Category Archives: Beiträge auf Deutsch

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Invasion von Hakengimpeln in Deutschland?

HakengimpelAm 6. November 2019 flogen 11 sehr große und langschwänzige Finken nach Norden über den Königshafen an der Lister Nehrung auf Sylt. Leider zogen die Vögel stumm über den Beobachter hinweg. Außerdem waren gegen den dunkelgrauen Himmel keine Färbungsdetails zu erkennen. Von der Silhouette waren es aber mit ziemlicher Sicherheit Hakengimpel (Pinicola enucleator).

Für den mit Hakengimpeln aus dem Norden Skandinaviens vertrauten Beobachter ist diese Beobachtung des Brutvogels der borealen Nadelwälder absolut nachvollziehbar. Allerdings liegt der letzte Nachweis des Hakengimpels in Deutschland bereits mehr als 25 Jahre zurück. Laut einschlägiger Forenmitteilungen könnte die Chance auf einen neuen Nachweis und damit einen zusätzlichen Eintrag in der Deutschlandliste in den kommenden Wochen so groß sein wie lange nicht. In Skandinavien wird derzeit eine südwärts gerichtete Massenwanderung mit Nachweisen bis in den Süden Schwedens und Dänemarks beobachtet.

Die ersten Vögel erreichten Dänemark am 27. Oktober. An dem Tag wurden bis zu sechs Exemplare in Skagen gesehen wurden. Ähnlich Continue reading Invasion von Hakengimpeln in Deutschland?

Uhus und ihre Jungen

Uhu - JungesIm zeitigen Frühjahr ist der typische, rhythmische Ruf bzw. Gesang eines Uhus (Bubo bubo) zu hören. Ich dachte sofort an einen aufgelassenen Steinbruch. Dicke weiße Kotspritzer in einer Felsnische bestärkten mich in dem Verdacht. Auch Federn und Reste von Kröpfungen waren zu entdecken. Taubenfedern, Krähenfedern, Bunspechtfedern und Waldkauzfedern waren zu erkennen. Kein Zweifel, der Uhu hatte ein Terrain erobert. Wenig später stand fest, daß ein Uhupaar brütet. Erstaunlich war, dass die Brut in einem Gebiet stattfand, in dem es teilweise unruhig zuging. Das Gelände des Steinbruchs zog immer wieder Moto-Cross-Fahrer an und auch Mineraliensammler fanden sich hin und wieder ein. Das alles schien den Uhu nicht sehr zu stören. Trotzdem wurde natürlich durch die örtliche Naturschutzgruppe darauf geachtet, dass diese Störungen minimal blieben.  Zuerst noch im Privatbesitz eines Abbaubetriebs wurde der Steinbruch mittlerweile von einem Naturschutzverein angekauft, so dass in Zukunft solche Störungen vermieden werden können.

Auch in den folgenden Jahren war das Uhu-Paar erfolgreich. 2017 wurden zwei Junge aufgezogen und in diesem Jahr sind es wieder 2 Jungtiere. Natürlich kann man noch nicht voraussagen, ob alle überleb en werden. Aber es zeigt sich ganz deutlich, daß der Uhu wieder zu einem festen Faunen-Bestandteil dieser Gegend geworden ist.

Erstaunlich war, dass der Uhu einer alten Brutnische über die Continue reading Uhus und ihre Jungen

Gebirgsstelzen im Warnowtal/ MV

GebirgsstelzeIm herbstlichen Flußtal fliegt im wippenden Flug ein gelb-schwarzer Vogel über das Wasser. Es ist eine Gebirgsstelze (Motacilla cinerea). Der Bach hat sich seinem Durchbruchstal in der Nähe von Groß Görnow nördlich von Sternberg (knapp 30 km Luftlinie östlich des Schweriner Sees) eine abwechslungsreiche Strecke mit Stromschnellen, Stein- und Baumhindernissen und zahlreichen Windungen ausgesucht. Ich bin unterwegs im Naturpark Sternberger Seenland. Hier hat sich die Warnow vor Millionen Jahren 40 m tief ins Erdreich gegraben und ein beeindruckendes Durchbruchstal hinterlassen. Eine Kanufahrt vom Sternberger See aus führt durch wildromantische Natur auf schlängelnden Flussläufen des eiszeitlich geprägten Warnowtals.

Bei den meisten der Bachläufe im nördlichen Mecklenburg, so auch der Warnow, handelt es sich um Kerbtalbäche, die in Folge von Erosionswirkung ein Sohlenkerbtal gebildet haben. Einige weitere Bäche weisen eine für Mecklenburg-Vorpommern relativ hohe Fließgeschwindigkeit auf. Die Durchbruchstäler nehmen bei den Kerbtalbächen eine Sonderstellung ein. Hier erfolgte der Durchtritt der Bäche durch Eisrandlagen. Das Durchbruchstal der Warnow Continue reading Gebirgsstelzen im Warnowtal/ MV

Schwarzkehlchen: ein später Sommergast in der Nuthe-Niederung

SchwarzkehlchenSpinnweben hängen tropfennass zwischen Gräsern, Stauden und vertrockneten Sonnenblumen. Der Tag startet mit Nebel, der sich nun besonders in den weiten Flußauen bildet. Auch jetzt – Mitte Oktober – kann man in weiten Landesteilen noch einen Hauch von Altweibersommer genießen. Denn die Temperaturen klettern tagsüber auf fast 20 °C. Die Sonne geht aber erst spät auf.

Ein Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola), wohl ein Weibchen, sitzt noch klamm auf einer umgeknickten, vertrockneten Sonnenblume. Ein Bild Ton in Ton.  Es ist schon Zeit für den Zug in die Winterquartiere. So spät der Zeitpunkt – Mitte Oktober – auch sein mag. Der Vogel ist hier in Nuthe-Urstromtal im Süden Brandenburgs nicht allein.

Auch aus anderen Ecken Brandenburgs werden vereinzelt Exemplare gemeldet. So gab es zuletzt Meldungen aus dem Spreewald, dem Naturpark Heideseen, den Poldern an der Oder und vor allem aus dem Tagebau Welzow-Süd. Gerade die Renaturierungsgebiete mit ihren Ackerbrachen weisen schon seit Wochen rastende Schwarzkehlchen auf. Der Lebensraum ist in der heutigen Zeit nämlich nicht mehr häufig. Das Schwarzkehlchen besiedelt Brachflächen, Ödland, sowie Heide- und Wiesenlandschaften.

Das Weibchen ist (wie auf dem Bild erkennbar) deutlich matter als ein Männchen gezeichnet. Der dominierende Ton ist rötlich-braun. Gerade die Unterseite ist bräunlich gefärbt, Kopf und Rücken sind grau. Schwarzkehlchen sitzen gerne auf recht exponierten Warten, auffallend ist sonst das häufige Flügelzucken und Schwanzwippen. In Continue reading Schwarzkehlchen: ein später Sommergast in der Nuthe-Niederung

Beutespektrum des Uhus

UhuFedern, Reste von Kröpfungen und weiße Kotspritzer in einer Felsnische können auf ein Uhu-Vorkommen hinweisen. Die Spannbreite der Nahrungsreste gibt das weite Nahrungsspektrums des Uhus (Bubo bubo) als Opportunist wieder und so finden sich hauptsächlich Tiere als Beute, die im jeweiligen Revier häufig vorkommen, also meist Mäuse (Microtus sp. und Arvicola sp.) und Ratten (Rattus sp.).

Es gibt aber auch Spezialisten, die sich auf ein bestimmtes Spektrum von Beutetieren konzentrieren, wobei zwei bis vier Arten häufig die Mehrheit der Nahrung ausmachen. Die primäre Beuteart variiert je nach Region, besteht jedoch hauptsächlich aus kleinen Säugetieren wie Wühlmäusen, Ratten, Mäusen, Kaninchen und Hasen. In Europa sind als die fünf wichtigsten Beutearten folgenden Arten bekannt: die Wanderratte (Rattus norvegicus), die inzwischen in fast allen Teilen Europas ihre Verbreitung hat. Weiterhin die Feldmaus (Microtus arvalis), der europäische Igel (Erinaceus concolor), die Wasserschermaus (Arvicola amphibius) und das europäische Kaninchen (Oryctolagus cuniculus). Die Anzahl wird eher von kleinen Nagetieren, die Biomasse aber von etwas größeren Säugetieren wie Continue reading Beutespektrum des Uhus

Canon Kamera-Einstellungen für Vogelfotografen, Teil 2

Im Blog zu den Canon Kamera-Einstellungen für Vogelfotografen war ich ja schon auf die zu präferierten Einstellmöglichkeiten an den modernen DSLRs eingegangen. Dabei hatte ich bereits darauf hingewiesen, daß man am besten im RAW-Format bei maximaler Bildgröße aufnehmen sollte. Auch auf die Vorteile des automatischen Weißabgleichs (AWB) war ich ja bereits eingegangen.

Halbautomatische Belichtungssteuerung

Verwenden Sie halbautomatische Modi wie Av oder Tv. Es ist nachvollziehbar, am Beginn der Vogelfotografie im Programmautomatik-Modus P zu fotografieren. Man hat jedoch keine Kontrolle über die resultierende Belichtung. Verwenden Sie stattdessen die halbautomatischen Modi. Diese sind einfach zu bedienen und liefern sehr gute Ergebnisse, die Sie steuernd in die Aufnahmesituation agieren lassen. Beginnen Sie mit dem Blendenprioritätsmodus oder Verschlußzeitenautomatik (Av). Viele Profis nutzen diesen Modus. Hier können Sie die Blende auswählen (die die resultierende Schärfentiefe definiert), während die Kamera die Verschlusszeit für Sie auswählt. Ein Segen digitaler Kameras ist die automatische ISO-Einstellung. Diese wird Ihnen in Kombination mit der Verschlußzeitenautomatik ermöglichen, sich viel besser auf das Geschehen zu konzentrieren.

Da viele Vogelaufnahmen eher Zeit- als Tiefenschärfekritisch sind, nutze ich aber noch häufiger die Gelegenheit eine Verschlusszeit vorher einzustellen. Nicht nur bei schlechten Lichtverhältnissen ist die Blendenautomatik (TV) von Vorteil. Hier können Sie die Verschlusszeit auswählen mit der Sie eine Flugaktion festhalten, einfrieren oder (fortgeschritten:) verwischen können. Dabei wählt die Kamera die Blende für Sie aus. Auch hier kombiniert die Auto-ISO-Einstellung sehr gut, um trotz kurzer Zeiten noch eine ausgeglichene Belichtung zu ermöglichen. Die Verwendung des manuellen Modus ist dagegen deutlich aufwändiger und – bis auf die Continue reading Canon Kamera-Einstellungen für Vogelfotografen, Teil 2

Malindipieper, ein Endemit der Küstengrasländer Kenias

MalindipieperEin Pieper fliegt auf, als wir uns dem trockenen, mit niedrigem Gras bewachsenen Gebiet nähern. Unser Guide ruft sofort: das ist nicht das Malindipieper (Anthus melindae) sondern ein Weidelandpieper (Anthus cinnamomeus). Bereits am Sabaki River Delta hatten wir im schütter bewachsenen Grasland vergeblich nach dem Malindipieper gesucht. Unser Guide meint, daß die bisher sehr zuverlässig besiedelte Ebene aufgegeben wurde, weil Landwirtschaft den verfügbaren Lebensraum reduziert. In dem konkreten Fall am Sabaki River Delta soll wohl eine Salzproduktion aufgebaut werden. Die Politik scheint momentan entlang der Küste in die Salzproduktion investieren zu lassen. Das ist natürlich eine große Bedrohung. Die Flächen für die Salinen, also den Verdampfungsflächen, die technischen Anlagen und die Deiche werden natürlich den verfügbaren Lebensraum für diese Art dramatisch reduzieren. Aber auch die Umwandlung der Landwirtschaft einschließlich des Anbaus von Biokraftstoffen ist eine große Bedrohung. Insgesamt sieht er eine große Bedrohung für das Überleben dieser Art zumindest im näheren Umkreis von Malindi.

Im Arabuke-Sokoke Forest hat er das Malindipieper allerdings in der Nähe des sogenannten Elefantensumpfes sehen können. Da sei nämlich inzwischen weit und breit die einzige Stelle, um den Pieper zu sehen. Der Sumpf ist tatsächlich gar nicht schlecht. Unser Guide kann dem Gebiet trotzdem nicht so recht was abgewinnen, weil man nie wüßte, wann und ob Elefanten zum Trinken kämen. Da hilft dann Continue reading Malindipieper, ein Endemit der Küstengrasländer Kenias

Der Weisshaubenhäherling, ein invasiver Vogel

WeißhaubenhäherlingEin drosselgroßer Vogel mit einer weißen Haube hüpft auf dem Boden direkt vor mir herum und wirft die auf dem Boden liegenden Blätter zur Seite. Der Vogel ist ein Weißhaubenhäherling (Garrulax leucolophus). Mit seinem auffallend weißen Schopf wirft er die Blätter wirklich in alle Richtungen. Der Vogel suchte offensichtlich nach Nahrung. Wenig später bekam er Verstärkung, die sich erstmal auf Ästen im Schatten eines Busches aufhielten und die Situation sondierten. Schließlich war eine ganze Familie von insgesamt acht Vögeln zu beobachten. Der Weißhaubenhäherling hat viel Ähnlichkeit mit anderen Vögel der gleichen oder ähnlichen Familien, wie z.B. dem Grauscheitel-Säbler (Pomatostomus temporalis) aus Australien. Der Weißhaubenhäherling gehört zur Familie der Leiothrichidae. Es kommt in Wäldern und Gestrüpp im Himalaya Nord- und Nordostindiens ebenso vor wie in Südosttibet, Sumatra, Myanmar und Thailand.

Der Weißhaubenhäherling ist leicht an seinem breiten, weißlichen Schopf, der schwarzen Maske, den weißlichen Unterteilen, dem kastanienroten Obergefieder und den rötlichen Flanken zu erkennen. Es ist in der Regel in kleinen Trupps zu sehen, die Rufe ausstoßen, die wie ein schnelles Rattern klingen. Er kommt in einer Vielzahl von Lebensräumen vor, darunter in immergrünen und Continue reading Der Weisshaubenhäherling, ein invasiver Vogel

Vögel im Morne Seychelles Nationalpark/ Seychellen

DickschnabelbülbülDer Morne Seychellois (oder Morne Seychelles) Nationalpark begleitet uns schon eine Weile entlang der kurvenreichen Straße, die von Ost nach West mitten über die Insel führt.

Wir nahmen die Sans Soucci-Road hoch nach Mission. Wie versprochen, sind die endemischen Dickschnabelbülbül (Hypsipetes crassirostris), hier an dem phantastischen Viewpoint und auch schon am Parkplatz sehr zutraulich und lassen sich gut fotografieren. Der Blick von dem überdachten Aussichtspunkt ist toll und wir können sogar unser Hotel erkennen.

Jetzt wird es richtig abenteuerlich. Wir suchen die Seychelleneule (Otus insularis). Dazu steuern wir einen Wanderweg an, der am Morne Blanc entlang führt. Genau, hier ist der Casse Dent-Trail. In einer Kurve, die von einem Bach unterquert wird, halte ich. Hier müßte der Einstieg sein. Meine Frau mustert mich mit kritischem Blick. Ich halte ihrer Prüfung stand und versuche, keinerlei Anzeichen von Unbehagen zu zeigen. Ein winziges Schild. Der Wanderweg ist also ausgeschildert. Das Bächlein verläuft parallel zum Pfad und verschwindet anschließend – auf der anderen Straßenseite – in einem tiefen, dunklen Tal. Mit dem GPS lokalisiere ich unseren Standort. Die Höhe messe ich mit gut 400m NN ein und Continue reading Vögel im Morne Seychelles Nationalpark/ Seychellen

Spatelraubmöwe am Gülper See

Der Gülper See in der Havelaue westlich von Rhinow ist immer eine Reise wert. Ein kleine Sensation war dann aber doch die Beobachtung einer Spatelraubmöwe (Stercorarius pomarinus), die am 26. und 27. September 2019 – und damit noch vor dem Sturmtief Mortimer – beobachtet werden konnte. Die offensichtlich diesjährige Spatelraubmöwe der

dunklen Morphe wurde zuerst auf See ruhend beobachtet. Im weiteren Verlauf wurde sie im Flug und auf der dem Seeufer vorgelagerten Wiese sehr schön fotografiert. Öfter schmarotzte sie bei Steppenmöwen (Larus cachinnans). Ob sie damit sehr erfolgreich war, blieb offen. Später war sie jedenfalls mit einem großen Barsch an Land zu sehen, den sie “häppchenweise” kröpfte.

Am nächsten Tag wurde sie letztmalig gesehen und beim Schwimmen auf dem See fotografiert. Kurze Zeit später wurde sie in einem nachdrücklichen Gefecht mit einer Steppenmöwe auf der Wasseroberfläche beobachtet. Diese Chance nutzt ein junger Seeadler (Haliaeetus albicilla) und schlugt die Spatelraubmöwe aus dem Kampf heraus. Dann trug er sie ans Ufer um sie zu kröpfen. Die Beute wurde ihm streitig gemacht als dann endgültig ein adulter Seeadler kam und die Reste der Spatelraubmöwe fraß. Die Überreste wurden dann auf den See verschleppt. Continue reading Spatelraubmöwe am Gülper See

Reiherläufer, zu Besuch auf Bird Island/ Seychellen

ReiherläuferIn großen Schwärmen segeln Rußseeschwalben (Sterna fuscota) am Himmel über der Insel. Jetzt Ende Oktober ist die Brut praktisch schon vorbei und überall sind die Jungen zu sehen. Mit ohrenbetäubenden Schreien ziehen sie Tag und Nacht ihre Kreise über der Lichtung des Palmenwaldes. Gegen Abend, wenn die Temperaturen erträglicher geworden sind, können wir nicht widerstehen, durch die offene Graslandschaft zum hohen Baumstreifen und weiter zum breiten Sandstrand zu laufen. Bei einem Rundgang auf der nur zwei Kilometer langen und einen Kilometer breiten Insel kann man noch manche interessante Tierbeobachtungen machen. Der nördliche Zipfel von Bird Island soll ja nicht nur wegen der brütenden Rußseeschwalben so gut sein, sondern auch noch als Rastplatz für verschiedene Seevögel und Limikolen dienen. So sehen wir auch direkt Kiebitzregenpfeifer (Pluvialis squatarola) auf dem Sand. Im weiteren Verlauf treffen wir bei unserem Inselrundgang eine Gruppe Eilseeschwalben (Sterna bergii) am Nordstrand an, die hier auf der Landzunge rasten. Sie sind meist in Begleitung eines kleinen Trupps von Orientseeschwalbe (Sterna saundersi) zu sehen. So auch hier Interessant ist, daß der Unterschied zwischen Wasserkante und Strand erstaunlich hoch ist. Continue reading Reiherläufer, zu Besuch auf Bird Island/ Seychellen

Das Bingenheimer Ried – ein Vogelparadies

BlaukehlchenInmitten eines einzigartigen Naturraumes in Mittelhessen liegt der Auenverbund Wetterrau. 4 Flüsse, die alle vom Vogelsberg kommen, bilden die Aue. Die breiten Bänder der Flussauen der Wetter, der Horloff, der Nidder und der Nidda bilden den Auenverbund, der sich mit dem Fluss Nidda – bei Frankfurt in den Main entwässert. Mitten drin liegt in die Horloffaue. Ein besonderer Schatz ist das 87 Hektar große Naturschutzgebiet „Bingenheimer Ried“, dessen herausragende Bedeutung für brütende, rastende oder überwinternde Wat- und Wasservögel weit über die Grenzen Hessens bekannt ist. Das Gebiet ist ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel wie unter anderem dem Kranich (Grus grus) und ist auch ein Brutgebiet von nationaler Bedeutung. Im Norden des Gebiets befindet sich die „Kuhweide“, die durch Feuchtwiesen, Schilfflächen und niedrige Sträucher gekennzeichnet ist. Die Gegend ist besonders interessant während der Zugzeiten für Watvögel. Aufgrund seiner Lage auf der Zugroute vieler Wasservogelarten und verschiedenen Biotopelementen bestehend aus Feuchtwiesen, Röhrichten, Seggenrieden, Flachwasserbereichen, Wiesenbrachen und Gräben gehört das Gebiet zu den bedeutendsten Naturschutzgebieten Hessens. So verwundert es nicht, dass seltene Arten wie Großer Brachvogel (Numenius arquata), Uferschnepfe (Limosa limosa), Wasserralle (Rallus aquaticus), Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana) Blaukehlchen (Luscinia svecica), Löffelente (Anas clypeata), Knäkente (Anas querquedula), Rohrweihe (Circus aeruginosus) und Kuckuck (Cuculus canorus) hier brüten. Auch der Weißstorch (Ciconia ciconia) brütet Continue reading Das Bingenheimer Ried – ein Vogelparadies

Strandläufer auf dem Streng am Rietzer See

AlpenstrandläuferEine bemerkenswerte – für das Binnenland ungewöhnliche – Vielzahl von Watvögeln war über ornitho.de für den sogenannten Streng am Rietzer See, westlich von Potsdam und südlich der Stadt Brandenburg, gemeldet worden. Hervorzuheben war vor allem die Meldung von Knutts (Calidris canutus),  die im Binnenland erst recht eine Ausnahme sind. Kurz entschlossen ging die Sonntags-Exkursion also zum Rietzer See.

Der Rietzer See ist ein mehr als 1.000 Hektar großes Naturschutzgebiet. Das Naturschutzgebiet liegt in der Gemeinde Kloster Lehnin etwa sechs Kilometer südöstlich der Stadt Brandenburg an der Havel und gut 20 Kilometer westlich von Potsdam.

Im südwestlichen Bereich eines Überschwemmungsgebiets – des Strengs – befindet sich ein Beobachtungsturm, von dem aus ein weiter Teil der Fläche beobachtet werden kann. Schon nach wenigen Minuten nach unserer Ankunft war ein Trupp von gut 6 Alpenstrandläufern (Calidris alpina) am schlammigen Ufer zu beobachten. Die Alpenstrandläufer hatte ich schon vor einigen Jahren auf dem Niederen Fläming auf dem Zug beobachten können. Intensiv und hastig stechen sie ihren Schnabel in den feuchten Schlamm und bevorzugen die ganz flachen überstauten Bereiche, die wahrscheinlich über und über mit Insekten auf der Schlamm- und Wasserfläche bedeckt sind. Auch die feuchten Schlammflächen werden gerne angenommen. Wenig später kommen 2 Regenpfeifer dazu. Diese werden zuerst als Flussregenpfeifer Continue reading Strandläufer auf dem Streng am Rietzer See

Kuckuck umkreist im Tiefflug

KuckuckEin sonniger Morgen in der Mainebene. Bei klarem Himmel ist die Luft voller Vogelgezwitscher. Ein schöner Morgen in der Weilbacher Kiesgrube, nur 20 km westlich von Frankfurt und nicht weit vom Frankfurter Flughafen entfernt. Der Kiesabbau fand seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts statt. Ein Teil der entstandenen Landschaft wurde zurückerobert und beherbergt heute viele Vogelarten. Den Mai 2012 werde ich so schnell nicht vergessen. Aus den Bäumen in der früheren Sandgrube hörte ich seit gestern den Ruf eines Kuckucks (Cuculus canorus). Um ihn vor die Linse zu kriegen, wollte ich ihn mit Kuckucksrufen vom Band auf den Pfahl eines Wildschutzgatters locken. Anders als gemeinhin angenommen, ist das typischen „kuckuck, kuckuck“ eher der Gesang. Ein abgehacktes Gekicher und deutlich zu hörendes Gefauche zeigen dagegen an, dass ein Revier verteidigt werden oder einem vermeintlichen Nebenbuhler imponieren werden soll. Mein Tarnzelt stellte ich unter eine etwa acht Meter entfernten Birke, den Lautsprecher zum MP-3 Player legte ich direkt unter den Pfahl ins Gras. Mit einem langen Kabel konnte ich über den MP-3 Player die Rufe starten und beenden.

Gegen 8:00 Uhr war es soweit. Nachdem nur kurze Zeit die Lockrufe ertönt waren, kam Antwort. Im Gesichtsfeld eines des Sehschlitze sah ich den Kuckuck in einer Entfernung von 50 Metern. Minutenlang antwortete er auf die Rufe des MP-3 Players. Schließlich überflog er mehrmals den Pfahl und setzte sich auf die Weide. Ein abgehacktes Gekicher und deutlich zu hörendes Gefauche zeigten an, dass er dem vermeintlichen Nebenbuhler imponieren wollte. Wie hingezaubert saß er dann plötzlich auf dem Pfahl, drehte sich hin und her, zuckte im Sekundentakt mit den Schwanz und beugte den Kopf nach unten in Richtung Lautsprecher. Dann flog er wieder weg.

Kurz darauf war der Kuckuck wieder da – diesmal mit einem dicken Insekt im Schnabel. Der Vogel blieb kurze Zeit so sitzen und rief mit vollem Schnabel. Dann spuckte er das Insekt aus. Fauchend flog er davon. Anschließend drehte er noch mehrere Runden um die Geräuschquelle bevor er dann im nahen Wäldchen verschwand. Continue reading Kuckuck umkreist im Tiefflug

Junge Brandgans in Agrarsteppe mitten im Niederen Fläming

BrandgansPraktisch so weit das Auge reicht, breitet sich die Agrarsteppe im Bereich des Niederen Flämings im Süden Brandenburgs aus. Sie umfaßt das intensiv landwirtschaftlich genutzte Gebiet  westlich, südlich und östlich von Jüterbog, von Marzahna im Westen bis  Dahme/Mark im  Osten.  Die flach gewellte, leicht hügelige Landschaft auf einer Höhe zwischen etwa 70 und 90 m ü. NN erstreckt  sich über  eine Ost-West-Ausdehnung von  knapp 50  km und über eine Fläche von bis zu 400 km². Mit einer Jahresdurchschnitts-Temperatur von 9,2 °C und einem Jahresniederschlag von 561 mm ist  die Hochebene etwas  wärmer  und  deutlich  trockener  als  der deutschlandweite Durchschnitt. Die Gegend ist eine landwirtschaftliche Hochburg.

Umso erstaunlicher, daß immer wieder Vogelarten angetroffen werden, deren Auftreten nicht unbedingt zu erwarten sind. So geschah es auch Anfang September mit einer jungen Brandgans (Tadorna tadorna), die in einem intensiv landwirtschaftlich genutzte  Gebiet  direkt südlich von Jüterbog auf einem sogenannten „Schlucker“ einfiel und gut 2 Stunden bei der Nahrungssuche gesichtet wurde. Daß die Landschaft, die nur leicht gewellt ist und bis auf einige Landschaftsstrukturelemente wie Baumreihen oder Windschutzhecken komplett unter dem Pflug ist, die ein oder andere natürliche Abwechslung bieten muß, zeigte auch immer Continue reading Junge Brandgans in Agrarsteppe mitten im Niederen Fläming

Junge Schwalben vor dem Herbstzug

MehlschwalbeEine Dachrinne scheint der perfekte Ort, um die wärmenden Sonnenstrahlen des frühen Sommermorgens auf sich wirken zu lassen. Außerdem können einem dort die Eltern immer wieder noch den Schnabel stopfen.

Es sind die diesjährigen, Jungvögel der Rauchschwalbe (Hirundo rustica), die sich so unmittelbar vor dem Herbstzug auf diese Art verwöhnen läßt. Die Jungögel weisen ein stumpferes Blau als die Altvögel auf, die Stirn und der Hals sind deutlich blasser – eher bräunlich – gefärbt. Auch zeigen sie einen nur kurzen Schwanz ohne die länglichen Schwanzfedern.

Wenig später nehmen auch junge Mehlschwalbe (Delichon urbica) auf der Regenrinne Platz.

Als erwachsene Schwalben ist ihr Markenzeichen der leuchtend weiße Bürzel, der sich von der dunklen Oberseite abhebt. Auch bäuchlings ist die Mehlschwalbe mit Ausnahme der Schwanzfedern rein weiß gezeichnet. Der tief gekerbte Schwanz besitzt im Gegensatz zur Rauchschwalbe keine langen Spieße. Als Jungvogel wirken die Vögel eher grau. Continue reading Junge Schwalben vor dem Herbstzug

Rauchschwalben sammeln sich zum Herbstzug

Ein intensives, vielstimmiges Zwitschern kündigt die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) schon von weitem an. Ein hohes „wid wid“ schallt durch die morgendliche Luft. Die Rufe werden im Flug und auch von Warten wie Stromleitungen vorgetragen.  Es handelt sich bei der Melodie um ein rasch fließendes Gezwitscher, das nicht unangenehme, eher melodisch, wirkt und aus vielen obertonreichen und aneinander gereihten schnarrenden Elementen besteht. Die Schwalben sammeln sich Ende August für den Flug in die Winterquartiere auf den umliegende Stromleitungen, kreisen tief über abgeerntete Felder und naturnahe Weiden und belagern den Bauernhof.

Manchmal sitzen sie auch auf der aufgebrochenen Asphaltdecke der kleinen Wirtschaftsstraße im ländlichen Brandenburg. Wenn ein Auto vorbei fährt, fliegen nicht nur die Schwalben auf der Straße sondern manchmal auch die vielen Schwalben auf den Leitungen auf und rufen intensiv im Flug. Dann wird häufig noch eine Runde Nahrung-im-Flug gedreht bevor die meisten dann wieder Platz auf ihrer Warte nehmen.

Das ist ein ganz schöner Tumult. Dieses Naturschauspiel kann man derzeit morgens und abends erleben. Es sammeln sich mehr als 500 Schwalben. Sie fliegen wie auf ein Signal hin ihre Runde und kommen dann wieder zurück, um sich auf den Stromleitungen zu Continue reading Rauchschwalben sammeln sich zum Herbstzug

Sommergoldhähnchen im Nadelwald

Nadelwald und ein hohes ziziziziit, praktisch immer auf derselben Tonhöhe. In der Kombination kann man nicht viel falsch machen. Der Gesang ist das Kennzeichen des Sommergoldhähnchens (Regulus ignicapilla).

Hat man das Sommergoldhähnchen entdeckt, indem man z.B. den „Gesang“ imitiert hat, sieht man schnell einen leuchtend orangeroten Scheitelfleck, der bei Erregung aufgestellt wird. Beide Geschlechter haben einen schwarzen Augenstreif und an den Halsseiten vor dem Flügelbug je einen großen olivgelben Fleck;

Das Sommergoldhähnchen ist wie das Wintergoldhähnchen ein Leichtgewicht. Gern ist es in der Nähe hoher Nadelbäume zu finden. Hier hält sich gerne auch ein anderer noch winzigerer Vogel auf – das Wintergoldhähnchen (Regulus regulus). Das Wintergoldhähnchen ist ein nur ungefähr neun Zentimeter großer Vogel. Es ist damit der kleinste Vogel Europas. Er ist sehr stimmfreudig und sein Ruf fein und sehr hoch. Das Wintergoldhähnchen hält sich gerne in Baumkronen auf und hüpft und springt rastlos zwischen den Fichtenzweigen hin und her. Im Gegensatz zum Wintergoldhähnchen das fast identisch aussieht, hat das Sommergoldhähnchen aber einen breiten weißen Überaugenstreif.

Goldhähnchen klauben und picken ihre Nahrung oberflächlich von Zweigen ab. Manchmal werden Zweige und Blätter im Schwirrflug besucht. Goldhähnchen müssen am Tag etwa das eigene Körpergewicht an Nahrung aufnehmen. Deshalb sieht man sie ständig bei der Nahrungssuche. Im Gegensatz zur etwas widerstandsfähigeren Zwillingsart verlässt das Sommergoldhähnchen die winterlichen Gebiete größtenteils. Es ist weniger an Fichten gebunden als das Wintergoldhähnchen und nutzt neben Nadelholz auch Laubbäume.

In den nächsten Wochen kann einem schnell eine Verwechslung passieren. Als gar nicht so seltener Irrgast taucht Anfang Oktober nämlich der Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus)  auf. Beim Gelbbrauen-Laubsänger handelt es sich um einen typischen kleinen Laubsänger mit feinem, spitzem Schnabel und relativ kurzem Schwanz. Vom Aussehen her ähnelt dieser Phylloscopus-Laubsänger tatsächlich einem Sommergoldhähnchen. Je nachdem wie er sich positioniert, wirkt er nicht zierlicher als der heimische Zilpzalp (Phylloscopus collybita), obwohl seine Körperlänge um acht Millimeter kürzer ist. Die Oberseite ist olivgrün mit etwas hellerem Bürzel und Oberschwanzdecken. Zwei deutliche, aber unterschiedlich intensiv ausgeprägte Flügelbinden, die von den hellen Säumen der Armdecken hervorgerufen wurden, sind meist das auffälligste Merkmal. Der Oberkopf ist dunkelgrün mit sehr schwach angedeutetem hellerem Scheitelstreif. Namensgebend ist der grün-gelbe Überaugenstreif. Dieser Überaugenstreif reicht recht weit nach hinten und wird nach unten durch einen schwarzen Augenstreif begrenzt.

Bird-lens ist vor allem eine Website, die die wachsende Nachfrage nach hochwertigen Aufnahmen der Vögel der Westpaläarktis befriedigen soll. Um die Nachfrage nach Top- Aufnahmen seltener Vogelarten befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com neben dem Besuch der näheren Umgebung auch gezielt Reisen an entfernte Orte wie Afrika oder Südamerika unternommen. Dies alles um exzellente Fotos von Vögeln machen zu können. Die Ausbeute an Bildern nicht nur von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture-Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

Papageitaucher im Flug

PapageitaucherEin strammer Wind aus Ost treibt die Schaumkronen über das Meer. Auch im Frühjahr läßt der Wind den Fotografen frieren bis auf die Knochen. Der Himmel ist bedeckt und der andauernde starke Wind wirbelt den Sand bis zum Rand der Klippen hinauf. Zuerst heißt es eine steile, schmale Stiege hoch zum Leuchtturm zu erklimmen, der auf einem Felssporn steht. Als ich oben bin, muss ich feststellen, dass sich viele Papageitaucher (Fratercula arctica) zum Schutz vor dem Wind in ihre Nisthöhlen ducken. Dies scheint kein vielversprechender Start für eine Foto-Session zu sein. Ich kauere mich in eine grasbedeckte Mulde im Windschatten des Leuchtturms und werfe mir schon selber vor, dass es eine dumme Idee war, auf die kleine Insel zu fahren und letztes Ende wohl eine reine Zeitverschwendung wäre. Später beobachte ich jedoch erstaunt, wie ein Papageitaucher vor mir aufsteht und sich von einer besonders kräftige Windböe in die Lüfte heben läßt. Dann sehe ich noch mehr Vögel teils unter, teils aber auch über der Felskante in der Luft schweben. Wie in einem Windkanal stehen Sie im Wind.

Als der erste von mir beobachtete Papageitaucher versucht, wieder zu landen, werden seine Beine und sein Schwanz zur Seite geweht. Trotzdem kann er nach einer kurzen Weile sicher landen.

Am nächsten Tag hat der Wind nachgelassen und die Sonne kommt wieder zum Vorschein. Früh fliegen nun die Papageitaucher früh Continue reading Papageitaucher im Flug

Rotfussfalken im Niederen Fläming

RotfußfalkeDer frühe Morgen hatte schon einen Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe) auf dem Zug ergeben. Die sanfte Hügellandschaft des Niederen Fläming ist stark landwirtschaftlich geprägt. Daher bilden Beregnungsanlagen und Strommasten bereits Landmarken. Ein Pumpwerk in der Nähe von Bochow wird mit Stromleitungen an das E-Netz angeschlossen. Auf den Leitungen sitzen zwei recht zierliche Vögel, die schon aus der Ferne wahrnehmbar sind. Ich frage mich, ob es sich um Turteltauben handelt? Ein Blick durch das Spektiv zeigt aber das mein zweiter Gedanke sich bestätigt: es sind zwei einjährige Rotfußfalken (Falco vespertinus). Schnell ist ein Belegfoto geschossen. Der Sonnenstand zwingt mich aber, eine Runde zu drehen damit ich die Sonne für bessere Aufnahmen im Rücken habe. Dabei muß ich unter der Stromleitung mit den beiden Rotfußfalken hindurch fahren. Das scheucht sie auf erstaunlich geringe Entfernung auf. Die Rotfußfalken kreisen. Wenig später nehmen sie wieder Platz auf der Stromleitung. Einer der Rotfußfalken fliegt dann ab, fegt in bemerkenswerter Geschwindigkeit über das abgeerntete Kartoffelfeld, steigt dann auf und rüttelt. Wenig später geht er unter und kommt wohl mit einem Heupferd in den Fängen wieder hoch.

