Category Archives: Latein Amerika Symposium

Azararegenpfeifer auf Sandbank im Pantanal

Azararegenpfeifer oder Schlankschnabel-RegenpfeiferFlink läuft ein winziger weiß-grau-brauner Vogel vor mir auf dem Sand des Rio São Lourenço. Es ist ein Azararegenpfeifer (Charadrius collaris). Ich lege mich auf den Sand und lasse den Vogel kommen.  Er läuft mal hier hin, mal da hin. Aber mit der Zeit kommt er immer näher. Ich beschließe doch noch ein paar Fotos mit dem 4,0/500 auf dem Einbein vor allem von dem Azararegenpfeifer, aber auch von den anderen Watvögeln auf den Sandbänken zu machen. Wer weiß, wann man da mal wieder fündig wird.

Neben den Diademkiebitzen (Vanellus cayanus) widme ich besonders viel Zeit den Azararegenpfeifern, die in der neueren Literatur Schlankschnabel-Regenpfeifer genannt werden. Sie sind mit ihrem kastanien-braunen Nacken, dem grau-braun melierten Mantel und der rein weißen Unterseiten sehr kontrastreich gezeichnet. Dazu kommt noch ein schwarzes Brustband. Das Männchen, das ich fotografiere, hat eine weiße Stirn, die von einer schwarzen Stirnleiste und unten von einem schwarzen Augenstreif Auge begrenzt wird. Richtig auffallend sind die langen Beine sind rosafarben. Azararegenpfeifer unterscheiden sich von den meisten ähnlichen Spezies der Regenpfeifer durch das schmale schwarze Brustband.

Eigentlich wollte ich mich heute auf den Rückweg über die Transpantaneira machen. Ein Regengebiet ist angekündigt. Wenn der Weg eingeweicht ist und ich mit Schneeketten fahren muß, kann ich diese vor jeder Brücke runterziehen, weil ich sonst die Brücke und meine Landcruiser unwiderruflich zerlege. Die Ketten verhaken Continue reading Azararegenpfeifer auf Sandbank im Pantanal

Graukehl-Höhenläufer (Thinocorus orbignyianus) am Salar del Surire im Lauca Nationalpark

Graukehl-HöhenläuferDie Salar de Surire befindet sich im Lauca Nationalpark und bietet eine erstaunliche Flora und Fauna. Auf einer Fläche von fast 15.000 Hektar kann man bei einem Besuch der Lagune vor allem alle 3 in Chile vorkommenden Flamingos sehen. Das Klima ist extrem. Die Durchschnittstemperatur beträgt zwar zivilisierte 12ºC. Aber während es während des Tages bis zu 20ºC warm werden kann, sind es während der Nacht Temperaturen von 3ºC bis zu – 25ºC. Niederschläge fallen wenige, im Winter in Form von Schnee.

Ich suche auch hier nach dem Punaregenpfeifer (Charadrius alticola). Der Puna-Regenpfeifer kommt in  Feuchtgebiete auf einer Höhe von 3.000 – 4.500 m NN vor. Er bevorzugt saline Seen (permanente Salzseen), Brackwasser oder alkalische Sümpfe. Ich finde ihn aber leider nicht. Dafür ist der Graukehl-Höhenläufer (Thinocorus orbignyianus) um die Seenkante erstaunlich häufig. Der Kordillerenläufer (Attagis gayi) war dagegen in den vorgelagerten, schütter bewachsenen Berghängen zu finden. Gut und recht häufig zu finden ist dagegen der Braunmantelämmerling (Phrygilus dorsalis). Eine echte Überraschung so weit hier oben – und so weit von seinen erwarteten Zugrouten entlang der pazifischen Küste entfernt, Continue reading Graukehl-Höhenläufer (Thinocorus orbignyianus) am Salar del Surire im Lauca Nationalpark

Der Graustreifentyrann in Bolivien

GraustreifentyrannKurz sitzt der ansonsten rastlos umher fliegende Graustreifentyrann (Hemitriccus flammulatus) auf einem Ästchen. Das Unterholz ist stockduster. Nur durch die Bewegungen wird man überhaupt auf den kleinen Vogel aufmerksam. Die Kombination aus hellem und dunklem Olive-Grau läßt ihn im Dickicht immer wieder untertauchen.

