Category Archives: Beiträge auf Deutsch

Blogs in deutscher Sprache

Schellente auf dem Planalto Central von Flores/ Azoren

SchellenteNach dem wenig ergiebigen Absuchen der Lagoa Raza geht die Fahrt weiter über die von den Einheimischen Planalto Central genannte Gegend, die in weiten Teilen von dem Kessel der Ribeira Grande eingenommen wird. Aus dem Augenwinkel bemerken wir eine feuchte Stelle bzw. eine richtig kleinen Teich. Wir halten umgehend am Straßenrand an. Und tatsächlich im Fernglas sehe ich das was für die Azoren eine Rarität ist: eine weibliche olho-dourado, also eine Schellente (Bucephala clangula). Der Blick durch das Spektiv bestätigt die Identifikation. Gut ist der braune Kopf und der graue Rücken zu sehen. Die Ente wirkt auf mich nur etwas sehr dunkel. Aber das kann man ja noch näher begutachten. Super, dazu muß ich jetzt näher aber ran und auch am besten fotografieren. Leider muß man dazu eine Kuhweide Continue reading Schellente auf dem Planalto Central von Flores/ Azoren

Der Rickelsbüller Koog, das nördlichste Naturschutzgebiet Deutschlands

SingschwanDas Vogelparadies zwischen Wiesen und Watt deint zehntausenden Zugvögel als Rastgebiet. Zugvögel verbringen alljährlich in dem 535 Hektar großen Naturschutzgebiet an der deutsch-dänischen Grenze mindestens einige Tage, um „aufzutanken“. Rund 150 verschiedene Arten sind hier schon beobachtet worden, darunter Alpenstrandläufer (Calidris alpina), Große Brachvögel (Numenius arquata) und Austernfischer (Haematopus ostralegus). Auf offenen Flächen bauen Wiesenvögel wie Wiesenpieper (Anthus pratensis) und Feldlerche (Alauda arvensis) ihre Nester, und im Schutze des Schilfes leben Enten. Ab Ende März besetzen die Brutvögel den Koog. Etwa 50 verschiedene Brutarten sind bisher nachgewiesen, darunter auch so seltene Arten wie Lachseeschwalbe (Gelochelidon nilotica), Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) und Grauammer (Emberiza calandra). Zu den gefiederten Gästen, die das ganze Jahr im Koog bleiben, gehören Kiebitz (Vanellus vanellus) Austernfischer, Rotschenkel (Tringa totanus) und Stockenten(Anas platyrhynchos). Was den Ricksbüller Koog besonders attraktiv macht, ist seine Vernetzung mit den umgebenden Naturräumen wie etwa dem dänischen Margrethe-Koog oder dem Wattenmeer vor dem Landesschutzdeich.

Der Rickelsbüller Koog ist ein idealer Ausgangspunkt für die Vogelbeobachtung und Exkursionen am Rande des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.   Das Naturschutzgebiet Continue reading Der Rickelsbüller Koog, das nördlichste Naturschutzgebiet Deutschlands

Pelagischer Trip in den Vereinigten Arabischen Emiraten

ArabiensturmtaucherKurz nach 14:00 Uhr geht es  mit dem Boot los. Der Fahrer ist ein einheimischer Skipper, der sonst wohl Sportfischer mit raus nimmt. Man merkt und sieht, daß Treibstoff bzw. dessen Kosten keine Rolle spielt. Die beiden dicken Yamaha-Motoren haben zusammen 600 PS (wenn ich die Aufschrift richtig lese). Direkt im Hafen sehen wir schon mal eine Sandbank mit Hemprichmöwe (Larus hemprichii), Heringsmöwe (Larus fuscus), Dünnschnabelmöwe (Larus genei), Flußseeschwalbe (Sterna hirundo) und Lachmöwe (Larus ridibundus) (teilweise schon mit der Prachtkleid-Kapuze). Bei den Großmöwen sind nun direkte Vergleiche möglich. So hat eine Großmöwe perfekt das Aussehen, das im “Gulls of Europe, Asia & North America” von Olsen et.al. für Continue reading Pelagischer Trip in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Ein Gürtelfischer auf Corvo/ Azoren

GürtelfischerNachdem wir die 6 km-Wanderung vom Kraterrand hinter uns gebracht haben, statten wir dem Alten Hafen, dem Porto Antigo von Corvo einen Besuch ab. Der Porto Antigo ist leicht zu finden. Direkt unterhalb von 3 alten Windmühlen befindet sich die betonierte Rampe ins Meer. Dicke Wellen mit ihrer Gischt hüllen den Hafen in eine salzige Feuchtigkeit. Die Wellen rollen von Süden an und stoßen damit direkt auf die Einfahrt des Hafens. Gestern waren hier Weißstirnregenpfeifer (Charadrius semipalmatus), Drosseluferläufer (Actitis macularia) und der Gürtelfischer (Megaceryle alcyon) gesichtet worden. Vor allem der im portugiesischen  Guarda-rios-cintado genannte Gürtelfischer hatte es mir angetan. Der fehlte noch auf meiner WP-Liste. Wir stellen uns auf die weiße Mauer mit Blick von oben auf den Hafen und genießen erst mal den Blick. In der Ferne grüßt schon wieder Flores. Es ist auffallend schwül-warm. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch und – insbesondere – im Vergleich zu der Kühle im Nebel oberhalb der Caldeira ist es richtig warm hier unten. Auf einmal fliegt ein grauer Vogel ein. Er fliegt einen Vulkanfelsen an, wird von einer schäumenden Welle überrascht und fliegt wieder hoch. Anschließend rüttelt er über dem weißen Schaum. Super, das ist der Continue reading Ein Gürtelfischer auf Corvo/ Azoren

Rotflügelstare (Onychognathus neumanni) in Kamerun

RotflügelstarEin dicht bevölkertes und trotzdem dicht bewachsenes Stadtteilgebiet im Hochland von Bamenda liefert eine der Höhepunkte einer Kamerunreise. Es sind fliegende Rotflügelstare (Onychognathus neumanni).  Wir sind auf dem Weg zurück nach Bamenda. Nicht weit hinter dem Ortseingang biegen wir ab und landen in einer Sackgasse. Dort steigen wir aus und laufen an ein paar Büro-/ Regierungsgebäuden entlang bis wir vor einem gußeisernen Tor stehen. Hier befindet sich eine Farm, die Bauernhof zu nennen, noch deutlich übertrieben wäre. Die Eigentümer scheinen fremden Besuch gewohnt zu sein. Jedenfalls laufen wir zwischen Gemüsebeeten den leicht abschüssigen Hang hinunter bis wir an einem Berghang direkt hinter den Gärten landen. Wir stehen nun am Steilhang direkt hinter den Lehmhütten; das ist also der Backyard eines Bauernhofes.

Ein atemberaubender Blick über die Stadt eröffnet sich von hier. Unten ist der Krach zu hören und die Lebhaftigkeit der Stadt gut zu erkennen. Eindrucksvoll wirken die tollen Felsen, die den Talkessel umrahmen. Dort sollen sich die Neumann’s Starling genannten Rotflügelstare herumtreiben. Wir stellen uns auf die spärlich Continue reading Rotflügelstare (Onychognathus neumanni) in Kamerun

Der Rostzügel-Todityrann am Nest

Rostzügel-TodityrannEin Aufenthalt auf der Farm Pouso Alegre Lodge, direkt an der sogenannten Transpantaneira, nur 33 km südlich des Zugangs zum Pantanal bei Pocone gelegen, hat manche Überraschung bereit. Eines Morgens nehme ich auf meinem Morgenspaziergang Bewegung direkt entlang des Weges wahr. Ein kleiner Vogel mit einem quer-liegenden Grashalm verschwindet schnell im Dickicht. Ich kann dann die Stelle sehen, in die der im englischen Rusty-fronted Tody-Flycatcher genannte Rostzügel-Todityrann (Poecilotriccus altirostris) fleißig sein Nistmaterial einträgt. Es scheint sich um ein erhöhtes Cerrado-Inselchen zu handeln, das gut mit dicht stehenden Stämmchen verschlossen ist. Trotzdem verschaffe ich mir Zugang zu diesem nur 3 Meter im Durchmesser messenden „Wäldchen“. Ich stehe wenig später praktisch direkt vor seinem hängenden Nest. Nur wenig später kommt der Vogel auch schon mit weiteren trockenen Grashalmen. Wie man in der Gallerie-Sequenz zum Rostzügel-Todityrann sieht, kommt ein Vogel wenig später dann sogar mal mit einer toten Spinne, die ebenfalls beim Nestbau verwendet werden soll. Später stellt sich Continue reading Der Rostzügel-Todityrann am Nest

Roter Felsenhahn im Manu- Nationalpark

Andenklippenvogel oder AndenfelsenhahnNebelschwaden ziehen vom Fluß im Tal her hoch. Keine halbe Stunde nachdem ich im stockdunklen Morgen in das Versteck gehuscht war, ist es auch schon hell. Der Tag bricht an, auch wenn es mitten im Astgewirr doch immer noch dämmrig ist. Hier befindet sich mitten im Nebelwald die legendäre Stelle, an der man den spektakulären Roten Felsenhahn (Rupicola peruviana) auf einem Ast bei der Balz fotografieren kann.

Über baumlose Andenpässe und vorbei an kleinen Dörfern geht es im Geländewagen in Richtung Nordosten zum Rio Kosnipata. Nachdem man einen Paß in 4.000 m Höhe überwunden hat und der Übergang von der Trockenzone zur ewig feuchten Nebelregion hinter einmen liegt, kommt man auf 1.500 m NN ans Ziel: das Tal des Rio Kosnipata am südöstlichen Rand des Manu- Nationalparks. In der Nähe der schlichten Unterkunft mit dem verheißungsvollen Namen „Cock-of-the-Rock-Lodge” steht ein Tarnversteck. Dieses ist die sagenumwobene Stelle, an der man den orange-roten Roten Felsenhahn formatfüllend fotografieren kann. Schon am Morgen war ich die paar hundert Meter zu einem Versteck gelaufen. Bis Mittag war es am ersten Tag in dem Versteck etwas oberhalb Continue reading Roter Felsenhahn im Manu- Nationalpark

Vögel im Hôtel Transcam in Ngaoundéré / Kamerun

WeisshaubenturakoAuf dem Weg von Garoua zur Ngaoundaba Ranch kehren wir im Hotel Transcam ein. Am interessantesten ist das Nest des Baglafechtweber (Ploceus baglafecht) direkt über dem Autoparkplatz vor dem Hotel. An dem Nest wird eifrig gebaut. Wenn man nach oder durch N’gaoundere muss, ist das Hôtel Transcam das erste Haus am Platz. Für überschaubares Geld kann man eine gute Unterkunft bekommen. Auch das Frühstück soll mit guten Kaffee, Croissant etc. akzeptabel sein. Über funktionierendes WIFI in der Lobby und freundliches Personal verfügt das Hotel ebenfalls. Allerdings, das Hotel ist vermutlich aus dem 1970iger Jahren und daher recht alt. Das merkt man auch. Wir konnten uns dort dem Mittagsbuffet widmen. Das Essen war reichlich mit Reis, verschiedenen Salaten und etlichen Fleischsorten. Außerdem hatten wir auf der Fahrt richtig Hunger bekommen. Viele Alternativen hätten wir uns in der lebhaften Stadt auch nicht überlegen können. Das Bier war kalt und schmeckt auch.

Nach dem Essen widmen wir uns dem üppigen Grün des Hotels. Der Hotelgarten stellt sich als sehr produktiv heraus. Schon vor dem Continue reading Vögel im Hôtel Transcam in Ngaoundéré / Kamerun

Limikolen am Neusiedler See

KiebitzDie Landschaft im östlichsten Zipfel Österreichs ist eine typische Pusztalandschaft mit zahlreichen, kleinen, flachen Salzseen, den so genannten Lacken, und dem nur etwas über einen Meter tiefen Neusiedler See. Sie wird daher der Seewinkel genannt. Mit einer Fläche von zirka 320 km2, die fast zur Hälfte mit hohem Schilf bewachsen ist, gilt er als der größte Steppensee Europas und beeinflusst das Klima in diesem Gebiet maßgeblich. Das ist in dieser Region sehr mild – bereits im Mai herrschen manchmal schon Temperaturen von über 30°C. Zum Glück weht fast immer ein leichter Wind, denn wenn dieser mal ausbleibt, wird die Hitze unerträglich.

Fast das ganze Jahr über ist Saison. Wir besuchten den Neusiedler See sowohl im Frühjahr und Sommer, als auch im Herbst und stellten fest, dass für die Tierfotografie die Monate April bis Mitte Juli die Continue reading Limikolen am Neusiedler See

Flugfotografie der Rotmilane

Roter MilanEs bedarf keiner besonderen Anstrengung, einen Roten Milan zu sehen und ihn dann auch mal als Beleg zu fotografieren. Deutlich näher vor die Kamera muß man ihn schon bekommen, wenn es um aussagekräftige Flugaufnahmen geht. Wenig interessant ist, ihn in weiter Entfernung oder hoch oben am Himmel abzulichten.

Der geradeaus gerichtete Suchflug kann übergangslos in ein steiles Abwärtsgleiten mit leicht gewinkelten Flügeln bis dicht über die Erdoberfläche gehen. Das ist die Gelegenheit, die man finden muß. Der an das Herabstoßen folgende Abflug mit weit ausholenden, elastischen Flügelschlägen ist dabei fotografisch besonders eindrucksvoll. Eine frisch gemähte Wiese zieht den Roten Milan schon an, wenn die Traktoren noch beim Mähen sind.

Hat man die richtige Location entdeckt, müssen noch eine ganze Reihe von Bedingungen erfüllt sein, um mit Erfolgsaussichten den Auslöser betätigen zu können. Gute Lichtverhältnisse allein reichen nicht aus. Im Frühjahr oder im Sommer ist das Licht vor 17:00 h viel zu steil und zu hart und der Blauanteil ist auch viel zu hoch. Der Wind muß mit dem Sonnenstand weitgehend übereinstimmen, da sich die Milane im Flug gegen den Wind stellen. Mit dem Wind fliegend, ändert sich ihre Position so schnell, daß man sie aus dem Sucher verliert.

Neben den Roten Milanen sind auch Schwarze Milane (Milvus migrans) im Sommerhalbjahr auf Nahrungssuche. Häufig jagen beiden Arten gemeinsam. Sind die bisher genannten Bedingungen erfüllt, sehen die Chancen für Flugaufnahmen gut Continue reading Flugfotografie der Rotmilane

Steppenweihe wieder am Schröcker Feld bei Marburg

SteppenweiheWie im Juli 2014 ist nun auch Anfang September eine Steppenweihe (Circus macrourus) über dem Schröcker Feld bei Marburg gesichtet worden. Gegen Abend (19:15 Uhr) war die männliche Steppenweihe im 2. Kalenderjahr auf dem Schröcker Feld kurz gesichtet worden. bevor der Vogel hinter einer Anhöhe verschwandt. Leider war eine kurzzeitige Nachsuche erfolglos, doch das war bei den bisherigen Sichtungen auf den Höhen oberhalb des Lahntals auch nicht anders gewesen.

Bei den Beobachtungen des im Blog Steppenweihe – Weihentreff auf dem Schröcker Feld bei Marburg beschriebene Greif im Juli 2014 dürfte es sich um eine Einzelbeobachtung gehandelt haben. Ab dem 19. Juli 2014, hielt sich auf dem Plateau östlich von Marburg, das Schröcker Feld genannt wird, eine männliche Steppenweihe (auf. Die Weihe wirkte sehr hell, fast weiß, hatte aber – wie auf dem Foto des fliegenden Männchens der Steppenweihe erkennbar – einen schmutzigen Anflug auf der Oberseite und wurde daher Continue reading Steppenweihe wieder am Schröcker Feld bei Marburg

Kappengeier in Kamerun

KappengeierDer Kappengeier (Necrosyrtes monachus) ist aufgrund des Bestandrückgangs in vielen Teilen Afrikas eine Critically Endangered Species seit den 1990er Jahren.

Interessant ist, daß es offensichtlich unterschiedliche Strategien des Kappengeier in Bezug auf die Habitatwahl gibt. Im Gegensatz zu den Kappengeiern in Westafrika, die oft die Nähe des Menschen – wohl aufgrund der Nahrungsverfügbarkeit – suchen und entsprechen leicht beobachtet werden können, ist der Kapuzengeier im südlichen Afrika deutlich schwerer zu finden. In erster Linie kommt er in geschützte Gebieten vor, die eine niedrige menschliche Bevölkerungsdicht aufweisen. Diese Unterschiede in der Habitatwahl haben dazu geführt, dass er dort, wo wissenschaftlichen Forschung am besten möglich ist, relativ schlecht untersucht wurde. Dieser Mangel an Wissen verhindert jetzt ein Verständnis der besonderen Gefahrensituation dieses Continue reading Kappengeier in Kamerun

TARNZELT von Stealth Gear

Stealth Gear 2-Personen- TarnzeltDer ein oder andere hat vielleicht meine Erfahrungsberichte u.a. zum Canon EF 400mm f/4.0 DO IS USM oder zu den EOS 1– Profikameras (Canon EOS 1DX, Canon EOS 1DX Mark II und Canon EOS 1D IV) schon gelesen. Nun möchte ich meine Erfahrungen mit einem Tarnzelt mitteilen. Seit kurzem bin ich Besitzer eines Stealth Gear 2-Personen- Tarnzelt Extreme Professional Wildlife Square Hide. Dazu habe ich mir noch einen Walkstool Comfort in der Höhe 45 cm zugelegt. Wichtig ist die Walkstool Steady Bodenspinne, die ein Einsinken des Stuhls in weniger festem Untergrund, so u.a. an Seen und Flüssen, gut verhindert. Tarnzelte sind für den Vogelfotografen ein unentbehrliches Hilfsmittel. Auch in Mitteleuropa sind die Fluchtdistanzen der Tiere groß und häufig ermöglicht erst eine gute Tarnung Aufnahmen von Arten an bestimmten, fest vorgegebenen Plätzen wie Nahrungsgründen, Sitzwarten und im Nestumfeld. Es ist selbstverständlich, daß auf besonders störungsempfindliche Arten nur sehr zurückhaltend mit dem Tarnzelt angesessen werden darf.  Auch bei der Singvogel-Fotografie kann ein Tarnzelt erhebliche Vorteile bringen. Denn nur wenn sich die Tiere unbeobachtet fühlen, zeigen sie ihr natürliches Verhalten.

Bisher besaß ich – schon seit Jahren – ein BIRDLAND Tarnzelt Camouflage, das mit den Maßen 100×120 und einer Höhe von 140 cm punkten konnte. Es war damals der Klassiker, der bei Isarfoto als sehr leichtes (1,7 kg mit Zubehör) Kuppelzelt mit geringem Continue reading TARNZELT von Stealth Gear

Vorkommen der Steppenweihe in Deutschland im Jahr 2014

SteppenweiheDie im Blog vom 29. Juli 2014 beschriebene männliche Steppenweihe (Circus macrourus) vom Schröcker Feld bei Marburg ist nun im Journal „Seltene Vögel in Deutschland 2014“ (s. S 11) zusammen mit anderen Vorkommen gewürdigt worden. Dabei wurde zusammengestellt, daß dieser schöne Greif auch an vielen anderen Orten in Deutschland gemeldet wurde.

Vom Wesselburenerkoog (Kreis Dithmarschen) in Schleswig-Holstein über den Tagebau Welzow-Süd in Brandenburg bis zum Loisach-Kochelsee-Moor (Kreis Garmisch-Partenkirchen) in Bayern reicht die Liste.

Bei den Beobachtungen des im Blog Steppenweihe – Weihentreff auf dem Schröcker Feld bei Marburg  beschriebene Greif im Juli 2014 dürfte es sich um eine Einzelbeobachtung gehandelt haben. Ab dem 19. Juli 2014, hielt sich auf dem Plateau östlich von Marburg, das Schröcker Feld genannt wird, eine männliche Steppenweihe auf. Die Weihe wirkte sehr hell, fast weiß, hatte aber – wie auf dem Foto Continue reading Vorkommen der Steppenweihe in Deutschland im Jahr 2014

Schwarzstörche an der Elbe/ Wittenberg

SchwarzstorchDie Meldung in ornitho.de machte hellhörig. Mitte August  waren 19 Schwarzstörche (Ciconia nigra) zusammen abends gegen 19:00 Uhr in der Nähe eines Klödener Riß genannten Altelbearms gesichtet worden. 13 Schwarzstörche wurden als überwiegend Familienverbänden angehörig auf einem Feld identifiziert und 6 Schwarzstörche rasteten auf einem Baum. Klöden in Sachsen-Anhalt ist auch vom südlichen Brandenburg gut zu erreichen. Es liegt gut 25 km süd-östlich von Wittenberg.

Und tatsächlich konnten bei einer Kontrolle der Umgebung beim Klödener Riß 2 einfliegende Schwarzstörche beobachtet werden. Ich erwartete sie im weiteren Verlauf an dem Altarm entdecken zu können. Leider ist der an vielen Stellen sehr zugewachsen. Umso größer war das Erstaunen, insgesamt 6 Schwarzstörche zusammen mit etlichen Graureihern (Ardea cinerea) und 1 Silberreiher (Ardea alba) auf Continue reading Schwarzstörche an der Elbe/ Wittenberg

Triel in Karstlandschaft

TrielMit großen, seitwärts stehenden Augen guckt der Triel (Burhinus oedicnemus) in die Dämmerung. Gerade erst ist der erste Morgenschimmer über den Bergen an Kroatiens Küste zu erkennen gewesen. Ein Familientrupp steht still am Rand der Schotterpiste. Es sind die beiden Eltern und ein Junges, das noch auf- und abseits stehenden Federn auf dem Kopf aufweist. Als der Wagen langsam heranfährt und dann hält, laufen die Triele ohne allzu große Hast in die Weite der Karststeppe. Wenig später hat sie die Dunkelheit verschluckt.

Es ist purer Zufall, daß auf dem Rückweg noch ein mit höheren Gräsern bewachsenes ehemaliges Bauernhofgelände abgefahren wird. Plötzlich steht ein Triel auf. Vorher war er in dem Gras-Stein-Mosaik so gut verborgen, daß eines der Elterntiere nun nur gut 10 Meter neben dem Wagen steht. Regungslos bleibt der Vogel stehen. Der Grund ist wenig später zu sehen. Ein Jungvogel mit seinen auf- und abseits stehenden Federn auf dem Kopf steht zwischen den Gräsern. Wären die Triel-Eltern allein, wären sie wohl einfach nur Continue reading Triel in Karstlandschaft

Weißrückenspecht im Paklenica National Park

WeissrückenspechtWeiche Kontaktrufe verraten einen Specht. Ein Blick durch das Fernglas: eindeutig Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos). Sehr gut sind die weißen Bänder auf den zusammen gefalteten Flügeln zu erkennen. Eher wie ein Kleinspecht (Dendrocopos minor) sieht er aus. Nur größer. Dann sehe ich ihn auch eindeutig im Fernglas. Der Weißrückenspecht, der mir seinen Rücken zukehrt, scheint aber ein doch Jungtier zu sein. Ich muß Heidi, die es anfangs gar nicht kapiert, noch anhalten. Ein kurzes “Kichern”. Ich erkenne, daß es 2 Vögel sind. Einer wirkt leicht unfertig, etwas zerzaust. Wohl ein Jungvogel. Der andere wahrscheinlich eines der Elterntiere. Aus dem Augenwinkel sehe ich dann die 2 Weißrückenspechte aufsteigen und dann auch schon wegfliegen. Schnell verschwinden die beiden Spechte den Hang hinauf. Kurz entschlossen hechte ich hinterher. Nach gut 30 Metern harre ich aber aus. Ich spiele die Kontaktrufe von Band ab. Auch das typischen lang anhaltende Trommeln soll den Specht locken. Leider keine Rückmeldung. Es macht wohl keinen Sinn den Weißrückenspecht durch den kroatischen Karst weiter zu verfolgen.

Der Hang wirkt auf Anhieb sehr offen. Jedoch liegt und steht eine Menge Totholz im Steilhang. Dazwischen große Felsblöcke, die Continue reading Weißrückenspecht im Paklenica National Park

Vor dem Zug: Schwarzstorch-fotografie in der Elbtalaue

Wenn Schwarzstorch (Ciconia nigra), Weißstorch (Ciconia ciconia), Graureiher (Ardea cinerea) und Silberreiher (Ardea alba) direkt vor dem VersteckSchwarzstorch im Wasser staksen und die Kormorane (Phalacrocorax carbo) beim gemeinsamen Fischzug schwimmen, geht für manchen Vogelfotografen ein Traum in Erfüllung. Aber nicht nur in den unberührten Feuchtgebieten Osteuropas tummeln sich die Vögel so zahlreich. Auch die naturnahe Stromlandschaft der norddeutschen Elbtalaue bietet reichlich Gelegenheit, gerade die großen und imposanten Vögel fotografisch ins Visier zu nehmen.

Schon seit ein paar Tagen sitze ich jeden Morgen ab 4:30 Uhr in meinem Versteck an der Elbe. Von Tag zu Tag wird die Ansammlung der Schwarzstörche größer, die im Spätsommer in den austrocknenden Altarmen nach Fischen suchen. Die erste Zeit im Versteck nutze ich gerne, um etwas Schlaf nachzuholen, denn obwohl das Licht noch nicht zum Fotografieren reicht, muss der Fotograf sein Versteck früh genug aufsuchen. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren, denn selbst die richtigen Kameraeinstellungen nützen nichts, wenn man die Kamera hektisch hin und her schwenkt und so die besten Situationen übersieht. Oder schlimmer: das Objekt Continue reading Vor dem Zug: Schwarzstorch-fotografie in der Elbtalaue

Bekassine im Balzflug

BekassineTräge fließt der Fluß dahin. Die Wiesen sind von der Schneeschmelze und den ergiebigen Regenfällen weiträumig überschwemmt. Dunkle Wolken trieb der Wind den ganzen Tag vor sich her. Gegen Abend klart es auf. Kühl ist es immer noch; aber fast wolkenlos. Bald wird die Abenddämmerung einfallen. Da ist irgendwo hoch über den Wiesen und Weiden ein dumpfes, vibrierendes Meckern am Himmel zu hören. Es stammte von einem Männchen der Bekassine (Gallinago gallinago), welches dieses seltsame Geräusch mit seinen abgespreizten Schwanzfedern erzeugt. Im Sturzflug der Balz sind nicht nur die beiden Federn zwischen Flügeln und Schwanz zu erkennen. Auch die Schwanzfedern sind weit gefächert und lassen im Fernglas die bunten Farben erkennen. Immer wieder steigt der Vogel auf und läßt sich dann wieder fallen. Damit markiert er sein Revier und signalisiert seine Ausdauer. Das ganze Spektakel des Balzflugs kann Stunden dauern. Zwischendurch ruft die Bekassine im Flug. Durch den langen, nun geöffneten Schnabel und die weit abgespreizten Federn wirkt der Vogel deutlich imposanter, als wenn man ihn auf dem Boden sieht. Dort ist er trotz seines „tick-e-tick“ – Rufens (das an das Geräusch einer großen Wanduhr erinnert) sehr unscheinbar und erstaunlich gut getarnt.

Es ist sehr eindrucksvoll, wie die Bekassinen teils weit im Süden über den nur noch seicht überschwemmten Wiesen des Gebietes fliegen, rufen und auf und nieder sausen und dabei ihre arttypischen Trommelgeräusche über die Wiesen schallen lassen. Dann wieder sind es 2 oder gar 3 Bekassinen, die direkt über dem Weg durch Continue reading Bekassine im Balzflug

Weissschwanzkiebitz in Deutschland im Jahr 2014

WeißschwanzkiebitzDer im Blog vom 28. April 2014 beschriebene Weißschwanzkiebitz (Vanellus leucurus)  auf der Kuhweide in der Wetterau ist nun im Journal „Seltene Vögel in Deutschland 2014“ (s. S 14-15) zusammen mit anderen Vorkommen aufgeführt worden. Dabei wurde zusammengestellt, daß diese Seltenheit in Hessen auch an einigen anderen Orten gemeldet wurde. Zuerst tauchte der adulte Weißschwanzkiebitz im  NSG Mittlere Horloffaue, auf der Kuhweide bei Hungen auf. Nachdem die Art vom 26.-29.4.2014 im NSG Mittlere Horloffaue sowie am 5.5.2014 von dem Renaturierungsgebiet Par-Allna südlich von Marburg gesichtet wurde, konnte sie am 7.5.2014 in Stadtallendorf-Erksdorf (ebenfalls Kreis Marburg-Biedenkopf) beobachtet werden. Sichtungen aus Baden-Württemberg betrafen den Zeitraum vom 15.-17.Mai 2014 vom Rohrsee im Kreis Ravensburg. Es wird vermutet, daß die Beobachtungen in Hessen einem mehrfach beobachteten Individuum zuzurechnen sein dürften, das sich langsam in nördlicher Richtung bewegte. Es erscheint unwahrscheinlich, dass auch der Nachweis in Baden-Württemberg diesen Vogel betraf.