Ich tippe bei beiden Vögeln auf einjährige Weibchen. Dann fliegt auch der zweite Vogel über die weite Ebene davon. Wenig später sehe ich einen der Rotfußfalken plötzlich aus westlicher Richtung in Continue reading Rotfussfalken im Niederen Fläming

Krokodilwächter am Weissen Volta in Ghana

KrokodilwächterÜber das Wasser fliegt ein bläuliches Etwas mit schwarz-weißen Streifen. Plötzlich steht der Krokodilwächter  (Pluvianus aegyptius) direkt vor uns auf der Sandbankkante. Schon wenig später ist ein kratzender Ruf im Gacker-Stackato zu hören. Wir scheinen uns mitten in seinem Territorium zu befinden. Die umherlaufenden Birder einzusammeln, bedeutet, daß der Vogel sich dann hinter eine Sandwehe verzieht. Wenig später erscheint er aber wieder auf dem Kamm des Sandhügels und versucht Eindruck zu machen, zu imponieren.

Der Tag hatte um 5:30 mit dem Frühstück angefangen. Gegen 6:15 verliessen wir das Motel in Richtung Nord-Osten. Heute wollen wir einen längeren Ausflug machen, um den Weißen Volta (der auch Nakambé heißt) auszusuchen. Das Zielbird ist der Krokodilwächter, der im englischen Egyptian Plover genannt wird. Früher ist der Touranbieter, Birdquest, dafür nach Bolgatanga an der Grenze nach Burkina Faso gefahren. Das hatte zwar auch den Zweck, Schwarzschopfkiebitz (Vanellus tectus), Rothalsfalke (Falco chicquera) und Blaßspötter (Hippolais pallida) zu sehen. Aber das Zielbird des Ausflugs so weit in den Norden war ganz klar der Krokodilwächter. Inzwischen hat man eine besser zugängliche Stelle gefunden, die vom Mole National Park im Norden Ghanas deutlich schneller zu erreichen ist. Aber auch so ist der Krokodilwächter eine kleine Reise wert. Wir sind gut 2 Stunden – erst auf asphaltierter Straße, dann auf einer Piste – unterwegs, um den Vogel, den Krokodilwächter, auf seinem Lieblings-Habitat, den Sandbänken, zu Continue reading Krokodilwächter am Weissen Volta in Ghana

Sonnenaufgang im Bosque del Apache/ New Mexico

SchneegansPechschwarzer Himmel; die Sterne stehen glasklar am Himmel. Morgens um 5:30 zeigt das Thermometer – 9° C an. Das Canon EF 600mm 1:4L IS II USM ist bereits auf dem Stativ montiert, die Kamera aber bleibt vorläufig noch geschützt in der Jackentasche. Etwas später wird es im Osten langsam heller und ich merke, dass ich nicht mehr allein bin. Weitere gut 20 fröstelnde Naturfotografen warten hier. Alle Fotografen lassen ihre Teleobjektive in Richtung Osten zeigen. Eine letzte Kontrolle der Einstellungen von ISO-Zahl, Autofokus und Blende. Die Spannung steigt mit jeder Minute, die ersten Vogelrufe kommen aus der Dämmerung. Endlich ist es soweit: Tausende von Schneegänse (Chen caerulescens) fliegen plötzlich auf und füllen den nun orange-roten Himmel, begleitet von einem ohrenbetäubenden Lärm aus Flügelschlägen und Rufen. Ich beginne zu fotografieren, 1/15 Sekunde scheint mir nicht unbedingt eine optimale Einstellung. Aber um die Dynamik des Fluges ins Bild zu setzen, sollte man sich mit dem Möglichen (im ISO-Bereich) arrangieren. Das an ein Maschinengewehr erinnernde Geratter der Kameraauslösungen liegt in der Luft. Alle Fotografen sind extrem konzentriert: der eine schimpft, weil der Ausschnitt der anfliegenden Vögel doch nicht paßt, der andere, weil seine Digitalkameras doch etwas länger braucht, um die Bildserie auf dem Speicherkarte zu speichern. Nach 20 Minuten ist alles vorbei. Die Schneegänse sind auf dem Weg zu den Maisfeldern, wo sie sich den Tag aufhalten werden, um der Nahrungssuche nachzugehen. Nur ein paar vereinzelte Kanadakraniche (Grus canadensis) Continue reading Sonnenaufgang im Bosque del Apache/ New Mexico

Der Forbesregenpfeifer in Ghana

ForbesregenpfeiferEs ist unglaublich heiß. Wenn man den klimatisierten Bus verläßt, wird man umgehend von extrem lästigen Bienen angegriffen. Wir sind auf der Suche nach dem im englischen Forbes’s Plover (Charadrius forbesi) genannten Forbesregenpfeifer.

Der Forbes’s Plover muß jetzt einfach mal gefunden werden. Wir fahren zu einem ebenen Gebiet mitten in der Trockensavanne Zentralafrikas, das wohl in der Regenzeit überschwemmt wird. Wie uns der Guide erklärte, sind diese Stellen dann in der Trockenzeit nicht bewachsen. Praktisch beim Erscheinen auf der Fläche können wir einen Forbesregenpfeifer ausmachen. Die Aufregung ist groß. Unsere Guides bedeuten uns, daß wir aus dem Bus heraus fotografieren sollen. Die Regenpfeifer würden sonst schnell das Weite suchen. Also stehen alle auf und reissen die Fenster auf bzw. ziehen sie mit Kraft zur Seite. Bei manchen bleibt es beim Versuch. Da sich die Fenster überlappen, ist ein offenes Fenster für den einen, ein doppelt geschlossenes Fenster für den anderen. Also müssen alle Reisenden nach einer Weile einsehen, praktisch aus nur wenigen Fensterausschnitten ihre Fotos schießen zu können. Die Forbesregenpfeifer stellen sich aber als recht genügsam heraus. Wir sehen mindestens 4 Exemplare, wobei nicht ganz klar ist, ob es sich um Paare handelt oder doch um Forbesregenpfeifer, die ihre Territorien verteidigen. Interessant ist jedenfalls, daß wir am Vortag das Gebiet bereits besucht hatten, und keinen einzigen Forbesregenpfeifer zu Gesicht bekamen. Auf einmal tauchen auch noch weitere Forbesregenpfeifer auf der anderen Seite des Busses akuf. Und als unser Guide dann noch deren Rufe abspielt, sind alle mehr als befriedigt. Unser Local Guide schießt sogar wieder Fotos mit den Handys derjenigen, die auf eine Spiegelreflex-Kamera verzichtet hatten. Auch ich bin mehr als zufrieden. Ich kann zwischenzeitlich sogar die Kameras am Canon EF 400mm 1:4 DO IS II USM wechseln. Super! Und das alles ohne das Auto zu verlassen Continue reading Der Forbesregenpfeifer in Ghana

Weissstorch erbeutet Ratte

WeißstorchZuletzt gelang bird-lens.com eine seltene und ungewöhnliche Vogelbeobachtung. Mit der Kamera wurde festgehalten, wie ein Weißstorch (Ciconia ciconia) eine große Ratte verspeist.

Der Weißstorch wird im Volksmund auch als Meister Adebar bezeichnet. Gerne wird seine Vorliebe für Frösche kolportiert. Aber auch Mäuse und andere Nager schmecken dem Storch sehr. So wird auch mal ein Maulwurf für Zwischendurch nicht verschmäht. Dass sogar ausgewachsene Wanderratten auf seinem Speiseplan stehen, ist hingegen nicht so gewöhnlich. Anfang Juni konnte eine solch opulente Storchenmahlzeit beobachtet und mit einer Kamera festgehalten werden.

Es handelt sich wirklich um einen seltenen Schnappschuß. Weit musste ich mich nicht von zu Hause fortbewegen. Die Wiesen und einige Viehweiden werden in den Niederungen im Süden Brandenburgs schon früh gemäht. Im Juni ist – abhängig vom Wetter – schon die zweite Mahd zu beobachten. Schon die erste Mahd ist für unsere Störche in den Wiesengebieten von großer Bedeutung. Durch intensive Düngung erfolgt ein starkes Wachstum des Grases. Bei hohem Grasbestand und dichtem Wuchs sind die Wiesen aber für den Storch nur eingeschränkt nutzbar. Anders sieht die Lage in extensiv genutzten Wiesenabschnitten aus, da hier durch eingeschränkte Düngung die Halmdichte niedriger liegt und damit die Sichtbarkeit auf Bodenorganismen für die Störche auch bei größerer Halmhöhe bestehen bleibt. Mit Einsetzen des Grasschnittes bei der Mahd verbessert sich die Situation für die Weißstörche schlagartig. Nun haben sie freie Sicht auf ihre Beutetiere. Zudem werden bei den Mäharbeiten viele Bodentiere aufgeschreckt, Mäuse und deren Nester ausgemäht, viele Bodenorganismen durch die Bearbeitung für den Storch sind leicht erkennbar. Sucht man Störche während der Mahd im Nahrungsgebiet, braucht man eigentlich nur nach einem Traktor mit Kreiselmäher Ausschau zu halten und wird dann schnell fündig. Die fragliche Wiese war schon vor einiger Zeit (einige Tage vorher) gemäht worden. Trotzdem hatte der Weißstorch einen dicken Brocken im Schnabel als ich mit dem Auto vorbeikam.

An jenem Nachmittag muß sein Hunger wohl sehr groß gewesen sein. Denn der Storch schnappte sich eine ausgewachsene, gut 25 Zentimeter lange und rund 350 Gramm schwere Wanderratte (Rattus norvegicus) und verschlang sie binnen weniger Minuten am Stück. Auf dem Foto ist der lange Schwanz und sind die weit herausgestreckten „Füßchen“ gut zu erkennen. Eine Weile wurde die Ratte im Schnabel richtig positioniert. Dann wurde sie mit deutlich erkennbaren Schluckbewegungen des Halses herunter gewürgt.

Er ist ungewöhnlich so dicht an einen Storch heran zu kommen, denn auch die an den Menschen gewöhnten Weißstörche laufen normalerweise schnell weg, wenn sie gestört werden. Doch dieser Storch hatte seinen kapitalen Fang wohl unbedingt in Ruhe verspeisen wollen.

So ist die ungewöhnliche Bilderserie geglückt. Ob der Storch seine Beute vorher getötet hatte, war nicht zu erkennen. Vermeintlich zu erkennende Bewegungen der Ratten-Beinchen können durchaus auch dem Hin- und Herwerfen des Schnabels zuzuschreiben sein. Es ist aber anzunehmen, daß eine sich wehrende Ratte in dem „Schraubstock“ der großen roten Schnabelhälften sowieso keine Chance hätte. Auch wenn ein Frosch wesentlich leichter herunter rutscht.

Die Ernährung des Weißstorchs ist sehr abwechslungsreich, aber fleischliche Kost wird eindeutig bevorzugt. Das Beutespektrum wird weitgehend opportunistisch ausgewählt; sofern große wirbellose Tiere und kleine Wirbeltiere zur Verfügung stehen. Manchmal wird Aas genommen und viele suchen auf Mülldeponien nach Nahrung. Hier können sich zum Beispiel in Spanien oder im Oman mehrere hundert Artgenossen versammeln. Hierüber wird in Europa, Nordafrika, dem Nahen Osten und Südafrika sowohl in der Brut- als auch in der Nichtbrutzeit häufig berichtet. Zu den registrierten Beutetieren zählen kleine Säugetiere (wie Mäuse aus den Gattungen Microtus und Arvicola), große Insekten (insbesondere Käfer (Coleoptera) und Heuschrecken (Orthoptera), junge und ausgewachsene Amphibien, Reptilien wie Schlangen und Eidechsen sowie Regenwürmer und Fische. Manchmal werden auch kleine Kätzchen (Felis catus) aufgenommen. Die Nahrungssuche ist auch saisonal abhängig. So werden in Mitteleuropa von April bis Juni eher Nagetiere von Juli bis August aber vor allem Heuschrecken gefangen. Die  Futtersuche des Weißstorchs ist nicht sehr spezialisiert. Meist sieht man den Weißstorch auf einer Wiese herumzuspazieren. Beute wird durch Sehen lokalisiert und blitzschnell getötet und mit einer plötzlichen Bewegung vom Schnabelende in den Rachen befördert. Gelegentlich kommt es auch zu kurzen, hastigen Verfolgungsjagden.

Mitte August bis Anfang September brechen die Störche auf in die Ferne. Die Jungvögel starten zuerst, die Eltern folgen etwa zwei Wochen später. Ihr Ziel ist das warme, tropische Afrika südlich der Sahara. Dort überwintern sie. Allerdings nehmen nicht alle Störche die gleiche Route. Einige fliegen über den Bosporus, Sinai und den Sudan. Andere fliegen über Gibraltar. Immer mehr Störchen ist der Weg nach Afrika aber zu weit. Sie überwintern lieber in Spanien und Portugal. Dort finden sie in den Reisplantagen genug Nahrung. Beliebtes Urlaubsziel sind auch Mülldeponien. Einige Storchenpaare verzichten gleich ganz auf die lange Reise und überwintern in Deutschland. Forscher vermuten, dass ihre Zahl im Zuge des Klimawandels noch wachsen wird.

Bird-lens ist vor allem eine Website, die die wachsende Nachfrage nach hochwertigen Aufnahmen der Vögel der Westpaläarktis befriedigen soll. Um die Nachfrage nach Top- Aufnahmen seltener Vogelarten befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com neben dem Besuch der näheren Umgebung auch gezielt Reisen an entfernte Orte wie Afrika oder Südamerika unternommen. Dies alles um exzellente Fotos von Vögeln machen zu können. Die Ausbeute an Bildern nicht nur von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture-Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

 

Foula: Heimat der grössten Skua-Brutkolonie

SkuaEtwas kam wie ein Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg aus Richtung der hochstehenden Sonne heruntergestürzt, schwankte gefährlich mit seinen Flügeln auf mich zu, bevor es im letzten Moment abbrach und mich atemlos und erschüttert zurückließ. Der braune Vogel bringt mir bei, dass ich zu nahe an sein Nest komme, dachte ich. Denn irgendwo auf dem sumpfigen Boden neben dem Bohlenweg mußte sich ein kleines, flauschiges Küken befinden, das vor Eindringlingen geschützt werden musste.

Skuas (Stercorarius skua) sind beeindruckende Vögel. Mit ihrem dunkelbraunen Gefieder und den breiten Flügeln sehen sie eher aus wie eine Kreuzung zwischen Bussard und Möwe allerdings mit doppelt so viel Aggressionspotential. Sie sind auch eher seltene Vögel, die man abseits des Atlantiks und seiner Küste sehen kann. Weit über die Hälfte der Population weltweit – ungefähr 10.000 Paare – brütet in Schottland. Die meisten auf den Shetlandinseln, wo sie unter dem altnordischen Namen „Bonxie“ bekannt sind. Auf Foula befindet sich die weltweit größte Brutkolonie dieser Art.  Die Berge und weiten Moor- und Heideflächen der Shetlandinsel Foula sind die Heimat für die weltgrößte Kolonie der Großen Raubmöwen, wie die Art auch genannt wird. In der Sprache der Einheimischen Continue reading Foula: Heimat der grössten Skua-Brutkolonie

Canon Kamera-Einstellungen für Vogelfotografen

Immer wieder werde ich im Nachgang zu den Kamerabesprechungen gefragt, was denn die empfohlenen Einstellungen für die Vogelfotografie bei dieser und jener Kamera sei. Das scheint nicht nur Anfänger stark zu beschäftigen.

Mit einer überwältigenden Anzahl von Einstellmöglichkeiten an den aktuellen DSLRs wird es durchaus komplizierter zu wissen, welche denn zu verwenden seien. Wenn man sich durch die einschlägigen Handbücher gearbeitet hat, dauert es immer noch eine Weile zu verstehen, wie diese Einstellungen funktionieren. Die Lernkurve ist steil, bis man die beste Kombination an Einstellmöglichkeiten für eine spezifische Kamera (für einen selber) gefunden hat. Und für einen Vogelfotografen ist es ja doch viel schlimmer, oder? Das Fotografieren von Vögeln ist sowieso schon herausfordernd genug und eine falsche Einstellung kann die besten Situationen verstreichen lassen. Es dauerte mehrere Jahre, bis ich einige der wichtigsten Einstellungen für die Vogelfotografie identifiziert, geübt und eingehalten hatte.

Lassen Sie mich dabei versichern, dass diese Einstellungen meine persönlich bewährten Methoden reflektieren; Diese Einstellungvorschläge mag jeder anders sehen. Aber vielleicht sind sie ja ein Ausgangspunkt, um bessere Vogelfotos zu machen.

Wichtig ist: die meisten Settings (Einstellmöglichkeiten) einmal einzustellen und sie dann zu vergessen. Lernen Sie auf jeden Fall Continue reading Canon Kamera-Einstellungen für Vogelfotografen

Junge Nachtigall im Fläming

NachtigallSeitlich fällt das warme erste Sonnenlicht auf die aufgelichtete Hecke. Ein Zaunpfahl steht malerisch davor. Eine ganze Weile betrachte ich aus einem Ansitz heraus die mit dem Aufstieg der Sonne stärker illuminierte Stelle. Der Heckenrand ist noch im Schatten. Plötzlich steht dort – auf einem Ästchen im Schatten der Hecke – ein grau-bräunlicher Vogel. Die gelbe Schnabelwulst und eine offensichtlich noch nicht ausgeprägte Wangenbefiederung könnten auf einen Jungvogel weisen. Ich bin unschlüssig. Der Vogel wirkt schlank und wirklich auffallend ist der kastanienbraune, lange Schwanz. Auch der cremig-weiße Po ist auffallend. Der häufigste Vogel in dieser Oase inmitten der Agrarsteppe ist der Feldsperling (Passer montanus); direkt danach kommt die Dorngrasmücke (Sylvia communis). Doch dieser Vogel gehört in eine andere Familie. Schnell denke ich an eine junge Nachtigall (Luscinia megarhynchos), möchte aber auch ein junges Blaukehlchen (Luscinia svecica) zuerst nicht ausschließen. Doch wenig später sehe ich wirklich mal eine Kleindrossel exponiert auf einem Heckenast. Auffallend ist ein dunkler Bartstreif bei einer weißen Kehle. Dazu eine schmutzig-graue Brustzeichnung, die von der hellen Kehle durch einen dunklen Latz abgegrenzt wird. Ja, das ist tatsächlich ein junges Blaukehlchen. Der sieht der grau-bräunlicher Vogel ja doch deutlich anders aus. Schlanker, und auch größer. Es ist tatsächlich eine Nachtigall.

Zuerst ist der Vogel noch von Zweigen und Blättern verdeckt. Dann aber steht er frei in der Hecke. Er hat es offensichtlich auf eine Inspektion des Zaunpfahls abgesehen. Schließlich fliegt der Continue reading Junge Nachtigall im Fläming

Schlangenhalsvögel am Anhinga Trail in den Everglades

SchlangenhalsvogelIm Wassergraben entlang des Besucherweges wimmelt es von Fischen. Plötzlich taucht ein spitzer, dolchartiger Schnabel dicht vor uns aus dem Wasser auf. Ihm folgt ein langes Stück Hals. Wie eine Schlange gleitet der Schlangenhalsvogel (Anhinga anhinga)  geräuschlos durchs Wasser. Sein wasserdurchlässiges Gefieder mindert den beim Tauchen störenden Auftrieb und unterdrückt jegliches Plätschern. Eine Weile sehen wir den schlanken Vogelkörper noch unter uns durch das ziemlich klare Wasser dahingleiten. Jetzt gilt es aufzupassen. Geschickter noch, auf jeden Fall aber spektakulärer als Kormorane (Phalacrocorax carbo) stellen sie unter Wasser Fischen nach. Wie eine Harpune setzen Schlangenhalsvögel ihren spitzen Schnabel ein. Der lange Hals, der vor dem Zustoßen S-förmig zurückgebogen wird, funktioniert wie eine angespannte Feder und erlaubt unter Wasser blitzschnelles Zustoßen, um den anvisierten Fisch zu durchbohren. Am Anhinga-Trail in Floridas Everglades bieten sich ideale Voraussetzungen, um die schwarzen Fischjäger zu beobachten. Continue reading Schlangenhalsvögel am Anhinga Trail in den Everglades

Zwergseeschwalben an der mittleren Elbe

Die Kies- und Sandgrube eröffnet einen Blick wie auf eine urzeitliche Flußlandschaft. Zwischen Flachwasserbereichen, Sandflächen, Schilf funkelt das blaue Wasser. Die Ränder der Grube sind durch aufgeschüttete Dämme von den landwirtschaftlichen Flächen abgetrennt. Da taucht ein Vogel ungefähr auf Höhe der Dammkante auf, der sich durch einen eigentümlichen Flug auszeichnet. Wie abgehackt wirkt die Flügelbewegung während des Flugs der Zwergseeschwalbe (Sternula albifrons). Dabei ist die Bewegung leicht und schnell. Zwischendurch ist immer wieder ein spitzes und schrilles “ki-ki-kit” zu hören. Ja, die auffälligen, durchdringenden Rufe der Zwergseeschwalbe erlauben es, sie auch auf Abstand zu identifizieren und wiederzuerkennen. Manchmal bleibt sie bei der Jagd auf Fische in geringer Höhe über der Wasseroberfläche stehen und rüttelt. Sie steht so lange in der Luft bis sie einen Fisch erspäht hat, in einen Sturzflug übergeht, mit viel Wasserspritzern im Kiessee verschwindet, dann (hoffentlich) einen Fisch mit einem Schnabelstich erbeutet, und unter Wasserspritzern wieder aus dem Wasser aufsteigt.

Die Zwergseeschwalbe ist eine typische kleine Seeschwalbe. Sie fällt schon von weitem durch ihren auffälligen Flug, ihre Größe (sofern einzuschätzen) und vor allem den hellgelben Schnabel mit einer kleinen dunklen Spitze auf. Sieht man sie näher, fällt die weiße Stirn Continue reading Zwergseeschwalben an der mittleren Elbe

Brandenburger Heiden: Heimat des Ziegenmelkers

ZiegenmelkerWenn die Dämmerung zur Dunkelheit wird, kann man im Süden Brandenburg, auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen ein anhaltendes, diskretes Schnurren hören. Es scheint aus dem Dunkel der kleinen Pappel- und Birkenhaine zu kommen. In der lichten Sukzession-Vegetation aus Birken-, Pappeln, Espen und Kiefern mit noch vorhandenem Heideunterwuchs und einigen offenen Sandstellen erreicht der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), ein sehr interessanter Vogel seine höchste Brutdichte. Der Ziegenmelker ist nur amselgroß und weist ein grau-braunes Gefieder mit auffälligen weißen Flecken auf. Der Vogel zählt zur Familie der Nachtschwalben(Caprimulgidae), von denen in Mitteleuropa nur diese Art vorkommt. Nachtschwalben sind übrigens recht eng mit den Seglern und Kolibris verwandt. Dagegen ist eine enge Verwandtschaft mit mehreren anderen, in Aussehen und Lebensweise ähnlichen Familien nicht so klar. Der weithin hörbarer Gesang des Ziegenmelkers, ein aus zwischen zwei Tönen wechselndes rhythmisches Schnurren „rrrrrrrr …“, bestimmt die Geräuschkulisse der Heiden von der Dämmerung bis spät in die Nacht. Während der Balz fliegt der männliche Ziegenmelker unter Flugrufen zu einer Singwarte. Dies kann ein abgestorbener Ast unter der Krone einer alten Kiefer sein, es kann sich aber auch um einen hoch gelegenen Punkt innerhalb einer Freifläche oder Schonung handeln. Hier „schnurrt“ das Männchen ausgiebig. Continue reading Brandenburger Heiden: Heimat des Ziegenmelkers

Papageitaucher auf Skomer

PapageitaucherEin Riesenkrach herrscht besonders in der Brutzeit auf einem typischen Vogelfelsen. Mitten drin kann sieht man immer wieder einen farbenfrohen, untersetzten Gesellen mit leuchtend orangenfarbenen Füßen und Schnäbeln. Häufig steht dieser Vogel still am Rand der Klippen steht, als würde ihn der ganze Trubel nichts angehen. Dies ist der Papageitaucher (Fratercula arctica).

Bei einem England-Aufenthalt ging es dann auch mal nach Süd Wales und ich hatte Gelegenheit, die Insel Skomer zu besuchen. Dort habe ich erlebt, daß die Papageitaucher immer wieder unter die Naheinstellgrenze meines Objektivs (Canon 4,0/ 400 DO) kamen. Dabei näherten sich die Papageitaucher; nicht ich mich ihnen. Auf Skomer war das Brutgeschäft schon im Gange, aber die Küken waren noch nicht geschlüpft. Somit hatte ich nur einen einzigen Papageitaucher gesehen der mal mit dem Schnabel voller Sandale anflog.

Auf der Insel stellen die Papageitaucher einen besonderen Höhepunkt dar. Die am besten zu beobachtende Kolonie auf Skomer heißt „The Wick“. Egal, wo man auf die drolligen Gesellen trefft: man sollte viel Zeit und Geduld mitbringen. Auch zu Essen und zu Trinken sollte vorhanden sein. Denn haben sich die Vögel Continue reading Papageitaucher auf Skomer

Die Steppenweihe: ein (fast) regelmässiger Irrgast im Havelland

Die Steppenweihe (Circus macrourus), ein Männchen im 2. Kalenderjahr / bzw. ein vorjähriges Exemplar, kröpft sehr nahe am Turm Beute und hält sich danach ausgiebig in dem Sauerampfer auf der nahegelegenen Weide nahe am Turm Buckow im Havelländischen Luch bei Märkisch Luch auf. Die Steppenweihe ist stationär seit mindestens dem 3. Juni 2019. Immer wieder ist die Weihe erfolgreich Nahrung suchend zu beobachten. Schön sind Jagdflüge oder auch Verfolgungsflüge zu sehen. Eindrucksvoll sind die eleganten Verfolgungsjagden hinter einer jungen Wiesenweihe (Circus pygargus) zu sehen. Lange steht die männliche Steppenweihe im Gras und betrachtet aufmerksam die Büschel vor sich. Wenn sie zum Flug – aus welchen Gründen auch immer – antritt, ist aber Konzentration gefragt. Schnell ist ein grauer, vorbeifliegender Greif mißinterpretiert; er stellt sich dann – wie in der Galerie der Greife vom Havelländischen Luch zu sehen – als Wespenbussard (Pernis apivorus) heraus.

Am Samstag, den 13. Juli waren Beobachtungen praktisch über den gesamten Zeitraum von 2 Stunden etwa 100m nördlich des Turms auf der inzwischen gemähter Wiese mit einigen stehen gelassenen Streifen und ansonsten losem Heu möglich. Einmal packte die Weihe eine Maus unter dem Heu hervor, hält sie kurz im Schnabel und frisst sie dann. Der in den ersten Fotos noch sehr auffallende hell-weiße Halsring und auch der weiße Unteraugenstreifen hat sich zwischenzeitlich deutlich reduziert. Der auf den ersten Fotos blassgelb-beiger Bauch ohne Strichelung scheint nun deutlich Continue reading Die Steppenweihe: ein (fast) regelmässiger Irrgast im Havelland

Haubentaucher im Brutgeschäft

HaubentaucherEin Haubentaucher (Podiceps cristatus) sitzt aufrecht auf seinem Nest und hält die Jungen warm. Elegante Federn zieren den Kopf am langen, dünnen Hals.

Zu Beginn des Frühlings kamen durchdringende Schreie aus dem Schilf. An stillen Tagen hörte man die tief-klingenden Schreie weit über das glatte Wasser des Sees tragen. Ein Haubentaucher- Paar hatte sich am Ufer des Sees niedergelassen.

Ende Februar / Anfang März, zur Balzzeit der Haubentaucher, ist viel los auf dem See. Die Männer streiten laut um ihre Territorien. Bei der Paarung stehen sich Männchen und Weibchen von Brust zu Brust gegenüber, schütteln ihre Kopfbedeckung, präsentieren sich gegenseitig Nistmaterial und richten sich mit abgesenkten Schnäbeln gegeneinander. Früh am Morgen im Morgengrauen beginnt das Spektakel und erst nachdem die Sonne untergegangen ist, beruhigt sich der See wieder.

Sobald ein Paar sich gefunden hat, fangen sie an, ein Nest zu bauen, das sie entweder im Schilf oder in der Mitte des Wassers verstecken. Für mehrere Tage bauen sie zusammen auf dem schwimmenden Floß aus Schilf, Blättern und Seerosen. Dann transportieren sie eifrig Pflanzenmaterial und schwimmen häufig zu ihrem im Bau befindlichen Nest, bis es stabil genug ist.

Da die Haubentaucher häufig in Ufernähe brüten, finden sie hier auch genügend Nistmaterial. Das dauert normalerweise eine Continue reading Haubentaucher im Brutgeschäft

Schweifkuckuck im Ankasa Nationalpark

SchweifkuckuckTrotz der Hitze hat sich die Morgenexkursion auf dem schmalen Trail schon gelohnt. Der Hit ist dann aber, daß ein Schweifkuckuck (Cercococcyx mechowi) auf uns wartet als wir den Wald verlassen. Er sitzt ganz frei auf einem Ast am Rand der Dschungelpiste. Als wir alle aus dem dichten Wald herausgetreten sind, fliegt er natürlich auf. Aber nicht weit. Er setzt sich in den Bereich des Waldes aus dem wir gekommen sind. Direkt vor uns. Dort sitzt er auf einen Ast im Schatten und ist weiterhin gut zu hören und dann auch zwischen den Zweigen und Blättern zu sehen. Im Spektiv sitzt er gut sichtbar, wenn auch im Gegenlicht und sehr im Schatten.

Der Schweifkuckuck weist in der aktuellen Literatur zwei taxonomisch undifferenzierte westliche und östliche Populationen auf. Grob gesprochen überschneidet sich die geografische Verbreitung der beiden Populationen mit den Waldgürteln des Upper und des Lower Guinea Forest Westafrikas erstreckt. Die Waldgürtel werden am Dahomey Gap in Nigeria getrennt.

Diese Populationen haben allerdings ein sehr unterschiedliches Stimmeninventar. Grundsätzlich verfügt diese Art über zwei unterschiedliche Arten von Lautäußerungen. Einen melodiösen Pfiff mit drei Tönen und ein eher klagendes Wiehern in Westafrika Continue reading Schweifkuckuck im Ankasa Nationalpark

Buntspecht an frischer Bruthöhle

Anfang Mai hatte ich das Glück, in einem brandenburgischen Kiefernforst einen Buntspecht (Dendrocopos major) zu entdecken. Ganz leise Klopfgeräusche kamen von einer Gruppe noch recht schlanker und daher dünner Kiefern. Aber kein Specht war zu entdecken. Sollte es sich doch um einen Kleiber handeln? Aber auch der war weder in der Baumkrone noch an einem trockenen Seitenast zu erkennen. Ich mußte einige Zeit aufwenden, um endlich die Kiefer genau lokalisieren zu können, von der das leise Klopfen kam. Da sah ich es: ein Loch im Baum. Ein kreisrundes Einflugloch in der Kiefer war nicht zu übersehen. Der Höhleneingang lag gar nicht hoch. Hier kamen die gedämpften Geräusche her. Kein Wunder, daß ich keinen Vogel am Baum gesehen hatte. Der Specht baute seine Höhle aus. . Am Anfang verschwindet ein Buntspecht ganz in der Höhle um kurz darauf mit dem abhobelten Spänen wieder am Eingang zu erscheinen und sie schwungvoll heraus zu befördern. Später – und das war wohl nun der Zeitpunkt – verbleibt er länger in der künftigen Bruthöhle, um die Späne als Bodenbelag im Nest zu präparieren.

Mit ein paar Kratzgeräuschen an der Rinde der Kiefer wurde der Buntspecht neugierig gemacht. Wenig später erschien der weibliche Buntspecht am Höhleneingang. Ein kurzer Blick und schon flog der Continue reading Buntspecht an frischer Bruthöhle

Vogelfotografie in den Rieselfeldern Münster

FitisEin ohrenbetäubendes Gekreische ist schon von der schmalen Straße am Rand des Schutzgebiets „Rieselfelder Münster“ zu hören. Von einer Aussichtshütte wird man früh am Morgen Zeuge wie die Sonne im Osten sich mit einem dünnen Lichtschein, später mit goldgelben Licht ankündigt und dann mit einem dicken Feuerball aufgeht. Dieses Spektakel beleuchtet eine – für das Innenland – beeindruckendes Vogelschauspiel. Eine große Lachmöwenkolonie hat Junge, die teils schon recht groß aber immer noch bettelnd für eine beeindruckende Geräuschkulisse sorgen. Die vielen Enten, ebenfalls mit Nachwuchs, stehen den Möwen nur geringfügig nach.

Am Vortag hatte es heftig Gewitter mit Regenfällen gegeben. Die Luft ist nun ganz frisch und kühl. Ein teil auffrischender Wind aus Ost weht ebenfalls. Der Eindruck ist überwältigend. Wenn man sich das im Hintergrund stehende Windrad wegdenkt, könnte man sich auch irgendwo in eine Wildnis denken, wo die Natur noch in Ordnung ist. Das hier ist aber alles Menschenwerk. Perfekt mit Bewässerungsgräben inszeniert, aber alles andere als ein natürlicher Continue reading Vogelfotografie in den Rieselfeldern Münster

Der Kaiseradler vom Randowbruch

KaiseradlerVor dem stahlblauen Himmel über dem Zichower Wald schrauben sich Greife in die Luft. Einer davon ist auffallend anders. Rotmilane umkreisen ihn und attackieren ihn. Endlich: der immature Kaiseradler (Aquila heliaca) ist gefunden.

Nach einem wunderschönen aber recht kühlen Morgen war der Birdingtag bisher ohne die ersehnte Sichtung des immaturen Kaiseradlers verlaufen. Der Tag war – jetzt gegen 10:30 – zwar noch jung und schon sehr produktiv verlaufen, aber der Ausnahmegast war noch nicht aufgetaucht. Schon Dienstag und Mittwoch wurde der Adler im Randowbruch zwischen Zichow und Zehnebeck innerhalb von fünf Stunden von bis zu 4 Beobachtern nicht gefunden.

Ansonsten blieb an dem sonnigen Sommermorgen fast kein Greifvogel-Wunsch unerfüllt. So waren schon etliche Roter Milane (Milvus milvus) – vor allem diesjährige Vögel – Schwarze Milane (Milvus migrans), natürlich junge und erwachsene Seeadler (Haliaeetus albicilla), Rohrweihen (Circus aeruginosus),

Mäusebussarde (Buteo buteo), mindestens 4 Schreiadler (Clanga pomarina), der ein oder andere Turmfalke (Falco tinnunculus) und als schönes Highlight ein tief vorbeifliegender Baumfalke (Falco subbuteo). Continue reading Der Kaiseradler vom Randowbruch

Flamingos in der Laguna Chaxa im Nationalreservat „Los Flamencos

Chile-FlamingoDie Laguna Chaxa befindet sich gut 60 km südlich von San Pedro de Atacama auf einer Höhe von rund 2.300m NN. Sie zählt mit zum Salar de Atacama und ist Teil des Nationalreservat „Los Flamencos“.  Der Lauca Nationalpark mit seinen Vögeln ist nicht weit. Der Salar de Atacama liegt in der Atacamawüste und ist die größte Salzebene in Chile. Hier sind spektakuläre Landschaften und Massen an Flamingos zu erwarten. Zuerst ist aber eine zeitraubende Anreise zu bewältigen. An Vögeln ist nicht viel zu erkennen. Der Braunmantelämmerling (Phrygilus dorsalis) ist vor allem am Wegesrand erstaunlich häufig. Immer wieder mal ist ein Felsenerdhacker (Upucerthia andaecola) mit seinem krummen Schnabel und ein Aymaratäubchen (Metriopelia aymara) zu beobachten.

