Heidemoore in der Wahner Heide

Waldschepfe auf Flores/ Azoren

WaldschnepfeUnerwartet war ich schon ganz am Anfang der Reise nach Flores auf einer einsamen Straße mit einer im feuchten Gras stehenden Waldschnepfe (Scolopax rusticola) erfolgreich gewesen. Wenige Tage später sollte ich wieder bei dieser, bei den einheimischen Jägern sehr beliebten Jagdbeute, erfolgreich sein. Auf dem Rückweg von den auf dem zentralen Plateau liegenden Vulkankrater, den sogenannten Lagoas, klapperte ich aus Gewohnheit noch einmal diese enge dichtbewaldete Straße hin zur Hauptstraße zwischen Faja und Santa Cruz ab. Gerade ist die Sonne durch die dichten Wolken gebrochen und hinterläßt einen zauberhaften milchigen Eindruck. Die Erde und der Wald dampfen geradezu.

Und siehe da. Im dichtesten Nebel steht ein Vogel auf dem Schotter inmitten eines lokalen Steinbruchs. Die Entfernung zur vorherigen Beobachtung sind keine 500 Meter. Ich kann sie beim Vorbeifahren gerade noch aus dem Augenwinkel wahrnehmen. Jetzt bloß nicht anhalten. Ich fahre weiter, hole die Kamera heraus und fahre dann wieder zurück. Es ist eindeutig die Waldschnepfe. Sie hat sich inzwischen etwas in Richtung Haldenrand bewegt. Ich halte trotzdem nicht und fahre die nächste Einfahrt zum Steinbruch Continue reading Waldschepfe auf Flores/ Azoren

Dorngrasmücke im südlichen Kamerun

DorngrasmückeAuf dem Rückweg von einer erfolgreichen Wanderung am Mount Cameroon gibt es noch eine westpaläarktische Überraschung zu beobachten. Die Ausläufer des Berges sind schon stark landwirtschaftlich genutzt. Anfangs läuft uns eine Schafstelzen (Motacilla flava) vor die Füße.

Wir sind nun kurz vor dem lokalen Gefängnis – Fotografieren verboten! In einem kleinen Gebüsch werde ich auf einen Vogel durch seine Bewegung aufmerksam. Hey, die rostbraune Flügelzeichnung mit den schwarzen Flügelkanten auf einem graubraunen Rücken, einem grauen Kopf und den Anflug eines Augenrings kenne ich doch irgendwo her. Der Vogel wirkt kleiner als unsere Garten- oder Mönchsgrasmücke. Die Kehle wirkt reinweiß. Ja, das muß eine Dorngrasmücke  (Sylvia communis) sein. Ein Foto zu schießen dauert zu lange; außerdem will ich keine Scherereien mit den Offiziellen haben. Dafür kann ich mir im Fernglas das Weibchen vom Dorngrasmücke ausführlich angucken. Es paßt sehr gut. Dafür paßt die Verbreitungskarte der Dorngrasmücke, die im Buch „Birds of Western Africa“ von Nik Borrow und Ron Demey in der 2nd Edition von Helm Field Guides aufgezeigt wird nicht so gut. Der Vogel kommt sonst deutlich weiter nördlich vor. Nur ein paar „Kreuzchen“ sind für den Bereich um den Mount Cameroon in dem Buch vermerkt. Ich bin mir trotzdem ganz sicher. Die grundsätzliche Habitatbeschreibung – niedrige, schüttere Vegetation und Gärten – passen auch sehr gut zur Beobachtungsgegend. Als ich mich dann doch entschließe, ein Foto zu machen, fliegt der Vogel – wohl ziemlich sicher ein Weibchen – davon und läßt sich auch nicht mehr auffinden.

Ich recherchiere dann ein wenig. Die Dorngrasmücke ist ein Zugvogel, der in Westafrika vom Südrand der Sahara bis zum Continue reading Dorngrasmücke im südlichen Kamerun

Besuch beim Buntkopf-Felshüpfer in Campo Maan National Park

Eine der Gründe für die 2-wöchige Tour nach Kamerun war, deutlich bessere Aufnahmen vom Buntkopf-Felshüpfer (Picathartes oreas) zu schießen. Der im englischen Grey-necked Rockfowl oder Red-headed Picathartes genannte, sehr ursprünglich aussehende Regenwaldbewohner war schon im April 2017 der Hauptgrund dem Campo Maan Nationalpark einen Besuch abzustatten.

Die Fahrt zum Campo Maan Nationalpark war zwar langwierig aber doch letztendlich erfolgreich. Nun mußte nur noch der Weg durch den Dschungel zu den großen Granitfelsen im Brutgebiet des Buntkopf-Felshüpfers bewältigt werden. Der Pfad ist ziemlich durchgewachsen. Der lokale Guide muß daher mit der Machete vorlaufen und ihn freischneiden. Im Matsch sieht man aber dann doch auch noch Fußabdrücke, die noch nicht so lange hersein können. Eine gewisse touristische Frequenz scheint also vorhanden zu sein. Anders als im April sehen wir aber auf dem ganzen Weg nicht einen anderen der Waldvögel. Dann taucht auch schon eine Ansammlung von Riesen-Kieseln im Dunkel des Waldes auf. Das ist wieder ausgesprochen eindrucksvoll. Wie eine dunkle Burg tauchen die in einander verkeilten Felsblöcke aus dem Dämmerlicht des Primärwaldes auf. Meterdicke Baumriesen umstehen die Felsblöcke. Continue reading Besuch beim Buntkopf-Felshüpfer in Campo Maan National Park

Kanadapfeifente in den Körziner Wiesen bei Beelitz/ Brandenburg

Kanadapfeifente oder Amerik. PfeifenteIn ornitho.de kam an Karfreitag 2018 die Meldung herein, daß eine Nordamerikanische Pfeifente oder  Kanadapfeifente (Anas americana) zusammen mit den „normalen“ Pfeifente (Anas penelope) sowie Knäkenten (Anas querquedula) und Löffelenten (Anas clypeata) gesehen worden sei.

Die ersten Ornis waren trotz des naß-kalten Wetter mit Regenschauern schon vor Ort. Es schien, als hätten sich alle an die Etikette gehalten. Das Gebiet ist nämlich Wiesenvogelbrutgebiet und darf auf keinen Fall betreten werden. Auf den überschwemmten Wiesen waren die „normalen“ Pfeifenten mit Krickenten (Anas crecca) klar in der Überzahl. Aber auch ein paar Stockenten (Anas platyrhynchos) und auch die Knäkenten waren anwesend. Inmitten des Trupps der europäischen Pfeifenten schwamm dann tatsächlich die Nordamerikanische Pfeifente. Ein Männchen mit einer gut erkennbaren weißen Kopfplatte. Es handelt sich wohl um vorjähriges Individuum. So waren die Schirmfedern eher bräunlich-schwarz und beige-bräunlich gesäumt und nicht rein weiß.

Die Entfernung war allerdings recht weit. Am besten war die Nordamerikanische Pfeifente mit dem Spektiv zu sehen. Das Bild ist Continue reading Kanadapfeifente in den Körziner Wiesen bei Beelitz/ Brandenburg

Raubwürger in winterlichen Sonnenblumenfeld

RaubwürgerMan weiß nicht, welches Agrarprogramm in Brandenburg gerade en vogue ist. Tatsache ist, daß vor diesem Winter viele Agrarflächen in Brandenburg mit Sonnenblumen bepflanzt wurden. Diese sind nun – im März – weitgehend vertrocknet, bieten aber vielen Tieren eine gute Nahrungsgrundlage, um über den Winter zu kommen. Davon konnte man sich heute im Niederen Fläming in der Nähe von Hohengörsdorf  überzeugen. Mitten in einem recht neuen Windpark waren Sonnenblumen hektarweise angepflanzt und konnten mindestens 2 Raubwürger (Lanius excubitor) ernähren. Immer wieder erklommen sie die abgestorbenen Fruchtkörbe der Sonnenblumen, um von dort aus zu ihren Nahrungsflügen zu starten. Ein Exemplar des Raubwürgers konnte besonders gut in verschiedenen Posen an und auf den Sonnenblumen fotografiert werden.

Der Vogel mit seinem grau-schwarzen Gefieder und – in diesem Fall – mit den ausgeprägten weißen Abzeichen ist zwar nicht viel größer als ein Star. Aber er wirkt deutlich massiger. Der Raubwürger ist ein gar nicht so seltener Wintergast auf den freien Flächen des südlichen Brandenburgs. Schon beim Blick durch das Fernglas fiel aber der insgesamt sehr helle Eindruck des Gefieders auf. Wie auf dem Foto des fliegenden Vogels zu erkennen ist, sind die Oberdecken der Flügel von einem ausgeprägten Weiß charakterisiert. Dazu kommt die – ebenfalls auf dem Foto – erkennbare Farbe der Oberschwanzdecken. Diese sind weißlich und nicht grau, wie bei der hier brütenden Nominatform.

Auch die weiße Stirn legt nahe, daß es sich um die Unterart homeyeri handeln könnte. Die Zeichnungen im Kosmos-Naturführer: Continue reading Raubwürger in winterlichen Sonnenblumenfeld

Mount Kupé Bushshrike – eine Erfolgsgeschichte

HalsbandwürgerEin frischer, sonniger Februarmorgen in den Bakossi Mountains. Nach einem erfolglosen ersten Tag auf Suche haben wir am Ende des 2. Tages dann insgesamt 7 Individuen des Halsbandwürgers (Telophorus kupeensis) „encountered“; davon 4 Sichtungen und 3 weitere Exemplare, die an anderer Stelle nur gehört wurden. Nach intensiver Suche am Morgen war endlich ein territoriales Paar des Halsbandwürgers (Telophorus kupeensis) – im englischen als Serle’s Bushshrike oder Mount Kupe Bushshrike bekannt – gefunden.

Die Vögel sind sogar recht niedrig im Waldinnern – schon fast im Unterholz –zu finden. Auf den (wenigen) Fotos, die in den Image-Datenbanken zu finden sind, wird dieser nur sehr lokal vorkommende Buschwürger nur im Kronendach im Gegenlicht wiedergegeben. Wir übersteigen Lianen und umgestürzte Baumstämme und stehen dann knapp unter der Oberkante eines Bergkamms.  Etwas weiter unterhalb am Abhang treibt sich das Paar des Serle’s Bushshrike (Mount Kupe Bushshrike) in nicht mehr als 1 Meter Höhe im nicht zu dichten, aber moos- und flechtenbewachsenen Unterholz herum.

Zuvor war aber harte Arbeit zu erledigen. Die erste für den Halsbandwürger bekannte Stelle erweist sich als unergiebig. Wir laufen den immer enger werdenden Pfad weiter. Es ist nun 8:00 und sehr angenehm im Wald. Die Sonne bestrahlt schon die ersten Hänge. Am 2. Spot halten wir, um die Stimme des Halsbandwürgers abzuspielen und ihn vielleicht hervor zu locken. Dort hatte ihn der lokale Guide auf jeden Fall schon einige Male gesehen. Zuerst sehen wir aber wieder „nur“ einen Bergtrogon (Apaloderma vittatum), im dichten Blätterdach. Plötzlich: In weiter Ferne antwortet der Halsbandwürger mit seinen typischen rauchig-kratzigen Continue reading Mount Kupé Bushshrike – eine Erfolgsgeschichte

Meeresbuchten im Wattenmeer

SäbelschnäblerDas Besondere des niedersächsischen Wattenmeeres sind vor allem die Ostfriesischen Inseln und die drei großen Meeresbuchten Dollart, Leybucht und Jadebusen. Jede Insel, jede Bucht und jeder Küstenabschnitt ist für sich eine Reise wert. Wer Naturfotografie im Wattenmeer betreiben will, hat also die Qual der Wahl.

Ein sehr interessantes Gebiet um Vögel zu sehen und zu fotografieren befindet sich in der Leybucht. Die Leybucht bei Greetsiel ist wohl sogar eines der interessantesten Gebiete Ostfrieslands. Sie zeigt auch, daß Watt nicht gleich Watt ist. Je nach Lage zum Meer kann man verschiedene Watttypen unterscheiden. Die sogenannten Buchtenwatten sind im Dollart, der Leybucht und im Jadebusen zu finden,

Eine Reihe von künstlichen Biotopen auf der Straße von Hauen zum berühmten Pilsumer Leuchtturm bietet die Möglichkeit, in den frühen Morgenstunden gute Vogelaufnahmen zu machen. Säbelschnäbler und Lachmöwen brüten dort. Mit etwas Glück sieht man auch Löffler auf der Nahrungssuche Zur Zugzeit sammeln sich Ringelgänse (Branta bernicla), Graugänse (Anser anser), Nonnengänse oder Weißwangengänse (Branta leucopsis) und Bläßgänse, auch Blessgans genannt, (Anser albifrons). Nordöstlich von Greetsiel liegen seewärts die Gebiete „Buscher Heller“ und „Mittelplate“. Dort brüten in den Salzwiesen insgesamt 1.000 Paare Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta). Das dürfte das größte Brutvorkommen Continue reading Meeresbuchten im Wattenmeer

Benefits der Vogelbeobachtung

AbeilleitrupialWie in einem Artikel in birdguides.com über Raritäten beschrieben wird, hat eine neue Studie, die von einem Team unter Leitung der Universität von New South Wales (UNSW) in Sydney durchgeführt wurde, ergeben, daß der Vogel der lokalen Wirtschaft 223.851 US$ eingebracht hat. Damit wurden die beachtlichen positiven wirtschaftlichen Auswirkungen dokumentiert, die das Birdwatching auf die lokale Wirtschaft haben kann.

Die Ankunft eines Abeilleitrupials (Icterus abeillei) im ländlichen Pennsylvania Ende Januar 2017 löste wahre Wellen der Begeisterung in der US-Vogelbeobachterszene aus. Das hat damit zu tun, daß es sich beim Abeilleitrupial zwar um einen amerikanischen Vogel handelt, der aber trotzdem als so unwahrscheinlich erschien, sodaß man tatsächlich von dem am wenigsten erwarteten Irrgast des Jahres 2017 reden kann. Dieser, aus den zentralen mexikanischen Gebieten bekannte, Vogel ist eigentlich ein Endemit Mexikos und war nun etwa 5.000 km von seinem üblichen Verbreitungsgebiet entfernt zu beobachten. Damit stellt er vielleicht sogar einen Lifer für das Gebiet der American Birding Association (ABA) da. Es gibt zwar eine frühere Meldung aus dem San Diego County in Kalifornien. Das datiert aber schon aus dem Continue reading Benefits der Vogelbeobachtung

Fahlente auf Malta

Während die Fahlente (Anas capensis) ein häufiger Vogel im südlichen Afrika ist, ist die im englischen Cape Teal genannte kleine Ente eine sehr seltene Erscheinung in Regionen nördlich der Sahara. So war die beobachtete (und fotografierte) Fahlente im Is-Simar Nature Reserve, Malta, am 28. Januar 2017 vielleicht die größte Twitcher-Nachricht dieser besagten Woche für die Westpaläarktis. Der Vogel schien ausgehungert, war sehr scheu und wurde an den folgenden Tagen nicht mehr gesehen.

Die Fahlente kommt vor allem in der Republik Südafrika (RSA) vor, wo sie nicht selten ist und im westlichen Teil der RSA (Western Cape, North-West Province und Free State Province) besonders weit verbreitet ist. Die Ente bevorzugt salziges, brackiges Wasser, die sogenannten Vleis. Gerne werden stark verkrautete Lebensräume mit dichtem Schilf angenommen. Das wundert es nicht, daß auch in Abwasserteichen sehr häufig ist. Die Fahlente weist ein gewisses nomadisches Verhalten auf, obwohl sie selten mehr als 250 km fliegt. Sie ernährt sich hauptsächlich von Insekten. Aber ca. 25% ihrer Diät besteht auch aus Pflanzenmaterial. Nach der Brut werden die Küken sofort von ihrer Mutter ins Wasser geführt, da sie instinktiv tauchen und schwimmen können. Sie bleiben fast 2 Monate bei ihrer Mutter, danach beginnen sie sich selbstständig zu machen.

Die Fahlente unternimmt selten lange Flüge durch das südliche Afrika. Gewöhnlich lebt sie in permanenten Feuchtgebieten und Continue reading Fahlente auf Malta

Nachlese: der Herbst 2017 auf Corvo/ Azoren

SeidenreiherIn einem Artikel über Birding in Corvo  in bird-guides.com beschreibt David Monticelli das Jahr 2017 auf Corvo als wahrhaft ein Mega-Jahr.

Corvo hat sich im Western Palearctic (WP) –Ranking sowieso einen erstaunlichen Ruf erworben. Vor allem im Herbst sind dort immer wieder nearktische Raritäten zu erwarten. Die Liste der registrierten Arten der Neuen Welt wächst von Jahr zu Jahr und erreichte Anfang November 2017 105. Wie zu erwarten ist, steigt natürlich auch die Zahl der Vogelbeobachter

Während sich eine gewisse Beharrlichkeit der Besuche auf lange Sicht sicher auszahlt, ist der Aufenthalt im Herbst am „Ende der Welt“ auch vom Landschafterlebnis und dem Gefühl zusammen mit anderen Birdern Raritäten zu finden, besonders.

Bisher hat sich noch jeder Herbst in Bezug auf die Anzahl und die Qualität der beobachteten Arten deutlich von anderen Jahren unterschieden. Manche Jahre sind aber besonders durch anhaltende nearktische Ankünfte auf der Insel während des gesamten Oktobers gekennzeichnet. Eine gewisse – wenn auch nicht systematische – Korrelation scheint mit überdurchschnittlichen zyklonalen Aktivitäten im Nordatlantik an den vorangegangenen Tagen zusammen zu hängen. Das war besonders für die Jahre 2012 und 2015 so. Für 2017 galt das ganz besonders. Continue reading Nachlese: der Herbst 2017 auf Corvo/ Azoren

Blutbrustwürger am Mount Kupe/ Kamerun

BlutbrustwürgerAuf Augenhöhe einen Blutbrustwürger (Malaconotus cruentus) im lichten Berg-Regenwald zu entdecken ist ein ganz besonders Privileg eines Birding-Trips am Mount Kupe. Schon bei unserem Aufstieg sehen wir nach den ersten 100 Höhenmetern, daß sich vom Mt. Kupe über den Mt. Oko bei Kumbo bis zum Mt. Cameroon eine Kette von Berg-Regenwäldern erstreckt.

Schnell sehen wir etliche Urwaldspezialisten, wie das Schuppenbartvogel (Pogoniulus scolopaceus) oder die Gelbschnabel-Bartvogel (Trachyphonus purpuratus) im Kronendach. Eindrucksvolle Vögel. Vor allem wenn man sie im Spektiv richtig gut sehen kann. Der Blick hoch in das Kronendach ist recht anstrengend. Als Dave aber einen großen, kräftigen Vogel hoch oben zwischen Epiphyten und Moosen des Kronendachs findet, sind alle Blicke wieder nach oben gerichtet. Diese Aufsitzerpflanzen genannten Pflanzen wurzeln ja nicht im Boden, sondern auf Stämmen, Ästen und Blättern. Epiphyten nutzen andere Pflanzen lediglich als Lebensraum und entziehen ihnen keine Mineralstoffe. Sie siedeln im Continue reading Blutbrustwürger am Mount Kupe/ Kamerun

Gänsegeiervorkommen in Deutschland im Jahr 2014

GänsegeierDer im Blog vom 5. Januar 2014 beschriebene subadulte Gänsegeier (Gyps fulvus) im Wonnegau bei Worms ist nun im Journal „Seltene Vögel in Deutschland 2014“ (s. S 10) in einen größeren Kontext gestellt worden. Dabei wurde zusammengestellt, daß dieser große Greif auch an vielen anderen Orten in Deutschland gemeldet wurde. Mit 21 Nachweisen 2014 bestätigte der Gänsegeier damit seinen Status als seltener, aber regelmäßiger Gast in Deutschland. So wurde er u.a. von Schleswig-Holstein vom 15.2.-13.3.2014 von Fehmarn, von Niedersachsen am 22.5.2014 bei Wittingen im Kreis Gifhorn oder am 5.7.2014 von Preten, Kreis Lüneburg, von Mecklenburg-Vorpommern am 29.3.2014 von der Ortschaft Dranske auf Rügen, von Nordrhein-Westfalen am 2.2.2014 von Warstein-Hirschberg im Kreis Soest, am 18.5.2014 aus Grefrath im Kreis Viersen, am 22.5.2014 von Hilden in der Nähe von Düsseldorf, von Hessen am 18.5.2014 von Gambach im Wetteraukreis gemeldet.

Der Vogel, der in Rheinland-Pfalz vom 2.-26.Januar 2014 aus der Nähe von Dirmstein im Kreis Bad Dürkheim war der Gast, der Continue reading Gänsegeiervorkommen in Deutschland im Jahr 2014

Erschöpfte Dreizehenmöwe am Deich in Noord-Holland

DreizehenmöweEndlich kommt die Sonne nach stürmischen, wolkenverhangenen Tagen heraus. Den Morgen muß man nutzen. Ich fahre zum Hondsbossche Zeewering. Der Absperrdeich zwischen Petten und Camperduin ist nun vollständig in eine Sanddüne umgewandelt worden. Ein Paradies für Vögel. Ich fahre aufmerksam das Wat- und Wiesenvogelreservat „De Putten“ östlich der Straße entlang des Deichs ab. Auf der anderen Seite macht mich ein weißes Etwas aus Federn neugierig. Es ist eine junge Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla), die sich offensichtlich nach den Stürmen der letzten Tage und Nächte auf dem grasbewachsenen Seitenstreifen ausruht. Sie macht keinerlei Anstalten vor dem vorbeifahrenden Auto zu flüchten und genießt einfach die Sonnenstrahlen. Das muß ich unbedingt fotografieren. Ich drehe den Wagen und halte vorsichtig das Tele aus dem Wagen heraus. Ohne schreckhafte Reaktion kann ich auf 10 Metern Entfernung einige schöne Fotos machen. Hoffentlich kann diese kleine Möwe ihre Ruhe auch bewahren, wenn die ersten Spaziergänger mit Hunden auf dem parallellaufenden Fußgänger- und Radweg entlangkommen.

Nachdem ein Kuhreiher (Bubulcus ibis) in dem ausgedehnten Continue reading Erschöpfte Dreizehenmöwe am Deich in Noord-Holland

Ein Kuhreiher in Noord-Holland

KuhreiherEine Meldung in www.waarneming.nl verhieß eine schöne Abwechslung in dem auch ansonsten nicht gerade (vogel-)artenarmen nordholländischen Küstenstreifen. Ein Kuhreiher (Bubulcus ibis) war in einem ausgedehnten Wiesenvogelreservat gesichtet worden. Kleine Sträßchen durchziehen die Gegend nördlich der stark von Touristen frequentierten Gemeinde Camperduin bei Bergen. Der erste Anlauf war insofern erfolgreich, daß ein weißes Etwas auf einer Wiese gesichtet wurde. Und das auch noch von einem Nicht-Birder. Gleich ein Volltreffer! Wobei man sagen muß, daß es ansonsten auch keinen Mangel an weißen Vögel gibt, denn die Möwen sind ausgesprochen kopfstark vor allem mit Sturmmöwen (Larus canus) und Silbermöwen (Larus argentatus) vertreten. Aber das war eindeutig der Kuhreiher. Der gelbe Schnabel, das helle Auge und die geduckte Haltung unterstrich seinen grimmigen Gesichtsausdruck. Für ein Foto war der Reiher aber doch zu weit entfernt. Auf dem Rückweg war der Reiher dann auch verschwunden und ich vermutete, daß man es wohl bei einer Beobachtung belassen müßte. Am nächsten Tag führte uns der Ausflug in die überschwemmten Wiesen von Petten and Hardingerpolder. An fast der gleichen Stelle stand diesmal der Kuhreiher keine 20 Meter von der Straße entfernt auf einer Wiese. Diesmal mußte ich dann doch ein Foto schießen. Eine solche Gelegenheit darf man sich nicht entgehen lassen. Die Straße ist allerdings sehr eng und rechts und links droht sofort der Absturz in einen Entwässerungskanal.  Zum Glück war der Verkehr sehr schwach, sodaß die Fotos zu keinem Verkehrsstau führten. Am Continue reading Ein Kuhreiher in Noord-Holland

Vogelfotografie in Eis und Schnee

RaubwürgerAuf dem niederen Fläming überwintert seit Jahren der Raubwürger (Lanius excubitor). Mein Ziel war es, diesen scheuen Vogel vor die Linse zu bekommen. Ab Anfang Oktober suchte er wieder sein Winterquartier auf. Es war nicht schwer, seine Lieblingswarte, einen Heckenrosenbusch, auszumachen. In etwa 10 Meter Entfernung stand ein Anhänger mit einer Jagdhütte darauf. Dieser sollte – nach Rücksprache mit dem Jagdpächter – mein Fotoansitz sein. Die Hütte war aus Holz gezimmert und geräumig genug. Damit mußte sich glücklicherweise der Raubwürger nicht an ein Versteck gewöhnen, denn die Hütte stand schon ein Weile. Fotografiert habe ich ihn allerdings erst im Dezember, als er mit der Mäusejagd begann. Besonders fasziniert mich, wenn der Winter plötzlich hereinbricht, die Landschaft über Nacht mit Schnee und Raureif überzieht, wenn die Luft klar und eisig ist. Solche Tage muss man nutzen, denn in unseren Breiten sind sie nicht sehr häufig. Meistens bin ich dann bereits vor Sonnenaufgang unterwegs.