An dem Wochenende hielt sich diese Ausnahmeerscheinung zwischen anderen Limikolen und Enten in den Gräben und vor allem zwischen den Seggen entlang der Gräben des NSG Mittlere Continue reading Weissschwanzkiebitz in Deutschland im Jahr 2014

Papageitaucher: Die Clowns der Vogelkolonie

PapageitaucherEin Riesenkrach herrscht besonders in der Brutzeit auf einem typischen Vogelfelsen. Mitten drin kann der aufmerksame Beobachter manchmal einen farbenfrohen, untersetzten Burschen mit leuchtend orangenfarbenen Füßen und Schnäbeln entdecken, der still am Rand der Klippen steht, als würde ihn die ganze Sache nichts angehen. Dies ist der Papageitaucher (Fratercula arctica). Man sieht Papageitaucher oft in mehr oder weniger großen Gruppen auf Felsvorsprüngen stehen. Widmet man sich diesem Vogel eine Weile, sieht man, wie ein Papageitaucher nach dem anderen in hummelartigem Schwirrflug angeflogen kommt und sich dann gerne zu seinen Artgenossen gesellt. Nicht nur bei den Touristen ist er eine besonders beliebte Vogelart. So elegant und geschickt  Papageitaucher unter Wasser sind, so tolpatschig wirken sie bei der Landung und beim Herumtapsen auf den Klippen. Deswegen ist dem Papageitaucher wohl auch das besondere Wohlwollen der Touristen sicher. Er wirkt wie der hilfsbedürftige Komiker Continue reading Papageitaucher: Die Clowns der Vogelkolonie

Weissbürzel-Strandläufer am Gülper See

WeißbürzelstrandläuferDer anfangs als Bairdstrandläufer (Calidris bairdii)  bestimmte Weißbürzelstrandläufer (Calidris fuscicollis) vom Gülper See sollte am Samstag, den 22. Juli beobachtet werden. Schon um 7:00 war ich die 2 Stunden angereist und stellte den Wagen am Südostausgang des kleinen Dörfchens Prietzen am Südende des Gülper Sees ab. Einige Birder waren schon unterwegs. Am Samstagmorgen  hatte aber noch niemand den Vogel in der Havelaue gesehen.

Der Weißbürzelstrandläufer war seit Mittwoch, 19. Juli, locker mit Flußregenpfeifern (Charadrius dubius), Flußuferläufern (Actitis hypoleucos)  und einem Zwergstrandläufer (Calidris minuta) vergesellschaftet auf den Sandflächen am Uferrand des dicht mit Mauserfedern bedeckten Südufers gesichtet worden. Der Weißbürzelstrandläufer war  hauptsächlich auf Nahrungssuche mit wenig Ruhephasen zu sehen und anfangs stetig bis abends anwesend.

Das Südufer des Gülper Sees wird allerdings im Sommer von Tausenden rastenden Gänsen, ganz überwiegend Graugänsen (Anser anser), bevölkert. Über längere Zeiträume konnte der Weißbürzelstrandläufer zwischen den Graugänsen nicht Continue reading Weissbürzel-Strandläufer am Gülper See

Steinhühner auf Pag/ Kroatien

SteinhuhnEin Ausflug zum Kolansko Blato sollte sich als ausgesprochen gut für Beobachtungen des Steinhuhns (Alectoris graeca) heraus stellen. Kurz vor der Straße zwischen Kolan und Novalja haben wir richtig Glück. Zuerst steht ein Paar des Steinhuhns auf einer niedrigen steinernen Mauer. Dann sind noch viel mehr dort  und lassen sich super fotografieren. Auch ein/ zwei Jungvögel ist dabei.  Sind die schon von diesem Jahr? Die Landschaft ist von einem Muster heller (Kreidefels-)Mauern und kleinräumiger Feldern gekennzeichnet und entspricht damit der weiter südlich am Velo Blato bei Povljana. Die Straßen sind schmal und führen mitten durch diese alte bäuerliche Landschaft. Die Höhe über dem Meeresspiegel beträgt mal gerade 50m NN.

In einer in Limicola veröffentlichten Studie zum rezenten Vorkommen und Status des Steinhuhns, Alectoris graeca, in Deutschland von H.-G. Bauer et. al werden als potenzielle Brutstandorte im deutschen Alpenland steile bis schroffe Hanglagen mit vornehmlich Südwest­ bis Südostexposition genannt. Die Standorte  sind  stein-­  bzw.  felsdurchsetzt  oder  auf  karstigem  Grund  und mit subalpinen bis alpinen Rasengesellschaften sowie meist mit Zwergsträuchern bestanden.  Besonders  in  den  unteren, Continue reading Steinhühner auf Pag/ Kroatien

Erster Erfahrungsbericht mit der Canon EOS 1 DX Mark II

Als zufriedener Canon EOS 1D X und ehemaliger EOS 1D Mark IV – User wollte ich irgendwann natürlich auch die nächste Generation dieses Profimodells testen. Über die Jahre hatte ich festgestellt, daß mich sowohl die Canon EOS 1D Mark IV oder auch die D1 X fast immer voll überzeugte, aber eben auch nur fast immer. Bei beiden kritisiere ich den lauten Silent-Mode. Weiter war ich davon überzeugt, daß es inzwischen technische Verbesserungen in der AF-Verfolgung geben müsste. Trotz iTR AF in der Canon EOS 1D X waren die Ergebnisse gerade vor strukturierten Hintergrund nicht wirklich überzeugend. Fliegende Vögel stellen die Technik eben nicht nur aufgrund ihrer Geschwindigkeit sondern auch aufgrund des vielfältigen Lebensraums vor einige Herausforderungen.

Vögel im Flug zu fotografieren ist eine der anstrengendsten aber auch erfüllensten fotografischen Herausforderungen. Die Vögel in Continue reading Erster Erfahrungsbericht mit der Canon EOS 1 DX Mark II

Beobachtungen der Schuppenkopfprinie im Norden Kameruns

SchuppenkopfprinieDie Schuppenkopfprinie (Spiloptila Clamans) ist ein weiterer hervorragender Beitrag zum Portfolio der westlichen paläarktischen Vögel für bird-lens.com. Obwohl erst vor kurzem in der Grenze der westlichen Paläarktis begegnet ist, ist dieser sympathische kleine Vogel, der in der Sahelregion heimisch ist, sehr willkommen.

Im April 2017 ging bird-lens.com auf eine Birding-Rockjumper-Tour im nördlichen Kamerun. Von Waza NP am 10. April kommend, erreichten wir nach einem super-frühen Aufbruch im Waza Camp am frühen Morgen die Felder nördlich der kleinen Ortschaft Mora. Die Felder, die wir erkunden wollten, sind nur wenige Kilometer von Mora direkt von der Durchgangsstraße aus zu erreichen. Das Gebiet ist durch kleinteilige Landwirtschaft geprägt, die an einem sehr sandigen Ort vollzogen wird. Ein hartes Geschäft für die Bauern. Zuerst war das begehrte Lerchenlaufhühnchen (Ortyxelos meiffrenii) auf der Wunschliste. Die Gruppe hatte ihre ganze Aufmerksamkeit auf diese selten anzutreffende Spezies gerichtet. Obwohl wir unsere Wanderung um 7.15 Uhr begannen, erwartete uns eine lange, heiße Exkursion. Bald liefen wir in einer Kette zielstrebig über die ausgedörrte Sahellandschaft. Wir mussten auf die dornigen Sträucher der Feldumgrenzungen genauso achten wie auf Löcher Continue reading Beobachtungen der Schuppenkopfprinie im Norden Kameruns

Junge Rohrweihe am Köder

RohrweiheEin traumhafter Hochsommermorgen mit Morgennebel über den Feldern. Die Tage im Sommer scheinen manchmal vogelleer. Doch am frühen Morgen ist die Aktivität unübersehbar.  Die Reste eines Rehs liegt gut 25 Meter vor dem tonnenförmigen Hide. Gespannt warte ich auf die Ankunft des Schreiadlers (Aquila pomarina). Diese mittelgroßen Greife sind im Osten Deutschland, vor allem in Vorpommern, eine nicht so ungewöhnliche Erscheinung. Es ist aber nicht leicht, ein Exemplar aus nächster Nähe zu fotografieren. Zuerst tut sich gar nichts. Dann aber beobachte ich einige Pferde, die den Köder ausgiebig beäugen. Sie stehen nebeneinander in „sicherer“ Entfernung und halten den Köder gut im Blick. Irgendetwas scheint faszinierend und angsteinflößend gleichzeitig zu sein. Irgendwann steht auf einmal eine junge Rohrweihe (Circus aeruginosus), die direkt auf dem Köder Platz nimmt. Nachdem sie sich versichert hat, daß außer den Continue reading Junge Rohrweihe am Köder

Die Zwergdommel: Jäger im verborgenen Schilf

ZwergdommelDie Zwergdommel (Ixobrychus minutus) zählt in Deutschland zu den seltensten Brutvögeln. Der Blankensee in der Nähe von Trebbin ca. 40 km südlich von Berlin ist eine der wenigen Gegenden Brandenburgs Brutbestände – wenn auch nicht jedes Jahr – vermutet werden. Zwergdommeln waren in den Jahren 2014 und 2015 von Mai bis Anfang September zu hören. So konnte vor allem im Juli 2014 in den frühen Morgenstunden immer wieder ein Männchen ausdauernd rufend festgestellt werden. Ab ca. 6:30 blieb es aber stumm.

Es ist daher eine außergewöhnliches Erfahrung, eine Zwergdommel mehrere Wochen lang fotografieren zu können. Dazu muß man allerdings in etwas abgelegenere Gebiete fahren. Auf einer meiner regelmäßigen Wanderungen in einem ausgedehnten Niederungsgebiet an der Havel entdeckte ich im zeitigen Juni in rund 20 Meter Entfernung eine Zwergdommel Akrobatisch hing der Vogel trotz seiner großen Füße im Schilf und schoß mit seinem langen, dolchartigen Schnabel immer wieder blitzartig in das Wasser. So verschlang die Zwergdommel einen Fisch nach dem anderen. Glücklicherweise konnte mich der Vogel nicht Continue reading Die Zwergdommel: Jäger im verborgenen Schilf

Vogelfotografie in den Regenwälder Perus

TrupialRegenwälder Perus gehören zu den artenreichsten Gebieten dieser Erde. Obwohl der Dschungel voller Leben steckt, machen die extremen Bedingungen die Tierfotografie im Regenwald stets zu einer Herausforderung. Schlechte Lichtverhältnisse, hohe Luftfeuchtigkeit und viel Regen stellen jeden Fotografen vor eine Geduldsprobe.

Peru ist eines der Länder mit der höchsten Biodiversität und besitzt erstaunlich viele endemische Arten sowie eine bemerkenswerte Vielfalt an Ökosystemen. Fast 70 % der Landesfläche ist mit tropischem Regenwald bedeckt. Dies macht Peru zu einem der interessantesten Ziele für passionierte Naturfotografen. Obwohl die Regenwälder in unvorstellbarem Maße vor Leben sprühen, sind die Tiere nicht immer zu sehen und auch ihr Verhalten ist meistens nicht so wie man es gerne hätte. Ausdauer ist daher die wichtigste Voraussetzung, um gute Bilder zu machen. Der Regenwald ist auf den ersten Blick ohne Zweifel spektakulär. Und auf dem 2. Blick unglaublich still, manchmal sogar tot. Doch wer sich mit viel Geduld dem zeitlichen Rhythmus der Tiere anpasst, kann zu einzigartigen Fotos kommen.

Hohe Niederschläge prägen den Charakter der Regenwälder. Tiere während des Regens zu fotografieren ist eine wahre Herausforderung an Mensch und Material. Doch gerade diese besondere Wettersituation verleiht vielen Motiven Continue reading Vogelfotografie in den Regenwälder Perus

Auf die Kehle kommt es an: Braunkehlchen

BraunkehlchenVon den farbenfrohen, bunten Drosselvögeln gibt es in Deutschland vier verschiedene Arten. Die bekannteste ist wohl das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) mit leuchtend rot gefärbter Brust. Dieser meisterliche Sänger mit seinen klaren Strophen brütet vor allem in Gärten, unterholzreichen Wäldern und Parks. Im Winterhalbjahr sind sie neugierig und oft wenig scheu. Rotkehlchen sind beispielsweise auf Friedhöfen oder in Parks sehr leicht zu fotografieren, da sie hier an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt sind. Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) ist dagegen in einem ganz anderen Habitat zu Hause. Das männliche Braunkehlchen ist leicht an der bräunlichen Brust und Kehlregion sowie dem unverkennbaren hellen Streifen über dem Auge zu erkennen. Der Bestand dieser Art hat, wie bei vielen anderen Wiesenbrütern auch, stark abgenommen, da sein Lebensraum  – die Feuchtwiesen  – in zunehmendem Maße entwässert und intensiv bewirtschaftet wird. Neben dem Nahrungsangebot fehlen ihm häufig geeignete Singwarten, auf denen das Männchen sein Lied präsentiert, oder es startet von hieraus seinen auffälligen Balzflug.

Durch die vielen Insekten, die sich im Rapsfeld tummeln, werden die Braunkehlchen magisch von diesen gelb blühenden Feldern Continue reading Auf die Kehle kommt es an: Braunkehlchen

Senegaltriel in ausgetrockneten Bachbett/ Kamerun

SenegaltrielStill steht ein Paar des Senegaltriels (Burhinus senegalensis) unter einer Abbruchkante des ausgetrockneten Bachbetts. Gut, daß wir uns im Schatten eines Nebenlaufes des Benoue Rivers befinden. Die Hitze ist unerträglich. Wir sind auf der Suche nach der Adamawa Turtle-Dove. Diese Taube, dunkler als die anderen Turtle Doves, hält sich wohl gerne in beschatteten Nebenläufen des Benoue Rivers auf.

Auf der Suche nach der Taube und in Erwartung von Schatten laufen wir einen schmalen Zufluß –ohne Wasser – zum Hauptstrom hinein. Das Bachbett ist ausgetrocknet. Dicht wachsen die Lianen vom Ufer her in das Flußbett hinein. Im Schatten einiger großer Bäume tummeln sich einige Vögel. Der Grund ist klar: es steht Wasser an. Nicht viel, aber genug, um Vögeln ein Bad oder auch Wasser zum Trinken zu ermöglichen. Ein Cabanis’s Bunting ist als erstes beim Trinken zu beobachten. Dann auch ein Lesser Honeyguide, der ein hochwillkommener Neuzugang ist. Ein Greater Honeyguide, eine Continue reading Senegaltriel in ausgetrockneten Bachbett/ Kamerun

Handa, eine Vogelinsel Schottlands

SchmarotzerraubmoeweGischt schäumt meterhoch, die Luft ist bis zur Sättigungsgrenze in Salzschwaden getränkt. Vehement donnern die von Stürmen über Tausende von Kilometern getriebenen und aufgewühlten Brecher des Nordatlantiks an die wildzerklüfteten Gestade, die unbezwingbar und majestätisch senkrecht in die Höhe ragen. Eben noch hatte man bei stiller See den kleinen Fischerhafen von Tarbet im County Lairg, Highland verlassen. Die Überfahrt auf die Vogelinsel ist von kurzer Dauer. Der Landeplatz ist ein unberührt wirkender, einsamer Sandstrand. Dies ist aber die meerabgewandte Ostseite. Auf der Westseite sieht die Welt ganz anders aus. Sonnenstrahlen brechen durch die dichte Wolkendecke und geben der wilden Szenerie einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz. Die Luft ist erfüllt von den durchdringenden Rufe einer unzählbaren Schar Kälte, Sturm und Wasser trotzender Meeresvögel, die hier an Schottlands Westküste ihre Brutkolonie eingerichtet haben.

Der Besucher ist zuerst einfach nur überwältigt, wenn die ersten Sonnenstrahlen der wilden Szenerie aus Moosen und Felsen einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz abgeben. In der Ferne sind die anrollenden Brecher des Atlantiks zu hören. Übertönt Continue reading Handa, eine Vogelinsel Schottlands

Rohrdommeln auf Erfolgskurs in Grossbritannien

RohrdommelDie Rohrdommel (Botaurus stellaris) hat im Jahr 2016 ihr erfolgreichstes Brutjahr seit langem in Großbritannien erlebt. Dies legt zumindest eine Landesumfrage des britischen Vogelschutzverbands RSPB nahe.

Dieser Bruterfolg ist eine willkommene Nachricht für diesen braun-gestreiften, untersetzten Reiher, der in Großbritannien und Irland bereits eine turbulente Historie erlebt hat. Am Ende des 19. Jahrhunderts war die Rohrdommel aus Großbritannien verschwunden. Sie wurde als mittelalterliches Festmahl geschätzt und folglich intensiv gejagt. Der Verlust ihres Schilflebensraums trug zu ihrem Niedergang bei. Rohrdommeln begannen England zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwar zu rekolonisieren, aber aufgrund des anhaltenden Lebensraumverlustes sank ihre Zahl ab der Mitte des Jahrhunderts wieder. Bis 1997 gab es nur noch 11 revieranzeigende Männchen im ganzen Land.

Um sich bei potenziellen Partner zu bewerben, lassen männliche Rohrdommeln in der Brutzeit einen unverwechselbaren “boomenden” Klang erschallen. Wissenschaftler zählen Rohrdommeln, indem sie diese männlichen Rufe zählen. In der Regel Continue reading Rohrdommeln auf Erfolgskurs in Grossbritannien

Neuntöter und aufgespiesste Beute in Brandenburg

NeuntöterBei einer kleinen Wanderung um den Riebener See konnte eine aufgespießte Feldgrille entdeckt werden. Sie war offensichtlich gerade erst auf das lose Ende eines Wildschutzgitters um einen Apfelbaum aufgespießt worden. Der ggf. „Zuständige“ und Verantwortliche konnte wenig später gerade 100m weiter ebenfalls auf einem Haltpfosten für einen Kirschbaum beobachtet werden. Es handelte sich um einen männlichen Neuntöter (Lanius collurio), der stoisch auf dem Pfosten sitzen blieb. Die geduldige Näherung war sehr gut möglich. Auf kurze Distanz konnten Fotos geschossen werden bevor er aufflog. Er flog in Richtung seiner Beute, dreht leicht auf einen abgestorbenen Holunderstrauch; verschwand dann aber. Er kam leider nicht zurück, so daß wir den Ausgang der Geschichte der Phantasie überlassen müssen.

Bei der aufgespießten Beute handelt es sich wohl um die Feldgrille (Gryllus campestris). Dieses Insekt ist zwar als lautstarke Wiesenbewohnerin bekannt. Ihr unermüdliches Zirpen dominiert von den ersten warmen Frühlingstagen bis in den August hinein die sandige Brandenburger Landschaft. FeldgrilleDie Feldgrille zu sehen, ist aber viel schwieriger. So bleibt der „Zirper“ selbst dem Publikum meist verborgen. Die Continue reading Neuntöter und aufgespiesste Beute in Brandenburg

Steinhuhn: Beobachtungen auf Pag/ Kroatien

SteinhuhnSterne funkeln von einem wolkenlosen Firmament. Es ist 3:25 – und damit eigentlich mehr als eine Stunde zu früh. Denn der Sonnenaufgang ist erst für 5:16 angekündigt. Das Steinhuhn (Alectoris graeca) fehlt aber noch in meiner persönlichen Liste der Vögel Mitteleuropas. Da kann man auch schon mal früh aufstehen. Wenig später ist im Osten schon ein Schein von Dämmerung zu erkennen. Es windet ein wenig – für morgens früh sogar ziemlich viel. Ob das das Steinhuhn vom Rufen abhält? Wie auch immer. Ich fahre erst mal aus dem Ort, halte und höre auch schon eindeutig Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus). Die Rufe kommen aus einem kleinen Wäldchen direkt gegenüber dem neu erbauten Supermarkt.

Ich bin zwar etwas müde, bei solchem Anfang geht es aber direkt viel besser. Dann fahre ich die Hauptstraße von Povljana nach Pag. Dabei passiere ich noch im Dunkeln den Malo Plato und die an Malo Blato angrenzenden Meeresbucht (Uvala Mlinica). Auch hier entdecke ich bzw. höre ich den Ziegenmelker; ebenfalls aus einem winzigen Kiefernwäldchen. Beim rund 80 ha großen Malo Blato („Kleiner Sumpf“) handelt es sich um ein brackisches Seggen-Binsen-Feuchtgebiet, in dem zahlreiche Paare der Montagu’s Harrier (Circus pygargus) brüten. Gestern hatten wir ja schon im Continue reading Steinhuhn: Beobachtungen auf Pag/ Kroatien

Der Bamendabülbül – ein Spezialist der Cameroon Highlands Ökoregion

BamendabülbülDer Ausflug zum Kratersee Lake Awing war bereits sehr ergiebig an diesem Morgen. Von einem Weg entlang eines Grats oberhalb des Sees konnte bereits ein junger Bamendalappenschnäpper (Platysteira laticincta) und ein Elternteil gesehen werden. Ein ganz dunkler Vogel mit einem gelben Augenrand ist der Schwarzbauchweber (Ploceus melanogaster). Still und unscheinbar schlüpft ein ganz grüner Vogel durch das Geäst. Ich hatte mich ein wenig von der Gruppe, die sich lautstark und mit vielen Fingerzeigen den dann und wann aus der Tiefe des am Kraterrand befindlichen Waldes emporsteigenden Vögeln widmet, abgesondert. Bei dem grün-gelben Vogel handelt es sich wohl um den sehr versteckt lebenden Einfarbbülbül (Andropadus montanus). Ich kann leider nur ein paar unscharfe Belegfotos machen.

Ein weiterer dunkelbrauner Vogel streift plötzlich durch das Geäst. Die Bäume stehen ja hier am Hang und reichen nicht so in die Höhe. Das ermöglicht sehr schöne Aufnahmen von Vögeln, die sich sonst eher im Kronendach – weitgehend unsichtbar vom Boden aus – herumtreiben. Diesmal ist der braune Vogel mit dem markanten Schnabel kein Bamendalappenschnäpper  oder Banded Wattle-eye. Dieser mittelgroße, relativ langgestreckte, schlicht aussehende Vogel ist ein Greenbul mit relativ langem und feinem Schnabel. Brauen, Kehle und die Teile der Gesichtsseiten sind hell-grau. Während der Schwanz eher braun erscheint, ist die vorherrschende Farbe der Schwingen und des Rückens oliv. Auffallend sind die bläulich-grauen Beine und Füsse. Dies ist der Continue reading Der Bamendabülbül – ein Spezialist der Cameroon Highlands Ökoregion

Vogelfotografie auf den Pribilof Inseln

RotschnabelalkInseln im windgepeitschten Meer der Beringsee. Wellenberge werden von weißem Schaum gekrönt. Die Luft ist bis zur Sättigungsgrenze mit salziger Feuchtigkeit getränkt. Meterhohe Wellen brechen gegen die schroffe, felsige Küste. Auf einmal brechen Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Sie verzaubern die wilde Landschaft mit warmen Farben und enthüllen den melancholischen Charme der offenen Tundra. Hier ist es ganz ruhig. Nur ab und zu erklingt der melancholische Fluggesang der Spornammer (Calcarius lapponicus) oder die hohen Triller der Beringstrandläufer  (Calidris ptilocnemis),  die hier in eigenen Unterart vorkomme. An den Klippen geht es dagegen ganz anders zu. Die Luft ist mit den stechenden, eindringlichen Schreien einer ungezählten Vielzahl von Seevögeln erfüllt. Vielköpfige Brutkolonien vor allem von Alken trotzen Kälte, Wind und Wasser

Wie bereits in einem Blog über die Pribilof-Inseln hat Brutvogel-Hotspot beschrieben, ist der Besucher zunächst einfach nur überwältigt, wenn er auf den Klippen hoch über dem Meer steht und die wild Landschaft am Ende der Welt, geprägt von Moos, Nässe und Felsen in sich einsaugt. Unten, am Fuß der Klippen, brechen die Wellen in der Brandung des Pazifiks an den Fels. Darüber haben die Seevögel ihre Kindergärten – manchmal in den rauesten und gefährlichsten Abschnitten der Klippen – angelegt.

Baumfreie, Tundra-bedeckte Hügel prägen das Landschaftsbild der Pribilofs. Dafür beherbergen sie die größte Seevogelkolonie der nördlichen Hemisphäre mit 98 Prozent der Weltpopulation der Klippenmöwe (Rissa brevirostris). Außerdem findet sich hier Continue reading Vogelfotografie auf den Pribilof Inseln

Klippenmöwen auf den Pribilofs

KlippenmöweLausiges Wetter. Grauverhangen ist der Himmel; eine salzgeschwängerte Luftfeuchtigkeit kriecht durch die Thermo-Kleidung. Nebel liegt über dem Meer. Ein schmaler Weg führt zu den Klippen – den sogenannten Bluffs – am südlichen Rand der Insel St. Paul, der größten Insel der Pribilofs. Drumherum ist nichts als die Beringsee.

Schemenhaft zeichnet sich ein weißer Vogel vor dem Grau des Himmels ab. Leise und scheinbar mühelos passiert er die Kolonien von Seevögeln an den Klippen in gemächlicher Geschwindigkeit. Eindeutig eine Dreizehenmöwe (Rissa sp.). Aber einige der aus der westlichen Paläarktis bekannten Merkmale passen nicht mit der auch von Helgoland bekannten Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) überein. Der Schnabel wirkt kürzer und nicht so elegant-lang. Die Unterhanddecken wirken schmutzig grau und nicht weiß. Als der Vogel beim Herabgleiten seine Beine aus dem weißen Körper herausfährt, leuchtet dem Beobachter ein knalliges Rot entgegen. Kein Zweifel, das ist die rätselhafte Klippenmöwe (Rissa brevirostris).

Das rotbeinige Klippenmöwe (Rissa brevirostris) ist eng mit Continue reading Klippenmöwen auf den Pribilofs

Zwergalken auf St. Paul/ Pribilof Inseln

ZwergalkLangsam sinkt das Flugzeug der PenAir den dunkelgrauen, von weißen Schaumbändern gekrönten Wellen entgegen. Mit Erreichen der Küste ändert sich das Dunkelgrau in ein von vereinzelten Schneeresten kontrastiertes Lava- schwarz. Darüber hängt eine kräftige, regenschwere Wolkendecke. Sie läßt für die nächsten Tage nichts Gutes erhoffen, das kann aber auch täuschen. In der Abfertigungshalle des Flughafens St. Paul Airport erwartet uns bereits unser lokaler Guide.

Auf einmal brechen Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Die Sonnenstrahlen verzaubern die wilde Landschaft mit warmen Farben und entlocken der offenen Tundra ihren eigenen Reiz. Die Luft ist mit den eindringlichen Rufen und Schreien einer ungezählten Vielzahl von Seevögeln erfüllt. Hohe Klippen und baumfreie Hügel prägen das Landschaftsbild der Pribilofs. Dazu beherbergen sie die größte Seevogelkolonie der nördlichen Hemisphäre mit Zwergalken (Aethia pusilla). Nicht weit von der kleinen Ortschaft St. Paul mit seinem Hafen, der als Village Cove bekannt ist, erstreckt sich in südlicher Richtung gen Reef Point eine Zwergalkenkolonie zu Hause. Zwergalken oder – wie Einheimische sie nennen – Chuuchkies fliegen laut rufend vor allem in den Morgenstunden oder spät abends

Außerdem findet sich hier auf St. Paul einer der stärksten Brutkolonie des Rotschnabelalks (Cyclorrhynchus psittacula) und des Continue reading Zwergalken auf St. Paul/ Pribilof Inseln

Fotografie auf den Neuntöter

NeuntöterMitte  Mai ist am Grenzgebüsch zwischen zwei Wiesenflächen im Seeluch der hoch aus der Hecke ragende Holunderzweig (Sambucus nigra) wieder besetzt. Seit Jahren findet sich in dieser Hecke inmitten einer Feuchtwiesenlandschaft der Neuntöter (Lanius collurio) zur Brutsaison ein. In der Norddeutschen Tiefebene ist der Neuntöter noch verbreitet, jedoch ist die Bestandsdichte nirgends sehr hoch, so daß er in Deutschland als stark bedrohte Art gilt.