Die Tour beginnt in Calama, von wo aus man zunächst in Richtung San Pedro fahrt, der am dichtesten besiedelten, prähispanischen Oase Chiles. Man durchquert dabei die für ihre interessanten Erosionsformen bekannte Cordillera de la Sal. Das Nationalreservat Los Flamencos ist in sieben Bereiche unterteilt. San Pedro am nächsten liegt das Valle de la Luna, das Mondtal. Die erodierten Falten dieser Felslandschaft bieten besonders im Abendlicht ein faszinieren-des Spiel von Licht und Schatten. Nur ca. 45 Autominuten entfernt liegt die Laguna Chaxa – eine Reihe kleiner Seen inmitten der Atacama- Salzwüste. Mit über 300.000 Hektar ist sie die größte Salzwüste Chiles. Sie beherbergt eine erstaunliche Continue reading Flamingos in der Laguna Chaxa im Nationalreservat „Los Flamencos

Tordalken in der Seevögelkolonie auf Helgoland

TordalkEin waghalsig positionierter Tordalk (Alca torda) ist doch eine extra Fotosession wert. Er sitzt auf einem ganz schmalen, vollgekoteten Sims vor den schmalen Felsbändern der Seevögelkolonie und muß sich immer wieder der anfliegenden Trottellummen (Uria aalge) erwehren und den An- und Abflügen, der im oberen „Geschoß“ wohnenden Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) ausweichen. Man kann schön sehen, daß das ein oder andere Nest schon eine junge Dreizehenmöwe oder eine junge Trottellumme beherbergt. Auch die Tordalken – zwar deutlich seltener als die Trottellummen – scheinen auffälliger als die Tage zuvor. Sie sitzen jetzt viel häufiger frei. Ein sehr wagemutiger Tordalk ist ja schon angesprochen worden. Wenig später sehe ich auch den Partner des Tordalken, der etwas verdeckt in der Klippe auf einem Nest sitzt. Auf Anhieb sieht es so aus, daß die Tordalken die Trottellummen dominieren. Aber wie es gehen kann, sehen wir Continue reading Tordalken in der Seevögelkolonie auf Helgoland

Buschrohrsänger im Norden Deutschlands

BuschrohrsängerLetztes Jahr Ende Mai/ Anfang Juni hatte ich das Glück, an einem Küstenstück in Estland im Matsalu National Park in Estland einen Buschrohrsänger (Acrocephalus dumetorum) zu entdecken. Darüber hatte bird-lens.com ja bereits berichtet.

Ein Buschrohrsänger hat auch in diesem Spätfrühjahr viele Birder nach Norden verfrachtet. Diese wollten einen Buschrohrsänger entweder am Regenrückhaltebecken Wohldorf in  Hamburg oder bei Stockelsdorf in der Nähe von Lübeck beobachten.

Der Vogel wechselt häufig zwischen Weidenbüschen und zeichnet sich durch sein unermüdliches Singen, teilweise mit Imitationen von Amsel, Rauchschwalbe, Blaumeise, Kleiber, Bluthänfling, Feldsperling und Buchfink aus. Nach vorläufigen Beobachtungen legt der Vogel allerdings nachmittags eine längere Gesangspause ein

Es werden auch vermehrt Sichtungen in Holland und im Vereinigte Königreich. Da Vögel mehr oder weniger regelmäßig (und zunehmend) gefangen werden, stellt sich natürlich die Frage nach den Gründen.

Bereits im Juni letzten Jahres hatte bird-lens.com über Feldmerkmale des Buschrohrsängers berichtet. Ich bin nun auf Continue reading Buschrohrsänger im Norden Deutschlands

Zwergschnäpper an der „Grossen Treppe“ auf Helgoland

ZwergschnäpperZunächst verrät nichts die Anwesenheit eines Zwergschnäppers (Ficedula parva). Aber heute früh ist er von der „Großen Treppe“, der Verbindung von Ober- zu Unterlang auf Helgoland gemeldet worden. Zuerst sind nur die Zilpzalpe (Phylloscopus collybita) und der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) im Hang zu hören. Von der Empore auf mittlerer Höhe der Großen Treppe lausche ich den Vogelstimmen. Ich versuche den Gesang nachzupfeifen. Zuerst geschieht gar nichts. Dann ernte ich einen knarrenden Laut mitten aus dem Dickicht.

Während der Gesang als recht melodiös bezeichnet werden kann, der durch seine pfeifenden Bestandteile in absteigender Tonhöhe charakterisiert ist, ist der Ruf deutlich weniger auffällig. Der Ruf ist nur kurz. Auch dem Gesang gehen häufig „zit“ -Silben voraus. Ähnlich ist der Ruf: ein dünnes, hohes, kurzes “dzik” oder “zit”, das manchmal in lose tickende “tk tk tk …” – Reihen übergeht. Der knarrende Laut, den ich höre, könnte mit dem in der Literatur beschriebenen “zrrrt” als Alarm-Ruf zu tun haben.

Das könnte der Zwergschnäpper also doch sein. Eigentlich ist die letzte Beobachtung schon was länger – einige Stunden – her. Plötzlich ist da Bewegung im Schatten der nahe stehenden Ahorn- Continue reading Zwergschnäpper an der „Grossen Treppe“ auf Helgoland

Das Wattenmeer: eine einzigartige Vogelheimat

RotschenkelDas Wattenmeer gilt als eine der letzten naturnahen Landschaften Mitteleuropas. Die Mischung aus extremem Lebensraum, ungestümer Dynamik, endloser Weite und Stille faszinieren wohl jeden Besucher. Das Wattenmeer ist eine Küstenlandschaft von beispielloser Größe und Vielfalt. Wie kein anderes Ökosystem verändert das Wattenmeer täglich sein Gesicht. Es hat Land- und Meercharakter zugleich. Wind und Wellen modellieren ständig seine Oberfläche.

Das Wattenmeer ist nur geringen Flusseinflüssen ausgesetzt. Hochdynamische natürliche Prozesse werden daher im überwiegenden Teil des Watts nicht unterbrochen, wodurch eine Vielzahl von Barriereinseln, Kanälen, Sandebenen, Prielen, Salzsümpfen und anderen Küstenelementen entsteht.

Und wie kein anderes Ökosystem kann das Wattenmeer seine Farbe ändern. Wattpfützen leuchten plötzlich golden im Schein der untergehenden Sonne. Die Farben des noch nassen Watts ändern sich von Gelb über Orange nach Rot. Die Abendstimmung im Sandwatt bei Föhr kann blau-violette Töne aufweisen. Schließlich künden intensive Blautöne von der hereinbrechenden Dunkelheit. Continue reading Das Wattenmeer: eine einzigartige Vogelheimat

Basstölpel am Vogelfelsen auf Helgoland

BasstölpelSchwere weiß Vögel mit orange-gelben Köpfen stehen in der Luft vor einer steilen Klippe. Manche tragen grünes “Gemüse” im Schnabel. Direkt vom Weg aus, sind die Vögel dicht an dicht auf ihren Nestern zu sehen. Ohrenbetäubendes Gekreische, beißender Fischgeruch und gelegentlich ein Tropfen von Vogelkot aus der Luft. Es ist kein reines Vergnügen, an den Helgoländer Vogelklippen zu fotografieren.

Dafür kann man sich auf eine – zumindest in Deutschland – einmalige Art bei Flugaufnahmen austoben. Am beeindruckensten sind die Basstölpel (Morus bassanus). Formatfüllende Aufnahmen gelingen bereits mit einer Zoom 80-200. Diese Brennweite ist für Flugaufnahmen sogar perfekt geeignet. Eine 300 mm Brennweite ist schon fast zu viel. Man kann sogar darüber nachdenken, die direkt an den Aussichtspunkten stehenden Nester der Basstölpel mit einem Weitwinkel abzulichten. Anders als zu vielen anderen Gelegeheiten sind längere Brennweiten hier eher nicht angeraten. Während der Brutsaison von April bis August hat man die besten Möglichkeiten, um zu lohnenden Aufnahmen zu kommen. Silbermöwen (Larus argentatus) und Trottellummen (Uria aalge) brüten bevorzugt  ebenfalls in den steilen, unzugänglichen Continue reading Basstölpel am Vogelfelsen auf Helgoland

Pirol in Obstbaumspitze

Ein leuchtendes Gelb ist aus einer Baumkrone im ersten Licht zu erkennen. Ein goldgelber Pirol (Oriolus oriolus) sitzt auf einem flechtenüberzogenen, spärlich belaubten Ast. Natürlich kann man einen Pirol auch in Deutschland entdecken. Denn in den warmen Sommermonaten, zwischen Anfang Mai und Ende August, leben und nisten sie fast überall. Doch häufig hört man nur das Flöten des Pirols hoch aus irgendwelchen Weichhölzern. Und im grün-gelben Blätterwald eines Pappel-Weidenwäldchens Laubbaumes ist ein Pirol sehr gut verborgen.

Das wollte ich mit einem Sommertrip nach Bulgarien ändern. Wie ich es erwartet hatte, war das Wetter im Juli durchgängig richtig gut. Anfangs konnten wir von einer Kanzel mitten in dem Obstbaumhain eines Bauerndorfes morgens sehr gut beobachten. Die Sonne kam meist gerade erst am Horizont hoch als wir mit den Kaffeetassen und der Thermoskanne im Arm auf den Turm mit seiner Wendeltreppe hochliefen. Die abgestorbenen Äste der Apfel- und Kirschbäume vor uns waren prädestiniert für die Vögel, die wir in den Baumkronen erwarteten. Auf den Stromleitungen saßen gurrende Turteltauben (Streptopelia turtur). Sie lassen sich im schönen Morgenlicht schön fotografieren. Der Hit dieses Turms war aber unzweifelhaft der Pirol. Allerdings war nur das Weibchen so Continue reading Pirol in Obstbaumspitze

Rotkopfwürger auf Helgoland

Rotkopfwürger

Es ist 9:30 als ich Anfang Juni in Ornitho.de die Eintragung eines Rotkopfwürgers (Lanius senator) im Helgoländer Nordostgelände sehe. Ich denke, ich muß mal Brötchen holen. Zuerst laufe ich den Klippenrandweg entlang als mir schon die ersten Ornithologen entgegenkommen, die den Rotkopfwürger von oben, von den Klippen nahe der Beringungsstation, beobachtet hatten. Ja, der Rotkopfwürger war eben noch da. Er sei aber nun in Richtung Jugendherberge geflogen. Ich laufe trotzdem zu dem Aussichtspunkt auf den Klippen und sehe im Unterland viele eifrige Ornis laufen. Die Blickrichtungen sind eindeutig und wenig später scheint man fündig geworden zu sein. Da sehe ich den Rotkopfwürger auch auf einem Zaun des Wassergewinnungsgebietes sitzen. Selbst aus der Entfernung ist schön der rote Kopf und die auffallend weiße Brust zu erkennen. Ich laufe dann den Klippenrandweg entlang und die Treppe zum Nordstrand herunter. Unten angekommen, hat ein kleiner Orni-Trupp gerade sein Vormittagswerk vollbracht. Der Rotkopfwürger sei leider weg. Ich bleibe noch eine Weile mit einem Vogelbeobachter östlich vom Sportplatz stehen. Wir schauen noch eine Weile, unterhalten uns und er weist mich auf den singenden Karmingimpel (Carpodacus erythrinus) hin, den ich dann auch noch sehe und fotografiere. Ein paar ältere Damen (70+) gesellen sich Continue reading Rotkopfwürger auf Helgoland

Alpenbraunellen und andere hochalpine Vogelarten in Hessen

AlpenbraunelleSogar 3 Alpenbraunellen (Prunella collaris) konnten am 11. April 2014 auf dem Großen Feldberg, nur 20 km von der Frankfurter Innenstadt entfernt, beobachtet werden. Nachdem ein lokaler Ornithologe, Ingo Roessler, die Art auf der Suche nach Ringdrossel (Turdus torquatus), in der Nähe des Städtchens Schmitten gefunden hatte, waren damals schnell mehrere Ornithologen auf dem Gipfel des Berges (ca. 800 m ü.M.) geeilt, um die zu dem Zeitpunkt sehr seltenen Arten zu beobachten. Inzwischen kommt die Alpenbraunelle fast alljährlich und im Jahr 2019 am 8. April wieder mit drei Artgenossen und am 26. 4. mit einem Einzelvogel am Feldberg festgestellt werden. Die Beobachtung dieser hochalpinen Vögel komplettiert sehr schön die ebenfalls in Hessen festgestellten auf der Wasserkuppe bei Gersfeld in der Rhön im Osten Hessens. Dort waren 2 Schneesperlinge oder auch Schneefinken (Montifringilla nivalis) über mehrere Tage Anfang April 2016 bei teils stürmischem Wetter und daher schlechten Bedingungen für eine Sichtung angetroffen worden. In diesem Frühjahr wurde eine für Hessen neue hochalpine Vogelart nachgewiesen. Am 4.4. wurde in Grebenstein nördlich von Kassel eine Felsenschwalbe (Ptyonoprogne rupestris) beobachtet und fotografiert. Angesichts der Ausbreitung der Felsenschwalbe als Continue reading Alpenbraunellen und andere hochalpine Vogelarten in Hessen

Gelbkopf-Schafstelze auf dem Helgoländer Oberland

Gelbkopf-SchafstelzeEtwas Gelbes blitzt auf dem grünen Gras auf. Kann das die von heute früh gemeldete Gelbkopf-Schafstelze (Motacilla flava flavissima) sein? Auf dem Rundweg passieren wir dann auch tatsächlich eine Kuhweide. 6 Galloways und ein Widder sind auf einer mit Elektrodraht eingezäunte Weide zu sehen. Hier am Oberland von Helgoland war die Schafstelze der Unterart flavissima, die Gelbkopf-Schafstelze heute morgen gesichtet worden. Zuerst wohl im Helgoländer Fanggarten und dann auch noch an der Kuhwiese, westlich vom Fangarten. Das war um 10:15; also deutlich früher als jetzt um 16:00.

Die Kuhwiese ist uns trotzdem einen Blick wert. Nicht zuletzt wegen eines blassen aufrechtstehenden Singvogels auf der kurzrasigen Weide. Ich denke an einen Brachpieper (Anthus campestris). Der Blick durch das Fernglas zeigt aber dann doch einen weiblichen Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe). Habe ich da nicht den Ruf einer Continue reading Gelbkopf-Schafstelze auf dem Helgoländer Oberland

Sumpfohreulen im schwebenden Flug

Stürmische See, fliegender Sand in Verbindung mit einem Strandspaziergang. Das sind die Ingredienzien für einen Winterurlaub auf Zeeland. Es ist schon einige Jahre her, dass ich regelmäßig Weihnachten und Neujahr an der Küste der Niederlande verbrachte. Hier hatte ich 2008 zum ersten Mal eine fliegende Sumpfohreule (Asio flammeus) beobachten können. Es war meine zweite Begegnung, nachdem ich eine im hohen Gras sitzende Sumpfohreule an der Küste bei Wilhelmshaven in Norddeutschland gesehen hatte. Natürlich wollte ich diese schöne und seltene Eule auch mal fotografieren.

Bei meinem nächsten Besuch in der südlichsten Provinz der Niederlande im Dezember 2009 hatte ich das Glück, 3 verschiedene Sumpfohreulen an einer Stelle in Aktion zu sehen. Am späten Nachmittag fangen diese Vögel an, aktiv zu werden und fliegen über die Polder in diesem Gebiet auf der Suche nach Beute. Es ist wirklich faszinierend, diese schönen Vögel zu sehen, die über die Felder fliegen und dann abrupt die Richtung wechseln, um ihre Beute, hauptsächlich Mäuse, auf dem Boden zu fangen.

Dann im Januar des nächsten Jahres verbrachte ich wieder die Tage im Winter in Zeeland. Ich hatte die Bilder, die mir in meinem Kopf vorschwebten noch nicht machen können. Ich hoffte, dass die Sumpfohreulen noch eine Weile die Polder und Sanddünen Continue reading Sumpfohreulen im schwebenden Flug

Austernfischer am Wattenmeer

Will man Vögel am und im Wattenmeer fotografieren, ist Mai die beste Zeit, denn das Brutgeschäft ist dann in vollem Gange. Austernfischer (Haematopus ostralegus), andere Limikolen und Möwen begnügen sich meist mit einer schlichten Mulde für ihr Gelege. Oder es werden wenige Steine oder Muschelschalen als „Nestdekoration“ gesammelt.

Nicht selten wählen Möwen und Austernfischer auch ungewöhnliche Brutplätze für ihre Gelege. Sturmmöwen (Larus canus) suchen nicht selten die unmittelbare Nähe des Menschen für ihre Brut. So gibt es Meldungen von Brutplätzen direkt neben Schulheime, Fachkliniken oder von den Eingangsgebäuden an Camping- und Zeltplätzen in den Dünen.

Das gilt übrigens auch für Austernfischer. Normalerweise brüten sie in der Strandzone. Insbesondere auf Salz- und Marschwiesen, aber auch auf hoher Inselgeest und in den Dünen sind sie zu finden. Seit den 1960er Jahren werden zunehmend Bruten auf Flachdächern, auch auf Gebäuden tief im Binnenland, auf Einkaufsmärkte, auf Werkhallen, Turnhallen usw. gemeldet. Auf manchen Inseln in der Nordsee werden zunehmend die Firste von reetgedeckten Häusern besiedelt. Die Jungen sind als Nestflüchter nicht lange in dem luftigen Nest. Bald purzeln sie nach dem Schlüpfen herunter und landen aufgrund ihres weichen Dunenkleides auch auf Schotter- und Steinboden weitgehend unversehrt. Sie werden dann von den Eltern zwecks Fütterung in das nebenan liegende Gelände geführt und Continue reading Austernfischer am Wattenmeer

Fraser’s Sunbird füttert Junges im Tieflandregenwald im südlichen Kamerun

Der  Campo Maan National Park hat nicht nur den Buntkopf-Felshüpfer (Picathartes oreas) zu bieten, sondern auch noch eine Menge anderer Vögel, die man ansonsten vergeblich sucht.

Nachdem wir schon sehr erfolgreich mit dem scheuen Gelbwangentrogon (Apaloderma aequatoriale) waren, läßt uns im weiteren Verlauf des Tagesausflugs das Birding-Glück ein wenig im Stich. Die Hitze des Tages schlägt sich nun auch voll durch auf den schattigen Urwaldwege. Ein kleiner Trupp von Vögeln, der sich an Raupen gütlich tut, hat weiße Augenringe. Benjamin, der Depp, tippt auf ein Senegalbrillenvogel (Zosterops senegalensis). Na, also Gelb hatte der doch überhaupt nicht auf dem Bauch. Anfangs ratlos, landen wir bei der Artbestimmung bei einem Nektarvogel. Es könnte sich doch schließlich um den rein insektivoren Laubnektarvogel (Deleornis fraseri) handeln. So ist es auch. Schön ist der Laubnektarvogel dabei zu beobachten, wie er durch das Gewirr aus Zweigen und Blättern schlüpft. Fleißig holt der Laubnektarvogel ein Insekt – meist ein langgezogenes, großes Getier, das ich überschlägig nur als Stabschrecke, Mantis und/oder Heuschrecke bestimmen kann – aus allen möglichen Ritzen und Rinden. Die ganze Zeit hängt ein feines Rufen in der Luft, das sich zuerst nicht zuordnen läßt.

Dann endlich entdecke ich einen unscheinbaren, grauen Vogel mit einer ebenfalls markanten Gesichtsmaske. Sofort denke ich an ein Jungtier des Laubnektarvogels. Aber der Vogel, der die ganze Zeit am rufen ist, hat gar keinen langen, geraden und auch noch orange-gelben Schnabel. Der Schnabel ist im Gegenteil eher kurz, gerade und auch noch schwarz. Auch die Verteilung des weißlichen Augenrings sieht eher wie getupft aus. Ich denke schon an einen Gabunnektarvogel (Anthreptes gabonicus). Das würde zwar nur mit Ach und Krach mit der Habitatbeschreibung in der einschlägigen Literatur übereinstimmen. Aber einige Dinge passen schon sehr gut. Allein die Fotos in der African Bird Club Image Database passen nicht wirklich zu den Zeichnungen im „Field Guide to the Birds of Western Africa“ (Helm Field Guides) von Nik Borrow  und Ron Demey. Dann aber schieße ich definitiv Fotos, die ein adultes Exemplar des Laubnektarvogels und einen jungen Laubnektarvogel unter einem Cecropia-Schirm laut bettelnd zeigen. Eindeutig: die beiden gehören zusammen. Der adulte Laubnektarvogel läßt sich allerdings etwas Zeit während das Junge sich die Seele aus dem Hals schreit und dabei auch einige Male den Hals ganz fürchterlich verdreht. Das Junge ist mit dem intensiven Betteln erst am Ende als es endlich eine dicke Heuschrecke im Schnabel hat. Diese wird eine Weile genüßlich an der Schnabelspitze zur Schau getragen und dann verschlungen.

Die ausgiebige Foto-Session wird abgerundet von der Beobachtung einer Grünhylia (Hylia prasina), ist auf einem gebogenen Zweig in einem niedrigen Strauch – praktisch auf Augenhöhe – zu sehen und zu fotografieren ist.

Eine der Gründe für die 2-wöchige Tour nach Kamerun war, deutlich bessere Aufnahmen vom Buntkopf-Felshüpfer zu schießen. Der im englischen Grey-necked Rockfowl oder Red-headed Picathartes genannte, sehr ursprünglich aussehende Regenwaldbewohner war schon im April 2017 der Hauptgrund dem Campo Maan Nationalpark einen Besuch abzustatten.

Die Fahrt zum Campo Maan Nationalpark und auch zurück in die „Zivilisation“ war zwar langwierig aber doch letztendlich erfolgreich. Insgesamt kann man festhalten, daß die Ausbeute – auch im Vergleich zum geführten Trip im April 2017 – an sehr guten Bilder sich sehen lassen.

Bird-lens ist vor allem eine Website, die die wachsende Nachfrage nach top Aufnahmen der Vögel der Westpaläarktis befriedigen soll. Um die insgesamt wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen seltener Vogelarten befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com aber auch gezielt Reisen an entfernte Orte wie Afrika oder Südamerika unternommen. Dies alles um exzellente Fotos von Vögeln machen zu können. Die Ausbeute an Bildern nicht nur von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture-Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

Ein Wendehals in Estland

WendehalsEin typischer Balzruf schallt aus einer dicht belaubten Baumkrone. Der Ruf besteht aus einer Serie von meist 8 bis 15 gedämpften, mitunter rau klingenden penetrant klingenden „wied_wied_wied“-Lauten. Zu sehen ist aber nichts. Selbst die Richtung aus der die Laute schallen, ist anfangs nicht klar. Im schwachen Morgenlicht sehe ich einen Vogel vorbei fliegen. Zuerst denke ich an eine Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) oder vielleicht einen kleinen weiblichen Würger wie einen Neuntöter (Lanius collurio). Plötzlich hüpft ein Wendehals (Jynx torquilla) auf der Suche nach einem neuen Ameisenhaufen über den schütter bewachsenen, sandigen Boden. Es bewegt sich recht ungeschickt auf den flachen Boden mit einem von Zeit zu Zeit angehobenen Schwanz. Mit ein paar Hammerschlägen seines Schnabels bricht der Wendehals dann auf mit Erfolg ein Ameisennest auf. Ameisen schwärmen aus, aber sie haben keine Chance. Der Wendehals kann bis zu 150 Ameisen im Hals halten.

Danach fliegt der Wendehals zu einer Eiche und umklammert mit seinen kräftigen Füßen die raue Rinde. Es sieht in Löchern in der Rinde nach Maden und Insekten Ausschau. Der Wendehals erkennt das feine Geräusch eines Käfers, der sich hinter der Rinde bewegt, und setzt schnell seine lange Zunge ein, um das Insekt zu fangen. Der scharfe, meißelförmige Schnabel des Vogels ermöglicht es, in Ameisenhaufen hinein zu fahren. Speziell angepasste Speicheldrüsen halten die Zunge klebrig, so dass sie Ameisen mit einem Schlag aufnehmen können. Die Zunge ist auch lang genug, um Beute unter Steinen und aus Spalten in rissiger Rinde zu extrahieren.

Der Wendehals sammelt oft unverdauliche Fragmente wie Continue reading Ein Wendehals in Estland

Der Elfennektarvogel saugt an Nektar

ElfennektarvogelEin Männchen vom Elfennektarvogel (Cinnyris pulchellus) balanciert emsig und ohne Fehltritt auf einem kahlen Stengel, der zu einigen, kleinen gelblichen Blüten mit roter Umrandung führen. Dort hat der Fotograf mal eine Chance den im englischen zutreffend als Beautiful Sunbird bezeichneten Vogel mal mit einigen scharfen Fotos aufzunehmen. Das Männchen vom Elfennektarvogel setzt den recht langen, leicht gebogenen schwarzen Schnabel an den Kelch der Blüte und saugt den Nektar eine kurze Weile. Dann ist der Elfennektarvogel auch schon wieder unterwegs zur nächsten Blüte.

Auf den Elfennektarvogel war ich aufmerksam geworden als ich beschloß die Motelanlage des Mole Motels im Mole National Park in Norden Ghanas etwas näher zu erkunden. An den einfachen Bungalows entlang lief ich bis zum Ende und entdecke dabei eine sehr vogelreiche Stelle. Ein Abwasserrohr tauchte mitten in dicht bewachsen Gestrüpp mit vielen Trampelpfaden an die Oberfläche und hatte einen kleinen Pool entstehen lassen. Man möchte nicht Continue reading Der Elfennektarvogel saugt an Nektar

Das Wattenmeer: Alpenstrandläufer im Streit

Im Mai letzten Jahres war ich eine Woche auf der Insel Norderney, im ostfriesischen Wattenmeergebiet. Die Küste und die Dünenlandschaft mit der dort heimischen Flora und Fauna sind für Fotografen immer ein lohnendes Ziel. Ich befand mich gerade am Strand. Ein Trupp durchziehender Alpenstrandläufer (Calidris alpina) landete nicht allzu weit von dem im feuchten Sand liegenden Fotografen. Plötzlich veranstalteten zu meiner Rechten einige Strandläufer einen erstaunlichen Lärm.

Zwei von ihnen waren in einen handfesten Streit verwickelt. Die Rivalen stellten sich aufrecht und machten sich damit deutlich größer als sie sonst scheinen. Dann sprangen sie abwechselnd hoch, riefen ihre eindringliche Rufe aus und attackierten sich bis das Wasser hoch aufspritzte. In der kurzen Zeit, die der Kampf anhielt, nutzte ich die Gelegenheit, die Szene festzuhalten als der unterlegene Rivale fluchtartig das “Feld” verlassen hatte und der Gewinner noch mit erhobenen Schwingen auf der Arena herum lief. Einige Sekunden später war alles wieder ruhig, als wäre nichts passiert. Es war einmal mehr so ein glücklicher und völlig überraschender Moment für einen Naturfotografen, für den es sich lohnt, ständig die Kamera bereitzuhalten und den Finger am Auslöser zu lassen.

Will man Vögel fotografieren, ist Mai die beste Zeit auf der Insel Norderney, denn das Brutgeschäft ist dann in vollem Gange. Unter anderen haben hier Flußseeschwalben (Sterna hirundo), Austernfischer (Haematopus ostralegus) und Großer Brachvögel (Numenius arquata) ihre Nistplätze. Jeden Morgen machte ich mich schon vor Sonnenaufgang auf zu einem bei Ebbe trocken fallenden Wattengebiet auf der Südseite der Insel. Hier lassen sich zahlreiche typische Brutvogelarten besonders gut beobachten, denn sie zeigen kaum Scheu vor Menschen. Ein Damm verhindert allerdings, dass man den Tieren zu nahe kommt. Eigentlich konzentrierte ich mich hauptsächlich auf die hemmfliegenden Flußseeschwalben, die mit Continue reading Das Wattenmeer: Alpenstrandläufer im Streit

Wie unterscheidet man den Seggenrohrsänger vom Schilfrohrsänger im Gelände?

SeggenrohrsängerDer Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola) und der Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) sehen vordergründig gleich aus. Wer aber genau durch das Fernglas schaut und die Erkennungszeichen kennt, sieht die Unterschiede und kann die Art häufig schon richtig bestimmen. Typisch ist der Gesang der Vögel. Einen zusätzlichen Hinweis gibt der Standorttyp.

Zur Vermeidung einer Verwechslung des Seggenrohrsängers mit dem Schilfrohrsänger im Gelände sollte man einige Hinweise beachten:  So sollte man dem Standorttyp Aufmerksamkeit widmen, an dem der Vogel angetroffen wurde. Der Seggenrohrsänger findet sich auf feuchten Wiesen mit nur geringer Beimischung von Schilfrohr und nur jungen, kleinen Einzelweiden. Der Schilfrohrsänger bevorzugt Gebiete, die dicht mit Sträuchern (strauchartigen Weiden) bewachsen sind, hier und da mit Schilfrohr vermischt. Man sieht ihn am Rande der ausgedehnten Bestände des Schilfröhrichts wo der Seggenrohrsänger nur auf der Wanderung zu beobachten ist, also von Mitte April bis Mitte Mai und von Mitte Juli bis Mitte Oktober. Der Schilfrohrsänger kommt nicht auf Wiesen ohne Strauchbewuchs vor, auch nicht im weiten, „sauberen“ Schilfröhricht. Aber er bewohnt gern die Säume der nassen Gebiete und Wasserbecken, die mit Sträuchern und hohen Krautpflanzen (Schilfrohr, Gräser und Seggen) bewachsen sind. Wenn er ein Gebiet mit dem Seggenrohrsänger teilt, hält er sich meistens auf den Sträuchern und im höheren Gebüsch auf und singt dort. Er singt aber nicht mitten auf feuchten Wiesen. Da kann man den Seggenrohrsänger erlauschen.

Den Seggenrohrsänger aufzuspüren, ist nicht schwierig, wenn man weiß, wo man zu suchen hat. Aber es nimmt viel Zeit in Anspruch. Man muss insbesondere auf den vom Seggenrohrsänger Continue reading Wie unterscheidet man den Seggenrohrsänger vom Schilfrohrsänger im Gelände?

Gelbkopf-Felsenhüpfer: ein mystischer Vogel

Gelbkopf-FelshüpferIm März 2019 war ich mit Birdquest in Ghana, um gezielt nach dem Gelbkopf-Felsenhüpfer (Picathartes gymnocephalus) zu suchen. Früher waren Kolonien dieses von vielen Vogelenthusiasten gesuchten Vogels in der gesamten Regenwaldzone des westlichen Afrikas verzeichnet worden. Durch unaufhörliche Waldrodung wurden jedoch alle bekannten Populationen zerstört, und der Vogel wurde bereits vor einigen Jahrzehnten in Ghana als ausgestorben angesehen.

Wissenschaftler vermuteten jedoch, dass sie immer noch an schwer zugänglichen Stellen vorkämen, und bemühten sich, geeignet erscheinende Plätze im Landesinnern nach dem Gelbkopf-Felsenhüpfer ab zu suchen. Die Hoffnung wurde bestätigt, als mehrere einheimische Jäger auf entsprechenden Fragen antworteten, dass sie den Vogel kannten und behaupteten, dass sie noch existierten. Dann wurde vor einigen Jahren die Nachricht verbreitet, dass der Gelbkopf-Felsenhüpfer in Ghana in einem kommunalen Waldreservat wiederentdeckt worden sei. Forscher untersuchten die Umgebung und es wurden mehrere weitere Kolonien entdeckt. Einige dieser Kolonien wurden für den Tourismus geöffnet, nachdem Forscher festgestellt hatten, daß verantwortungsbewußte Vogelbeobachter von den Vögeln als nur wenig störend empfunden werden.

Aus diesem Grund reisten wir über einen halben Tag von der Küste bei Cape Coast in das abgelegene Dorf Bonkro in der südlichen zentralen Region Ghanas. Hier hatten einheimische Jäger, die über die Kolonie seit Generationen Bescheid wussten, die Vögel früher geradezu „geerntet“. Sie hatten nämlich die erwachsenen Vögel während der Brutzeit einfach aus ihren Nestern gepflückt. Jetzt, da die Kolonie für die Jagd gesperrt ist, ist die Population des Gelbkopf-Felsenhüpfer stark angewachsen und das Dorf profitiert enorm von den Eintritts- und den Führungsgebühren. Es wurde sogar eine Schule wird mit Mitteln des Naturschutzes gebaut. Wir kamen am Nachmittag an, und nachdem wir unseren örtlichen Dorfführer getroffen und es geschafft hatten, den freundlichen Continue reading Gelbkopf-Felsenhüpfer: ein mystischer Vogel

Rotmilane und ihre Beute

Rote Milane (Milvus milvus) und ihre Gewohnheiten sind durch ihre Beute und die Art des Beuteerwerbs bestimmt. Rote Milane sind vor allem auch Aasfresser, die auf ihren langgestreckten Flügeln im eleganten Flug die Landschaft auf der Suche nach Nahrung auf dem Boden erkunden. Sie haben nicht die Kraft oder Schnelligkeit anderer Greifvögel, wie dem Habicht (Accipiter gentilis), die in erster Linie mit ihrer Verfolgungsjagd für Beute sorgen. Obwohl sie in der Lage sind, kleine Lebewesen wie Mäuse und Wühlmäuse zu erbeuten, versuchen Rote Milane vor allem Aas als ihre Grundnahrungsmittelversorgung anzunehmen. Ziemlich oft zögern sie zu landen und schnappen den Nahrungsbrocken lieber vom Boden um ihn dann im Flug oder auf einem Baum in sicherer Höhe zu fressen. Wenn die Beute zu groß ist, um sie fort zu tragen, können sie auch auf dem Boden landen. Sie sind aber sehr vorsichtig und werden in der Regel warten, bis die Krähen (Corvus sp.) zuerst gefressen haben.

Wissenschaftlichen Untersuchungen haben gezeigt, dass Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) und Feldhasen (Lepus europaeus), wie man erwarten könnte, einen bedeutenden Teil ihrer Ernährung bilden. Wenn Aas nicht vorhanden ist, suchen sie nach anderen Nahrungsquellen. Landwirtschaftliche Bewirtschaftungsformen wie das Pflügen, die Mahd und die Ernte von verschiedenen Kulturen können eine bereite Spannbreite Continue reading Rotmilane und ihre Beute

Wiehengebirge und Teutoburger Wald

SchwarzspechtDer Schwarzspecht (Dryocopus martius) liebt Buchen. Deutschland ist ein Buchenland. Es gibt zahlreiche Waldtypen der Rotbuche (Fagus sylvatica) wie zum Beispiel Hainsimsen-Buchenwald, Perlgras-Buchenwald, etc. Früher – in ausgedehnten Urwäldern – war die Rotbuche die vorherrschende Baumart. Leider sind noch verbliebene Buchenwälder fast alle kulturell verändert oder forstlich genutzt. Oft fehlen Alt- und Totholzstrukturen. Über 200 Jahre alte Buchenbestände und Einzelbuchen sowie größere zusammenhängende Flächen sind sehr selten. Ausgedehnte Buchenwälder mit einsamen Waldpfaden, schattig kühle Tieflandbäche, die sich durch die Täler schlängeln, orchideenühersäte Kalk-Halbtrockenrasen, verwunschene Moore und leicht geschwungenen Hügel sind im Osnabrücker Land, dem Teutoburger Wald und dem Wiehengebirge zu finden.

Der Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald und Wiehengebirge ist nun über 50 Jahre alt. Er umfasst eine Fläche von 1.220 km² und hat den Kunstnamen „TERRA.vita“ angenommen. Er erstreckt sich auf den Höhenzügen weit nordwestlich von Osnabrück beginnend bis Bückeburg und Bielefeld

Verantwortlich für die Vielfalt der Lebensräume sind im Wesentlichen zwei Faktoren: die Grenzlage des Naturparks am Continue reading Wiehengebirge und Teutoburger Wald

Der Wiedehopf, der Wiedehopf

Wiedehopf, europ.“huhuhuhu, huhuhu, huhuhu”. Kurz hintereinander ist der typische Ruf zu hören. Zwar in einiger Entfernung doch gut hörbar, waren es die Rufe des Wiedehopf (Upupa epops) die das erste Mal am 20. April hinter den Gebäuden der alten LPG zu hören waren.

Der Wiedehopf, der Wiedehopf, Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der Braut nen Blumentopf/Wiederalala .. .. Jeder kennt die Zeilen aus dem Lied die Vogelhochzeit. Doch nur wenige haben den Wiedehopf schon mal zu Gesicht bekommen. Lange bekam auch ich den vor allem in Mitteleuropa bedrohten Vogel auch nicht vor die Linse. Nur in Südeuropa oder in Afrika – wo die Winterquartiere des Vogels liegen – ist der Wiedehopf noch häufig. Für aufwändige Fotoarbeiten fehlen dann aber häufig die Voraussetzungen und auch die Zeit. Nun konnte ich in den sandigen Heidegebieten Südbrandenburgs ein Schwerpunktvorkommen des Wiedehopfs ausmachen. Ich habe mehrfach am Stück bis zu 5 Stunden gut getarnt angesessen. Wichtig ist, nicht zu stören. Foto direkt an der Brutröhre sind daher tabu.