Der Fläming weist schon kontinentales Klima auf. Im Winter kann es Temperaturen bis zu minus 20°C und über mehrere Wochen hohen Schnee geben. Da heißt es dann, sich warm anzuziehen. Um kalte Continue reading Vogelfotografie in Eis und Schnee

Nockberge: ein österreichischer Biosphärenpark

RauhfusskauzDer Name Nocke bezeichnet die runden Formen der bis zu 2.400 m hohen Berge im Süden der österreichischen Alpen. Als Bestandteil der Gurktaler Alpen bestehen die Nockberge vorwiegend aus kristallinen Gesteinsarten und zählen erdgeschichtlich zu den ältesten Gebirgen Österreichs. Die geologische Besonderheit dieser Berglandschaft ist jedoch der rund drei Kilometer breite Kalk- und Dolomitgesteinszug, der den Nationalpark durchzieht. Vor allem dank dieser besonderen geologischen Verhältnisse entwickelte sich in den Nockbergen eine äußerst vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. 1987 als Nationalpark Nockberge gegründet, wurden die Nockberge 2012 in einen Biosphärenpark nach Konzept der UNESCO umgewandelt. Im Unterschied zu den Nationalparks, die dem Schutz von Wildnisgebieten dienen, sind die Biosphärenparks Kulturlandschaften. Die Nockberge sind vom bäuerlichen Leben geprägt, wie es hier seit Jahrhunderten gepflegt wird. Die Almwirtschaft ist der Garant für den Erhalt der weiten Wiesenflächen mit ihrer typischen Blumen.

Besonders die Vogelwelt ist mit einigen besonderen Vertretern in den Nockbergen vertreten. Genannt werden sollen nur Steinadler (Aquila chrysaetos), Steinhuhn (Alectoris graeca), Birkhuhn (Tetrao tetrix), Auerhuhn (Tetrao urogallus), Alpenschneehuhn (Lagopus muta), Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus), Uhu (Bubo bubo), Sperlingskauz (Glaucidium passerinum), Rauhfusskauz (Aegolius funereus), Continue reading Nockberge: ein österreichischer Biosphärenpark

Long-tailed Tit ssp. caudatus in Germany

SchwanzmeiseA flock of Chickadees and Tits in the middle of the mountains right in the middle of Germany in hazy weather with low-lying clouds combined with drizzle, chilly wind from the west might contain white-headed Long-tailed Tits, which are normally immediately counted as Aegithalos caudatus caudatus.

The Long-tailed Tit (Aegithalos caudatus) exhibits complex global variation with 19 subspecies recognized. The can be divided into three groups: the caudatus group in northern Europe and Asia. The europaeus group in southern and western Europe, north-east China, and Japan. The alpinus group is confined to Mediterranean Europe and south-west Asia.

The subspecies caudatus of the Long-tailed Tit (Aegithalos caudatus)  breeds in Fenno-Scandinavia, Eastern Europe, the largest part of the former Soviet Union, parts of China and Japan, North and South Korea and Mongolia. Since the appearance of the relevant parts of field guides in european languages, this subspecies is located more westernly and southernly than indicated before. Long-tailed Tits are resident or non-migratory bird species with an invasive occurrence in some years, often finding vast numbers in the Baltic countries and in Northwest Europe.

Several subspecies of the Long-tailed Tits occur in the southern and western parts of the area of subspecies caudatus. These subspecies belong to the so-called alpinus / europaeus assemblage. The distribution area of ​​europaeus extends northwestern to Belgium, Continue reading Long-tailed Tit ssp. caudatus in Germany

Schneeammer in der Döberitzer Heide

SchneeammerSchnee liegt in der Luft. Ein sehr strammes Windchen aus West mit Böen um die 8 Bofort zieht über die Ebene in der Döberitzer Heide ganz in der Nähe des Rastplatzes Wüste.  Die Piste ist ausgefahren und zieht sich durch eine Heide- und Ginsterlandschaft, die unter einer dunkelgrauen Wolkendecke liegt. Plötzlich fliegt ein Vogel von einer Pfütze in der Fahrspur auf und zeigt seine leuchtend weißen Flügelabzeichen.  Der Blick durch das Fernglas bestätigt die Vermutung. Es ist eine Schneeammer  (Plectrophenax nivalis). Damit hätte ich hier nicht gerechnet. Nach ein paar Belegfotos, die die Schneeammer weitgehend klaglos auf relativ kurze Distanz über sich ergehen läßt, fliegt sie in einem weiten Bogen über die weite, menschenleere Heidelandschaft an einen weiteren Platz in der offenen Landschaft. Die Auswertung der Fotos ergibt, daß es sich bei dem recht hohen Anteil an Schwarz im Federkleid um ein Weibchen im Schlichtkleid handelt. Das läßt mich an meine Beobachtung einer  Schneeammer auf Flores im Oktober dieses Jahres zurückdenken. Auf dem höchsten Berg der zu den Azoren gehörenden Insel Flores hatte ich sie auf über 900 m NN auf dem Morro Alto gesehen; in einer kargen, tatsächlich an Tundra Continue reading Schneeammer in der Döberitzer Heide

Ausflug nach Corvo/ Azoren

SanderlingUm 9:00 sind wir auf dem Parkplatz oberhalb des Walfang-Museums in Santa Cruz, der alten Fabrica da Baleia do Boqueirao. Die Fahrt startet am Porto do Boqueirao. Unten wartet schon Carlos auf uns, der – trotz Nebensaison – sogar das ganze Boot für diesen Trip voll bekommt. Ok, ein Samstag bei schönem Wetter. Bei nicht zu rauer See geht es rüber gen Corvo. Es wird der direkte Weg genommen. Der Trip dauert doch eine gute Stunde, was für Menschen mit Seekrankheit ein echter Alptraum sein kann.

Ich halte Ausschau nach pelagischen Vögeln. Aber den Dunklen Sturmtaucher (Puffinus griseus), oder einen Wellenläufer (Oceanodroma leucorhoa), die jemand Mitte Oktober mal zwischen Corvo und Flores gesichtet habe, sehe ich nicht. Nur Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris borealis). Endlich kommen wir am Hafen von Corvo an. Es ist leicht bewölkt und angenehm mild. Am Hafen warten schon Vans, die jetzt die Insassen der Boote hochfahren.

Es stellt sich heraus, daß die meisten Touristen sich hochfahren lassen und dann gleich wieder für den gleichen Preis (5,- €/ Person) wieder herunter bringen lassen. Wir aber wollen die schöne Caldeira über der dicke Nebelwolken sehen, richtig genießen und Continue reading Ausflug nach Corvo/ Azoren

Carolinakrickente im Jahr 2014

Carolinakrickente, Amerik. Krickente,Die im Blog vom 25. März 2014 beschriebene Carolinakrickente (Anas carolinensis) – oder Amerikanische Krickente – aus Nordamerika ist nun im Journal „Seltene Vögel in Deutschland 2014“ (s. S 7) beschrieben worden. Dabei wurde zusammen gestellt, daß diese nahe Verwandte unserer  Krickente (Anas crecca) auch an anderen Orten in Deutschland gemeldet wurde. So in Mecklenburg-Vorpommern vom 1.-9.11.2014 sowie am 26.11.2014 vor dem Wampener Riff im Kreis Vorpommern-Greifswald, und in Schleswig-Holstein vom 13.-15.5.2014 im Oldensworter Vorland, Kreis Nordfriesland, sowie am 6.6.2013 im Hauke-Haien-Koog und am 7.6.2013 im Beltringharder Koog (beide Kreis Nordfriesland). Trotz des geringen zeitlichem und räumlichem Abstands soll es sich bei den beiden Vögeln im Juni um verschiedene Individuen gehandelt haben.

In den Rieselfeldern war die Art seit mindestens dem 16.03.14 auf dem Teich E1 zu sehen. Die männliche Carolinakrickente hielt Continue reading Carolinakrickente im Jahr 2014

Schellente auf dem Planalto Central von Flores/ Azoren

SchellenteNach dem wenig ergiebigen Absuchen der Lagoa Raza geht die Fahrt weiter über die von den Einheimischen Planalto Central genannte Gegend, die in weiten Teilen von dem Kessel der Ribeira Grande eingenommen wird. Aus dem Augenwinkel bemerken wir eine feuchte Stelle bzw. eine richtig kleinen Teich. Wir halten umgehend am Straßenrand an. Und tatsächlich im Fernglas sehe ich das was für die Azoren eine Rarität ist: eine weibliche olho-dourado, also eine Schellente (Bucephala clangula). Der Blick durch das Spektiv bestätigt die Identifikation. Gut ist der braune Kopf und der graue Rücken zu sehen. Die Ente wirkt auf mich nur etwas sehr dunkel. Aber das kann man ja noch näher begutachten. Super, dazu muß ich jetzt näher aber ran und auch am besten fotografieren. Leider muß man dazu eine Kuhweide Continue reading Schellente auf dem Planalto Central von Flores/ Azoren

Ein Gürtelfischer auf Corvo/ Azoren

GürtelfischerNachdem wir die 6 km-Wanderung vom Kraterrand hinter uns gebracht haben, statten wir dem Alten Hafen, dem Porto Antigo von Corvo einen Besuch ab. Der Porto Antigo ist leicht zu finden. Direkt unterhalb von 3 alten Windmühlen befindet sich die betonierte Rampe ins Meer. Dicke Wellen mit ihrer Gischt hüllen den Hafen in eine salzige Feuchtigkeit. Die Wellen rollen von Süden an und stoßen damit direkt auf die Einfahrt des Hafens. Gestern waren hier Weißstirnregenpfeifer (Charadrius semipalmatus), Drosseluferläufer (Actitis macularia) und der Gürtelfischer (Megaceryle alcyon) gesichtet worden. Vor allem der im portugiesischen  Guarda-rios-cintado genannte Gürtelfischer hatte es mir angetan. Der fehlte noch auf meiner WP-Liste. Wir stellen uns auf die weiße Mauer mit Blick von oben auf den Hafen und genießen erst mal den Blick. In der Ferne grüßt schon wieder Flores. Es ist auffallend schwül-warm. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch und – insbesondere – im Vergleich zu der Kühle im Nebel oberhalb der Caldeira ist es richtig warm hier unten. Auf einmal fliegt ein grauer Vogel ein. Er fliegt einen Vulkanfelsen an, wird von einer schäumenden Welle überrascht und fliegt wieder hoch. Anschließend rüttelt er über dem weißen Schaum. Super, das ist der Continue reading Ein Gürtelfischer auf Corvo/ Azoren

Roter Felsenhahn im Manu- Nationalpark

Andenklippenvogel oder AndenfelsenhahnNebelschwaden ziehen vom Fluß im Tal her hoch. Keine halbe Stunde nachdem ich im stockdunklen Morgen in das Versteck gehuscht war, ist es auch schon hell. Der Tag bricht an, auch wenn es mitten im Astgewirr doch immer noch dämmrig ist. Hier befindet sich mitten im Nebelwald die legendäre Stelle, an der man den spektakulären Roten Felsenhahn (Rupicola peruviana) auf einem Ast bei der Balz fotografieren kann.

Über baumlose Andenpässe und vorbei an kleinen Dörfern geht es im Geländewagen in Richtung Nordosten zum Rio Kosnipata. Nachdem man einen Paß in 4.000 m Höhe überwunden hat und der Übergang von der Trockenzone zur ewig feuchten Nebelregion hinter einmen liegt, kommt man auf 1.500 m NN ans Ziel: das Tal des Rio Kosnipata am südöstlichen Rand des Manu- Nationalparks. In der Nähe der schlichten Unterkunft mit dem verheißungsvollen Namen „Cock-of-the-Rock-Lodge” steht ein Tarnversteck. Dieses ist die sagenumwobene Stelle, an der man den orange-roten Roten Felsenhahn formatfüllend fotografieren kann. Schon am Morgen war ich die paar hundert Meter zu einem Versteck gelaufen. Bis Mittag war es am ersten Tag in dem Versteck etwas oberhalb Continue reading Roter Felsenhahn im Manu- Nationalpark

Kappengeier in Kamerun

KappengeierDer Kappengeier (Necrosyrtes monachus) ist aufgrund des Bestandrückgangs in vielen Teilen Afrikas eine Critically Endangered Species seit den 1990er Jahren.

Interessant ist, daß es offensichtlich unterschiedliche Strategien des Kappengeier in Bezug auf die Habitatwahl gibt. Im Gegensatz zu den Kappengeiern in Westafrika, die oft die Nähe des Menschen – wohl aufgrund der Nahrungsverfügbarkeit – suchen und entsprechen leicht beobachtet werden können, ist der Kapuzengeier im südlichen Afrika deutlich schwerer zu finden. In erster Linie kommt er in geschützte Gebieten vor, die eine niedrige menschliche Bevölkerungsdicht aufweisen. Diese Unterschiede in der Habitatwahl haben dazu geführt, dass er dort, wo wissenschaftlichen Forschung am besten möglich ist, relativ schlecht untersucht wurde. Dieser Mangel an Wissen verhindert jetzt ein Verständnis der besonderen Gefahrensituation dieses Continue reading Kappengeier in Kamerun

Vorkommen der Steppenweihe in Deutschland im Jahr 2014

SteppenweiheDie im Blog vom 29. Juli 2014 beschriebene männliche Steppenweihe (Circus macrourus) vom Schröcker Feld bei Marburg ist nun im Journal „Seltene Vögel in Deutschland 2014“ (s. S 11) zusammen mit anderen Vorkommen gewürdigt worden. Dabei wurde zusammengestellt, daß dieser schöne Greif auch an vielen anderen Orten in Deutschland gemeldet wurde.

Vom Wesselburenerkoog (Kreis Dithmarschen) in Schleswig-Holstein über den Tagebau Welzow-Süd in Brandenburg bis zum Loisach-Kochelsee-Moor (Kreis Garmisch-Partenkirchen) in Bayern reicht die Liste.

Bei den Beobachtungen des im Blog Steppenweihe – Weihentreff auf dem Schröcker Feld bei Marburg  beschriebene Greif im Juli 2014 dürfte es sich um eine Einzelbeobachtung gehandelt haben. Ab dem 19. Juli 2014, hielt sich auf dem Plateau östlich von Marburg, das Schröcker Feld genannt wird, eine männliche Steppenweihe auf. Die Weihe wirkte sehr hell, fast weiß, hatte aber – wie auf dem Foto Continue reading Vorkommen der Steppenweihe in Deutschland im Jahr 2014

Schwarzstörche an der Elbe/ Wittenberg

SchwarzstorchDie Meldung in ornitho.de machte hellhörig. Mitte August  waren 19 Schwarzstörche (Ciconia nigra) zusammen abends gegen 19:00 Uhr in der Nähe eines Klödener Riß genannten Altelbearms gesichtet worden. 13 Schwarzstörche wurden als überwiegend Familienverbänden angehörig auf einem Feld identifiziert und 6 Schwarzstörche rasteten auf einem Baum. Klöden in Sachsen-Anhalt ist auch vom südlichen Brandenburg gut zu erreichen. Es liegt gut 25 km süd-östlich von Wittenberg.

Und tatsächlich konnten bei einer Kontrolle der Umgebung beim Klödener Riß 2 einfliegende Schwarzstörche beobachtet werden. Ich erwartete sie im weiteren Verlauf an dem Altarm entdecken zu können. Leider ist der an vielen Stellen sehr zugewachsen. Umso größer war das Erstaunen, insgesamt 6 Schwarzstörche zusammen mit etlichen Graureihern (Ardea cinerea) und 1 Silberreiher (Ardea alba) auf Continue reading Schwarzstörche an der Elbe/ Wittenberg

Triel in Karstlandschaft

TrielMit großen, seitwärts stehenden Augen guckt der Triel (Burhinus oedicnemus) in die Dämmerung. Gerade erst ist der erste Morgenschimmer über den Bergen an Kroatiens Küste zu erkennen gewesen. Ein Familientrupp steht still am Rand der Schotterpiste. Es sind die beiden Eltern und ein Junges, das noch auf- und abseits stehenden Federn auf dem Kopf aufweist. Als der Wagen langsam heranfährt und dann hält, laufen die Triele ohne allzu große Hast in die Weite der Karststeppe. Wenig später hat sie die Dunkelheit verschluckt.

Es ist purer Zufall, daß auf dem Rückweg noch ein mit höheren Gräsern bewachsenes ehemaliges Bauernhofgelände abgefahren wird. Plötzlich steht ein Triel auf. Vorher war er in dem Gras-Stein-Mosaik so gut verborgen, daß eines der Elterntiere nun nur gut 10 Meter neben dem Wagen steht. Regungslos bleibt der Vogel stehen. Der Grund ist wenig später zu sehen. Ein Jungvogel mit seinen auf- und abseits stehenden Federn auf dem Kopf steht zwischen den Gräsern. Wären die Triel-Eltern allein, wären sie wohl einfach nur Continue reading Triel in Karstlandschaft

Weißrückenspecht im Paklenica National Park

WeissrückenspechtWeiche Kontaktrufe verraten einen Specht. Ein Blick durch das Fernglas: eindeutig Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos). Sehr gut sind die weißen Bänder auf den zusammen gefalteten Flügeln zu erkennen. Eher wie ein Kleinspecht (Dendrocopos minor) sieht er aus. Nur größer. Dann sehe ich ihn auch eindeutig im Fernglas. Der Weißrückenspecht, der mir seinen Rücken zukehrt, scheint aber ein doch Jungtier zu sein. Ich muß Heidi, die es anfangs gar nicht kapiert, noch anhalten. Ein kurzes “Kichern”. Ich erkenne, daß es 2 Vögel sind. Einer wirkt leicht unfertig, etwas zerzaust. Wohl ein Jungvogel. Der andere wahrscheinlich eines der Elterntiere. Aus dem Augenwinkel sehe ich dann die 2 Weißrückenspechte aufsteigen und dann auch schon wegfliegen. Schnell verschwinden die beiden Spechte den Hang hinauf. Kurz entschlossen hechte ich hinterher. Nach gut 30 Metern harre ich aber aus. Ich spiele die Kontaktrufe von Band ab. Auch das typischen lang anhaltende Trommeln soll den Specht locken. Leider keine Rückmeldung. Es macht wohl keinen Sinn den Weißrückenspecht durch den kroatischen Karst weiter zu verfolgen.

Der Hang wirkt auf Anhieb sehr offen. Jedoch liegt und steht eine Menge Totholz im Steilhang. Dazwischen große Felsblöcke, die Continue reading Weißrückenspecht im Paklenica National Park

Weissschwanzkiebitz in Deutschland im Jahr 2014

WeißschwanzkiebitzDer im Blog vom 28. April 2014 beschriebene Weißschwanzkiebitz (Vanellus leucurus)  auf der Kuhweide in der Wetterau ist nun im Journal „Seltene Vögel in Deutschland 2014“ (s. S 14-15) zusammen mit anderen Vorkommen aufgeführt worden. Dabei wurde zusammengestellt, daß diese Seltenheit in Hessen auch an einigen anderen Orten gemeldet wurde. Zuerst tauchte der adulte Weißschwanzkiebitz im  NSG Mittlere Horloffaue, auf der Kuhweide bei Hungen auf. Nachdem die Art vom 26.-29.4.2014 im NSG Mittlere Horloffaue sowie am 5.5.2014 von dem Renaturierungsgebiet Par-Allna südlich von Marburg gesichtet wurde, konnte sie am 7.5.2014 in Stadtallendorf-Erksdorf (ebenfalls Kreis Marburg-Biedenkopf) beobachtet werden. Sichtungen aus Baden-Württemberg betrafen den Zeitraum vom 15.-17.Mai 2014 vom Rohrsee im Kreis Ravensburg. Es wird vermutet, daß die Beobachtungen in Hessen einem mehrfach beobachteten Individuum zuzurechnen sein dürften, das sich langsam in nördlicher Richtung bewegte. Es erscheint unwahrscheinlich, dass auch der Nachweis in Baden-Württemberg diesen Vogel betraf.

An dem Wochenende hielt sich diese Ausnahmeerscheinung zwischen anderen Limikolen und Enten in den Gräben und vor allem zwischen den Seggen entlang der Gräben des NSG Mittlere Continue reading Weissschwanzkiebitz in Deutschland im Jahr 2014

Weissbürzel-Strandläufer am Gülper See

WeißbürzelstrandläuferDer anfangs als Bairdstrandläufer (Calidris bairdii)  bestimmte Weißbürzelstrandläufer (Calidris fuscicollis) vom Gülper See sollte am Samstag, den 22. Juli beobachtet werden. Schon um 7:00 war ich die 2 Stunden angereist und stellte den Wagen am Südostausgang des kleinen Dörfchens Prietzen am Südende des Gülper Sees ab. Einige Birder waren schon unterwegs. Am Samstagmorgen  hatte aber noch niemand den Vogel in der Havelaue gesehen.

Der Weißbürzelstrandläufer war seit Mittwoch, 19. Juli, locker mit Flußregenpfeifern (Charadrius dubius), Flußuferläufern (Actitis hypoleucos)  und einem Zwergstrandläufer (Calidris minuta) vergesellschaftet auf den Sandflächen am Uferrand des dicht mit Mauserfedern bedeckten Südufers gesichtet worden. Der Weißbürzelstrandläufer war  hauptsächlich auf Nahrungssuche mit wenig Ruhephasen zu sehen und anfangs stetig bis abends anwesend.

Das Südufer des Gülper Sees wird allerdings im Sommer von Tausenden rastenden Gänsen, ganz überwiegend Graugänsen (Anser anser), bevölkert. Über längere Zeiträume konnte der Weißbürzelstrandläufer zwischen den Graugänsen nicht Continue reading Weissbürzel-Strandläufer am Gülper See

Steinhühner auf Pag/ Kroatien

SteinhuhnEin Ausflug zum Kolansko Blato sollte sich als ausgesprochen gut für Beobachtungen des Steinhuhns (Alectoris graeca) heraus stellen. Kurz vor der Straße zwischen Kolan und Novalja haben wir richtig Glück. Zuerst steht ein Paar des Steinhuhns auf einer niedrigen steinernen Mauer. Dann sind noch viel mehr dort  und lassen sich super fotografieren. Auch ein/ zwei Jungvögel ist dabei.  Sind die schon von diesem Jahr? Die Landschaft ist von einem Muster heller (Kreidefels-)Mauern und kleinräumiger Feldern gekennzeichnet und entspricht damit der weiter südlich am Velo Blato bei Povljana. Die Straßen sind schmal und führen mitten durch diese alte bäuerliche Landschaft. Die Höhe über dem Meeresspiegel beträgt mal gerade 50m NN.

In einer in Limicola veröffentlichten Studie zum rezenten Vorkommen und Status des Steinhuhns, Alectoris graeca, in Deutschland von H.-G. Bauer et. al werden als potenzielle Brutstandorte im deutschen Alpenland steile bis schroffe Hanglagen mit vornehmlich Südwest­ bis Südostexposition genannt. Die Standorte  sind  stein-­  bzw.  felsdurchsetzt  oder  auf  karstigem  Grund  und mit subalpinen bis alpinen Rasengesellschaften sowie meist mit Zwergsträuchern bestanden.  Besonders  in  den  unteren, Continue reading Steinhühner auf Pag/ Kroatien

Beobachtungen der Schuppenkopfprinie im Norden Kameruns

SchuppenkopfprinieDie Schuppenkopfprinie (Spiloptila Clamans) ist ein weiterer hervorragender Beitrag zum Portfolio der westlichen paläarktischen Vögel für bird-lens.com. Obwohl erst vor kurzem in der Grenze der westlichen Paläarktis begegnet ist, ist dieser sympathische kleine Vogel, der in der Sahelregion heimisch ist, sehr willkommen.

Im April 2017 ging bird-lens.com auf eine Birding-Rockjumper-Tour im nördlichen Kamerun. Von Waza NP am 10. April kommend, erreichten wir nach einem super-frühen Aufbruch im Waza Camp am frühen Morgen die Felder nördlich der kleinen Ortschaft Mora. Die Felder, die wir erkunden wollten, sind nur wenige Kilometer von Mora direkt von der Durchgangsstraße aus zu erreichen. Das Gebiet ist durch kleinteilige Landwirtschaft geprägt, die an einem sehr sandigen Ort vollzogen wird. Ein hartes Geschäft für die Bauern. Zuerst war das begehrte Lerchenlaufhühnchen (Ortyxelos meiffrenii) auf der Wunschliste. Die Gruppe hatte ihre ganze Aufmerksamkeit auf diese selten anzutreffende Spezies gerichtet. Obwohl wir unsere Wanderung um 7.15 Uhr begannen, erwartete uns eine lange, heiße Exkursion. Bald liefen wir in einer Kette zielstrebig über die ausgedörrte Sahellandschaft. Wir mussten auf die dornigen Sträucher der Feldumgrenzungen genauso achten wie auf Löcher Continue reading Beobachtungen der Schuppenkopfprinie im Norden Kameruns

Die Zwergdommel: Jäger im verborgenen Schilf

ZwergdommelDie Zwergdommel (Ixobrychus minutus) zählt in Deutschland zu den seltensten Brutvögeln. Der Blankensee in der Nähe von Trebbin ca. 40 km südlich von Berlin ist eine der wenigen Gegenden Brandenburgs Brutbestände – wenn auch nicht jedes Jahr – vermutet werden. Zwergdommeln waren in den Jahren 2014 und 2015 von Mai bis Anfang September zu hören. So konnte vor allem im Juli 2014 in den frühen Morgenstunden immer wieder ein Männchen ausdauernd rufend festgestellt werden. Ab ca. 6:30 blieb es aber stumm.