Heckenlandschaften mit Holunder, Weißdorn, Schlehe und Brombeere, sind der bevorzugte Lebensraum des Neuntöters. Der kleine Beutegreifer zeigt in seinem Verhaltensspektrum erstaunliche Anpassungen an die ökologische Nische „Hecke”. So wird auch das napfförmige Nest im Schutze eines Dornenbusches gut verborgen in ein bis drei Meter Höhe Continue reading Fotografie auf den Neuntöter

Als Vogelfotograf im Donaudelta

RosapelikanNur eine kleine Stechmücke leistet mir Gesellschaft. Vor mir sind nur die kehligen Kontaktrufe der Rosapelikane (Pelcanus crispus) direkt vor meinem dunklen Tarnzelt zu hören. Gerade mal die ersten Lichter der Morgendämmerung sind am Horizont zwischen Objektiv und Zeltluke zu sehen. In den unzugänglichen Schilfgebieten des Donaudeltas nisten die Rosapelikane in großen Kolonien und lassen sich dabei immer wieder in spektakulären Aktionen – u.a. auch Flugaufnahmen – ablichten. Sie bauen dort grobe Plattformen aus zusammengetragenen Zweigen, Röhricht und Schilf. Ihre Nester befinden sich in Europa ausschließlich am Boden, jedoch immer in Wassernähe. Meistens werden zwei kalkweiße Eier gelegt. Die Eltern wechseln sich beim Brüten ab. Während der Brutzeit müssen die Altvögel täglich zwischen zehn und fünfzig Kilometern zurücklegen, um genug Fisch für sich und die Jungen zu fangen.

Der frischgeschlüpfte Pelikan hat noch keine Federn, ist blind und hilflos. Anfangs tröpfeln die Eltern vorverdauten Fisch in den geöffneten Schnabel des Jungvogels. Nach einer Woche ist er kräftig genug, um sich die Nahrung aus dem Schlund der Eltern zu holen.

Ins Tarnversteck mußte ich mich begeben, um das interessante Brutverhalten der Rosapelikane fotografieren zu können. Dazu ist zuerst eine Genehmigung der Nationalparkverwaltung erforderlich. Mit dieser Genehmigung konnte ich am Rande der Kolonie in einem unwegsamen Schilfgebiet mit Hilfe Continue reading Als Vogelfotograf im Donaudelta

Canon 5DSR in Afrika: die richtige Kamera für Schnappschüsse?

GelbbauchhyliotaIn einigen Foren immer noch das Pixelmonster genannt, hat die Canon 5DSR mit seinem 50 Megapixel-Chip vielleicht nicht die Verbreitung gefunden, die sich der Hersteller vor 3 Jahren erhofft hatte. Die Frage ist, ob sie denn gut genug ist, um ein paar schnelle Belegaufnahmen zu machen, wenn im Grunde der Sinn und Zweck einer Vogelexkursion darin besteht, möglichst viele Vögel in einem gedrängten Zeitrahmen zu sehen. Die Länge der Birdlist steht da im Vordergrund.

So geschehen in einer geführten Tour mit Rockjumper, die in 3 Wochen in Kamerun immerhin 335 Vogelarten verzeichnen konnte. Um die Herausforderung kurz zu beschreiben, lohnt es sich, das übliche Verfahren beim Birdwatching auf dieser Reise kurz zu beschreiben. Der Guide, oder auch einer der Teilnehmer, rief „…da ist der XXX-Vogel…“ dann wurde der Vogel lokalisiert mit einem Laserpointer („… look at the right of the green spot,…,..look behind, in the dark vines…“), dann wurde das Spektiv ausgerichtet. Erstaunlich häufig war dann auch tatsächlich ein Vogel im Okular zu entdecken. Bemerkenswert, da sich viele Vögel hoch im Kronendach aufhalten. Der erste Blick der Teilnehmer ging meistens durch das eigene Fernglas. Nicht immer war der Blick von Erfolg gekrönt. Dann ein Blick durch das Spektiv und der Versuch, den Vogel dann doch mit Hilfe von charakteristischen Ast- oder Blattformationen ins Fernglas und / oder in den Sucher der Kamera zu bekommen.Gelbbauchhyliota

Da sich die meisten Vögel im Kronendach auf Nahrungssuche befinden, kommt es auf genaue Lokalisation genauso wie auf Schnelligkeit an. Ein heller Sucher, ein flottes Handling sowie eine ausreichende Lichtstärke des Objektivs sind da ein echtes Muss. Continue reading Canon 5DSR in Afrika: die richtige Kamera für Schnappschüsse?

Buntspecht plündert Waldameisen-Nest

Ein Morgen im Mai. Es nieselt und die Temperaturen bewegen sich so um die 8°C. Ein Männchen des Buntspechts (Dendrocopos major) steht zusammen mit einem Weibchen an einem umgestürzten, morschen Birkenstamm. Vom Fotografen lassen sich die beiden Spechte verscheuchen. Dann aber kommt das Männchen in halbstündigen Abständen an das Waldameisennest und sichert die Lage.

Buntspecht

Es plündert anschließend ausgiebig die schon morschen Stammbestandteile. Es läßt sich Zeit, wenn es auch teils hastig hüpfend den Standort wechselt. Der Buntspecht scheint auf die ausschwärmenden Tiere (wohl meist Männchen) spezialisiert. Wahrscheinlich handelt es sich um geflügelte Männchen der Roten Waldameise (Formica rufa) wobei auch eine Artbestimmung als Kahlrückige Waldameise ( Formica polyctena) nicht auszuschließen ist.

BuntspechtDie Arbeiterinnen der Roten Waldameise scheinen nicht begeistert von der mit massiven Schnabelhieben begleiteten Plünderung. 3 Arbeiterinnen drohen dem viel größeren Eindringling

BuntspechtErfolgreich hat der Buntspecht bei den Roten Waldameisen geplündert. Die Beute ist im Zehnerpack quer im Schnabel verpreßt.

Leider mußte die Beobachtung gegen Mittag abgebrochen werden. In einem Zeitraum von 8:00 bis 11:00 kommt das Männchen in halbstündigen Abständen an das Waldameisennest und plündert es ausgiebig. Meist wird der Anflug vom arttypischen „Kixen“ angekündigt. Die Näherung ist nur selten mitzubeoachten. Manchmal sitzt der Buntsprecht aber auch plötlich auf dem querliegenden Holzstamm. Dann muß der Fokus sitzen.

Buntspecht

Bei der Wiederkehr am Abend hat der Buntspecht offensichtlich kein Interesse mehr. Über einen Zeitraum von 1 Stunde wird nur kurz ein vorbeifliegender Specht gesehen; die schwärmenden Ameisen scheinen aber auch weg zu sein. Das Wetter ist aber auch deutlich besser – d.h. wärmer und trockener – geworden.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis zu bewältigen ist Bird-lens.com bestrebt, das Spektrum der Bilder von Vögeln der Westpaläarktis weiter auszubauen. Trips zu abgelegenen Orten, um Bilder von seltenen Vögeln der Westpaläarktis zu machen, waren sehr erfolgreich. Dieses nette Belebbild eines Gleitaars ist nur ein erster Eindruck, was Sie in der Galerie in der “Picture Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie bird-lens.com einfach eine Nachricht, wenn wir mit einem Bild dienen können.

Durstiger Graubrustspecht am Wassertank

GraubrustspechtDie Hitze ist fast unerträglich in Maroua. Wir wollen in den äußersten Norden Kameruns, in den Waza Nationalpark. Ohne Eskorte ist da aber nichts zu machen. Und für die Eskorte braucht man eine Erlaubnis – angeblich durch den lokalen Gouverneur. Das Warten auf die Freigabe zieht sich hin. Unser Guide macht mich auf einen Wassertank im hinteren Bereich des Hotels aufmerksam. Dort kommen etliche Vögel zum Trinken. Ich setze mich an eine Mauer. Über mir steht ein rostiger großer Wassertank, der auf dicken Betonstelzen an der Außenmauer des Hotelgeländes steht. Ein paar dicke Bäume spenden spärlich Schatten. Auf Anhieb sieht man nichts. Ein paar Wäscheleinen mit Bettwäsche, tropfende Wäschestücke auf Beton. Die Wassertropfen scheinen noch nicht den Boden erreicht zu haben, da sind sie schon verdunstet. Der Wassertank steht in einer der häßlichen Ecken der „Hotelanlage“. Die Hitze ist immer noch phänomenal. Aber die zögernd ankommenden Vögel sind wirklich gut.

Ein Graubrustspecht (Dendropicos goertae) kommt angeflogen, der sein ganzes Verhaltensspektrum zeigt.  Zuerst erscheint ein Weibchen, das sich kurz auf einem dicken Ast des beeindruckend hohen Baumes zeigt. Dann kommt aus einem Baum ein Männchen angeflogen und nimmt den Schlauch am Tank als Ausgangsbasis für Continue reading Durstiger Graubrustspecht am Wassertank

Basstölpel; das Brutgeschäft

BasstölpelBrutkolonien der weißgefärbten Basstölpel (Morus bassanus) werden immer häufiger. Noch vor 30 Jahren lebten nicht einmal halb so viele Basstölpel auf dem Bass Rock, dem Inbegriff des Brutfelsen vor Schottlands Küste. Auch an anderen Stellen seines Verbreitungsgebietes hat dieser Vogel stark zugelegt. Überall sind die Brutkolonien dieser Vogelart im Wachsen begriffen. Im 20. Jahrhundert kam es zu einer anhaltenden Bestandszunahme von im Mittel 3% pro Jahr.

Im Zuge dieser Wiederzunahme erfolgte auch eine Ausweitung der Brutplätze, sodass sich die gegenwärtige Brutverbreitung von Ostkanada über Island bis nach Nordwestfrankreich erstreckt. Schon als es noch viel weniger von ihnen gab, haben Basstölpel immer dicht gedrängt in Kolonien gebrütet. Auf flachen Brutinseln befinden sich bis zu zweieinhalb Nester pro Quadratmeter. Und das, obwohl die Tiere zu den am Brutplatz aggressivsten Arten überhaupt gehören. Auf dem Nest sitzende Vögel sind pausenlos in Streitigkeiten mit ihren Brutnachbarn verwickelt. Wenn der spitze, kräftige Schnabel richtig trifft, kann sogar Blut fließen. Eierdiebstahl, Raub von Nistmaterial und Massenprügeleien sind an der Tagesordnung. Damit das Brutgeschäft in den oft riesigen Kolonien überhaupt erfolgreich verlaufen kann, haben die Tiere Continue reading Basstölpel; das Brutgeschäft

Schwarz-rote Schönheit: die Helmpipra im Pantanal

HelmpipraIm dämmrigen Unterholz eines der Waldstücke inmitten der Savannenlandschaft im Pantanal taucht auf einmal Farbe auf. Auf einem Ast ist ein Vogel zu sehen, der ein auffälliges Rot vom Rücken bis zum Kopf aufweist. Das sieht aus, wie ein Helm. Und so ist auch sein deutscher und sein englischer Name. Es ist ein Helmeted Manakin (Antilophia galeata). Im Bereich der Stirn wird der „Helm“ durch Büschel, die bis über den Schnabel reichen, verlängert. Der Rest des Körpers ist stock-schwarz. Das ist also das Männchen der Helmpipra. Soldadinho wird dieser Vertreter aus der Familie der Pipriden in Portugues genannt. Das Männchen der Helmpipra ist einer der auffallendsten und buntesten Vögel der brasilianischen Wälder. Mehrere Arten von Manakins kommen im Amazonastiefland  oder im Atlantischen Regenwald, der Serra do Mar, vor. Allerdings ist die Helmpipra eine Art, die in erster Linie Continue reading Schwarz-rote Schönheit: die Helmpipra im Pantanal

Keoladeo Ghana Nationalpark: Vogelparadies in Indien

DajaldrosselLange verweilt die dunkelblau-weiße Dajaldrossel (Copsychus saularis) auf ihrem Ast in der Morgensonne. Ausgiebig kann ich Porträtfotos schießen.  Winter, Sommer und Monsun, so teilen die Einwohner Bharatpurs das Jahr ein. Im Juli und August, nach den trockenen Zeiten der Vormonate, erweckt der Monsun den Kreislauf des Lebens im Park immer wieder aufs Neue. In dieser Zeit sind Lufttemperatur und vor allem die Luftfeuchtigkeit allerdings so hoch, dass die meisten Menschen den Keoladeo Ghana Nationalpark meiden. Für die Vögel aber bedeutet der erste Regen den Startschuss für die Brutsaison. Sie balzen, paaren sich, bauen Nester, brüten die Eier aus und füttern die Nachkommenschaft.

Die ausländischen gefiederten Besucher treffen in der Regel nicht vor Ende Oktober im indischen Vogelparadies ein. Zu diesem Zeitpunkt kommen auch die ersten Zugvögel in ihr indisches Überwinterungsgebiet und gesellen sich zur ebenfalls sehr reichhaltigen einheimischen Avifauna. Im November und Dezember fallen Enten und Gänse in den Park ein, Die Luft ist erfüllt vom Schnattern der Streifengänse (Anser indicus), Schnatterenten (Anas strepera), Pfeifenten (Anas penelope), Löffelenten (Anas clypeata), Spießenten (Anas acuta) und Knäkenten (Anas querquedula). Sind dann die Greife wie Rohrweihe (Circus aeruginosus), Steppenweihe (Circus macrourus), Schikra (Accipiter badius), Adlerbussard (Buteo rufinus), Schelladler (Aquila clanga), Steppenadler (Aquila nipalensis), Kaiseradler (Aquila heliaca) und Zwergadler (Hieraaetus pennatus) auch angekommen, kommt der Naturfotograf auch mit Actionaufnahmen Continue reading Keoladeo Ghana Nationalpark: Vogelparadies in Indien

Balz der Trappen in La Serena/ Estremadura

GrosstrappeIm Osten der spanischen Provinz Badajoz findet man eine weite, trockene Landschaft, deren besonderer Reiz in dem Wechsel zwischen steppenartigen Gebieten und locker bewaldeten Flächen liegt. La Serena ist ein Steppengebiet, das für Naturfotografen ein sehr lohnendes Fotoziel mit exzellenten Aufnahmemöglichkeiten darstellt. Die überwiegend baumlose Gegend wirkt auf den ersten Blick eintönig und leer. Doch wer in der weiten Landschaft steht und ganz in Ruhe über die sehr sanft gewundenen, niedrigen Hügel in die Ferne blickt, überkommt ein Gefühl der Unbegrenztheit. Zusätzlich sind die Steppen von La Serena berühmt für ihre Steppenvogelwelt. Spiessflughuhn (Pterocles alchata), Sandflughuhn (Pterocles orientalis), Steinkauz (Athene noctua), Blauracke (Coracias garrulus), Kalanderlerche (Melanocorypha calandra) und dann vor allem die Trappen. Zwergtrappe (Tetrax tetrax) und Großtrappe (Otis tarda) sind in der Steppenlandschaft das Highlight.

Das für Vogelfotografen beeindruckendes Motiv ist zweifelsohne die Balz der Männchen der Zwergtrappen und der Großtrappen. Die Balzzeit der Großtrappen beginnt in den Steppen der Serena Continue reading Balz der Trappen in La Serena/ Estremadura

Die Nilgans: zugereist aus Afrika

NilgansWer die Nilgans (Alopochen aegyptiacus) sucht, muss sich das arttypische Geschnatter einprägen, denn die ruffreudigen Ganter machen während der Brutzeit jetzt im März kein Geheimnis aus ihrem Aufenthaltsort. Die ursprünglich in Afrika beheimatete Nilgans ist inzwischen auch in Deutschland längst keine Ausnahmeerscheinung mehr.

Heute trifft man diese sogenannte Halbgans vielerorts häufig an. Ihre Verbreitung in Europa ging von Großbritannien aus, wo sie ausgewildert wurde und sich rasch vermehrte. Da der Ärmelkanal für Nilgänse keine ernst zu nehmende geografische Barriere darstellt, war es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Tiere auf dem europäischen Festland auftauchten. Seit 1980 gilt die Nilgans in Deutsch-land als etabliert und ihr Bestand hat bereits eine stattliche Größe erreicht. Nilgänse gehören mittlerweile zum gewohnten Bild vieler Seen und Teiche.

Ein – auch fotografisch – sehr ergiebiger Ort ist der Palmengarten im Westen der Innenstadt von Frankfurt/ Main.  Hier kann man die Nilgans leicht finden. Die Behauptung, daß sie nicht scheu ist und man sehr nah an sie heran kommt, erweist sich im Frankfurter Umland schnell als Trugschluß. Im Palmengarten Continue reading Die Nilgans: zugereist aus Afrika

Haubentaucher auf schwimmenden Nest fotografieren

HaubentaucherIch hatte gelesen, dass Haubentaucher (Podiceps cristatus) schwimmende Nester bauen, die aus der Ferne gut erkennbar sind. Wenn der See mit einer Schicht aus Eis am Ende des Jahres bedeckt ist, lassen sich die schwimmenden Haubentauchernester schon mal zu Fuß untersuchen. So lange – bis Mitte Februar – die Seen immer noch zugefroren sind, braucht man gar nicht weiter zu gucken. Es wurde Mitte März, als ich dann die im weiteren Umkreis gelegenen Seen so weit überprüft hatte, um zu wissen auf welchen See Haubentaucher zurückgekommen waren. Ich widmete mich der Stelle, wo die Vögel ausweislich der Winterkontrolle in dem Jahr zuvor gebrütet hatten. Ich bemerkte, dass die Haubentaucher bereits mit dem Bau einer flachen Brutplattform an der gleichen Stelle begonnen hatten. Aber, was die Haubentaucher bis zu diesem Zeitpunkt aufgebaut hatten, sah auf den ersten Blick nicht sehr vertrauenserweckend aus. Alles an Material war aus dem See gezogen: Teichrosenblätter, dünne Zweige, Tannenwedel und daumendicke Äste. Das Nistmaterial wurde einfach übereinander geschichtet und versank anschließend langsam wieder. Schließlich begann die Plattform aber doch zu tragen. Nun wurden nur noch frische Teichrosenblätter verwendet, die vom Boden des Sees abgeknipst wurden. Dies geschah, um die Konstruktion zu erhöhen. Das frische Grün der Blätter verführte auch einige Stockenten ( Anas platyrhynchos) an der Plattform ihren Hunger zu stillen. Aber solche Diebstähle wurden mit heftigen Continue reading Haubentaucher auf schwimmenden Nest fotografieren

Habichtkauz in den Urwäldern von Kocevje/ Slowenien

HabichtskauzEin Habichtskauz (Strix uralensis) ist einer der meistgesuchten Eulen. Und das will was heißen. Die große Ausgabe des Waldkauz (Strix aluco) ist zwar inzwischen wieder Nationalpark Bayerischer Wald heimisch, nachdem nach seiner Wiedereinbürgerung 1989 die erste erfolgreiche Naturbrut stattfand. Doch die meisten Vogel-Fotografen versuchen den Habichtskauz auf einem Skandinavientrip in Schweden oder Finnland mit Hilfe eines einheimischen Guides zu finden. Weniger bekannt ist, daß der Habichtskauz nicht nur in Nordosteuropa sondern auch in den Gebirgen Südosteuropas (Slowenien, Rumänien, Ostslowakei) vorkommt. In den Urwäldern von Kocevje hat diese Eule ein Rückzugsgebiet gefunden, das von einer Unterart Südosteuropas besiedelt wird.

Zwischen den Flüssen Krka und Kolpa gelegen, ist der Landkreis Kocevje eine waldreiche Region im Herzen von Sloweniens Waldgebieten. Deutlich schöner als die Industriestadt Kocevje ist die sie umgebende Landschaft. Ihr Reichtum liegt in ihren Wäldern, ihrer unberührten Natur und ihrer Fülle an Wildtieren und -pflanzen. Es soll sich hier – hoch bis auf ca. 1.000m NN noch eine gut erhaltene natürliche Umwelt erhalten haben. Eine schöne Wildnis mit Bären und tollen Urwaldspezialisten. Je nach Höhenlage treten Buchen, Weisstannen oder Fichten als dominante Continue reading Habichtkauz in den Urwäldern von Kocevje/ Slowenien

Schafstelzen bei der Fütterung: Fotografie-Tipps

WiesenschafstelzeEin frischer, dunstiger Frühsommermorgen mit der aufgehenden Sonne im Osten. Ein hoher Zischlaut weist auf einen Vogel mitten in der Agrarsteppe hin. Es ist eine Schafstelze (Motacilla flava), die sich mit ihrem Gelb jetzt im Sommer – anders als im Frühjahr auf dem Raps – sehr schön von den Getreidehalmen abhebt. Die Schafstelze hat 2 nahe Verwandte, die Bachstelze (Motacilla alba) und die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea). Alle Stelzen sind nicht so einfach zu fotografieren, denn sie sind munter und ständig – mit dem Schwanz wippend – in Bewegung.

Gegenüber ihren Verwandten, Bach- und Gebirgsstelze, ist die Schafstelze etwas kleiner und auch kurzschwänziger. Das kräftigere, klare, flächige Gelb der Kehle und der Unterseite, besonders beim Männchen, ist in der Leuchtkraft kaum zu überbieten. Als Lebensraum dienen der Schafstelze Viehweiden und Kulturland. Man sieht sie auf Wiesen und auf Brachflächen. In vielen Bundesländern ist sie aufgrund der immer intensiver betriebenen Landwirtschaft viel seltener geworden. Aus diesem Grund wird sie als gefährdete Vogelart eingestuft.

Ende März, sie waren anscheinend gerade erst aus dem Winterquartier gekommen, beobachtete ich einige Paare entlang der Dämme der Absetzbecken einer Zuckerfabrik. Auf vertrockneten, letztjährigen Wildstauden Continue reading Schafstelzen bei der Fütterung: Fotografie-Tipps

Tangaren am Hotel do Ype fotografieren

GrünorganistEtwa auf halbem Weg zwischen Brasiliens Sao Paulo und Rio de Janeiro liegt ein Bergtal, das im Rahmen des Itatiaia Nationalpark geschützt ist. Die Endemiten-reiche Mata Atlantica (der Atlantische Regenwald) ist ein ganz besonderer Lebensraumtyp ganz in der Nähe der Küste in den südöstlichen Staaten des riesigen Brasiliens.

Zum Frühstück sollte man sich einen Fensterplatz im wunderschön gelegenen Hotel do Ype mitten im Park nicht entgehen lassen. Hier kann man an einem Tisch mit direkten Blick auf die schaukelnde Obstschalen sitzen und den anfliegenden und kurz an den Schalen hängenden Vögeln ebenso zugucken, wie den Kolibris an den Feedern mit Zuckerwasser. Bemerkenswert ist, daß die meisten Gäste offensichtlich von der Explosion der Farbe, die man in der Galerie der  Tangaren des Itatiaia Nationalpark sehen kann, abgestumpft sind und sich von dem Treiben gar nicht groß beeindrucken lassen. Ein Wunder, wenn man sich die Bilder der Tangaren in der Galerie anschaut. Zuerst kommt ein Paar Dreifarbentangare (Tangara seledon) und macht sich über eine Papaya her. Ein Schwarzbrauenorganist (Chlorophonia pyrrhophrys) widmet derweil seine Aufmerksamkeit einer Banane. Der Schwarzbrauenorganist ist – genauso wie der abgebildete Grünorganist (Chlorophonia cyanea) – eigentlich keine Tangare, aber wunderschön anzusehen, ist er allemal.

Es ist nicht schwer, eine anständige Unterkunft in oder im Umfeld des Itatiaia NP zu finden und alle Hotels sind sich bewusst, dass viele der Besucher ausländische Vogelbeobachter sind, die natürlich versuchen, Vögel auch fotografisch „mitzunehmen“. Das Hotel do Ype jedoch ist berühmt für die Bereitstellung eines “all-you-can-eat” Buffet, das die Vögel aus dem umliegenden Wald hervorlockt. Verführerisch aussehende Obstteller werden an hungrigen Frühstücksgästen vorbei auf den hölzernen Gang gebracht und von den Balkonen außerhalb des Restaurants herabgehängt. Ein Teil des Obsts wird herunter geschleudert und im Garten werden Teile aus geschnittenen Orangen für die etwas vorsichtigeren Vögel gelegt. Zuckerwasser – nicht nur – für die Kolibris wird in regelmäßigen Abständen aufgefüllt.

Man ist noch ganz damit beschäftigt, sich die richtigen Arten zu den verwirrenden Farbpaletten auszusuchen. Dann fegt auch schon ein atemberaubender schöner Blaukappentangar (Tangara cyanocephala) heran. Schnell nacheinander folgen ihm Olivtangaren (Orthogonys chloricterus), ein Paar Haarschopftangare (Trichothraupis melanops) und auch Prälattangare (Thraupis sayaca).

Eine dezent gefärbte männliche Schmucktangare (Thraupis ornata) überfällt dann mal den Kolibri-Feeder. Er versucht mit seinem gar nicht so spitzen Schnabel in die Wasserventile hinein zu stochern. Dabei bringt er den Feeder heftig ins Schwanken.

Ein Paar Krontangare (Tachyphonus coronatus) ist als eher zögerlich zu bezeichnen. Sie lassen sich nicht so gerne nah an Publikum füttern. Trotzdem ist das Männchen eine Weile saß auf einem blanken Ast zu sehen. Es zeigt dabei – wohl in prahlerischer Absicht – immer wieder seinen roten Kamm.

Die Höhenunterschiede im Nationalpark Itatiaia sind durchaus beeindruckend. Einige Tangaren scheinen weiter unten häufiger vorzukommen. Andere Arten bevorzugen den Wald in den Bergen. Ein schöner Ort, um Tangaren und andere Vögel der unteren Höhenstufen zu sehen, ist der so genannte Mirante. Orangebrusttangare (Tangara desmaresti), Blaubrusttangare (Tangara cyanoventris) und Krontangare sind hier häufig und leicht zu fotografieren.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen seltener Vogelarten befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com gezielt Reisen an entfernte Orte wie Alaska oder Südamerika unternommen. Dies alles um exzellente Fotos von Vögeln machen zu können. Die Ausbeute an Bildern nicht nur von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Die schönen Bilder, die Sie in der Tangaren-Galerie sehen, sind nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture-Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie mir einfach Bescheid, wenn wir Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor die neuen Bilder online sind.

Ringeltaube: Brut zwischen Regenrinnen

RingeltaubeSchon 2 Jahre gibt es ein altes Nest, das direkt über einer belebten Kreuzung mitten in einer Kreisstadt in Brandenburg zwischen einem Gebäudevorsprung und dem Fallrohr einer Regenrinne geklemmt ist. Monatelang unbesetzt, hatte das alte Nest Anfang März auf einmal Besuch. 2 Ringeltauben (Columba palumbus) sassen auf dem Nest. Sie probten offensichtlich den Neststand und die Nestsicherheit. Ein Partner hatte sich schon platt auf dem Nest niedergelassen, während der andere auf dem Nestrand stand und von Zeit zu Zeit über den Rücken des anderen Partners auf die andere Seite des Nests wechselte.

Nach einigen Tagen Abwesenheit konnte nun wieder eine Ringeltaube auf dem Nest beobachtet werden. Wie eine Glucke tief in das Nest gedrückt, ist die Ringeltaube nun offensichtlich zur Brut geschritten. Die Nieplitzniederung ist Heimat vieler Vögel. So sind im Winter nordische Entenvögel zu beobachten. Es müssen aber nicht immer die außergewöhnlichen Arten oder die hohen Zahlen sein, die den Naturliebhaber faszinieren.

So eindeutig mitten in der Stadt hatte ich diese große Taube noch nicht brüten gesehen. Sie soll aber inzwischen nahezu flächendeckend in Deutschland bis in die Innenstädte verbreitet Continue reading Ringeltaube: Brut zwischen Regenrinnen

Das Blaukehlchen vor der Fotolinse

BlaukehlchenFriesische Nachtigall wird das Blaukehlchen (Luscinia svecica) zu Recht genannt. Dabei spielt nicht nur die Qualität des Gesangs eine Rolle. In seinem versteckten Umherlaufen am Boden unter den Büschen erinnert es ebenfalls an Nachtigallen. Gern stelzt es dabei den Schwanz auf. Sie ist nicht nur eine Schönheit unter den heimischen Singvögeln sondern – vor allem im Sommer und Herbst ein wahrer Heimlichtuer. Leider ist es in vielen Gebieten selten geworden und mancherorts vom Aussterben bedroht. Um ein singendes Blaukehlchen vor das Objektiv zu bekommen, bedarf es Ortkenntnis, Wissen über das Verhalten, ein wenig Glück und viel Geduld.