Die Balz des Wiedehopf ist durch wenig laute und trotzdem weit hörbare Rufreihen gekennzeichnet. Diese sind, mit etwas Übung schnell zu erkennen. Reagiert ein Weibchen auf die Balzrufe des Männchens, versucht er es mit Futterübergaben zu beeindrucken, auf die oft Verfolgungsflüge folgen. Dabei sind Wiedehopfe gut zu erkennen, da sie teils lange Flügel über offenes Gelände vornehmen und mit den kontrastreich schwarz-weiß gebänderte Flügeln auffallen. Der Wiedehopf scheint in Nähe seiner Bruthöhle Lieblingsansitze zu Continue reading Der Wiedehopf, der Wiedehopf

Frühjahrseinflug von Rotfussfalken

RotfußfalkeIn den vergangenen Tagen häufen sich in den einschlägigen Portalen der Vogelbeobachter der Schweiz und in Italien die Meldungen von Rotfußfalken (Falco vespertinus), wie eine Karte der Beobachtungen der letzten Woche eindrucksvoll zeigt. Die Frage war, ob sich ein Einflug auch bis nach Deutschland anbahnt, kann wohl inzwischen mit „Ja“ beantwortet werden. Über Ostern gab es im Süden Deutschlands bereits eine Reihe von Beobachtungen. Inzwischen gibt es jeden Tag mehr Meldungen, die nun auch u.a. aus Brandenburg stammen. So gab es heute und gestern bereits 4 Meldungen aus dem Umfeld des Spreewalds und  1 Meldung aus Potsdam. Bemerkenswert ist, daß übereinstimmend von sehr guten Beobachtungsbedingungen (u.a. in einer Distanz von ca. 50 Meter auf einer Stromleitung ruhend, dann Jagdflug mit häufigem Rütteln über gemähtem Wintergetreide oder eine Flugbeobachtung nur wenige Meter vom Betrachter entfernt) berichtet wird.

Eine Karte findet man unter ornitho.de.

Auch im Herbst werden immer wieder Rotfußfalken aus Deutschland gemeldet. Mindestens 3 Rotfußfalken waren so u.a. im Jahr 2015 aus dem Oderbruch gemeldet worden. Im Vergleich zum Herbst zeigen Rotfußfalken einen ausgeprägten Schleifenzug und Continue reading Frühjahrseinflug von Rotfussfalken

Fischender Schwarzmilan

Gemächlich kann man einen Schwarzen Milan (Milvus migrans) in ca. 40 Meter Höhe über den See fliegen sehen. Direkt vor mir am Bohlensteg fängt der Schwarze Milan an zu kreisen; den Kopf gesenkt. Weiter hinten über dem See sind weitere Schwarzmilane zu sehen, die über den See steigen. Einzelne Vögel beginnen einen kreisenden Sinkflug, um dann in einiger Höhe über dem Wasseroberfläche wieder aufzusteigen. Der Schwarze Milan vor mir war vielleicht 40 Meter entfernt und kreiste weiterhin. Er schien ein Herunterfliegen zu prüfen, kreiste für einen Moment und kam dann doch erstaunlich schnell an Höhe verlierend frontal auf den Steg zugestürzt. Schließlich sah ich ihn ohne Mühe einen Fisch in einer einzigen sanften Bewegung aus dem Wasser greifen. Das passierte alles ohne Hast und doch mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit. Gut, daß ich das Canon EF 600mm 1:4L IS II USM im Neiger (ProMediaGear GKJr. Katana Junior Teleneiger) auf dem Stativ aufgebaut und schon ausgerichtet hatte. Im Hochgeschwindigkeitsmodus an der Canon EOS 1 DX konnte ich dann fast den ganzen Vorgang des Fischens ablichten.

Die Flugkünste des Greifs sind auch sonst gut zu bewundern. Es ist nicht selten, daß Schwarze Milane Reptilien und Frösche von den Rändern an Teichen im eleganten „Mitnehmen“ greifen. Aber dass Continue reading Fischender Schwarzmilan

Der singende Feldschwirl

FeldschwirlDer Frühling kündigt sich spätestens dann mit Macht an, wenn man am frühen Morgen an taubehängten Wiesen einen schwirrenden Gesang vernimmt. Da ist der Feldschwirl (Locustella naevia) nicht weit. Der Gesang scheint aus der Unendlichkeit zu tönen, doch er scheint auch ganz nah. Auch Richtungseinschätzungen sind nur sehr schwer zu machen. Wenn man einen ausdauernden Sänger in den Wiesen aus den vielen Vogelstimmen wie Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus),  Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) und Rohrammer (Emberiza schoeniclus) herausgehört hat, heißt das aber nicht, daß der Schwirl nun auch bald zu beobachten ist.

Nur mit Glück bekommt man einen Feldschwirl zu Gesicht bzw. vor die Fotolinse. Gewöhnlich wird man den im dichten Weidenbusch versteckt lebenden Feldschwirl nur schwer zu Gesicht bekommen, obwohl er häufig aus der Verlandungszone singt. Sein manchmal ununterbrochenes Schwirren erinnert stark an das Zirpen einer Continue reading Der singende Feldschwirl

Ringdrossel im Nordpolder der Warthe

RingdrosselDie Recherche im Vorfeld ergab zwar für Anfang April eher unterdurchschnittliche Wasserstände für die Oder. Ob die Wiesen an der Oder trotzdem schon überschwemmt waren? Über den Nordpolder bei Witnica wollte ich mich gemächlich dem Gebiet der Warthemündung nähern und dann zum bekannten Plattenweg nördlich des kleinen Dörfchens Przyborow bis zur Postomia fahren. Neben einem schon recht späten Rauhfußbussard (Buteo lagopus) wurde ich auf eine „Amsel“ aufmerksam, die über die Schotterpiste flog. Eine Amsel (Turdus merula) ist nun in einem solch offenen Gelände nicht unbedingt zu erwarten. Also riskierte ich ohne große Erwartungen einen Blick durch das Fernglas. Und siehe da: es war eine Ringdrossel (Turdus torquatus), die sich im Verlauf meiner Beobachtung immer wieder in ein Wiesengehölz verkroch.

Nach einem kalten März waren die ersten Tage im April sehr angenehm. Zur Monatsmitte jedoch hatte es sich der Frühling mit seinen angenehmen Temperaturen anders überlegt und mit strammen Ostwind und den dazu gehörenden Böen für unangenehm kühles Wetter gesorgt. Immerhin gab es in der Regel Sonnenschein zu genießen. Durch die anfangs frühlingshaften Temperaturen war Continue reading Ringdrossel im Nordpolder der Warthe

Elstertoko im Staubbad im Campo Maan National Park/ Kamerun

ElstertokoAuf der Rückfahrt aus dem Campo Maan National Park nach einer sehr erfolgreichen Exkursion nach dem Buntkopf-Felshüpfer (Picathartes oreas) fahren wir am letzten Tag die lange, staubige Piste zurück zum Örtchen Campo. Es hatte zum Glück die letzten Tage keine größeren Regenfälle gegeben, sodaß nur eine technisch schwierige Stelle gemeistert werden mußte. In dem Bereich, in dem wir uns aufgehalten hatte, übersteigt das Niveau im Campo Maan NP zwar die 200 m NN-Marke. Trotzdem ist der Park von einem gewissen Relief gekennzeichnet. Wir fahren gerade in eine Senke und sehen dann über eine Kuppe, die die Piste im leicht gewellten Nationalpark macht. Vor uns wirbelt Staub mitten auf der Piste auf. Ein Trupp Elstertokos treibt sich nicht nur in den angrenzenden Bäumen sondern auch auf dem Boden herum. Die Elstertoko (Tockus fasciatus) sind hier mit ihrem roten Unterschnabel der Unterart fasciatus zuzuordnen und wirken schon so sehr schön. Eine Dokumentation dieser Verhaltensweise sollte man sich aber nicht entgehen lassen. Die gar nicht mal so staubige Piste scheint eine starke Anziehungskraft auf die Vögel auszuüben. Einige Exemplare der Elstertokos fliegen schon weg als wir über die Kuppe kommen. Doch ein Exemplar – wohl ein Continue reading Elstertoko im Staubbad im Campo Maan National Park/ Kamerun

Vögel in der Enipeas-Schlucht am Olympus/ Nordgriechenland

MauerläuferDer Name Enipeas kommt von einer Meeresgottheit. Nach der griechischen Mythologie ist es die Schlucht Enipeas, wo der Musiker Orpheus von Mänaden verschlungen wurde. Sie waren die unsterblichen weiblichen Anhänger des Dionysos, der Gott des rituellen Wahnsinns und der Ekstase. Es ist kein Wunder, dass der Waldweg mit Holzbrücken, der den Enipeas-Fluss überquert, geheimnisumwittert ist. Der 9 km lange Weg führt zu einer wichtigen historischen Stätte auf dem Olymp – der Heiligen Grotte des Hl. Dionysos-Klosters. St. Dionysus verbrachte seine Zeit in Meteora, dann auf dem Berg Athos, in dem er ein frommes Leben führte. Viele Mönche kamen, um seine weisen Worte zu hören.

Litochoro in den Ausläufern der Abhänge des Olymp ist die erste Station nach der Ankunft am internationalen Flughafen von Thessaloniki. Von hier aus ist die bekannte Schlucht im Nationalpark am Berg Olympus das Ziel. Von Litochoron aus fährt man in einer halben Stunde über eine gut ausgebaute Straße nach Prionia. Dieser alte Sägewerkstandort liegt in 1.100 Metern Höhe und ist heute eine Raststation für Olymp-Besucher.

Auf dem Weg kann man eine Reihe von unterschiedlichen Vegetationszonen und Habitaten von typisch mediterraner Macchia an den unteren Hängen durch Buchenwälder (Fagus sp.), Griechische Tannen oder Kefalonische Tanne (Abies cephalonica) und Continue reading Vögel in der Enipeas-Schlucht am Olympus/ Nordgriechenland

Waldwasserläufer (Tringa ochropus) im Spreewald

Der Waldwasserläufer befindet sich in Deutschland am Rand des süd-westlichen Verbreitungsgebiets. Bekannt ist sein Brutvorkommen in der Uckermark. Ich wollte aber auch mal Meldungen von Waldwasserläufern in der Brutzeit deutlich weiter südlich, nämlich im Spreewald, nachgehen.

Ausgesucht wurde eine abwechslungsreiche leicht hügelige Kiefernlandschaft am Ostrand des Spreewalds, die abgelegen und daher relativ ungestört ist.

Am 6.4. gegen 7:15 – also 45 Min. nach Sonnenaufgang – war der Waldwasserläufer das 1. Mal zu hören und kurz zu sehen. Zwischen umgestürzten Baumstämmen eines unter Wasser gesetzten ehemaligen Birkengrundes waren die Waldwasserläufer nur kurz zu sehen. Die Rufe eines Balzflugs, nur leise und zurückhaltend, waren weit im Innern des überschwemmten Gebiets zu hören. Erst 1 Stunde später konnten die ersten richtigen Balzflüge des Waldwasserläufers vor dem blauen Himmel gesehen werden. Diese waren dann auch mit mehr und lauteren Flugrufen verbunden. Mittags flogen am Nordende des Überschwemmungsgebiets 2 Exemplare vom Uferrand auf.

Am nächsten Tag waren die Waldwasserläufer wieder aktiv, auch am Uferrand. Der 1. Flug fand um 6:40, also gerade mal 10Minuten nach Continue reading Waldwasserläufer (Tringa ochropus) im Spreewald

Auf die Kehle kommt es an: Blaukehlchen

Friesische Nachtigall wird das Blaukehlchen (Luscinia svecica) zu Recht genannt. Dabei spielt nicht nur die Qualität des Gesangs eine Rolle. Von den farbenfrohen, bunten Drosselvögeln gibt es in Deutschland vier verschiedene Arten. Die bekannteste ist wohl das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) mit leuchtend rot gefärbter Brust. Dieser meisterliche Sänger mit seinen klaren Strophen brütet vor allem in Gärten, unterholzreichen Wäldern und Parks. Im Winterhalbjahr sind sie neugierig und oft wenig scheu. Rotkehlchen sind beispielsweise auf Friedhöfen oder in Parks sehr leicht zu fotografieren, da sie hier an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt sind. Dennoch sollte man den kaum sperlingsgroßen Vögeln mit langer Brennweite arbeiten, um sie möglichst formatfüllend aufzunehmen.

Die Blaukehlchen sind vorwiegend in Feuchtgebieten und an verschilften Weihern und Gräben zu Hause. Dort verbergen sie sich häufig geschickt am Boden und im Schutz der Ufervegetation. In Mitteleuropa haben die Männchen im Prachtkleid eine leuchtend blaue Kehle mit mehr oder weniger großem, sogenannten weißem Stern, während der Stern der nordeuropäischen Art rot gefärbt ist. Continue reading Auf die Kehle kommt es an: Blaukehlchen

Riesentrappe und Steinschmätzer in der ostafrikanischen Steppe der Taita Hills

Im frühen Frühling kehrt das Leben in die trockene Savannen- und Buschlandschaft im Taita Hills Wildlife Sanctuary zurück. In voller Blüte stehende Knopf-Dorn Akazien prägen die Landschaft in ihrer gelben Pracht. Markantes Merkmal dieser Akazienart ist der Stamm mit seinen knopfartigen Auswüchsen und seine oft lichte Baumkrone.

Aber auch Vögel erleben einen neuen Energieschub. Eines Tages sah ich eine männliche Riesentrappe (Ardeotis kori) in einiger Entfernung von der Straße laufen. Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe)  tauchten in der gleichen Gegend teils in einem Abstand von wenigen 100 Metern hintereinander auf.

Ich konnte ein paar schöne Fotos von der Riesentrappe machen, als sie sich in Position brachte und ihren tiefen, dröhnenden Balzruf ausstieß. Ich beschloss, in der Gegend zu bleiben, in der Hoffnung, er könnte näher kommen, um bessere Fotos zu machen, aber ich musste das Warten bei Sonnenuntergang wegen dem schlechten Licht aufgeben. Obwohl ich nicht damit rechnete, ihn wiederzusehen, kehrte ich am nächsten Nachmittag in die mit niedrigen Büschen bestandene Grassavanne zurück. Zu meiner Überraschung war der Vogel immer noch – oder schon wieder – da. Diesmal folgte er zwei weiblichen Riesentrappen. Als die Weibchen hinter unserem Land Cruiser die Straße überquerten, näherte sich das Männchen ganz nah und erlaubte mir, Bilder von seinem ziemlich extravaganten, aber beeindruckenden stolzierenden Gang Continue reading Riesentrappe und Steinschmätzer in der ostafrikanischen Steppe der Taita Hills

Limikolen im fränkischen Wiesmet

Ein wohlklingender, weit tragender und flötender Gesang trägt weit über die Wiesen im Morgentau. Großer Brachvogel (Numenius arquata), Uferschnepfe (Limosa limosa) und Kiebitz (Vanellus vanellus) staksen durch die nassen Wiesen, Bekassinen (Gallinago gallinago) stochern in den Feuchstellen im fränkischen Wiesmet. Diese Vögel gehören zu den selten gewordenen Wiesenbrütern, die in den feuchten Wiesen rund um die Altmühl noch ihren Lebensraum finden.

Das Wiesmet ist auch heute noch ein Feuchtwiesenbiotop im Nordosten an den Altmühlsee angrenzt. Auch heute noch beherbergt einen Großteil des süddeutschen Uferschnepfenbestands und einen beachtlichen Teil des Bestands der Großen Brachvögel Bayerns. Außerdem ziehen hier nach wie vor Rotschenkel (Tringa totanus) und Wachtelkönig (Crex crex) ihre Jungen groß. Um den Bestand der seltenen Brutvögel nicht zu Continue reading Limikolen im fränkischen Wiesmet

Kahnschnäbel im Pantanal

KahnschnabelDas Boot tuckert langsam durch das ruhige Gewässer, damit man die zahlreichen Reiher, Eisvögel, Kormorane, Greifvögel und Singvögel gut beobachten kann, die sich im Gebüsch und in den Bäumen am Ufer aufhalten. Da ist plötzlich der seltsame Kahnschnabel (Cochlearius  cochlearius) tief im  Gebüsch am Rio Pixaim zu sehen.

Morgens um 6:00 Uhr, wenn es noch einigermaßen kühl und die Sonne noch nicht aufgegangen ist, herrscht eine wunderbare Stimmung auf dem Fluss. Manchmal wallen dann sogar noch zarte Nebelschleier über der Wasseroberfläche, die sich aber schnell wieder auflösen. Schon auf dem Weg zum Boot muss man durch einen Trupp Capybara (Hydrochoerus hydrochaeris) laufen, die hier gerne am Flussufer sitzen.

Sobald dann die Sonne aufgegangen ist, wird es heiß im Boot. Teilweise sind die Ufer steil und lehmig, es gibt aber auch kleine Strände, an denen man die gut getarnten Sonnenrallen (Eurypyga helias), Hokko-Hühner (Crax Fasciolata) und natürlich das Capybara oder Wasserschwein beobachten kann. Die Wasserschweine verschwinden oft bei Annäherung mit einem bellenden Laut im Continue reading Kahnschnäbel im Pantanal

Kampfläufer an der Nuthe

KampfläuferDie Dammwiesen zwischen Thyrow und Christinendorf sind schon seit den Regenfällen des Frühwinters überschwemmt. Die Kanäle können die Wassermassen nicht in den Amtgraben und dann weiter zur Nuthe weiterleiten. Ein Glück für die Kampfläufer (Philomachus pugnax). Gestern konnten bei einem Abendbesuch der weit überstauten Flächen ein Trupp von mindestens 26 Kampfläufern, einige davon schon in fast vollständigem Prachtkleid entdeckt werden. Die Kampfläufer gingen eifrig der Nahrungssuche in den überstauten Wiesen nach. Von Zeit zu Zeit flogen sie einzeln oder in kleinen Trupps ohne erkennbaren Grund etwas weiter und gingen dann anschließend einer Beschäftigung nach.

Auch mindestens 3 Bekassinen (Gallinago gallinago) standen im seichten Wasser und waren meist nur mit ihren Köpfen zu erkenne. Ein Waldwasserläufer (Tringa ochropus) stand einsam an einer Schlenke direkt neben einem Wirtschaftsweg und 4 Kiebitze (Vanellus vanellus) flogen aus den angrenzenden Wiesen herüber.

Die meisten Meldungen von Limikolen in der Gegend kommen von den traditionellen Plätzen in den Körziner Wiesen und den Ungeheuerwiesen, die rund um den Blankensee im Westen von Trebbin gelegen sind. Wie man an dieser Meldung aber sieht, lohnt Continue reading Kampfläufer an der Nuthe

Land unter Wasser im Nationalpark Slonsk

SeeadlerStill weiden nur noch wenige Bauern ihre Kühe und Pferde in der breiten Flußaue. Auf vielen, schon lange nicht mehr bewirtschafteten Flächen im heutigen Nationalpark breiten sich verstärkt Krautdickichte und Weidenbüsche aus. Der einfachste Zugang zum Nationalpark führt von Kostrzyn aus über die Landstraße 133 bis nach Slonsk, einem größeren Dorf, das einst Stadtrecht besaß. Man befindet sich praktisch direkt hinter der deutsch-polnischen Grenze, nördlich der Stadt Frankfurt an der Oder. Das Überschwemmungsgebiet der Warthe am Mündungsdelta der Oder zählt zu den bedeutendsten Feuchtgebieten Mitteleuropas und dient in manchen Jahren über 200.000 Singschwänen (Cygnus cygnus),

Saatgänsen (Anser fabalis), Bläßgänsen (Anser albifrons) und Graugänsen (Anser anser) als Rast- und Überwinterungsplatz. Nach dem Ortseingang zweigt links an einem Lebensmittelladen die Straße nach Przyborow ab. In diesem Dorf führt rechts von der asphaltierten Straße eine Pflasterstraße zu einem Plattenweg, der für Autos an einer Brücke endet. Dahinter schlängelt sich die Betonpiste über drei Kilometer entlang der Postomia bis zur Continue reading Land unter Wasser im Nationalpark Slonsk

Sperber im Anflug

SperberDas wunderschöne Flugfoto eines Sperber (Accipiter nisus), der frontal auf mich zufliegt, ist atmosphärisch was Besonderes. Die wundervolle Flugaufnahme dieses schlanken weiblichen Sperbers, die in Brandenburg im Winter aufgenommen wurde, ist mein Gewinner des Fotos der Woche. Bei diffusem Winterlicht aufgenommen, ist dies keine knackende Action-Aufnahme. Der Sperber weist insgesamt eine leichte Bewegungsunschärfe und eine ausgeprägte Unschärfe in den Flügeln auf. Die Aufnahme wirkt eher aus ihrer Stimmung heraus. Sie gibt den Eindruck, den der Beobachter hat wenn ein Sperber fliegt, sehr gut wider. Manchmal ist es schwer sich vorzustellen, wie schön ein Sperber aussieht, da er häufig still auf einem Ast sitzt und Menschen herankommen läßt, um dann mit großer Geschwindigkeit und unter Nutzung jeglicher Deckung davon zu fliegen. In diesem Bild aber können die Farben des Vogels, das starrende Auge und die Federdetails insbesondere des Schwanzes gut erkannt werden. Ein unauffälliger Hintergrund rundet das Ganze ab.

Das besondere Foto wurde mit einem 600-mm-Objektiv an einer Canon EOS-1D X aufgenommen. Die Aufnahme erfolgte mit 1/320 Sec und offener Blende bei ISO 4000. Es ist fraglich ob sich bei einer Continue reading Sperber im Anflug

Azararegenpfeifer auf Sandbank im Pantanal

Azararegenpfeifer oder Schlankschnabel-RegenpfeiferFlink läuft ein winziger weiß-grau-brauner Vogel vor mir auf dem Sand des Rio São Lourenço. Es ist ein Azararegenpfeifer (Charadrius collaris). Ich lege mich auf den Sand und lasse den Vogel kommen.  Er läuft mal hier hin, mal da hin. Aber mit der Zeit kommt er immer näher. Ich beschließe doch noch ein paar Fotos mit dem 4,0/500 auf dem Einbein vor allem von dem Azararegenpfeifer, aber auch von den anderen Watvögeln auf den Sandbänken zu machen. Wer weiß, wann man da mal wieder fündig wird.

Neben den Diademkiebitzen (Vanellus cayanus) widme ich besonders viel Zeit den Azararegenpfeifern, die in der neueren Literatur Schlankschnabel-Regenpfeifer genannt werden. Sie sind mit ihrem kastanien-braunen Nacken, dem grau-braun melierten Mantel und der rein weißen Unterseiten sehr kontrastreich gezeichnet. Dazu kommt noch ein schwarzes Brustband. Das Männchen, das ich fotografiere, hat eine weiße Stirn, die von einer schwarzen Stirnleiste und unten von einem schwarzen Augenstreif Auge begrenzt wird. Richtig auffallend sind die langen Beine sind rosafarben. Azararegenpfeifer unterscheiden sich von den meisten ähnlichen Spezies der Regenpfeifer durch das schmale schwarze Brustband.

Eigentlich wollte ich mich heute auf den Rückweg über die Transpantaneira machen. Ein Regengebiet ist angekündigt. Wenn der Weg eingeweicht ist und ich mit Schneeketten fahren muß, kann ich diese vor jeder Brücke runterziehen, weil ich sonst die Brücke und meine Landcruiser unwiderruflich zerlege. Die Ketten verhaken Continue reading Azararegenpfeifer auf Sandbank im Pantanal

Olivenscharben kämpfen mit Fisch

BrasilscharbeWenige Kilometer hinter der Fazenda beginnt offiziell die Transpantaneira. Wenig später in der Nähe einer Brücke, die durch sehr offenes Geländer führt, faszinieren mich besonders die fischfangenden Olivenscharben (Phalacrocorax brasilianus), die auch Brasilscharben genannt werden. Eine Augenweide sind die Olivenscharben , die spielend die Fische aus dem Wasser holen, diese meist mit der Schnabelspitze festhalten, die Fische keine 20m vor meinen Augen zurechtschmeißen und dann verschlingen. Immer wieder taucht einer auf, manchmal hat er einen Fisch sogar mit dem Unterschnabel aufgespießt. Die Fische sind nicht groß; es könnte sich um eine kleine Welsart handeln. Trotzdem lassen sich die Olivenscharben ein ausgiebiges Spiel mit der Beute nicht nehmen. Es scheint, daß auch eine gemeinsame Fischjagd in der Gruppe ausgeführt wird, wobei mehrere Individuen in einer Reihe auf dem Wasser schwimmen. Das ist alles mit viel Aufregung in der Gruppe und gegenseitigem Behauptungswillen verbunden gibt schöne actionreiche Bilder.

Die Brasilscharbe oder Olivenscharbe (im Englischen Neotropic Cormorant) ist – wie nicht anders zu erwarten – eine Vogelart aus der Familie der Kormorane. Die hauptsächlich braun oder schwarz gefärbte Art besiedelt den amerikanischen Kontinent von den südlichen USA bis Feuerland. Die Art ist recht einfach zu bestimmen. Merkmale, die auf  eine Olivenscharbe hinweisen, sind eine spitze Hinterseite der federloser Haut die den unteren Unterkiefer des Schnabels mit dem Hals des Vogels verbindet, einen langen, keilförmigen Schwanz und ein eher kleiner Schnabel mit wenig ausgeprägter Verdickung an der Spitze. Wie alle Kormorane fängt Continue reading Olivenscharben kämpfen mit Fisch

Eiderenten im Frost: ein arktisches Abenteuer

PrachteiderenteRuhig schwimmen die buntesten Enten der Welt bei Temperaturen von -10 °C im Februar keine 10 Meter vor mir im Hafenwasser vorbei. Fotografieren an der Nordspitze Europas bei -10 °C klingt verrückt. Auf jeden Fall ist es ein echtes Arktisches Abenteuer. Birder in Mitteleuropa sind froh, mal den ein oder anderen hocharktischen Irrgast, einen der Eiderentenarten, vor der deutschen oder niederländischen Küste in weiter Entfernung dümpeln zu sehen. Dies ist jedoch ein seltenes Ereignis. Und von der Entfernung her, auch nur eines für den Twitcher. Im Gegensatz dazu sind diese Vögel im Norden der Westpaläarktis sehr verbreitet. Auf Varanger / Norwegen konnte www.bird-lens.com schöne Bilder von Prachteiderente (Somateria spectabilis) aus einem schwimmenden Versteck mitten im Hafen von Båtsfjord, Varanger, schießen. Es war das erste Jahr in Gebrauch und bird-lens.com konnte nicht nur Prachteiderente fotografieren, sondern auch Scheckente (Polysticta stelleri) und Eisenten (Clangula hyemalis) sowie Möwen in 5 verschiedenen Arten. Ein Floß mit einem Tarnaufsatz ist in der Mitte des Hafens Båtsfjord befestigt. Davon hat man Gelegenheit, Eiderenten (Somateria mollissima), Prachteiderenten, Scheckenten und Eisenten auf einem Niveau zu fotografieren, das zuvor als praktisch unmöglich betrachtet werden mußte. Der Abstand zu den Vögeln kann bis zu einem Meter betragen, so dass sogar Weitwinkelobjektive während der Fotosession nützlich sein können. Man kann in 360 Grad um den Schuppen herum Continue reading Eiderenten im Frost: ein arktisches Abenteuer

Das Rebhuhn in der Eifel

RebhuhnEnde August ist die Zeit um auf dem Kaaner Feld im Maifeld in der östlichen Eifel Mornellregenpfeifer (Eudromias morinellus) auf einer Zugrast mitten im mitteleuropäischen Binnenland zu sehen. Noch hat sich dichter Nebel über die Hochebene südlich von Mayen gelegt. Die Zeit der Warterei wird mir durch einen Trupp Rebhühner (Perdix perdix) verkürzt. Eine Familie läuft im Nebel auf einem Acker. Einige Jungtiere sind noch schön von den Erwachsenen zu unterscheiden. Sie sind auf dem Acker bei Nahrungssuche zu fotografieren und lassen sich von dem Fotografen im Auto nicht weiter stören. Später konnte ich dann doch noch die Mornellregenpfeifer etwas weiter, nämlich in der Feldflur bei Einig, ebenfalls im Maifeld, beobachten. Damals hatte ich den Rebhühnern gar nicht so viel Beachtung geschenkt. Aber im Nachhinein – mit 12 Jahren – zeitlicher Distanz muß man wohl sagen, daß die Rebhühner der eigentliche Höhepunkt dieses schönen Spätsommertages waren.

Rebhühner teilen ein hartes Leben mit vielen anderen Vögeln der offenen Feldflur. Die intensiven landwirtschaftlichen Steppen geben ihnen keinen Lebensraum mehr. Im Westen Deutschlands scheint die Situation noch etwas besser zu sein, was insofern interessant ist, als daß die Grauammer (Miliaria calandra) – ebenfalls ein typischer Continue reading Das Rebhuhn in der Eifel

Sperber – Männchen im Portrait

SperberEin wunderbares Portrait eines Sperber (Accipiter nisus), der frontal auf einem morschen Ast leicht aufgeplustert sitzt, ist mein persönliches  Foto dieser Woche. Das reizende Portrait dieses schlanken männlichen Sperbers hat sogar einen leicht komischen Einschlag. Der Sperber scheint vor sich hin zu dösen; von dem aggressive-furiosen Gesichtsausdrucken anderer Fotos ist diese Aufnahme weit entfernt. Anders als so viele Sperber- Bilder in diesen Tagen war dies keine Aufnahme, die durch das Küchenfenster aufgenommen wurde. Diese Aufnahme  wurde im Dezember aus einem Versteck im Osten Ungarns geschossen. Das Versteck liegt in der Nähe der Stadt Debrecen in einem wunderschönen alten Eichenwald. Vor dem Hide ist ein Trinkbecken aufgestellt und eine gut beschickte Futterstelle zog Spechte und einige Singvögel an, hauptsächlich Meisen. In diesem Jahr war es ein schneearmer Winter. Die Temperaturen und die Farben der gefallenen Blätter erzeugten ein Gefühl des Herbstes. Hervorragende Bedingungen zum Fotografieren. Das Versteck ist mit einem speziellen Fotoglas versehen. Damit sitzt man als Fotograf einerseits mittendrin und doch unsichtbar für die Vögel, die extrem nah herankommen. Die Qualität des Fotos, das durch das Schießen Continue reading Sperber – Männchen im Portrait

Weissbrauen-Zistensänger im Nyika Nationalpark

Weißbrauen-CistensängerIn den Ausläufern des Nyika-Nationalparks im Westen Malawis ist  ein singender Weißbrauen-Zistensänger  (Cisticola cantans) der Unterart muenzneri zu hören. Wenig später ist der Weißbrauen-Zistensänger  auf einem Akazienzweig etwas verborgen zu sehen. Als der Gesang des Weißbrauen-Zistensängers vom Band abgespielt wird, hält es den Vogel nicht in der Deckung und er kommt sehr schön exponiert auf einen Zweig über einem Bach. Das Lied ist für die Halmsängerartigen (Cisticolidae) im Allgemeinen sehr wichtig. Insbesondere die Mitglieder der Gattung Cisticola produzieren eine Vielzahl von Notentypen, von harten, raspelnden Tönen und süßen Trillern bis hin zu Klagen und musikalischen Pfeifen. Ihre Songs sind fast immer unverwechselbar und geben oft den besten Hinweis auf eine Artbestimmung. Ein merkwürdiges visuelles Merkmal, das das Lied bei vielen Arten begleitet, ist ein schwärzlicher Gaumen, der bei Continue reading Weissbrauen-Zistensänger im Nyika Nationalpark

Sperlingskauz in Rochauer Heide

SperlingskauzIn der winterlichen Dämmerung liegt die Rochauer Heide in eintöniger Ruhe. Mittendrin ist vom Straßenlärm der B 87 nichts zu hören. Die Eichen stehen kahl und die Kiefern und Fichten geben mit ihrem Grün die einzige Abwechslung im grau-braun des Waldes. Dann – gegen 17:30 – an diesem Februarabend ist der eintönige, helle Ruf eines Sperlingskauzes (Glaucidium passerinum) zu hören; nicht weit vom gut ausgebauten Schotterweg. Der leichte Ostwind des Tages hat sich gelegt, es wird wieder kälter jetzt in der Dämmerung. Es dürfte so um die 0°C sein. Dann fällt sogar noch ein zweiter Rufer ein. Ein zweites Männchen fühlt sich angesprochen und ruft ebenfalls, allerdings in einer anderen, unterschiedlichen Tonlage. Zunächst ist der zweite Rufer in einiger Entfernung zu vernehmen. Doch fühlt sich dieser Sperlingskauz provoziert, fliegt flatternd den Waldweg entlang und sitzt schließlich direkt neben seinem Rivalen. Mein Standort scheint im Bereich der Reviergrenze zweier Männchen zu liegen. Die Begegnung scheint so schockierend, daß beide Sperlingskäuze nun still sind. Der Rivale fliegt wieder davon. Schön ist seine Flugsilhouette vor dem abendlichen, wolkenlosen Himmel zu sehen. Der Flug hat etwas mit dem einer Fledermaus gemein. Nun beginnt zunächst das erste – wohl das revierhaltende – Männchen in höherer Continue reading Sperlingskauz in Rochauer Heide

Alpenschneehuhnfotografie im Winter

AlpenschneehuhnDer Höhepunkt des Alpenschneehuhn-Jahres, zumindest für mich, kommt im Winter, wenn Alpenschneehühner (Lagopus muta) rein weiß werden. Die Farbe des Gefieders des Alpenschneehuhn ist eng mit der Änderung der Taglänge verbunden, so dass das Gefieder auch in Jahren mit wenig oder keinem Schnee weiß wird. In einem vorherigen Blog wurde bereits kurz beschrieben, wie man sich einem Alpenschneehuhn nähert um es zu fotografieren und daß man sich entweder in den Norden Europas oder hinauf in die Alpen begeben muß, um ein Alpenschneehuhn in Europa zu sehen.