Es ist daher eine außergewöhnliches Erfahrung, eine Zwergdommel mehrere Wochen lang fotografieren zu können. Dazu muß man allerdings in etwas abgelegenere Gebiete fahren. Auf einer meiner regelmäßigen Wanderungen in einem ausgedehnten Niederungsgebiet an der Havel entdeckte ich im zeitigen Juni in rund 20 Meter Entfernung eine Zwergdommel Akrobatisch hing der Vogel trotz seiner großen Füße im Schilf und schoß mit seinem langen, dolchartigen Schnabel immer wieder blitzartig in das Wasser. So verschlang die Zwergdommel einen Fisch nach dem anderen. Glücklicherweise konnte mich der Vogel nicht Continue reading Die Zwergdommel: Jäger im verborgenen Schilf

Senegaltriel in ausgetrockneten Bachbett/ Kamerun

SenegaltrielStill steht ein Paar des Senegaltriels (Burhinus senegalensis) unter einer Abbruchkante des ausgetrockneten Bachbetts. Gut, daß wir uns im Schatten eines Nebenlaufes des Benoue Rivers befinden. Die Hitze ist unerträglich. Wir sind auf der Suche nach der Adamawa Turtle-Dove. Diese Taube, dunkler als die anderen Turtle Doves, hält sich wohl gerne in beschatteten Nebenläufen des Benoue Rivers auf.

Auf der Suche nach der Taube und in Erwartung von Schatten laufen wir einen schmalen Zufluß –ohne Wasser – zum Hauptstrom hinein. Das Bachbett ist ausgetrocknet. Dicht wachsen die Lianen vom Ufer her in das Flußbett hinein. Im Schatten einiger großer Bäume tummeln sich einige Vögel. Der Grund ist klar: es steht Wasser an. Nicht viel, aber genug, um Vögeln ein Bad oder auch Wasser zum Trinken zu ermöglichen. Ein Cabanis’s Bunting ist als erstes beim Trinken zu beobachten. Dann auch ein Lesser Honeyguide, der ein hochwillkommener Neuzugang ist. Ein Greater Honeyguide, eine Continue reading Senegaltriel in ausgetrockneten Bachbett/ Kamerun

Rohrdommeln auf Erfolgskurs in Grossbritannien

RohrdommelDie Rohrdommel (Botaurus stellaris) hat im Jahr 2016 ihr erfolgreichstes Brutjahr seit langem in Großbritannien erlebt. Dies legt zumindest eine Landesumfrage des britischen Vogelschutzverbands RSPB nahe.

Dieser Bruterfolg ist eine willkommene Nachricht für diesen braun-gestreiften, untersetzten Reiher, der in Großbritannien und Irland bereits eine turbulente Historie erlebt hat. Am Ende des 19. Jahrhunderts war die Rohrdommel aus Großbritannien verschwunden. Sie wurde als mittelalterliches Festmahl geschätzt und folglich intensiv gejagt. Der Verlust ihres Schilflebensraums trug zu ihrem Niedergang bei. Rohrdommeln begannen England zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwar zu rekolonisieren, aber aufgrund des anhaltenden Lebensraumverlustes sank ihre Zahl ab der Mitte des Jahrhunderts wieder. Bis 1997 gab es nur noch 11 revieranzeigende Männchen im ganzen Land.

Um sich bei potenziellen Partner zu bewerben, lassen männliche Rohrdommeln in der Brutzeit einen unverwechselbaren “boomenden” Klang erschallen. Wissenschaftler zählen Rohrdommeln, indem sie diese männlichen Rufe zählen. In der Regel Continue reading Rohrdommeln auf Erfolgskurs in Grossbritannien

Steinhuhn: Beobachtungen auf Pag/ Kroatien

SteinhuhnSterne funkeln von einem wolkenlosen Firmament. Es ist 3:25 – und damit eigentlich mehr als eine Stunde zu früh. Denn der Sonnenaufgang ist erst für 5:16 angekündigt. Das Steinhuhn (Alectoris graeca) fehlt aber noch in meiner persönlichen Liste der Vögel Mitteleuropas. Da kann man auch schon mal früh aufstehen. Wenig später ist im Osten schon ein Schein von Dämmerung zu erkennen. Es windet ein wenig – für morgens früh sogar ziemlich viel. Ob das das Steinhuhn vom Rufen abhält? Wie auch immer. Ich fahre erst mal aus dem Ort, halte und höre auch schon eindeutig Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus). Die Rufe kommen aus einem kleinen Wäldchen direkt gegenüber dem neu erbauten Supermarkt.

Ich bin zwar etwas müde, bei solchem Anfang geht es aber direkt viel besser. Dann fahre ich die Hauptstraße von Povljana nach Pag. Dabei passiere ich noch im Dunkeln den Malo Plato und die an Malo Blato angrenzenden Meeresbucht (Uvala Mlinica). Auch hier entdecke ich bzw. höre ich den Ziegenmelker; ebenfalls aus einem winzigen Kiefernwäldchen. Beim rund 80 ha großen Malo Blato („Kleiner Sumpf“) handelt es sich um ein brackisches Seggen-Binsen-Feuchtgebiet, in dem zahlreiche Paare der Montagu’s Harrier (Circus pygargus) brüten. Gestern hatten wir ja schon im Continue reading Steinhuhn: Beobachtungen auf Pag/ Kroatien

Der Bamendabülbül – ein Spezialist der Cameroon Highlands Ökoregion

BamendabülbülDer Ausflug zum Kratersee Lake Awing war bereits sehr ergiebig an diesem Morgen. Von einem Weg entlang eines Grats oberhalb des Sees konnte bereits ein junger Bamendalappenschnäpper (Platysteira laticincta) und ein Elternteil gesehen werden. Ein ganz dunkler Vogel mit einem gelben Augenrand ist der Schwarzbauchweber (Ploceus melanogaster). Still und unscheinbar schlüpft ein ganz grüner Vogel durch das Geäst. Ich hatte mich ein wenig von der Gruppe, die sich lautstark und mit vielen Fingerzeigen den dann und wann aus der Tiefe des am Kraterrand befindlichen Waldes emporsteigenden Vögeln widmet, abgesondert. Bei dem grün-gelben Vogel handelt es sich wohl um den sehr versteckt lebenden Einfarbbülbül (Andropadus montanus). Ich kann leider nur ein paar unscharfe Belegfotos machen.

Ein weiterer dunkelbrauner Vogel streift plötzlich durch das Geäst. Die Bäume stehen ja hier am Hang und reichen nicht so in die Höhe. Das ermöglicht sehr schöne Aufnahmen von Vögeln, die sich sonst eher im Kronendach – weitgehend unsichtbar vom Boden aus – herumtreiben. Diesmal ist der braune Vogel mit dem markanten Schnabel kein Bamendalappenschnäpper  oder Banded Wattle-eye. Dieser mittelgroße, relativ langgestreckte, schlicht aussehende Vogel ist ein Greenbul mit relativ langem und feinem Schnabel. Brauen, Kehle und die Teile der Gesichtsseiten sind hell-grau. Während der Schwanz eher braun erscheint, ist die vorherrschende Farbe der Schwingen und des Rückens oliv. Auffallend sind die bläulich-grauen Beine und Füsse. Dies ist der Continue reading Der Bamendabülbül – ein Spezialist der Cameroon Highlands Ökoregion

Buchenwälder und der Weissrückenspecht in Bulgarien

WeißrückenspechtBuchenwälder assoziiert man nicht unmittelbar mit Bulgarien. Jedoch kann man im Naturschutzgebiet Silkosia – dem 1933 gegründeten, ältesten NSG Bulgariens – sehr schöne, alte Buchen bewundern. Silkosia ist das richtige Naturreservat mit einem naturnahen Laubmischwald mit – in dem Fall – Orient-Buche (Fagus orientalis).

Auch die Spechte scheinen den Park sehr zu schätzen. So kommen Kleinspecht (Dendrocopos minor), Mittelspecht (Dendrocopos medius), Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos), Buntspecht (Dendrocopos major), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Grünspecht (Picus viridis) und Grauspecht (Picus canus) im Gebiet vor.

Der Park liegt in der Strandzha Region zwischen dem Tiefland um Burgas, dem Schwarzen Meer und Ost-Thrakien. Die Hügel von Bosna und Hasekiyata bilden den bulgarischen Teil des Strandzha-Gebirges. Auch Ahtopol nördlich der türkischen Grenze ist nicht weit. Das Gebiet ist daher Grenzregion. Es hat ein hügeliges Continue reading Buchenwälder und der Weissrückenspecht in Bulgarien

Sperlingskauz am Waldstein

SperlingskauzNoch im Dunkeln geht es den Berg hoch. Die Markierungen führen einen über Waldwege und Forstpisten. Nach ca. 2, 5 Stunden und 4 km kann man den Endspurt zum Gipfel starten. Der Blick geht kurz vor dem Gipfel nach oben. Still sitzt dort ein Sperlingskauz (Glaucidium passerinum). Eine fetter Maus in den Fängen. Der Kopf ist praktisch auf den Rücken gedreht. Er bewegt sich nicht als ich vorsichtig die Kamera mit dem Canon 4,0/ 400 DO aus dem Rucksack hole.

Zum Glück spielt das Wetter mit. Windstill, aber dämmrig. Die Sonne ist noch nicht über den Horizont geklettert. Neugierig guckt der Sperlingskauz zu mir herunter. Es erstaunt mich immer wieder wie nahe ich mich einem Sperlingskauz nähern kann. Dieser Zwerg Continue reading Sperlingskauz am Waldstein

Habichte in Berlin

HabichtAm Vortag hatten sich teilweise dicke Wolken breit gemacht. Nun sind aber Sterne am Himmel zu sehen. Die Wolkenlücken sind deutlich größer. Ein schöner Morgen kündigt sich an. Gegen 4:00 habe ich mich auf den Weg gemacht. Das Ziel sind die Gärten / Parkanlagen im Schlosspark Charlottenburg, der Görlitzer Park, der Große Tiergarten und die Botanische Anlage Blankenfelde in Pankow, alle in der Stadt Berlin gelegen. Ein besonderes Vogelparadies bilden hier die teils mehr als 100 Jahre alten dicken Buchen und Eichen. Für bewirtschaftete Parkanlagen verfügen die mitten in der Stadt gelegenen Parks und Gärten über teils erstaunlich viel Altholz. Der Aufenthalt am frühen Morgen ist nicht dem Landschaftseindruck geschuldet. Es gilt vielmehr, hier die Suche nach dem Habicht (Accipiter gentilis) aufzunehmen.

Der ehemals vor im Wald und aus dem Wald heraus über das Feld jagende Vogel zieht mehr und mehr in die Stadt. Berlin ist weltweit die Stadt mit der höchsten Habicht-Dichte pro Hektar. Dort Continue reading Habichte in Berlin

Ohrentaucher auf der Ostsee vor Usedom

OhrentaucherSanft plätschern die Wellen an den flachen Sandstrand. Es ist wolkenlos. Die Sonne ist schon aufgegangen, wärmt aber nicht. Es ist kühl und der Dunst über der Ostsee lichtet sich erst. Jetzt im zeitigen Frühjahr sind die Strände gerade zu den Morgenstunden nur wenig überlaufen. Ab und zu ein Jogger, der an der Wasserkante entlang läuft. Perfekte Bedingungen um mit dem Spektiv die Ostsee nach überwinternden Vögeln abzusuchen. Gerade vor der Kiehnheide zwischen Karlshagen und Peenemünde in Ostvorpommern gelegen, bieten sich wunderschöne Beobachtungsmöglichkeiten. So auch an diesem wunderschönen Ostertag. In der Ferne schwimmen dann auch die ersten Ohrentaucher (Podiceps auritus).

Ansonsten waren in einiger Entfernung nur noch 4 Zwergsäger (Mergellus albellus) – 2x Männchen Continue reading Ohrentaucher auf der Ostsee vor Usedom

Weissrückenspecht der Subspezies lilfordi: Habitatwahl

WeissrueckenspechtEin wunderschöner, naturnaher Mittelgebirgswald im zeitigen Frühjahr im Südwesten von Bulgarien. Hier ist die Heimal der lilfordi-  Unterart des Weißrückenspechts (Dendrocopos leucotos lilfordi).  Die  hier auftretende Subspezies lilfordi kommt fast nur auf dem Balkan und in der Türkei vor.  Der Weißrückenspecht bewohnt europäische Laubwälder  in denen er seine Hauptnahrungsquelle, in Holz bohrende und in und hinter der Rinde lebenden Insekten, vor allem Käfer und Motten-Larven findet. Diese  Nahrungsspezialisierung schränkt die Verbreitung der Art auf Laubwälder  in einem gewissen Alterswachstum ein. Die Wälder müssen reich an verfallenem und sterbendem Holz sein. Der Nahrungserwerb und die Habitatspezialisierung macht die Art bezüglich der Forstbewirtschaftungspraxis sehr empfindlich. Die Habitatansprüche der Art werden vor allem in Buchenwälder  im Alter von 80 bis 140 Jahren, mit vielen sterbenden und trockenen Bäumen erreicht. Es gibt offensichtlich eine Präferenz für Standorte ab ca. 1.000 und 1.600 m über NN. Verschiedene Arten von alten Mischwäldern anderer Baumarten werden auch vom Weißrückenspecht besetzt, aber in praktisch allen Fällen unter Beteiligung von Buchen. Die Art zeigt eine klare Präferenz zu tiefen Bachtälern, in denen in der Regel die dicksten und ältesten Buchen, Linden, Tannen und Fichten wachsen. Die Standorte weisen eine nördliche (manchmal nordöstliche oder nordwestliche) Exposition auf. Dies wiederrum stände in einem interessanten Gegensatz zu den Präferenzen der Nominatform Dendrocopos leucotos leucotos, die eher eine südliche oder südwestliche Ausrichtung der Berghänge bevorzugt. Eine Untersuchung bulgarischer Wissenschaftlicher führt weitere Habitatcharakteristika – wenn auch mit Schwerpunkt auf die höheren und weiter westlich gelegenen Rhodopen auf.

Das Silkosia-Naturschutzgebiet im Strandzha Naturpark weist diese Eigenschaften Continue reading Weissrückenspecht der Subspezies lilfordi: Habitatwahl

Rotkehl-Tapaculo im Pumalín Park/ Chile

RotkehltapaculoEin Dickicht aus Bambus, Farnen, Pilzen und Moos bietet im Inneren der patagonischen Wälder vielen Tieren Versteckmöglichkeiten. Der König der Wälder ist der Rotkehl-Tapaculo (Scelorchilus rubecula), ein kleiner Vogel mit einem kunstvollen und lauten Ruf, der typisch für die Regenwälder im Süden Chiles ist. Er lebt jedoch sehr versteckt und ist daher schwierig zu beobachten. Ich versuchte es einfach mal mit einem Tonband und dem stillen Sitzen im dichten Regenwald  in der Nähe des Tronador Campingplatzes. Der Campground nördlich von Caleta Gonzalo und 46 Kilometer nördlich von der kleinen Stadt Chaitén.

Kälte und Feuchtigkeit sind für die Entstehung der feucht-temperierten Regenwälder im Süden Chiles verantwortlich. Über Jahrmillionen waren die Wälder durch klimatische und geographische Bedingungen isoliert: das Bergmassiv der Anden im Osten, das trockene Klima im Norden und der Pazifische Ozean im Westen. Dadurch entwickelte sich in den Wäldern eine einzigartige Tier-und Pflanzenwelt. Der chilenische Regenwald erstreckt sich vom Fluß Maule bis an die äußerste Spitze des Landes nach Tierra del Fuego. Reist man die Strecke von Norden nach Süden, sinkt die jährliche Durchschnittstemperatur von 12 auf 5 Grad – dafür steigt die Niederschlagsmenge um das Dreifache. ln der Region um den Maule gehen die mediterranen Wälder allmählich in Continue reading Rotkehl-Tapaculo im Pumalín Park/ Chile

Wintergast in Brandenburg: der Raubwürger

RaubwürgerEin Vogel, grau-schwarz mit weißen Abzeichen. Nicht viel größer als ein Star. Und doch ein heißbegehrtes Fotoobjekt für den Vogelfotografen. Das liegt sicher zum einen an seiner kontrastreichen Färbung, zum anderen seiner relativen Seltenheit und zum letzten wohl nicht zuletzt an den schauerlichen Ruf, den dieser Singvogel hat. Der Raubwürger (Lanius excubitor) spießt nämlich gelegentlich seine Beute auf Dornen und Stacheldraht auf, um sie entweder besser als Futter bearbeiten zu können oder um die Beute für Notzeiten aufzubewahren.

Im Brutgebiet lebt der Raubwürger sehr zurückhaltend. Nur zur Zeit der Jungenaufzucht, ist er besser zu sehen. Dafür wird er im Winter häufiger u.a. in ornitho.de gemeldet. Ein guter Grund, diesem Würger mal mehr Aufmerksamkeit in der winterlichen Landschaft zu schenken. Für den Raubwürger ist gerade auch die flache Landschaft Brandenburgs ein beliebter Winterrastplatz, da zu der Zeit auch Wintergäste aus nördlicheren und östlicheren Gebieten Europas einwandern und ausharren. Die Zahlen Continue reading Wintergast in Brandenburg: der Raubwürger

Gelbschnabeltaucher auf dem Diemelsee im Sauerland

GelbschnabeltaucherRichtig lausiges Wetter herrscht im Winter im Sauerland. Grauverhangen ist der Himmel; Ein Staudamm bei trübem Wetter mit tiefen Wolken in Verbindung mit Nieselregen, Wind aus Westen mit Böen, das alles bei 8 ° Celsius ist in der Regel nicht der Ort, um sich lange aufzuhalten. Aber dies ist ein Ort, um einen verirrten Gelbschnabeltaucher (Gavia adamsii) auf der deutschen Vogelliste hinzuzufügen. Gelbschnabeltaucher sind stark nachgefragte Arten für den ernsthaften Vogelbeobachter im mittleren Kontinentaleuropa. Und es ist ein großes Ereignis, wenn ein Gelbschnabeltaucher so weit im Binnenland beobachtet werden kann.

Basierend auf Berichten im Club 300 und in Ornitho.de wurden bereits Scharen von Beobachtern angelockt. Am 13. Dezember 2016 wurde auf dem Diemelsee bei Kotthausen ein jugendlicher Gelbschnabeltaucher entdeckt. Auffallend waren der gelbliche und nach oben gerichtete massive Schnabel. Das bräunlich ausgewaschen wirkende Gefieder und der beige-farbenen Kopf mit dem dunklen Ohrfleck zusammen mit dem hellen Hals ließen auf ein diesjähriges Exemplar schließen. Der Gelbschnabeltaucher treibt sich meistens in der Mitte des verbleibenden Stausees gegenüber von Kotthausen herum. Gern ist der Taucher von Westen nach Osten unterwegs – vielleicht wegen der überwiegenden Winddrift aus Westen. Von Zeit zu Zeit fliegt er zurück nach Westen, um dann wieder nach Osten zu treiben. Dazwischen wurden umfangreiche Continue reading Gelbschnabeltaucher auf dem Diemelsee im Sauerland

Zwergschwan in der Nieplitzniederung

ZwergschwanDie Nieplitzniederung ist Heimat etlicher nordischer Entenvögel im Winter. Naßkaltes Wetter mit einem wolkenverhangenen Himmel darf einen Vogelbeobachter aber nicht abhalten, den rastenden Trupps einen Besuch abzustatten. Vielleicht findet man ja gerade bei richtig trüben Wetter mit tiefen Wolken in Verbindung mit Nieselregen eine Seltenheit.

So geschehen am 2. Weihnachtstag. In einem Trupp mit Singschwan (Cygnus cygnus) stand auch ein einzelner adulter Zwergschwan (Cygnus columbianus bewickii), der im Vergleich zu den adulten und juvenilen Singschwänen schon durch seine kleineren und etwas kurzhalsigeren Wuchs auffiel. Seine Flügelspannweite beträgt „nur“ max. 195 cm und das Gewicht nur knapp 8,5 kg. Das beste Kennzeichen, um ihn vom Singschwan zu unterscheiden, ist die geringere Gelbfärbung des Schnabels. Die gelbe Fläche des Schnabels ist beim Zwergschwan abgerundet und nicht keilförmig und reicht nicht wie beim Singschwan bis an bzw. unter die Nasenlöcher. Der schwarze Fleck an der Schnabelbasis ist zudem Continue reading Zwergschwan in der Nieplitzniederung

Irrgastsuche auf Kvitsoy/ Norwegen

ErlentyrannEnde September, Anfang Oktober zieht es viele Vogelbegeisterte auf die einzige deutsche Hochseeinsel, Helgoland. Und es lohnt sich. Während einer Reise vom 8. bis 13. Oktober 2012 konnten einige bemerkenswerte Vögel gesichtet werden. An der südlichen Ecke von Helgoland, dem sogenannten “Kringel” wurde am 9. Oktober 2012, an der roten Sandsteinklippe ein Buschspötter (Hippolais caligata) gesehen. Am selben Tag wurde ein sibirisches Pallasschwarzkehlchen, (Saxicola maura), in der Nähe des Sportplatzes und ein Rosenstar (Pastor (Sturnus) roseus) wurde im Kurpark gesehen.

Doch auch andere Inseln in der Nordsee haben Seltenheiten zu bieten. Derjenige, der mal was anderes als die Irrgäste auf Helgoland sehen möchte und die Einsamkeit norwegischer Inseln liebt, sollte sich überlegen der Insel Kvitsøy einen Besuch abzustatten. Kvitsøy ist nur eine 15-minütige Fahrt (plus 40-minütige Fährübersetzung) von Stavanger, Norwegens viertgrößter Stadt entfernt und man ist Continue reading Irrgastsuche auf Kvitsoy/ Norwegen

Weissbrauendrossel in der Westpaläarktis

WeißbrauendrosselDie Weißbrauendrossel (Turdus obscurus) ist sehr seltener Gast in Europa. Sie brüttet in der Taiga Sibiriens. In der einschlägigen Literatur findet man für Deutschland nur 12 Nachweise im 19. Jahrhundert und gar nur 4 Nachweise im 20. Jahrhundert bis 1979. Ein Fang im 19. Jahrhundert war zuerst fälschlich mit einer Rotdrossel (Turdus iliacus) – wahrscheinlich wegen des Überaugenstreifs – verwechselt worden. Eine der letzten Beobachtungen in Deutschland datiert vom Oktober 1994 von Helgoland. Nach einem Artikel der britischen Birder-Website www.birdguides.com war kurzzeitig Anfang November 2016 eine Weißbrauendrossel am Bolam Lake in Northumberland zu sehen. Die Drossel war wohl nur 2 Tage vor Ort. Trotzdem waren viele Twitcher aus ganz Europa (u.a. Schweden, Belgien, Frankreich und natürlich Großbritannien) vor Ort, um diesen Vogel aufzusuchen und teilweise auch tolle Fotos zu schiessen.

Der glückliche Finder war am Nachmittag mit dem Hund seiner Eltern unterwegs und wollte nur eine Schleife um den Park drehen Continue reading Weissbrauendrossel in der Westpaläarktis

Silberreiher des Typs “modesta”

SilberreiherSilberreiher (Ardea alba) mit Merkmalen des Typs “modesta” waren bereits Gegenstand ausgiebiger Diskussionen im Club300.de. Diese Reiher zeichnen sich auf Anhieb durch ganz rote Beine und Füße und durch einen auffallend dünnen, völlig schwarzen Schnabel und in der Verlängerung einem hellblauen, türkisfarbener Zügel aus.

Während einige vermuten, daß es sich bei Silberreiher um einen normalen alba-Silberreiher der lediglich sein Prachtkleid in die falsche Jahreszeit gelegt hat, vermuten andere die Zuordnung zu einer Unterart, eben der des Typs “modesta” oder auch eine hormonelle Ursache (damit würde es sich trotz der auffallenden Färbungsunterschiede nicht um ein eigenes Taxon handeln).