Als ich in den Rieselfeldern bei Münster zwischen Brombeer- und Weidengebüsch Vögel beobachtete, begegnete ich dem Blaukehlchen, einem der stimmgewaltigsten Singvögel unserer heimischen Vogelwelt. Seine Tonpalette reichte von scharfen, gepreßten Tönen bis hin zu spöttischen Imitationen verschiedener anderer Vögel. Am Anfang des Gesanges ist oft ein grillenartiges, rollendes Zirpen zu vernehmen. Eilig hob ich mein Fernglas und begann, diesen wunderbaren Sänger zu suchen. Mit gefächertem Schwanz saß das Blaukehlchen auf einem Weidenzweig und schien sich die pure Lebensfreude aus der Kehle zu singen. So sang es mal hier und mal dort. Ab und zu stelzte es auch seinen Schwanz, Continue reading Das Blaukehlchen vor der Fotolinse

Buchenwälder und der Weissrückenspecht in Bulgarien

WeißrückenspechtBuchenwälder assoziiert man nicht unmittelbar mit Bulgarien. Jedoch kann man im Naturschutzgebiet Silkosia – dem 1933 gegründeten, ältesten NSG Bulgariens – sehr schöne, alte Buchen bewundern. Silkosia ist das richtige Naturreservat mit einem naturnahen Laubmischwald mit – in dem Fall – Orient-Buche (Fagus orientalis).

Auch die Spechte scheinen den Park sehr zu schätzen. So kommen Kleinspecht (Dendrocopos minor), Mittelspecht (Dendrocopos medius), Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos), Buntspecht (Dendrocopos major), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Grünspecht (Picus viridis) und Grauspecht (Picus canus) im Gebiet vor.

Der Park liegt in der Strandzha Region zwischen dem Tiefland um Burgas, dem Schwarzen Meer und Ost-Thrakien. Die Hügel von Bosna und Hasekiyata bilden den bulgarischen Teil des Strandzha-Gebirges. Auch Ahtopol nördlich der türkischen Grenze ist nicht weit. Das Gebiet ist daher Grenzregion. Es hat ein hügeliges Continue reading Buchenwälder und der Weissrückenspecht in Bulgarien

Sperlingskauz am Waldstein

SperlingskauzNoch im Dunkeln geht es den Berg hoch. Die Markierungen führen einen über Waldwege und Forstpisten. Nach ca. 2, 5 Stunden und 4 km kann man den Endspurt zum Gipfel starten. Der Blick geht kurz vor dem Gipfel nach oben. Still sitzt dort ein Sperlingskauz (Glaucidium passerinum). Eine fetter Maus in den Fängen. Der Kopf ist praktisch auf den Rücken gedreht. Er bewegt sich nicht als ich vorsichtig die Kamera mit dem Canon 4,0/ 400 DO aus dem Rucksack hole.

Zum Glück spielt das Wetter mit. Windstill, aber dämmrig. Die Sonne ist noch nicht über den Horizont geklettert. Neugierig guckt der Sperlingskauz zu mir herunter. Es erstaunt mich immer wieder wie nahe ich mich einem Sperlingskauz nähern kann. Dieser Zwerg Continue reading Sperlingskauz am Waldstein

Der Mantelkardinal im Überschwemmungsgebiet des Pantanal

MantelkardinalMantelkardinale bewohnen Trockenwälder und Savannen des südlichen Amerikas. Die Verbreitung reicht vom südöstlichen Bolivien, über Brasilien bis in den Norden Argentiniens. Zwischenzeitlich wurde die Art auch auf Hawai eingeführt. Es ist unbekannt, wann oder wie diese Art nach Hawai kam. Die ersten Beobachtungen reichen zurück vielleicht schon bis in die 1930er Jahre.

Obwohl er sich im Pantanal am Rand seiner östlichen Verteilung befindet, ist der bunte Mantelkardinal (Paroaria capitata) im Pantanal so verbreitet, dass man ihn kaum verpassen kann. Abgesehen davon, dass er einer der buntesten Vögel des Pantanal ist, gehört er auch zu den häufigsten an den Flüssen, Corixos und Altarmen der Pantanal-Ebene. Immer mal wieder bilden sich Gruppen von bis zu einem Dutzend Vögeln, die an Futterstellen, wie auf der Touristen-Farm Pouso Alegre auftauchen.

Der Mantelkardinal bewohnt die Flussufer in unterschiedlichen Vegetationsschichten. Während der Hochwassersaison kommen sie mit der Flut und den ansteigenden Wasserspiegel und erreichen Orte weit ab von Flüssen. Sie fangen Insekten, andere Wirbellose und nehmen Sämereien auf dem Boden auf. Meist leben Mantelkardinale in Gruppen, obwohl es starke territoriale Streitigkeiten zwischen einzelnen Individuen geben kann.

Männchen und Weibchen sind identisch gefärbt. Charakteristisch ist das Rot des Kopfes, das mit dem Rest des Gefieders und vor allem Continue reading Der Mantelkardinal im Überschwemmungsgebiet des Pantanal

Habichte in Berlin

HabichtAm Vortag hatten sich teilweise dicke Wolken breit gemacht. Nun sind aber Sterne am Himmel zu sehen. Die Wolkenlücken sind deutlich größer. Ein schöner Morgen kündigt sich an. Gegen 4:00 habe ich mich auf den Weg gemacht. Das Ziel sind die Gärten / Parkanlagen im Schlosspark Charlottenburg, der Görlitzer Park, der Große Tiergarten und die Botanische Anlage Blankenfelde in Pankow, alle in der Stadt Berlin gelegen. Ein besonderes Vogelparadies bilden hier die teils mehr als 100 Jahre alten dicken Buchen und Eichen. Für bewirtschaftete Parkanlagen verfügen die mitten in der Stadt gelegenen Parks und Gärten über teils erstaunlich viel Altholz. Der Aufenthalt am frühen Morgen ist nicht dem Landschaftseindruck geschuldet. Es gilt vielmehr, hier die Suche nach dem Habicht (Accipiter gentilis) aufzunehmen.

Der ehemals vor im Wald und aus dem Wald heraus über das Feld jagende Vogel zieht mehr und mehr in die Stadt. Berlin ist weltweit die Stadt mit der höchsten Habicht-Dichte pro Hektar. Dort Continue reading Habichte in Berlin

Ohrentaucher auf der Ostsee vor Usedom

OhrentaucherSanft plätschern die Wellen an den flachen Sandstrand. Es ist wolkenlos. Die Sonne ist schon aufgegangen, wärmt aber nicht. Es ist kühl und der Dunst über der Ostsee lichtet sich erst. Jetzt im zeitigen Frühjahr sind die Strände gerade zu den Morgenstunden nur wenig überlaufen. Ab und zu ein Jogger, der an der Wasserkante entlang läuft. Perfekte Bedingungen um mit dem Spektiv die Ostsee nach überwinternden Vögeln abzusuchen. Gerade vor der Kiehnheide zwischen Karlshagen und Peenemünde in Ostvorpommern gelegen, bieten sich wunderschöne Beobachtungsmöglichkeiten. So auch an diesem wunderschönen Ostertag. In der Ferne schwimmen dann auch die ersten Ohrentaucher (Podiceps auritus).

Ansonsten waren in einiger Entfernung nur noch 4 Zwergsäger (Mergellus albellus) – 2x Männchen Continue reading Ohrentaucher auf der Ostsee vor Usedom

Wasservögel auf Augenhöhe fotografieren

Chile-FlamingoIn der dünnen Luft habe ich nur schlecht geschlafen. Als der Wecker klingelt bin ich natürlich total erschossen. Aber die Aussicht auf ein außergewöhnliches Floßerlebnis lassen mich dann doch aufstehen. Bis ich alles erledigt habe, ist die Dämmerung doch schon angebrochen. Ich muß mich zuerst mal richtig kältefest machen. Fleece-Unterwäsche, 3 Fleeceshirts, ein Hemd, den blauen Marinepulli und den Ski-Unterzieh-Overall. In Kombination mit der Neopren-Wathose sieht es vielleicht etwas übertrieben aus, im Nachhinein merke ich aber, dass es oben herum zwar vielleicht zu warm, dafür an den Füßen ruhig etwas wärmer sein könnte. Im frühen Morgenlicht geht es dann los. Zuerst merke ich, daß die Vögel doch nicht so scharf darauf sind, in Nahaufnahme mit dem 2,8/300 fotografiert zu werden. Trotzdem gelingen ein paar stimmungsvolle Fotos. Unter anderem sehe und fotografiere ich: Riesenbläßhühner (Fulica gigantea), Anden-Flamingos (Phoenicopterus andinus), Andenmöwen (Larus serranus), Schopf-Ente (Anas specularioides), Inkataucher (Podiceps occipitalis). Also ganz Continue reading Wasservögel auf Augenhöhe fotografieren

Weissrückenspecht der Subspezies lilfordi: Habitatwahl

WeissrueckenspechtEin wunderschöner, naturnaher Mittelgebirgswald im zeitigen Frühjahr im Südwesten von Bulgarien. Hier ist die Heimal der lilfordi-  Unterart des Weißrückenspechts (Dendrocopos leucotos lilfordi).  Die  hier auftretende Subspezies lilfordi kommt fast nur auf dem Balkan und in der Türkei vor.  Der Weißrückenspecht bewohnt europäische Laubwälder  in denen er seine Hauptnahrungsquelle, in Holz bohrende und in und hinter der Rinde lebenden Insekten, vor allem Käfer und Motten-Larven findet. Diese  Nahrungsspezialisierung schränkt die Verbreitung der Art auf Laubwälder  in einem gewissen Alterswachstum ein. Die Wälder müssen reich an verfallenem und sterbendem Holz sein. Der Nahrungserwerb und die Habitatspezialisierung macht die Art bezüglich der Forstbewirtschaftungspraxis sehr empfindlich. Die Habitatansprüche der Art werden vor allem in Buchenwälder  im Alter von 80 bis 140 Jahren, mit vielen sterbenden und trockenen Bäumen erreicht. Es gibt offensichtlich eine Präferenz für Standorte ab ca. 1.000 und 1.600 m über NN. Verschiedene Arten von alten Mischwäldern anderer Baumarten werden auch vom Weißrückenspecht besetzt, aber in praktisch allen Fällen unter Beteiligung von Buchen. Die Art zeigt eine klare Präferenz zu tiefen Bachtälern, in denen in der Regel die dicksten und ältesten Buchen, Linden, Tannen und Fichten wachsen. Die Standorte weisen eine nördliche (manchmal nordöstliche oder nordwestliche) Exposition auf. Dies wiederrum stände in einem interessanten Gegensatz zu den Präferenzen der Nominatform Dendrocopos leucotos leucotos, die eher eine südliche oder südwestliche Ausrichtung der Berghänge bevorzugt. Eine Untersuchung bulgarischer Wissenschaftlicher führt weitere Habitatcharakteristika – wenn auch mit Schwerpunkt auf die höheren und weiter westlich gelegenen Rhodopen auf.

Das Silkosia-Naturschutzgebiet im Strandzha Naturpark weist diese Eigenschaften Continue reading Weissrückenspecht der Subspezies lilfordi: Habitatwahl

Vogelfotografie um den Picos de Europa

OrpheusspötterWährend einer Pause an einem der zahlreichen klaren Bäche höre ich einen wundervollen melodischen Vogelgesang. Rasch richte ich mein „fahrbares Tarnzelt” ein, einen umgebauten Camping-Landcruiser und nähere mich langsam fahrend dem Gesang. Plötzlich fliegt ein gelblich-grüner Vogel rastlos hin und her. Mal singt er von der Spitze einer weiter entfernt stehenden Kiefer herab, dann wieder aus einem nahen Brombeergebüsch heraus. Ich muß meine Gesangserinnerungen ein wenig sortieren. Schnell gelange ich zu dem Schluß, daß es sich um einen männlichen Orpheusspötter (Hippolais polyglotta) bei dem kleinen Sänger handelt. Leider wechselt der Vogel derart hektisch seine Sitzwarten, daß es anfangs unmöglich ist, ihn zu fotografieren. Um den Orpheusspötter möglichst für einen längeren Zeitraum in meine Nähe zu locken, spiele ich mein Tape mit Vogelstimmen ab. Der Gesang eines vermeintlichen Konkurrenten läßt den Vogel in einem nur wenige Meter entfernten Busch landen. Er singt aus voller Kehle, um den Konkurrenten zu vertreiben.

Während die südlichen Landschaften in Spanien – wie die Estremadura – zu den beliebtesten Fotozielen auf der iberischen Halbinsel gehören, sind die Gebirge im Norden, wie die Picos De Europa vielen Continue reading Vogelfotografie um den Picos de Europa

Birding in Chiles hohen Norden

RüsselbläßhuhnIn stockdunkler Nacht geht es von Arica, der Hauptstadt der Region de Arica y Parinacota im Norden von Chile über die Ruta 11 zum Lauca Nationalpark. Als ich nach gut 2-stündiger Fahrt auf gut ausgebauter Teerstraße im Lauca Nationalpark ankomme, sind die Vulkane von einer dichten Wolkendecke verhüllt. Nach einer eiskalten Nacht mit Temperaturen um -10° Grad folgt ein wunderschöner, klarer Morgen. Überwältigend ist der Anblick auf die majestätischen, schneebedeckten Vulkane Parinacota (6.342 Meter NN) und Pomerape (6.282 Meter NN), die sich in der Laguna Cotacotani spiegeln. Auf dem See befinden sich zahlreiche Nester von Rüsselblässhuhns (Fulica cornuta), die vor der prächtigen Vulkankulisse brüten. Die jungen Bläßhühner, die unter dem Gefieder ihrer Eltern hockten, steckten erst ihre kleinen Köpfe heraus, als die Sonne die Luft erwärmt. Die Bläßhuhneltern begaben sich dann abwechselnd auf Nahrungssuche. Die Lagunen, die auf 4.500 Höhenmeter liegen, sind umgeben von Lavagestein und bieten einen idealen Lebensraum auch für andere Wasservögel wie das Andenbläßhuhn (Fulica ardesiaca), der Anden-Flamingo (Phoenicopterus andinus), Andenmöwen (Larus serranus), Andengänse (Chloephaga melanoptera), 2 Arten von Continue reading Birding in Chiles hohen Norden

Krähenscharben an Bulgariens Steilküsten

KrähenscharbeEine wunderschöne, naturnahe Steilküste im zeitigen Frühjahr im Nordwesten von Bulgarien. Hier ist auch die Heimal der Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis desmarestii).  Die  hier auftretende Subspezies desmarestii kommt nur im Mittelmeer und am Schwarzen Meer vor und wird im Englischen als Mediterranean Shag bezeichnet.

Krähenscharben weisen die gleiche dunkle, leicht violett glänzende Fäbrung auf, wie ihre nördlichen Kollegen der Nominatform Phalacrocorax aristotelis aristotelis. Der auf dem Foto des Blogs erkennbare aufgestellte Büschel wird durch Kopffedern hervorgerufen, die während der Brutzeit im späten Winter besonders zur Schau gestellt werden.

Während der winterlichen Brutzeit bilden Krähenscharben nicht zu dichte Kolonien und nisten in Felsspalten, Felsbändern, Höhlungen innerhalb der Kreideklippen oder zwischen Continue reading Krähenscharben an Bulgariens Steilküsten

Alpenstrandläufer auf St. Lawrence

AlpenstrandläuferEine der äußersten Zipfel Alaskas liegt direkt vor der Steilküste Kamtschatka. Hier verläuft die Tagesgrenze. Nirgendwo ist es möglich, den Tag später zu beginnen als hieran der Nordwestspitze der Insel St. Lawrence. Sowohl Seevögel wie auch vor allem die Limikolen sind hier sehr gut auf ihrem nordpazifischen Lebensraum zu beobachten. Eine schöne Abwechslung für einen westpaläarktischen Beobachter. Verwandte heimische Arten oder bisher unbekannte Unterarten können hier gut vergleichen werden. Gerade der Vergleich der Schwesterarten Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula) und Weißstirnregenpfeifer (Charadrius semipalmatus) sowie Beringstrandläufer (Calidris ptilocnemis) und Alpenstrandläufer (Calidris alpina) sind hier sehr gut auf ihrem Frühjahrszug zu beobachten.

Aber auch die Möglichkeiten Beringstrandläufer, Alpenstrandläufer und Bergstrandläufer (Calidris mauri) im Prachtkleid oder die Odinshühnchen (Phalaropus lobatus) direkt von der Schotterstraße in einem Pond bei Balzaktivitäten zu bewundern, sind hervorragend. Continue reading Alpenstrandläufer auf St. Lawrence

1535 AIR Carry-On Fotokoffer von Peli

Ein Expeditionstrip nach Afrika steht an. Da ergeben sich sicherlich zahlreiche Möglichkeiten für gute Bilder. Aber wie soll die Ausrüstung verpackt werden? Die leichte kleine Fototasche hat den Vorteil, daß man sie im Gegensatz zum großen, schweren Metallkoffer immer dabei haben kann. Aber was ist, wenn das Gepäck im Geländewagen auf holprigen Pisten verstaut wird oder man beim Klettern auf glitschigen Steinen ausrutscht? Schlimm genug, daß man selber ein unfreiwilliges Bad nimmt. Für die teure Fotoausrüstung aber kann der Tauchgang das Ende bedeuten.

Eine spritzwasserfeste Fototasche ist – wie der Name schon sagt – nicht zum Untertauchen geeignet, sondern übersteht lediglich starken Regen. Und was ist, wenn man zu allem Übel auch noch Continue reading 1535 AIR Carry-On Fotokoffer von Peli

Harter Winter – gute Vogelaufnahmen

ZwergsägerJe härter der Winter, desto schwieriger ist die Futtersuche. An der Ostseeküste gilt das für die Vogelwelt besonders dann, wenn auf dem Blankensee, an den Havelseen oder gar der Ostsee das Wasser zufriert und offene Stellen selten werden. Dann überwinden die Vögel ihre natürliche Scheu und versuchen, in den Häfen auf Beutefang zu gehen. Für Fotografen ist das eine gute Gelegenheit, zu reizvollen Motiven zu kommen.

Vor einigen Jahren hatte der lang anhaltende Frost die Ostsee in eine arktische Winterlandschaft verwandelt. Viele seltene und dem Menschen gegenüber eher scheue Vogelarten hatten ihre Zurückhaltung aufgegeben und waren in den windgeschützten Häfen aufgetaucht. Dort gab es noch einige wenige eisfreie Wasserflächen, an denen die Vögel an Nahrung gelangen konnten.

Nach angenehmen Temperaturen um Weihnachten sorgten ab Sylvester Temperaturen von bis zu – 20 ° Grad Celsius für eine kältestarre Eiswüste. Zwangsweise fand sich eine vielfältige Vogelwelt in den Häfen ein. Pfeifenten (Anas penelope) und Stockenten Continue reading Harter Winter – gute Vogelaufnahmen

Vogelfotografie auf Sanibel Island

BraunpelikanHunderte verschiedener Wasservögel säumen die Ufer und suchen nach Nahrung, darunter Nashornpelikane (Pelecanus erythrorhynchos), Braunpelikane (Pelecanus occidentalis), Ohrenscharben (Phalacrocorax auritus), Schmuckreiher (Egretta thula), Kanadareiher (Ardea herodias), Silberreiher (Casmerodius albus), (weiße) Ibisse (Eudocimus albus), Rosalöffler (Ajaia ajaja). Einer der interessantesten Vögel ist der Kleine Blaureiher (Egretta caerulea). Wie ein Gaukler bewegt er sich beim Fischen durch das seichte Wasser, den Kopf in alle Richtungen schwenkend. Mal streckt er einen Flügel aus, mal beide, um das Wasser abzuschatten. Und das alles im Laufschritt. Irgendwann stößt er dann blitzartig zu, häufig mit Erfolg.

Unter Insidern bestens bekannt ist die Möglichkeiten, auf Sanibel Island zu guten Bildern an- und abfliegender Fischadler (Pandion haliaetus) zu kommen. Manche der Masten mit den mächtigen Nestern stehen in den Vorgärten der Bungalows direkt am Meer. Häufig steht im Garten ein alter Baumstamm, auf dem sich der Fischadlerhorst befindet. Hier sieht man während der Brutsaison den Altvogel mit drei oder vier Jungen im Nest sitzen. Der zweite Altvogel fliegt ständig aufs Meer hinaus und kommt mit großen Fischen zurück. Auf der Straße stehen manchmal bis zu zehn Fotografen mit ihren Tele-Kanonen. Gelegentlich zielen sie auch auf Schwarzmantelscherenschnabel (Rynchops niger) und Königsseeschwalbe (Sterna maxima), die direkt am Meer leben Continue reading Vogelfotografie auf Sanibel Island

Vogelparadies im Krüger Nationalpark

SenegalliestVögel im Krüger Nationalpark zu fotografieren bedeutet Herausforderung und Belohnung zugleich. Eben noch hat man in komfortabler Zivilisation beim Frühstück von der Veranda einer Lodge aus zwei Fitisse (Phylloscopus trochilus) und einen Grauschnäpper (Muscicapa striata) bewundert. Ein Kaptäubchen (Oena capensis) kam mal angeflogen und trank aus einer Pfütze. Ein besonders schöner Liest, wie die Eisvogelverwandte genannt werden, ist der Senegalliest (Halcyon senegalensis), der eines Morgens mit ausgebreiteten Schwingen im Morgennebelsaß und sich trocknete. Das war direkt im Letaba Camp Dann ist eine Rundfahrt angesagt. Das Straßennetz im Krüger Nationalpark gehört wohl zu den besten aller Nationalparks weltweit. Die Straßen erleichtern es einem Fotografen ungemein, sein Ziel ohne große Probleme zu erreichen. Man kann bequem mit dem Wagen durch den gesamten Park reisen und hält trotzdem das Equipment jederzeit griffbereit. Es muss nichts verzurrt werden, um zu verhindern, dass beim nächsten Schlagloch alles im Wagen herumfliegt. Schon das erste Wasserloch zeigt einen alten Bekannten. Zwischen den Grasbüscheln am Ufer steht ein Flußuferläufer (Actitis hypoleucos).

Eine Fotoreise Krüger Nationalpark sollte trotz der guten Infrastruktur sorgfältig vorbereitet werden. So ist eine größtmögliche Ausbeute in diesem Paradies der Vogelfotografie zu erzielen. Wie in anderen Parks auch, beherbergt der Krüger Nationalpark im Sommer andere Vögel als im Winter. Ich persönlich ziehe die kühlere Zeit zwischen Mitte Mai und Anfang September vor, weil sie trocken ist und daher bessere Bedingungen vorherrschen. Außerdem hat man eine schöne Alternative Continue reading Vogelparadies im Krüger Nationalpark

Rotkehl-Tapaculo im Pumalín Park/ Chile

RotkehltapaculoEin Dickicht aus Bambus, Farnen, Pilzen und Moos bietet im Inneren der patagonischen Wälder vielen Tieren Versteckmöglichkeiten. Der König der Wälder ist der Rotkehl-Tapaculo (Scelorchilus rubecula), ein kleiner Vogel mit einem kunstvollen und lauten Ruf, der typisch für die Regenwälder im Süden Chiles ist. Er lebt jedoch sehr versteckt und ist daher schwierig zu beobachten. Ich versuchte es einfach mal mit einem Tonband und dem stillen Sitzen im dichten Regenwald  in der Nähe des Tronador Campingplatzes. Der Campground nördlich von Caleta Gonzalo und 46 Kilometer nördlich von der kleinen Stadt Chaitén.

Kälte und Feuchtigkeit sind für die Entstehung der feucht-temperierten Regenwälder im Süden Chiles verantwortlich. Über Jahrmillionen waren die Wälder durch klimatische und geographische Bedingungen isoliert: das Bergmassiv der Anden im Osten, das trockene Klima im Norden und der Pazifische Ozean im Westen. Dadurch entwickelte sich in den Wäldern eine einzigartige Tier-und Pflanzenwelt. Der chilenische Regenwald erstreckt sich vom Fluß Maule bis an die äußerste Spitze des Landes nach Tierra del Fuego. Reist man die Strecke von Norden nach Süden, sinkt die jährliche Durchschnittstemperatur von 12 auf 5 Grad – dafür steigt die Niederschlagsmenge um das Dreifache. ln der Region um den Maule gehen die mediterranen Wälder allmählich in Continue reading Rotkehl-Tapaculo im Pumalín Park/ Chile

Das schwimmende TARNZELT

RothalstaucherEin würziger Geruch hängt in der Luft. In Schwaden zieht Nebel über das Wasser. Nur schemenhaft ist das andere Ufer zu erkennen. Außer Sichtweite der balzenden Rothalstaucher (Podiceps grisegena) lasse ich meine amphibische Konstruktion mit dem Tarnzelt darauf ins Wasser gleiten. Meine Füße berühren den erstaunlich schlammigen Grund. Wie in Zeitlupe bewege ich die Füße in den hohen Watstiefeln Schritt für Schritt nach vorn. So schwimmt das das Floß mit dem Tarnzelt langsam vom Ufer in Richtung der Rothalstaucher.  Ich gratuliere mir zu der Idee, die dem Fotografen erlaubt, ein Motiv aus einer sehr niedrigen Perspektive  – praktisch auf Augenhöhe – anzuvisieren und damit eine ungewöhnliche Aufnahmeposition einzunehmen. Da die Vögel an Flüssen, Seen und an der Meeresküste in der Regel eine Gefahr eher vom Land her erwarten und nicht vom Wasser, bietet ein schwimmendes Versteck außergewöhnliche fotografische Möglichkeiten. Mit Hilfe eines amphibischen Tarnzeltes kann man auf der Fotopirsch bis in die unmittelbare Nähe von Wasservögeln gelangen, ohne sie zu verscheuchen.

Einige Vögel schwimmen völlig unbeeindruckt von meiner Anwesenheit nur wenige Meter an der niedrigen Kuppel des Verstecks vorbei, die 80 cm aus dem Wasser herausragt. Am nahen Continue reading Das schwimmende TARNZELT

Gänsefotografie auf Texel

RingelgansAuch in den Niederlande ist das Wattenmeer für viele nordische Vogelarten Rast-, Ruhe- und Winterquartier. Gänse bevölkern zu Tausenden das Watt, die Salzwiesen und die küstennahen Feuchtgebiete. Besonders bemerkenswert auf Texel sind die Meergänsearten, zu denen neben der Ringelgans die Nonnengans, die Rothalsgans und die Kanadagans zählen. Ihr Brutareal ist die arktische Kältewüste und arktische Tundra Eurasiens und Nordamerikas. Neben Ringelgänsen, Zwergschwänen und Entenarten bieten die westfriesischen Inseln und die angrenzenden Küstenregionen im Winter hervorragende Beobachtungsmöglichkeiten auch für andere Vogelarten.
Äsende Gänse lassen sich gut aus dem am Straßen- oder Wegrand parkenden und obendrein warmen Auto heraus fotografieren. Für Flugaufnahmen hat sich eine besondere Technik bewährt. Während eines Winteraufenthalts fuhr ich jeden Morgen um kurz nach acht auf den Deich bei Oost, neben der bekannten Windmühle Het Noorden. Hier fliegen gegen 8.30 Uhr die Ringelgänse kurz vor Sonnenaufgang vom Watt in Richtung De Cockdorp über den Deich. Dabei fliegen sie in geringer Höhe über die Wiesen und Deiche. Man kann sich dann im Rücken nah an Continue reading Gänsefotografie auf Texel

Greifvögel am Rehluder

MäausebussardObwohl es gerade erst dämmert, ein zarter roter Streifen am Horizont zu sehen ist, ist das Rätschen der Elstern unüberhörbar. Das Reh – ein Verkehrsopfer – liegt gut 25 Meter vor dem tonnenförmigen Hide. Angespannt warte ich auf die Ankunft des Seeadlers (Haliaeetus albicilla). Diese großen Greife sind zumindest im Osten Deutschland eine nicht ungewöhnliche Erscheinung. Trotzdem ist es nicht leicht, ein Exemplar aus nächster Nähe zu fotografieren. Zuerst aber beobachte ich ausgiebig einen Trupp mit gut 5 Elstern (Pica pica), der sich zänkisch und trotzdem erfolgreich dem gefrorenen Kadaver widmet. Irgendwann kommt auch mal ein junger Mäusebussard (Buteo buteo), der allerdings vorsichtig auf dem daneben liegenden Baumstamm Platz nimmt. Nachdem sich die tiefstehende Morgensonne anfangs durchsetzt und mit ihrem warmen Streiflicht für eine ganz besondere Lichtstimmung sorgt, zieht sich der Himmel anschließend zu. Drinnen bullert der Gasofen, draußen ist es 2° C kalt. Es fängt an mit großen Flocken zu schneien. Ein Traum wie das tote Reh immer weißer wird und sich die schwarz-weißen Vögel im dichten Schneetreiben verköstigen. Die Lage der Futterstelle und die Artenzusammensetzung ist aber auch perfekt.