Wenn man denkt, daß man in der richtigen Gegend ist, sollte man gewarnt und gleichzeitig geduldig sein. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Art zu allen Zeiten des Jahres sehr gut getarnt ist und die Vögel vertrauen manchmal so sehr auf ihre Tarnung, daß sie bei Annäherung innerhalb weniger Meter ohne Bewegung sitzen bleiben. Glücklicherweise sind Alpenschneehuhn weit davon entfernt, ruhige Vertreter ihres Lebensraums zu sein. Männliche Alpenschneehühner rufen sogar recht häufig. An ruhigeren Tagen ist dies das erste Zeichen, dass Sie in der richtigen Gegend sind. Ihr Territorialruf hallt durch die felsige Landschaft, der Schall bricht sich an den Felsbrocken und trägt an einem stillen Tag Hunderte von Continue reading Alpenschneehuhnfotografie im Winter

Kamerunrötel an Ameisenstraße am Mount Kamerun

In der Nacht war ein schweres Gewitter mit heftigen Regengüssen über Douala und die südwestliche Provinz niedergegangen. Nun treiben sich am frühen Morgen ein paar Vögel auf dem Wanderweg herum. An einer offenen Stelle haben sich einige Spezialisten eingefunden, die einen Ameisenzug plündern. Anders als in Südamerika scheinen diese Vögel aber auch tatsächlich die Ameisen selber zu fressen. Jedenfalls sehe ich schnell mindestens 4 Graubülbüls (Pycnonotus barbatus gabonensis), mindestens 2 Kamerunrötel (Oreocossypha isabellae) und mindestens 1 Braunbrust-Braunschwanz (Chamaetylas poliocephala). Der  Braunbrust-Braunschwanz ist viel scheuer als die anderen Vögel. Trotzdem läßt sie sich auf einer Warte am Wegesrand super ablichten. Ein junges Exemplar des Kamerunrötels ist so in seine Nahrungssuche vertieft, dass es mich locker auf 6 Meter herankommen läßt. Der Kamerunrötel geht immer auf die gleiche Weise vor. Zuerst stellt es sich an die Seite des Ameisenzuges, senkt den Kopf so als ob es mal nachdenken müßte und pickt dann in Continue reading Kamerunrötel an Ameisenstraße am Mount Kamerun

Uferwaldsänger an der Lagoa da Pato auf Flores/ Azoren

DrosselwaldsängerEin grüner Vogel schlüpft durch die dichte Vegetation direkt an diesem wunderschönen, stillen Waldsee. An dem Tag sollte es zur Lagoa da Pato, die auch Poço do Ferreiro genannt wird, gehen. Ich will mir die Gegend, die tagsüber schon mal recht überlaufen sein kann,  auch mal ohne Touristen angucken. Ein wenig bin ich enttäuscht. Es steht – obwohl es erst 8:45 ist – schon ein Auto dort auf dem Parkplatz. Also bin ich nicht allein. Dicke Wolken stehen am Himmel. Die Wolken stehen auch über dem Plateau und haben die oberen Teile der Steilfelsen in Nebel eingehüllt. Das verstärkt der Eindruck der hinunter stürzenden Wasserfälle umso mehr. Ich stehe noch nicht lange am erhöhten Uferrand. Direkt neben einem Seerosenblatt sehe ich Bewegung. Ich kann meinen Augen kaum glauben. Grün-grau schlüpft ein Vogel zwischen den Blättern und dem Strunk der Wasserpflanze. Hey, der Typ mit dem dicken, weißen Überaugenstreif ist doch kein einheimischer Vogel – zumindest keiner, den ich schon hatte. Ansonsten sieht man am Wasser sowieso nur das Gelb der Gebirgsstelze (Motacilla cinerea). Geduckte Haltung und ein dicker, weißer Überaugenstreif: Jawohl, das ist Continue reading Uferwaldsänger an der Lagoa da Pato auf Flores/ Azoren

Streitende Erpel im Schlosspark Charlottenburg

StockenteHoch aufspritzende Wassertropfen, ein wildes Getümmel. Eben noch hatten die beiden Stockerpel (Anas platyrhynchos) einträchtig nebeneinander auf der Eisplatte gestanden. Nun zanken sie sich wie die Kesselflicker. Tauchend, schwimmend, flatternd und schließlich flüchtend lassen sie offensichtlich ihren Aggressionen freien Lauf. Meist enden die kurzen aber intensiven Auseinandersetzungen damit, daß sich eines der Männchen durchsetzt und seinen Rivalen mit Schnabelzwicken in den Schwanz in die Flucht treibt. Dieser fliegt dann eine kurze Distanz; und nach wenigen Minuten stehen sie wieder gemeinsam auf dem Eis – so als wäre nichts gewesen. Da sich die Wintertemperaturen nun auch mitten in Berlin bemerkbar machen, sind weite Flächen des großen Zierteichs – des Karpfenteiches – im westlichen Teil der Parkanlagen im Schlosspark Charlottenburg von Eis bedeckt. Nur ein kleiner Teil, der in unmittelbarer Nähe zum Zufluß der Spree gelegen ist, ist eine offene Wasserfläche verblieben, die der Anziehungspunkt für viele Wasservögel wie Bläßrallen (Fulica atra), Reiherenten (Aythya fuligula) ist. Auch Gänsesäger (Mergus merganser) gut vertreten. Sogar eine männliche Spießente (Anas acuta) tauchte auf, die allerdings recht blaß wirkte, was auf einen entflogenen Ziervogel oder einen Hybrid hinweisen könnte. Graureiher (Ardea cinerea) stehen wenig scheu am Uferrand. Der Schloßpark mitten in der Stadt Berlin gelegen, ist ein ganz besonderes Vogelparadies. Teils recht naturnahe Wasserflächen bilden eine schöne Kombination mit den teils mehr als 100 Jahre alten dicken Buchen und Eichen. Für bewirtschaftete Parkanlagen verfügt der Park über erstaunlich viel Altholz. Der Schlosspark Charlottenburg ist auch bekannt dafür, daß hier recht zuverlässig die die Suche nach dem Habicht (Accipiter gentilis) erfolgreich ist.  Der ehemals vor im Wald und aus dem Wald heraus über das Feld jagende Vogel zieht mehr und mehr in die Stadt. Berlin ist weltweit die Stadt mit der höchsten Habicht-Dichte pro Hektar. Continue reading Streitende Erpel im Schlosspark Charlottenburg

Die Wacholderdrossel im winterlichen Bayrischen Wald

WacholderdrosselKlirrende Kälte herrscht in der tiefen Talfurche und die Erlen, die neben dem Bach dichte Bestände bilden, sind dick mit Raureif überzogen – “Winterflora” in Form gläserner Eiskristalle. Nur kurz scheint die noch tief stehende Januarsonne in das Tal herein und verwandelt das filigrane Gewirr der Äste und Zweige in einen lichtdurchfluteten Zauberwald. Tief über dem Wasser des Bachs aber, über dem dünne Nebelschwaben liegen, kommt ein Eisvogel (Alcedo atthis) entlang geflogen. Ihm macht die Kälte offensichtlich nichts aus.

Langsam steige ich auf dem verschneiten Weg höher zu den steilen Hängen, wo die charakteristischen Weiler des Bergtales, weit über das Land schauen und von senkrechten Felsformationen überragt werden. Am besonders sonnenexponierten, teilweise schneefreien Wiesenhang bilden Sträucher mit ihren eigenartigen Zweigen und ihrer dunkelgrünen Färbung einen deutlichen Kontrast zur Umgebung, in der im Sommer Feuerlilie, Akelei und Türkenbund blühen, jetzt aber nur abgestorbene Gräser das Bild beherrschen.

Weiter oben stehen inmitten einer Reihe von kahlen Laubbäumen, die einen alten Flurweg säumen, ein paar Ebereschen. Ihre Beeren, die Vogelbeeren, prangen in kräftigem Rot vor den dunklen Tannenwald und tragen lustige weiße Mützen, während unweit davon sich gerade ein Trupp von Wacholderdrosseln (Turdus pilaris) Continue reading Die Wacholderdrossel im winterlichen Bayrischen Wald

Zwergscharbe: vermehrtes Auftreten in Deutschland

ZwergscharbeWieder ist eine Zwergscharbe (Phalacrocorax pygmaeus) über ornitho.de gemeldet worden. Diesmal vom Stotternheimer See bei Erfurt. Vorher war die Art (der gleiche Vogel?) von der Südbucht des Sulzer Sees ebenfalls bei Erfurt gemeldet worden. Der Vogel war vom 3. Bis zum 11. Dezember 2018 immer wieder gut zu sehen. Man brauchte allerdings Geduld. Wenn er anfangs nicht zu sehen war, konnte er später auf demselben Ast wie an den Vortagen beobachtet werden. Häufig hielt er die Flügel ausgebreitet um sie zu trocknen. Die in Thüringen festgestellte Zwergscharbe passt sehr gut in das Bild eines gehäufteren Auftretens der Art in Mitteleuropa ab den Jahren 2000, als sich Meldungen aus den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, vom Bodensee, den Sauldorfer Baggerseen in Baden-Württemberg, vom Flemhuder See in Schleswig-Holstein, bei Flemsdorf in Brandenburg und aus dem hessischen Lahntal häuften. Wissenschaftler vermuten, daß dieses Phänomen mit dem starken Anstieg der Brutpopulation in der Hortobágy in Ungarn zu erklären ist.

Die seltene Scharbe hat aktuell scheinbar einen Verbreitungsschwerpunkt in Mitteldeutschland. So nimmt der Continue reading Zwergscharbe: vermehrtes Auftreten in Deutschland

Gartenfächerschwanz auf dem Nest in Papua-Neuguinea

GartenfächerschwanzDirekt vom Boot aus in einer Schleife des Kwatu-Rivers (einem der Nebenflüsse des Fly Rivers) entdecken wir ein oben offenes Napfnest des Gartenfächerschwanz (Rhipidura leucophrys). Das muß ich mit den 3 Nestlingen unbedingt fotografieren. Die Jungen sind schon groß und werden sicher bald ausfliegen. Wir sehen, wie ein erwachsener Gartenfächerschwanz eine Libelle zum Nest  bringt und an seine Jungen verfüttert. Zu Beginn der Nestlingszeit können die Küken keine so großen Beute fressen, aber sie jetzt schon ziemlich gut entwickelt.

Die Nester der Familie der Fächerschwänze (Rhipiduridae) weisen im Allgemeinen glatte, schalenförmige Strukturen auf. Beide Geschlechter helfen sich beim Nestbau. Um das Nest zu vervollständigen könnten gut und gerne 15 Tage vergehen. In einem ersten Schritt werden Spinnennetze um den ausgewählten Zweig oder die Gabel gedreht, um eine Plattform zu bilden. Die zweite besteht darin, die Außenwände mit Wurzeln, Rindenstreifen und Pflanzenfasern aufzubauen. In der letzten Phase wird die gesamte Struktur mit Spinnweben verputzt, die mit ganzem Körpereinsatz über das Napfnest gezogen werden, um die Materialien des Nests zu verbinden. Das Nest de s Gartenfächerschwanz ist daher Continue reading Gartenfächerschwanz auf dem Nest in Papua-Neuguinea

Wo fotografiert man Meeresvögel im Flug

EissturmvogelIm Zeitalter digitaler Vollformatkameras mit einem sehr schnellen Autofokus sind Flugaufnahmen möglich, die früher (fast) undenkbar waren. Startende Enten sind ja noch relativ einfach möglich. Aber, wer hat es damals schon geschafft, einen fliegenden Sperber zu fotografieren? Auch andere Landvögel wurden meistens nur beim Start abgelichtet: Sie sind oft zu scheu, zu weit entfernt und ihr Flug ist zu weiträumig und schnell. Bei Kleinvögeln kommt die große Wendigkeit und der schnelle Flügelschlag erschwerend hinzu. Seevögel liefern die besten Voraussetzungen, um relativ einfach gute Flugaufnahmen zu machen. Sie kommen zahlreich vor, sie sind groß und bewegen sich deshalb nicht zu schnell. Zur Brutzeit erscheinen sie an Land – wenn auch häufig an ziemlich unzugänglichen Küsten. Außerdem sind sie im Flug überhaupt nicht scheu. Mit diesen Eigenschaften sind die relativ großen Seevögel auch heute noch nicht nur für den Einsteiger- Vogelfotografen geeignete Motive, um Flugaufnahmen in ihrer ganzen Bandbreite zu machen. Mit einem sehr schnellen Autofokus wie dem an der Canon EOS 1DX oder einer  Canon EOS 5DsR sind Aufnahmen mit möglichst geringer Bewegungsunschärfe oder – ganz im Gegenteil – Mitziehaufnahmen mit langen Belichtungszeiten und trotzdem Continue reading Wo fotografiert man Meeresvögel im Flug

Gänsesäger an der winterlichen Elbe

GänsesägerEin Klang wie Wassertropfen auf einer Pfütze. Das Trippeln vieler dutzend mit Schwimmhäuten bespannter Füße auf dem morgendlichen Seitenarm ist lange zu hören bevor die Gänsesäger (Mergus merganser) zu sehen sind.

Ein Trupp Gänsesäger mit den auffallend gefärbten Männchen und den grau-braunen Weibchen hat sich aus einem unerfindlichen Grund entschieden, aus dem beschaulichen Seitenarm auf die im Morgennebel dampfende Elbe zu fliegen. Vielleicht haben sie einen der zahlreichen Seeadler (Haliaeetus albicilla) anfliegen gesehen. Vielleicht lieben sie aber einfach nur die Gesellschaft. Vom Deich sind die vom Wasser gestarteten Vögel schön im Anflug zu sehen. Neben und hintereinander hatten sie Anlauf zum Abheben genommen. Von weitem ist der auffällige Schnabel zu erkennen, dessen Kanten sägeartig gezackt und an der Spitze hakenförmig umgebogen sind. Flink ist der Flug nicht gerade, dafür aber zielgerichtet und erstaunlich schnell. Als die Gänsesäger den Betrachter halbhoch am Deich entdecken drehen sie synchron bei und ziehen vor dem morgendlichen, dunstigen Auwald entlang. Die grau-braunen Stämme der Pappeln und Weiden im Morgennebel lassen die vorbeifliegenden Vögel geradezu bunt wirken. Ein schönes Wintererlebnis. Auch im Winter lohnt sich, früh Continue reading Gänsesäger an der winterlichen Elbe

Spanische Teichrohrsänger sind keine Teichrohrsänger

Marokkanischer Rohrsänger ex. TeichrohrsängerEine Wanderroute entlang der Laguna permanente führt den Besucher zu zwei Observatorien, die sich an einer künstlichen Lagune am rechten Ufer des Rio Guadiana befinden. Hier kann ich die ersten lauten krächzenden raspelnden Lautäußerungen der Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) aber auch die feineren, raspelnden Rufe der Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) hören. Kurz schlüpft auch noch ein Blaukehlchen (Luscinia svecica) – evtl. auf dem Zug – durch die trockenen Schilfhalme am Ufer.

Entlang der Straße, die von Tarayes flankiert ist, können wir einige Singvögel, wie die Kalanderlerche (Melanocorypha calandra), die Haubenlerche (Galerida cristata) oder das Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola) sehen. Am Ufer der Lagune zwischen den beiden Observatorien befinden sich die Überbleibsel eines Auenwaldes, der aus weißen Pappeln (Populus alba), dem Lebensraum der Nachtigall (Luscinia megarhinchos) besteht.

Ein Teichrohrsänger kommt dann direkt am Wegesrand mal auf eine Continue reading Spanische Teichrohrsänger sind keine Teichrohrsänger

Wanderregenpfeifer am Playa de los Lances, Tarifa

WanderregenpfeiferAls der Morgen an einem frühen Oktobertag am Playa de los Lances westlich von Tarifa an der Südspitze Spaniens anbricht, sind zuerst nur 2 kämpfende Sanderlinge (Calidris alba) zu fotografieren. Eindrucksvoll wie sie hier ihren Turnierkampf austragen. Ansonsten sind Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula), Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus), Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica), Alpenstrandläufer (Calidris alpina) und immerhin auch ein oder zwei Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea)in den Ästuaren der periodischen Wasserläufe in Folge einsetzender Ebbe zu sehen und auch zu fotografieren. Dazu kommen noch einige Kiebitzregenpfeifer (Pluvialis squatarola) und ein Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria). Moment mal!?

Ein Goldregenpfeifer hier am Gezeitensaum? Das ist doch ein sehr ungewöhnliches Habitat!?!

Beim diesem Goldregenpfeifer muß ich doch stutzig werden und unbedingt schauen, ob es sich hier nicht um einen American Golden Plover (Pluvialis dominica) handelte, der ggf. schon ab dem 29.9 von einem Ian Ford und dann noch mal vom 3.-4.10 als juveniles Exemplar am Playa de los Lances, Tarifa von David Cuenca Espinosa gesehen wurde. Und tatsächlich die genaue Bild-Auswertung ergibt tatsächlich einen juvenilen Wanderregenpfeifer (Pluvialis dominica), der da am Strand entlang läuft. Gut ist die große Handschwingenprojektion und die über die Schwanzspitze herausragenden Flügelspitzen zu erkennen. Der Überaugenstreif ist ebenfalls viel kontrastreicher als beim normalen Goldregenpfeifer.

Keine Wolken nur Sterne sind über mir und den Bergen von Tarifa zu Continue reading Wanderregenpfeifer am Playa de los Lances, Tarifa

Das Rotkehlchen des Arabuko-Sokoke Forest: der Blauflügelrötel

BlauflügelrötelEtwas schwermütiger, häufig wiederholter Gesang aus dem dichten Unterholz verrät das „tropische Rotkehlchen“. Es ist ein Blauflügelrötel (Sheppardia gunningi) der Unterart sokokensis. Wir befinden uns im sogenannten Mixed Forest. Der Anfang unseres Morgentrips läßt sich nicht gut an. Allein ein Rotfüßiges Sonnenhörnchen (Heliosciurus rufobrachium), ist kurz mal am Pistenrand zu sehen. Plötzlich ist lautstarkes Gezwitscher aus dem dichten Busch zu hören. Hier verlassen wir den Wagen, da offensichtlich eine Bird-Party unterwegs ist. Unser Guide meint, einen Blauflügelrötel im Dickicht heraus zu hören. Wir spielen den Gesang vom East Coast Akalat von Band ab. Aber leider ist nichts zu sehen. Vielleicht ist der große Trupp mit Braunstirn-Brillenvangas oder Braunstirnwürgern (Prionops scopifrons) dafür verantwortlich, daß sich der Blauflügelrötel nicht heraustraut. Wir müssen uns also selber ins Gebüsch schlagen. Das stellt sich als ausgesprochen produktiv heraus. Als erstes sehe ich nun auch mal das Goldene Rüsselhündchen (Rhynchocyon chrysopygus) über den Continue reading Das Rotkehlchen des Arabuko-Sokoke Forest: der Blauflügelrötel

Schwarzspecht an Baumhöhle

SchwarzspechtEin durchdringender, hoher Ruf schallt aus dem dichten Erlenwald. Eine Weile tut sich nichts. Dann ist kräftiger Schwingenschlag zu hören. unzweifelhaft ist etwas Größeres im Anflug. Plötzlich klammert sich ein Schwarzspecht (Dryocopus martius) unterhalb eines ovalen Lochs in einer Pappel  an den Baumstamm. Der Schwarzspecht  ist etwa so groß wie eine Krähe und damit der größte europäische Specht – und einer der größten Spechte weltweit. Er ist gut an seinem schwarzen Gefieder mit einem roten Fleck am Scheitel zu erkennen. Er fehlt in Europa nur in Irland, Spanien, Italien, den Britischen Inseln und in waldarmen Gebieten. Er ist in ganz Deutschland mit nur wenigen Lücken verbreitet.

Der Schwarzspecht brütet in Wälder, größeren Feldgehölzen und in Parkanlagen mit einem Anteil von Totholz. Optimal sind Buchen- oder Eichen-Kiefernmischwälder. Seine Höhlen baut er in Baumstämmen, die einen Durchmesser von ca. 40 cm in der Höhe der Höhle aufweisen. Buchen werden als Höhlenbaum zwar bevorzugt, aber im richtigen Umfeld ist er auch in anderen Brutbäumen mit glattrindigen, astfreien Stämmen zu finden. Er ernährt sich von Insekten, hauptsächlich von Ameisen. Im Sommer Continue reading Schwarzspecht an Baumhöhle

Meerstrandläufer auf Wangerooge

MeerstrandläuferDer erste Gang nach der Ankunft auf die Insel führt zum Hauptstrand. Eigentlich nicht Weltbewegendes. Aber die Meerstrandläufer (Calidris maritima) zwingen mich doch in die Knie. Geduldig wartend an einer Buhne lassen sie sich aus wenigen Metern mit Steinwälzern (Arenaria interpres) im westlichen Bereich des Hauptstrands beobachten und fotografieren. Interessant dabei war vor allem, wie nah man sich den Vögeln nähern konnte bzw. wie nah sie an einen herankommen.

Bekannt bei Birdern ist Wangerooge wegen seiner Kurpromenade und der tiefen Wasserrinne, die nicht weit vom Sandstrand in Ost-West-Richtung verläuft. Einige Bänke oberhalb des Strands sind überdacht. Hier läßt es sich also wind- und wettergeschützt aushalten, wenn man sein Spektiv aufgebaut hat und sich die Augen ausguckt beim Pelagic Birding, dem Seawatchen. Die Tage nach Herbststürmen sind geradezu optimal. In den letzten Jahren ließen sich immer wieder heißbegehrte Arten wie Balearensturmtaucher (Puffinus mauretanicus), Atlantiksturmtaucher (Puffinus puffinus), Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris borealis) und natürlich der Dunkler Sturmtaucher (Puffinus griseus). Der Eissturmvogel (Fulmarus glacialis) ist dagegen schon fast eine „normale“ Sichtung. Für den Wellenläufer (Oceanodroma leucorhoa) ist die Continue reading Meerstrandläufer auf Wangerooge

Wüstensperlinge in Marokkos Wüste

WüstensperlingVor Merzouga häufen sich auf einmal mitten in der Wüste mit sich wild kreuzenden Pisten die ersten Hotelschilder. Nun ist es nicht mehr weit zum temporären See von Merzouga südlich der Kleinstadt Erfoud. Das Hostal in Merzouga hat es zu einiger Bekanntheit gebracht. Es wird von Familie mit einem deutschsprechenden „Chef“ betrieben. Die Familie hat sogar verwandtschaftlichen Anhang in Deutschland. Auf einer Lehmmauer steht der erste Wüstensperling (Passer simplex). Der Wüstensperling ist ein kleiner Singvogel, der in Nordafrika und Zentralasien sein Verbreitungsgebiet hat und bei meiner Reise in die Gegend im Juni 2002 recht häufig war. Die Erinnerung an den Wüstensperling verbindet sich mit dem Eindruck eines durchaus häufigen Vogels hier an dem Ort in der Nähe eines Sees mit den einzigen großen marokkanischen Sanddünen in Reichweite. Die Spatzen konnten sehr gut beobachtet werden. Sie waren gar nicht scheu. Die Wüstensperlinge konnten u.a. dabei fotografiert werden, wie die Jungvögel von ihren Eltern gefüttert wurden. Der See ist mehr eine Lagune, die nur alle Jubeljahre mal vorhanden ist – wenn es im Frühjahr anständig geregnet hat. Die Sanddünen des Erg Chebbi sind dagegen permanent zu bewundern und ein echter Wahnsinn.

Marokko, eines der nördlichsten Länder Afrikas, ist ein Top-Touristenziel. Marokko liegt im Nordwesten Afrikas und ist im Wesentlichen ein afrikanisches Land mit einer großen Continue reading Wüstensperlinge in Marokkos Wüste

Rohrdommel am winterlichen Wasserloch

Rohrdommel
Great Bittern swallows fish

Anfang Januar kündigte die Wettervorhersage ein sibirisches Hoch an, das die Wetterlage über der norddeutschen-polnischen Tiefebene bestimmen sollte. Nach einigen milden Wintern schien die bevorstehende Kälte nun den Trend der vergangenen Jahre umzukehren. Tatsächlich sanken die Temperaturen in der Nuthe-Nieplitz-Niederung tiefer als in den letzten 10 Jahren. Aufgrund der östlichen Lage sind Schnee und Kälte hier zwar keine Seltenheit, aber in diesem Jahr war es extrem. Die Temperaturen lagen am frühen Morgen jeden Tag zwischen minus 5°C und minus 12°C und blieben häufig auch tagsüber über unter 0°C.

Feuchtwiesen, Röhrichten und Sumpfland waren dadurch schnell zugefroren, und nach einigen Tagen waren auch die Seen mit einer Eisschicht von mehr als 20 Zentimeter verschlossen. Das Eis war so dick, dass man es gefahrlos betreten konnte.

Blessrallen bzw. Blässhühner (Fulica atra) zogen auf ihrer Suche Continue reading Rohrdommel am winterlichen Wasserloch

Waldohreulen am Wintereinstand

In einer kleinen Seitenstraße des verschlafenen Städtchen Balmazújváros im Osten Ungarns, fast im Stadtzentrum neben der Kirche, verstecken sich schon seit Jahren bis zu 30 Waldohreulen (Asio otus) in großen Bäumen. Ein skurriler Anblick, der jedem Fotografen oder Vogelbeobachter das Herz höher schlagen lässt. Waldohreulen sind durchaus nicht selten. Allerdings sind sie außerhalb der Winterzeit schwer zu beobachten. Sie schlafen meist am Tag und werden erst in der stockdunklen Nacht aktiv. Was diese recht große Anzahl Waldohreulen dazu treibt, gerade dort ihr Quartier aufzuschlagen, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Durch die Standortwahl müssen sie sich zwar nicht mit viel Verkehrslärm und Menschentrubel abfinden, doch der ein oder andere Neugierige kommt natürlich schon vorbei. Die Menschen sind aber friedlich und schauen nur von Zeit zu Zeit nach oben. Das bringt für den Fotografen erhebliche Vorteile mit sich.

Eines Morgens fahren wir also an der Kirche vorbei und schwups haben wir schon die ersten Waldohreulen in einem Garten (in einer Konifere) gesehen. Super, das Beste ist aber ein eine weitgehend freisitzende Waldohreule direkt in einer Birke an der kleinen Seitenstraße. Es ist etwas tricky, da die Zweige der Birke immer Continue reading Waldohreulen am Wintereinstand

Die Falklands: Vogelfotografie im Sturm

MollymaukDass der Sturm das beherrschende Element der Falklands ist, wurde mir schnell klar. Zwei Tage lang fegten Orkanböen mit Windstärke elf über die Insel, und im Wechsel folgten Hagel- und Schneestürme den Regengüssen. Auf den über 400 Falklandinseln existieren nur 80 Siedlungen, in denen etwa 500 englische Schafzüchter leben. Nur die Städte Stanley und Mount Pleasant sind größer. Für die Königs-Pinguine (Aptenodytes patagonicus), die Esels-Pinguine (Pygoscelis papua), die Felsen-Pinguine (Eudyptes chrysocome) und den Magellan-Pinguin (Spheniscus magellanicus) stellen diese Inseln mitten im nahrungsreichen Südatlantik optimale Lebensräume dar, die sie mit rund 60 anderen Brutvogelarten teilen. Der Falkland-Archipel bietet hunderttausenden von Seevögeln ideale Brutmöglichkeiten. Obwohl die Motive meist zum Greifen nah sind, bleiben viele Bilder nur Visionen, denn das Wetter ist der limitierende Faktor. Doch die Geschichte der Inseln, die uns heute wie ein Paradies Vor-kommen, ist eine einzige Chronik der Ausbeutung: Millionen Pinguine und Robben fielen der Ölindustrie des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts zum Opfer. Erst in den vergangenen Jahrzehnten konnten sich die Bestände der Vögel wieder erholen.

Einer der ersten Ausflüge führten auf die Sealion Island, wo ich den Südlichen See-Elefant (Mirounga leonina) und Esels-Pinguine fotografieren konnte.

Die einzige Albatrosart, die hier brütet, ist der Schwarzbrauenalbatros (Thalassarche melanophris), der auch Mollymauk genannt wird. Ihn konnte ich u.a. in New Island Continue reading Die Falklands: Vogelfotografie im Sturm

Silberadler – ein Neuzugang für die westpaläarktische Liste

SilberadlerAm 22. April 2014 bekam der anerkannte finnische Greifvogelspezialist Dick Forsman eine E-Mail von Ahmed Waheed in Ägypten, der ihm einige Adlerbilder zur Identifizierung schickt . Die Bilder sind sehr gut und lassen keinen Zweifel an der Bestimmung des Vogels – es ist ein jugendliche, helle Morphe des Silberadlers (Aquila wahlbergi), der im englischen Wahlberg’s Eagle genannt wird. Damit handelt es sich um einen Neuzugang für die WP-Subregion!

Ahmeds ursprüngliche E-Mail enthielt weder Ort noch Datum, aber wenig später war weitere Informationen zu diesem sensationellen Bericht vorhanden. Nur wenige Stunden später kam die Antwort von Ahmed. Der Vogel wurde am 3. Mai 2013 an der Westküste des Golfs von Suez am Roten Meer in der Nähe von Ras Shuqeir, etwa 120 km nördlich von Hurghada und damit erstaunlich weit nördlich der südlichen Verbreitungsgrenze der Westpaläarktis, fotografiert.

Ein Foto vom 3. Mai 2013 zeigt einen jungen Wahlbergs Adler in der östlichen Wüste Ägyptens. Der gleiche Vogel ist auch mal im Flug Continue reading Silberadler – ein Neuzugang für die westpaläarktische Liste

Afrikanische Scherenschnäbel (Rynchops flavirostris) im Chobe Nationalpark

Afrikanischer ScherenschnabelMorgendlicher Dunst steht über der weiten Flußebene. Tief gebückt stehen auf einer Sandbank Dutzende von schwarz-weiß gefärbten Vögeln mit einem auffallend langen roten Schnabel. Das sind die heißt ersehnten Afrikanischen Scherenschnäbel (Rynchops flavirostris). Als wir die Flußbiegung schon eine Weile hinter uns gelassen haben, setzt sich der ganze Trupp mit schwerem, kraftvollen Flügelschlag in Bewegung. Zuerst dreht der Trupp eine Runde über dem Rastplatz. Dann geht der Trupp in den Tiefflug über. Der schwarz-weiß gefärbte, etwa seeschwalbengroße Vogel mit den langen, eleganten Flügeln, der ein paar Zentimeter über ruhigem Wasser fliegt, schwebt zur Beutejagd parallel zur Wasseroberfläche. Plötzlich fährt er seinen überdimensional großen, seitlich abgeflachten und scharfkantigen Unterschnabel aus und zieht ihn, flache Flügelschläge vollführend, durch die oberen Wasserschichten. Er fliegt so lange bis sein Schnabel mit einem Fisch in Berührung kommt. Kurz darauf klappt er den Schnabel abrupt zu, und ein kleiner silberner Fisch verschwindet zappelnd im Schlund des erfolgreichen Jägers.

Diese spektakuläre Art des Beutefangs lässt sich heutzutage bei drei Vogelarten beobachten: den Scherenschnäbeln der Gattung Continue reading Afrikanische Scherenschnäbel (Rynchops flavirostris) im Chobe Nationalpark

Helgoland, die Vogelinsel

Basstölpel

Die Abendsonne intensiviert das Rot der Helgoländer Klippen. Basstölpel (Morus bassanus) sind vom Klippenrand oder auf einer der angebotenen Führungen gut zu beobachten und zu fotografieren. Formatfüllende Aufnahmen gelingen bereits mit einer 300 mm Brennweite. Diese Brennweite ist für Flugaufnahmen sogar perfekt geeignet. Nur um die Nester mit den Seevögeln groß genug abzubilden, sind manchmal längere Brennweiten angeraten. Während der Brutsaison von April bis August hat man die besten Möglichkeiten, um zu lohnenden Aufnahmen zu kommen. Silbermöwen (Larus argentatus) und Trottellummen (Uria aalge) brüten bevorzugt in den steilen, unzugänglichen Felswänden. Flugaufnahmen sind mit ein bisschen Glück direkt vom Weg oberhalb der Seevogelkolonie möglich.

Die beste Aussicht hat man am „Lummenfelsen“. Der ist mit ca. 1,1 Hektar das kleinste Naturschutzgebiet Deutschlands und außerdem der einzige deutsche Vogelfelsen.

Es ist schon ein besonderes Erlebnis, das Geschrei der vielen tausend Seevögel zu hören. Jedes Jahr im Frühjahr vollzieht sich die Wandlung vom einsamen Felsklotz in der Nordsee zur quirligen Großstadt der Seevögel. Im vergangenen Jahr zählte man rund viele tauschend Paare Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla), fast 100 Eissturmvögel (Fulmarus glacialis) und einige wenige Tordalken (Alca torda) neben den bereits genannten Basstölpeln. Besonders bemerkenswert ist die innerhalb der letzten zwölf Jahre Continue reading Helgoland, die Vogelinsel

Sperber: der unsichtbare Greif

Nach einem langen Winter treiben mich die ersten Frühlingstemperaturen im März nach draußen. Zwischen den Feldern und über einem Wald läßt mich ein Geräusch aufhorchen. Es ist eine Art pulsierendes, primitives, hohes Kreischen. Fast kein Vogelruf. Durch die noch nackten Baumkronen sehe ich die Quelle des Geräuschs direkt über mir am grauen Himmel. Mein erster Anblick eines Sperbers (Accipiter nisus) in diesem Jahr in der Nähe meines Hauses.

Im letzten Licht eines klaren Maiabends kommt eine zweite Sichtung hinzu. Diese ist nicht weit von der ersten entfernt. Ein Sperberpaar offenbart sich in einem spektakulären Kunstflug von 10 Minuten Länge. Die Geschwindigkeit im Wellenflug und die fließende Bewegung des Vogels faszinieren ungemein.

Im Sommer, als die Geräusche im Wald durch dichte Belaubung gedämpft werden, höre ich ähnliche Rufe wieder. Diesmal werden sie häufiger und beharrlicher gerufen und von mindestens zwei Vögeln erzeugt. Vorsichtig bewegte ich mich über holprigen und mit Ästen bestandenen Untergrund auf die Geräuschquelle zu. Immer wenn ich meinte, am Ort zu sein, hatten sich die Rufe weiter in das Waldesinnere zurück verzogen. Umso mehr ich Continue reading Sperber: der unsichtbare Greif

Mittelmeer-Steinschmätzer sind zwei Arten

Mittelmeer-Steinschmätzer oder MaurensteinschmätzerEine neue Studie hat gezeigt, dass östliche und westliche Mittelmeer-Steinschmätzer (Oenanthe hispanica) als separate Arten behandelt werden sollten.

Die vor kurzem im Journal of Evolutionary Biology veröffentlichte Forschung untersuchte und sequenzierte die DNA von vier schwarz-weißen Steinschmätzern Europas. Die die DNA-Sequenzierung wurde angewendet, um einen Artenbaum zu schaffen, der die evolutionären Beziehungen zwischen den untersuchten Arten veranschaulicht. Eine anfängliche Analyse hat gezeigt, dass sich westliche und östliche Mittelmeer-Steinschmätzer trotz ihrer oberflächlichen Ähnlichkeiten als unabhängige Taxa entwickelt haben. Das würde bedeuten, dass sie als vollständige Spezies anerkannt werden sollten.

Die erwachsenen männlichen Maurensteinschmätzer (Oenanthe hispanica hispanica) weisen einen orangefarbenen Rücken mit einer schmaleren schwarzen Gesichtsmaske im Vergleich zu seinem östlichen Gegenstück auf. Der auch Balkansteinschmätzer (Oenanthe hispanica melanoleuca) genannten östliche Mittelmeersteinschmätzer weist Unterschiede zum Maurensteinschmätzer u.a. bei den Steuerfedern auf.

Diese Studie entdeckte die genetische Divergenz in einer monophyletischen Gruppe von vier Singvogel-Taxa, die oberflächlich Continue reading Mittelmeer-Steinschmätzer sind zwei Arten

Gutes Aussehen allein reicht weiblichen Paradiesvögeln nicht

RaggiparadiesvogelMännliche Paradiesvögel sind bekannt und berühmt für ihre abrupt-wilden, formvollendeten Tänze, ihrem extravaganten Federschmuck und die komplexen Balzrufe. Alles dies ganz offensichtlich um einen Partner auf sich aufmerksam zu machen.

Neue Forschungsergebnisse, die in der Open-Access-Zeitschrift PLOS Biology  veröffentlicht wurden, legen nun nahe, dass die Präferenzen der Weibchen die Entwicklung von Kombinationen von körperlichen und Verhaltensmerkmalen vorantreiben, die möglicherweise auch daran gebunden sind, wo das Männchen wirbt: auf dem Boden oder oben in der Baumkrone.

Nicht nur Vögel variieren häufig stark in der Ornamentierung, selbst bei nahe verwandten Arten. Das Verständnis der Muster, die dieser Variation zugrunde liegen, ist eine große wissenschaftliche Herausforderung, da zwischen teils drastisch unterschiedlichen Merkmalen verglichen werden muß. Die Studie verwendete dazu einen neuartigen analytischen Ansatz, um Variationen in der Vielfalt und Intensität der Ornamentierung in den diesbezüglich stark voneinander abweichenden Paradiesvögeln zu quantifizieren. Die Autoren der Studie betonen, daß dies ein Lehrbuchbeispiel dafür sei, wie sexuelle Selektion organismische Phänotypen tiefgreifend prägen. Die Wissenschaftlicher fanden heraus, dass offensichtlich Farbe und akustische Komplexität zusammen mit Verhalten und akustischer Komplexität über die evolutionären Zeiträume hinweg positiv korreliert sind.

Grob gesprochen heißt das:

  • Mit der Anzahl der Farben eines Männchens steigt auch die Anzahl der verschiedenen Töne, die er macht.
  • Die kunstvollsten Tänzer haben auch ein größeres Repertoire an Rufen.
  • Männchen, die auf einem Balzplatz in einer Gruppe ihr Werben betreiben, haben mehr Farben, um sich visuell besser von ihren Mitbewerbern abzuheben.

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Vögel in der Trillemarka

DreizehenspechtTrolle lauern überall. In den ursprünglichen Wäldern von Trillemarka und Rollagsfjellet regen viele längst abgestorbene Baumveteranen die Phantasie der Menschen an. Als Höhlenbrüter profitiert der Trauerschnäpper  (Ficedula hypoleuca) ganz besonders von den großen, teils uralten Baumbeständen mit ihren vielen Spalten und Höhlen. Uralte Kieferbäume lassen die Märchen von Trollen und Waldgeistern immer wieder lebendig werden. Im Unterwuchs ist das Haselhuhn (Bonasa bonasia) nicht selten. Schellente (Bucephala clangula) und Mittelsäger (Mergus serrator) machen ebenfalls gerne Gebrauch von alten Baumriesen. Sie nutzen die alten Nisthöhlen des Schwarzspechts (Dryocopus martius).

Man kann sich bezaubern lassen von jahrhundertealten Kiefern, die mit ihrem knorrigen Wuchs die typisch norwegischen Trollgeschichten sehr lebendig erscheinen lassen. Die teilweise enorm großen Fichten sind dicht behängen mit Flechten, was dem Wald gerade bei schlechtem Wetter etwas Geheimnisvolles verleiht. Gerade dann lohnt sich das Fotografieren, weil die Farben besonders satt wirken.

Hier findet man noch die Wolfsflechte (Letharia vulpina) und Vertreter der Bartflechten der Gattung Usnea. Diese umfasst Flechten, die meist von Bäumen herabhängend wachsen. Diese gehören zu den seltensten Flechtenarten Skandinaviens und zeigen die Intaktheit der Natur an. Das norwegische Wort „Huldra“ Continue reading Vögel in der Trillemarka

Kornweihe (Circus cyaneus) im Flug

KornweiheEine wunderbare Flugaufnahme einer weiblichen Kornweihe ist mein persönliches  Foto dieser Woche. In einer auffallenden Pose zeigt das Bild alle Oberseitenmerkmale dieses tollen und nicht immer leicht aufzuspürenden Greifvogels. Allein eine solche Beobachtung hätte diesen Tag zu einem besonderen Birder-Tag gemacht.