Auffallend ist jedenfalls, daß die Vögel offensichtlich alle keine Schmuckfedern tragen, die Vögel in der Regel einzeln in mehr oder weniger großen Silberreihertrupps und in West-Europa vor allem im Winterhalbjahr zu finden sind. Die Herkunft der bei uns regelmäßig erscheinenden Silberreiher reicht weit bis in den Osten Europas. Die Continue reading Silberreiher des Typs “modesta”

Fotopirsch auf den Weissrückenspecht

WeissrueckenspechtDie Suche nach dem Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos), diese Urwaldart, verbindet eine anspruchsvolle, geduldige Spechtartsuche mit Naturgenuß in abgelegenen, urtümlichen Waldlandschaften. Wie geschafffen, um eine wunderschöne, naturnahe Mittelgebirgswald im zeitigen Frühjahr im Südwesten von Bulgarien aufzusuchen. Das Silkosia-Naturschutzgebiet im Strandzha Naturpark ist die Heimal der lilfordi-  Unterart des Weißrückenspechts (Dendrocopos leucotos lilfordi).  Das Naturreservat wird von einem naturnahen Laubmischwald mit Orient-Buche (Fagus orientalis) geprägt. Nachdem wir gleich am Anfang einen länger anhaltenden Trommelwirbel gehört hatten, haben wir dann geschlagene 7 Stunden bei eher naßkaltem, teils nebligen Wetter mit dicken Wolken und etwas Nieselregen vergeblich nach dem Weißrückenspecht gesucht.

Am Spätnachmittag wollen wir schon aufgeben. Wir beschließen dann aber noch einen letzten Anlauf. Wieder halten wir an den Stellen am nordexponierten Hang mit vielen trockenen Baumstämmen mit Spechtlöchern. Schließlich höre ich ein leises, leichtes Klopfen hinter mir, auf dem Kamm, der dann Continue reading Fotopirsch auf den Weissrückenspecht

Ohrengeier in Bir Shalatayn/ Ägypten

ohrengeier_dsg24426Ohrengeier im Staub einer Karawanserei an dem Kadaver eines Kamels. Ursprünglicher kann die Sahara nicht sein; mehr Nordafrika geht in Ägypten nicht. Gut zu wissen, daß es möglich ist von einem All-inclusive Hotel am Roten Meer relativ schnell mitten in einen solch ursprünglichen Ort, nämlich Bir Shalatayn an der Südost-Spitze Ägyptens zu gelangen.

Eben waren wir noch in komfortabler Zivilisation und hatten bei einem Frühstück im grünen Hotelgelände zwei Gartenrotschwänze (Phoenicurus phoenicurus) und einen Grauschnäpper (Muscicapa striata) bewundert. Die Kaptäubchen (Oena capensis) kamen zu Dritt angeflogen und tranken gemeinsam aus dem Poolwasser. Beim Rausgehen sehen wir zwischen den Rabatten einen Flußuferläufer (Actitis hypoleucos).

Nun geht es auf asphaltierter Piste mit wenig Verkehr gen Süden. In der Hitze, die jetzt mitten am Tag herrscht, sind wir froh, mit dem klimatisierten Auto unterwegs zu sein. Eine tolle Wüstenlandschaft Continue reading Ohrengeier in Bir Shalatayn/ Ägypten

Waldammern in der Westpaläarktis

WaldammerEin frischer Frühsommermorgen, die aufgehende Sonne im Osten, das leise Zwitschern der über Nacht angekommenen Zugvögel. Ein Spätherbsttag auf Happy Island, dem Hotspot für die Zugvogelbeobachtung an Chinas Süd-Ostküste. Früh am Morgen muß man raus. Ich packe sowohl das Stativ als auch das Spektiv ein. Zuerst widme ich mich dem Strand. Ein ganz tolles dunstiges Morgenlicht liegt über der Landschaft. Halb-durchsichtige Schleierwolken sind am Himmel sehen. Die Sonne kämpft sich durch den dichten Dunst der weiter hinten über dem Horizont hängt. Ein Traum. Es setzt sehr bald ein sehr anständiger Schwalbenzug ein. Soweit ich überblicken kann, handelt es sich komplett um Rauchschwalben (Hirundo rustica). Ich wechsel immer wieder zwischen dem feuchten Sand am Wattenmeer und dem tieferen Sand auf der Böschung, die am Strand entlang führt. Der Strand wird zusehends schmaler. Vor mir fliegen erst mal Feldlerchen (Alauda arvensis) und Bachstelzen (Motacilla alba) auf. Gerade an der Stelle, an der ich am vorherigen Morgen ein männliches Rubinkehlchen (Calliope calliope) im Morgenlicht auf einem Dornstrauch Continue reading Waldammern in der Westpaläarktis

Bindenkreuzschnabel auf St. Lawrence/ Alaska

BindenkreuzschnabelDer Bindenkreuzschnabel, ein Vogel der Taiga, ist in Mitteleuropa höchstens mal im Winter bei einer seiner Invasionen zu sehen. Dann schließt er sich nicht selten den anderen Kreuzschnabel-Trupps an. Als europäische Brutgebiete des Bindenkreuzschnabels sind nur vereinzelte Stellen in Nordfinnland und Nordschweden bekannt. Um gute Fotos des Hakengimpels zu schießen, ist eine lange und vorbereitungsintensive Reise zu seinen Brutregionen wohl nicht zu vermeiden. Dabei lassen sich zwar auch einige andere Singvögel der Taiga beobachten. Genannt seien hier nur der Unglückshäher (Perisoreus infaustus), der Polarbirkenzeisig (Acanthis hornemanni), der Taigabirkenzeisig (Acanthis flammea), die Lapplandmeise (Poecile cinctus) und natürlich der Hakengimpel (Pinicola enucleator). Aber es bleibt eine aufwändige Angelegenheit.

Bei einem Alaskatrip im Mai/ Juni 2016 stellte sich heraus, daß es auch Alternativen gibt, um einen Bindenkreuzschnabel bei sehr guten Fotomöglichkeiten zu beobachten. Es handelte sich zwar um den Nordamerikanischen Bindenkreuzschnabel, aber die Unterschiede – obwohl vorhanden (s. z.B. die Zeichnungen verschiedener Schnabelstrukturen der beiden Kreuzschnabel-Unterarten in British Birds 100 • November 2007 • 650–657 sind nicht so groß und auch die Nominatform, der Nordamerikanische Bindenkreuzschnabel, kann als Irrgast in der Continue reading Bindenkreuzschnabel auf St. Lawrence/ Alaska

Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Gelbbrauen-LaubsängerEin leise rufendes Gewusel in Hochstauden. Alljährlich findet ein ausgeprägter Zug von Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) statt. Es lohnt sich aber genauer hinzusehen. In den gemischten Trupps können sich nämlich kleine Vertreter der Phylloscopus-Laubsänger aufhalten. Einer davon, der Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus), stammt wie die später im Jahr ziehenden Goldhähnchen-Laubsänger (Phylloscopus proregulus) aus den Taigawälder zwischen der Insel Sachalin im Ochotskischen Meer, Petschora und Ural.

Beim Gelbbrauen-Laubsänger handelt es sich um einen typischen kleinen Laubsänger mit feinem, spitzem Schnabel und relativ kurzem Schwanz. Vom Aussehen her ähnelt dieser Phylloscopus-Laubsänger einem Goldhähnchen (am ehesten einem Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla)). Je nachdem wie er sich positioniert, wirkt er nicht zierlicher als der heimische Zilpzalp (Phylloscopus collybita), obwohl seine Körperlänge um acht Millimeter kürzer ist. Die Oberseite ist olivgrün mit etwas hellerem Bürzel und Oberschwanzdecken. Zwei deutliche, aber unterschiedlich intensiv ausgeprägte Flügelbinden, die von den hellen Säumen der Armdecken hervorgerufen wurden, sind meist das auffälligste Merkmal. Der Oberkopf ist dunkelgrün mit sehr schwach angedeutetem hellerem Scheitelstreif. Namensgebend ist Continue reading Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Hakengimpel – Beobachtungen in Alaska

HakengimpelAls ein sehr standorttreuer Vogel der Taiga ist der Hakengimpel (Pinicola enucleator) höchstens im Winter bei einer der – inzwischen seltenen – Invasion in Mitteleuropa zu sehen. Um gute Fotos des Hakengimpels zu schießen, führt ein Weg zu seiner eigentlichen Brutregion nicht vorbei. Für die Westpaläarktis ist das finnische Gasthaus (oder Lodge) Neljän Tuulen Tupa entlang der Nationalstraße 4 nördlich von Inari inzwischen zu dem Anlaufpunkt geworden. Das Neljän Tuulen Tupa ist bekannt dafür, eine der zuverlässigsten Stellen in Finnland zu sein, um einige Singvögel der Taiga wie den Hakengimpel (Pinicola enucleator), den Unglückshäher (Perisoreus infaustus), den Polarbirkenzeisig (Acanthis hornemanni), den Taigabirkenzeisig (Acanthis flammea), die Lapplandmeise (Poecile cinctus) oder auch die grau-weißliche Unterart der Weidenmeise (Poecile montanus) zu beobachten. Man kann beim Gasthaus in einer der Hütten schlafen und auch eine der finnischen Aktivitäten wie die Sauna genießen.

Wie sich nun bei einem Alaskatrip im Mai/ Juni 2016 herausstellte, gibt es auch bzgl. der Fotomöglichkeiten vom Hakengimpel gute Gründe warum man 8.000 km und neuneinhalb Stunden nach Alaska, in durchaus eine berüchtigte Regenecke mit hohen Preisen fliegen sollte. Denn bei dem Hakengimpel handelt es sich nicht Continue reading Hakengimpel – Beobachtungen in Alaska

Kiskunsag: ein Pussta-Juwel in Ungarn

TrielDer Winter hinterläßt ein grau-braunes Landschafskleid. Im zeitigen Frühjahr werden jedoch große Bereiche der Niederung überflutet, und die ausgedehnten Flachwasserbereiche stellen ein Eldorado für durchziehende Wat- und Wasservögel dar. Hauptsächlich sind es Uferschnepfen (Limosa limosa), Kampfläufer (Calidris pugnax) und andere langbeinige Limikolen, die sich neben diversen Entenarten in riesigen Schwärmen einfinden. Mit Glück sieht man in den Randbereichen auch die nur in Mäusejahren häufige Sumpfohreule (Asio flammeus) jagen, die in solchen Jahren in der Gegend auch brütet. Spätestens im Mai sind die meisten Flächen dann wieder ausgetrocknet, und nur in einigen Senken halten sich noch Gewässer. Aufgrund der starken Verdunstung entwickeln sich die meisten zu Sodaseen, an denen sich die an diesen extremen Lebensraum angepaßten Vogelarten wie Stelzenläufer (Himantopus himantopus), Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) und Continue reading Kiskunsag: ein Pussta-Juwel in Ungarn

Schleiereulen-Fotografie

Schleiereule Die Schleiereule (Tyto alba) ist den meisten Menschen bestenfalls als heller Schreck in  der Nacht bekannt. Die Unterseite ist ganz hell und weiße Federn bedecken wie eine Maske ihr Gesicht. Manchmal ist sie als schneller, dunkler Schatten am Abendhimmel zu sehen. In der Wahl ihres Brutplatzes ist die Schleiereule eher eigensinnig. Schleiereulen brüten gerne in alten Scheunen oder Kirchtürmen. Die nachtaktiven erwachsenen Vögel sind für Vogelfotografen eine besondere Herausforderung. Nur mit hohem Zeitaufwand und einem erheblichen Einsatz von Technik lassen sie sich fotografieren.

Ihren Namen verdankt die Schleiereule dem ausgeprägten herzförmigen Gesichtsschleier. Durch die Form und die helle Färbung des Schleiers ist sie leicht von anderen Eulen zu unterscheiden. Berühmt ist ihr lautloser Flug. Denn das Körpergefieder ist sehr weich und die äußeren Schwungfedern der Flügel sind so gezahnt, daß die Schleiereule lautlos durch die Nacht gleiten kann. Die Schleiereule ist im Continue reading Schleiereulen-Fotografie

Schreiadler im August

SchreiadlerDie Landschaft zwischen Meckelenburger Seenplatte, Feldberger Seenlandschaft und Neubrandenburg wirkt auf den ersten Blick nicht wie ein Naturparadies. Eine hügelige, weiträumige, von Landwirtschaft geprägte Landschaft, die sich auffallend vom Liebreiz der südlichen Seenlandschaften unterscheidet. Nicht destotrotz gibt es hier die wohl einmalige Gelegenheit aus einem schon lange etablierten Versteck heraus, den Schreiadler (Clanga pomarina) praktisch auf Teleobjektiv-Länge zu fotografieren.

Ein wolkenverhangener Morgen – in der Nacht hatte es geregnet – war genau die richtige Voraussetzung, um sich in dem geräumigen Hide wohl zu fühlen. Nur früh muß es ein. Der Schreiadler ist sehr vorsichtig und sollte ungestört an dem Tümpel einer Pferdekoppel landen können. Es hießt, daß der Schreiadler schon mit dem Jungvogel vor Versteck aufgetaucht sei. Außerdem sei der Jungvogel unberingt, da sein Nest von den Vogelbringern in diesem Sommer nicht gefunden wurde. Das sieht auf Fotos natürlich Continue reading Schreiadler im August

Die Thayermöwe in der WP erkennen: Erfahrung sammeln für die Westpaläarktis in Alaska

ThayermöweDie Thayermöwe (Larus thayeri) ist eigentlich eine nearktische Art. Sie brütet an der Westküste der Hudson Bay und auf den arktischen Inseln Kanadas, die aber recht verbreitet im Winterhalbjahr an der Westküste Nordamerikas von British Columbia bis herunter nach Kalifornien zu beobachten ist.

Für Alaska wird die Art als „casual“ für die Zeit von Ende September bis Mai (meistens aber im Herbst) von den Aleuten beschrieben. Es war eine kleine Sensation ein einjähriges Weibchen während der Zugvogelbeobachtungen in Gambell auf St. Lawrence Island zu beobachten. Die Art ließ sich sehr gut im Wasser im Vergleich zu anderen Großmöwen bewundern und drehte zum Abschluß eine schöne Flugrunde um die Beobachter wobei viele der arttypischen Merkmale zu sehen waren.

Auch in der Westpaläarktis können immer wieder Möwen anderer Erdteile beobachtet werden. So war eine Vega Gull, also eine Ostsibirienmöwe (Larus vegae), am 10. Januar 2016 in der Nähe des Hafens von Duncannon, in der Grafschaft Wexford entdeckt worden. Der Artikel von Killian Mullarney beschreibt sehr schön, wie der Autor in einer großen Ansammlung von Möwen in der Nähe Continue reading Die Thayermöwe in der WP erkennen: Erfahrung sammeln für die Westpaläarktis in Alaska

Alpenschneehühner im Berner Oberland

AlpenschneehuhnDas Alpenschneehuhn (Lagopus mutus) ist ein reizvolles, aber in Mitteleuropa auch ein Motiv für Vogelfotografen, das man sich erarbeiten muß. Alpenschneehühner sind in Deutschland praktisch nur in den höchsten Lagen, so zum Beispiel am Hohen Ifen und Gottesacker im Allgäu und am Gebirgsstock um die Kreuzspitze westlich von Garmisch-Partenkirchen oder vor allem um die westliche Karwendelspitze (alles im südlichen Bayern) zu finden.

Um hier Erfolg zu haben, sollte man unbedingt mit der ersten Seilbahn hoch auf die Bergstationen (z.B. auf das Kreuzeck) fahren, um die Rauhfusshühner zu suchen.

Eine Alternative ist das Berner Oberland. Am schweizerischen Niederhorn und am Gemmenalphorn finden sich lohnende Fotoreviere für Alpenschneehühner, in denen es außerdem noch Steinböcke gibt. Anfang Juni gibt es dort bereits viele schneefreie Stellen, so daß man bis zu den Schneehühnern wandern kann. Zu dieser Zeit lassen sich balzende Hähne beobachten, die mit lauten ratschenden Rufen ihr Revier verteidigen. Die Hennen, deren Gefieder sich im Juni vom weißen Winterkleid zum dunkelbraunen Brutgefieder umfärbt, sind viel weniger auffällig.

Als Ausgangspunkt für einen Besuch bei den Alpenschneehühnern bietet sich das etwa 200 Meter NN über dem Thuner See Continue reading Alpenschneehühner im Berner Oberland

Ältester Terekwasserläufer wurde 17 Jahre

TerekwasserläuferFeldornithologen auf einen Vogel-Beringungsstation in Weißrußland haben den ältesten bekannten Terekwasserläufer (Xenus cinereus) gefangen.

Die Beringer fingen den Vogel im Schutzgebiet Turau-Wiesen in Weißrussland am 13. Mai 2016. Der Ring am Bein des Vogels zeigte, dass der Vogel war 17 Jahre alt; damit ist er der älteste bekannte Terekwasserläufer der Welt.

Ornithologen der Akademie der Wissenschaften in Weißrußland fanden heraus, dass dieser Terekwasserläufer als Küken auf einer nahegelegenen Wiese in der Nähe des Dorfes Zapesochye am 21. Juni 1999 erstmals beringt wurde. Der nahe gelegenen Ort Turau ist eine Stadt im Süden Weißrusslands im Gebiet der Prypjatsümpfe. In dem Jahr wurde die Beringungsstation Turau-Wiese gegründet. Seitdem wurde der dieser Terekwasserläufer in den Jahren 2005, 2011 und nun im Jahr 2016 gefangen.

Vor dieser Entdeckung war als maximales Alter eines beringten Terekwasserläufers ein 16 Jahre alter Vogel aus Finnland bekannt. Die Vogelschutz und Biodiversität Area (IBA) der Continue reading Ältester Terekwasserläufer wurde 17 Jahre

Gleitaar im Randowbruch/ Untere Oder

GleitaarSeit mindestens dem 27. Juni 2016 gibt es Berichten in Ornitho.de zufolge eine gute Chance, dass Vogelbeobachter mit einem über das Ziel hinaus geschossenen Sommervogel Bekanntschaft machen können. So wurde im nord-östlichen Brandenburg ein Gleitaar (Elanus caeruleus)  beobachtet. Der aktuelle Standort des Gleitaar ist im Randowbruch nördlich des Ortsteil Wendemark. Hier treibt er sich vorwiegend über den Feldern und feuchten Wiesen herum. Der Greif sei nicht sehr mobil und kann stundenlang auf einem Holunderbusch im ziemlicher Entfernung ruhend beobachtet werden. Wenn er nach ausgiebiger Gefiederpflege zur Jagd ansetzt ist er dann sehr gut, wenn auch manchmal ziemlich weit entfernt beim Rüttelflug zu sehen. Einmal in Jagdstimmung nutzt er durchaus verschiedene Ansitzpunkte um von dort aus den nächsten Rüttelflug einzuleiten.

Geduld ist also notwendig. Bei dem Aufenthalt am Samstag verbrachten wir gut 4 Stunden bevor der Gleitaar mit einem Schütteln des Gefieders die Jagd einleitet.

Letztes Jahr veranlaßte eine übersommernde, immature Steppenweihe (Circus macrourus) im Havelländischen Luch einen Einfall von Ornis in Brandenburg. Auch diese Art wurde auf ornitho.de gemeldet und konnte bei einem Besuch des Turms bei Buckow, mitten im Havelländischen Luch, sehr schön im Flug beobachtet werden.

Bei der Bewertung der Fotos gab es einige Irritationen, da Continue reading Gleitaar im Randowbruch/ Untere Oder

Auf der Suche nach dem Borstenbrachvogel auf der Seward-Halbinsel/ Alaska

RegenbrachvogelEs ist 4:30. Ich werde auch ohne Wecker wach. Draußen ist es schon wieder – oder immer noch – hell. Es scheint schon wieder ein sonniger Tag zu werden. Beste Voraussetzungen also. Ich stehe dann auf und bin dann auch praktisch sofort bereit. Wir treffen uns alle in der Lobby zu einem Basic Frühstück neben der Rezeption. Abfahrt ist wenig später. Wir sind ganz allein auf der staubigen Piste. Ein super Licht. Wir fahren geradewegs der Sonne entgegen auf der Kougarok oder Taylor Road. Die Sonne geht gerade hinter der Bergkette auf. Nun geht es also los. Das Highlight sicher des Tages wenn nicht des Aufenthalts in Nome ist nun für Tag drei der Vogelbeobachtungstour in Nome angesagt. Auf der Liste steht der Bristle-thighed Curlew (Numenius tahitiensis) zu deutsch Borstenbrachvogel genannt. Dies ist einer der Vögel, der bei allen beteiligten Birdwatchern mit am höchsten auf der Liste steht. Es handelt sich schließlich um eine Art, die nicht Continue reading Auf der Suche nach dem Borstenbrachvogel auf der Seward-Halbinsel/ Alaska

Zugvögel auf dem Weg in die Arktis: Gambell Anfang Juni

DickschnabellummeHörbar und spürbar nimmt das Flugzeug Kontakt mit dem Boden des Rollfelds auf. Aus den Fenstern können wir die Berge der sibirischen Küste im Norden sehen. Ich schätze die Entfernung auf 70 km oder so. Die Wetterprognose sagte aus, daß wir Winde mit Geschwindigkeiten von 30-70 km / h aus dem Norden bekommen würden. Nicht unbedingt ein gutes Zeichen, um Vögel auf der Insel zu beobachten. Schon während wir das Flugzeug verlassen, bläst uns der Wind brutal und eiskalt ins Gesicht. Langsam machen wir uns mit dem Gepäck auf den Weg zum Hotel, dem Sivuqaq Inn. Überall liegen Kieselsteine bis in den Ortsbereich. Das sieht nicht alles andere als wanderfreundlich aus. Zum Glück dürfen wir ab jetzt ATV (All-Terrain-Vehicles) verwenden.

Das Dorf Gambell scheint keinerlei Vegetation aufzuweisen. Auf Anhieb wirken viele der Häuser baufällig. Die Außenverkleidung der Holzhäusern sieht man die Auswirkungen der Meeresluft wirklich an. Wir machten uns auf den Weg in Richtung Strand, der zuerst durch den sogenannten “boatyard” geht. Immerhin ein Gebiet mit etwas Gras, in dem viele Bootsrümpfe zu sehen sind, die entweder nie vollständig zusammengebaut worden sind oder sich bereits wieder im Zerfallsprozess befinden. Als wir den Strand erreichen, bekommen wir die Auswirkungen des Sturms Continue reading Zugvögel auf dem Weg in die Arktis: Gambell Anfang Juni

Im Eisloch: Ohrentaucher im Brutrevier

OhrentaucherGraue Wolken ziehen über das Land. Die E 6 von Lakselv am Südende des Porsanger Fjords hoch nach Nord-Norwegen bzw. zum Nordkap ist noch wenig befahren. Ab und an mal ein Wohnmobil. Kein Vergleich mit den Touristenmassen, die sich im Sommer hier tummeln. Es ist einfach noch zu ungemütlich kühl hier nördlich von Lappland. Um die Zeit – Mitte Mai – liegt immer wieder Schnee am Straßenrand. Plötzlich verdicken sich die Wolken und leise rieselt der Schnee. Der Schneeregen wechselt dann zu Graupel, dann zu Regen. Dann plötzlich brechen Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Die Sonnenstrahlen verzaubern die wilde Landschaft mit warmen Farben und alles sieht viel einladender aus. Das werden sich wohl auch die ersten Ohrentaucher (Podiceps auritus) gedacht haben. Jedenfalls sind an diesem Nachmittag 3 Paare Ohrentaucher am noch weitgehend zugefrorenen Áigirjávri-See nördlich des Örtchens Igeldas zu sehen. Das Eis mitten auf dem See ist noch zu stark, ein einziger schmaller Riß zieht sich von Seeablaß an der Straße weg zum anderen Ende des Sees. Nur direkt am Straßenrand sind eisfreie Stellen. Das muß man als Fotograf einfach nutzen. Mit dem Canon EF 400mm f/4 DO IS USM an der EOS 1 DX setze ich mich einfach direkt an die Leitplanke und warte darauf, daß das nächste Ohrentaucher-Pärchen seine Scheu verliert und Continue reading Im Eisloch: Ohrentaucher im Brutrevier

Pribilof: Inseln im windgepeitschten Meer

RotschnabelalkWeit draußen in der Beringsee, fast 500 km westlich vom Festland Alaskas und knapp 400 km nördlich der Aleuten, liegen die Pribilof-Inseln im windgepeitschten Meer der Beringsee. Angeblich sind die Inseln nach dem russischen Pelzhändler Gavrill Pribylov benannt, der im 18. Jahrhundert in St. George Island an Land ging. Die Witterung ist rau, die Wolken hängen tief, es regnet praktisch jeden Tag. Was also treibt Naturfreunde und Fotografen auf so schwer zugängliche, kalte, regenreiche und kulinarisch unterversorgte Inseln?

Die Antwort ist schnell gegeben. Die Inseln beherbergen wohl die größten Seevogelkolonien der nördlichen Hemisphäre. Vor allem die Insel St. George verzeichnet das größte Vorkommen an Seevögeln in der nördlichen Hemisphäre.

In diesem Archipel herrscht ein unglaublicher Reichtum an Fischen und anderen Meerestieren. Viele der aus dem Meer ragenden Felsklippen sind daher von Seevögeln vereinnahmt. Mehr als 2,5 Millionen Seevögel von 230 Arten nisten auf den Pribilofs.