Früh am Morgen war ich aufgewacht. Draußen ist es noch diesig; dicke Wolken stehen am Himmel. Aber der Morgen ist eigentlich gar nicht so schlecht. Ich könnte den im englischen Flammulated Bamboo-Tyrant genannte Graustreifentyrann versuchen,  zu fotografieren. Es ist stickig-warm und der Himmel bleibt bedeckt – trotz der Morgenstunde. Ich packe also mein 2,8/300 und den MZ-5 ein. Schon nach wenigen Metern Wanderung mit dem Gepäck auf dem Rücken klebt das Hemd am Körper. Der Hauptpfad durch das Hotel Flora und Fauna- Gelände von Robin ist wirklich ein Gedicht. Hügeliger Forest, der noch mit beeindruckenden Urwaldriesen bestanden ist. Man nennt ihn den Ocorotu Forest. Super. Ich bin sehr beeindruckt, obwohl Robin meint, dass dies noch nicht mal der ursprüngliche Forest sei. Der Graustreifentyrann ist schon recht früh immer wieder aus dem Unterholz zu hören. Ich folge dem Verlauf des Pfades, der in ein Bachbett hinunter führt. Von da geht es wieder den Berg hoch. Just an dieser Stelle umflatterten uns vor ein paar Tagen die größten Fledermäuse, die ich je gesehen habe. Es sind wohl False Vampire Bat (Vampyrum spectrum). Sie heißen im deutschen Große Spießblattnase. Wie der Gattungsname, Continue reading Der Graustreifentyrann in Bolivien

Der Rostzügel-Todityrann am Nest

Rostzügel-TodityrannEin Aufenthalt auf der Farm Pouso Alegre Lodge, direkt an der sogenannten Transpantaneira, nur 33 km südlich des Zugangs zum Pantanal bei Pocone gelegen, hat manche Überraschung bereit. Eines Morgens nehme ich auf meinem Morgenspaziergang Bewegung direkt entlang des Weges wahr. Ein kleiner Vogel mit einem quer-liegenden Grashalm verschwindet schnell im Dickicht. Ich kann dann die Stelle sehen, in die der im englischen Rusty-fronted Tody-Flycatcher genannte Rostzügel-Todityrann (Poecilotriccus altirostris) fleißig sein Nistmaterial einträgt. Es scheint sich um ein erhöhtes Cerrado-Inselchen zu handeln, das gut mit dicht stehenden Stämmchen verschlossen ist. Trotzdem verschaffe ich mir Zugang zu diesem nur 3 Meter im Durchmesser messenden „Wäldchen“. Ich stehe wenig später praktisch direkt vor seinem hängenden Nest. Nur wenig später kommt der Vogel auch schon mit weiteren trockenen Grashalmen. Wie man in der Gallerie-Sequenz zum Rostzügel-Todityrann sieht, kommt ein Vogel wenig später dann sogar mal mit einer toten Spinne, die ebenfalls beim Nestbau verwendet werden soll. Später stellt sich Continue reading Der Rostzügel-Todityrann am Nest

Lateinamerika – Symposium – 17./18. Dezember 2010 – ZFMK

The next Latin America  Symposium is held at 7th/ 8th of December 2012 in Bonn. For someone interested in topics of biology and geology in the neotropics a real must!

For those who want to present their own scientific results to a wider audience, it is possible to perform a PowerPoint presentation. Alternatively, it is possible to present scientific findings with posters. These contributions are more than welcome. Overview contributions of the latest developments in research are particularly desired. Presentation should not exceed 30 minutes. But also short papers (max. 15 min) can be presented on the following topics: tropical ecology, biogeography, vegetation science, limnology, botany, entomology, ichthyology, herpetology, ornithology plus free projects.

Posters to topics mentioned above are welcome. Posters should not exceed a height/ width of 1 m x 1 m. Presentations and posters: in German or English.

The organization office can be contacted via phone: +49 (0) 228 / 9122-237 or 9122-238. For more information see: Lateinamerika – Symposium – 17./18. Dezember 2010 – ZFMK.

Deadline: Registration and submittance of orals and posters until December 1, 2012.