Das Bild zeigt eine weibliche Kornweihe im zeitigen Frühjahr über einem Stoppelfeld im Morgenlicht kreisend. Die Aufnahme ist gut belichtet und befindet sich vor einem unauffälligen strukturierten Hintergrund, der den Vogel in einer typischen Situation in seinem Überwinterungsgebiet zeigt. Dies ist eine schöne Aufnahme, die ein bisschen auch dadurch wirkt, daß der sich der ganze Vogel im langsamen Nahrungsflug in Richtung Kamera gedreht hat.

Das besondere Foto wurde mit einem 600-mm-Objektiv an einer Canon EOS 5 D Mark III aufgenommen. Die Aufnahme erfolgte mit 1/640 Sekunde, f4,0 bei ISO 400.

Ein schönes Gebiet, um im Winter Kornweihen zu beobachten ist neben den Belziger Landschaftswiesen in der Planeaue westlich von Bad Belzig das Havelländische Luch bei Buckow. Buckow befindet sich westlich von Berlin. Das Havelländische Luch stellt eine einzigartige Niederungslandschaft dar. Landläufig bekannt als das beste Gebiet Deutschlands um Großtrappen zu beobachten, stellt dieses Gebiet im Winter Überwinterungshabitate vor allem für Greife zur Continue reading Kornweihe (Circus cyaneus) im Flug

Laufhühnchen in Europa ausgestorben

LaufhühnchenNach fast 40 Jahren ohne bestätigte Sichtung ist das Laufhühnchen (Turnix sylvatica), auch Rostkehl-Kampfwachtel genannt, der erste Vogel, der seit dem Riesenalk (Alca impennis) in Europa ausgestorben ist. Je nachdem, wie man „Europa“ versteht – politisch oder  geografisch – leistet noch der Kanaren-Austernfischer (Haematopus meadewaldoi), auch als Kanarischer Austernfischer bekannt, Gesellschaft. Das ist eine andere “europäische” Art, die in letzter Zeit ausgestorben ist.

Die unter englischen Vogelbeobachtern eher als Andalusian Hemipode bekannte Art wurde von der spanischen Regierung offiziell als ausgestorben eingestuft. In Südspanien wurden in den letzten zwei Jahrzehnten umfangreiche Nachforschungen durchgeführt, um die ggf. verbleibenden Populationen dieser schwer zu entdeckenden Art zu finden. Die letzte bestätigte spanische Meldung datiert aus dem Jahr 1981 in der Nähe des Doñana-Nationalparks. Verlässliche Beobachtungen wurden keine mehr gemacht. Allerdings wurden Rufe bis kurz nach der Jahrtausendwende aus dem Gebiet gemeldet. Von diesen Meldungen wurde von der Seltenheitskommission jedoch keine vollständig akzeptiert. Im Gegensatz zu anderen ausgestorbenen Vögeln ist das Laufhühnchen nicht global ausgestorben. Es ist Continue reading Laufhühnchen in Europa ausgestorben

Ein ziemlich grauer Braunflügel-Mausvogel an Kenias Ostküste

Braunflügel-MausvogelDicke Wolken stehen vor der Sonne, die noch tief am Himmel steht. Das Resort hat einen tollen, etwas erhöht gelegenen Aussichtspunkt. Wunderschönes Wetter, ganz, ganz leichte Brise. Es ist gar nicht kühl, so um die 24° C. Mit dem Stativ und dem Spektiv hoffe ich, etwas auf dem Meer zu entdecken. Doch das Felsen-Inselchen ist zu weit draußen, sodaß ich nur Seeschwalben wahrnehme. Immerhin der elegante Flieger um die Insel mit der dunklen Oberseite und den leuchtend weißen Unterseiten könnte eine Sooty Tern sein. Sogar einen Kaffee gibt es. Das ist wirklich super, daß man den in der Suite selber kochen kann – auch wenn der Nescafe nicht wirklich gut schmeckt. Die Vegetation hier am Aussichtspunkt ist dicht und scheint sehr natürlich zu sein. Ich wundere mich, daß bei dem tollen Küsten-Scrub so wenig – wenn nicht „überhaupt keine“ – Bewegung an Vögel drin ist. Eine Menge Schmetterlinge sind zu bewundern, Hummeln, Bieren, Wespen, aber nichts sonst. Auf einmal hängt ein schlanker, großer Vogel in einem Astgewirr, den ich auf Anhieb als Mousebird bestimme. Dann folgt ein ganzer Trupp, der wenig später weiter gen Norden verschwindet. Anhand der Fotos komme ich ganz schön ins Grübeln. Der erste Eindruck ist: ein graues Mousebird. Interessant sind grüne Farbstreifen und ein Farbklecks auf dem linken Flügel. Fast so als wäre der Vogel mit einem gemalerten Treppengeländer in Continue reading Ein ziemlich grauer Braunflügel-Mausvogel an Kenias Ostküste

Invasion von Sibirischen Tannenhähern (Nucifraga caryocatactes macrorhynchos) in Brandenburg?

Sibirischer Tannenhäher
copyright: Ralf Donat

In Ornitho.de hatte ich gesehen, daß sich Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes) im südlichen Brandenburg aufhalten würden. Sowohl am Crinitzer Bahnhof als auch in Wanninchen südlich Luckau war die Art gesehen worden. Ich hatte den Verdacht, daß es sich ggf. um eine Invasion der sibirischen Unterart des Tannenhähers handeln könnte.

Der Tannenhäher in Wanninchen stocherte mehrere Minuten in Kuhfladen auf Rinderweide und konnte dabei fotografiert werden. Das Blogbild zeigt einen dieser Tannenhäher. Ein ganz herzlicher Dank geht an den Fotografen, Herrn Ralf Donat. Auch aus der Lieberoser Heide wurde ein Tannenhäher bis Mitte November gemeldet.

In seinem mitteleuropäischen Brutgebiet gilt der Tannenhäher als Standvogel mit Dismigrationen. Kurze Wanderungen zu günstigeren Nahrungsvorkommen sowie Schneeflucht im Winter sind möglich. Die ggf. hier in Betracht kommende sibirische Unterart  hingegen tritt bei geringer Samenausbeute der Sibirischen Arve (Pinus sibirica) invasionsartig in Mitteleuropa auf.

Der Sibirische Tannenhäher zeichnet sich durch einen schlankeren Schnabel aus, was ihm den umgangssprachlichen Namen schlankschnäbliger Tannenhäher – oder im Englischen Slender-billed Spotted Nutcracker – gab.   Zusätzlich besitzt die sibirische Unterart  eine breitere weiße Schwanzbinde im Vergleich zu  Vögeln mit mitteleuropäischem Verbreitungsschwerpunkt. In seinem „Handbuch der Vögel Mitteleuropas“, Band 13/III Passeriformes (4. Teil) Corvidae – Sturnidae beschreibt Urs N. Glutz von Blotzheim ab Seite 1558 die Feldkennzeichen. Dabei wird vom Verfasser Continue reading Invasion von Sibirischen Tannenhähern (Nucifraga caryocatactes macrorhynchos) in Brandenburg?

Eleonorenfalken im Ägäischen Meer

EleonorenfalkeDie dunklen Falken im Ägäischen Meer gleiten durch die Luft und steigen auf in das Blau des ägäischen Frühlingshimmels, tauchen ab oder fliegen in pfeilschnellem Flug um Oliven- und Pinien-Wäldchen. Die Eleonorenfalken (Falco eleonorae) führen ein Schauspiel der Akrobatik vor. Eleonorenfalken sind die am wenigsten bekannte und auch vom Verhalten her sehr außergewöhnliche der zehn europäischen Falkenarten, die im April aus dem entfernten Madagaskar in ihre Brutgebiete im östlichen Ägäischen Meer zurückgekehrt sind. Häufig sind es nur kleine schmale Streifen felsiger, unbewohnter Inseln. Die Unzugänglichkeit der Inseln erhöhen die Wahrscheinlichkeit dort Eleonorenfalken beobachten zu können. Die Brutzeit der Eleonorenfalken beginnt erst zwei, drei Monate später, gegen Ende des Sommers. Neben den Eleonorenfalken gibt es auf den meisten Inseln auch kleine Brutkolonien von Rötelfalken(Falco naumanni), die große Insekten und Eidechsen von ihren Jagdgebieten eintragen. Auf dem schroffen Felsen sucht derweil ein Wanderfalke (Falco peregrinus) mit seinem scharfen Auge den südlichen Horizont nach afrikanischen Einwanderern oder nach seiner Lieblingsspeise, dem Chukarhuhn (Alectoris chukar), ab. Doch der Eleonorenfalke ist der Wappenvogel der Ägäis. Hier brüten drei Viertel des Weltbestandes im Spätsommer.

Diese hoch spezialisierten Falken leben häufig in unberührten und isolierten Lebensräumen der zahllosen Insel der Ägäis. Vor allem die kleinen Felseninseln der Dodekanes stellen ein Rückzugsgebiet nicht nur für Falken sondern auch für Schlangenadler (Circaetus gallicus), Habichtsadler (Aquila fasciata), Zwergadler (Hieraaetus pennatus) , Korallenmöwe (Ichthyaetus audouinii), Häherkuckuck Continue reading Eleonorenfalken im Ägäischen Meer

Prachtkleiber in den zentralen Hochländern Papua-Neuguineas

PrachtkleiberHinter einem tonigen Erdwall entlang einer bergigen Straße zu einer Kupfermine waren hohe Rufe zu hören. Kleine schwarze Vögel hüpften einen flechtenbewachsenen Ast entlang. Ganz typisch wie die eurasischen Kleiber.

Das kann es aber hier im zentralen Hochland Papua-Neuguineas nicht sein. Nun hatte ich also doch ein wunderschönes Paar des Prachtkleibers, die auch Schwarze Sittella (Daphoenositta miranda) genannt werden, gefunden. Diese Art gehört zur Familie der Neosittidae. Die Art  ist in mehreren Berggebieten in Neuguinea – sogar in 3 verschiedenen Unterarten – zu finden. Über diesen nahen Verwandten der häufigsten Spiegelkleibers (Daphoenositta chrysoptera) ist wenig bekannt. Sogar Wikipedia zeigt nicht viel mehr. Für mehr Details zum Prachtkleiber sei auf das – Handbook of the Birds of the World (HBW) Volume 12, auf der Seite 641 verwiesen oder auf ihre relevante Website. Die Unterart kuboriensis kommt in den zentralen Continue reading Prachtkleiber in den zentralen Hochländern Papua-Neuguineas

Prachttaucher auf dem Grössinsee in Brandenburg

PrachttaucherDicht mit Schilf ist der Ausfluß des Grössinsee bestanden. Hier sollte sich laut lokalen Meldungen ein Prachttaucher (Gavia arctica) aufhalten. Der Grössinsee wird von der Nieplitz in Süd-Nord-Richtung durchflossen. Er ist knapp 100 ha groß und maximal 3 m tief. Nur im Nordteil entwickelten sich kräftige Röhrichte. Der See gehört nämlich zu den polytrophen Gewässern. Bei einem Besuch des Nordteils des Grössinsees südlich von Berlin konnte tatsächlich der gemeldete Seetaucher beobachtet und fotografiert werden. Ein Schlichtkleid-Exemplar – wohl ein einjähriger Vogel – schwamm zuerst in einiger Entfernung auf dem nicht so breiten See.

Der Rücken des jungen Prachttauchers war bräunlich-grau. Die helle Schuppenzeichnung auf dem Rücken war gut zu sehen. Auf den Fotos des schwimmenden Prachttauchers konnte man schön den deutlichen weißen Flankenfleck sehen. Der Schädel, der Nacken und die Hinterseiten des Halses rahmten grau das weiße „Gesicht“ ein. Der Schnabel ist bläuliche hell-grau und die Iris des Auges schimmerte rötlich-braun. Nach dem Auftauchen konnten wunderschön die perlenden Wassertropfen auf dem Gefieder bewundert werden.

Immer wieder werden im Herbst Meldungen von Sterntauchern (Gavia stellata) und Prachttauchern (Gavia arctica) aus Brandenburg gemacht. Auch vor 3 Jahren gab es eine Meldung des Prachttauchers vom Neuendorfer See aus dem Spreegebiet um Lübben. Hier wie dort schwamm der Prachttaucher ziemlich nah am Ufer entlang. Die Entfernungen, die der Prachttaucher in den sonnigen Nachmittagstunden bei sehr angenehmen Temperaturen von ca. 10° C und einem weitgehend windfreien Herbsttag zurücklegte, waren allerdings beachtlich. Hatte man ihn gerade noch am Einlaß zum Nieplitz-Ausfluß am nördlichen Abschnitt des Sees Continue reading Prachttaucher auf dem Grössinsee in Brandenburg

Die Fotografie von Kernbeißern: gar nicht so leicht

Als eine der größeren, farbenprächtigen Singvögel zeichnen sich Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) durch ihre leuchtenden braun-orange-grauen Farben und ihre ungewöhnlich großen Schnäbel mit den kräftigen Kiefern aus. Kernbeißer sind wahre Schönheiten. Bekannt sind sie für die Fähigkeit mit ihren Schnäbeln, die Kerne von Weißdorn, Kirsche und sogar Zwetschgenkrerne „knacken“ zu können. Wie alle Finken benutzen Kernbeißer die Schneide an der Rückseite ihres Schnabels, um einen Kern zu halten, während sie ihn aufbrechen und gekonnt das Innere des Kerns mit ihren Zungen herausziehen.

Kernbeißer lieben es, sich von Samen der Hainbuche oder Weißbuche (Carpinus sp.) zu ernähren. Wenn Sie ein geeignetes Gebiet finden, steuern sie mit Vorliebe die Bäume an, die im Spätherbst mit Samen beladen sind. Häufig sind dann zwar viele Kernbeißer zu sehen, die durch die Äste huschen. Aber es ist normalerweise schwierig, sie durch die (restlichen) Blätter hindurch klar zu sehen. Die Vögel verhalten sich sind normalerweise eher unauffällig; trotz ihres farbenfrohen Gefieders. Außerdem verbringen sie große Teile des Jahres hoch in Baumkronen, wo sie vom Boden aus naheliegenden Gründen, schwer zu beobachten Continue reading Die Fotografie von Kernbeißern: gar nicht so leicht

Steppenadler im Oman

Meine erste Begegnung mit Steppenadlern (Aquila nipalensis) hatte ich auf der Hochebene von Dhofar, die steil von der Südküste aufsteigt. Dass es tatsächlich Steppenadler sind erschließt sich mir aber erst etwas später. Am Straßenrand lagen 3 tote Kühe hinter einer schmalen Böschung. Haustiere laufen hier frei herum. Bei einem weiträumig gespannten, aber intensiv befahrenen Straßennetz hat der LKW-Verkehr so manches Tier auf dem Gewissen. Aber 3 Kühe auf einen Streich wird wohl bedeuten, daß da einer richtig Gas gegeben hat. Es kann noch nicht allzulange her sein. Der Verwesungsgeruch hängt aber schon in der Luft. Da ich gestern aber schon hier vorbeigekommen bin, kann der „Unfall“ ja noch nicht so lange her sein. Hier treiben sich bestimmt 30 Borstenraben (Corvus rhipidurus) herum und als ich anhalte, um die Raben am Kadaver und auf einer Erdkuppe am Straßenrand zu fotografieren, scheuche ich zwei helle Continue reading Steppenadler im Oman

Zwergspinte und ein Brautgeschenk

ZwergspintDie bunten Spinte zu beobachten und zu fotografieren ist immer wieder ein tolles Erlebnis.  Der auch in Deutschland vorkommenden (Europäische) Bienenfresser (Merops apiaster) ist nur ein Vertreter einer ganzen Familie, die ihren Schwerpunkt in den Tropen, insbesondere in Afrika hat. Ein weit verbreiteter Vertreter in Kenia ist der Zwergspint (Merops pusillus), der sich  in einem großen Teil Afrikas südlich der Sahara vorkommt. Ganz besonders habe ich mich gefreut, dass ich diesen Bienenfresser beim Anflug des Astes fotografieren konnte und dass dieser auch noch seine Beute, eine dicke Schwebfliege, mitnahm. Die Balz ist ein ganz besonderes Ritual zwischen den Bienenfressern. Das Männchen bringt seiner Angebeteten ein Brautgeschenk in Form einer fetten Wespe, Hummel, Biene oder Libelle. Bienenfresser schenken sich ihrem Namen gemäß am liebsten gestreifte Insekten. In dem konkreten Moment im Taita Hills Wildlife Sanctuary im Osten Kenias sitzt sie, das Weibchen, eine Weile neben bzw. hinter ihm und zeigt sich nicht auf Anhieb interessiert. Vielleicht wartet sie darauf als Braut, dass das Männchen ihr das Hochzeitsgeschenk noch einladender anbietet. Sie ziert sich, aber nimmt dann doch dankend das Brautgeschenk an. Die anschließende “Gegenleistung” habe ich nicht fotografieren können.

Bei dem Zwergspint handelt es sich wohl um die Unterart Merops pusillus cyanostictus. Die Unterart kommt im kenianischen Continue reading Zwergspinte und ein Brautgeschenk

Iberienzilpzalp auf Fuerteventura

IberienzilpzalpDer Kontrast zwischen der Kühle des Morgens und der wüstenhaften Trockenheit des Geländes kann nicht größer sein. Wir befinden uns auf einem Morgenausflug zur Landenge von Jandia. Plötzlich steht ein kleiner, olivbrauner Singvogel auf einer Trockenpflanze. Es ist ein Iberienzilpzalp (Phylloscopus ibericus).  Der Iberienzilpzalp ist hauptsächlich auf der Iberischen Halbinsel in Spanien und Portugal beheimatet. Er wandert jedoch im Herbst in den Süden. Dieser Zilpzalp ist heller, grüner auf dem Hinterteil und gelblicher als der „normale“ Zilpzalp (Phylloscopus collybita). Anfangs hieß der Iberienzilpzalp mit seinem lateinischen Namen Phylloscopus brehmii. Dann stellte sich aber heraus, dass der Typus dieses Taxons gar kein Iberienzilpzalp war. Diese Art ist ein Langstreckenmigrant, der jedes Jahr auf dem Rückweg von seinen Wintergebieten in Westafrika bis nach Deutschland kommt. So wurde z.B. in Zarrendorf bei Stralsund in der nordöstlichen Ecke Deutschlands im Mai 2012 ein solcher Vogel gefunden. Dies ist im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Irrgäste werden immer wieder – vor allem im Frühjahr – auch in anderen Teilen Deutschlands beobachtet.

Es war mir natürlich ein Vergnügen, einen Iberienzilpzalp im niedrigen Gestrüpp auf der sandigen Ebene auf der Landenge von Jandia in der südlichen Ecke von Fuerteventura / Kanarischen Inseln zu sehen. Zuerst dachte ich, ich hätte den Kanaren-Zilpzalp (Phylloscopus canariensis), den auf den Kanaren einheimischen Continue reading Iberienzilpzalp auf Fuerteventura

Paarungsverhalten beim Halsbandwürger (Telophorus kupeensis)

HalsbandwürgerEin territoriales Paar des im englischen Serle’s Bushshrike oder Mount Kupe Bushshrike genannten Halsbandwürgers war – wie in einem vorherigen Blog beschrieben – bei einem Balzritual fotografiert worden.

Die Vögel waren dabei ziemlich niedrig im Waldinnern – schon fast im Unterholz –zu finden. Dazu überstiegen wir Lianen und umgestürzte Baumstämme und standen dann knapp unter der Oberkante eines Bergkamms.  Etwas weiter unterhalb am Abhang war ein Paar des Halsbandwürgers in nicht mehr als 1 Meter Höhe im nicht zu dichten, aber moos- und flechten bewachsenen Unterholz von Zeit zu Zeit zu sehen. Das Habitat entsprach dabei gut der Habitatbeschreibung “Primary forest with relatively open understorey, sometimes on steep hillsides; at 930–1550 m”, die im Handbook of the Birds of the World Alive. Lynx Editions, Barcelona zu finden ist.

Die beiden Vögel hatten sich offensichtlich einen besonderen Platz ausgesucht und führten den offensichtlich nur wenigen Ornithologen bekannten Tanz, ein Paarungsritual, auf. Im Verlauf dieses „Tanzes“ hüpfte ein Individuum des Halsbandwürgers minutenlang einen moosbewachsenen Ast im Unterholz hoch und sein Partner folgt ihm ebenfalls – rauhe Nasallauten ausstoßend. Dann wieder sprang einer der beiden den gleichen Ast in kleinen Abständen herunter und der andere folgt ihm auf den Fuß – bzw. in ca. einem halben Meter Entfernung. Natürlich ebenfalls laut rufend. Continue reading Paarungsverhalten beim Halsbandwürger (Telophorus kupeensis)

Sokoke-Eule im Arabuko-Sokoke Forest an Kenias Ostküste

SokokeeuleUnser lokaler Guide, David, verlässt uns mit Andeutungen. Es ist inzwischen unheimlich heiß. Mein Gott, was für ein Wetter. Jetzt stehen wir angeblich kurz vor der Sichtung der Sokokeeule (Otus ireneae), die im englischen Sokoke Scops-Owl genannt wird. Da können wir nicht einfach umkehren. Auch wenn es noch zu heiß ist. Und siehe da: David steht auf der Piste weiter unten und winkt. Er hat vielleicht den Tageseinstand der Sokokeeule gefunden. Wir laufen ihm hinterher über schmale Pfade in den niedrigen Wald mit vielen dünnen Bäumchen. Sicher eine Elefanten-Piste. Dann nach einigen 100 Metern geht es auf einen noch schmaleren Pfad und dann zeigt er an einem dürren Bäumchen hoch. Das Bäumchen wirkt schmächtig und ist auch gar nicht hoch. Wenn es knapp 4 Meter sind, ist es hoch. Es ist dürr und hat nur oben eine Andeutung einer Krone, die man nun wirklich nicht Kronendach nennen kann. Sie formt immerhin eine blätterlose Kugel aus. Wow, inmitten dieses „Altars“ aus Blättern steht eine graue Eule mit feinen schwarzen Streifen. Es ist ein Männchen der Sokokeeule. Ein super Vogel, den wir zum Glück mit dem Stativ super aufnehmen können. Echt eindrucksvoll. Wie klein und winzig die ist. Toll. Das Weibchen der Sokokeeule soll derweil auf den Eiern Continue reading Sokoke-Eule im Arabuko-Sokoke Forest an Kenias Ostküste

Stare im Apfelbaum

StarEin lautes Zwitschern ist selbst durch das geschlossene Autofenster zu hören. Dicht hängen schwarze Vögel mit leuchtendem Gefieder auf den Früchten in einem Obstgarten, der einige hochstämmige Apfelbäume aufweist. Es muß sich um einen Trupp handeln der in die Hunderte geht. Es sind Stare (Sturnus vulgaris), die sich auf ihren Nahrungsinvasionen hier mal kurz niedergelassen haben. Einige Stare balancieren auf den leuchtend roten Äpfeln und versuchen, ein Stück aus der harten Schale heraus zu picken. Andere stehen auf Zweigen und Ästen in den niedrigen Kronen der Apfelbäumen und warten, bis sie selber an der Reihe sind. Es ist ein Gewusel, dass es einem schwindelig werden kann. Doch plötzlich saust ein Sperber (Accipiter nisus) heran und der scheinbar unkoordinierte Trupp verschwindet mit einem lauten Rauschen.

Der niedere Fläming ist von weiten Ackerflächen geprägt. Sanft gewellte Hügel auf einer Höhe von ca. 100m NN ziehen sich bis zum Horizont. Nur vereinzelt ist eine Baumreihe oder ein Wäldchen in der Agrarsteppe zu entdecken. Einzel stehende Bäume auf den Feldern sind noch weniger. Auch die alten Streuobstwiesen sind längst aufgegeben. Nur an den Randlagen der kleinen Ortschaften findet man noch eine Vielzahl von Bäumen – meist Obstbäumen – und Sträuchern. Die Stare werden also so schnell keine Alternativen zu diesem Garten mit seinen Apfelbäumen finden.

Stare sind weit verbreitet und bei Gärtnern nicht immer beliebt. Wenn ein ganzer Schwarm dieser lebhaften Vögel in einen Continue reading Stare im Apfelbaum

Grauschnäpper: hungriges Junges lässt sich füttern

GrauschnäpperDie Brutzeit ist vorbei. Nun sammeln sich die Eltern mit ihren Jungen, um diese in das Geheimnis des Nahrungserwerbs einzuweihen. So jagt wohl ein ganzer Familienverband von Grauschnäppern (Muscicapa striata) immer wieder aus einem Eichenhain aus Stieleichen (Quercus robur) hinaus auf eine Pferdeweide. Besonders die Drähte der Weide wurden gerne als Warte genommen. Von den Jungen als Ruheplatz, von den Eltern als Beuteübergabeplatz. Die wohl noch nicht lange flügge gewordenen Jungen der Grauschnäpper lassen sich weniger durch die Streifen – die der lateinische Artzusatz „striata“ nahelegt – als vielmehr durch die hellen Tupfer auf dem ansonsten grauen Gefieder schon aus einiger Entfernung gut auszumachen. Die adulten Grauschnäpper fliegen immer wieder die Ruhewarten der Jungen an, um sie mit Nahrung zu versorgen. Bei einem fast 2-stündigen Shooting kann ich u.a. kleine Laufkäfer, Aaskäfer, Spinnen und Schnaken als Nahrung erkennen. In der Realität erfolgt die Beuteübergabe mit einer ziemlichen Geschwindigkeit. Außerdem stellt sich das Junge meist gierig und flügelschlagend vor den Elter, der dann auch prompt die Nahrung herauszurücken hat. Erst in der Momentaufnahme der Fotos erkennt man Einzelheiten – und dann auch die Art der übergebenen Nahrung. Nach der Nahrungsübergabe balancieren Jung und Alt noch eine Weile parallel zueinander auf dem Draht bevor es dann zum nächsten Jagdflug wieder losgeht. Die Jungen sind vielleicht nur faul – oder verwöhnt. Jedenfalls wechseln sie ihre Warte auch von Zeit zu Zeit und scheinen das Fliegen schon vollumfänglich gelernt zu haben. Auch die Pfosten der Weide werden als Sitzwarten gern gesehen.

Im Sommer machen sich die Vögel rar. Sie singen fast gar nicht mehr und einige Altvögel mausern nun in ihr Winterkleid. Die Jungen haben ebenfalls keinen Anlaß sich übermäßig zu exponieren. Trotzdem lohnt es sich auch im Sommer die Vielfalt der gefiederten Continue reading Grauschnäpper: hungriges Junges lässt sich füttern

Karmingimpel im Murnauer Moos

KarmingimpelAusgangspunkt unserer Wanderung ist der Parkplatz bei der Gaststätte “Ähndl“. Heute steht eine Rundwanderung im Murnauer Moos auf dem Programm. An einem kleinen Schilfstreifen sind bald aufgeregte, schwätzende, kräftige Laute zu hören. Da die Rufe sehr schnell vorgetragen werden und sie sich nicht wirklich entscheiden können, ob sie zu einem Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) oder einem Gelbspötter (Hippolais icterina) gehören sollen, wird schnell klar, dass hier ein Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) ganz ausgezeichnet andere Vögel imitiert. Im Gebüsch sind unzählige Gartengrasmücken (Sylvia borin) zu hören und gelegentlich auch zu sehen. Tatsächlich ist praktisch auf jedem Baum und jedem Busch mindestens eine Grasmücke zu sehen oder zu hören. Auch Fitisse (Phylloscopus trochilus) sind in kopfstarker Zahl in den Weichhölzern entlang des Schilfs unterwegs. Während wir von weiter weg auch den scharfen, weit tönenden Gesang eines Braunkehlchens (Saxicola rubetra) lauschen, hören wir plötzlich den markanten Ruf des Gimpels. Ein wunderschönes Männchen des Karmingimpels (Carpodacus erythrinus) ist schon nach kurzer Zeit auf einem niedrigen Schwarz-Erlenstrauch (Alnus glutinosa) zu sehen.

In der Ferne sind immer wieder Braunkehlchen zu sehen, die im Prachtkleid auf einzelnen Halmen ihren Gesang vorgetragen haben.  Neben den Braunkehlchen sind auf den Rohrhalmen die Männchen der Rohrammer (Emberiza schoeniclus) zu sehen und zu hören.

Die gelben Unterseiten der Schafstelze (Motacilla flava) sind immer wieder schön zu sehen, wenn sie im bogenförmigen Flug über die Continue reading Karmingimpel im Murnauer Moos

Vögel im El Bofedal de Parinacota im Lauca Nationalpark

Kurzschnabel-FlamingoParque Nacional Lauca heißt der Park im spanischen. Eine Entdeckungsreise kann in der Küstenstadt Arica beginnen. Hier folgt man der Straße nach Bolivien durch das Valle de Lluta. Die Reise beginnt in Meereshöhe und erreicht nach einem steilen und spektakulären Anstieg auf 3.500 m das Dorf Putre. Putre ist ein typisches Andendörfchen, mit prähispanischem Charakter. Die Bewohner leben von der im Terrassenanbau betriebenen Landwirtschaft. Putre ist der ideale Ort, um die Nacht zu verbringen und sich damit schonend an die extreme Höhe und den reduzierten Sauerstoffgehalt zu gewöhnen. Von Putre aus sind es noch gut 100 Kilometer bis zum Lauca Nationalpark. Die kurvige Carretera Internacional CH 11 fühlt durch wunderschöne, scheinbar endlose Steppen, vorbei an verschneiten Vulkanen und Sumpfgebieten. Man passiert das malerische Dorf Parinacota, das für seine Kirche aus dem 17 Jahrhundert bekannt ist. Im Umfeld weiden Alpakas der Aymara-Indianer. Ganz in der Nähe ist ein Feuchtgebiet zu finden. Es ist das „El Bofedal de Parinacota“. Das Feuchtgebiet liegt in direkter Nachbarschaft zum malerischen Dorf. Hier trifft man zahlreiche Vogelarten an, wie zum Beispiel die Schopf-Ente (Anas specularioides), die Andengans (Chloephaga melanoptera), die Andenmöwe (Larus serranus), den Lerchentyrann (Muscisaxicola maculirostris) und natürlich die Flamingos. Unter ihnen Continue reading Vögel im El Bofedal de Parinacota im Lauca Nationalpark

Graukehl-Höhenläufer (Thinocorus orbignyianus) am Salar del Surire im Lauca Nationalpark

Graukehl-HöhenläuferDie Salar de Surire befindet sich im Lauca Nationalpark und bietet eine erstaunliche Flora und Fauna. Auf einer Fläche von fast 15.000 Hektar kann man bei einem Besuch der Lagune vor allem alle 3 in Chile vorkommenden Flamingos sehen. Das Klima ist extrem. Die Durchschnittstemperatur beträgt zwar zivilisierte 12ºC. Aber während es während des Tages bis zu 20ºC warm werden kann, sind es während der Nacht Temperaturen von 3ºC bis zu – 25ºC. Niederschläge fallen wenige, im Winter in Form von Schnee.

Ich suche auch hier nach dem Punaregenpfeifer (Charadrius alticola). Der Puna-Regenpfeifer kommt in  Feuchtgebiete auf einer Höhe von 3.000 – 4.500 m NN vor. Er bevorzugt saline Seen (permanente Salzseen), Brackwasser oder alkalische Sümpfe. Ich finde ihn aber leider nicht. Dafür ist der Graukehl-Höhenläufer (Thinocorus orbignyianus) um die Seenkante erstaunlich häufig. Der Kordillerenläufer (Attagis gayi) war dagegen in den vorgelagerten, schütter bewachsenen Berghängen zu finden. Gut und recht häufig zu finden ist dagegen der Braunmantelämmerling (Phrygilus dorsalis). Eine echte Überraschung so weit hier oben – und so weit von seinen erwarteten Zugrouten entlang der pazifischen Küste entfernt, Continue reading Graukehl-Höhenläufer (Thinocorus orbignyianus) am Salar del Surire im Lauca Nationalpark

Feldmerkmale des Buschrohrsängers

BuschrohrsängerEine mitteleuropäische Entdeckung eines Buschrohrsängers (Acrocephalus dumetorum) im Feld erfolgt erstaunlich selten – wenn man sieht, wie nah die westliche Verbreitungsgrenze dieser Art ist. Über die Beobachtung eines Buschrohrsängers im Matsalu National Park in Estland hatte bird-lens.com ja bereits berichtet. Es wird wohl an der Ähnlichkeit mit den beiden heimischen Rohrsängerarten, Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) und Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) liegen. So sind Meldungen wie die in ornitho.de vom 1. Oktober 2017 („..Bestimmung nachträglich anhand von Bildern. Bei Nachsuche am 22.10. von mir nicht mehr wiedergefunden.“) auch nicht verwunderlich.

Hinzu kommt, daß der Vogel nicht so eindeutig singt, auch ein guter Imitator ist, daß man auf Anhieb an einen Buschrohrsänger. Die Meldung in ornitho.de vom Donnerstag, 22. Juni 2017 ist da symptomatisch. Ein Buschrohrsänger in Bielefeld sang mehrmals kurz, Teile erinnern an Sumpfrohrsänger, Teile an Gelbspötter. Man grenzte die Artbestimmung dann über den Lebensraum (Hecken/Bäume in einem bebauten Gebiet) ein. Man hat also nicht nur die Rohrsänger, vor allem den Sumpfrohrsänger, sondern auch noch Gelbspötter (Hippolais icterina) oder sogar Orpheusspötter (Hippolais polyglotta) auseinander zu halten. Erstaunlich – oder auch nicht – hoch ist der Prozentsatz an Fängen, so u.a. im Fanggarten Continue reading Feldmerkmale des Buschrohrsängers

Geier über Jodhpur/ Rajasthan

HausrotschwanzDie Meherangarh-Festung erhebt sich hoch über die Stadt im Westen Rajasthans inmitten der Wüste Thar. Das im 15. Jahrhundert gebaute Festung Meherangarh steht mit ihren bis zu 32 Meter hohen Mauern auf einem über 120 Meter hohen Felsen mächtig und drohend über der Stadt. Sie ist aber trotzdem von einer einzigartigen Schönheit. Gerne treiben sich Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) gerne auf den dicken Festungsmauern herum. Indiengeier (Gyps indicus) – früher auch Dünnschnabelgeier genannt – ruhen auf den Festungsmauern und steigen am späten Vormittag in die Luft. Ab 10 Uhr ist die Festung zugänglich und ermöglicht eine ungewöhnliche Ansicht dieser großen Greifvögel über der Stadt. Oft fliegen sie so dicht an einem vorbei, dass man den Wind durch ihre Federn rauschen hört. Das sind wirklich exzellente Möglichkeiten zum Fotografieren.

Der Mandore Tempel-Komplex, kaum 9 km vom Zentrum Jodhpurs entfernt, bietet eine weitere Gelegenheit, Tiere in der Nähe menschlicher Siedlungen zu fotografieren. Bengalische Hanuman-Langur (Semnopithecus entellus) leben in der Nähe dieses Tempels und sind an Menschen gewöhnt. Man kann sehr schöne Aufnahmen dieser Primaten machen. Nicht jeder Hanuman-Langur toleriert jedoch die Annäherung. Als erfahrener Tierfotograf sollte man auf die geringsten Anzeichen von Unbehagen achten, wenn man scheue Individuen fotografiert. Wenn man ihnen den nötigen Respekt entgegenbringt, gibt es keinen Grund zur Nervosität. Als Fotograf sollte man sich auf alle Fälle zurückziehen, wenn Konflikte zwischen den hier bestehenden Gruppen oder Familienverbänden auftreten. Bei den Kämpfen kann es hoch hergehen und die Tiere sind dann oft sehr impulsiv.

Die Wüste Thar ist die am dichtesten besiedelte Wüste der Welt. 25 Einwohner/ km². Das unterscheidet sie von anderen Wüsten der Welt. Ein Ergebnis der relativ hohen Bevölkerung ist, dass man Continue reading Geier über Jodhpur/ Rajasthan

Irrgäste auf Bird Island/ Seychellen

KurzzehenlercheMit ohrenbetäubenden Schreien segeln Rußseeschwalben (Sterna fuscota) Tag und Nacht über der Lichtung des Palmenwaldes. Nicht nur für die Massen an Rußseeschwalben oder die Sichtung der wunderschönen Reiherläufer (Dromas ardeola) machten den Trip auf die Seychellen zu einem großen Erfolg.