Die Pribilof-Inseln werden auch das “Galapagos des Nordens” genannt. Mit seinen riesigen Kolonien Continue reading Pribilof: Inseln im windgepeitschten Meer

Steppengebiet La Serena/ Spanien

ZwergtrappeWeite, trockene Landschaft so weit das Auge reicht. Wer weite Steppenlandschaften liebt und das im Blog über die Steppen um Belchite beschriebene Gebiet nicht besuchen kann oder auf dem Weg nach Portugal, einen fotografischen Zwischenstopp in der Estremadura einlegen will, dem bietet sich ein kürzerer oder längerer Aufenthalt in einem der größten Steppengebiete Spaniens mit einer erstaunlichen Artenvielfalt an. Dieses Gebiet heißt La Serena. In der Nähe der Stadt Merida kann man in Dörfern mit dem Name Castuera, Cabeza del Buey oder Puebla de Alcocer schön übernachten und von da aus die Vögel und die Landschaft erkunden. Nicht immer steht der Name Estremadura für grüne Steineichenwälder bis zum Horizont. Im Osten der spanischen Provinz Badajoz findet man eine kontrastreiche Landschaft, deren besonderer Reiz in dem Wechsel zwischen steppenartigen Gebieten und locker bewaldeten Flächen liegt. La Serena ist ein Steppengebiet, das für Naturfotografen ein sehr lohnendes Fotoziel mit exzellenten Aufnahmemöglichkeiten darstellt.

Die Steppen von La Serena sind berühmt für ihre Steppenvogelwelt. Spiessflughuhn (Pterocles alchata), Sandflughuhn (Pterocles orientalis), Kalanderlerche (Melanocorypha calandra) und dann erst Continue reading Steppengebiet La Serena/ Spanien

Alpenbraunellen im Taunus bei Frankfurt/ Main

AlpenbraunelleGenau vor 2 Jahren gab es für Birder im Rhein-Main-Gebiet eine große Überraschung. Sage und schreibe 3 Alpenbraunellen waren am 11. April 2014 am Großen Feldberg gerade mal 20 km entfernt von der Innenstadt von Frankfurt / Main zu beobachten. Nachdem ein Ornithologe, Ingo Rössler, die Art bei der Suche nach Ringdrosseln, Turdus torquatus, entdeckt hatte, waren schon mehrere Ornithologen auf dem über 800m NN hohen Gipfel gewesen, um die hier sehr seltene Art zu beobachten. Zuerst war die Rede von einem Vogel, dann waren sie angeblich weg und dann waren es doch insgesamt 3 Individuen,  die sich auf dem Großen Feldberg dem höchsten Berg des im Südwesten Hessens gelegenen Mittelgebirges aufhielten.

Als wir gegen 16:30 ankamen, trieben sich die Alpenbraunellen (Prunella collaris) gemeinsam im westlichen Innenhof direkt am großen Fernmeldeturm herum. Sie waren eifrig damit beschäftig, auf dem mit Pflaster ausgelegten Innenhof nach Nahrung zu suchen. Immer wieder flogen die Braunellen auf und landeten dann in den Regenrinnen des Funkturms. Noch bis mindestens Continue reading Alpenbraunellen im Taunus bei Frankfurt/ Main

Overshoots im Frühjahrszug auf den britischen Inseln

GartenrotschwanzEs lohnt sich immer wieder, mal über den Tellerrand des unmittelbaren Orni-Umfelds zu schauen. So konnten auch die Birder auf der Insel im Westen des Kontinents das erste Wochenende im April als Frühling mit angenehmen Temperaturen, einem leichten Windchen und in der Regel Sonnenschein willkommen heißen. Mit den frühlingshaften Temperaturen war auch auf den britischen Inseln ein deutlicher Schub von sommerlichen Migranten verbunden: Ringdrosseln (Turdus torquatus) wurden verstärkt an ihren traditionellen Rastplätzen angetroffen; es gab einen bemerkenswerten Einflug von Gartenrotschwänzen (Phoenicurus phoenicurus) (weitgehend Männchen) und auch andere Zugvögel wie Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca), Feldschwirl (Locustella naevia), Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) und Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus)  waren erstmals in diesem Jahr zu bewundern.

Mit dem zunehmenden Vogelzug aus südlichen Gefilden wuchs natürlich auch die Vorfreude auf die Vögel, die von den Briten „overshoots” genannt warden. Dies sind Zugvögel, die in dieser Zeit ihr eigentliches Verbreitungsgebiet nach Norden überschreiten und in Großbritannien und Irland in den kommenden Wochen nur sporadisch wahrgenommen werden und sich dann in ihre südlichen Brutgebiete zurückziehen. Hier konnten u.a. schon die ersten Beobachtung mit einem Rotkopfwürger (Lanius senator) bei der Windmill Farm, Cornwall gemacht werden. Schon fast „fest-gebucht“ zu diesem Zeitpunkt ist der Continue reading Overshoots im Frühjahrszug auf den britischen Inseln

Fototechnik bei der Weissrückenspecht-Pirsch

 

WeissrueckenspechtDas Silkosia-Naturschutzgebiet im Strandzha Naturpark ist die Heimal der lilfordi-  Unterart des Weißrückenspechts (Dendrocopos leucotos lilfordi). Eine Weißrückenspecht-Pirsch ist eine Kombination aus Geduld, einer anstrengender Wanderung, einer hoch in alten Bäumen Nahrung suchender, scheuen Spechtart mit einigen technischen Herausforderungen. Der Erfolg, diesen Specht gefunden zu haben, ist dann aber umso schöner; garniert mit einem vollem Atemzug Naturgenuß in abgelegenen, urtümlichen Waldlandschaften.

Es ist wichtig, sich das richtige Naturreservat mit einem naturnahen Laubmischwald mit – in dem Fall – Orient-Buche (Fagus orientalis) auszusuchen. Nachdem wir Strandzha Naturpark, im Reservat Silkosia gleich am Anfang einen länger anhaltenden Trommelwirbel gehört hatten, haben wir dann geschlagene 7 Stunden auf eine Sichtung gewartet. Dies alles bei eher naßkalten, teils nebligen Wetter mit dicken Wolken und etwas Nieselregen. Ende Februar ist vielleicht noch nicht die richtige Zeit. Die  Weißrückenspechte sind noch nicht in Brutstimmung. So konnten wir die Specht weder trommeln noch Continue reading Fototechnik bei der Weissrückenspecht-Pirsch

Soemmerringii- Dohle in Bulgarien?

DohleEigentlich war ich Ende Februar in Nordbulgarien auf der Suche nach der Rothalsgans (Branta ruficollis). Die angenehmen, warmen und wechselhaften Temperaturen hatten die meisten Rothalsgänse aber schon Anfang Feburar – kurz nach der Jagdsaison – wieder gen Norden getrieben. Trotzdem wollte ich mir Bulgarien im Vorfrühling nicht entgehen lassen. Es hat sich trotzdem gelohnt. Vor allem  die aus Kreidefelsen bestehenden, naturnahen Steilküsten  boten die Grundlage für manch schöne Beobachtung. Jetzt im zeitigen Frühjahr gibt es noch einige Wintergäste wie die Raubwürger (Lanius excubitor), die teils auch mit ihren östlichen (ssp. Homeyeri) Verwandten auftreten oder auch Dohlen der östlichen Unterarten. Corvus monedula soemmerringii tritt vom östlichen Europe über den Iran bis in das nordwestliche Indien auf.

Die Kreidefelsen waren jetzt im zeitigen Frühjahr auch die Heimal der Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis desmarestii). DohleHäufig kam die hier auftretende Subspezies desmarestii zusammen mit den Dohlen auf den gleichen Felsen vor.

Das Thema der Identifikation der Dohle der Subspezies soemmerringii, die im Deutschen auch Halsbanddohle genannt wird, ist weiterhin heiß diskutiert. Die Dohle (Corvus monedula soemmerringii) wird nur vereinzelt Continue reading Soemmerringii- Dohle in Bulgarien?

Kiskunsag Nationalpark im zeitigen Frühjahr

KampfläuferDer Winter hinterläßt ein grau-braunes Landschaftskleid. Im zeitigen Frühjahr werden jedoch große Bereiche der Niederung überflutet, und die ausgedehnten Flachwasserbereiche stellen ein Eldorado für durchziehende Wat- und Wasservögel dar. Hauptsächlich sind es Uferschnepfen (Limosa limosa), Kampfläufer (Calidris pugnax) und andere langbeinige Limikolen, die sich neben diversen Entenarten in riesigen Schwärmen einfinden. Mit Glück sieht man in den Randbereichen auch die seltene Sumpfohreulen (Asio flammeus) jagen, die in manchen Jahren in der Gegend brütet. Spätestens im Mai sind die meisten Flächen dann wieder ausgetrocknet, und nur in einigen Senken halten sich noch Gewässer. Aufgrund der starken Verdunstung entwickeln sich die meisten offenen Gewässer zu Sodaseen, an denen sich die an diesen anspruchsvollen Lebensraum angepaßte Vogelarten wie Stelzenläufer (Himantopus himantopus), Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) und Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) beobachten lassen. Auch Pflanzen, die man sonst nur von der Küste kennt, etwa den Queller oder die Strand-Aster, wachsen in großen Beständen. Jetzt ist auch die Zeit, um den eindringlichen, leisen Rufen der Turteltaube (Streptopelia turtur) zu lauschen. Mit ein wenig Geduld sind diese schön gefärbten, in Mitteleuropa aber Continue reading Kiskunsag Nationalpark im zeitigen Frühjahr

Weißrückenspecht: auf der Suche nach der lilfordi-  Unterart

WeissrueckenspechtDer Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos lilfordi) kann einem Birder wirklich das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Die  hier auftretende Subspezies lilfordi kommt nur auf dem Balkan und in der Türkei (und noch in den Pyränäen) vor. Die Habitatansprüche

Ein lokaler Guide ist für die Suche nach diesem Specht in Bulgarien unverzichtbar. Früh morgens geht es los. Die Entfernung vom Touristenort Burgas beträgt zwar nur

Als wir endlich Tsarevo erreichen, biegen wir auf eine schmale Landstraße ab. Schnell wird die Strecke deutlich schlechter. Über Izgrev geht es weiter auf kurvenreicher, schlechter Strecke durch Eichenwald. Oben – auf ca. 900m NN – angekommen, bin ich sehr angenehm angetan davon, wie unberührt und weitläufig der Wald ist;  und wie ruhig es in der Gegend – abgesehen vom hörbaren Flugverkehr und dem ein oder anderen Auto auf der kleinen Landstraße – ist.  Von der kleinen gut asphaltierten Straße kann man wirklich super birden und entlang der Straße laufen. Von der Straße aus sind kleine Abstecher in den sehr hübschen Laubmischwald, mit Orient-Buche (Fagus orientalis) – einem nahen Continue reading Weißrückenspecht: auf der Suche nach der lilfordi-  Unterart

Sichelstrandläufer: Beobachtungen wann und wo?

SichelstrandläuferEin Vogel der hohen Arktis – der Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus oder Eudromias morinellus) – ist vor einiger Zeit bei bird-lens.com besprochen worden. Ein weiterer Brutvogel der hohen Arktis kann vor allem die Vogelbeobachter an den Küsten immer erfreuen. Es handelt sich um den Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea). Auch wenn vor allem das wunderschöne, rostrote Brutgefieder des Sichelstrandläufers ein besonderer ästhetischer Anblick ist, so ist doch der Anblick dieses Watvogels in Küstensalzwiesen und Lagunen ein fesselnder Anblick für jedermann. Die Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea), die durch Europa ziehen überwintern wohl vor allem in Süd- und Westafrika und Südwesteuropa. Wer also auf Nummer Sicher gehen will, schaut sich diese Limikole in ihrem Winterquartier z.B. an den Ufern des Berg River in der Nähe der Ortschaft Velddrif am Atlantik an. Dabei sind sowohl die trockenfallenen Schlammflächen des Flusses nach der Flut als auch die sogenannten Kliphoek Salinen in der Nähe von Velddrif vielversprechend. Neben Zwergstrandläufer (Calidris minuta) und Continue reading Sichelstrandläufer: Beobachtungen wann und wo?

Waldsaatgänse im Havelland

Saatgans Die Havelaue westlich von Hohennauen –  nördlich von Rathenow – ist eine weite Ebene des norddeutschen Tieflandes. Bei Temperaturen um 0° liegt die Landschaft unter einer dicken Hochnebeldecke. Die Luft ist feucht-kalt und das Land liegt still. Die ergiebigen Regenfälle der vergangenen Tage haben die Wiesen überschwemmt. Teils liegen Wiesen und Weiden unter einer brüchigen Eisdecke. Träge fließt die Havel im Hintergrund. Ende Januar konnten direkt von der Straße nach Parey gut 50 Saatgänse (Anser fabalis) gesehen werden. Offensichtlich kamen sie zur Nahrungssuche auf die Felder und Wiesen. Die bevorzugten Übernachtungsplätze müssen wohl die Polder beim Grützer Bogen und Continue reading Waldsaatgänse im Havelland

Kanadakraniche im Sonnenuntergang am Bosque Del Apache NWR

KanadakranichKanadakraniche (Grus canadensis) werden gelegentlich auch aus dem kontinentalen Europa gemeldet. Eigentlich jeden Winter findet man mal ein Exemplar meist mitten zwischen den einheimischen Kranich-Trupps (Grus grus). Wer diese schönen Vögel allerdings in ihrer angestammten Winterheimat finden will, muß sich schon auf einen Interkontinentalflug begeben und am besten in den mittleren Westen fliegen. Im Bosque Del Apache National Wildlife Refuge / New Mexico kommen jeden Abend Kanadakraniche (Grus canadensis) zu den sogenannten “Kranich-Pools”. Nachdem sie den Tag in der Nähe auf Maisfelder mit der Nahrungssuche verbracht haben, wollen sie über Nacht in Sicherheit in den seichten Tümpeln des Reservats stehen. Der Grund ist wohl, daß sie damit in der Dunkelheit bei minimalem Bedrohungspotential durch Kojotenangriffe ausruhen können. Wenn die Sonne am nächsten Morgen aufgegangen ist, putzen sie sich gern noch ein wenig und fliegen schließlich wieder Continue reading Kanadakraniche im Sonnenuntergang am Bosque Del Apache NWR

Rubinkehlchen bei Amsterdam

RubinkehlchenSogar der britischen Birder-Website www.birdguides.com war es einen eigenen Eintrag wert. Ein männliches Rubinkehlchen (Luscinia calliope) ist weiterhin in den Niederlanden zu sehen. Inzwischen haben schon viele Twitcher aus ganz Europa (.a. Schweden, Dänmark, Polen, Belgien, Frankreich und natürlich Großbritanien und Deutschland) diesen Vogel in Hoogwoud, im Norden von Amsterdam aufgesucht und teilweise auch tolle Fotos geschossen.

Bird-lens.com war zum Glück schon im Jahr 2007 mit Fotos auf Happy Island im östlichen China erfolgreich. Diese Insel ist wohl eine der besten Stellen um im Herbst Continue reading Rubinkehlchen bei Amsterdam

Seltenheit: Blutspecht in Franken

BlutspechtBerichten in Ornitho.de vom 27. Januar 2016 zufolge gibt es eine gute Chance, dass Vogelbeobachter auch in diesem Winter mit einer Seltenheit Bekanntschaft machen können. So wurde im nord-östlichen Bayern ein Blutspecht (Dendrocopos syriacus) beobachtet. Der aktuelle Standort des Blutspecht ist in Kronach im Ortsteil Neuses. Hier treibt er sich vorwiegend in den Gärten herum. Der Specht sei recht mobil aber auch sehr ruffreudig. Am besten könnte man ihn anhand des Rufes finden.

Bei der Bewertung der Fotos gab es einige Irritationen, da ein Merkmal aus Bestimmungsbüchern wie dem Kosmos Vogelführer nicht erkennbar war. Auf der Zeichnung ist eine kleine schwarze „Brücke“ nahe Schulter zu erkennen. Diese fehlt im Foto des Spechtes. Das ist wohl inzwischen geklärt. In dem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, daß sonst noch die Schwanzzeichnung wichtig ist, da Hybriden mit Buntspechten (Dendrocopos major) vorkommen. Der Blutspecht wurde in der Nähe von Kronach, einer Kreisstadt in Oberfranken gesichtet. Die Stadt liegt am Fuße Continue reading Seltenheit: Blutspecht in Franken

Küstenscharben nahe Simon’s Town/ Kapstadt

KüstenscharbeEin aufregender Tag auf hoher See südlich von Kapstadt sollte nicht nur wegen der pelagischen Vogelarten sehr ergiebig sein. Auch eine seltene Kormoranart war wunderschön zu beobachten. Nach der Ausfahrt aus dem Stadthafen von Simon’s Town an einem frühen Sonntagmorgen nahmen wir sofort Kurs auf die Südspitze der Kaphalbinsel und passierten nicht nur die Pinguinkolonie bei Boulders Beach sondern auch die in der Nähe von Smitswinkel Bay gelegenen Felsen mit den Kormoranen, von denen wir aber nur

Kapscharbe (Phalacrocorax capensis) und Weißbrustkormoran (Phalacrocorax lucidus) sahen. Der Weißbrustkormoran ist eine afrikanische Unterart des bei uns heimischen Kormorans, der aber eine sehr auffällige weiße Unterseite aufweist. Von einigen Autoren wird er daher auch als eigenständige Art betrachtet.

Der erste, richtige Seevogel, den wir sahen, war ein Kaptölpel (Morus capensis), der schon auf der Höhe der Kormoranfelsen bei Smitswinkel Bay Continue reading Küstenscharben nahe Simon’s Town/ Kapstadt

Ostsibirienmöwe: Erstbeobachtung in der Westpaläarktis

OstsibirienmöweEine Vega Gull, also eine Ostsibirienmöwe (Larus vegae), ist am 10. Januar 2016 in Irland, in der Nähe des Hafens von Duncannon, in der Grafschaft Wexford entdeckt worden. Der Birdguides-Artikel von Killian Mullarney beschreibt sehr schön, wie der Autor in einer große Ansammlung von Möwen in der Nähe von Duncannon diesen Irrgast entdeckte. In den Vormonaten hatte er neben den vielen Silbermöwen (Larus argentatus) bereits einige Mittelmeermöwen (Larus michahellis), eine Ringschnabelmöwe (Larus delawarensis) und eine Steppenmöwe (Larus cachinnans) im ersten Winterkleid. Letztere Beobachtung ist eine Besonderheit, da Steppenmöwen als sehr seltene Vögel in Irland betrachtet werden. Die Möwen werden an den Fischerhafen durch die große Schwärme von Sprotten angelockt, die lokale Fischer in großen Mengen an Land zogen. Am Morgen des 10. Januar hatte er die Gelegenheit ein paar Stunden am kleinen Fischerhafen von Duncannon zu verbringen. Einer Stelle ist besonders produktiv, da hier an Polarmöwen (Larus glaucoides) und Eismöwen (Larus hyperboreus) manchmal verweilen und aus der Nähe betrachtet werden können.

Am Morgen des 10. Januar hatte er die Gelegenheit ein paar Stunden am kleinen Fischerhafen von Duncannon zu verbringen. Einer Stelle ist besonders produktiv, da hier Polarmöwen (Larus glaucoides) und Eismöwen (Larus hyperboreus) manchmal verweilen und Continue reading Ostsibirienmöwe: Erstbeobachtung in der Westpaläarktis

Herbstzug 2015 des Mornellregenpfeifers

MornellregenpfeiferEin Vogel der hohen Arktis ist der Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus oder Eudromias morinellus). Nicht zuletzt aufgrund seines „putzigen“ Aussehens ist dieser nette kleine Vogel, der im Herbst aus den nördlichen Brutgebieten Skandinaviens nach Süden zieht, eine Art, auf die Vogelbeobachter achten. Im Frühjahr werden vor allem die Küstengebiete bevorzugt. Im Herbst zeigen sich Mornellregenpfeifer an Rastplätzen manchmal weit im Landesinneren. Um diese interessante Vögel zu finden, sollte man auf einige grundlegenden Erkenntnisse achten. Zum einen ist da die ausgesprochene Saisonalität zu nennen.

Ab ca. Mitte August lohnt es sich für einige Wochen ihn gezielt an seinen bekannten Rastplätzen zu erleben oder auch an vom Lebensraum her geeignet erscheinenden weiteren Orten in der offenen Feldlandschaft zu suchen. Die Erfahrungen mit den Beobachtungen an den Rastplätzen im Herbst 2015 waren jedoch für Deutschland eher enttäuschend. Mit gut 1.100 Rastvögeln als Continue reading Herbstzug 2015 des Mornellregenpfeifers

Welche Skua vor Kapstadt?

Antarktis SkuaEin Trip nach Kapstadt muß man einfach mit einem Ausflug auf´s Meer (einem sogenannten pelagic trip off-shore Cape Town) verbinden. Das umso mehr als man hier unten am südlichen Zipfel Afrikas einige Arten trifft, die zwar auf der WP-Liste stehen, in den Gewässern der Westpaläarktis aber ausgesprochene Irrgäste sind. Dazu zählen die südlichen Vertreter der Skuas der Gattung Catharacta.

Der reguläre WP-Vertreter ist die allseits bekannte – wenn auch nur selten an ihren Brutplätzen angetoffene Große Skua, die auch als Große Raubmöwe (Stercorarius skua  bzw. Catharacta skua) gehandelt wird. Auf den WP-Listen taucht aber auch die Antarktikskua (Stercorarius maccormicki), im englischen South Polar Skua Continue reading Welche Skua vor Kapstadt?

Cape pelagic Highlights: 3 Arten von Albatrosse

WeißkappenalbatrosEin Albatros (Thalassarche sp.) als Fotobeute. Das ist der Traum. Ein früher Morgen. Frische Seeluft, blauer Himmel und keine Wolke am Himmel. Auch der Wind der Vortage hat sich gelegt. Ideale Bedingungen für eine Fahrt vor die Südspitze der Kaphalbinsel, die ansonsten für ihre stürmische See bekannt ist. Alle Teilnehmer dieser extra übers Internet gebuchten Reise waren erwartungsfroh, einen schönen, aufregenden Tag auf See zu genießen. Nach dem Ausfahren aus dem Stadthafen von Simon’s Town an diesem frühen Sonntagmorgen nahmen wir sofort Kurs auf die Südspitze der Kaphalbinsel und passierten die letzten Häuser von Simon’s Town und Boulders Beach mit seiner Pinguinkolonie. Wenig später dann auch die in der Nähe von Smitswinkel Bay gelegenen Felsen mit den Kormoranen, von denen wir aber nur Kapscharben (Phalacrocorax capensis) und Weißbrustkormorane (Phalacrocorax lucidus) sahen. Auffallend waren die vielen Sportfischerboote, die morgens früh schon unterwegs waren. Offensichtlich optimale Fanggründe.

Der erste, richtige Seevogel, den wir sahen, war ein Kaptölpel (Morus capensis), der schon auf der Höhe der ersten Kormoranfelsen über uns hinweg flog. Kaptölpel sind wie ihre europäischen Verwandten kräftige Flieger. Später können wir diese fischfressenden Vögel, bei ihren sturzflugartigen Continue reading Cape pelagic Highlights: 3 Arten von Albatrosse

Wermutregenpfeifer an den Ufern des Berg River/ Südafrika

WermutregenpfeiferDie Reise an die Westküste Südafrikas war bereits sehr produktiv. Auch die nette Farm bei Velddrif an den Ufern des Berg River hatte sich als Glücksgriff erwiesen. Am Abreisetag sind wir eigentlich schon auf dem Weg ins Namaqualand. Beim Bezahlen fragt mich die Besitzerin, ob ich denn auch die Salinen der Farm kennen würde. Da wären neben einem Paar Odinshühnchen (Phalaropus lobatus) sei auch ein Wermutregenpfeifer (Charadrius asiaticus) am letzten Wochenende gesichtet gewesen. Wow, Wermutregenpfeifer wäre ein echter Lifer für mich. Mit dem hatte ich gar nicht zu rechnen gewagt. Ein guter Grund, die Abfahrt ins Namaqualand etwas zu verschieben un d etwas Zeit in die Suche nach dem Wermutregenpfeifer zu investieren. Wir packen zusammen und machen uns dann auf den Weg zu den Salinen, die ich kurz nach dem Bezahlen mal kurz aufgesucht hatte. Wir haben nun 9:00 und schon eine gute Strecke vor uns. Aber diese Möglichkeit darf ich mir nicht nehmen lassen. Zuerst fahren wir unter der Eisenbahnunterführung durch und schnell sind wir auf einem der lehmig-sandigen Dämme. Zuerst fällt ein Kampfläufer (Philomachus pugnax), ein Weibchen auf, das direkt am Ufer steht und vor dem Auto auffliegt. Nach dem Passieren der ersten beiden Salzpfannen, haben wir schon mal Glück. Zuerst ein, dann noch ein zweites Odinshühnchen (Phalaropus lobatus). Beide schwimmen Continue reading Wermutregenpfeifer an den Ufern des Berg River/ Südafrika

Falkenbussarde als Irrgäste in Deutschland

FalkenbussardEin Falkenbussard (Buteo buteo vulpinus) in Deutschland ist schon fast eine Sensation. So gab es etliche Birder, die sich Anfang November 2015 aufmachten, um im Havelländischen Luch einen sehr interessanten Mäusebussard zu suchen. Wenngleich einige Merkmale einen mitteleuropäischen Mäusebussard nicht gänzlich ausschlossen, schien er doch ein recht guter Kandidat für die vulpinus-Subspezies zu sein. Die genannte Charakteristika der bisherigen Beobachter waren, die rotbraune Färbung der Hosen, der insgesamt schlankere Körperbau im Vergleich zu anwesenden Mäusebussarden, das Fehlen eines Bugflecks und die spärlich gezeichnete Unterseide der äußeren Handschwingen.