Von den guten Fotografiermöglichkeiten konnte ich mir auf Continue reading Greifvögel am Rehluder

Elstern im Schneetreiben am Köder

Alles ist wie mit einem weißen Mantel zugedeckt. Unter der Schneedecke zeichnen sich die Umrisse eines Rehs ab. Zuerst ist nur das Rätschen der Elstern (Pica pica) unüberhörbar. Das Reh – ein Verkehrsopfer – liegt gut 25 Meter vor dem tonnenförmigen Hide. Die Elstern müssen sich direkt neben dem Hide in der Weißdornhecke befinden. Dann traut sich die Erste. Im tiefen Flug mit einem eleganten Schwanzaufstellen kurz vor der Landung, geht die Elster kurz vor dem Kadaver nieder. Vorsichtig nähert sie sich dem braunen Etwas. Dicke Schneeflocken geben der Szenerie einen melancholischen Grundtenor. Schnell steht die Elster auf dem Reh. Ein beherztes Picken in die aufgerissene Wunde und der erste rote Fleischhappen ist im Schnabel zu sehen. Das läßt die Artgenossen nicht ruhen. Eine nach der anderen kommt die ganze Sippe angeflogen. Immer wieder steht mal die eine oder die andere Elster auf dem Reh und holt sich ihren Anteil. So beobachte ich ausgiebig den Trupp, der wohl insgesamt Continue reading Elstern im Schneetreiben am Köder

Die winterliche Niederung der Unteren Havel

SingschwanDie Niederung der Unteren Havel ist eine der letzten naturnahen Flußauen in Deutschland. Zwischen dem brandenburgischen Rathenow und Havelberg in Sachsen-Anhalt mäandriert die langsam fließende Havel durch eine ausgedehnte Wiesenlandschaft des Naturparks Westhavelland, der über 700 vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet. Viele der Gebiete sind Naturschutzgebiete und weisen eine geringe Nutzungsintensität der Wiesen und Feldern auf. Die Abgelegenheit der Landschaft, die inmitten eines gering besiedelten Gebietes liegt, sorgt für die nötige Störungsfreiheit einiger seltener Arten wie dem Seeadler (Haliaeetus albicilla). Eine lockere und abwechslungsreiche Vegetationsstruktur sorgt dafür, dass nicht nur Beutegreifer viele unterschiedliche Futter- und Rastflächen finden. Auch für andere Vogelarten offener Feldflur, feuchter Wiesen und naturnaher Gewässer sind die Wiesen, Wasserflächen, Äcker und Feldern ein hochwillkommenes Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet.

Auenwälder, offene Wasserflächen und ausgedehnte Feuchtwiesen prägen die Niederung der Unteren Havel. Ein Lebensraum, der in den frühen Morgenstunden am stimmungsvollsten ist. Wenn im Spätsommer und Herbst die Sonne im Morgengrauen die Feuchtigkeit aus den Wiesen und Bruchwäldern treibt, kann man in den nebligen Havelauen oft ein prachtvolles Lichtspiel erleben. Dichte Nebelschwaden steigen aus den Langgraswiesen auf, und das Morgenlicht taucht die Natur in immer neue Farben. Die Continue reading Die winterliche Niederung der Unteren Havel

Wintergast in Brandenburg: der Raubwürger

RaubwürgerEin Vogel, grau-schwarz mit weißen Abzeichen. Nicht viel größer als ein Star. Und doch ein heißbegehrtes Fotoobjekt für den Vogelfotografen. Das liegt sicher zum einen an seiner kontrastreichen Färbung, zum anderen seiner relativen Seltenheit und zum letzten wohl nicht zuletzt an den schauerlichen Ruf, den dieser Singvogel hat. Der Raubwürger (Lanius excubitor) spießt nämlich gelegentlich seine Beute auf Dornen und Stacheldraht auf, um sie entweder besser als Futter bearbeiten zu können oder um die Beute für Notzeiten aufzubewahren.

Im Brutgebiet lebt der Raubwürger sehr zurückhaltend. Nur zur Zeit der Jungenaufzucht, ist er besser zu sehen. Dafür wird er im Winter häufiger u.a. in ornitho.de gemeldet. Ein guter Grund, diesem Würger mal mehr Aufmerksamkeit in der winterlichen Landschaft zu schenken. Für den Raubwürger ist gerade auch die flache Landschaft Brandenburgs ein beliebter Winterrastplatz, da zu der Zeit auch Wintergäste aus nördlicheren und östlicheren Gebieten Europas einwandern und ausharren. Die Zahlen Continue reading Wintergast in Brandenburg: der Raubwürger

Steinadler am winterlichen Köder

SteinadlerAuch aus großer Höhe entdecken die scharfen Augen jede Beute. Es dauert trotzdem stundenlang, bis man den eindrucksvollen Steinadler (Aquila chrysaetos) am Köder im Winter beobachten kann. Und dann hat man auch noch Glück. Die erste Beobachtung eines Besuchs eines Steinadler an einem Luder lief so ab, daß ein junger Vogel nur kurz auf einer Kiefer saß, bevor er wieder verschwandt. Der Adler hatte nicht einmal versucht, sich am Kadaver eines ausgelegten Fuchses zu bedienen.

Möglicherweise hatten sie mich auch beobachtet, als ich in der Dämmerung mein Versteck aufsuchte und glaubte, daß kein Adler in der Nähe sei. Vielleicht war es aber so, daß ein Adler einige Kilometer entfernt auf einem Baum auf einer Bergkuppe saß und dorthin nach abgeschlossener Mahlzeit zurückkehrte. Es ist fast unmöglich, ein Versteck zu bauen, ohne daß die Adler eine Möglichkeit zur Einsicht haben. Obwohl das Versteck gut isoliert war, hatte ich die Befürchtung, daß die Greife durch das Auslösegeräusch der Kamera gestört würden. Die „Geräuschkulisse” schienen aber nicht wirklich zu stören. Das Geräusch der Kamera war bei der nicht sehr leise arbeitenden Canon EOS 1 DX Continue reading Steinadler am winterlichen Köder

Gelbschnabeltaucher auf dem Diemelsee im Sauerland

GelbschnabeltaucherRichtig lausiges Wetter herrscht im Winter im Sauerland. Grauverhangen ist der Himmel; Ein Staudamm bei trübem Wetter mit tiefen Wolken in Verbindung mit Nieselregen, Wind aus Westen mit Böen, das alles bei 8 ° Celsius ist in der Regel nicht der Ort, um sich lange aufzuhalten. Aber dies ist ein Ort, um einen verirrten Gelbschnabeltaucher (Gavia adamsii) auf der deutschen Vogelliste hinzuzufügen. Gelbschnabeltaucher sind stark nachgefragte Arten für den ernsthaften Vogelbeobachter im mittleren Kontinentaleuropa. Und es ist ein großes Ereignis, wenn ein Gelbschnabeltaucher so weit im Binnenland beobachtet werden kann.

Basierend auf Berichten im Club 300 und in Ornitho.de wurden bereits Scharen von Beobachtern angelockt. Am 13. Dezember 2016 wurde auf dem Diemelsee bei Kotthausen ein jugendlicher Gelbschnabeltaucher entdeckt. Auffallend waren der gelbliche und nach oben gerichtete massive Schnabel. Das bräunlich ausgewaschen wirkende Gefieder und der beige-farbenen Kopf mit dem dunklen Ohrfleck zusammen mit dem hellen Hals ließen auf ein diesjähriges Exemplar schließen. Der Gelbschnabeltaucher treibt sich meistens in der Mitte des verbleibenden Stausees gegenüber von Kotthausen herum. Gern ist der Taucher von Westen nach Osten unterwegs – vielleicht wegen der überwiegenden Winddrift aus Westen. Von Zeit zu Zeit fliegt er zurück nach Westen, um dann wieder nach Osten zu treiben. Dazwischen wurden umfangreiche Continue reading Gelbschnabeltaucher auf dem Diemelsee im Sauerland

Zwergschwan in der Nieplitzniederung

ZwergschwanDie Nieplitzniederung ist Heimat etlicher nordischer Entenvögel im Winter. Naßkaltes Wetter mit einem wolkenverhangenen Himmel darf einen Vogelbeobachter aber nicht abhalten, den rastenden Trupps einen Besuch abzustatten. Vielleicht findet man ja gerade bei richtig trüben Wetter mit tiefen Wolken in Verbindung mit Nieselregen eine Seltenheit.

So geschehen am 2. Weihnachtstag. In einem Trupp mit Singschwan (Cygnus cygnus) stand auch ein einzelner adulter Zwergschwan (Cygnus columbianus bewickii), der im Vergleich zu den adulten und juvenilen Singschwänen schon durch seine kleineren und etwas kurzhalsigeren Wuchs auffiel. Seine Flügelspannweite beträgt „nur“ max. 195 cm und das Gewicht nur knapp 8,5 kg. Das beste Kennzeichen, um ihn vom Singschwan zu unterscheiden, ist die geringere Gelbfärbung des Schnabels. Die gelbe Fläche des Schnabels ist beim Zwergschwan abgerundet und nicht keilförmig und reicht nicht wie beim Singschwan bis an bzw. unter die Nasenlöcher. Der schwarze Fleck an der Schnabelbasis ist zudem Continue reading Zwergschwan in der Nieplitzniederung

Wie findet man Kleinspechte

KleinspechtDer Kleinspecht darf eigentlich in keiner fotografischen Sammlung westpaläarktischer Vögel fehlen. Leider treibt er häufig in den Baumwipfeln herum und ist auch deutlich weniger gesprächig = lautstark als sein größerer Gattungsgenosse, der Buntspecht (Dendrocopos major). Als der kleinste Specht – nicht größer als ein Singvogel – ist er auch vielfältigen Bedrohungen und Verfolgungen ausgesetzt; nicht zuletzt von anderen Spechtarten.

Trotzdem gibt es einige Taktiken, die der versierte Naturliebhaber verfolgen kann, um zu schönen Beobachtungen dieses schwarz-weißen Spechts mit der beim Männchen roten Kappe zu gelangen. Eine der besten Zeiten – so habe ich zumindest nach Auswertung meines Kleinspechts-Fotoarchivs herausgefunden – gelangen mir im Winter wenn der Kleinspecht bei der Nahrungsaufnahme zu beobachten ist.

Das leise Klopfen bei der Nahrungssuche ist sicher eine Hilfe. Nur muß man dazu schon recht nah dran sein. So lautstark wie die beiden anderen schwarz-weißen Spechte, vor allem der Continue reading Wie findet man Kleinspechte

Fliegende Dickschnabellummen und Trottellummen im Vergleich

DickschnabellummeDickschnabellummen (Uria lomvia) sind an den normalerweise von WP-Birdern frequentierten Plätzen in Norwegen oder Schottland viel seltener als die allgegenwärtige Trottellumme (Uria aalge). Auf den Alaska vorgelagerten Inseln wie St. Paul auf den Pribilofs oder St. Lawrence (Gambell) ist das andersherum. Schön ist auch bei eher ungünstigen Lichtverhältnissen der weiße Streif am Schnabelwinkel der Dickschnabellumme (Uria lomvia)  zu sehen. Perfekte Gelegenheit, um ausgiebig Fotos dieses auch in der Westpaläarktis vorkommenden Vogels zu machen. Die Inseln in der Beringsee sind ein Eldorado für Freitzeit-Birder, Wissenschaftlicher und Vogelfotografen. Allerdings sind die Anforderungen an die Logistik vor allem für die vorgelagerten Inseln mit den besten Ecken zur Zugvogelbeobachtungen nicht ganz einfach. Die wenigen Unterkünfte auf den Hotspots sind häufig zu den Hochzeiten ausgebucht, die Flüge in kleinen Propellermaschinen unregelmäßig und eine intensive Kenntnis des Geländes ist ebenso unerläßlich wie eine profunde Kenntnis der möglichen Vogelarten mit ihren nicht wenigen Unterarten.

Die kopfstarken Trupps der Dickschnabellumme (Uria lomvia) sind eine der Besonderheiten eines Aufenthalts auf St. Lawrence. Continue reading Fliegende Dickschnabellummen und Trottellummen im Vergleich

Limikolen auf St. Lawrence

Rotkehl-StrandläuferVor einem die Steilküste Kamtschatka, der Halbinsel im ostasiatischen Teil Russlands hinter einem baumfreie, Tundra-bedeckte Hügel. Für den Zugvogelzug ist die Nordwestspitze der Insel St. Lawrence eine der besten Stellen weltweit. Neben Seevögeln sind es vor allem die Limikolen, die einem westpaläarktischen Beobachter, die Abwechslung nahe verwandter heimischer Arten oder bisher unbekannter Unterarten möglich machen. Gerade der Vergleich der Schwesterarten Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula) und Weißstirnregenpfeifer (Charadrius semipalmatus) sowie Beringstrandläufer (Calidris ptilocnemis) und Alpenstrandläufer (Calidris alpina) sind hier sehr gut möglich.

Dann kommen die tollen Möglichkeiten für Vagrants wie Rotkehl-Strandläufer (Calidris ruficollis), Terekwasserläufer (Xenus cinereus), Grünschenkel (Tringa nebularia), Bruchwasserläufer (Tringa glareola) oder gar Spießbekassine (Gallinago stenura) dazu. Die meisten Limikolen rasten teils nur kurz um den Ort Gambell auf den ausgedehnten Schotterterrassen zwischen Continue reading Limikolen auf St. Lawrence

Wasseramseln: eine fotografische Herausforderung

Über schnellfließenden, klaren, sauberen Flüssen und BächenWasseramsel ist mitunter der Flug eine dunklen Vogels zu erkennen. Im Tiefflug schießt er über das Wasser, umgeht dabei meisterhaft evtl. aus dem Wasser ragende Felsen und umgestürzte Bäume und ist auch schon um die nächste Biegung des Baches verschwunden. Für eine an Gefiederdetails orientierte genaue Artbestimmung dauert der Vorfall viel zu kurz. Zum Glück ist die Auswahl gering. Das Artenspektrum in dem Habitat ist überschau. Viel mehr als den Eisvogel (Alcedo atthis), die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) und die Wasseramsel (Cinclus cinclus) gibt es dort nicht.

Manchmal findet man Wasseramseln an den schönsten naturnahen Bächen, manchmal aber auch mitten in deutschen Innenstädten oder auch an Ausflugslokalen – gerade wenn es sich – wie bei dem Bild des Blogs – um alte Mühlen oder Wanderwege wie z.B. im Neandertal handelt. An letzteren Stellen sind Wasseramseln an menschliche Anwesenheit und Annäherung gewöhnt und reagieren nicht so scheu.

Die Hauptnahrung der ganzjährig bei uns verweilenden Wasseramseln stellen Wasserinsekten und Würmer dar, welche die Wasseramseln am Grund eines flachen Flusses oder Baches suchen. Um an diese Nahrungsquelle heranzukommen, schwimmen bzw. tauchen Wasseramseln unter Wasser oder laufen auf dem Grund eines Gewässers entlang. Kiesreiche Flachwasserbereiche mit Continue reading Wasseramseln: eine fotografische Herausforderung

Basstölpel; eine Erfolgsgeschichte

BasstölpelVor dem ausnahmsweise mal stahlblauen Himmel schweben weiße Schneeflocken. Ebenfalls weiße Flecken leuchten in der Morgensonne beim Anblick auf die Brutkolonien der weißgefärbten Basstölpel (Morus bassanus) auf dem Felsen im Meer. Schemenhaft erhebt sich der längst erloschene Vulkan aus dem ansonsten Dauernebel in der Trichtermündung des Flusses Forth bei Edinburgh vor der schottischen Ostküste. „Bass Rock” heißt dieser nur ca. 20.000m² große Steilfelsen. Er hat einer Vogelart den Namen gegeben, die hier seit Urzeiten in großer Zahl zu Hause ist, dem Basstölpel. Knapp 50.000 der gut gänsegroßen Vögel teilen sich den immer knapper werdenden Platz auf dem steilen Felsen.

Das war nicht immer so. Noch vor wenigen Jahrzehnten lebten nicht einmal halb so viele Basstölpel auf dem Bass Rock, nur gut 20.000 Tiere. Auch an anderen Stellen seines Verbreitungsgebietes hat dieser Vogel ebenfalls stark zugelegt, überall sind die Brutkolonien dieser Vogelart im Wachsen begriffen. Auch an anderen Stellen seines Verbreitungsgebietes hat dieser Vogel stark zugelegt. Continue reading Basstölpel; eine Erfolgsgeschichte

Irrgastsuche auf Kvitsoy/ Norwegen

ErlentyrannEnde September, Anfang Oktober zieht es viele Vogelbegeisterte auf die einzige deutsche Hochseeinsel, Helgoland. Und es lohnt sich. Während einer Reise vom 8. bis 13. Oktober 2012 konnten einige bemerkenswerte Vögel gesichtet werden. An der südlichen Ecke von Helgoland, dem sogenannten “Kringel” wurde am 9. Oktober 2012, an der roten Sandsteinklippe ein Buschspötter (Hippolais caligata) gesehen. Am selben Tag wurde ein sibirisches Pallasschwarzkehlchen, (Saxicola maura), in der Nähe des Sportplatzes und ein Rosenstar (Pastor (Sturnus) roseus) wurde im Kurpark gesehen.

Doch auch andere Inseln in der Nordsee haben Seltenheiten zu bieten. Derjenige, der mal was anderes als die Irrgäste auf Helgoland sehen möchte und die Einsamkeit norwegischer Inseln liebt, sollte sich überlegen der Insel Kvitsøy einen Besuch abzustatten. Kvitsøy ist nur eine 15-minütige Fahrt (plus 40-minütige Fährübersetzung) von Stavanger, Norwegens viertgrößter Stadt entfernt und man ist Continue reading Irrgastsuche auf Kvitsoy/ Norwegen

Weissbrauendrossel in der Westpaläarktis

WeißbrauendrosselDie Weißbrauendrossel (Turdus obscurus) ist sehr seltener Gast in Europa. Sie brüttet in der Taiga Sibiriens. In der einschlägigen Literatur findet man für Deutschland nur 12 Nachweise im 19. Jahrhundert und gar nur 4 Nachweise im 20. Jahrhundert bis 1979. Ein Fang im 19. Jahrhundert war zuerst fälschlich mit einer Rotdrossel (Turdus iliacus) – wahrscheinlich wegen des Überaugenstreifs – verwechselt worden. Eine der letzten Beobachtungen in Deutschland datiert vom Oktober 1994 von Helgoland. Nach einem Artikel der britischen Birder-Website www.birdguides.com war kurzzeitig Anfang November 2016 eine Weißbrauendrossel am Bolam Lake in Northumberland zu sehen. Die Drossel war wohl nur 2 Tage vor Ort. Trotzdem waren viele Twitcher aus ganz Europa (u.a. Schweden, Belgien, Frankreich und natürlich Großbritannien) vor Ort, um diesen Vogel aufzusuchen und teilweise auch tolle Fotos zu schiessen.

Der glückliche Finder war am Nachmittag mit dem Hund seiner Eltern unterwegs und wollte nur eine Schleife um den Park drehen Continue reading Weissbrauendrossel in der Westpaläarktis

Silberreiher des Typs “modesta”

SilberreiherSilberreiher (Ardea alba) mit Merkmalen des Typs “modesta” waren bereits Gegenstand ausgiebiger Diskussionen im Club300.de. Diese Reiher zeichnen sich auf Anhieb durch ganz rote Beine und Füße und durch einen auffallend dünnen, völlig schwarzen Schnabel und in der Verlängerung einem hellblauen, türkisfarbener Zügel aus.

Während einige vermuten, daß es sich bei Silberreiher um einen normalen alba-Silberreiher der lediglich sein Prachtkleid in die falsche Jahreszeit gelegt hat, vermuten andere die Zuordnung zu einer Unterart, eben der des Typs “modesta” oder auch eine hormonelle Ursache (damit würde es sich trotz der auffallenden Färbungsunterschiede nicht um ein eigenes Taxon handeln).

Auffallend ist jedenfalls, daß die Vögel offensichtlich alle keine Schmuckfedern tragen, die Vögel in der Regel einzeln in mehr oder weniger großen Silberreihertrupps und in West-Europa vor allem im Winterhalbjahr zu finden sind. Die Herkunft der bei uns regelmäßig erscheinenden Silberreiher reicht weit bis in den Osten Europas. Die Continue reading Silberreiher des Typs “modesta”

Birding in Süd-Ägypten: Unterkünfte

KampfläuferEin Schieferfalke (Falco concolor) im pfeilschnellen Jagdflug, rastende Kampfläufer (Calidris pugnax) mitten in der Hotelanlage oder Massen an Seevögeln wie Weissaugenmöwe (Ichthyaetus leucophthalmus), Hemprichmöwe (Larus hemprichii), Rüppellseeschwalbe (Sterna bengalensis), Weisswangenseeschwalbe (Sterna repressa) oder Zügelseeschwalbe (Onychoprion anaethetus) bei einem Trip auf eine Koralleninsel. Dies alles macht eine Birding Destination wie Ägypten zu einem beliebten Ziel. Das Land hat durch die noch nicht lange zurückliegenden Terror-Anschläge allerdings offensichtlich an Attraktivität verloren hat. Für den Furchtlosen bietet sich aber gerade zu den Zugzeiten die Möglichkeiten in den grünen Hotelanlagen Vögel zu beobachten und wenig später am Strand zu entspannen.

Da stellt sich die Frage, von welcher Hotelanlage aus, man die Vogelbeobachtung betreiben soll bzw. welches Hotel die beste Basis für Ausflüge bietet. Im Vorfeld für eine Reise im September/ Oktober 2016 stellte ich genau diese Frage und entschied mich bewußt für eines der letzten ägyptischen Hotels an der langen Küste entlang des Rotes Meeres. Die Nähe zum Wadi El-Gemal, Continue reading Birding in Süd-Ägypten: Unterkünfte

Stockente als erfolgreicher Fischjäger

StockenteDer morgendliche Ausflug zum Blankensee verschaffte dem Frühaufsteher nicht nur eine wunderschöne Wasserlandschaft an einem eindrucksvollen Wintermorgen mit Minustemperaturen und Nebel sondern auch wieder bemerkenswerte Vogelbeobachtungen. Neben den allgegenwärtigen Graureihern (Ardea cinerea) und Silberreihern (Ardea alba) waren auch mindestens 3 Rohrdommel (Botaurus stellaris) im ersten Dämmerungslicht zu sehen. Die Entenvögel waren mit Stockente (Anas platyrhynchos), Bergente (Aythya marila), Zwergsäger (Mergellus albellus) und Gänsesäger (Mergus merganser) gut vertreten.  Insgesamt konnte an dem frühen Morgen 31 Arten gesichtet werden.

Vom Verhalten sehr bemerkenswert war die Jagd der Stockenten. Ein Bohlensteg mitten durch das Schilf bietet auf der Ostseite des Blankensees dem Beobachter vor allem morgens sehr gute Möglichkeiten, die Vogelwelt des Schilfs zu sehen und zu fotografieren. Der Steg führt mitten durch einen Teil der sehr gut entwickelten Schilfflächen des Sees. Hier raschelte es immer wieder vernehmlich vom Aneinanderreiben der hohen Schilfhalme, ja manchmal hatte man den Eindruck, daß sich eine ganze Gruppe von anfangs Continue reading Stockente als erfolgreicher Fischjäger

Waldschnepfe im Balzflug

WaldschnepfeMöchte man die Waldschnepfe (Scolopax rusticola) beobachten, bleibt einem nicht viel anderes übrig, als sich an den richtigen Stellen zwischen April und Juli gegen Abend auf die Lauer zu legen und den Balzflug abzuwarten, denn ansonsten drückt sich die Art tagsüber gut getarnt in die Streuschicht des Waldbodens. Balzflüge sind in Mitteleuropa zwischen Anfang März und Ende Juli zu beobachten. Die Balzaktivität nimmt dabei mit fortschreitender Jahreszeit zu und kulminiert Mitte Juni. Die Hauptbalzflugzeit in der  Abenddämmerung dauert im Juni knapp zwei Stunden wobei die Männchen zu Beginn der abendlichen Balzphase in größerer Höhe fliegen. Mit abnehmender Lichtintensität wird die Flughöhe aber bis knapp über die Wipfelhöhe der Baumbestände reduziert Die Art bevorzugt generell feuchte Auen-, Laub- und Mischwälder mit Lichtungen und Schneisen.

Doch in Brandenburg lassen sich Waldschnepfen auch in Heiden mit lichten, sandigen Kiefernwäldern wie sie in Sekundärlebensräume wie Truppenübungsplätze oder stillgelegte Tagebauflächen auftreten, beobachten. In den östlichen Bundesländern findet Continue reading Waldschnepfe im Balzflug

Schieferfalken am Roten Meer in Süd-Ägypten

SchieferfalkeEin Stoß aus dem blauen Abendhimmel. Braune Federn in der Luft. Der Zusammenstoß dauert nicht lange. Dann ist das Spektakel auch schon vorbei und der Falke in den niedrigen Mangroven verschwunden. Wieder hat ein ziehender Singvogel sein Leben ausgehaucht. Ein Schieferfalke (Falco concolor) hat wieder mal unweit seines Brutplatzes zugeschlagen.

Ein Ausflug zum Wadi el-Gemal Delta beginnt an einem „Parkplatz“. Bäume, Palmen, dichte Vegetation und sogar eine Info-Tafel. Hier hat man sich mal Mühe gegeben. Aber dann ist wohl das Geld ausgegangen. Schade, denn die Gegend hätte  mehr Aufmerksamkeit verdient. Aus einem Palmenhain scheuchen wir 5 Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) auf. Wunderschön ist dann unser erster Schieferfalke herüber fliegend zu sehen. Es ist sehr windig und dabei trotzdem heiß. Am Strand, der erstaunlich steinig ist, treiben sich etliche Reiher herum. Es scheinen vor allem Continue reading Schieferfalken am Roten Meer in Süd-Ägypten

Fotopirsch auf den Weissrückenspecht

WeissrueckenspechtDie Suche nach dem Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos), diese Urwaldart, verbindet eine anspruchsvolle, geduldige Spechtartsuche mit Naturgenuß in abgelegenen, urtümlichen Waldlandschaften. Wie geschafffen, um eine wunderschöne, naturnahe Mittelgebirgswald im zeitigen Frühjahr im Südwesten von Bulgarien aufzusuchen. Das Silkosia-Naturschutzgebiet im Strandzha Naturpark ist die Heimal der lilfordi-  Unterart des Weißrückenspechts (Dendrocopos leucotos lilfordi).  Das Naturreservat wird von einem naturnahen Laubmischwald mit Orient-Buche (Fagus orientalis) geprägt. Nachdem wir gleich am Anfang einen länger anhaltenden Trommelwirbel gehört hatten, haben wir dann geschlagene 7 Stunden bei eher naßkaltem, teils nebligen Wetter mit dicken Wolken und etwas Nieselregen vergeblich nach dem Weißrückenspecht gesucht.

Am Spätnachmittag wollen wir schon aufgeben. Wir beschließen dann aber noch einen letzten Anlauf. Wieder halten wir an den Stellen am nordexponierten Hang mit vielen trockenen Baumstämmen mit Spechtlöchern. Schließlich höre ich ein leises, leichtes Klopfen hinter mir, auf dem Kamm, der dann Continue reading Fotopirsch auf den Weissrückenspecht

Ohrengeier in Bir Shalatayn/ Ägypten

ohrengeier_dsg24426Ohrengeier im Staub einer Karawanserei an dem Kadaver eines Kamels. Ursprünglicher kann die Sahara nicht sein; mehr Nordafrika geht in Ägypten nicht. Gut zu wissen, daß es möglich ist von einem All-inclusive Hotel am Roten Meer relativ schnell mitten in einen solch ursprünglichen Ort, nämlich Bir Shalatayn an der Südost-Spitze Ägyptens zu gelangen.