Es war für die  Beobachtung der Zugvögel – und damit für die „selteneren“ Arten der Inselkette – genau die richtige Zeit; vor allem auf Bird Island. So waren neben den Vagrants ja vor allem die vielen Limikolenarten gut vertreten. Zu den Vagrants bzw. den westpaläarktischen Migranten schrieb ich Adrian Skerrett vom lokalen, den Seychelles Bird Records Committee. Er ist begeistert von meinen Meldungen und schreibt auf der Seite des Seychelles Bird Records Committee, daß ich bei meinem Besuch auf den Seychellen Ende Oktober bis Anfang November einen Einfall von Seltenheiten auf Bird Island zu berichten gehabt hätte. Zu nennen sei die Kurzzehenlerche (Calandrella brachydactyla) (4 SBRC record), Orientbrachschwalbe (Glareola maldivarum) (16 bisherige Rekorde von SBRC akzeptiert), Pirol (Oriolus oriolus), (19 SBRC records), Uferschwalbe (Riparia riparia), (25 SBRC records – was mich ehrlich bei diesem Weitstreckerzieher doch verwundert), Grauschnäpper (Muscicapa striata), (35 SBRC records) und die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) – eine jährlich durchziehender Vogel in geringen Stückzahlen). Schade, dass ich eine eigentlich zu erwartende endemische Art wie den Seychelles Kestrel nicht auf Mahe angetroffen haben. Meine Life List konnte ich immerhin um 22 weitere Vogelarten (neben den Endemiten eben auch Keilschwanz-Sturmtaucher (Puffinus pacificus), Audubonsturmtaucher (Puffinus lherminieri),  Rotschwanz-Tropikvogel (Phaethon rubricauda), Continue reading Irrgäste auf Bird Island/ Seychellen

Weissrückenspecht im Murnauer Moos

WeissrückenspechtHeute steht eine Wanderung zum  Galthüttenfilz im westlichen Murnauer Moos an. Ich starte vom Parkplatz in Grafenaschau und laufe erstmal nur nach Osten.

Der Weg führt an Schlenken im Unteren Galthüttenfilz oder auch Hohenboigenmoos vorbei. Vom ehemaligen Hohenboigensee, der in der Karten noch mit einer Länge von 200 m verzeichnet ist, kündet heute nur noch ein kleiner Tümpel. Der See verschwand nach der in den 30er Jahren erfolgten Verlegung und Kanalisierung des Lindenbaches. Ansonsten sind hier im Westteil des Hohenboigenmooses nur Spirken und Latschen zu sehen. Nicht weit grüßt der Bergrücken des Wiesmahdköchel.

Von einem Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos) – oder überhaupt von Spechten – ist aber weit und breit nichts zu sehen. Es ist auch nicht die richtige Jahreszeit. Die beste Zeit ist der April. Dann trommeln sie intensiv und markieren ihr Revier.

Plötzlich höre ich ein länger anhaltendes Trommeln. Eindeutig ein Specht. Und wohl zu lang, um zu einem Buntspecht (Dendrocopos major) zu gehören. Es könnte natürlich noch ein trommelnder Grauspecht (Picus canus) sein.

Eine wissenschaftliche Untersuchung u.a. zur Totholzausstattung Continue reading Weissrückenspecht im Murnauer Moos

Junge Zwergdommel an Linumer Teichen

ZwergdommelNach vermehrten Sichtungen an den Vortagen (bis > 7 Ex.) konnte eine junge Zwergdommel (Ixobrychus minutus) an den Linumer Teichen aus der südlichen Hütte heraus gesichtet werden. Schön waren die Reste des Flaumes auf dem Kopf zu sehen. Das juvenile Exemplar stand ganz nah an der Hütte. Regungslos sichernd stand sie zwischen abgeschnittenen, kurzen Schilfhalmen im unmittelbar seicht überschwemmten Uferbereich. Zwergdommeln sind klein. Doch so, wie sie am Uferrand zwischen den hoch aufstrebenden Wasserröhricht stand, erschien sie doch geradezu winzig. Die Zwergdommel stand bei einem Kurzbesuch in einer der 2 Hütten in dem für Besuchern offenen Bereich des ausgedehnten Teichgebiets direkt am Schilfrand. Sie sicherte, eher neugierig als furchtsam, verschwand dann und kam nach einer Weile erneut heraus. Das Bild des Blogs zeigt, wie sie den Kopf hob und damit nicht mehr komplett bzw. teilweise von störenden Schilfstengeln verdeckt war. Nach wenigen Minuten dreht sie sich um und verschwand im dichten Schilf ohne danach für gut 1 Stunden noch einmal gesehen zu werden. Nur eine Ringelnatter (Natrix natrix) machte den Schilfbereich vor der Beobachtungshütte unsicher. Weitere Vögel konnten in dem vor kurzem geschnittenen, gut überstauten Uferbereich nicht gesichtet werden.

Die Linumer Teiche bei Fehrbellin scheinen in diesem Jahr ein sehr gutes Rast- wenn nicht sogar (worauf die junge Zwergdommel deuten könnte) Brutgebiet zu sein. So wurden u.a. am Samstag, 15. September 2018 mindestens 7 Zwergdommeln schon bei einbrechender Dämmerung kurz vor 20:00 durch Flugrufe verhört. Continue reading Junge Zwergdommel an Linumer Teichen

Odinshühnchen: Migration in der West-Paläarktis

OdinshühnchenOdinshühnchen (Phalaropus lobatus) sind vor allem als farbenfrohe Brutvögel der arktischen Tundren Eurasiens und Nordamerikas bekannt. Die farbenprächtigeren Weibchen werben mit auffälligen Balzflügen um die Männchen, die später dann alleine die Jungvögel führen. Im Anschluß an das Brutgeschäft sind Odinshühnchen ausgesprochene Zugvögel. Sie haben dann ihr schlichtes schwarz-weißes Schlichtkleid angelegt. In kleiner Zahl ziehen Odinshühnchen alljährlich in Deutschland durch. Über die Zugwege und die Überwinterungsgebiete einzelner Populationen ist allerdings noch relativ wenig bekannt. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wusste man, dass ein Großteil der europäischen Odinshühnchen offenbar auf dem offenen Meer – also pelagisch – überwintert. Die Winterquartiere liegen in den tropischen Meeren. Bekannt sind namhafte Überwinterungsgebiete vor der Westküste Südamerikas, im Südwest-Pazifik und im Nordwesten des Indischen Ozeans. Ein bekanntes Gebiet liegt im Arabischen Meer.

So wurde auch dieses Blog-Foto aus einer ganzen Reihe von Aufnahmen vor Khor Kalba auf einem Bootstrip von den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgenommen.

Erst recht spät stellte man fest, dass auch auf dem Atlantik vor der Küste Westafrikas Odinshühnchen den Winter verbringen. Woher Continue reading Odinshühnchen: Migration in der West-Paläarktis

Steinschmätzer am Hohneck

SteinschmätzerDer kratzende Laut ist unüberhörbar. Nicht auf Anhieb würde der geneigte Naturfreund dies als Gesang betrachten. Doch genau das ist es. Damit soll das Revier verteidigt und ein Partner interessiert werden. Obwohl der Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe) sich nicht scheut, sich offen zu präsentieren, ist es gar nicht so leicht den kleinen, schwarz-weißen gefärbten Vogel auf einem der Felsblöcke zu entdecken.

Die Bergwiesen in den Vogesen sind in der Sommerzeit ausgesprochen reizvoll. Neben Vögeln der alpinen Zone sieht man auch einige typische Pflanzen dieser Region wie Gelben Enzian (Gentiana lutea), Arnika (Arnica montana), Kleine Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina) und gelbe und blaue Vogesen-Stiefmütterchen (Viola lutea) auch Gelbes Vogesenveilchen genant.  Wiesenpieper (Anthus pratensis) und Feldlerchen (Alauda arvensis) sind neben den oben beschriebenen Steinschmätzern sicher die häufigsten Vogelarten. An den schnell fließenden Bachläufen sind Gebirgsstelzen (Motacilla cinerea) zu finden. In den Klippen und Geröllhalden leben neben den Steinschmätzern auch einige sonst seltene Vogelarten. Wanderfalke (Falco peregrinus) und Kolkrabe (Corvus corax) kann man regelmäßig beobachten. Mit etwas Glück erspäht man hier aber auch den ansonsten in den Alpen beheimateten Steinrötel (Monticola saxatilis) oder man kann andere „Hochgebirgsarten“ wie die Alpenbraunelle (Prunella collaris) beobachten.

Zum Steinrötel ist interessant zu wissen, daß ein früher Ornithologe, nämlich Raimund Scheicher, schon kurz vor dem 1. Weltkrieg über seine ornithologischen Ausflüge in die Umgebung von Freiburg und in die Südvogesen berichtete.  Dabei konnte er im Juli in den Vogesen am Rotenbacher Kopf (südlich vom Hohneck) ein Pärchen des Steinrötel beobachten, das sich in den steil nach Osten abfallenden Felsen aufhielt. Leider wurde es schon zur damaligen Continue reading Steinschmätzer am Hohneck

Gelbschnabeltokos im Nationalpark Pilanesberg/ Südafrika

Südlicher GelbschnabeltokoDunst schwebt über dem Wasser. Es ist morgen kurz nach Sonnenaufgang. In den umliegenden Büschen herrscht schon lautstarkes Treiben. In dem Galeriewald um den Tidodi Damm tummeln sich zahlreiche Vögel wie der Südlicher Gelbschnabeltoko (Tockus leucomelas). Die umliegenden Bäume bilden einen kleinen Galeriewald, der viele Vögel wie Gelbschnabeltoko, Graukopfliest (Halcyon leucocephala) oder Haubenbartvogel (Trachyphonus vaillantii) anzieht. Zum Teil kann man sie schon mit einem 70-200 mm-Zoom ausreichend groß fotografieren. Ein wirklich sehr romantisches Wasserloch ist der Tidodi-Damm.

Eine Alternative ist der Malatse-Damm entlang des Dithabaneng Drive. Dieser Damm bietet die Möglichkeit, Schreiseeadler (Haliaeetus vocifer) und andere Vögel wie Ibisse und Löffler an ihren Schlafplätzen zu fotografieren.

Nicht weit vom Malatse-Damm liegt der Dithabaneng-Damm. Wenn das Wasser hoch steht, kann man mit dem Wagen direkt an das Ufer fahren. Das Licht ist morgens wie abends ideal zum Fotografieren. Es lohnt sich am Nachmittag das Ruighoek-Wasserloch anzufahren. An diesem kleinen Damm befindet sich ein relativ tief liegender Ansitz.

Aus der Froschperspektive kann man am Wasserloch der Kwa Maritane Lodge fotografieren. Das Wasserloch der Kwa Maritane Lodge ist wohl mit Abstand die beste Möglichkeiten aus einer ungewöhnlichen Perspektive zu fotografieren. Das Versteck ist unterirdisch angelegt und erlaubt einen einmaligen Blickwinkel auf die Tiere. Die Bilder erhalten so eine besonders dramatische Wirkung. Hier kann man zum Beispiel trinkende Afrikanischer Continue reading Gelbschnabeltokos im Nationalpark Pilanesberg/ Südafrika

Canon EOS 5DSR, ein Praxisbericht

Es ist noch nicht lange her, dass die Ansicht diskutiert wurde, dass niemand mehr als 12 Megapixel benötigen würde. Doch nachdem Nikon das Rennen um die Megapixel mit der D800 neu belebt hat, scheinen Pixel wieder ein Verkaufsargument zu sein. Mit dem aktuellen Vollformat-DSLR-Megapixel-Champion, der Canon EOS 5Ds, habe ich nun gut 1,5 Jahre Zeit verbracht. Das erlaubt, einige Erfahrungen in einem Blog zum Besten zu geben.

Die Frage ist natürlich, warum ein überzeugter und zufriedener Canon EOS 1D X – User eigentlich noch eine weitere Kamera. Es ist so, dass mich die Canon EOS 1D X fast immer voll überzeugte, aber eben auch nur fast immer. Insbesondere der laute Silent-Mode war für einige Anwendungen einfach zu laut. Als Vogelfotograf habe ich mich auf das Ablichten möglichst vieler Vogelarten für wissenschaftliche Zwecke spezialisiert. Weiterhin fiel mir ein, daß ich vor den Fotosessions viel in den unterschiedlichsten Weltgegenden unterwegs bin, im Gebirge auf 2.500m NN oder im Regenwald. Das Gewicht der Gesamtkombination spielt also eine große Rolle. Eine Canon EOS 1D X sind schwere, solide Apparate. Das weiß man oft zu schätzen. Es gibt aber auch Anwendungen, da braucht man was „Leichtes“. Das betrifft sowohl das Handling als auch das Gewicht im Rucksack auf dem Rücken. Diese Argumente allein führten zum Entschluss eine Canon EOS 5D Mark III zu kaufen. Und dann kam noch das Megapixel-Argument. Mehr als doppelt so viel Pixel wie an der Canon EOS 1D X sollten diese Continue reading Canon EOS 5DSR, ein Praxisbericht

Gelbbrauen-Laubsänger: Irrgast wegen Fehlorientierung in großen Kreisen?

Gelbbrauen-LaubsängerGelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus) werden zunehmend im im westlichen Europa gemeldet. Dazu paßt auch die Meldung vom Oktober 2016 nördlich von Potsdam. Die allgemeine Zunahme der Beobachtungen im westlichen Europa in den letzten Jahren wird sehr deutlich aus Angaben aus Großbritannien, dass die Art mittlerweile dort in manchen Gegenden in einigen Phasen des Herbstes der häufigste „Warbler“ sei. Auch auf Helgoland ist dieser „Irrgast“ im Oktober nicht selten.

Beim Gelbbrauen-Laubsänger handelt es sich um einen typischen kleinen Laubsänger mit feinem, spitzem Schnabel und relativ kurzem Schwanz. Vom Aussehen her ähnelt dieser Phylloscopus-Laubsänger einem Goldhähnchen (am ehesten einem Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla)). Je nachdem wie er sich positioniert, wirkt er nicht zierlicher als der heimische Zilpzalp (Phylloscopus collybita), obwohl seine Körperlänge um acht Millimeter kürzer ist. Die Oberseite ist olivgrün mit etwas hellerem Bürzel und Oberschwanzdecken. Zwei deutliche, aber unterschiedlich intensiv ausgeprägte Flügelbinden, die von den hellen Säumen der Armdecken hervorgerufen wurden, sind meist das auffälligste Merkmal. Der Oberkopf ist dunkelgrün mit sehr schwach angedeutetem hellerem Scheitelstreif. Namensgebend ist der grün-gelbe Überaugenstreif. Dieser Überaugenstreif reicht recht weit nach hinten und wird nach unten durch einen schwarzen Continue reading Gelbbrauen-Laubsänger: Irrgast wegen Fehlorientierung in großen Kreisen?

Keilschwanzammern auf Beutejagd an Termitenhaufen

KeilschwanzammerDicke Wolken hängen am Himmel. Es ist unangenehm schwül. Die ersten dicken Tropfen fallen auf die staubverkrustete Windschutzscheibe. Als wir den Eingang zur Fazenda passieren, muß ich doch mal an einem Termitenhaufen halten. Den dunkelbraunen Termitenhügel umgibt eine Wolke aus ziemlich dicken, weißlichen Insekten. 4 weiße Flügel und ein dicker weißer Körper schwirren um den Kegel des Hügels. Weitere Exemplare befinden sich am Fuß des Termitenhaufens. Termiten scheinen aus ihren Löchern zu schlüpfen, um den Hochzeitsflug einzuleiten. Die ersten Regentropfen haben sich als Katalysator, als Startschuß herausgestellt. Im einsetzenden Regen haben sich dann dort auch schnell die ersten Profiteure des Geschehens eingestellt. So sehe ich, daß sich eine Keilschwanzammer (Emberizoides herbicola) eingefunden hat, um sich an den ausfliegenden Termiten zu laben. Zuerst sehe ich eine der Keilschwanzammern, die auf der Spitze des Termitenhügels Platz nimmt und beherzt eine besonders dicke Termite an ihrem Körper packt. Wenig später ist die nächste Keilschwanzammer neben ihr zu sehen. Diese Keilschwanzammer hat nur einen kurzen – wohl abgebrochenen Schwanz – was ihrem Appetit aber augenscheinlich keinen Abbruch tut. Ich glaube, das Continue reading Keilschwanzammern auf Beutejagd an Termitenhaufen

Steppenweihen auf dem Zug

Spektakuläre Zahlen von Steppenweihen (Circus macrourus) und Rotfußfalken (Falco vespertinus) sind Anfang September an den Hauptdurchzugs-Orten zu erwarten. Diese Vögel sollten nun wieder an der rumänischen Schwarzmeerküste nördlich von Constanta in kopfstarken Trupp zu finden sein. Vor allem die dünn besiedelte Gegend um das Dorf Vadu mit ihren Stranddünen kann an manchen Tagen voll  mit Zugvögeln sein. Südlich des Donaudeltas erstreckt sich eine breite sandige Küstenlinie mit flachen Lagunen. Dies ist ein Teil der rumänischen Schwarzmeerküste. Das Gebiet der Dobrudja mit seinen weiter westlich gelegenen Steppenhabitaten ist eher im Frühjahr und Sommeranfang sehr produktiv. September ist die Migrationszeit für Rumänien im Herbst überhaupt; so dass eine gute Artenvielfalt gesehen werden kann. Viele der Vogelarten kommen in einer beträchtlichen Anzahl vor; das gilt insbesondere für Greifvögel. Man sieht aber auch Watvögel, Möwen, Reiher, Pelikane und Singvögel. Die Küste ist dafür ideal.

Aber auch in Deutschland ist es wichtig, bei Zugvogelbeobachtungen die Augen offen zu halten. Bei einer Sichtung einer Steppenweihe kann man zuerst an eine Wiesenweihe (Circus pygargus) denken. Auch andere Greife sind vom Flugbild auf Continue reading Steppenweihen auf dem Zug

Gelbkehl-Feinsänger auf dem Zomba Plateau/ Malawi

Gelbkehl-FeinsängerZuerst ist nur das farbige – wie ich meine gelbe – Auge zu sehen. Dann fallen auch die kanariengelbe Brust und das olivgrüne Gefieder auf. Erst zu Hause kann ich den Vogel als eine Yellow-throated Apalis oder auf Deutsch Gelbkehl-Feinsänger (Apalis flavigularis) bestimmen. In der älteren Bestimmungsliteratur wird diese Art noch als flavigularis – Subspezies der Bar-throated Apalis (Apalis thoracica) benannt. Na, super, das ist nämlich auch ein very-restricted range-Species.

Die Fahrt in Serpentinen im ersten Morgenlicht ist geschafft. Dann geht es weiter an der Trout Farm vorbei hoch den Dirt Track zum William´s Fall. Ein echter Traum dieser Wasserfall im schönsten Sommerlicht. An den Rändern steht sehr schöner Galeriewald. Leider ist diese wunderschöne Stelle nicht nur von Vögeln sehr gut besucht. Die Touris scheinen hier am Wochenende durchaus einzufallen, wie man anhand der vielen Verpackungsreste sehen kann. Immerhin kann ich aber einige Langschwanzstelzen (Motacilla clara) und einen Sternrötel (Pogonocichla stellata), der interessanterweise ganz ungeschützt auf einem blättrigen, staubigen Boden auf Nahrungssuche ist, sehen. Ich laufe dann mal den steilen Weg durch eine Kiefern-Plantage herunter zum Fluß und folge einem traumhaften, wenn auch steilen Weg, am tosenden Wild-Bach entlang mit sehr schöner Ufervegetation. Die Bäume entsprechen wohl weitgehend der urtümlichen Vegetationszusammensetzung. Die Bäume sind sicher auch voll mit Vögeln. Das Dumme ist nur, daß man sie nicht hört, da das Rauschen des Wassers alles übertönt. Hey, das sind doch die berühmten Weißschwanzhaubenschnäpper Continue reading Gelbkehl-Feinsänger auf dem Zomba Plateau/ Malawi

Uhus in Taunus-Steinbrüchen

UhuDer Einstellung der Jagd und Auswilderungs- und Ansiedlungsaktionen in den letzten Jahrzehnten ist es zu verdanken, dass der Taunus heute zu einem der am dichtesten mit Uhus (Bubo bubo) besiedelten Regionen in Deutschland gehört. Oft liegen die Steinbrüche, die von den großen Nachtjägern bewohnt werden, nur wenige Kilometer auseinander. Dabei besiedeln die Eulen nicht nur die großen aufgelassenen Abbaugebiete, sondern auch kleine, längst überwucherte Steinbrüche und sogar aktive Abbaugebiete, in denen unmittelbar an der Brutwand gearbeitet wird. Der eigentliche Brutplatz ist bei den Uhus meist nicht viel mehr als eine Mulde unter einem Überhang, der wenigstens etwas vor Regen schützt. Die Mulde ist praktisch nicht ausgepolstert und auch kaum von Steinen freigeräumt. Sobald die Junguhus schlüpfen, verdreckt die Mulde durch Nahrungs- und Kotreste zusehends. In Steinbrüchen sieht man die Spuren der Uhus gar  nicht selten an den Resten von Rupfungen und an Kotspritzern – insbesondere an Abbruchkanten. Reste von Rupfungen können von Igeldecken, halbe Tauben, Taubenfedern, Krähenfedern, Waldkauzfedern bis zu ausgewaschenem Gewölle reichen.

Nach einigen Wochen ist der Platz übersät mit Dreck, Rupfungsresten und Ungeziefer, so dass man das Nest schon aus einigen Metern Entfernung eher riecht als sieht. Werden die Jungvögel in den ersten Wochen noch ständig von den Eltern gewärmt, kommen die Alttiere später nur noch vorbei, um die Beute abzuliefern und sich anschließend irgendwo in die Felswand oder Continue reading Uhus in Taunus-Steinbrüchen

Abgebrannt: Pelzelnnachtschwalbe in Grassteppe

PelzelnnachtschwalbeAngesichts der Waldbrände im Süden Brandenburgs mit vielen Hundert Feuerwehrleuten im Einsatz mag es makaber erscheinen, dass Feuer für viele Vögel unabdingbar ist, um weiterhin in ihrem angestammten Habitat leben zu können. Einer dieser Vögel ist die Pelzelnnachtschwalbe – auch Weißflügel-Nachtschwärmer genannt – (Caprimulgus candicans), die in abgebrannten Teilen der Savanne auf dem Plateau im Bundesstaat Goias in Brasilien vorkommt.

Die Pelzelnnachtschwalbe ist eine seltene, wenig bekannte und bedrohte Art. Sie ist immer wieder Anlaß taxonomischer Diskussionen und ist auch unter dem Gattungsnamen Eleothreptus candicans und Hydropsalis candicans zu finden.  Wissenschaftler hatten im November 1997 eine männliche Pelzelnnachtschwalbe im Emas-Nationalpark im Bundesstaat Goiás gefunden. Das Exemplar befand sich auf einem Termitenhügel in einem kürzlich verbrannten Gebiet mit trockener Vegetation. Es wurde damals schon festgestellt, dass sich diese Nachtschwalbe sich auf verbrannte Gebiete zu spezialisieren schien. Eine Erklärung ist, dass im Zuge der Regenerierung verbrannter Vegetation ein hoher Überfluss an Insekten einstellt. Wissenschaftler empfehlen daher kontrollierte Verbrennungen, um nicht nur die Pelzelnnachtschwalbe, sondern auch Populationen anderer Tiere im Savannenhabitat des Das Emas-Nationalpark zu begünstigen.

Diese Nachtschwalbe ist eine relativ kleine Nachtschwalbe mit einem bemerkenswert ausgeprägten sexuellen Dimorphismus. Die Nachtschwalbe ist ein Bewohner der offenen Savannen Zentral-Südamerikas. Das extensive Weiß in den Flügeln und im Schwanz Continue reading Abgebrannt: Pelzelnnachtschwalbe in Grassteppe

Kaptölpel an Südafrikas Westküste

KaptölpelKaptölpel (Morus capensis) oder – auf Englisch – Cape Ganets brüten auf Bird Island bei Lamberts Bay zwischen Oktober und Februar. Die Insel ist eine der wenigen Orte, an der die Kaptölpel brüten. Knapp 300 km nördlich von Kapstadt, an der südafrikanischen Westküste liegt diese Insel. Die Insel ist knapp 3 Hektar groß und liegt in der Hafenbucht direkt gegenüber Lambert’s Bay, einem Fischerort. Die Insel ist über einen Wellenbrecherdamm mit dem Festland verbunden. Neben den Kaptölpeln wird die Insel von Kapscharben bzw. Kapkormoranen (Phalacrocorax capensis), Brillenpinguinen (Spheniscus demersus) und natürlich vielen, vielen Möwenarten bevölkert. Die Insel ist einer der wichtigsten Brutplätze für diese  Seevögel, die mit unseren mitteleuropäischen Basstölpeln (Morus bassanus) verwandt sind. Bis zu 30.000 Exemplare der blauäugigen Kaptölpel versammeln sich auf Bird Island und bieten einen grandiosen Anblick. Die leuchtenden Körperfarben bilden einen wunderschönen Kontrast zum tiefen Stahlblau des südafrikanischen Himmels. Dichtgedrängt sitzen Kaptölpel nebeneinander in der Kolonie und man kann es kaum glauben, wie punktgenau die Vögel mit einer Spannweite von fast 2 Metern in der Menge der Artgenossen landen können. Ohne zu zögern steuern sie den Partner an. Das spektakuläre Paarungs- und Territorialverhalten und die Brut lassen sich in Lamberts Bay zur richtigen Jahreszeit gut aus nächster Nähe beobachten. Während ein Vogel auf das Ei oder das Junge aufpasst ist der zweite auf Futtersuche auf dem Meer. Den geringen Platz in der großen Kolonie verteidigen gerade die Männchen ausgesprochen Continue reading Kaptölpel an Südafrikas Westküste

Grauschnäpper und Gartenrotschwanz in Eichenhain am Waldrand

GartenrotschwanzEin niedriger Hain mit Stieleichen (Quercus robur), der über und über mit seinen Früchten, mit nicht ganz reifen Eicheln behangen schien, war an diesem warmen, aber bedeckten August-Sommertag der Anziehungspunkt für eine Vielzahl von Vögeln. Hier konnten 10 verschiedene Singvogelarten beobachtet werden. So jagte ein Familienverband von Grauschnäppern (Muscicapa striata) immer wieder aus dem Eichenhain und dem dahinter stehenden Kiefernwald hinaus auf eine Pferdeweide. Auch die Pfosten der Weide waren gern gesehene Jagdwarten. Am Waldrand fiel wenig später auch ein junger Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) auf. Dafür daß der Gartenrotschwanz in der Minderzahl war, konnte er sich gegenüber den Grauschäppern (sicher mind. 8 Exemplare) ganz gut durchsetzen. Trotzdem war die Konkurrenz – auch intraspezifisch – um die beste Jagdwarte unverkennbar. Immer wieder gab es Verfolgungsjagden, die in der Mehrzahl Artgenossen galt, ansonsten aber auch schon mal eine andere Vogelart betrag. Ein adulter und ein junger Pirol (Oriolus oriolus) stellten sich dann auch ein. Im hinteren Bereich waren es Buchfinken (Fringilla coelebs) und ein junger Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes), die sich zwischen Continue reading Grauschnäpper und Gartenrotschwanz in Eichenhain am Waldrand

Expedition zum Mount Kupé Bushshrike – Equipment & Logistik

Bei einer Expedition zu dem  – im englischen als Serle’s Bushshrike oder Mount Kupe Bushshrike bezeichneten – Halsbandwürger (Telophorus kupeensis)  war ich in den Bakossi Mountains sehr erfolgreich gewesen. Nach einem erfolglosen ersten Tag hatte ich zusammen mit den unverzichtbaren Guides am Ende des 2. Tages dann insgesamt 7 Individuen des Halsbandwürgers  „encountered“; davon 4 Sichtungen und 3 weitere Exemplare, die an anderer Stelle nur gehört wurden.

Die Bakossi Mountains sind  Teil der sogenannten Cameroon Mountain Arc im westlichen Landesbereich Kameruns. Hier herrscht eine Afrotropische Bergvegetation vor. Neben dem Halsbandwürger kommen als weitere endemische Arten u.a. das Kamerunfrankolin (Francolinus camerunensis) und Bannermanturako (Tauraco bannermani) vor

Insgesamt verbrachte ich an der im Blog zum Halsbandwürger-Paarungsritual beschriebenen Stelle an einem Bergkamm knapp 15 Minuten und schieße anfangs mit dem Canon EF 400mm 1:2.8 L IS II USM auf einem Gitzo-Stativ. Die häufigen Standortwechsel des Halsbandwürgers zusammen mit dem unerwartet niedrigen Standort des Vogels lassen mich dann zum Canon EF 200mm f/2L IS USM an der Canon EOS 5DS R wechseln. Trotz Belichtungszeiten mit 1/160 sec. später auch mit 1/80 sec. ermöglichte der vorzügliche Continue reading Expedition zum Mount Kupé Bushshrike – Equipment & Logistik

Grünlaubsänger im Old-Growth-Forest von Oandu

GrünlaubsängerToller Taigawald ist hier nahe dem Örtchen Oandu im Lahemaa Nationalpark im Norden Estlands erhalten geblieben. Ein sogenannter Old-Growth-Forest-Trail verläuft zwischen uralten Laub- und Nadelbäumen. Immer wieder wird der Pfad über Bohlen geführt. Der Trail ist ein Waldlehrpfad. Verschiedene Info-Tafeln informieren über den alten Taigawald, seine Flora und Fauna. Im Verlauf der kleinen Wanderung konnten wir schon einige typische Bewohner dieses sich weit westlich ausbreitenden Taigawaldes entdecken. Aber dann an einem der Hinweisschilder des Lehrpfads. Ein Gesang, laubsängerhaft und doch weder Fitis (Phylloscopus trochilus) noch Zilpzalp (Phylloscopus collybita). Der Hinweis von einem entgegenkommenden Vogelbeobachter stimmt also: an einem der letzten Info-Tafeln des Weges singt tatsächlich ein Grünlaubsänger (Phylloscopus trochiloides). Laut schmettert er seine Strophen in den Taiga-Himmel. Zu sehen ist aber erstmal nichts. Die Singwarte befindet Continue reading Grünlaubsänger im Old-Growth-Forest von Oandu

Zwergscharben im Pinios-Delta/ Nordgriechenland

ZwergscharbeImmer wieder taucht ein kleiner schwarzer Wasservogel zwischen den im Wasser liegenden Baumstämmen der Kanäle im Pinios-Delta auf. Er hat Ähnlichkeit mit dem in Mitteleuropa häufigen Kormoran (Phalacrocorax carbo). Es ist aber der kleine Vertreter, die Zwergscharbe (Phalacrocorax pygmeus). Der Pinios mündet in einem Delta nördlich der Ortschaft Stomio ins Mittelmeer. Ein Großteil des fruchtbaren Schwemmlandes wurde schon vor Jahrzehnten trockengelegt und landwirtschaftlich genutzt. In den verbliebenen ursprünglichen Biotopen hat sich eine mannigfaltige Tier und Pflanzenwelt erhalten. 370 Hektar des Gebietes stehen unter Naturschutz. Dort bilden mit Lianen überzogene Platanen und Weiden dschungelartige Auwälder. Das Pinios-Delta umfasst eine Vielzahl von Feuchtgebieten und trockeneren Lebensräumen, darunter Fluss- und Küstenwälder, Salzmarschen und Süßwassersümpfe.  Obstgärten und Haine wechseln sich mit Auenwäldern, Küstenlagunen, Sanddünen und Stränden und sogar Steppenlebensräume ab.

Über 200 Vogelarten wurden bisher im Delta festgestellt, darunter alle europäischen Reiherarten, Bienenfresser (europ.) (Merops apiaster) und Blauracken (Coracias garrulus). Schwarzstirnwürger Continue reading Zwergscharben im Pinios-Delta/ Nordgriechenland

Haubentaucher auf dem Altmühlsee

HaubentaucherEin Haubentaucher (Podiceps cristatus) sitzt aufrecht auf seinem Nest. Die Entfernung vom Steg beträgt nur 12 Meter. Am Altmühlsee haben sich die Haubentaucher an die Nähe des Menschen gewöhnt. Während der Brutzeit sitzt praktisch immer ein Altvogel auf dem schwimmenden Nest, nur wenige Zentimeter über der Wasserlinie. Der Partner sucht derweil nach Nahrung um den brütenden Altvogel mit kleinen Fischchen und Schwimminsekten zu versorgen. Früher im Jahr, so ab März/ April kann man ihr spektakuläres Balzverhalten beobachten. Brust an Brust richten sie sich im Wasser mit Nistmaterial im Schnabel auf und schließlich erfolgt auf einer der eigens zu diesem Zweck errichteten Plattformen aus abgebrochenen Schilfhalmen und Röhricht die Kopulation.

Die Haubentaucher sind am Altmühlsee so zutraulich, dass sie auf der Vogelinsel auch direkt neben dem Rundweg brüten. Sie scheuen sich dabei nicht unter den Holzbrücken hindurch zu tauchen, auch wenn Besucher darauf stehen. Man muss sich dann nur auf dem Holzsteg postieren und die anschwimmenden Vögel fotografieren. Continue reading Haubentaucher auf dem Altmühlsee

Bird Island, die Vogelinsel der Seychellen

Auf Bird Island gibt es nur ein Touristencamp mit zwei Dutzend kleinen Bungalows, die unter maximaler Berücksichtigung des Naturschutzes verwaltet werden. Ziel ist es, das Zusammenleben von Touristen und den gefiederten Gästen der Insel, u.a. nämlich  Millionen von Rußseeschwalben, zu ermöglichen. Wenige Stunden auf der Insel reichen aus, um zu begreifen, dass hier die Vögel die wahren Hausherren sind. Ohne Scheu bleiben Noddiseeschwalben (Anous stolidus) auf dem abgebrochenen Stumpf einer Palme sitzen. Fast können wir sie mit den Händen anfassen. Überall treffen wir diese schokoladenbraunen Seeschwalben an. Sie sitzen auf den langen Rispenblättern der Kokospalmen oder dösen in der Mittagshitze in großen Gruppen am Sandstrand. Einige haben sich in den Schatten auf unserer Veranda zurückgezogen. Noddi-Seeschwalben nähern sich auch von selbst den Bungalows, völlig gleichgültig gegenüber der Präsenz des Menschen. Feenseeschwalben (Gygis alba) nisten auf der Insel und es ist nicht schwierig, einige Individuen beim Füttern der Jungen auf den nahe gelegenen Bäumen des Camps zu beobachten. Auf der Insel sind etwa zwanzig Vogelarten präsent, aber es sind die Rußseeschwalben (Sterna fuscata), die Bird Island einzigartig auf der Welt machen: von Mai bis Oktober nisten Millionen dieser Vögel auf der Insel.

Es ist schwer, die Erlaubnis zu erhalten, das Kerngebiet der Kolonie zu besuchen. Doch auch schon aus den Randbezirken, dort wo Spazierwege von und zum weiten Sandstrand führen, ist die Continue reading Bird Island, die Vogelinsel der Seychellen

Das Orange-tufted Sunbird– ein Spezialist der Cameroon Highlands

Die hügelige Gegend mit dem üppigen Grün, den Farnbüschen und den Baumstreifen vermittelt einen Eindruck von Schottland. Außerdem ist es für afrikanische Verhältnisse richtig angenehm temperiert, um nicht zu sagen kühl.

Das soll eine top Stelle für Nektarvögel sein. Die im weiteren Verlauf zu sehenden Sunbirds sind fast alle neu für den Trip. Zuerst ist ein eher unscheinbares, gelb-oliver Nektarvogel zu sehen, der am Rande eines Busches zu sehen ist. So unscheinbar, wie nur ein Weibchen eines Nektarvogels sein kann. Ob es groß oder klein ist, kann man auf die Entfernung nur unzureichend erkennen. Damit könnten wir den seltenen – im englischen Orange-tufted Sunbird – Bouviernektarvogel (Cinnyris bouvieri) als Neuzugang vermelden. Wenig später taucht ein „Kollege“ dieser Art auf. Aha, der hat schon mehr Farbe zu bieten. Die Flügelschulter bzw. die Vorderkante ist schillernd grün und der Schwanz dunkel-blau am Ansatz. Ansonsten ist der Vogel aber ebenfalls eher gelb-oliv. Dann taucht auch noch ein Vogel auf, der bei gleichen Grundvoraussetzungen auch noch ein schillerndes blau mit einzelnen lila Blättchen aufweist. Offensichtlich die gleiche Art aber in unterschiedlichen Mauserphasen. So klar das einem nun erscheint, so sehr war ich doch durch die Meldung eines Rotbauch-Nektarvogels (Cinnyris coccinigaster) Continue reading Das Orange-tufted Sunbird– ein Spezialist der Cameroon Highlands

Buschrohrsänger: Sommergast in Estland

BuschrohrsängerTrotz des frühen Morgen beuteln Windböen die Sträucher und Bäume. Das hilft zwar gegen die Mücken. Aber es führt eben auch dazu, daß die Blätter der Büsche auch ganz ohne die Aktivität von Grasmücken und Rohrsängern bewegt werden. Das wird die Entdeckung des von mir an diesem Morgen gesuchten Buschrohrsängers (Acrocephalus dumetorum) nicht unbedingt einfacher machen. Buschrohrsängersind Langstreckenzieher, die recht spät im Jahr in ihre Brutgebiete im östlichen Mittel- und Nordeuropa ziehen. Aber nun, Ende Mai, sind sie auch an ihrer westlichen Grenze des Verbreitungsgebiets zu finden. Ich habe mir dazu die nordwestlichste Landspitze des Matsalu National Park in Estland ausgesucht. Ein kleines Örtchen, Puisenina, zieht sich wie ein langer Finger in die Matsalu Bay hinein.