Auf einer Homepage sind ein paar Bilder des Falkenbussards zu sehen.

Um nun zu aussagefähigen Bildern zu kommen, wurde einschlägige Literatur gewälzt. Es stellte sich heraus, daß die am Kap „Steppe Buzzard“ genannten Greife entlang der Schnellstraßen reichlich auf Zaunpfählen in Gegenden zu finden sind, die Steppenlandschaften seiner Brutheimat gleichen. Die Gegend nördlich von Kapstadt zwischen Grabouw Continue reading Falkenbussarde als Irrgäste in Deutschland

Kaffernadler in der Karoo/ Südafrika

KaffernadlerWild windet sich die schmale, immerhin asphaltierte, Straße an wunderschönen Felslandschaften entlang zum Klipspringer Pass hinauf. Immer wieder halte ich an, um die Steilhänge auf bisher noch nicht gesehene Vögel zu überprüfen. Ein hellköpfiger Vogel mit rotem Bauch läßt mich sofort an einen der bei uns heimischen Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) denken. Es ist aber der Kurzzehenrötel (Monticola brevipes bzw. Monticola pretoriae), ein Vogel trockener felsiger Habitate und damit eines der Spezialbirds des Parks. Der Kurzzehenrötel tritt regelmäßig entlang dieser Straße bis hoch zum Pass auf. Die Vögel werden der Unterart pretoriae zugeschlagen, die in den zentralen Trockengebieten Südafrikas vom südöstlichen Botswana, dem zentralen Südafrika und Swaziland  vorkommen. Diese Spezies wird von einigen Autoren als volle Art angesehen . Damit wäre sie „ Monticola pretoriae“.

Schließlich lande ich nach nicht zu langer Fahrt auf dem Klipspringer Pass. Der umzäunte Aussichtspunkt (warum? Continue reading Kaffernadler in der Karoo/ Südafrika

Halsbanddohlen in Ostdeutschland

Dohle
copyright: A. Stoehr

Das Thema der Identifikation der Dohle der Subspezies soemmerringii, die im Deutschen auch Halsbanddohle genannt wird, ist weiterhin heiß diskutiert. Die Dohle (Corvus monedula soemmerringii) wird nur vereinzelt in den einschlägigen Foren gemeldet. So gab es in 2014 in ornitho.de zwar einige Meldungen aus dem Norden und Osten des Landes. Diese wurden aber häufig bezweifelt.

Während eines Besuchs des Havellands bei der Ortschaft Mötzow in der sogenannten Beetzseeheide im Landkreis Potsdam-Mittelmark waren damals Beobachtungen von Halsbanddohle in Trupps mit Saatkrähen (Corvus frugilegus) und einigen Nebelkrähen (Corvus cornix) gemacht worden, die dem Administrator von bird-lens.com einen eigenen Blog wert war. Hierzu nun eine ausführliche Kommentierung von A. Stöhr.

Wie auch Alessandro Kormannshaus bin auch ich der Meinung, dass es sich nicht um eine Halsbanddohle handelt. Ich wohne seit August 2014 in der Uckermark und habe bereits mehrere solcher Vögel gesehen.

Dort sehe ich auch immer wieder Dohlen, deren Kontrast zwischen hellem Nacken und Unterseite mich auf den ersten Blick an eine Nebelkrähe erinnert. Das war mir so extrem aus Süddeutschland und Schleswig-Holstein nicht bekannt. Dieser “Nebelkrähenvergleich” steht auch so im Artikel von Offereins, allerdings als Kennzeichen der Unterart monedula gegenüber unserer Unterart spermologus. Wobei der Nacken bei soemeringii noch heller sein soll.

Was bedeutet das jetzt? Ich weiß es nicht: habe ich bisher noch keine “echten” monedulas gesehen, oder ist ein deutlicher Kontrast zwischen schwärzlichem Gefieder und Continue reading Halsbanddohlen in Ostdeutschland

Empidonax – Fliegenschnäpper in der Westpaläarktis

BirkentyrannAnders als Limikolen und Lariden aus Nordamerika wie die Ringschnabelmöwe (Larus delawarensis), die in den nördlichen Nearktis heimischen Empidonax – Fliegenschnäpper nur selten in der Westpläarktis beobachtet.

Wenn, dann machen sich Hunderte von sogenannten Twitcher auf den Weg. So konnte man eine regelrechte Pilgerfahrt nach Blakeney Point, einer Landzunge an der Küste des nördlichen Norfolk am 27. September 2010 beobachten. Kurz vorher war die Botschaft über das lokale die Rare Bird Alert-Netzwerk gegangen, daß ein Birkentyrann (Empidonax flaviventris) dort gelandet war. Damit war dies die erste Meldung für Europa. Eine ähnliche Meldung 22. September 2015 von Dungeness/ Kent (ebenfalls Großbritannien), als dort der erste Buchentyrann (Empidonax virescens) für die Westpaläarktis gesichtet wurde. Das sind dann die besonderen Momente für die hartgesottenen britischen Continue reading Empidonax – Fliegenschnäpper in der Westpaläarktis

Thorshühnchen am Schwerzkoer Teich bei Neuzelle/ Brandenburg

ThorshühnchenSpätherbst ist die Zeit manch unverhoffter ornithologischer Entdeckung. Eine Meldung in ornitho.de weist nun auf ein Thorshühnchen (Phalaropus fulicarius) im (erwartungsgemäßen) Schlichtkleid am Schwerzkoer Teich bei Neuzelle an der Oder hin. Die Stelle ist sehr gut zu erreichen, da der Teich unmittelbar in westlicher Richtung vom Ort Schwerzko begrenzt wird. Ein Plattenweg geht fast bis zum Ufer. Von da sind es nur ein Schritte bis zum Teichufer. Erstmals am Sonntag, den 25. Oktober 2015, wurde an dem fast abgelassenem Teich dieser Vertreter der Gattung Phalaropus bei der Nahrungssuche teils direkt am Teichrand des Schwerzkoer Teich gesehen und gemeldet. Der Vogel wird als insgesamt kontrastreich weiß-schwarz beschrieben, wobei das Rückengefieder einfarbig grau-blau und ohne weißliche Federsäume erscheint. Auffallend sind die Continue reading Thorshühnchen am Schwerzkoer Teich bei Neuzelle/ Brandenburg

Tienschan-Laubsänger auf Greifswalder Oie/ Mecklenburg-Vorpommern

Tienshan-Laubsänger Nicht allzu lang nach der Meldung in ornitho.de bezüglich eines Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus) am Fahrlander See ist nun noch ein weiterer vagabundierender Vertreter der Gattung Phylloscopus in Deutschland aufgetaucht. Ein Tienshan-Laubsänger (Phylloscopus humei) wurde auf der Greifswalder Oie der nord-östlichen Insel Deutschlands in der Ostsee gesehen. Die Insel liegt nördlich von Usedom im nördlichen Vorpommern. Diese Beobachtung eines Tienschan-Laubsängers ist die erste Meldung für 2015. Dagegen hielt sich vom 1. bis zum 13. November 2014 auf Helgoland ein Tienschan-Laubsänger auf.

Wie bereits in dem Blog über den Gelbbrauen-Laubsänger bei Potsdam beschrieben, lohnt es sich im Herbst die ziehenden Trupps der Singvögel genauer abzusuchen. In gemischten Trupps können sich nämlich kleine Vertreter der Phylloscopus-Laubsänger aufhalten. Häufig wird der Tienschan-Laubsänger in demselben Trupp mit Meisen und Goldhähnchen (Regulus sp.) und Continue reading Tienschan-Laubsänger auf Greifswalder Oie/ Mecklenburg-Vorpommern

Gelbbrauen-Laubsänger am Fahrlander See/ Potsdam

Gelbbrauen-LaubsängerDas Laub der Weiden färbt sich langsam. Die anderen Bäume sind schon viel weiter und zeigen das leuchtende Rot des Herbstes. Ein wunderschönes Sonnenwetter herrscht an diesem kühlen Herbsttag mit einem leichten Ostwind. Eine Meldung in ornitho.de wies auf einen Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus) am Fahrlander See hin. Die Stelle ist sehr gut zu erreichen. Ein Plattenweg geht fast bis zum Ufer. Von da sind es nur ein Schritte bis zu der Location. Das war also kein großes Problem. Intensiv suchte ich die Fundstelle ab. Sie wies eine Mischung aus niedrigen Weiden, Röhricht und von Anglern niedergetrampelten Gras auf. Leider vergeblich. Schon den ganzen Morgen hatte Ornithologen nach dem Irrgast Ausschau gehalten. Am heutigen Tag war keine Meldung erfolgt. Sollte der Gelbbrauen-Laubsänger nach nur einem Tag schon wieder verschwunden sein?

Die Absuche des weiter westlich gelegenen Auenwaldgürtels des Fahrländer Sees erwies sich hinsichtlich eines Gelbbrauen-Laubsänger als unergiebig. Dafür war eine ausgeprägter Zug des Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) zu beobachten. Auch Meisen (Parus sp.) waren sehr gut vertreten. statt. Das Highlight war eine Waldschnepfe (Scolopax rusticola), die auf dem Trampfelpfad eine Verschnaufpause eingelegt hatte und bei Annäherung aufflog. Beim Auffliegen konnte sehr schön der rostfarbene Continue reading Gelbbrauen-Laubsänger am Fahrlander See/ Potsdam

Happy Island, der Hotspot für die Zugvogelbeobachtung an Chinas Süd-Ostküste

ErddrosselEs gab jetzt ein paar Nachfragen zu Happy Island, dem Hotspot für die Zugvogelbeobachtung an Chinas Süd-Ostküste. Dies nicht zuletzt auf dem Hintergrund des Blogs zu dem schönen Morgen an einem Spätherbsttag auf Happy Island bei dem ein männliches Rubinkehlchen (Calliope calliope) im Morgenlicht auf einem Dornstrauch fotografiert werden konnte. Wie bin ich auf Happy Island gekommen?

Über das Internet hatte ich damals den wohl besten Bird Guide für China, Jesper Hornskov, gefunden. Jesper sagt selber, daß die meisten Vogelbeobachter und Reiseunternehmen diese legendäre Insel vor der Küste der Provinz Hebei im Mai besuchen. Das ist die Zeit, wenn die Vögel singen und im Brutkleid sind. Die Zeit Oktober/ November ist aber auf jeden Fall eine ausgezeichnete Zeit, die Gegend zu besuchen. Jesper meinte, daß man auf Happy Island auch ohne einen Führer tadellos gut zu Recht kommen kann. Jesper hatte damals folgenden Reiseweg Continue reading Happy Island, der Hotspot für die Zugvogelbeobachtung an Chinas Süd-Ostküste

Flötenregenpfeifer in Carolina/ USA

FlötenregenpfeiferDer Flötenregenpfeifer (Charadrius melodus) ist ja bisher nicht in der Westpläarktis beobachtet worden. Aber so ganz auszuschließen – vielleicht ist er auch einfach nur übersehen worden – ist das nicht und er ist anyway ein Top Bird. Der Vogelbeobachter, der den Flötenregenpfeifer aber mal ohne langes Warten auf diesen Alert sehen möchte, sei ein Trip nach North Carolina empfohlen. Gute Beobachtungsmöglichkeiten werden u.a. für die Halbinsel bei Chincoteague beschrieben. Das nahebei gelegene Chincoteague Refuge umfasst mehr als 14.000 Hektar Strand, Dünen, Sumpf und Strandwald. Es wurde zwar eigentlich gegründet, um Rast- und Überwinterungsmöglichkeiten für Zugvögel zu schaffen, hier brütet aber auch der Piping Plover, der Flötenregenpfeifer. Es hat eine sehr anständige Populationszunahme von 790 Regenpfeifer-Paare im Jahr 1986 auf 1.890 im Jahr 2007 Regenpfeifer-Paare gegeben. Trotzdem wird der Lebensraum durch Störungen von Menschen und intensivierten Prädationsdruck weiterhin stark limitiert.

Für meinen ersten Versuch statte ich dem Chincoteague Refuge ein Frühmorgensbesuch ab. Schon um 5:00 bin ich unterwegs. Die Parkplätze hier sind zwar sehr Continue reading Flötenregenpfeifer in Carolina/ USA

Terschelling: Vogelfotografie auf einer Westfriesischen Inseln

KornweiheIn den letzten Strahlen der untergehenden Sonne leuchtet die Dünenlandschaft in zarten Rottönen. Wenn am späten Nachmittag der Himmel nach einem Regentag aufreißt, leuchtet der nasse Strand im warmen Sonnenlicht. Dann weiß ich, warum ich hier bin. Seitdem ich die Naturfotografie für mich entdeckte, zählt das niederländische Wattengebiet zu meinen bevorzugten Fotozielen. Fotografisch habe ich Texel am besten erkundet, aber auch Terschelling, Vlieland, Ameland und Schiermonnikoog sind für die Naturfotografie bestens geeignet.

Die Naturlandschaften auf Terschelling bieten viel: Rotschenkel (Tringa tetanus) flöten ihren Gesang von einem Zaunpfosten entlang der Salzwiesen. Die Dünen beherbergen eine große Brutkolonie von Möwen. Auf den Wiesen z.B. auf dem Platz, wo der Rettungshubschrauber für Notfälle bereit gehalten wird, kann man Kiebitze (Vanellus vanellus) mit ihren lauten, durchdringenden Flugrufen sehen. Ein Austernfischer (Haematopus ostralegus) verteidigt lautstark sein Revier gegen aufdringliche Nachbarn. Auch Brutpaare der seltenen Kornweihe (Circus cyaneus) leben auf der Insel und sind frühmorgens im schwebenden Nahrungsflug über den Dünen zu entdecken. Ein Ausflug zu der Schwesterinsel Norderney erbrachte diese schönen Vogelbilder der Kornweihe in der Galerie.

Weite Strände zum Meer hin, kleine Wälder, Dünenlandschaften, Polder und hinter dem Deich die einzigartigen Salzwiesen. Die Westfriesischen Inseln in den Niederlanden haben gerade Continue reading Terschelling: Vogelfotografie auf einer Westfriesischen Inseln

Herbsteinflug von Rotfussfalken

RotfußfalkeSo vertraut wie aus diesem Foto aus der Steppe am Kaspischen Meer wird man 3 Männchen des Rotfußfalken in Westeuropa wohl nicht beobachten können. Nachdem aber bereits in den letzten beiden Jahren im Herbst ungewöhnlich viele Rotfußfalken (Falco vespertinus) in Deutschland beobachtet wurden, zeichnet sich aktuell ein erneuter Einflug dieser süd-östlichen Falkenart ab. Jetzt ist die Zeit, gezielt auf die kleinen Falken zu achten. Rotfußfalken sind nur wenig kleiner als Baumfalken (Falco subbuteo). Er ähnelt seinem Gattungsverwandten in der Silhouette. Jedoch zeigt er im Flug proportional kürzere, breitere und weniger spitze Flügel. Außerdem verfügt der Rotfußfalke über einen relativ längeren, abgerundeten Schwanz.

Auf dem Durchzug können Rotfußfalken grundsätzlich überall auftreten, jedoch sind gerade die offenen Bereiche, in denen eine Suche nach Mornellregenpfeifern (Charadrius morinellus), lohnenswert erscheint, auch für diese Art attraktiv. Dies passierte z.B. heute als bei einer Mornellregenpfeifersuche ein K2 -Männchen des Rotfußfalken bei Camburg in Thüringen gesehen wurde. Die Falken jagen dabei häufig von Stromleitungen. Es ist leider durchaus möglich das Vorkommen der Art zu übersehen.

Am einfachsten sollte es noch sein, ein ausgewachsenes Männchen des Rotfußfalken zu bestimmen. Aber selbst bei einem ausgewachsenen Männchen, ist es wichtig zu beachten, dass ein Baumfalken-Männchen bei schlechten Lichtverhältnissen oder Continue reading Herbsteinflug von Rotfussfalken

Tüpfelsumpfhuhn in der Nutheniederung

TuepfelsumpfhuhnDunstschwaden hängen über den Wiesen und Feldern an diesem sternenklaren Spätsommermorgen. Die Nacht ist noch nicht ganz vorbei. Die Sonne noch nicht aufgegangen. Das erste Dämmerungslicht läßt die Umrisse eines Teichs mit seinem kleinen Wäldchen inmitten einer ausgedehnten Wiese nur erahnen. Wenig später zeichnet die Sonne im Osten die ersten Streifen auf den Horizont. Die Nutheniederung ist eine sehr schön erhaltende Naturlandschaft, die immer noch einige, inzwischen gepflegte, Kleingewässer aufweist. Eines dieser Teiche ist das Ziel dieses Frühmorgenausfluges. Das Gewässer, das nicht viel mehr als 1.000 m² groß ist, weist doch einige schöne Schlammflächen auf. Der Rand des Teichs ist ansonsten von dicht stehenden Schilf- und Rohrkolben bestanden. Es gibt aber ein Seggengürtel, der bereits in der Vergangenheit schon mal für Überraschungen sorgte. Nun ist Zugzeit für Limikolen und Continue reading Tüpfelsumpfhuhn in der Nutheniederung

Gelbschnabeltaucher vor Slettnes/ Norwegen

GelbschnabeltaucherDas Motorboot dümpelt in der Dünung vor dem Leuchtturm von Slettnes im äußersten Norden von Norwegen. Die Ausbeute an Seevögeln, die auf Augenhöhe am Boot vorbeiflogen – teilweise auf 5 Meter Entfernung – war schon sehr gut gewesen. Vor allem Krähenscharben (Phalacrocorax aristotelis), Papageitaucher (Fratercula arctica), Tordalken (Alca torda), Grylteisten (Cepphus grylle) und Basstölpel (Morus bassanus) konnten bereits auf der Foto-Liste verbucht werden. Nun war es schon fast Mittag und die Sonne stand recht steil am Himmel. Kein besonders gutes Fotolicht. Es wurde an der Zeit, das Gebiet wieder zu verlassen und in den Hafen von Mehamn Norwegen, dem nördlichsten Fischerdorf der Welt, zurück zu fahren.

Da tauchte von Zeit zu Zeit ein spitzer Schnabel aus den Wellen auf. Die Entfernung war beträchtlich. Trotzdem konnte man mit dem Fernglas einen gelben, dolchartigen Schnabel sehen, der einem recht großen, tief im Wasser liegenden Vogel gehörte. Wir beschlossen umgehend, uns dem Vogel zu nähern. Nun hieß es, nicht zu schnell zu fahren und damit den Vogel zu verscheuchen. Nach kurzer Zeit war ein markanter weißer Halsring in einem ansonsten dunkelgrünen Hals-/Kopfbereich zu erkennen. Nun stand fest: Das war wirklich der erhoffte erwachsene Gelbschnabeltaucher (Gavia adamsii) im Continue reading Gelbschnabeltaucher vor Slettnes/ Norwegen

Bilder der Immature Steppenweihe von Buckow

SteppenweiheDie bereits seit dem 14. Mai aus dem Havelländischen Luch gemeldete, immature Steppenweihe (Circus macrourus) entwickelt sich immer mehr zum ausgewachsenen Männchen. Bei einem Besuch des Turms bei Buckow im Havelländische Luch konnten weitere Beobachtungen des jagender Übersommerers (ein Männchen im 2. Kalenderkleid) wieder über einen gewissen Zeitraum gemacht werden. Die im Mai noch gut erkennbaren und im Blog über die immature Steppenweihe beschriebenen, hell durchscheinenden Handschwingenspitzen, die helle Hinterkante der inneren Handschwingen, die dunkle Unterseite der Armschwinge, die helle, nur leicht gestreifte Brust- und Bauchpartie und vor allem der auffallende durchgängig helle Kragen, sind nun fast komplett durchgemausert. Nun fällt an der sehr hell wirkenden Weihe der nur noch gesprenkelt grau-braune Kopf mit einem nur noch dezent angedeuteten hellen Kragen auf. Die keilförmigen Flügelspitzen sind nun auch immer besser zu erkennen. Sie sieht jetzt (fast) wie die im Buch „Greifvögel“ von Benny Génsbøl und Walther Thiede beschriebene junge Weihe auf Seite 281 (G) aus. Da am Vortag auch ein Männchen – wohl adult – der Kornweihe (Circus cyaneus) zu Continue reading Bilder der Immature Steppenweihe von Buckow

Schneeeulen in der Finnmark

SchneeeuleEndlose weiße Weite. Mittendrin ein (fast) völlig weißer Vogel. Die Schneeeule (Bubo scandiacus) ist in diesem Lebensraum meist das größte fliegende Raubtier. Zeit, sich diese Eule mal näher anzugucken. Eine der nördlichsten Gebiete in der Finnmark ist die Halbinsel Nordkyn. Hier bietet Nordic Safari Nordkyn AS Ausflüge in die Fjell-Region südlich des Fischerorts Mehamn an. Mehamn soll angeblich der nördlichste Fischerort der Welt sein. Von diesem an der malerischen Felsenküste gelegenen Städtchen kann man mit wenigen Kilometern Fahrt bergan die schneebedeckte Tundralandschaft der wunderschönen nordischen Landschaft wunderbar erkunden. Gegen Abend – die Sonne geht allerdings nie unter – hier oben im nördlichen Sommer – stehe ich also Anfang/  Mitte Mai im Büro von Nordic Safari Nordkyn AS  im Hafen. Wenig später geht es auch schon in einem älteren VW-Bus rauf auf die Fjell-Region südlich von Mehamn. Jetzt im Abendlicht ist die verschneite Natur dieser schönen nordischen Landschaft ein Gedicht.

Es gab ja wohl den ganzen Winter über schon Gerüchte über eine (oder mehrere) Schnee-Eulen, die sich in der Gegend herumtrieben. Die Menschen vor Ort und die hierher reisenden Winterfreunde hatten bereits den Anblick von mindestens 2 Schneeeulen in den vergangenen Monaten rund um den See Continue reading Schneeeulen in der Finnmark

Ziegenmelker im Revierflug

ZiegenmelkerSchweißperlen stehen auf der Stirn. Die Sonne steht tief, ist aber noch nicht untergegangen. Da hört man schon das dezente Schnurren aus dem Heidewäldchen. Noch sind die Rufe des Pirols (Oriolus oriolus) viel dominanter und spielen sich in den Vordergrund. Das rhythmische Schnurren des Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) nimmt aber sowohl an Lautstärke wie auch an Dauer zu. Das Warten zwischen den Gesangspausen des Männchen des Ziegenmelkers wird nicht unbedingt dadurch verkürzt daß etliche aggressive Wespen und zudringliche kleine Fliegen den aufmerksamen Birder afu einer Jagdkanzel belästigen. Schließlich fängt das Männchen an, sein Revier zu patrollieren und kommt im langsamen Gaukelflug mit betontem Flügelschlag auf die Kanzel zugeflogen. Dabei sind wunderschön die weißen Flecken auf den Schwanzkanten und den Handschwingen zu bewundern. Nur kurz dauert dieses Ereignis, dann ist der Ziegenmelker auch schon im angrenzenden Eschenwäldchen verschwunden. Kurze Zeit später ist dann der Gesang des Ziegenmelkers direkt Continue reading Ziegenmelker im Revierflug

Grünlaubsänger in Brandenburg

GrünlaubsängerIm Juni sind praktisch alle heimischen Laubsänger in Brandenburg angekommen. Die ersten Vögel haben ihre Gesänge schon wieder eingestellt. Da ist dann die Freude groß, wenn es doch noch aml etwas Neues von einem Laubsänger zu hören oder zu sehen gibt. So wurde in Friedersdorf in der Gemeinde Heidesee im Landkreis Dahme/ Spree (LDS)wurde ein Grünlaubsänger (Phylloscopus trochiloides)  festgestellt. Bei der ersten Feststellung am 16. Juni 2016 wurden 4 deutliche und arttypische Strophen gehört. Interessant war, daß der Gesang am frühen Nachmittag mitten in einer Ortslage aufhält. Wenig später stellt sich heraus, daß der Grünlaubsänger neben einer Gaststätte aufgehalten hatte. Als eine lärmende Gruppe Continue reading Grünlaubsänger in Brandenburg

Brachpieper in Wannichen/ Niederlausitz

BrachpieperVon oben bieten sich einzigartige Perspektiven für eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen zwischen Himmel und Erde. Schillernde See mit rötlicher Farbe, dazwischen helle sandfarbige Töne. Am Fuß der Sanddünen breitet sich Trockenrasen aus, der in verschiedenen grünen Farbschattierungen leuchtet. Zwischen den gelben Polstern des Scharfen Mauerpfeffers leuchten lila Heide- und Karthäusernelken, Flockenblumen und Thymian, blauer Natternkopf und Sandglöckchen. Und das alles mitten in Deutschland.