Eben waren wir noch in komfortabler Zivilisation und hatten bei einem Frühstück im grünen Hotelgelände zwei Gartenrotschwänze (Phoenicurus phoenicurus) und einen Grauschnäpper (Muscicapa striata) bewundert. Die Kaptäubchen (Oena capensis) kamen zu Dritt angeflogen und tranken gemeinsam aus dem Poolwasser. Beim Rausgehen sehen wir zwischen den Rabatten einen Flußuferläufer (Actitis hypoleucos).

Nun geht es auf asphaltierter Piste mit wenig Verkehr gen Süden. In der Hitze, die jetzt mitten am Tag herrscht, sind wir froh, mit dem klimatisierten Auto unterwegs zu sein. Eine tolle Wüstenlandschaft Continue reading Ohrengeier in Bir Shalatayn/ Ägypten

Waldammern in der Westpaläarktis

WaldammerEin frischer Frühsommermorgen, die aufgehende Sonne im Osten, das leise Zwitschern der über Nacht angekommenen Zugvögel. Ein Spätherbsttag auf Happy Island, dem Hotspot für die Zugvogelbeobachtung an Chinas Süd-Ostküste. Früh am Morgen muß man raus. Ich packe sowohl das Stativ als auch das Spektiv ein. Zuerst widme ich mich dem Strand. Ein ganz tolles dunstiges Morgenlicht liegt über der Landschaft. Halb-durchsichtige Schleierwolken sind am Himmel sehen. Die Sonne kämpft sich durch den dichten Dunst der weiter hinten über dem Horizont hängt. Ein Traum. Es setzt sehr bald ein sehr anständiger Schwalbenzug ein. Soweit ich überblicken kann, handelt es sich komplett um Rauchschwalben (Hirundo rustica). Ich wechsel immer wieder zwischen dem feuchten Sand am Wattenmeer und dem tieferen Sand auf der Böschung, die am Strand entlang führt. Der Strand wird zusehends schmaler. Vor mir fliegen erst mal Feldlerchen (Alauda arvensis) und Bachstelzen (Motacilla alba) auf. Gerade an der Stelle, an der ich am vorherigen Morgen ein männliches Rubinkehlchen (Calliope calliope) im Morgenlicht auf einem Dornstrauch Continue reading Waldammern in der Westpaläarktis

Rotkehlpieper-Zugtag am Roten Meer

RotkehlpieperDie Sonne ist gerade erst seit 3 Stunden am Horizont erschienen. Trotzdem ist es schon richtig heiß. Vom Frühstück in einer Hotelanlage am ägyptischen Roten Meer kommend, drehen wir – wie immer – erst mal unsere Inspizierrunde. Dabei sehen wir wieder die beiden Kampfläufer (Calidris pugnax) und auch den einen Spornkiebitz (Vanellus spinosus) mitten in der Hotelanlage auf dem gleichen Rasen wie vor 5 Tagen. Als wir dann wieder an den freien Rassenflächen zurücklaufen, sage ich noch „… außer Schafstelzen haben wir noch keine weiteren Vögel auf dem Gras gesehen. Vor allem keine Pieper“. Das ist gerade gesagt, da sehen wir beide 2 breitstreifig gemusterte kompakte Pieper. Es sind Rotkehlpieper (Anthus cervinus). Eines der Vögel hat noch eine richtig rote Kehle. Super, die muß ich gleich noch Continue reading Rotkehlpieper-Zugtag am Roten Meer

Bindenkreuzschnabel auf St. Lawrence/ Alaska

BindenkreuzschnabelDer Bindenkreuzschnabel, ein Vogel der Taiga, ist in Mitteleuropa höchstens mal im Winter bei einer seiner Invasionen zu sehen. Dann schließt er sich nicht selten den anderen Kreuzschnabel-Trupps an. Als europäische Brutgebiete des Bindenkreuzschnabels sind nur vereinzelte Stellen in Nordfinnland und Nordschweden bekannt. Um gute Fotos des Hakengimpels zu schießen, ist eine lange und vorbereitungsintensive Reise zu seinen Brutregionen wohl nicht zu vermeiden. Dabei lassen sich zwar auch einige andere Singvögel der Taiga beobachten. Genannt seien hier nur der Unglückshäher (Perisoreus infaustus), der Polarbirkenzeisig (Acanthis hornemanni), der Taigabirkenzeisig (Acanthis flammea), die Lapplandmeise (Poecile cinctus) und natürlich der Hakengimpel (Pinicola enucleator). Aber es bleibt eine aufwändige Angelegenheit.

Bei einem Alaskatrip im Mai/ Juni 2016 stellte sich heraus, daß es auch Alternativen gibt, um einen Bindenkreuzschnabel bei sehr guten Fotomöglichkeiten zu beobachten. Es handelte sich zwar um den Nordamerikanischen Bindenkreuzschnabel, aber die Unterschiede – obwohl vorhanden (s. z.B. die Zeichnungen verschiedener Schnabelstrukturen der beiden Kreuzschnabel-Unterarten in British Birds 100 • November 2007 • 650–657 sind nicht so groß und auch die Nominatform, der Nordamerikanische Bindenkreuzschnabel, kann als Irrgast in der Continue reading Bindenkreuzschnabel auf St. Lawrence/ Alaska

Alpenstrandläufer – schinzii oder alpina

AlpenstrandläuferDie Frage, zu welcher – ggf. seltenen – Unterart eine Vogelbeobachtung gehört, spielt in den letzten Jahren auch in Deutschland eine Rolle. Die Briten sind da allerdings – wieder mal – schon viel weiter. Dort werden die Feldkennzeichen unterschiedlicher Subspezies auch von Allerweltsarten intensiv diskutiert. So weit sind wir hier in Deutschland wohl noch nicht. Eine solche Art ist der Alpenstrandläufer (Calidris alpina), der sicher auch im Binnenland zwar nicht direkt ein Brot-und-Butter-Vogel ist, aber doch noch so häufig ist, daß man ihn jetzt in der 26. Dekade (Mitte September) an etlichen Stellen sehen kann.

Das interessante an den Alpenstrandläufern ist, daß sie in der Literatur auf Subspezies-Niveau – anders als ihre Calidris-Artgenossen – recht gut ausdifferenziert sind und als zirkumpolar brütender Weitstreckenzieher grundsätzlich in der Westpaläarktis auftauchen könnten.

In einem sehr informativen Artikel mit der Überschrift „Arctic Dunlin ssp. Arctica, Identification and stuff“ im Continue reading Alpenstrandläufer – schinzii oder alpina

Rohrweihe im Anflug

RohrweiheIm gaukelnden Flug kommt ein Greifvogel tief über dem Schilf angeflogen. Eine markante Gesichtsmaske, eine helle Vorderflügelkante und ein brauner Körper macht die Art-Identifikation leicht. Es ist eine Rohrweihe (Circus aeroginosus). Als Alternativen käme im Winter die Kornweihe (Circus cyaneus) und die Wiesenweihe (Circus pygargus) Frage. In den Niederungsgebieten Brandenburgs sind vor allem Rohrweihen aber auch Wiesenweihen nicht selten.

Im Flugbild zeigt die Rohrweihe im Vergleich zur Wiesenweihe breitere, an der Spitze rundere Flügel. Die Oberseite der Männchen ist dreifarbig – überwiegend braun mit hellem Kopf, der Schwanz und die Armschwingen sind grau und die Flügelspitzen schwarz. Das Weibchen ist durchgängig dunkelbraun gefiedert, hat einen gelblichen Kopf und eine gelblich-weiße Kehle. Im Vergleich zum nur wenig größeren Mäusebussard ist die Rohrweihe schlanker und ihr Schwanz ist länger. Der Flug im Vergleich zur Wiesenweihe ist nicht gar so elegant und leicht. Die typische Flugweise besteht aus einer Reihe von Flügelschlägen, auf die eine Gleitphase mit flach V-förmiger Flügelhaltung folgt. Im Gleitflug wird der Flügelbug nach vorne geschoben. Die Flügel werden weniger stark angehoben als bei den beiden anderen heimischen Arten.

Der abgebildete Vogel weist Merkmale beider Geschlechter auf. Im Jugendkleid wirkt die Rohrweihe Continue reading Rohrweihe im Anflug

Alpenstrandläufer im Niederen Fläming

AlpenstrandläuferEin Trupp von 10 Alpenstrandläufer (Calidris alpina) läuft am schlammigen Ufer einer feuchten Senke mitten in der Agrarsteppe des Niederen Fläming. Intensiv und hastig stechen sie ihren Schnabel in den feuchten Schlamm und bevorzugen die ganz flachen Bereiche, die über und über mit Insekten auf der Wasserfläche bedeckt sind. Dabei widmen sie sich ganz der Nahrungssuche. Nur ab und zu gibt es einen Warnruf und der ganze Trupp fliegt wie auf ein Kommando davon. Meist drehen sie dann eine Runde (oder auch zwei) und fallen irgendwo ohne erkennbare Präferenz für die eine oder die andere Seite des flachen Gewässers ein. Ein Gewitter kündigt sich an. Dicke Wolken stehen am Himmel nachdem es einige Tage ein hochsommerliches Wetter mitten im September gegeben hatte. Schon am Abend gegen 18:00 ist der Trupp in der Stärke anwesen. Bis zum Einbruch der Dunkelheit bleibt der Trupp zusammen. Weitere Limikolen fliegen gegen Abend leider mit Ausnahme von mindestens 3 Bekassinen (Gallinago gallinago) nicht ein. Dafür sorgen die immer wiederkehrenden Alpenstrandläufer für perfekte Fotogelegenheiten.

Wie bereits im Blog über die Limikolen auf dem Niederen Fläming beschrieben, bilden sich Wasserflächen nach starken Niederschlägen im Frühjahr und Frühsommer in der intensiv landwirtschaftlich genutzte  Hügellandschaft des Niederen Flämings im Süden Brandenburgs. Diese temporären Feuchtflächen sind zwar bei zunehmender Trockenheit über den Sommer Continue reading Alpenstrandläufer im Niederen Fläming

Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Gelbbrauen-LaubsängerEin leise rufendes Gewusel in Hochstauden. Alljährlich findet ein ausgeprägter Zug von Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) statt. Es lohnt sich aber genauer hinzusehen. In den gemischten Trupps können sich nämlich kleine Vertreter der Phylloscopus-Laubsänger aufhalten. Einer davon, der Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus), stammt wie die später im Jahr ziehenden Goldhähnchen-Laubsänger (Phylloscopus proregulus) aus den Taigawälder zwischen der Insel Sachalin im Ochotskischen Meer, Petschora und Ural.

Beim Gelbbrauen-Laubsänger handelt es sich um einen typischen kleinen Laubsänger mit feinem, spitzem Schnabel und relativ kurzem Schwanz. Vom Aussehen her ähnelt dieser Phylloscopus-Laubsänger einem Goldhähnchen (am ehesten einem Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla)). Je nachdem wie er sich positioniert, wirkt er nicht zierlicher als der heimische Zilpzalp (Phylloscopus collybita), obwohl seine Körperlänge um acht Millimeter kürzer ist. Die Oberseite ist olivgrün mit etwas hellerem Bürzel und Oberschwanzdecken. Zwei deutliche, aber unterschiedlich intensiv ausgeprägte Flügelbinden, die von den hellen Säumen der Armdecken hervorgerufen wurden, sind meist das auffälligste Merkmal. Der Oberkopf ist dunkelgrün mit sehr schwach angedeutetem hellerem Scheitelstreif. Namensgebend ist Continue reading Ein sibirischer Irrgast: der Gelbbrauen-Laubsänger

Limikolen auf dem Zug im Fläming

BekassineNach starken Niederschlägen funkeln Wasserflächen in der intensiv landwirtschaftlich genutzte  Hügellandschaft des Niederen Flämings im Süden Brandenburgs. Diese temporären Flächen sind schon ab Juli ein Rastgebiet für eine erstaunliche Anzahl  von Watvögeln. Diese treten darüber hinaus in einer beachtlichen Arten-Diversität auf. Große Limikolenbestände, insbesondere die der Kiebitze (Vanellus vanellus), Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria) und Kampfläufer (Calidris pugnax) werden für den Landkreis Teltow-Fläming für die Nuthe-Nieplitz-Niederung und die Umgebung des Rangsdorfer Sees beschrieben. An diesen Plätzen in der weiträumigen Nuthe-Notte-Niederung – einer stark verzweigten Niederungslandschaft auf Moorböden oder nährstoffarmen Sandböden – rasten diese Zugvögel im Bereich flach überstauter Feuchtwiesen, schlammiger Uferzonen sowie auf kurzrasigen Grünland- und Ackerstandorten. In der Nuthe-Nieplitz-Niederung Continue reading Limikolen auf dem Zug im Fläming

Hakengimpel – Beobachtungen in Alaska

HakengimpelAls ein sehr standorttreuer Vogel der Taiga ist der Hakengimpel (Pinicola enucleator) höchstens im Winter bei einer der – inzwischen seltenen – Invasion in Mitteleuropa zu sehen. Um gute Fotos des Hakengimpels zu schießen, führt ein Weg zu seiner eigentlichen Brutregion nicht vorbei. Für die Westpaläarktis ist das finnische Gasthaus (oder Lodge) Neljän Tuulen Tupa entlang der Nationalstraße 4 nördlich von Inari inzwischen zu dem Anlaufpunkt geworden. Das Neljän Tuulen Tupa ist bekannt dafür, eine der zuverlässigsten Stellen in Finnland zu sein, um einige Singvögel der Taiga wie den Hakengimpel (Pinicola enucleator), den Unglückshäher (Perisoreus infaustus), den Polarbirkenzeisig (Acanthis hornemanni), den Taigabirkenzeisig (Acanthis flammea), die Lapplandmeise (Poecile cinctus) oder auch die grau-weißliche Unterart der Weidenmeise (Poecile montanus) zu beobachten. Man kann beim Gasthaus in einer der Hütten schlafen und auch eine der finnischen Aktivitäten wie die Sauna genießen.

Wie sich nun bei einem Alaskatrip im Mai/ Juni 2016 herausstellte, gibt es auch bzgl. der Fotomöglichkeiten vom Hakengimpel gute Gründe warum man 8.000 km und neuneinhalb Stunden nach Alaska, in durchaus eine berüchtigte Regenecke mit hohen Preisen fliegen sollte. Denn bei dem Hakengimpel handelt es sich nicht Continue reading Hakengimpel – Beobachtungen in Alaska

Kiskunsag: ein Pussta-Juwel in Ungarn

TrielDer Winter hinterläßt ein grau-braunes Landschafskleid. Im zeitigen Frühjahr werden jedoch große Bereiche der Niederung überflutet, und die ausgedehnten Flachwasserbereiche stellen ein Eldorado für durchziehende Wat- und Wasservögel dar. Hauptsächlich sind es Uferschnepfen (Limosa limosa), Kampfläufer (Calidris pugnax) und andere langbeinige Limikolen, die sich neben diversen Entenarten in riesigen Schwärmen einfinden. Mit Glück sieht man in den Randbereichen auch die nur in Mäusejahren häufige Sumpfohreule (Asio flammeus) jagen, die in solchen Jahren in der Gegend auch brütet. Spätestens im Mai sind die meisten Flächen dann wieder ausgetrocknet, und nur in einigen Senken halten sich noch Gewässer. Aufgrund der starken Verdunstung entwickeln sich die meisten zu Sodaseen, an denen sich die an diesen extremen Lebensraum angepaßten Vogelarten wie Stelzenläufer (Himantopus himantopus), Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) und Continue reading Kiskunsag: ein Pussta-Juwel in Ungarn

Schleiereulen-Fotografie

Schleiereule Die Schleiereule (Tyto alba) ist den meisten Menschen bestenfalls als heller Schreck in  der Nacht bekannt. Die Unterseite ist ganz hell und weiße Federn bedecken wie eine Maske ihr Gesicht. Manchmal ist sie als schneller, dunkler Schatten am Abendhimmel zu sehen. In der Wahl ihres Brutplatzes ist die Schleiereule eher eigensinnig. Schleiereulen brüten gerne in alten Scheunen oder Kirchtürmen. Die nachtaktiven erwachsenen Vögel sind für Vogelfotografen eine besondere Herausforderung. Nur mit hohem Zeitaufwand und einem erheblichen Einsatz von Technik lassen sie sich fotografieren.

Ihren Namen verdankt die Schleiereule dem ausgeprägten herzförmigen Gesichtsschleier. Durch die Form und die helle Färbung des Schleiers ist sie leicht von anderen Eulen zu unterscheiden. Berühmt ist ihr lautloser Flug. Denn das Körpergefieder ist sehr weich und die äußeren Schwungfedern der Flügel sind so gezahnt, daß die Schleiereule lautlos durch die Nacht gleiten kann. Die Schleiereule ist im Continue reading Schleiereulen-Fotografie

Schreiadler im August

SchreiadlerDie Landschaft zwischen Meckelenburger Seenplatte, Feldberger Seenlandschaft und Neubrandenburg wirkt auf den ersten Blick nicht wie ein Naturparadies. Eine hügelige, weiträumige, von Landwirtschaft geprägte Landschaft, die sich auffallend vom Liebreiz der südlichen Seenlandschaften unterscheidet. Nicht destotrotz gibt es hier die wohl einmalige Gelegenheit aus einem schon lange etablierten Versteck heraus, den Schreiadler (Clanga pomarina) praktisch auf Teleobjektiv-Länge zu fotografieren.

Ein wolkenverhangener Morgen – in der Nacht hatte es geregnet – war genau die richtige Voraussetzung, um sich in dem geräumigen Hide wohl zu fühlen. Nur früh muß es ein. Der Schreiadler ist sehr vorsichtig und sollte ungestört an dem Tümpel einer Pferdekoppel landen können. Es hießt, daß der Schreiadler schon mit dem Jungvogel vor Versteck aufgetaucht sei. Außerdem sei der Jungvogel unberingt, da sein Nest von den Vogelbringern in diesem Sommer nicht gefunden wurde. Das sieht auf Fotos natürlich Continue reading Schreiadler im August

Ziegenmelker zur Brutzeit

ZiegenmelkerRegelmäßig zieht es mich zu den Plätzen der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) in Brandenburg. Wenn die Dämmerung fast zur Dunkelheit geworden ist, beginnt ein anregendes, diskretes Schnurren im Dunkel des kleinen Birkenhains. Die Heide südlich von Berlin wächst immer mehr mit Kiefern, Espen und Birken zu. Aber noch ist der langandauernde Gesang des Ziegenmelkers zu hören. Das rhythmische Schnurren des Ziegenmelkers (Caprimulgus europaeus) ist über der Heiden und den angrenzenden Wäldern fast die ganze Nacht zu hören.

Während der Balz fliegt der männliche Ziegenmelker unter Flugrufen zu einer Singwarte. Dies ist oft ein armstarker abgestorbener Ast unter der benadelten Krone einer alten Kiefer. Es kann sich aber auch um einem hoch gelegenen Punkt innerhalb einer Freifläche oder Schonung, etwa zur Spitze einer jungen Kiefer, Birke oder Eiche handeln. Hier schnurrt das Männchen längere Zeit. Flügelklatschend sucht der männliche Ziegenmelker eine weitere Singwarte, auf und schnurrt von dort weiter. Wenn das Weibchen auftaucht, beendet das Männchen das Schnurren mit hohen, quiekenden Rufen und fliegt flügelklatschend Continue reading Ziegenmelker zur Brutzeit

Schwarzhalstaucher auf dem Mono Lake/ Kalifornien

SchwarzhalstaucherAuf dem herbstlichen Zug sind Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis) auf dem Mono Lake im Osten Kaliforniens in großen Stückzahlen zu sehen. Sie kommen am Mono Lake im August an. Juvenile  Schwarzhalstaucher erscheinen später als die erwachsenen Exemplare. Die Zahl der Schwarzhalstaucher am Mono Lake hat im September / Anfang Oktober ihren Gipfel erlangt. Die Schwarzhalstaucher verlassen den See im November spätestens Dezember. Im Spätherbst  sinken nämlich die Dichten ihrer präferierten Nahrung, den Salzkrebschen dramatisch und die Schwarzhalstaucher verlassen den See. Salzkrebschen oder Salzwasserkrebse, engl. Brine shrimp ist der Name einer Gattung von Krebstieren, deren bekanntester Vertreter die Art Artemia salina, der Salinenkrebs ist. Ausschließlich im Mono Lake kommt Artemia monica Continue reading Schwarzhalstaucher auf dem Mono Lake/ Kalifornien

Tageseinstand eines Ziegenmelkers

ZiegenmelkerSeitdem ich meinem ersten Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) in Brandenburg gesehen habe, sind nun schon mehr als 3 Jahren in´s Land gegangen. Dabei habe ich die Art jedes Jahr gesehen. Ich habe viele unvergessliche Begegnungen an schönen Sommerabenden erleben dürfen. Einige Männchen wurden an sehr fotogen Standorten im letzten Tageslicht beobachtet. Aber für ein vernünftiges Foto war es doch zu dunkel gewesen. Bei Reisen ins Ausland habe ich den ein oder anderen Vogel versehentlich an seinem Rastplatz aufgescheucht. Aber sie waren nie an der gleichen Stelle gewesen, wenn ich ein paar Tage später zurückgegangen bin. Ich hatte ein paar Flugfotos von Ziegenmelkern in der Dämmerung schießen können und sogar einige Exemplaren im Winterquartier in Südafrika im Autoscheinwerfer gehabt. Aber ein Bild eines Ziegenmelkers am Rastplatz im Tageslicht blieb ein Wunsch.

Tagsüber ruhen Ziegenmelker am Boden, auf Baumstümpfen oder auf starken Baumästen. Ziegenmelker ruhen meist liegend mit eingezogenem Kopf, auf Ästen liegen sie in Längsrichtung des Astes, um die Konturen in Ruhelage Continue reading Tageseinstand eines Ziegenmelkers

Junges Blaukehlchen im Schilf

BlaukehlchenIn der Nacht hatte es geregnet. Dicke Regentropen hingen an den Blättern und im Schilf. Die Temperaturen am frühen Morgen sind alles andere als sommerlich. Trotzdem lohnte sich der Ausflug zu den Rieselfeldern mit den ausgedehnten Röhrichten sehr. Die Vogelwelt zeigte sich erwartungsgemäß von der ruhigen, um nicht zu sagen ganz ruhigen Seite. Doch auf einmal tauchte ein unscheinbarer Vogel auf, der seine neue Umwelt inspizieren wollte oder sich schon auf sein Morgenmal freute. Ein junges Blaukehlchen (Luscinia svecica).

Das Blaukehlchen ist nicht nur eine Schönheit unter den heimischen Singvögeln mit seinem leuchtend blauen Latz sondern – vor allem im Sommer und Herbst – ein wahrer Heimlichtuer. Umso größer war die Überraschung nun auch noch sowohl den Jungvogel als auch wenig später auch noch ein Elternteil zwischen den Schilfstengeln sehen zu können. Leider ist Luscinia svecica in vielen Gebieten Deutschlands selten geworden und mancherorts vom Aussterben bedroht. Um ein singendes Blaukehlchen Continue reading Junges Blaukehlchen im Schilf

Starker Bestandseinbruch bei der Turteltaube

TurteltaubeDie neueste britische Brutvogelumfrage, Breeding Bird Survey, (BBS) hat gezeigt, dass die Brutzahlen der Turteltaube (Streptopelia turtur) einen neuen Tiefpunkt erreicht haben. Wie zu erwarten, nehmen auch die Bestände zahlreicher anderer Vogelarten der Feldflur weiterhin deutlich ab. Neben der Turteltaube nehmen auch andere Arten wie das Rebhuhn (Perdix perdix) oder die Feldlerche (Alauda arvensis) teilweise dramatisch ab. Für die Turteltaube ist ein Populationsrückgang seit 1994 von 93 Prozent zu verzeichnen. Dieser Trend spiegelt sich in ganz Europa wider, wo mit einem Rückgang von 78 % zwischen 1980 und 2013 kalkuliert wird. In Ornitho.de werden nur Beobachtungen in diesem Jahr (bis Ende Juli) in Höhe von 2.821 gemeldet. Das wäre recht gering, wenn man sieht, daß insgesamt Beobachtungen seit Einführung von Ornitho.de in Höhe von 16.598 verzeichnet sind.
Die Turteltauben verbringen den Winter in Westafrika. Sie kommen im April in Europa an, um zu brüten. Einmal im Brutgebiet angekommen bevorzugen sie Bereiche mit viel nackten Boden (gerne Lehm), offenen Wasserflächen in der Nähe und höheren Bäumen oder Gestrüpp. Dies sind die Bereiche, in denen sie nisten und in deren Umgebung sie Saaten und Körner zur Versorgung ihrer Jungen finden.

Bevor die britische Brutvogelumfrage BBS im Jahr 1994 begann, hatten Bewirtschaftungsänderungen in der Continue reading Starker Bestandseinbruch bei der Turteltaube

Schutzprojekt für den Papageitaucher

PapageitaucherDer Papageitaucher (Fratercula arctica) ist für viele Vogelfreunde der Inbegriff des koloniebrütenden Seevogels. Und richtig. In den großen Seevogelklippen des Nordens sieht man Papageitaucher oft in mehr oder weniger großen Gruppen auf Felsvorsprüngen stehen. Widmet man sich diesem Vogel eine Weile, sieht man, wie ein Papageitaucher nach dem anderen in hummelartigem Schwirrflug angeflogen kommt und sich dann gerne zu seinen Artgenossen gesellt.

Diese bei den Touristen besonders beliebte, recht kleine Vogelart behauptet sich in einer dichtgedrängten Vogelwand dadurch, daß Papageitaucher in selbstgegrabenen Wohnhöhlen siedelnd. Diese befindet sich meist 1 bis 4 Meter unter der Oberfläche. Unter Tage ziehen Papageitaucher ihren Nachwuchs auf. Mit Füßen und Schnabel wird eine komfortable Wohnung geschaffen, die sicher vor Angriffen größerer Vögel ist. Wie bei den anderen Alken (z.B. den Lummen) hat sich auch beim Papageitaucher aus der Kombination aus Nistplatzsicherheit und Feinddruck eine spezielle Anpassung entwickelt, die der Art eine Überlebenschance sichert.

Obwohl in vielen Kolonien noch recht häufig, ist es bekannt, dass einige britische Papageitaucher-Populationen schon deutliche Rückgänge erlitten haben. Das gleiche gilt für die Populationen Continue reading Schutzprojekt für den Papageitaucher

Gebirgsstelzen: Fotografie-Tipps

GebirgsstelzeEin leise dahin plätschernder Bach oder Fluß. Ein rhythmischer Ruf und schon ist der langschwänzige Vogel vorbei geflogen. Der flotte Flieger war eine Gebirgsstelze (Motacilla cinerea). Gegenüber ihren Verwandten, Bachstelze (Motacilla alba) und Schafstelze (Motacilla flava), ist die Gebirgsstelze etwas größer und auch langschwänziger. Das kräftigere, klare, flächige Gelb besonders beim Männchen, ist kaum zu überbieten. Als Lebensraum dienen der Art, die stärker an Wasser gebunden ist, als andere europäische Stelzenarten bewaldete, schattenreiche, schnell fließende Bäche und Flüsse mit Geröllufern und Nistmöglichkeiten bietenden Steilufern. Die Art kommt aber auch mitten in Siedlungen und im Gegensatz zur Wasseramsel auch an sehr kleinen, wenig Wasser führenden Bächen vor, solange sie rasch fließen und geeignete Nistplätze, schattige Stellen sowie Singwarten wie einzeln stehende Pfähle vorhanden sind. Ein guter Platz, um auf Gebirgsstelzen zu sehen und ggf. auf sie anzusitzen, ist mitten in Luckenwalde. Praktisch das ganze Jahr kann man mehrere Brutpaare an der Nuthe beobachten. Eines der Paare ist an einem ehemaligen Stauwehr zu Hause, an dem vor wenigen Jahren eine Fischtreppe eingebaut wurde. Dieser kleine Flußabschnitt liegt mitten im angrenzenden Stadtwald.

Durch die zahlreichen Stadtwaldbesucher sind die Gebirgsstelzen an „Publikumsverkehr” gewöhnt und lassen sich auch bei Continue reading Gebirgsstelzen: Fotografie-Tipps

Die Thayermöwe in der WP erkennen: Erfahrung sammeln für die Westpaläarktis in Alaska

ThayermöweDie Thayermöwe (Larus thayeri) ist eigentlich eine nearktische Art. Sie brütet an der Westküste der Hudson Bay und auf den arktischen Inseln Kanadas, die aber recht verbreitet im Winterhalbjahr an der Westküste Nordamerikas von British Columbia bis herunter nach Kalifornien zu beobachten ist.