Schon 2 Tage vorher, hatte ich mich dem Buschrohrsängersind widmen wollen. Es war mitten am Tag und es windete recht stark. Dieser Umstand und die Tageszeit ist der Vogelbeobachtung ja allgemein nicht zuträglich. Den Buschrohrsänger sahen wir dann auch nur kurz in einem sehr schilfigen Bereich in der Übergangszone zwischen Strauch- und Strandbereich; die Sichtungen waren aber immer nur so kurz, daß es zu keinem anständigen Foto kam. Continue reading Buschrohrsänger: Sommergast in Estland

Feldlerchenbalz am Ellenbogen auf Sylt

FeldlercheDie Haube ist aufgestellt, das Rückengefieder hoch gesträubt. Aufgeregt wedelt das Männchen der Feldlerche (Alauda arvensis) mit seinen Flügeln. Mal steht es frontal vor dem Weibchen, mal quer und es scheint, als es um seine eigene Achse kippen würde. So intensiv versucht das Männchen seine „Breitseite“ – sicher seine „Schokoladenseite“ – zu zeigen. Mal knickt der Feldlerchenmann ein, dann wieder steht er hoch aufgerichtet vor seiner Angebeteten. Das Männchen versucht ganz offensichtlich das vor ihm stehende Weibchen schwer zu beindrucken.  Das Schauspiel konnte man im großen Dünengebiet Listland, am Ellenborgen, erleben.

Nördlich der „Kampener Vogelkoje“ beginnt das fast 13 Quadratkilometer große Dünengebiet Listland. Das bis zur Ellenbogenspitze reichende Naturschutzgebiet ist insbesondere durch die bis zu 35 Meter hohen aufgewehten Wanderdünen, bekannt. Sie zählen zweifellos zu den landschaftlichen Höhepunkten von Sylt. Die Wandertätigkeit der Dünen wurde in den meisten Teilen der Insel durch die Bepflanzung mit Strandhafer gestoppt. Im Listland wurde jedoch aus Naturschutzgründen inzwischen wieder auf diese Maßnahme verzichtet.

Ein Teil von Listland ist das nördlichste Erholungsgebiet Deutschlands: der Ellenbogen. Dieses Fleckchen ist geprägt von wunderschönen Stränden, naturbelassenen Dünen und den beiden fotogenen Leuchtfeuern „Ellenbogen- West” und „Ellenbogen-Ost“. Die fünf Kilometer lange Straße zur Ellenbogenspitze befindet sich Continue reading Feldlerchenbalz am Ellenbogen auf Sylt

Rostmantelwürger im Dzalanyama Forest/ Malawi

RostmantelwürgerEin Neuntöter – mitten in der afrikanischen Waldsavanne. Das kann doch nicht sein. Und so ist es auch. Dies hier ist ein Rostmantelwürger.

Wir sind schon den ganzen Vormittag auf schmalen, sandigen Wegen im Gebiet des Dzalanyama Forest Reservats unterwegs Das Licht ist immer noch etwas trüb; die Wolken wollen einfach nicht verschwinden. Schließlich brennt sich die Sonne ihren Weg. Dann geht es schnell. Als die Sonne herauskommt, wird es sehr schnell sehr heiß. An einer der vielen Forstwege biegen wir vom Hauptweg ab. Der Weg wird immer schlechter. Rechts und links herrscht lichter Savannenwald mit viel Brachystegia, dem typischen Baum der afrikanischen Savanne. Dazwischen stehen hohe Gräser, die nun in der Trockenzeit, trocken sind. Kein Gelände, mit dem man auf Anhieb ein reiches Vogelleben verbinden würde. Doch wir sind keine 200m weiter hinein gefahren, da ist er zu sehen: ein Souza’s Continue reading Rostmantelwürger im Dzalanyama Forest/ Malawi

Vögel im Golfhotel auf Praslin/Seychellen

HirtenmainaDas Constance Lemuria in Grand’Anse Praslin ist ein toller Ausgangspunkt, um in gepflegter Atmosphäre der Vogelbeobachtung auf der Insel Praslin, einer der größeren Insel der Seychellen, nachzugehen.

So sollte laut einem Tripreport Chinadommel (Ixobrychus sinensis) an einem der Golfteiche vorkommen. Dazu heißt es ja „… Yellow Bittern, Ixobrychus sinensis, can also be seen in the pools around the golf course at Lemuria Resort – although it is a private hotel so it may not be possible to get in the grounds.” Ich denke zu mir: “Die Chinadommel könnte mir noch meine Liste vervollständigen. „ Gegen 15:00 brechen wir auf. Fast eine Stunde Warterei auf den Bus strapaziert unsere Nerven dann doch zu sehr. Als wir gerade auf das Taxi warten, kommt der Bus natürlich angefahren. Wir sind dann doch froh, das Taxi für 150 SR bestellt zu haben, da die Bushaltestelle und der Drop-off an der Hotelrezeption einigen gehörigen Fußmarsch bedeutet hätte. So werden wir direkt vor die Rezeption gefahren. Dort holen wir uns die Bestätigung im Resort spazieren gehen zu können noch mal ab und sind auch schon unterwegs auf die nördlich gelegene Golfanlage. Super gelegen. Auf dem kurzgeschnittenen Gras des Golfplatzes treiben sich doch einige Vögel herum. Massen vor allem an Hirtenmainas (Acridotheres tristis), einige Continue reading Vögel im Golfhotel auf Praslin/Seychellen

Möwen am „Roten Kliff” bei Kampen/ Sylt

SilbermöweWunderschön liegt das „Rote Kliff” hinter dem Strand von Kampen im Abendlicht. Genug Wind, um die Segelflieger unter den Meeresvögeln zu befriedigen, herrscht praktisch immer. Sylt, Nordsee, Brandung, Wind und Möwengeschrei gehören zusammen. Elegant patrolliert eine Silbermöwe (Larus argentatus) an der Kliffkante entlang. Silbermöwen sind eindrucksvolle Flieger, die durch rosa-fleischfarbenen Beine und einen blaugrauen Mantel bzw. Flügeldecken gekennzeichnet sind.

Ein sehr guter Ort zur Aufnahme fliegender Meeresvögel besteht von der 30 Meter hohe Steilkante des Roten Kliffs zwischen Wenningstedt und Kampen auf der nördlichen Seite der Insel Sylt. Das unter anderem aus Feuerstein, Rhombenporphyr und Rapakivigranit bestehende Kliff ist in Teilen bereits von den heftigen Sturmfluten der Vergangenheit gezeichnet ist,

Parken kann man direkt bei dem romantisch in den Dünen gelegenen Edel-Lokal, der Sturmhaube. Parken kann man auf Sylt in der Nebensaison fast überall umsonst. Es geht auf Bohlen ein paar Continue reading Möwen am „Roten Kliff” bei Kampen/ Sylt

Senegaltriel auf Sandbank bei Edea / Kamerun

SenegaltrielSo schön der Morgen mit seinem Licht war. Nun ziehen dicke Wolken auf. Es ist noch nicht Regenzeit. Aber hier, nicht weit von der Küste, bei Douala kommen immer mal wieder Regengüsse herunter. Träge fließt der mächtige Sanaga dahin. Wir versuchen uns mit dem Kanu – eher einen Einbaum – flussabwärts wieder an Land zu retten, bevor der Wolkenbruch mit Macht seine Wassermassen entlädt. Die letzte Sandbank in der Mitte des Flusses ist schon fast genommen.

Still steht ein Paar des Senegaltriels (Burhinus senegalensis) vor einem stark verschilften Ufer. Unser Bootsführer ruft zum Aufbruch. Die ersten Regentropfen sind schon auf dem Wasser zu sehen. Doch ich muß diesen – auch für die Westpaläarktis relevanten – Vogel gebührend ablichten. Einer der Vögel läuft auf eine Sandbank hinaus und wunderschön im ersten Regen. Als wir uns weiter nähern, ruft er auch. So nähern wir uns mit dem Boot schließlich bis auf 10 Meter dem Senegaltriel, der im englischen Senegal Thick-knees heißt.

Schon während der Rockjumper-Tour im April 2017 waren wir mit dem Senegaltriel im Benoue Nationalpark fündig geworden. Diesmal war der Eindruck aber noch deutlich stärker.  Würde man den Senegaltriel hier nicht erwarten,  wäre die Gefahr groß, ihn für einen Continue reading Senegaltriel auf Sandbank bei Edea / Kamerun

Kleiber an Nisthöhle in Estland

Kleiber (europ.)In dem baltischen Staat Estland mit seiner flachen Topographie ist ein wild schäumender Fluß eine Seltenheit. Die Meldung auf der lokalen Birderplattform für Estland, daß hier eine Zitronenstelze (Motacilla citreola) gesichtet worden, war, machte daher neugierig. Nach einem erfolgreichen Foto-Shooting der Doppelschnepfe (Gallinago media) in der Nähe von Haapsalu wartete ein Aufenthalt im Lahemma NP auf mich. Bei einem Besuch des alten Wasserkraftwerks von Kunda können wir wunderschön ein Paar des Kleibers (Sitta europaea) an seiner Bruthöhle beobachten.

An einem Park mit seinem Clubhaus parken wir den Wagen. Wir laufen durch den anständig mückenverseuchten Park. Der Kunda Hydro-electric Dam ist wirklich sehenswert. Eine tief eingeschnittene Schlucht und ein aufgestauter Fluß der vormals auf natürliche Weise einen recht anständigen Höhenunterschied überwand. Na, gut. Nur so macht ein Wasserkraftwerk Sinn. Eine Continue reading Kleiber an Nisthöhle in Estland

Königsweber am Sanaga/ Kamerun

KönigsweberTräge fließt der mächtige Sanaga dahin. Im Morgengrauen hatten wir ein kleines hölzernes Boot bestiegen. Nun liegt der weite Fluß vor uns. Dunst und tiefstehende Morgenwolken tauchen die Flußlandschaft in ein wunderschönes Licht. Ich hatte schon befürchtet, daß der Morgenausflug buchstäblich ins Wasser fallen könnte. Als wir – noch in der Dunkelheit – an der verabredeten Stelle ankamen, war niemand da. Aber ein paar Minuten später sahen wir zwei Kerle, die in einem erstaunlichen Tempo einen Kanu – eher einen Einbaum – flussabwärts paddelten. Wenige Minuten später hatten wir das Kanu auch schon geentert und starteten die Reise. Große Sandbänke in der Mitte des Flusses waren unsere erste Station. Afrikanische Scherenschnäbel (Rynchops flavirostris) konnten dort ausgiebig in ihren Formationsflügen bewundert werden. Der eigentliche Ziel-Vogel, die Graubrachschwalbe (Glareola cinerea) war ebenfalls erstaunlich häufig. Dazu etliche Flußuferläufer (Actitis hypoleucos), die das sandige Ufer der Sandbänke patrollierten.

Schließlich fuhren wir den Fluss weiter hinunter zu einer offensichtlich schon länger etablierten Sandbank. Sie war zu einer Continue reading Königsweber am Sanaga/ Kamerun

Bird Island, zu Besuch im Paradies der Feenseeschwalbe

FeenseeschwalbeMit atemberaubenden Flugkünsten umkreisen Weißschwanz-Tropikvögel (Phaethon lepturus) Palmen, ehe sie sich zur Rast darin niederlassen. In großen Schwärmen segeln Rußseeschwalben (Sterna fuscota) am Himmel über der Insel. Jetzt Ende Oktober ist die Brut praktisch schon vorbei und überall sind die Jungen zu sehen. Mit ohrenbetäubenden Schreien ziehen sie Tag und Nacht ihre Kreise über der Lichtung des Palmenwaldes. Es gibt aber auch die nahen Verwandten, die Zügelseeschwalben (Sterna anaethetus) hier. Sie sind aber bei weitem nicht so häufig und eher auf den Granitinseln der Seychellen anzutreffen. Zum Rauschen der Brandungswellen gesellt sich das Geschrei tausender Seevögel, die im azurblauen Himmel segeln. Einige Vertreter sind in der Galerie der Vögel von Bird Island zu bewundern. Einige sitzen auf unserer Veranda und auf den Blättern der Palmen.

Die aufdringlichsten Vögel sind die kleinen Sperbertäubchen (Geopelia striata) im englischen zutreffend Zebra Dove genannt und die rotbrüstigen Männchen der Madagaskarweber (Foudia madagascariensis), die Madagascar Red Fody genannt werden, denn sie sitzen jeden Morgen auf unserem Frühstückstisch und picken die Reste des Toastbrotes aus dem Brotkörbchen oder vom Tisch.

Die anmutige schneeweiße Feenseeschwalbe (Gygis alba) ist sicher einer der Stars unter den Vogelarten hier. Mit schwarzglänzenden Augen und einem schwarzen Schnabel, der an der Wurzel blau ist, Continue reading Bird Island, zu Besuch im Paradies der Feenseeschwalbe

Vögel der Steppen Valencias

GänsegeierEin Flug nach Spanien ist immer mal für eine Woche drin. Die spanische Provinz Valencia wurde daher im Sommer aufgesucht, in der Hoffnung, etwas zu entspannen und ein Gefühl für die Vogelfreuden eines Landes zu bekommen, das normalerweise im Mainstream-Tourismus versinkt. Als gewöhnlicher Besucher der bekannteren Vogelbeobachtungsdestination von Andalusien hatte ich nicht zu viel erwartet, aber war angenehm überrascht von der Anzahl und Vielfalt der dort heimischen Vogelbewohner – und zwar praktisch von dem Moment an, als ich aus dem Flugzeug stieg. Eines Tages machte ich mich auf den Weg in den Steppenlebensraum außerhalb von Castilla de la Mancha. Dieses Gebiet ist mit einer unglaublichen Vielfalt an Lebensräumen und ausgezeichneten Gebieten zur Vogelbeobachtung gesegnet.

Ein Halt auf dem winzigen Friedhof von Bonete auf dem Weg in die Castilla de la Mancha bedeutete, dass wir einen kleinen See und ein paar Bäume entdecken konnten. Dabei sahen wir sehr schön Schmutzgeier (Neophron pernocterus), den Maurensteinschmätzer (Oenanthe hispanica), die Reiherente (Aythya fuligula), eine einsame Kolbenente (Netta rufina). Ein echtes Highlight war das gelb- Continue reading Vögel der Steppen Valencias

Weißrückenspecht in Park in Estland

WeissrückenspechtNach einem erfolgreichen Foto-Shooting der Doppelschnepfe (Gallinago media) will ich mich zum Abschluß dem Gutspark des Haeska Manor House widmen. Der zur Pension umgebauten Gutshof weist einen weitläufigen Park mit vielen alten Bäumen auf. Neben einen paar schönen alten Eichen gibt es auch alte Linden. In alten Parkanlagen soll – wie mir einheimische Naturschützer sagten – der Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos) recht häufig sein. Sie meinten sogar, daß in den alten Parks der Gegend der Weißrückenspecht sogar der häufigste Specht sei. Was für eine Verkehrung der Verhältnisse zu Deutschland! Ich kann dann im weiteren Verlauf sowohl Grauschnäpper (Muscicapa striata) als auch Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) sehen und schön fotografieren. Amseln (Turdus merula) flitzen die ganze Zeit zwischen Rasen und Unterholz. Der Hit sind aber die vielen brütenden Wacholderdrosseln (Turdus pilaris), die intensiv warnen, wenn sich jemand ungebührlich einem Nest mitten auf einer Asthöhle nähert. So kann ich endlich auch mal ein paar schöne Aufnahmen von der Wacholderdrossel machen. Von einem Weißrückenspecht – oder überhaupt von Spechten – ist aber weit und breit nichts zu sehen. Es ist auch nicht die richtige Jahreszeit. Die beste Zeit ist der April. Dann trommeln sie intensiv und markieren ihr Revier.

Plötzlich höre ich ein länger anhaltendes Trommeln. Eindeutig ein Specht. Und wohl zu lang, um zu einem Buntspecht (Dendrocopos major) zu gehören. Es könnte natürlich noch ein trommelnder Continue reading Weißrückenspecht in Park in Estland

Altmühlsee: neue Vogelheimat im Fränkischen

BeutelmeiseFeine Rufe tönen aus dem Schilf. An Rohrkolben findet die Beutelmeise (Remiz pendulinus) das Material für ihr kunstvolles Nest. Mit dem Altmühlsee südöstlich von Nürnberg wurde ein künstliches Biotop geschaffen, das vor allem für zahlreiche Vogelarten mittlerweile zum unverzichtbaren Lebensraum wurde. Beutelmeisen, Feldschwirl (Locustella naevia), Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) und Blaukehlchen (Luscinia svecica) brüten hier, während zu den Zugzeiten auch immer wieder Irrgäste zu beobachten sind.

Der seit 1985 geflutete, etwa 450 Hektar große Altmühlsee ist Teil eines Großprojektes des Freistaates Bayern zur Überleitung von Wasser von der Donau in den Main. Er liegt gut 20 km südöstlich von Ansbach zwischen den Orten Gunzenhausen und Muhr am See. Das Gebiet zwischen Weidenbach und Gunzenhausen war vor dem Bau der Stauseen von zahlreichen Armen der Altmühl durchflossen und aufgrund der alljährlichen Überschwemmungen eine der größten zusammenhängenden Feuchtwiesenflächen Süddeutschlands, die ursprünglich weit über 1.000 Hektar umfasste. Viele Wiesenbrüter fanden dort ihre Reviere.

Mit dem Baubeginn des Ausgleichsbeckens 1978 veränderte sich das Gebiet nachhaltig: Ein großer Teil der Feuchtwiesen wurde Continue reading Altmühlsee: neue Vogelheimat im Fränkischen

Fotografie der Doppelschnepfe am Balzplatz

DoppelschnepfeEs ist 22:21 als ich das erste Mal die klickenden Laute der Doppelschnepfe (Gallinago media) höre. Ich traue meinen Ohren nicht. Aber ein 6 Minuten später ist der Ruf schon wieder zu hören. Das ist ja deutlich früher als gestern. Vielleicht werde ich ja doch noch mit Tageslicht fündig. Dann sehe ich die Doppelschnepfe auch. Plötzlich steht sie da. Mitten auf dem Balzplatz putzt sie sich erstmal ausgiebig. Ich kann die ganze Zeit draufhalten. Die Sonne ist natürlich schon längst in einem dicken, roten Ball im Westen untergegangen. Aber die Tage sind lang in Estland, dem nördlichsten der baltischen Staaten. Tallinn liegt ungefähr auf der Höhe Stockholms. Das Licht ist also noch einigermaßen auskömmlich.

Dann fängt sie an zu balzen. Ein „Kollege“ antwortet aus dem hohen Gras. Die Vegetation direkt vor dem Tarnzelt ist zwar gemäht. Aber jenseits der offeneren Korridore geht der Bewuchs in eine dichtwüchsige Mähwiese über.

Nach dem ausführlichen Putzen, bei dem die Doppelschnepfe immer wieder über den Rücken in meine Richtung schaut und sich absichert, werden die schon mal  gespreizt und in Position gebracht. Schön sind die weißen Schwanzspitzen und der kastanienbraune Absatz des Schwanzes zu erkennen. Dann fängt sie an zu balzen. Ein „Kollege“ antwortet aus dem hohen Gras.

Leider wird das Licht innerhalb recht kurzer Zeit schlechter sodaß ich fürchte, früher als geplant, auf Blitzfotografie ausweichen zu müssen. Für die „normale“ Fotografie ist es schon fast zu dunkel. Anfangs starte ich mit 1/60 sec und muß dann auch noch runter auf 1/15 sec.. Zum Glück gibt es den Live-View-Modus. Damit kann ich das Geschehen auf dem Monitor verfolgen, was tatsächlich deutlich einfacher geht. Dann ist es einfach zu dunkel. Die Kamera tut sich jedoch mit dem Blitz und im Live-View-Modus erstaunlich leicht. In der Doppelschnepfen-Galerie ist das Ergebnis dieses wunderschönen Abends zu bewundern. Ich stelle den Blitz von Continue reading Fotografie der Doppelschnepfe am Balzplatz

Steppenkiebitz im Spreewald

SteppenkiebitzSeit mindestens dem 10. Juni 2018, hält sich inmitten des Teichgebiets der Schlepziger Teiche, nördlich von Lübben (Spreewald) ein adulter Steppenkiebitz (Vanellus gregarius) im Prachtkleid auf.  Er stand mit mit ca. 80 Kiebitzen (Vanellus vanellus) im hinteren Teil des Lachsluch 2, einem der fächerförmig angelegten Fischzuchtbecken, die am Rand trockengefallen waren und erkennbar Schlammbänke freigelegt hatten. Der Sommer ist noch frisch; daher gab es nur schmale Schlammränder, die dann aber auch vollumfänglich genutzt wurden. Die Limikolen  – also Kiebitze – sind quasi auf diesen Teich angewiesen um zu Baden und zu Ruhen. Denn alle anderen Teiche in der Umgebung sind gut gefüllt.

Auch am heutigen Sonntag hielt sich diese Ausnahmeerscheinung zwischen anderen Limikolen, Möwen und Enten auf einer trocken gefallenen Schlammbank vor einem Schilfgürtel auf. Der Steppenkiebitz konnte heute um die Mittagszeit ausführlicher – wenn auch in weiter Ferne – gesehen werden. Der Steppenkiebitz mit seinem beige-braunen Gefieder und dem schwarzen Bauch hebt sich gut von den grün-weißen Kiebitzen ab und ist daher – trotz der Entfernung – gut auch mit dem Fernglas zu entdecken. Zur Betrachtung sollte dennoch ein Spektiv herangezogen werden.

Nachdem in den letzten Tagen schon einige Birder vor Ort waren, konnte auch Continue reading Steppenkiebitz im Spreewald

Vogel- und Tierwelt am Bollenberg/ Elsass

BienenfresserDie Steppe scheint sich bis zum Horizont zu erstrecken. Gras in gedämpftem Grün, die Luft vibriert vom Gesang der Feldlerchen (Alauda arvensis) und Grillen. Aus der lückigen Vegetation leuchten Blumen in satten Farben. Doch man befindet sich weder in der Provence noch in der Toskana sondern am Bollenberg, in der Vorbergzone der Vogesen am Rand der südlichen Oberrheinebene. In der Nachbarschaft der Stadt Rouffach und der Dörfer Westhalten und Osenbach, etwa 25 km südlich von Colmar, gibt es noch Reste einer Kulturlandschaft, die anderswo schon längst der Flurbereinigung zum Opfer gefallen ist. Das Gebiet weist ein Mosaik aus Weinbergen, Flaumeichenwäldern, Trockenrasen, niedrigen Gebüsch, Lesesteinhaufen, Hohlwegen, Löß-Steilwänden und  Trockenmauern aif. Hier leben viele Tiere und Pflanzen, die vor vielen 1.000 Jahren aus dem Mittelmeerraum an den Oberrhein gewandert sind. Dazu gehören die meisten Orchideen, aber auch die Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) und vielleicht der Bienenfresser (Merops apiaster).

Der Bienenfresser brütet seit spätestens 1990 wieder alljährlich in der Oberrheinebene, nicht nur am Kaiserstuhl im südlichen Baden-Württemberg. Die Bienenfresser brüteten verteilt über weite Bereiche des Kaiserstuhls. Nur vereinzelt beträgt die Entfernung Continue reading Vogel- und Tierwelt am Bollenberg/ Elsass

Mittelspechte im Auwald

Vogelstimmen tönen durch den frühlingshaften Wald. Darunter ein merkwürdig quäkender Ruf. Er gehört dem Mittelspecht (Dendrocopus medius). Auf den ersten Blick könnte man ihn mit dem etwas größeren Buntspecht verwechseln. Aber die rote Kopfplatte und das rosa überhauchte Bauch- und Flankengefieder lassen doch eine sichere Unterscheidung zu. Der Mittelspecht ist ein typischer Auwaldvogel, der seine Bruthöhlen am liebsten in starken Ästen alter Stieleichen anlegt. Gerne legt der Mittelspecht seine Bruthöhle in Stämmen oder starken Ästen von geschädigtem oder faulem Holz an. Dort legt er ab Mitte April 5-6 weiße Eier Auch bei der Nahrungsbeschaffung spielen alte Eichen für ihn eine wichtige Rolle, denn in ihren Baumkronen und der reich strukturierten Borke leben unzählige Insekten.

Der Mittelspecht ist neben reich gegliederten Laubwäldern (vorzugsweise mit Eichen) auch auf ein mildes Klima angewiesen. In Bezug auf seine Nahrungsaufnahme hat der Mittelspecht ein deutlich anderes Verhaltensrepertoire als beispielsweise der Buntspecht (Dendrocopos major). So stochert der Mittelspecht eher Continue reading Mittelspechte im Auwald

Streit bei Bruchwasserläufern

BruchwasserläuferFotoarbeiten mit Limikolen haben ihren ganz besonderen Reiz. Zahlreich sind sie während der Zugzeiten in Mitteleuropa zu beobachten. Dann sind auch mal spektakuläre Aufnahmen praktisch auf Augenhöhe möglich. Es ist noch dunkel als ich in dem Feuchtgebiet ankomme. Die Sterne schimmern zwar am Firmament; es scheint aber doch recht diesig zu sein. Es ist noch dunkel, wenn auch die Dämmerung nicht mehr weit ist.

Ich lege mich lang hin auf eine Luftmatratze. Ein Bruchwasserläufer (Tringa glareola) kommt als erster auf der nahrungsreichen Flachwasserzone einiger Ponds an. Sofort fängt er an zu stochern und kommt immer wieder formatfüllend am Fotografen vorbei. Es ist nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten. Ein Tarntuch habe ich mir über den Kopf gezogen und dann auch noch den Hut drauf. So bin ich zwar von den Umrissen nicht als Mensch auszumachen, aber der Überblick ist dadurch natürlich erschwert. Man guckt eben immer nur mit dem verengten Winkel des 600er.

Als nächstes kommt ein kleiner weißer Bursche angeflogen. Es ist ein Zwergstrandläufer (Calidris minuta), der ebenfalls ausgiebig am Rand der Pfütze – eher auf dem Sand selber – nach Nahrung sucht. Dann kommt ein weiterer Bruchwasserläufer angeflogen. Es dauert nicht lange, dann stellt der Bruchwasserläufer, der zuerst an der Pfütze war, fest, daß dieses Revier viel zu klein für 2 Bruchwasserläufer ist. Ein kurzes Gegenüberstehen, die Flügel Continue reading Streit bei Bruchwasserläufern

Auf die Kehle kommt es an: Schwarzkehlchen

Schwarzkehlchen (europ.)In der Reihe von Rotkehlchen (Erithacus rubecula), Braunkehlchen (Saxicola rubetra) und Blaukehlchen (Luscinia svecica) darf das (europäische) Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola) natürlich nicht fehlen. Es ist auf Anhieb in einem ähnlichen Habitat zu Hause wie das Braunkehlchen. In einer offenen, buschreichen Landschaft mit überwiegend kargem Bewuchs lebt dieser Sänger, der in Gestalt und Verhalten dem Braunkehlchen sehr ähnlich ist. Das auffallend kontrastreich gefärbte Männchen unterscheidet sich vom männlichen Braunkehlchen durch den schwarzen Kopf und die weißen Halsseiten. Außerdem fehlt der hellen Streifen über dem Auge wie er beim Braunkehlchen zu finden ist. Das Schwarzkehlchen sitzt meistens auf dem Boden oder noch häufiger auf einer exponierten Buschspitze. Es singt von seiner Warte aus oder präsentiert sich ebenfalls im Singflug. Das kontrastreich gefärbte Schwarzkehlchen trägt sein Lied häufig von der Spitze eines einzeln stehenden Busches in der ansonsten offenen Landschaft vor.

Der Bestand dieser Art hat, wie bei vielen anderen Ödland- und Wiesenbrütern auch, stark abgenommen, da sein Lebensraum, die Continue reading Auf die Kehle kommt es an: Schwarzkehlchen

Raufusshühner im Toten Gebirge

AlpenschneehuhnSchroffe Gipfel und unzählige, glasklare Gebirgsseen, die inmitten idyllischer Almen liegen, prägen das Tote Gebirge. Das ganze Jahr über, aber besonders im Herbst, bietet das Tote Gebirge Fotomotive in Hülle und Fülle. Sie lassen das Herz jedes Naturfotografen höher schlagen. Von manchem Berg im Toten Gebirge bietet sich ein herrlicher Blick auf das gegenüberliegende Dachstein-Massiv.

Das Tote Gebirge beherbergt eine für die subalpine und alpine Höhenstufe der Alpen typische Artengarnitur. Aus dem Toten Gebirge liegen zwar die Ergebnisse mehrerer vogelkundlicher Untersuchungen vor. Eine zusammenfassende Bewertung des Gebiets ist derzeit aber noch nicht möglich. Aufgrund der Größe des Gebietes sind jedoch repräsentative Populationen typischer Arten und Vogelgemeinschaften der hochmontanen, subalpinen und alpinen Stufe erfasst.

Das Tote Gebirge liegt im Herzen Österreichs und ist das Grenzgebirge zwischen den Bundesländern Steiermark und Oberösterreich. Die gewaltige, stark zerfurchte Urlandschaft stellt mit einer Fläche von nahezu 400 Quadratkilometern die größte Karstfläche der Ostalpen dar. Sie ist geprägt von den saftig grünen Continue reading Raufusshühner im Toten Gebirge

Vorkommen des Halsbandwürger (Telophorus kupeensis) in den Bakossi Mountains/ Kamerun

HalsbandwürgerEine Expedition zum Halsbandwürger (Telophorus kupeensis)  in die Bakossi Mountains konnte im Februar 2018 erfolgreich abgeschlossen werden. Nach einem erfolglosen ersten Tag auf Expedition konnten am Ende des 2. Tages dann insgesamt 7 Individuen des Halsbandwürgers „encountered“; davon 4 Sichtungen und 3 weitere Exemplare, die an anderer Stelle nur gehört wurden. Das ist umso bemerkenswerter als man bisher davon ausgegangen war, daß die Population winzig sei und sich auf ca. 25 Individuen beschränken würde.

Callan Cohen und Michael Mills im ABC Bulletin 9.2 vom August 2002 schreiben, daß der hübsche auffällige Halsbandwürger einer der weltweit seltensten Vogelarten und eine der berühmtesten Vogelarten in Westafrika ist. Die Art wurde vom Naturforscher William Serle von den Hängen des Mount Kupé im Jahr 1951 beschrieben. Die Art blieb dann aber unerkannt, bis sie 1989 wiederentdeckt wurde.

Die Wiederentdeckung führte zu einer Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen und Studien des offensichtlich vom Aussterben bedrohten Halsbandwürgers. Nur sieben Paare wurden trotz jahrelanger intensiver Arbeit gefunden, aber die Erforschung der angrenzenden Berge führte kürzlich zur Entdeckung kleinerer Populationen in zwei nahe gelegenen Waldgebieten.

Callan Cohen und Michael Mills schreiben, daß trotz der vielen Ornithologen und Vogelbeobachter, die das Gebiet besuchen, Continue reading Vorkommen des Halsbandwürger (Telophorus kupeensis) in den Bakossi Mountains/ Kamerun

Dickschnabellummen auf dem Frühjahrszug im Westen Alaskas

GelbschopflundDer Frühjahrszug im Westen Alaskas läßt sich am besten von St. Lawrence beobachten. Gambell ist dabei wirklich das Eldorado für Vogelfotografen und Freitzeit-Birder. Eine der Besonderheiten sind die kopfstarken Trupps der Dickschnabellumme (Uria lomvia). Der Vogel hat wie alle Alkenvögel einen länglichen Körper, die Vögel wirken aber doch pummeliger und durchaus tonnenförmig. Dickschnabellumme schlagen beim Zug entlang der Küste schnell mit den Flügeln und vollziehen teilweise abrupte Richtungsänderungen. Von den wendigen Manövern abgesehen, ist der Flug gerade und entspricht dem, was man von Alken sonst so gewohnt ist. Immer wieder ziehen sie zu Dutzenden – häufig in V-Form –in einiger Entfernung vom Strand vorbei. Andere Seevögel, gerade die Enten, kommen da deutlich näher an „The Point“ heran, um diese Landspitze zu umfliegen. Immer wieder sind andere Vögel in den Dickschnabellummen-Trupps involviert. Manchmal sind es Trottellummen (Uria aalge). Die Dickschnabellumme wirkt jedoch Continue reading Dickschnabellummen auf dem Frühjahrszug im Westen Alaskas

Beobachtung eines leuzistischen Neuntöters

NeuntöterBei der Absuche eines bekannten Zugvogelgebiets im Nordwesten von Zypern beobachtete im Randbereich des als Campingplatz benutzten nur spärlich parkähnlich bewachsenen Gebietes einen „weißen“ Würger, der schon auf den ersten Blick kein Raubwürger (Lanius excubitor) sein konnte. Trotz der hellen Färbung. Die geringere Größe und insbesondere der Habitus ließ keinen Zweifel aufkommen, daß es um einen abnorm gefärbten Neuntöter (Lanius collurio) handeln mußte.

Die Grundfärbung des Vogels war weiß. Deutlich traten aber hell-braune Streifen an den Flanken zum Vorschein. Sowohl der Rumpf, als auch die Arm- und Handschwingen sowie der Schwanz war einfarbig weiß. Die Beine waren hell gefärbt. Die schwache Steifung wies auf ein Weibchen eines Neuntöters hin.

Der Vogel nutzte verschiedene Sitzwarten innerhalb einer kleinen Hecke. Von dort aus machte er erfolgreiche Nahrungsausflüge in die nahen, spärlich bewachsenen aber insektenreiche Brachflächen. Die Näherung mit dem Auto akzeptierte er immerhin bis auf ca. 15 Meter. Beim 3. Versuch näher zu kommen, zog er sich mit den typischen harten „Teck-teck“-Rufen in das Innere der Hecke Continue reading Beobachtung eines leuzistischen Neuntöters

Fotografie des Buntkopf-Felshüpfer im Campo Maan National Park

Wir sind immer noch recht früh da. So gegen 16:00 sind wir am Platz. Ich bekomme vom Ranger des NP-Büros einen Platz zugewiesen, der etwas im Vergleich zum April zurückgesetzt erscheint. Aber mit meinem Canon EF200mm f/2.0L IS USM bin ich ja gut gewappnet. Ich baue das mitgebrachte Dreibein-Höckerchen auf und plaziere das 200er mit der EOS 5 DsR auf das Gitzo G1588 Einbeinstativ. Daneben lege ich die EOS 1 DX mit dem Canon EF85mm f/1.8 USM für den Fall, daß der Buntkopf-Felshüpfer auf einmal direkt vor mir steht. Das war ja im April kurz der Fall gewesen. Beide Kameras stelle ich erstmal auf Silent-Mode. Ich ändere das aber nach einer Weile bei der EOS 1 DX, da ich der Ansicht bin, daß – wenn ich sie benutze – nun wirklich Not am Mann ist und es dann auf das laute Klacken auch nicht mehr ankommt. Da ist dann im Zweifel Geschwindigkeit gefragt. Zum Glück denke ich noch daran, den Bildstabilisator beim EF200mm f/2.0L IS USM einzuschalten. Dann bin ich bereit. Ich bin noch unschlüssig, ob ich eher das EF200mm f/2.0L IS USM oder das EF85mm f/1.8 USM in die Hand nehmen soll. Die Sitzposition ist auf dem Höckerchen schon ok; aber stundenlanges Sitzen ist vielleicht auch nicht angeraten.

Nachdem ich mich sortiert habe, paßt soweit alles vorzüglich. Die Nester scheinen im Vergleich zum letzten Besuch im April 2017 deutlich weiter vorgesetzt. Das erkennt man schon an den Kotflecken auf den Felsbrocken darunter. Auf diesen Felsbrocken Continue reading Fotografie des Buntkopf-Felshüpfer im Campo Maan National Park