Groß war allerdings doch die Überraschung einen in Deutschland sehr selten gewordenen Vogel, den Brachpieper (Anthus campestris) zu beobachten. Plötzlich saß der Vogel auf einem Pfosten des Naturerlebnisgeländes direkt Continue reading Brachpieper in Wannichen/ Niederlausitz

Schwarzstörche über Jüterbog West

SchwarzstorchEine Weile heißt es schon, mit dem Spektiv den Horizont abzusuchen. Da erscheinen auf einmal 2 größere Punkte direkt über den Bäumen, gar nicht so weit von dem Aussichtsberg im Naturschutzgebiet Forst Zinna-Jüterbog-Keilberg entfernt. Hey, das ist doch die Silhouette eines Storches – oder? Ja, in der Tat ein Schwarzstorch (Ciconia nigra). Ein Paar kreist gemächlich über den Tieflandbereichen dieses wunderschönen Reservats. Von dem Aussichtspunkt auf ca. 100m NN kann man die beiden fast auf Augenhöhe sehen. Die Schwarzstörche kommen aus den südlichen Teilen, kreisten etliche mal und waren dann nur noch als Punkte hoch am Himmel zu sehen. Dies geschah so gegen 15:00. Tolle Beobachtung. Dann tauchten gegen 16:45 noch einmal – diesmal 3 Exemplare – vom Schwarzstorch auf. Ein Individuum schien weniger kontrastreich gezeichnet und schien auf Anhieb ein Jungvogel zu sein. Dass es sich um ein diesjähriges Exemplar handelt ist aber eher Continue reading Schwarzstörche über Jüterbog West

Brachpieper und Ziegenmelker in der Elbtalaue

BrachpieperDie Niederung der Unteren Mittelelbe ist eine wunderschöne Landschaft, eine Flußlandschaft nicht weit von Hamburg oder auch Berlin entfernt. Das Elbetal besticht durch eine enge Verzahnung sehr unterschiedlicher Lebensräume. 130 vom Aussterben bedrohten Blütenpflanzenarten sowie zahlreichen seltenen Insekten bietet das Urstromtal mit seinen vielfältigen Biotopen Überlebensraum. Das oft unmittelbare Nebeneinander von Gewässern, feuchten Wiesen und Weiden mit nährstoffarmen bis extrem trockenen Standorten ist Grundlage für den Artenreichtum der Unteren-Mittelelbe-Niederung. Besonders bemerkenswert und unverwechselbar sind die Flugsanddünenfelder, deren Entstehung auf das Ende der letzten Eiszeit zurückzuführen ist. Beispielhaft zeigt sich das an den Dünen von Dömitz. Gerade mal 35 Meter erheben die Dünen sich aus der kilometerweiten, flachen Ebene des Flüßchens Löcknitz im mecklenburgischen Teil des Naturparks. Doch wenn man am Fuße dieses Continue reading Brachpieper und Ziegenmelker in der Elbtalaue

Immature Steppenweihe im Havelländischen Luch

Steppenweihe_A9T0831Eine immature Steppenweihe (Circus macrourus) wird schon seit einigen Tagen – vielleicht schon seit dem 14. Mai – aus dem Havelländischen Luch auf ornitho.de gemeldet. Bei einem Besuch des Turms bei Buckow, mitten im Havelländischen Luch, konnten heute an Pfingstmontag sehr interessante Beobachtungen von einem jagendem Exemplar, wohl ein Männchen im 2. Kalenderkleid, über einen längeren Zeitraum gemacht werden. Im Flug waren wie schon bei den Beobachtungen an den Vortagen die hell durchscheinenden Handschwingen-Spitzen, die helle Hinterkante der inneren Handschwingen, die dunkle Unterseite der Armschwinge, die helle, nur leicht gestreifte Brust- und Bauchpartie und vor allem der kontrastreich abgesetzte, durchgängig helle Kragen sehr einprägsam.

Wie schon bei der vorherigen Beobachtung dieses Irrgastes aus dem Osten der Paläarktis – vom Schröcker Feld bei Weimar – mußte man sich eine Weile gedulden. Die Weihe startete das erste Mal kurz vor 10:00 (9:55) am Zaun des Trappengeheges und bestrich auf den Jagdflügen Continue reading Immature Steppenweihe im Havelländischen Luch

Hakengimpel in Lappland

HakengimpelWelcher Ornithologe träumt nicht mal von einer Hakengimpel – Beobachtung; am besten natürlich im Winter bei einer Invasion in einem norddeutschen Städtchen. Ok, in Südschweden kommt der Hakengimpel (Pinicola enucleator) schon etwas häufiger vor. Aber dennoch: um gute Fotos des Hakengimpel zu bekommen, führt ein Weg wohl nicht um einen Aufenthalt in seinem eigentlichen Winterquartier vorbei.

Berühmt ist inzwischen das Gasthaus (oder Lodge) Neljän Tuulen Tupa entlang der Nationalstraße 4 nördlich von Inari. Man kann dort in einer der Hütten schlafen und viele Aktivitäten wie Sauna, Schwimmbad etc.) genießen. Das besondere an Neljän Tuulen Tupa ist aber der Umstand, daß es eine der zuverlässigsten und einfachsten Stellen in Finnland ist, um einige Singvögel der Taiga wie den Hakengimpel (Pinicola enucleator), den Unglückshäher (Perisoreus infaustus), die Lapplandmeise (Poecile cinctus), die grau-weißliche Unterart der Weidenmeise (Poecile montanus), den Polarbirkenzeisig (Acanthis hornemanni) oder Continue reading Hakengimpel in Lappland

Nachtreiher brüten am Max-Eyth-See

DiNachtreihere Spannung ist groß, ob sich auch dieses Jahr Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) am Max-Eyth-See beobachten lassen. In den vergangenen Jahren hatten sich bis zu 3 Nachtreiherpaare mitten in Stuttgart niedergelassen und sogar erfolgreich gebrütet. Damit besteht in der Landeshauptstadt der einzige Brutplatz in Baden-Württemberg seit Jahrzehnten. Dass sich die Nachtreiher am Max-Eyth-See niedergelassen haben, dafür waren wahrscheinlich die vielen Graureiher (Ardea cinerea) verantwortlich, die in einer Graureiherkolonie ihrem Brutgeschäft nachgehen. Als Koloniebrüter schätzen Nachtreiher die Sicherheit, die das Brüten in einer größeren Kolonie bietet und schließen sich dann gerne anderen Vogelarten an. Die 60 Graureiherpaare am Stuttgarten Max-Eyth-See sind die größte Kolonie im Regierungsbezirk Stuttgart.

Der Max-Eyth-See ist ein wahres Vogelparadies. Man würde das vielleicht nicht erwarten, da das Gewässer ein bekannter Erholungssee direkt bei Continue reading Nachtreiher brüten am Max-Eyth-See

Habichtskauz in der Lüneburger Heide.

HabichtskauzDie Meldung eines Habichtskauz (Strix uralensis) mitten in Mitteleuropa würde sicher die Birder – nicht nur in Deutschland – mindestens so elektrisieren, wie die Beobachtungen der Sperbereule (Surnia ulula), die im Winter 2013/14 an verschiedenen Stellen in Deutschland gemeldet wurden. Ein Habichtskauz (Strix uralensis) wäre vielleicht sogar eine noch größere – wenn auch nicht undenkbare – Überraschung. Wie ich einem Bericht von Rudolf Kuhk in den Ornithologischen Monatsberichten, 50. Jahrgang. Mai/Juni 1942. Nr. 3. entnehmen konnte, hat es auch in vergangenen Jahrzehnten Birder gegeben, die Seltenheiten auf der Spur waren und darüber ausführlich berichteten.

So will ich den damaligen Bericht (in Auszügen) den interessierten Ornithologen nicht vorenthalten: „… Seit dem Jahre 1939 habe ich mich bemüht, das in der Lüneburger Heide entdeckte Brutgebiet des Rauhfusskauzes (Aegolius funereus) hinsichtlich seiner Ausdehnung zu erforschen. Hierbei wurde mir in diesem Frühjahr eine Überraschung Continue reading Habichtskauz in der Lüneburger Heide.

Belziger Landschaftswiesen – wichtig nicht nur für Grosstrappen

GrosstrappeZwei nebeneinander stolzierende Trapphähne zu sehen, ist ein seltenes Schauspiel geworden. Vom einst großflächigen Verbreitungsgebiet der Großtrappe (Otis tarda) konnten deutschlandweit nur drei Brutgebiete erhalten werden. Das Gebiet der Belziger Landschaftswiesen nördlich von Bad Belzig ist eines dieser letzten Großtrappen-Einstände. Das Land Brandenburg war stets die Hochburg der Großtrappen in Deutschland. Deshalb wurde der Vogel auch der „Märkische Strauß“ genannt.  Während die Landbesitzer die Vögel gerne jagde, klagten Bauern immer wieder über Schäden auf den Feldern. Lebten 1939 in der damaligen Mark Brandenburg noch etwa 3.400 Trappen, so sanken die Bestände in den folgenden Jahrzehnten rapide. Heute kann man Großtrappen wieder in Brandenburg beobachten, wenn sie im Morgengrauen mit aufgeplusterten Gefieder balzen. Ein Muß für den Naturliebhaber und auch ein tolles Fotoprojekt. Dabei sind nicht nur die opulenten Balzrituale sondern durchaus auch Rivalenkämpfe zu beobachten.

Unter den Bedingungen der heutigen Landwirtschaft Continue reading Belziger Landschaftswiesen – wichtig nicht nur für Grosstrappen

Prärieläufer (Bartramia longicauda) an der Ostküste der USA

PrärieläuferDer Prärieläufer (Bartramia longicauda) wird ja nur gelegentlich in der Westpläarktis beobachtet worden. Wenn es richtig recherchiert ist, strandet diese Limikole am ehesten auf Inseln im Atlantik, wie auf St. Mary’s auf den Scilly-Inseln oder zuletzt Mitte September 2013 auf Fair Isle, was zu den Shetland-Inseln gehört. Es gibt auch eine Meldung von der baskischen Küste von der Estaca de Bares, in Galizien. Vielleicht kommt er auch mal nach Deutschland. So ganz auszuschließen ist das nicht und er ist einfach ein super Vogel. Der Vogelbeobachter, der den Prärieläufer aber mal ohne langes Warten auf diesen Alert sehen möchte, sei ein Trip nach North Carolina empfohlen. Und zwar im Spätsommer/ Herbst. Jedes Jahr machen sich nämlich im Spätsommer Millionen von Vögel auf um entlang alter Routen von der Arktik, der Prärie oder den nördlichen Küsten nach Süden zu gelangen. Die Überwinterungsorte können vom Süden der Vereinigten Staaten, über Mittelamerika, bis zu den südlichen Ausläufern Südamerikas reichen. Einer der wandernden Limikolen ist der Prärieläufer (Bartramia longicauda) im englischen Upland Sandpiper genannt. Aber auch der bekannte Continue reading Prärieläufer (Bartramia longicauda) an der Ostküste der USA

Grosstrappen bei der Balz im Morgengrauen

GrosstrappeTanzende Großtrappen (Otis tarda) im Morgengrauen. Das muß doch ein tolles Fotoprojekt sein. An einem Märzmorgen scheint alles perfekt. Nach einer Schlechtwetterperiode, hatte es am Vorabend aufgeklart und die Wettervorhersage hatte Temperaturen um den Gefrierpunkt angekündigt.

Beim Aufbruch am frühen Morgen, standen tatsächlich die Sterne am Himmel. Keine Wolke bedeckte den Himmel und auch von dem Temperaturen her war es wie versprochen. Eines der Gebiete für Großtrappen liegt eine gute halbe Stunde vom Wohnort entfernt und wegen der schmalen Landstraßen muß man doch etwas aufpassen. Die Morgensonne warf schon einen Streifen über den östlichen Horizont, als ich  mich dem Versteck näherte. Breite Entwässerungsgräben ziehen sich am Rand des ausgedehnten Wiesengebiets entlang. Das sorgt für recht hohe Luftfeuchtigkeit. In Kombination mit den tiefen Temperaturen Continue reading Grosstrappen bei der Balz im Morgengrauen

Polarmöwe bei Lauvsnes in Nord-Trondelag / Norwegen

PolarmöwePolarmöwen (Larus glaucoides) sind trotz ihres hocharktischen Brutgebiets immer mal wieder in Europa zu beobachten. Meistens werden Beobachtungen im Winterhalbjahr nicht allzu weit von der Küste entfernt gemeldet. Die letzte Polarmöwe konnte ich in Oldenburg / Niedersachsen entdecken.

Diesmal war ich aber im März an der Westküste Norwegens erfolgreich. Polarmöwen überwintern wohl doch mit einer gewissen Regelmäßigkeit an der Westküste Norwegens und sind dann auch zwischen den Schären bei Flatanger zu entdecken. Allerdings nehmen nur wenige Vogelbeobachter in dieser Jahreszeit die Mühe auf sich, hierhin zu fahren. Es sind Continue reading Polarmöwe bei Lauvsnes in Nord-Trondelag / Norwegen

Schelladler an der Nordseeküste bei Heide

SchelladlerDer bereits vor ein paar Tagen gemeldete Schelladler (Clanga clanga) wird immer noch östlich der Eidermündung in Schleswig-Holstein gesichtet. Der Adler treibt sich immer noch am so genannten Moetjenpolder Dorf Hemme herum. Der Vogel wurde erstmals am 11. März 2015 von einem Fotografen festgestellt, der die Bilder aber eher aus Zufall aufgenommen hatte. Einige sehr gute Beobachtungen konnte vom Aussichtsturm “Rehmer Moor“ gemacht werden. Der Turm befindet sich östlich des Dorfes Rehm. Die Adler ist nicht ganz stationör, sondern kreuzt von Zeit zu Zeit in die Lundener Niederung. Meist wurde der Adler nicht weit vom Aussichtsturm fliegend festgestellt. Er scheint sich aber auch von Zeit zu Zeit ein Ruhepäuschen im Schilf zu gönnen. Am Sonntag, den 15. März war der Vogel über längere Zeit verschwunden. Er saß vermutlich versteckt in den Continue reading Schelladler an der Nordseeküste bei Heide

Habicht am winterlichen Luderplatz

HabichtIn den Tiefen des norwegischen winterlichen Küstenwaldes bin ich schon vor 6:00 morgens unterwegs. Es ist stockdunkel. Früh war ich mit Ole Martin Dahle aufgebrochen, um noch im Dunkeln in einem Hide zur Habichtfotografie zu sein. Bei einer sehr erfolgreichen Adlerfotografie in Nord-Trondelag hatte es nur erfolglose Versuche mit dem Habichtansitz im Jahr 2013 gegeben. Diesmal war ich etwa 90 Minuten früher auf dem Weg, um möglichst weit vor der Aktivitätszeit des Habichts in meinem Versteck zu sein. In der Nacht zuvor hat es geschneit. Nun ist die Luft kalt und das Land liegt still unter einer dünnen, vereisten Schneedecke. Fast ein richtiger Winter, dazu Schnee. Ideale Bedingungen für die Habichtfotografie. Wir fahren eine schmale Straße aus dem Ort heraus und schon wenig später stellt Ole den Wagen Continue reading Habicht am winterlichen Luderplatz

Gelbschnabeltaucher zwischen Schären bei Flatanger/ Norwegen

GelbschnabeltaucherEin Gelbschnabeltaucher (Gavia adamsii) war ja mindestens bis letzten Samstag, 28. Februar 2015, in der Nähe vonGörlitz auf einem Bergbaufolgesee, namens Berzdorfer See, zu beobachten. Mindestens seit dem 20.12.2014 war er auf dem Berzdorfer See bei Görlitz im südöstlichen Zipfel von Sachsen, gesichtet worden. Eine schöne Zuflucht hatte sich da der für Deutschland seltene Vogel aus der Gattung der Seetaucher als Winterquartier ausgesucht. Ich hatte schon einige vergebliche Anläufe unternommen. Bei einem Kurztrip in die Nähe von Arnheim Ende Januar 2014 war der kurz vorher entdeckte Gelbschnabeltaucher, Gavia adamsii, bei Continue reading Gelbschnabeltaucher zwischen Schären bei Flatanger/ Norwegen

Ohrentaucher überwintern mitten in Berlin

OhrentaucherEin überwinternder Ohrentaucher (Podiceps auritus) mitten in Berlin. Die Meldung kommt über Ornitho.de. Das ist eine Gelegenheit, die sich ein Naturfotograf nicht entgehen lassen möchte. Vielleicht kommt er ja nah genug an´s Ufer und läßt sich auch noch beim Fischen fotografieren. Am letzten Wochenende war es so weit. Der Große Malchsee ist eigentlich nur eine Ausbuchtung, eine Verlängerung des Tegeler Sees. Er liegt nördlich der City. Bei Temperaturen um 0° herrscht feucht-kaltes Wetter. Das Ufer wird am Rand von einer brüchigen Eisdecke gesäumt. Kein einladendes Wetter. Dass weder Schnee noch Sonnenschein die Bilder aufhübschen wird, spielt aber schnell keine Rolle.

Ein Ohrentaucher kann nach nur 10 Minuten direkt zwischen den Stegen der Segler-Vereinigung Continue reading Ohrentaucher überwintern mitten in Berlin

Kurzschnabelgans im Spreewald bei Schlepzig

KurzschnabelgansSehr windiges Wetter, Graupel- und Schneeschauer waren angesagt. Aber als vormittags die Sonne durch die dicke Wolkendecke brach, sollte dieser Sonntag doch ein Birding-Tag werden. Schon seit fast einer Woche gab es die Meldung von mindestens 3 Kurzschnabelgänsen (Anser brachyrhynchus) in einem Trupp mit Grau-, Saat- und Blässgänsen in der Feldflur südlich von Schlepzig bei Lübben im Spreewald. Die Meldung wurde am Samstag, den 10. Januar 2015, noch mal bestätigt. Das war das Signal die gut 60 km vom Heimatort in den Spreewald zu fahren. Nach gut einer Stunde über kleine, verkehrsarme Landstraßen kam ich nach Schlepzig. Ein Vogelbeobachter war schon vor Ort.

Den Wagen hatte er am Zugang zu einem Feldweg stehen gelassen und sich dann unter einer Pappel mit seinem Spektiv zur Beobachtung eingefunden. Die Gänse standen aufmerksam aber ruhig auf der überschwemmten Wiese. Ich gesellte mich zu dem Kollegen und gerade als ich durch das Spektiv schauen wollte, flogen die Gänse ohne Hast, aber zügig in mehreren Trupps ab und landeten auf der östlichen Seite der Straße, die von Schlepzig nach Lübben führt. Der Kollege hatte genug gesehen. Ich außer Saat-, Bläß- und Saatgänsen noch nichts anderes. Alles hieß es Geduld zu haben. Zum Abschied wurde mir noch ein helles, wohl albinotisches Exemplar einer Saatgans im Abflug gezeigt.

Es dauerte eine Weile bis die Gänse wieder in der Nähe einfielen. Diesmal wieder auf der Continue reading Kurzschnabelgans im Spreewald bei Schlepzig

Halsbanddohlen im Havelland ??

HalsbanddohleDie nächsten Brutgebiete der Dohle der Subspezies soemmerringii, die im Deutschen auch Halsbanddohle genannt wird, liegen im Süden Finnlands. Das Heimatgebiet erstreckt sich aber über einen riesigen Bereich, der sich östlich bis an den Baikalsee, Sibirien und den Nordwesten der Mongolei erstreckt. Im Englischen wird diese Dohle (der ssp. soemmerringii) auch “russische Dohle” (Russian Jackdaw) genannt. Diese Subspezies ist für unsere Nachbarn im Westen eine echte Rarität. Während ssp. soemmerringii noch nicht mal offiziell auf der britischen Liste ist, wird sie zumindest als ein sehr seltener Wintergast in den Niederlanden geführt. Die Dohle (Corvus monedula soemmerringii) wird aber auch in Deutschland Continue reading Halsbanddohlen im Havelland ??

Sperbereulen-Einflüge starten wieder

SperbereuleLetztes Jahr konnten Sperbereulen (Surnia ulula) an verschiedenen Orten in Deutschland bewundert werden. So hatte es ein Exemplar nach Niedersachsen verschlagen. Diese nordische Eule gerade mal 12 km nord-östlich von der Innenstadt von Celle zu beobachten war sicher ein Segen für die zahlreich anreisenden Vogelbeobachter und Fotografen und eine Heimsuchung für die Nachbarn des Gartengrundstücks, das regelrecht belagert wurde. Auch von Stollberg im Erzgebirge gab es Meldungen.

Zurzeit hält sich eine Sperbereule im Nationalpark Schwarzwald auf. Der Vogel wurde am 23.11.2014 auf der Badener Höhe im Nordschwarzwald entdeckt. Sie jagte vorwiegend im Bereich des dortigen Friedrichs-Turms auf dem Gipfel. Die Eule kann vom Turm aus und vom Wanderweg, dem Westweg, beobachtet werden. Die Gegend um den Turm ist nur zu Fuß und nicht mit dem Auto erreichbar. Die Gehzeit Continue reading Sperbereulen-Einflüge starten wieder

Greifvögel in der Slowakei

SteinadlerGreifvögel sind nicht zuletzt aufgrund ihres eleganten Flugbildes und reißenden Fluges eine der gefragtesten Vogelfamilien – nicht nur bei Laien sondern auch für erfahrene Ornithologen. Sie sind die gefiederten Könige des Himmels. Es stellt nur häufig die Frage, wo man Greifvögel am besten beobachten kann. Als erstaunlich produktiv stellte sich die Slowakei heraus. Obwohl die Slowakei selbst ein relativ kleines Land ist, bietet sie doch die Heimat für 19 Arten von Greifvögeln. Eine der Gründe ist sicherlich, daß die Topographie des Landes gute Voraussetzungen für das Auftreten verschiedener Arten von Greifvögeln mit unterschiedlichen Habitatansprüchen bietet. Die wohl bekannteste Art ist der Steinadler (Aquila chrysaetos). Sein kleinerer Verwandter Continue reading Greifvögel in der Slowakei

Seetaucher auf den herbstlichen Seen in Brandenburg

SterntaucherAm 15.11.14 machte eine Meldung in Ornitho.de neugierig. Bei einem Besuch des Stoßdorfer Sees süd-östlich von Luckau konnte tatsächlich der gemeldete Sterntaucher (Gavia stellata) beobachtet und fotografiert werden. Ein Schlichtkleid-Exemplar – wohl ein junges Individuum – schwamm mitten auf dem nicht so breiten See. Nach dem Prachttaucher (Gavia arctica) vom Neuendorfer See bereits die 2. Meldung eines Gavia-Tauchers aus dem Spreegebiet um Lübben innerhalb kurzer Zeit. Während der Prachttaucher (Gavia arctica) vom Neuendorfer See allerdings ziemlich nah am Ufer schwamm, blieb der Sterntaucher (Gavia stellata) vom Stoßdorfer See doch immer in respektvoller Continue reading Seetaucher auf den herbstlichen Seen in Brandenburg

Zwergschnepfen im Rasthabitat

ZwergschnepfeFür den ornithologisch Interessierten sind Zwergschnepfen (Lymnocryptes minimus) sicher eine der Vogelarten der Westpaläarktis, die jeder noch auf seiner Liste hat. Viele Vogelbeobachter haben Zwergschnepfen noch gar nicht gesehen. Einige Beobachtungen, die mit Fotos belegt sind, stammen dann von Helgoland, wo doch praktisch alljährlich am Hafen – in der Nähe des sogenannten Kringels – die Zwergschnepfen im Oktober beobachtet werden können. Diese Zwergschnepfen sind dann von der Reise über die See so erschöpft, daß sie sich ausgiebig betrachten lassen. Das richtige Rasthabitat für die Zwergschnepfe stellen die Wellenbrecher am Kringel jedoch nicht dar. Wer Zwergschnepfen daher in der Rast- oder Überwinterungsumgebung beobachten möchte, ist darauf angewiesen, die richtigen Stellen in der Landschaft zu finden.

Zuerst sollte man sich darüber klar sein, daß die Zwergschnepfe ein Vogel des Tieflandes ist. Die meisten Vögel werden auf Gebieten unter 100 m (NN) Höhe berichtet. Meldungen von Hügelländern auf  Continue reading Zwergschnepfen im Rasthabitat

Birding around Berlin: Great Bustards in Brandenburg

GrosstrappeBerlin, the capital of Germany is a top tourist destination. Berlin might not sound like a birdwatcher’s paradise but, Berlin offers surprisingly good birding. So the city is a great place to combine a city trip with a birding excursion. If you have spare time between two tourist attractions, if you are fed-up with the museum visits in crowdy downtown Berlin, have enjoyed nightlife extensively and are a birdwatcher, you might be interested to know, where you can find good places to enjoy fresh air and relax with birding for typical European birds.