Für Alaska wird die Art als „casual“ für die Zeit von Ende September bis Mai (meistens aber im Herbst) von den Aleuten beschrieben. Es war eine kleine Sensation ein einjähriges Weibchen während der Zugvogelbeobachtungen in Gambell auf St. Lawrence Island zu beobachten. Die Art ließ sich sehr gut im Wasser im Vergleich zu anderen Großmöwen bewundern und drehte zum Abschluß eine schöne Flugrunde um die Beobachter wobei viele der arttypischen Merkmale zu sehen waren.

Auch in der Westpaläarktis können immer wieder Möwen anderer Erdteile beobachtet werden. So war eine Vega Gull, also eine Ostsibirienmöwe (Larus vegae), am 10. Januar 2016 in der Nähe des Hafens von Duncannon, in der Grafschaft Wexford entdeckt worden. Der Artikel von Killian Mullarney beschreibt sehr schön, wie der Autor in einer großen Ansammlung von Möwen in der Nähe Continue reading Die Thayermöwe in der WP erkennen: Erfahrung sammeln für die Westpaläarktis in Alaska

Alpenschneehühner im Berner Oberland

AlpenschneehuhnDas Alpenschneehuhn (Lagopus mutus) ist ein reizvolles, aber in Mitteleuropa auch ein Motiv für Vogelfotografen, das man sich erarbeiten muß. Alpenschneehühner sind in Deutschland praktisch nur in den höchsten Lagen, so zum Beispiel am Hohen Ifen und Gottesacker im Allgäu und am Gebirgsstock um die Kreuzspitze westlich von Garmisch-Partenkirchen oder vor allem um die westliche Karwendelspitze (alles im südlichen Bayern) zu finden.

Um hier Erfolg zu haben, sollte man unbedingt mit der ersten Seilbahn hoch auf die Bergstationen (z.B. auf das Kreuzeck) fahren, um die Rauhfusshühner zu suchen.

Eine Alternative ist das Berner Oberland. Am schweizerischen Niederhorn und am Gemmenalphorn finden sich lohnende Fotoreviere für Alpenschneehühner, in denen es außerdem noch Steinböcke gibt. Anfang Juni gibt es dort bereits viele schneefreie Stellen, so daß man bis zu den Schneehühnern wandern kann. Zu dieser Zeit lassen sich balzende Hähne beobachten, die mit lauten ratschenden Rufen ihr Revier verteidigen. Die Hennen, deren Gefieder sich im Juni vom weißen Winterkleid zum dunkelbraunen Brutgefieder umfärbt, sind viel weniger auffällig.

Als Ausgangspunkt für einen Besuch bei den Alpenschneehühnern bietet sich das etwa 200 Meter NN über dem Thuner See Continue reading Alpenschneehühner im Berner Oberland

Der Neuntöter: ein Jäger mit Vorratshaltung

NeuntöterWenn der Morgen graut, kommt Bewegung in die Hecke. Mit den ersten Sonnenstrahlen steht dann das Männchen des Neuntöters (Lanius collurio) auf einem trockenen Ast eines Holunders (Sambucus nigra). Die schwarze Maske im grauen Oberkopf und der rotbraune Rücken sind dann schön zu sehen. Wenig später kommt auch das Weibchen aus dem Dickicht.

Neuntöter halten sich bekanntlich in Hecken und Gebüschen der offenen Kulturlandschaft auf, wie sie noch in vielen Teilen Deutschlands vorkommen. Vor allem das Männchen sitzt dann gut sichtbar auf seiner Holunderwarte in der Feuchtwiesenlandschaft. Von hier konnte das Revier gut überblickt werden. Das Weibchen hat seinen Ansitz etwas tiefer und sitzt eher etwas verdeckt durch Blätter.

Neuntöter bevorzugen die Ansitzjagd. Als typischer Ansitzjäger Continue reading Der Neuntöter: ein Jäger mit Vorratshaltung

Ältester Terekwasserläufer wurde 17 Jahre

TerekwasserläuferFeldornithologen auf einen Vogel-Beringungsstation in Weißrußland haben den ältesten bekannten Terekwasserläufer (Xenus cinereus) gefangen.

Die Beringer fingen den Vogel im Schutzgebiet Turau-Wiesen in Weißrussland am 13. Mai 2016. Der Ring am Bein des Vogels zeigte, dass der Vogel war 17 Jahre alt; damit ist er der älteste bekannte Terekwasserläufer der Welt.

Ornithologen der Akademie der Wissenschaften in Weißrußland fanden heraus, dass dieser Terekwasserläufer als Küken auf einer nahegelegenen Wiese in der Nähe des Dorfes Zapesochye am 21. Juni 1999 erstmals beringt wurde. Der nahe gelegenen Ort Turau ist eine Stadt im Süden Weißrusslands im Gebiet der Prypjatsümpfe. In dem Jahr wurde die Beringungsstation Turau-Wiese gegründet. Seitdem wurde der dieser Terekwasserläufer in den Jahren 2005, 2011 und nun im Jahr 2016 gefangen.

Vor dieser Entdeckung war als maximales Alter eines beringten Terekwasserläufers ein 16 Jahre alter Vogel aus Finnland bekannt. Die Vogelschutz und Biodiversität Area (IBA) der Continue reading Ältester Terekwasserläufer wurde 17 Jahre

Schopfalkenzug im Abendlicht vor St. Lawrence Island

SchopfalkDie kleine Siedlung Gambell ist ein abgelegener Vorposten auf dem kiesigen nordwestlichen Punkt der Insel St. Lawrence thront. Der Kiesstrand am Westufer bietet einen phantastischen Überblick über die See und verschafft dem willigen Birder einen Einblick in den arktischen Vogelzug, der vielleicht eindrucksvoller als an jedem anderen Ort auf der Erde ist. Zusätzlich nennen Tausende von Alken diese Insel ihr Hause wobei die Zahlen der Schopfalken (Aethia cristatella) in die Hunderttausende gehen.

Rotschnabelalken (Cyclorrhynchus psittacula) und Zwergalken (Aethia pusilla) brüten zu Zehntausenden in den Klippen der Insel. Dazu kommen Hornlunde (Fratercula corniculata) und Gelbschopflunde (Fratercula cirrhata) in großen Stückzahlen. Darüber hinaus fliegen Staffeln von Trottellummen (Uria aalge) und Dickschnabellummen (Uria lomvia) am Beobachtungspunkt „Sea Watch) vorbei; und das Continue reading Schopfalkenzug im Abendlicht vor St. Lawrence Island

Gleitaar im Randowbruch/ Untere Oder

GleitaarSeit mindestens dem 27. Juni 2016 gibt es Berichten in Ornitho.de zufolge eine gute Chance, dass Vogelbeobachter mit einem über das Ziel hinaus geschossenen Sommervogel Bekanntschaft machen können. So wurde im nord-östlichen Brandenburg ein Gleitaar (Elanus caeruleus)  beobachtet. Der aktuelle Standort des Gleitaar ist im Randowbruch nördlich des Ortsteil Wendemark. Hier treibt er sich vorwiegend über den Feldern und feuchten Wiesen herum. Der Greif sei nicht sehr mobil und kann stundenlang auf einem Holunderbusch im ziemlicher Entfernung ruhend beobachtet werden. Wenn er nach ausgiebiger Gefiederpflege zur Jagd ansetzt ist er dann sehr gut, wenn auch manchmal ziemlich weit entfernt beim Rüttelflug zu sehen. Einmal in Jagdstimmung nutzt er durchaus verschiedene Ansitzpunkte um von dort aus den nächsten Rüttelflug einzuleiten.

Geduld ist also notwendig. Bei dem Aufenthalt am Samstag verbrachten wir gut 4 Stunden bevor der Gleitaar mit einem Schütteln des Gefieders die Jagd einleitet.

Letztes Jahr veranlaßte eine übersommernde, immature Steppenweihe (Circus macrourus) im Havelländischen Luch einen Einfall von Ornis in Brandenburg. Auch diese Art wurde auf ornitho.de gemeldet und konnte bei einem Besuch des Turms bei Buckow, mitten im Havelländischen Luch, sehr schön im Flug beobachtet werden.

Bei der Bewertung der Fotos gab es einige Irritationen, da Continue reading Gleitaar im Randowbruch/ Untere Oder

Dreizehenspecht am Feldberg im Hochschwarzwald

DreizehenspechtNur wenige 100 Meter entfernt vom Trubel an der Piste und dem kahlen „Gipfel“ des Feldbergs gibt es einige Pfade, die kaum von Wanderern frequentiert sind und außerdem mitten durch eine einmalige Gebirgswelt führen: Mannshoher Eisenhut (Aconitum napellus), üppige Trollblumen (Trollius europaeus), Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata), und Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri) stehen direkt am Weg. Oben in der Fichte singt vielleicht eine selbstzufriedene Ringdrossel (Turdus torquatus) und mit ein wenig Glück sieht man einen Dreizehenspecht (Picoides tridactylus) an einer toten Kiefer, die ihm die wichtigen Großkäfer im verrottenden Baum liefert. Dieser Vogel, lange Zeit im Schwarzwald verschollen, eroberte aber in den letzten Jahren verlorenes Territorium zurück. Der Specht stochert meist gelassen in dem dichten Geflecht aus Flechten, Rinde und totem Holz nach Spinnen und Käfern. Das wirklich erstaunliche an diesem Vogel ist seine geringe Fluchtdistanz. Ich habe schon Dreizehenspechte aus vier Metern Entfernung beobachten können. Besonders gerne fotografiere ich im Bannwald. Unter den vom Borkenkäfer gemeuchelten Fichten kommt schon wieder die Buchenverjüngung hervor, von der Morgensonne effektvoll in Szene gesetzt. Die knorrigen und bizarren Baumformen, Continue reading Dreizehenspecht am Feldberg im Hochschwarzwald

Nach Alaska für die WP-Birdlist?

DickschnabellummeWarum sollte man allen Ernstes 8.000 km und neuneinhalb Stunden in eine berüchtigte Regenecke mit hohen Preisen fliegen, um sich Vögel anzugucken, die in den meisten Fällen auch anderswo viel einfacher, angenehmer und billiger zu sehen sind. Gute Frage! Hierauf ein paar Antworten.

Eine Antwort ist, daß es einfach Spaß macht, sich vor allem in den Zugzeiten an der schiere Masse an verschiedenen Vogelarten zu begeistern. Was einem Nordamerikaner anspornt wie die Möglichkeit Saatgänse (Anser fabalis), Reiherenten (Aythya fuligula), Zwergsäger (Mergellus albellus), Uferschnepfe (Limosa limosa), Grünschenkel (Tringa nebularia), Bruchwasserläufer (Tringa glareola), Flußuferläufer (Actitis hypoleucos), Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) oder Bergfinken (Fringilla montifringilla) zu sehen, wird einem Birder der West-Paläarktis zwar eher ein müdes Lächeln entlocken.

Aber ein Grund ist auf dem Bild des Blogs schön zu sehen. Dickschnabellumme (Uria lomvia) sind an den normalerweise von WP-Birdern frequentierten Plätzen in Norwegen oder Schottland viel seltener als die allgegenwärtige Trottellumme (Uria aalge). Hier, auf den Alaska vorgelagerten Inseln ist das andersherum. Schön ist der weiße Streif am Schnabelwinkel der Dickschnabellumme (Uria lomvia)  zu sehen. Perfekte Gelegenheit, um ausgiebig Fotos dieses auch in der Westpaläarktis Continue reading Nach Alaska für die WP-Birdlist?

Neuntöter: im Sturzflug ins Nest

NeuntöterZuerst gab es nur den heiseren Ruf “dschääh” oder “teck”. Dann stand das Männchen des Neuntöters (Lanius collurio) auch schon im dämmrigen Morgenlicht auf einem trockenen Ast eines Holunders (Sambucus nigra). Die schwarze Maske im grauen Oberkopf und der rotbraune Rücken waren schön zu sehen. Wenig später kam auch das Weibchen aus dem Dickicht. Das Weibchen zeigte sich mit seiner einfarbig rötlich braunen Oberseite und der rahmfarbenen mit einer kräftigen Schuppung versehenen Unterseite.

Neuntöter brüten bekanntlich in Hecken und Gebüschen der offenen Kulturlandschaft wie sie noch in vielen Teilen Deutschlands vorkommen. So auch am Oberrhein bei Dossenheim-Schriesheim. Vor allem das Männchen saß dann gut sichtbar auf seiner Holunderwarte. Von hier konnte das Revier gut überblickt werden. Das Weibchen schien immer etwas tiefer und auch immer etwas verdeckt durch Blätter zu sitzen. Der trockene Holunderast erschien ihm wohl zu exponiert zu sein. Nun, am frühen Morgen, wurde ohne Ortswechsel recht lange auf der gleichen Warte verharrt, unterbrochen mal von einer Putzeinlage. Nach einiger Zeit wurden immer wieder Jagdflüge unternommen. Die ansonsten als Nahrung so wichtigen Großinsekten waren am frühen Morgen wohl noch nicht aktiv. Jedenfalls schien die Beute Continue reading Neuntöter: im Sturzflug ins Nest

Schmarotzerraubmöwen auf der Vogelinsel Handa/ Schottland

Schmarotzerraubmöwe

Erste Sonnenstrahlen geben der wilden nördlichen Szenerie einen in warme Farben gehüllten melancholischen Reiz. Das dumpfe Donnern der Wellenbrecher wird übertönt von durchdringenden Lauten, den Rufen einer unzählbaren Menge hier brütender Meeresvögel. Das ist Natur pur! Der Ort? Handa!

Handa Island bietet hier an ihren unwegsamsten und bedrohlichsten Klippen eine sichere Kinderstube für viele Arten von Alken, Möwen und auch für den Eissturmvogel (Fulmarus glacialis).  Die Insel an der Nord-Westküste ist ca. 50 Kilometer vom sturmumbrausten schottischen Nordkap entfernt gelegen. Ein wild zerklüftetes, vier Quadratkilometer großes und bis auf 150 Meter ansteigendes Eiland.

An einer Ansammlung von Häusern, die sich um einen kleinen Hafen gruppieren haben ortsansässige Fischer einen Fährverkehr eingerichtet. Es lassen sich vornehmlich interessierte Naturtouristen und passionierte Vogelkundler auf dieser Insel absetzen. Als wir eines schönen Morgens im Juli ankommen, stehen schon einige Autos und auch die dazu gehörigen Menschen drum herum. Sie sind offensichtlich aus einem eindeutigen Grund hier. Die Spektive, Ferngläser und dicken Objektive sprechen eine eindeutige Sprache. Wir habe Glück und kommen mit dem ersten Boot mit. Traumhaftes Licht am frühen Morgen. Einige dicke Wolken, ansonsten Continue reading Schmarotzerraubmöwen auf der Vogelinsel Handa/ Schottland

Bartmeisen als Nahrungsspezialisten im Schilf

Bartmeise,Bartmeisen (Panurus biarmicus) sind zumindest für die Westpaläarktis ganz besondere Nahrungsspezialisten des Schilfs. Dazu sind sie sehr geschickte Kletterer. Möchte man Bartmeisen beim Fressen beobachten, ist es eine gute Strategie an den Rändern größerer Schilfflächen wie z.B. an entlang größerer Seen Bartmeisentrupps, die an frei einsehbaren Stellen des Schilfsaums mit dem Fressen beginnen, eine Weile zu begleiten.

Bartmeisen suchen eher geduldig eine ergiebige Nahrungsquelle ab und lassen sich so eine Weile beobachten und sogar fotografieren. Bei der Nahrungssuche klettern die langschwänzigen Vögel die Halme empor, um an die Samen der Schilfwedel zu gelangen. Diese werden dann systematisch leer gefressen, wobei sich die kleinen Vögel als Meisterturner erweisen. Es wird wie Continue reading Bartmeisen als Nahrungsspezialisten im Schilf

Zugvogelraritäten auf den Pribilofs

BruchwasserläuferDie kleine Saab-Propellermaschine ist schon seit gut einer Stunde über dem unendlichen nördlichen Pazifik unterwegs als in weiter Ferne ein brauner Streif Inseln im windgepeitschten Meer der Beringsee auftauchen. Das sind die Pribilofs. Wir steuern St. Paul an. Der Flug hat immerhin gut 3 Stunden mit Unterbrechung in einem verlassenen Nest gedauert. Braun ist die vorherrschende Farbe, die man beim Anflug auf St. Paul wahrnimmt. Mit Platz 2A hatte ich einen der vorderen Plätze ergattert und kann ganz gut auch den Rucksack unter dem Vordersitz unterbringen. Die Gepäckafubewahrung oberhalb der Sitze ist nämlich extrem schmal. Das sollte man als Fotograf beachten. Die Maschine hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Als die Turbo-Props am Flughafen von Anchorage angeschmissen wurden, denkt man, das kann doch nicht wahr sein. Es werden Oropax verteilt. Das Getöse der Maschinen wird man nur 3 Stunden lang nicht los.

Als wir näherkommen, sehen wir, daß es nicht nur braune Farbe auf der Insel gibt. Meterhohe Wellen aus einem dunkelblauen Meer brechen gegen die schroffe, felsige schwarzschimmernde Küste. Als wir landen, brechen auf einmal Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Sie verzaubern ruckzuck die wilde Landschaft. Der melancholische Charakter der offenen Tundra ist offenkundig. Als wir aus dem Flugzeug vor dem Hangar aussteigen, ist es auf einmal ganz ruhig. Was für ein Kontrast zu dem Lärm in der Maschine. Nur ab und zu erklingt der melancholische Fluggesang der Spornammer (Calcarius lapponicus) oder die hohen Triller der Beringstrandläufer  (Calidris ptilocnemis).

Baumfreie, Tundra-bedeckte Hügel prägen das Continue reading Zugvogelraritäten auf den Pribilofs

Auf der Suche nach dem Borstenbrachvogel auf der Seward-Halbinsel/ Alaska

RegenbrachvogelEs ist 4:30. Ich werde auch ohne Wecker wach. Draußen ist es schon wieder – oder immer noch – hell. Es scheint schon wieder ein sonniger Tag zu werden. Beste Voraussetzungen also. Ich stehe dann auf und bin dann auch praktisch sofort bereit. Wir treffen uns alle in der Lobby zu einem Basic Frühstück neben der Rezeption. Abfahrt ist wenig später. Wir sind ganz allein auf der staubigen Piste. Ein super Licht. Wir fahren geradewegs der Sonne entgegen auf der Kougarok oder Taylor Road. Die Sonne geht gerade hinter der Bergkette auf. Nun geht es also los. Das Highlight sicher des Tages wenn nicht des Aufenthalts in Nome ist nun für Tag drei der Vogelbeobachtungstour in Nome angesagt. Auf der Liste steht der Bristle-thighed Curlew (Numenius tahitiensis) zu deutsch Borstenbrachvogel genannt. Dies ist einer der Vögel, der bei allen beteiligten Birdwatchern mit am höchsten auf der Liste steht. Es handelt sich schließlich um eine Art, die nicht Continue reading Auf der Suche nach dem Borstenbrachvogel auf der Seward-Halbinsel/ Alaska

Zugvögel auf dem Weg in die Arktis: Gambell Anfang Juni

DickschnabellummeHörbar und spürbar nimmt das Flugzeug Kontakt mit dem Boden des Rollfelds auf. Aus den Fenstern können wir die Berge der sibirischen Küste im Norden sehen. Ich schätze die Entfernung auf 70 km oder so. Die Wetterprognose sagte aus, daß wir Winde mit Geschwindigkeiten von 30-70 km / h aus dem Norden bekommen würden. Nicht unbedingt ein gutes Zeichen, um Vögel auf der Insel zu beobachten. Schon während wir das Flugzeug verlassen, bläst uns der Wind brutal und eiskalt ins Gesicht. Langsam machen wir uns mit dem Gepäck auf den Weg zum Hotel, dem Sivuqaq Inn. Überall liegen Kieselsteine bis in den Ortsbereich. Das sieht nicht alles andere als wanderfreundlich aus. Zum Glück dürfen wir ab jetzt ATV (All-Terrain-Vehicles) verwenden.

Das Dorf Gambell scheint keinerlei Vegetation aufzuweisen. Auf Anhieb wirken viele der Häuser baufällig. Die Außenverkleidung der Holzhäusern sieht man die Auswirkungen der Meeresluft wirklich an. Wir machten uns auf den Weg in Richtung Strand, der zuerst durch den sogenannten “boatyard” geht. Immerhin ein Gebiet mit etwas Gras, in dem viele Bootsrümpfe zu sehen sind, die entweder nie vollständig zusammengebaut worden sind oder sich bereits wieder im Zerfallsprozess befinden. Als wir den Strand erreichen, bekommen wir die Auswirkungen des Sturms Continue reading Zugvögel auf dem Weg in die Arktis: Gambell Anfang Juni

Wie kommt man zu schönen Wiesenweihenfotos?

WiesenweiheEin frischer Frühsommermorgen, die aufgehende Sonne im Osten, das Jubilieren der Feldlerchen (Alauda arvensis) im Ohr. Da kommt in leicht schaukelnden Flug  elegant ein Greifvogel tief über dem noch niedrig-gewachsenen Getreidefeld eingeschwebt. Beim Näherkommen fällt der zierliche Körperbau der Wiesenweihe (Circus pygargus) auf, die hier, im Bereich des Niederen Flämings, im Süden Brandenburgs einen Verbreitungsschwerpunkt hat und seit etwa Ende April zu sehen ist. Der Flug der Wiesenweihe ist elegant und leicht. Besonders während des Patrouillierens über der ebenen Agrarlandschaft schlägt sie langsam und tief mit den Flügeln.

Anfang Mai liegen die morgendlichen Temperaturen noch deutlich im einstelligen Bereich, bei Sonnenschein wird es später aber schon recht warm. Da stellt sich schon die Frage, wann und wie der Naturfotograf zu schönen Fotos dieser Greife kommt; selbstverständlich ohne die Weihen in irgendeiner Weise zu stören oder gar zu belästigen.

Dazu ist es wichtig, sich mit dem Tagesrhythmus der Wiesenweihen vertraut zu machen. Beobachtungen ergaben, daß an heißen Tagen Flugaktivitäten des Männchens meist am frühen Morgen bzw. späten Abend zu vermelden sind. In der Regel startet das Männchen bei Sonnenschein schon kurz nach Sonnenaufgang, so gegen 6.30 Uhr, um zunächst für sich selbst Beute zu schlagen. Mit der Beute fliegt es dann in Horstnähe und kröpft dort. Die späteste Rückkehr erfolgt zwischen 21:00 Uhr und 22.15 Uhr – also noch im Hellen. Bei Regen oder auch dichtem Nebel bricht das Männchen erst dann auf, wenn sich z.B. der Nebel lichtet. Continue reading Wie kommt man zu schönen Wiesenweihenfotos?

Im Eisloch: Ohrentaucher im Brutrevier

OhrentaucherGraue Wolken ziehen über das Land. Die E 6 von Lakselv am Südende des Porsanger Fjords hoch nach Nord-Norwegen bzw. zum Nordkap ist noch wenig befahren. Ab und an mal ein Wohnmobil. Kein Vergleich mit den Touristenmassen, die sich im Sommer hier tummeln. Es ist einfach noch zu ungemütlich kühl hier nördlich von Lappland. Um die Zeit – Mitte Mai – liegt immer wieder Schnee am Straßenrand. Plötzlich verdicken sich die Wolken und leise rieselt der Schnee. Der Schneeregen wechselt dann zu Graupel, dann zu Regen. Dann plötzlich brechen Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Die Sonnenstrahlen verzaubern die wilde Landschaft mit warmen Farben und alles sieht viel einladender aus. Das werden sich wohl auch die ersten Ohrentaucher (Podiceps auritus) gedacht haben. Jedenfalls sind an diesem Nachmittag 3 Paare Ohrentaucher am noch weitgehend zugefrorenen Áigirjávri-See nördlich des Örtchens Igeldas zu sehen. Das Eis mitten auf dem See ist noch zu stark, ein einziger schmaller Riß zieht sich von Seeablaß an der Straße weg zum anderen Ende des Sees. Nur direkt am Straßenrand sind eisfreie Stellen. Das muß man als Fotograf einfach nutzen. Mit dem Canon EF 400mm f/4 DO IS USM an der EOS 1 DX setze ich mich einfach direkt an die Leitplanke und warte darauf, daß das nächste Ohrentaucher-Pärchen seine Scheu verliert und Continue reading Im Eisloch: Ohrentaucher im Brutrevier

Pribilof: Inseln im windgepeitschten Meer

RotschnabelalkWeit draußen in der Beringsee, fast 500 km westlich vom Festland Alaskas und knapp 400 km nördlich der Aleuten, liegen die Pribilof-Inseln im windgepeitschten Meer der Beringsee. Angeblich sind die Inseln nach dem russischen Pelzhändler Gavrill Pribylov benannt, der im 18. Jahrhundert in St. George Island an Land ging. Die Witterung ist rau, die Wolken hängen tief, es regnet praktisch jeden Tag. Was also treibt Naturfreunde und Fotografen auf so schwer zugängliche, kalte, regenreiche und kulinarisch unterversorgte Inseln?

Die Antwort ist schnell gegeben. Die Inseln beherbergen wohl die größten Seevogelkolonien der nördlichen Hemisphäre. Vor allem die Insel St. George verzeichnet das größte Vorkommen an Seevögeln in der nördlichen Hemisphäre.

In diesem Archipel herrscht ein unglaublicher Reichtum an Fischen und anderen Meerestieren. Viele der aus dem Meer ragenden Felsklippen sind daher von Seevögeln vereinnahmt. Mehr als 2,5 Millionen Seevögel von 230 Arten nisten auf den Pribilofs.

Die Pribilof-Inseln werden auch das “Galapagos des Nordens” genannt. Mit seinen riesigen Kolonien Continue reading Pribilof: Inseln im windgepeitschten Meer

Luftkampf Wiesenweihe und Schwarzer Milan

WiesenweiheLaut und schrill rufend nähert sich die weibliche Wiesenweihe (Circus pygargus) dem gemächlich am Himmel kreisenden Schwarzen Milan (Milvus migrans). Über der Feldflur bei Oehna /Niedergörsdorf fand ein eindrucksvoller Luftkampf zwischen einer weiblichen Wiesenweihe und einem deutlich größeren, aber ebenfalls sehr gewandten, Milan über einem Getreidefeld statt. Dabei ging sie den Milan meistens von unten an, drehte sich kreischend auf den Rücken und präsentierte die Krallen. Obwohl sehr heftig der Flugfeind angegangen wurde. Ein direkter Körperkontakt konnte nicht beobachtet werden; es wurden wohl keine Federn gelassen. Doch die weibliche Wiesenweihe ließ – wohl direkt über dem ausgesuchten Brutplatz – nicht locker. Immer wieder attackierte die Weihe auf den Milan, der schließlich das Weite suchte und in Richtung Jüterbog abstrich.

Feststellungen in der Literatur, wonach sich Wiesenweihen am Brutplatz ängstlicher als Kornweihen verhalten, können zumindest für dieses Weibchen und seinen Partner nicht bestätigt werden. Neben der oben beschriebenen Attacke auf den Schwarzen Milan war auch ein Anflug auf Continue reading Luftkampf Wiesenweihe und Schwarzer Milan

Wie und wo kann man Eisvögel fotografieren?

EisvogelEin Stecken im Wasser im schönsten Sonnenlicht und darauf ein Eisvogel (Alcedo atthis). Das ist ein Bild, das viele Naturfotografen schießen wollen. Da stellt sich natürlich die Frage, was die Vorlieben und Gewohnheiten des Eisvogels sind. Wenn man sich intensiver mit der Eisvogelfotografie auseinandersetzt, fragt man sich wie z.B. ein Lieblings-Ansitz aussehen muß, wie die durchschnittliche Höhe über dem Wasser sein sollte, wie das Ausmaß ihres Territoriums ist, welche Stellen – bzgl. Tiefe und Strömung – entlang eines Gewässers angeflogen werden.

In dem Blog über die Balzfütterung beim Eisvogel am sogenannten Hechtsee in der Feldberger Seenlandschaft konnte ja Ende April ein Paar Eisvögel sehr schön auf einem vorzüglich platzierten Stecken fotografiert werden. Hierzu muß man sagen, daß die Eisvögel, die an dem beschriebenen Ansitz zu sehen sind, auch in einer Röhre direkt im Fotoversteck brüten.

Wenn man ein solcherart hergerichtetes Versteck nutzen kann, kann man sich einfach in die Beobachtungshütte setzen, warten und genießen. Ansonsten stellt sich natürlich die Frage, auf Continue reading Wie und wo kann man Eisvögel fotografieren?