One of these sites is a protected nature area in the Havellaendisches Luch between the towns of Continue reading Birding around Berlin: Great Bustards in Brandenburg

Dem Schreiadler ins Nest gucken

SchreiadlerGucken und warten! Manchmal stundenlang, immer wieder mit dem Fernglas auf und über den gegenüberliegenden bewaldeten Hang schauen. Manchmal – am Nachmittag – muß man gegen das Licht blicken, was sehr unangenehm ist. Wobei das Laubwerk der Baumkronen jetzt Mitte April nur noch spärliche Lücken bietet. In ein paar Tagen sind die Bäume dicht belaubt. Doch irgendwann muss der Schreiadler ja kommen. Milos möchte die Balz erleben, die meist unmittelbar nach der Ankunft am Brutplatz beginnt und sehr spektakulär ist. Die Balzflüge am und über dem späteren Brutplatz sind von ausdauernden Wellenflügen des Männchens geprägt. Da steigt der Schreiadler in einem Wellenflug auf, schwingt Continue reading Dem Schreiadler ins Nest gucken

Rallen an den Reckahner Teichen

TüpfelsumpfhuhnIm Nachgang zu dem Blog über die Tüpfelsumpfhühner an den Reckahner Teichen in Brandenburg gibt es jetzt in der Galerie auch noch ein paar weitere Rallenbilder zu sehen. Unter anderem ist ein juveniles Tüpfelsumpfhuhn und eine juvenile Wasserralle zu sehen. Neben einigen Watvögeln waren Rallen ja Zielarten gewesen. Es hatte eine Weile gedauert, bis die Continue reading Rallen an den Reckahner Teichen

Tüpfelsumpfhühner an den Reckahner Teichen in Brandenburg

TüpfelsumpfhuhnAm Vorabend hatten sich teilweise dicke Wolken breit gemacht. Nun sind aber Sterne am Himmel zu sehen. Die Wolkenlücken sind deutlich größer. Ein schöner Morgen kündigt sich an. Gegen 5:00 mache ich mich auf den Weg. Das Ziel sind die Reckahner Teiche / Kloster Lehnin etwas südlich der A2 bei der Stadt Brandenburg. Ein besonderes Vogelparadies bilden verschiedene noch in Bewirtschaftung befindliche Fischteiche in der Nähe des kleinen Dorfes Reckahn. Für bewirtschaftete Teiche Continue reading Tüpfelsumpfhühner an den Reckahner Teichen in Brandenburg

Lachseeschwalben an der deutschen Nordseeküste

LachseeschwalbeIn der einzigen Kolonie in Nordwesteuropa, in Schleswig-Holstein an der dithmarscher Elbmündung im Neufelder Koog Vorland, hatten Lachseeschwalben (Gelochelidon nilotica) im Jahr 2014 einen guten Bruterfolg und die etwa 30 Brutpaare in der Kolonie in Neufeld/SH und das eine niedersächsische Paar haben vermutlich etwa 40 Jungvögel flügge bekommen. In den letzten beiden Jahren hatten die Lachseeschwalben, die auch unter dem wissenschaftlichen Namen Sterna nilotica bekannt sind,  auch schon Continue reading Lachseeschwalben an der deutschen Nordseeküste

Steppenweihe – Weihentreff auf dem Schröcker Feld bei Marburg

SteppenweiheSeit mindestens Samstag, den 19. Juli 2014, hält sich auf dem Plateau östlich von Marburg, das Schröcker Feld genannt wird, eine männliche Steppenweihe (Circus macrourus) auf. Die Weihe wirkte sehr hell, fast weiß, hatte aber – wie auf dem Foto des fliegenden Männchens der Steppenweihe erkennbar – einen schmutzigen Anflug auf Continue reading Steppenweihe – Weihentreff auf dem Schröcker Feld bei Marburg

Heidevogelarten in Brandenburg

Eurasian HoopoeBrandenburg, eines der neuen Bundesländer, ist viel stärker von kontinentalen Klima geprägt als die westlichen Landesteile, wo ich wohne.  Außerdem ist dieses Bundesland an der polnischen Grenze weniger dicht besiedelt. Ein guter Grund einige Landesteile Vogelparadiese zu nennen.  Brutpaare der selten gewordenen Raubwürger (Lanius excubitor) leben hier im Osten in guter Zahl. Die Raubwürger waren der Hauptgrund eine Reise Continue reading Heidevogelarten in Brandenburg

Triel (Burhinus oedicnemus) bei Erding

TrielIn praktisch baumloser, freier Feldflur westlich des Erdinger Vororts Siglfing in Bayern ist (bzw. war bis zum 6. Juni) ein Triel (Burhinus oedicnemus) zu bewundern. Seit Anfang dieser Woche ist der Triel dort zu sehen Der Triel wurde das erste Mal am Dienstag, 3. Juni 2014 von Ingo Weiss und Christian Wagner beobachtet. Der Vogel war natürlich nicht immer auf Anhieb zu sehen. Aber er ist nicht recht mobil und ist in der Regel in einem überschaubaren Gebiet Continue reading Triel (Burhinus oedicnemus) bei Erding

Buschrohrsänger in Peenemünde in Vorpommern

BuschrohrsängerBerichten in Ornitho.de und dem Club 300.de zufolge gibt es eine gute Chance, dass Vogelbeobachter und Twitcher des Nordens Mitteleuropas zunehmend Buschrohrsänger (Acrocephalus dumetorum) vergleichsweise westlich beobachten können.

Nun kommt nach Meldungen von der Greifswalder Oie und von Helgoland auch eine Meldung Continue reading Buschrohrsänger in Peenemünde in Vorpommern

Nachweis des Schlagschwirls (Locustella fluviatilis) im Hintertaunus

SchlagschwirlAm 21.05.14 konnte auf eine Meldung in Ornitho.de bei einem Besuch der Umgebung von Idstein im Hintertaunus ca. 40 km nördlich vom Frankfurt Stadtmitte ein singender Schlagschwirl entdeckt werden. Es wurden Fotobelege gemacht. Der Gesang war schon aus einer Entfernung von gut 100 Meter sehr gut zu vernehmen. Der Schlagschwirl sang auf einem recht kleinen Weidengebüsch – dem kleinsten in der Umgebung – ausdauernd. Von dort wechselte der Schlagschwirl gelegentlich in das angrenzende vorjährige Schilf, um dann wieder in die Reihe mit Weidengebüschen zu fliegen. Der Aktionsradius betrug während der Continue reading Nachweis des Schlagschwirls (Locustella fluviatilis) im Hintertaunus

Zusammenfassung der Ostervogelbeobachtung in Estland

Sperbereule Auch in Estland gibt es so etwas wie unser Birdrace. Während das deutsche Birdrace aber am Wochenende 3./4. Mai stattgefunden hatte, wurden die estnischen Vogelbeobachtungstage am 19.-20. April – also zu Ostern – abgehalten. Zusammenfassung der Ostervogelbeobachtung | looduskalender.ee. Dabei wurden immerhin 187 Arten festgestellt. Es gab 198 Beobachtungsgruppen an Continue reading Zusammenfassung der Ostervogelbeobachtung in Estland

Junguhus randalieren auf den Hausdächern an Dachbergstraße

UhuDie Uhufamilie (Bubo bubo) am Hundertwasserhaus in Bad Soden ist immer noch – besser: immer mehr – aktiv. Die 3 Ästlinge haben den Schwerpunkt ihrer Aktivitäten nun in den Hang des Dachbergs verlegt. Nicht immer zur Freude der Nachbarn wechseln sie von den Kronen der Bäume mitunter auf die Hausdächer und springen auf den Giebeln der Häuserdächer herum, daß einem Angst und Bange werden kann. Dazu rufen sie etwas unheimlich. Schon mancher der Nachbarn wird da an Continue reading Junguhus randalieren auf den Hausdächern an Dachbergstraße

Flügge Junguhus am Hundertwasserhaus

UhuDie gute Nachricht ist: die Uhus sind noch da. Die schlechte, sie sind nur noch gelegentlich auf dem Turm zu finden. Die Uhufamilie (Bubo bubo) ist prinzipiell aber noch am Platz. Am letzten Sonntag wollte ich den aktuellen Stand ermitteln.

Diesmal ohne Warten sondern vielmehr schon bei der Ankunft konnte ein (noch) kleiner – vielleicht der kleinste – Vertreter der Familie bewundert und fotografiert werden. Er saß in dem, Continue reading Flügge Junguhus am Hundertwasserhaus

Uhus in Bad Soden

Uhu - JungesMomentan können bemerkenswerte Gäste in einem kleinen, beschaulichen Städtchen am Rand des Taunus gesehen werden. Es ist eine Familie des Uhus (Bubo bubo).  

Mitte April 2014 wurde ein Vertreter des NABU in Bad Soden, Herr Guenter Sieper, angerufen, dass sich ein Junguhu auf einer Terrasse des Hundertwasserhauses aufhalte. Der NABU ist natürlich sofort hin, um den Brutplatz zu finden. Tatsächlich saß auf dem höchsten Turm im Gebüsch ein Alt-Uhu. Wenig später war die Sensation perfekt, als Continue reading Uhus in Bad Soden

Weißschwanzkiebitz auf der Kuhweide in der Wetterau

White-tailed LapwingSeit mindestens Samstag, den 26. April 2013, hält sich inmitten des NSG Mittlere Horloffaue, auf der Kuhweide bei Hungen ein adulter Weißschwanzkiebitz (Vanellus leucurus) auf.

Auch am folgenden Sonntag hielt sich diese Ausnahmeerscheinung zwischen anderen Limikolen und Enten in den Gräben und vor allem zwischen den Seggen entlang der Gräben auf. Sie konnte heute kurz um die Mittagszeit, dann gegen 18:00 etwas ausführlicher mitten auf der kurzrasigen Weide laufend und im Flug gesehen werden. Die meiste Zeit des Tages hielt sich der Vogel versteckt Continue reading Weißschwanzkiebitz auf der Kuhweide in der Wetterau

Alpenbraunelle (Prunella collaris) am Großen Feldberg bei Frankfurt / Main

AlpenbraunelleSage und schreibe 3 Alpenbraunellen waren 11. April 2014 am Großen Feldberg gerade mal 20 km entfernt von der Innenstadt von Frankfurt / Main zu beobachten. Nachdem Ingo Rössler die Art bei der Suche nach Ringdrosseln, Turdus torquatus, entdeckt hatte, waren schon mehrere Ornithologen auf dem über 800m NN hohen Gipfel gewesen, um die hier sehr seltene Art zu beobachten. Zuerst war die Rede von einem Vogel, dann waren sie angeblich weg und dann waren es doch insgesamt 3 Individuen,  die sich auf dem Großen Feldberg dem höchsten Berg des im Südwesten Hessens gelegenen Mittelgebirges und des gesamten Rheinischen Schiefergebirges aufhielten. Das war natürlich eine Riesensensation für die Rhein-Main-Taunus-Region. Als wir gegen 16:30 ankamen, trieben sich die Alpenbraunellen gemeinsam im westlichen Innenhof direkt am großen Fernmeldeturm herum. Sie waren eifrig damit beschäftigt, auf dem mit Pflaster ausgelegten Innenhof Continue reading Alpenbraunelle (Prunella collaris) am Großen Feldberg bei Frankfurt / Main

Birkhähne am Balzplatz

Black GrouseIn Deutschland ist es fast eine aussterbende Erfahrung: das Birkhahngurren ((Tetrao tetrix) im zeitigen Frühjahr. Der autochtone Bestand in der Rhön ist fast erloschen. Nur in den Alpen lebt noch eine vitale Population dieses mittelgroßen Raufußhuhns.

Will man Fotos von der Birkhahnbalz machen, sollte man auch aus naturschützerischen Gesichtspunkten nach Skandinavien fahren und nicht auch noch die letzten Überreste heimischer Populationen dem Streß der Fotografie aussetzen. Im Frühjahr 2013 Continue reading Birkhähne am Balzplatz

Angolapitta in Mvuu Camp / Malawi

Angolapitta, Pitta angolensis, unter einem Dickicht
Angolapitta, Pitta angolensis, unter einem Dickicht

Die Angolapitta (Pitta angolensis), auch Afrikanische Pitta genannt, ist sicherlich eines der Top-Spezies für Vogelbeobachter in Afrika.

Vor einigen Jahren habe ich 3 Tage am Ende der so genannten Grünen (d.h. Regen-) Saison im Liwonde National Park verbracht. Ich beschloss, in der Mvuu Lodge zu übernachten. Eines der Highlights der näheren Umgebung der Lodge und des nahe gelegenen Mvuu Camp ist die Tatsache, daß unregelmäßige die sagenumwobene Angolapitta (Pitta angolensis) gesichtet wurde. Es war der 18. März und Continue reading Angolapitta in Mvuu Camp / Malawi

Dupontlerche (Chersophilus duponti) im Steppengebiet von Belchite

DupontlercheDiese seltene Lerche hatte ich ja schon Mitte Mai 2002 in Las Almoladeras im Naturpark Cabo de Gata in südlichen Spanien gesehen. Die Dupontlerche (Chersophilus duponti) ist wahrscheinlich eine der am intensivsten gesuchten Vogelarten der Westpaläarktis. Zumindest dann, wenn man zur Vogelbeobachtung in Spanien unterwegs ist. Jetzt – 12 Jahre später wolle ich auf einem Kurztrip nach Nordspanien wieder die Beobachtung dieser Lerche verbuchen können.

Mein Ziel sind diesmal die Las Estepas de Belchite, ein Trockengebiet parallel zum Ebro. Besonders von Interesse ist erstens das sogenannte Refugio de Fauna Silvestre de la Lomaza de Belchite und zweitens das La Reserva Ornitologica Continue reading Dupontlerche (Chersophilus duponti) im Steppengebiet von Belchite

Amerikanische Krickente in den Rieselfeldern Münster

Carolinakrickente, Amerik. KrickenteEine als Carolinakrickente – oder Amerikanische Krickente – bekannte nahe Verwandte unserer  Krickente (Anas crecca) aus Nordamerika hält sich seit einigen Tagen im Münsterland auf. In den Rieselfeldern ist die Art seit mindestens dem 16.03.14 auf dem Teich E1 zu sehen. Erstmalig wurde sie dort von H. Lauruschkus, J. Schröder, T. Leimbach, U. Wellerdieck, W. Scharlau entdeckt. Die männliche Carolinakrickente (Anas carolinensis) hielt sich am 24. März 2014 ab mittags zuerst versteckt. Damit blieb sie den teils von weither Continue reading Amerikanische Krickente in den Rieselfeldern Münster

Mauerläufer in der Sierra de Guara in Aragon

MauerläuferMeine ersten Versuche waren nicht erfolgreich. Stattdessen brachte mir die sehr zuverlässige Mauerläuferwand in der Stadt Alquezar „nur“ einen männlichen Sperber im Gegenlicht. Auf der Suche nach dem Mauerläufer (Tichodroma muraria), diesem schwer fassbaren Hochgebirgsbewohner fand ein Artikel von Dave Gosney vom 19. find März 2008 zum Thema ” Birding abroad” meine Aufmerksamkeit. Der Artikel trägt den Titel: “Finding Wallcreepers in the Sierra de Guara”. Die Sierra de Guara ist ein Gebirgszug südlich des berühmten Nationalparks Ordesa im Norden Spaniens. Die Gipfel erreichen bis zu 2000 Meter und werden durch Flüsse in teilweise tiefen Schluchten geteilt. Das macht die Gegend perfekt für Mauerläufer, die von den höchsten Gipfeln der Pyrenäen herunter ins Tal wandern, um den Winter auf senkrechten Felswänden in tieferen Lagen zu verbringen. Dave Gosney erwähnt, dass diese überwinternde Vögel bis Anfang April zu sehen sind. Gosney empfiehlt die Sierra de Guara in Aragon. Hier vor allem die Orte “El Huevo de Morrano”, den “Embalse de Calcon” den Vadiello Damm, den Canyon de Mascun beim Klettererort Rodellar und schließlich die Felswände in und um Continue reading Mauerläufer in der Sierra de Guara in Aragon

Steinadler (Aquila chrysaetos) an der Laguna de Gallocanta

SteinadlerDiesen großen Greifvogel hatte ich zuletzt erst noch Ende November in Norwegen angetroffen. Eigentlich wollte ich Kraniche (Grus grus) in ihrem Rast- und Überwinterungsgebiet hier oben auf gut 1.000 m Höhe NN beobachten und fotografieren. Diese Vögel brüten in Deutschland, Fennoskandia und in den Baltischen Staaten und nehmen dann eine westliche Zugroute durch Europa zu den Wintergebieten. Man schätzt, daß die Gesamtzahl der Vögel, die entlang der westlichen Route ziehen, bis zu 70.000 Individuen zählen. Die meisten davon 50.000—60.000, überwintern hauptsächlich in Spanien. Der Rest dann  in Portugal  und Marokko. Besonders ist, daß teils 70.000 Individuen im Oktober auf dem Wegzug und dann wieder im Februar/ März auf dem Heimzug zu sehen sind. In der Überwinterungsperiode sind deutlich weniger Individuen an der Lagune anzutreffen. Die Anzahl der überwinterenden Vögel ist wohl auch abhängig von dem, was die Bauern gerade anpflanzen.

Ich habe mir einen Kurztrip Anfang März vorgenommen. Bei tollem Sonnenwetter und Continue reading Steinadler (Aquila chrysaetos) an der Laguna de Gallocanta

Die Schwalbenmöwe: Auftreten in Kalifornien und Westeuropa

Sabine's GullEine der Schönheiten in der Möwen-Familie, ist die Schwalbenmöwe (Xema sabini), die selten in Westeuropa vom Festland aus gesehen wird. Allerdings kann man sie auf pelagischen (off-shore) Fahrten mit dem Schiff oder von exponierten Beobachtungspunkten vor allem im Herbst beobachten. Schwalbenmöwen brüten auf Tundra an den Küsten der arktischen Meere. Sie zieht vor allem über die hohe See.

Während der Zugzeiten, überwintern Vögel aus Sibirien und Alaska im Winter vor der Küste von Kolumbien und Peru. Sie verteilen sich östlich über den gesamten Pazifik und entlang der Continue reading Die Schwalbenmöwe: Auftreten in Kalifornien und Westeuropa

Braunwürger noch im Gelderland/ Niederlande

Brown ShrikeEin Irrgast und doch ist der Braunwürger (Lanius cristatus) – eine Erstbeobachtung für die Niederlande – immer noch an der gleichen Stelle im Gelderland zu sehen. Wie Sie auf der Website der niederländischen Vogelbeobachter “waarneming.nl” sehen können zieht dieser Würger nahe der deutschen Grenze zwischen Doetinchem und Emmerich immer noch viel Twitcher und Ornithologen in seinen Bann. Fast vier Wochen ist er jetzt im Gelderland anzutreffen – nahe Netterden, in der Netterdensche Broek. Der Braunwürger war in der Nähe von Gendringen am 18. Januar 2014 gefunden worden. Das Gebiet liegt im äußersten Südosten der Provinz Gelderland, gerade mal 3 km von der deutschen Grenze entfernt. Bisher hat sich der Würger sehr kooperativ verhalten und konnte heute, 14. Februar 2014, wieder bei Continue reading Braunwürger noch im Gelderland/ Niederlande

Ein Steppenflughuhn in Mähren

Pallas's Sandgrouse on stony desertNachdem mit Kiefernkreuzschnäbeln (Loxia pytyopsittacus) und Braunwürger (Lanius cristatus) in der letzten Zeit 2 schöne Seltenheiten in Mitteleuropa aufgetaucht sind, habe ich mich mal näher mit dem Thema ornithologischer Invasionsgäste beschäftigt. Dabei bin ich auf eine Mitteilung des  ornithologischen Vereines in Wien vom 7. Januar 1889 gestoßen (Zeitschrift: Die Schwalbe, XIII. Jahrgang, Nr.  1), in der ein gewisser Josef Talsky von einem Steppenhuhn in Mähren berichtet. Das Steppenhuhn oder Steppenflughuhn (Syrrhaptes paradoxus) war also früher schon mal Continue reading Ein Steppenflughuhn in Mähren

Leuzistischer Buchfink an Winterfütterung in Niedersachsen

ChaffinchBei einem Besuch eines Fotoansitzes vor einer Winterfütterung in der Nähe der kleinen Stadt Salzhemmendorf hatte ich das Glück, einige Buchfinkenfotos eines leuzistischen, männlichen Exemplars (Fringilla coelebs) zu machen. Das war am 30. Januar 2014. Ich sah diesen ungewöhnlichen Buchfink meist in Gemeinschaft zusammen mit einigen seiner Artgenossen und einigen, wenigen Bergfinken (Fringilla montifringilla). Der männliche Buchfink mit der interessanten Farbverteilung schien Continue reading Leuzistischer Buchfink an Winterfütterung in Niedersachsen

Kiefernkreuzschnäbel beim Trinken im Mulderskop Zuid / Limburg

Parrot CrossbillKiefernkreuzschnäbel (Loxia pytyopsittacus) an einer Pfütze beim Baden. Die Fotos im auf der Website der Vogelbeobachter in den Niederlanden “waarneming.nl” (http://waarneming.nl/) waren einfach sensationell. Letzten Sonntag hatte ich ja schon eine kurze Reise zu dem dort schon länger sich aufhaltenden Braunwürger (Lanius cristatus) gemacht. Der Braunwürger war eine Erstbeobachtung für die Niederlande. So selten sind die Kiefernkreuzschnäbel natürlich nicht, aber dieses Jahr scheint ein rechtes Invasionsjahr zu sein. Nach dem Besuch der Website der Vogelbeobachter in den Niederlanden “waarneming.nl”  entschieden Continue reading Kiefernkreuzschnäbel beim Trinken im Mulderskop Zuid / Limburg

Braunwürger im Gelderland in der Nähe der deutschen Grenze

Brown ShrikeWährend einer kurzen Reise zu dem dort schon länger sich aufhaltenden Braunwürger (Lanius cristatus) konnten wir diese bemerkenswerte Sichtung machen. Der Braunwürger war eine Erstbeobachtung für die Niederlande. Nach dem Besuch der Website der Vogelbeobachter in den Niederlanden “waarneming.nl” entschieden wir uns diesen seltenen Würger nahe der deutschen Grenze zwischen Doetinchem und Emmerich zu suchen. Der Würger ist seit mehr als zwei Wochen im Gelderland anwesend. Der Vogel wurde immer wieder aus der Nähe der Orte Netterden bzw. Gendringen gemeldet. Hoffentlich ist er auch heute noch dort. Der Braunwürger war erstmals in der Nähe von Gendringen am 18. Januar 2014 gemeldet worden. Dieses Gebiet befindet sich im äußersten Südosten der Provinz Gelderland, nicht weit von der deutschen Grenze. Der noch recht junge (1. Winter) Vogel schien gemäß den Beschreibungen durchaus kooperativ und vor allem ortstreu zu sein. Der Bereich des regelmäßigen Vorkommens des Braunwürger (Lanius cristatus) erstreckt sich von Zentralsibirien über Kamtschatka, Sachalin und Nord-Japan. Im Süden ist er im Altai-Gebirge, der Mongolei, der Mandschurei und in Korea und China zu finden. Der Lebensraum ist die boreale und arktische Zone sowie die dortigen Steppen-und Wüstenzonen. So eine Beobachtung in den Niederlanden ist eine echte Ausnahme.

Wir kamen dort Continue reading Braunwürger im Gelderland in der Nähe der deutschen Grenze

Eine Moorente in der Nähe von Köln

Ferruginous DuckIm Winter tauchen immer wieder „gute“ Vögel an äußerlich wenig natürlich wirkenden Lokalitäten wie Erholungsgebieten und Parks auf. Zuletzt wurde eine – wahrscheinlich – vorjährige Moorente (Aythya nyroca) vom Franziskussee (einem ehemaligen Braunkohletagebau-Loch) in Brühl, nicht weit von Köln entfernt, gemeldet. Diese ist zwar zwischenzeitlich leider verschwunden. Dafür sind momentan 2 Enten im “Polder Hasenfeld“ in Rheinberg bei Wesel und in den Rieselfeldern Münster zu beobachten.

Letztes Jahr konnten Beobachtungen u.a. für den Frankfurter Raum gemacht werden. In einer Reihe von Blogs hat Bird-lens.com bereits einige ausgezeichnete Orte um Frankfurt wie die Langener Waldseen beschrieben. Sehr gute Gebiete, um Vögel im Winter zu beobachten, aber dieser See wurde mir erst letztes Jahr um diese Zeit bekannt. In Ornitho.de wurde eine weibliche Moorente (Aythya nyroca) gemeldet, die sich in der Nähe einer Landzunge eines ehemaligen Kiessees bei Offenbach- Rumpenheim zeigte. Dies ist nur 10 km östlich von der Stadt Frankfurt entfernt. Dieser See wird als auch “Schultheisweiher” bezeichnet. Normalerweise war die Moorente in Gesellschaft anderer Aythya – Enten wie Tafelenten (Aythya ferina) und Reiherenten (Aythya fuligula) zu finden. Die Moorente wurde am 31. Januar 2013 auf dem Schultheisweiher entdeckt und blieb dort zumindest bis ca. Mitte Februar 2013. Sie bli