Wiesenweihen im Fläming

WiesenweiheTau liegt auf den Gräsern. Anfang Mai liegen die morgendlichen Temperaturen noch deutlich im einstelligen Bereich, bei Sonnenschein wird es später aber schon recht warm. Elegant schwebt ein Greifvogel tief über dem noch niedrigen Getreidefeld. Im Winter sind Kornweihe (Circus cyaneus) im Gebiet ebenso wie in den Niederungsgebieten Brandenburgs – wie dem Havelländischen Luch – nicht selten. Beim Näherkommen fällt dann auf, daß diese Weihe auffallend zierlicher als die Kornweihe ist und deutlich längere, schlankere und spitzere Flügel aufweist. Da wird es sich wohl um die Wiesenweihe (Circus pygargus) handeln, die im Bereich des Niederen Flämings im Süden Brandenburgs seit Ende April zu sehen ist. Als Alternative käme nur noch die Steppenweihe (Circus macrourus) in Frage. Diese Weihe ist allerdings ein seltener Irrgast auch wenn sie zunehmend auf dem Zug oder auch übersommernd in Deutschland festgestellt wird. So wurde eine immature Steppenweihe (Circus macrourus) seit dem 14. Mai 2015 aus dem Havelländischen Luch gemeldet. Damals konnten bei einem Besuch des Turms bei Buckow, mitten im Havelländischen Luch, Beobachtungen eines jagenden Exemplars, ein Männchen im 2. Kalenderkleid, über einen längeren Zeitraum gemacht werden.

Der Flug der Wiesenweihe ist elegant und leicht. Besonders während des Patrouillierens schlägt Continue reading Wiesenweihen im Fläming

Tierparadies Hundsheimer Berge

BienenfresserEtwa eine Stunde donauabwärts von Wien (50 km) entfernt befindet sich das Naturreservat Hundsheimer Berge in der Nähe der Stadt Hainburg. Die Gebiet zwischen Wien und Bratislava liegt nicht weit von der slowakischen Grenze entfernt. Von dem kleinen Ort Hundsheim aus können Naturfotografen in einer weitgehend naturbelassenen Wald- und Graslandschaft mit einer artenreichen Flora und Fauna auf Fotopirsch gehen. Nach etwa einer Stunde Aufstieg erreicht man den höchsten Punkt des Naturreservats Hundsheimer Berge, das aus dem Braunsberg (346 m), dem Hexenberg (480 m) und dem Spitzerberg (288 m) besteht. Da die Wetterlage oft sehr sonnig ist, ist die beste Zeit für eine fotografisch Exkursion früh morgens bis mittags. Am Hundsheimer Berg befindet sich ein Hide, ein versteckter Besucherstand. Dieser ist vorzüglich zur Beobachtung von Bienenfressern (Merops apiaster) oder auch des Wiedehopfs  (Upupa upupa) geeignet. Bienenfresser Continue reading Tierparadies Hundsheimer Berge

Durchzug von Sterntauchern vor der Halbinsel Nordkyn/ Norwegen

SterntaucherEben noch hatte es geregnet. Nun herrscht wieder schönster Sonnenschein. Gut, daß man im Windschatten des Leuchtturms steht, denn der Ostwind pfeift ganz schön. Mühsam kämpfen sich am Horizont Zugvögel gegen den Wind in Richtung Barentssee voran.

In der Ferne sind ziehende Sterntaucher (Gavia stellata) zu entdecken. Zwar sind auch Prachteiderenten (Somateria spectabilis), Eisenten (Clangula hyemalis), Trauerenten (Melanitta nigra) und Basstölpel (Morus bassanus) auf hoher See zu sehen. Doch jetzt – Anfang Mai – hat der Durchzug von Sterntauchern seinen Höhenpunkt erreicht und Sterntaucher stellen mit die individuenreichste Gruppe der Zugvögel. Immer wieder ist ein seltsames Gackern zu hören. Nach einer Weile ist dann auch meist ein Sterntaucher (Gavia stellata) ganz nah am oder über dem Leuchtturm zu sehen. Die Masse der Sterntauchern zieht aber über die offene See. Bis zum Horizont sind Sterntaucher zu entdecken. Allein vom Flugbild kann man sie gut erkennen. Die Füße Continue reading Durchzug von Sterntauchern vor der Halbinsel Nordkyn/ Norwegen

Vogelfotografie im Biebrza-Nationalpark im Frühjahr

Weissbart-SeeschwalbeIm Nordosten Polens, etwa 200 Kilometer nordöstlich von Warschau, erstreckt sich eine einmalige Sumpflandschaft, die von vielen deutschen Tierfotografen inzwischen nicht mehr vernachlässigt wird. Der Biebrza-Nationalpark liegt zwar eigentlich nicht gleich vor unserer Haustür, doch stellt er für etliche Arten die westlichste Verbreitungsgrenze dar. So kann man an der Biebrza nach wie vor viele in Europa sonst schwierig zu sehende Arten wie Doppelschnepfe, Seggenrohrsänger oder Schreiadler relativ leicht sehen. Mit dem Auto schafft man die Fahrt an einem Tag. Von Berlin führt die Route über die A2 und dann ab Frankfurt/Oder weiter nach Poznan-Warschau-Bialystok.

Der Biebrza-Nationalpark, der „Europäische Amazonas” schützt ein riesiges Flußsystem mit ausgedehnten Feuchtwiesen, Wasserflächen, Sümpfen und Auwäldern. Der Park hat eine Größe von etwa 60.000 Hektar. Geprägt wird das Gebiet von dem Biebrza-Becken, einem außergewöhnlich weitläufigen Continue reading Vogelfotografie im Biebrza-Nationalpark im Frühjahr

Balzfütterung beim Eisvogel

Eisvogel

Ein Eisvogel (Alcedo atthis) auf seinem Ansitz ist schon ein Bild, das viele Naturfotografen sehnsüchtig erwarten. Wenn dann auch noch eine Fütterungsaufnahme gelingt, ist das Glück perfekt. Zwischen Februar und März beginnt der Eisvogel mit der Partnersuche. Bevor es zur Paarung kommt kann, muß das Weibchen aber erst einmal in Stimmung gebracht werden. Dazu umwirbt das Männchen sein ausgewähltes Weibchen und überbringt ihr dabei kleine Fische. Offensichtlich ist die Balzfütterung ein ganz wichtiger Beitrag zur Paarbindung. Aus einem Fotoversteck am sogenannten Hechtsee in der Feldberger Seenlandschaft konnte Ende April ein Paar Eisvögel fotografiert werden. Dabei konnte in der Morgendämmerung zuerst eine Paarung und im Verlauf des Vormittags mindestens 3 Balzfütterungen beobachtet und fotografiert werden. Zum Glück für die Fotografen ist die Balzfütterung also nicht nur auf die Zeit vor der Paarung beschränkt.

Bis zu 8 Eier werden vom Eisvogelpaar in einer Zeit von knapp drei Wochen abwechselnd ausgebrütet. Bis sie ihr vollständiges Gefieder erhalten, dauert es Continue reading Balzfütterung beim Eisvogel

Die Nachtigall: ein populärer, aber durch schleichenden Rückgang bedrohter Zugvogel

NachtigallDie Nachtigall (Luscinia megarhynchos) kommt als Zugvogel im April aus dem tropischen Afrika u.a. nach Deutschland. In Afrika hat sie in den Galeriewäldern der Savannenzonen überwintert. Als erstes treffen die Männchen ein. Das Nachtigallenmännchen beginnt es sofort laut zu singen, um den Nachbarn den eigenen Revieranspruch zu verkünden. Der Gesang der Nachtigall ist sehr strophenreich und wohltönend, besitzt aber auch charakteristische, schwermütige dü-dü-dü-Rufe und harte Schmetterstrophen. Gesang ist insgesamt die am meisten verbreitete Art der Partneranlockung unter Vögeln. Die Nachtigall desFotos hatte ihr Revier entlang eines Entwässerungskanals, der mit Erlen bestanden war, bezogen und schmetterte sein Lied in die frische Morgenluft.

Da der Gesang meist aus dichtem Unterholz vorgetragen wird, bleibt der ohnehin sehr unscheinbare, oberseits rotbraune, unterseits fahl graubraune Vogel dem Beobachter häufig Continue reading Die Nachtigall: ein populärer, aber durch schleichenden Rückgang bedrohter Zugvogel

Steppengebiet La Serena/ Spanien

ZwergtrappeWeite, trockene Landschaft so weit das Auge reicht. Wer weite Steppenlandschaften liebt und das im Blog über die Steppen um Belchite beschriebene Gebiet nicht besuchen kann oder auf dem Weg nach Portugal, einen fotografischen Zwischenstopp in der Estremadura einlegen will, dem bietet sich ein kürzerer oder längerer Aufenthalt in einem der größten Steppengebiete Spaniens mit einer erstaunlichen Artenvielfalt an. Dieses Gebiet heißt La Serena. In der Nähe der Stadt Merida kann man in Dörfern mit dem Name Castuera, Cabeza del Buey oder Puebla de Alcocer schön übernachten und von da aus die Vögel und die Landschaft erkunden. Nicht immer steht der Name Estremadura für grüne Steineichenwälder bis zum Horizont. Im Osten der spanischen Provinz Badajoz findet man eine kontrastreiche Landschaft, deren besonderer Reiz in dem Wechsel zwischen steppenartigen Gebieten und locker bewaldeten Flächen liegt. La Serena ist ein Steppengebiet, das für Naturfotografen ein sehr lohnendes Fotoziel mit exzellenten Aufnahmemöglichkeiten darstellt.

Die Steppen von La Serena sind berühmt für ihre Steppenvogelwelt. Spiessflughuhn (Pterocles alchata), Sandflughuhn (Pterocles orientalis), Kalanderlerche (Melanocorypha calandra) und dann erst Continue reading Steppengebiet La Serena/ Spanien

Kiebitz mit Springschwanz als Beute

KiebitzAprilwetter. Mal ziehen graue Wolken über das Land. Dann wieder scheint die Sonne. Nun ist die Landschaft nicht nur vom Jubilieren der vielen Singvögel erfüllt, sondern auch von den hohen, quietschenden Rufen balz- oder imponierfliegender Kiebitze (Vanellus vanellus). Um sich zu stärken sucht der Kiebitz nun auch gerade umgebrochene Äcker auf. Dort ist er manchmal zu sehen, wie er bedächtig die Ackerkrume absucht, dann wieder vorwärts rennt, von Zeit zu Zeit den Kopf senkt und dann wieder verharrt. Der Beobachter wartet auf den großen Regenwurm, den der Kiebitz aus dem Boden holt. Doch häufig sieht man – augenscheinlich – nichts. Erst die DetailaufnahmeKiebitz zeigt dann, daß der Kiebitz bei der Nahrungssuche durchaus erfolgreich war. Nur war der das mit einer Beute, die so klein ist, daß sie schnell übersehen wird. So auch bei dieser Aufnahme aus der Niederungslandschaft der Nieplitz. Die Detailaufnahme zeigt den Schnabel des Kiebitzes mit einem kleinen Arthropoden. Wahrscheinlich ein Springschwanz. Diese Urinsekten werden auch Collembolen genannt. Sie sind nur 1 bis 2 mm groß. Sie sind bei Gärtner –und damit auch Landwirten – nicht sehr beliebt. Denn Springschwänze richten Schäden an Keimlingen an. Hier betätigt sich der Kiebitz also als Ungeziefervernichter.

Der Kiebitz brütet in ebenen offenen Landschaften, die Continue reading Kiebitz mit Springschwanz als Beute

Kuckucke auf dem Frühjahrszug

KuckuckBald ist wieder die Zeit auf die häufig besungenen und beschriebenen Rufe des Kuckuck (Cuculus canorus) zu achten. 7 Satelliten markierte Kuckucke haben damit begonnen, sich den Weg in die Brutgebiete zu machen. Wissenschaftler des britischen British Trust for Ornithology (BTO) wurden mit Transmittern ausgestattet, um den Zugverlauf dieser sagenumwobenen Vögel herauszufinden.

Wie in Mitteleuropa hat die Population des Kuckucks in den letzten 25 Jahren einen alarmierenden Rückgang in Großbritannien erfahren. Die Zahlen fielen in dem Zeitraum um 65 Prozent. Die Nachverfolgung mit Hilfe von Satelliten durch den BTO haben bereits erhebliche Mengen an Informationen zum – bisher unbekannten – Migrationsmuster der Vögel zur Verfügung gestellt. Vielleicht können so einige Antworten zu den Gründen für den Niedergang des europäischen Kuckucks gegeben werden.

Derzeit werden 5  Satelliten markierte Kuckucke aus Continue reading Kuckucke auf dem Frühjahrszug

Alpenbraunellen im Taunus bei Frankfurt/ Main

AlpenbraunelleGenau vor 2 Jahren gab es für Birder im Rhein-Main-Gebiet eine große Überraschung. Sage und schreibe 3 Alpenbraunellen waren am 11. April 2014 am Großen Feldberg gerade mal 20 km entfernt von der Innenstadt von Frankfurt / Main zu beobachten. Nachdem ein Ornithologe, Ingo Rössler, die Art bei der Suche nach Ringdrosseln, Turdus torquatus, entdeckt hatte, waren schon mehrere Ornithologen auf dem über 800m NN hohen Gipfel gewesen, um die hier sehr seltene Art zu beobachten. Zuerst war die Rede von einem Vogel, dann waren sie angeblich weg und dann waren es doch insgesamt 3 Individuen,  die sich auf dem Großen Feldberg dem höchsten Berg des im Südwesten Hessens gelegenen Mittelgebirges aufhielten.

Als wir gegen 16:30 ankamen, trieben sich die Alpenbraunellen (Prunella collaris) gemeinsam im westlichen Innenhof direkt am großen Fernmeldeturm herum. Sie waren eifrig damit beschäftig, auf dem mit Pflaster ausgelegten Innenhof nach Nahrung zu suchen. Immer wieder flogen die Braunellen auf und landeten dann in den Regenrinnen des Funkturms. Noch bis mindestens Continue reading Alpenbraunellen im Taunus bei Frankfurt/ Main

Frühjahrszug an den überschwemmten Oderwiesen

SchnatterenteNachdem Birder das erste Wochenende im April als Frühling mit angenehmen Temperaturen, einem angenehmen Südwind und in der Regel Sonnenschein genießen konnten, stellt sich weiterhin bei leicht kühleren, aber immer noch frühlingshaften Temperaturen ein deutlicher Schub an Zugvögeln ein. Vor allem Drosslen – darunter auch schon die ersten Ringdrosseln (Turdus torquatus) werden nun verstärkt an ihren traditionellen Rastplätzen angetroffen. Auch die ersten Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) und Rohrschwirle (Locustella luscinioides) waren zu hören.

Nach einem Ausflug in die Welseaue bei Passow auf der Suche nach Bekassine (Gallinago gallinago) und Zwergschnepfe (Lymnocryptes minimus) fahre im Anschluß an diese Exkursion an die Oder. Nachdem ich bei Nieselregen getankt und Frühstück besorgt habe, fahre ich zum Criewener Polder südlich von Schwedt. Den Wagen parke ich kurz vor der Brücke über den Seitenkanal der Oder und packe dann Stativ, Spektiv und das Canon 4,0/ 400 DO aus. Damit laufe ich bis zu einer nicht weit entfernt gelegenen Bank mit einem eindrucksvollen Blick über den ganzen Polder, der immer noch recht naß und in weiten Teile überschwemmt ist. Die Betonplattenwege Continue reading Frühjahrszug an den überschwemmten Oderwiesen

Schwanennest in Tundra

SingschwanBei eisigen Temperaturen und Schneefall bauen jedes Jahr im Naturreservat Børselvdalen im Norden Norwegens Singschwäne (Cygnus cygnus) ihre Nester. Der Schwanenvogel stand bereits kurz vor dem Aussterben, doch glücklicherweise hat sich die Population wieder erholt. An den Seen und in den ausgedehnten Torfmooren im Norden Norwegens sind Singschwäne zwar teilweise sogar direkt von der Straße aus zu sehen. Jedoch müssen Naturfotografen viel Zeit und Geduld mitbringen, wollen sie die scheuen Singschwäne und ihren Nachwuchs bei all ihren Aktivitäten in der Brut- und Führungszeit fotografieren.

Singschwäne beginnen zu nisten, sobald die Gewässer eisfrei sind, auch dann wenn es gelegentlich noch schneit. Wenn der erste Schnee fällt, verlassen die Singschwäne den Norden Skandinaviens und ziehen zum Überwintern an die Küsten von Nord- und Ostsee. Erst Ende März treten sie wieder den Rückflug in ihre Brutgebiete an, die dann noch immer von Schnee bedeckt sind. Sie treffen stets Anfang April auf den noch nicht ganz eisfreien Gewässern ein, wo sie mit den nötigen Fettreserven eintreffen, um die eisigen Temperaturen auszuhalten, die zu dieser Jahreszeit Norwegen beherrschen. Jedes Jahr kommen auch am Fluß Børselva zuerst die Familienclans an. Das sind die erwachsenen Vögel mit Continue reading Schwanennest in Tundra

Overshoots im Frühjahrszug auf den britischen Inseln

GartenrotschwanzEs lohnt sich immer wieder, mal über den Tellerrand des unmittelbaren Orni-Umfelds zu schauen. So konnten auch die Birder auf der Insel im Westen des Kontinents das erste Wochenende im April als Frühling mit angenehmen Temperaturen, einem leichten Windchen und in der Regel Sonnenschein willkommen heißen. Mit den frühlingshaften Temperaturen war auch auf den britischen Inseln ein deutlicher Schub von sommerlichen Migranten verbunden: Ringdrosseln (Turdus torquatus) wurden verstärkt an ihren traditionellen Rastplätzen angetroffen; es gab einen bemerkenswerten Einflug von Gartenrotschwänzen (Phoenicurus phoenicurus) (weitgehend Männchen) und auch andere Zugvögel wie Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca), Feldschwirl (Locustella naevia), Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) und Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus)  waren erstmals in diesem Jahr zu bewundern.

Mit dem zunehmenden Vogelzug aus südlichen Gefilden wuchs natürlich auch die Vorfreude auf die Vögel, die von den Briten „overshoots” genannt warden. Dies sind Zugvögel, die in dieser Zeit ihr eigentliches Verbreitungsgebiet nach Norden überschreiten und in Großbritannien und Irland in den kommenden Wochen nur sporadisch wahrgenommen werden und sich dann in ihre südlichen Brutgebiete zurückziehen. Hier konnten u.a. schon die ersten Beobachtung mit einem Rotkopfwürger (Lanius senator) bei der Windmill Farm, Cornwall gemacht werden. Schon fast „fest-gebucht“ zu diesem Zeitpunkt ist der Continue reading Overshoots im Frühjahrszug auf den britischen Inseln

Hochseevögel – Fotografie mit der Canon EOS 1DX

KapsturmvogelDerjenige, der als Vogelfotograf die echte Herausforderung sucht, sollte es mal mit der Fotografie von Hochseevögeln in ihrem Element probieren. Die Kombination von schnell-fliegenden Albatrossen, agilen Sturmvögeln dynamischen Sturmtauchern mit einem kleinen Schiff auf hoher See mit meterhohen Wellen, Gedränge an der Reling, Salznebel und läßt die Hochseevögel – Fotografie auf Anhieb zu einem anspruchsvollen Unternehmen werden.

Da will man keine Probleme mit dem technischen Handwerkszeug haben. Auch wenn der Einzug der digitalen Fotografie auch die Vogelfotografie revolutioniert hat, so können auch bei der Fotojagd auf hoher See eine Menge Probleme auftreten. Für die Seabird-Fotografie nutze ich persönlich in den letzten Jahren konsequent das professionelle Canon-Flaggschiff, die Canon EOS 1 DX,  mit einem Canon 4,0/400mm DO Objektiv.

Die Fotografie findet in den meisten Fällen ohne die Verwendung eines Telekonverters statt. Bei Verwendung eines Telekonverters ist es ein 1.4 Canon Telekonverter der II-Serie. Die Canon EOS 1 DX in Kombination mit einem Objektiv Canon 4,0/400mm DO stellt das Continue reading Hochseevögel – Fotografie mit der Canon EOS 1DX

Osterausflug auf die Greifswalder Oie

TrauerenteSeeenten wie Eisenten (Clangula hyemalis), Trauerenten (Melanitta nigra) oder Bergenten (Aythya marila) im Tiefflug über der Ostsee. Noch dazu im Prachtkleid. Dies alles ist auf einem Ausflug mit der MS „Seeadler“ der Apollo-Reederei auf die Greifswalder Oie – der nord-östlichen Insel Deutschlands – möglich. Die Insel liegt nördlich von Usedom im nördlichen Vorpommern mitten in der Ostsee.

Wie bereits in anderen Blog über das Zuggeschehen beschrieben, lohnt es sich im Frühjahr und Herbst die ziehenden Trupps nicht nur der Singvögel genauer abzusuchen. In gemischten Ententrupps können sich nämlich auch andere Vertreter der Melanitta -Seeenten aufhalten. Das sollte über Ostern mal von Peenemünde aus getestet werden. Bei herrlichstem Wetter ging es pünktlich um 9.45 Uhr mit der MS „Seeadler“ hinüber zur Greifswalder Oie. Als die MS „Seeadler“ den Peenestrom verlassen hatte und den Peenemünder Haken passiert sind in der Ferne schon ziehende Mittelsäger (Mergus serrator),  Kormorane (Phalacrocorax carbo), Pfeifenten (Anas penelope), Reiherenten (Aythya fuligula), Eisenten, Trauerenten und Lachmöwen (Chroicocephalus ridibundus bzw. Larus ridibundus) zu sehen.

Schnell passieren wir die Insel Runde und sehen in der Ferne schon die Oie. Da die See nicht zu rau ist, ist es möglich die Continue reading Osterausflug auf die Greifswalder Oie

Fotosequenz zeigt Bienenfresser mit Fledermaus

Bienenfresser (europ.)In einem Artikel bei Birdguides.com wurde die bemerkenswerte Fotosequenz gezeigt bei der ein Bienenfresser (europ.) (Merops apiaster) in Israel offenbar eine Fledermaus erbeutet hatte und diese verzehrfertig aufbereitet.

Am 26. Juni 2015 war der glückliche Fotograf, Shuki Cheled, auf Vogelbeobachtungstour mit einem niederländischen Freund. In der Nähe des Dorfes Nahala begegnete den beiden ein Bienenfresser, der etwas erstaunlich Großes, Braunes in seinem Schnabel hielt. Der Vogel flog schließlich näher und die beiden waren erstaunt zu sehen, dass die Beute tatsächlich eine Fledermaus war. Die Fledermaus war lebendig und flatterte auch mit den Flügeln. Bei der Beute handelte es wahrscheinlich um eine Weißrandfledermaus (Pipistrellus kuhlii).

Im Verlauf der Fotosequenz wird deutlich Continue reading Fotosequenz zeigt Bienenfresser mit Fledermaus

Fototechnik bei der Weissrückenspecht-Pirsch

 

WeissrueckenspechtDas Silkosia-Naturschutzgebiet im Strandzha Naturpark ist die Heimal der lilfordi-  Unterart des Weißrückenspechts (Dendrocopos leucotos lilfordi). Eine Weißrückenspecht-Pirsch ist eine Kombination aus Geduld, einer anstrengender Wanderung, einer hoch in alten Bäumen Nahrung suchender, scheuen Spechtart mit einigen technischen Herausforderungen. Der Erfolg, diesen Specht gefunden zu haben, ist dann aber umso schöner; garniert mit einem vollem Atemzug Naturgenuß in abgelegenen, urtümlichen Waldlandschaften.

Es ist wichtig, sich das richtige Naturreservat mit einem naturnahen Laubmischwald mit – in dem Fall – Orient-Buche (Fagus orientalis) auszusuchen. Nachdem wir Strandzha Naturpark, im Reservat Silkosia gleich am Anfang einen länger anhaltenden Trommelwirbel gehört hatten, haben wir dann geschlagene 7 Stunden auf eine Sichtung gewartet. Dies alles bei eher naßkalten, teils nebligen Wetter mit dicken Wolken und etwas Nieselregen. Ende Februar ist vielleicht noch nicht die richtige Zeit. Die  Weißrückenspechte sind noch nicht in Brutstimmung. So konnten wir die Specht weder trommeln noch Continue reading Fototechnik bei der Weissrückenspecht-Pirsch

Oster-Zugtag vor Usedom/ Vorpommern

RohrammerFrohe Ostertage. Der Ostersamstag war nach einem schmuddelig-grauen Karfreitag schon recht warm und windstill gewesen. Gegen Abend frischte der Wind dann von Süd auf. Jetzt   gab es für die ersten Zugvögel kein Halten mehr. Am Morgen des Ostersonntags, waren bei Sonnenaufgang die ersten Trupps von Singvögel und vielen, vielen Tauben zu sehen. Trotz der Geschwindigkeit mit der die Singvögel durchzogen, waren doch die typischen Flugbilder – u.a. die hellen Flügelfenster der Buchfinken (Fringilla coelebs) – gut zu sehen. Dabei waren auch Kohlmeisen (Parus major), Rohrammern (Emberiza schoeniclus), Blaumeisen (Cyanistes caeruleus) und Bergfinken (Fringilla montifringilla) sehr gut in großen, meist artreinen Trupps zu beobachten. Die meisten Trupps zogen entlang des Usedomer Steilhangs und flogen der niedrigen Topographie der Küstenlinie folgend in Richtung Heringsdorf nur noch in ca. 10m Höhe entlang. Als wollte er den anstehenden Zug gen Osten begrüßen, trällerte ein Girlitz (Serinus serinus) sein wunderschönes Frühlingslied aus einer hohen Buche gen Osten. Der Hit waren aber die kopfstarken Trupps von Ringeltauben (Columba palumbus), die immer mal wieder knapp über Baumwipfel-Höhe angeflogen kamen und im schnellen Flug gen Osten hasteten.

Der Winter war zwar nicht sehr kalt, hatte ich sauber doch länger hingezogen. Der März 2016 zeigte sich bisher nicht wirklich frühlingshaft. Die Temperaturen wichen im Norden und Osten 1 bis 2 Grad von den langjährigen Erwartungen nach unten ab, im Westen Continue reading Oster-Zugtag vor Usedom/ Vorpommern

Balz und Brutplatzwahl der Haubentaucher

Great Crested Grebe on nestHaubentaucher (Podiceps cristatus) sind recht häufige Vögel in Deutschland. Die Population ist dabei weitgehend konstant. Nach schwerer Verfolgung im 19. Jahrhundert wird eine deutliche Erholung der Bestände seit der Mitte des 20. Jahrhunderts beobachtet. Die Taucher profitieren vor allem von der Steigerung der Nahrungsmittelversorgung von kleinen Fischen in nährstoffreichen Gewässern.

Manchmal sind auch in unmittelbarer Nähe des Wohnortes Haubentaucher zu beobachten. Ein solches Gebiet ist gerade mal 10 km entfernt und eigentlich als Erholungsgebiet mit Tretbooten, Schwimmern bekannt und als Anglertreffpunkt und Hundeauslauftreff gefürchtet. Eigentlich konnte ich mich nicht an eine Ufervegetationszone mit Schilf oder Binsen erinnern. Ich hatte den Eindruck, daß es dort nur Stockenten (Anas platyrhynchos) aushalten würden. Diese werden sogar regelmäßig kiloweise mit Brot gefüttert. Bei der Suche nach einer Möglichkeit, den Autofokus meiner neu gekauften Kamera, einer Canon EOS 1 Mark IV mit einem Canon 400mm f 4,0 DO, zu testen, erinnerte ich mich an Continue reading Balz und Brutplatzwahl der Haubentaucher

Soemmerringii- Dohle in Bulgarien?

DohleEigentlich war ich Ende Februar in Nordbulgarien auf der Suche nach der Rothalsgans (Branta ruficollis). Die angenehmen, warmen und wechselhaften Temperaturen hatten die meisten Rothalsgänse aber schon Anfang Feburar – kurz nach der Jagdsaison – wieder gen Norden getrieben. Trotzdem wollte ich mir Bulgarien im Vorfrühling nicht entgehen lassen. Es hat sich trotzdem gelohnt. Vor allem  die aus Kreidefelsen bestehenden, naturnahen Steilküsten  boten die Grundlage für manch schöne Beobachtung. Jetzt im zeitigen Frühjahr gibt es noch einige Wintergäste wie die Raubwürger (Lanius excubitor), die teils auch mit ihren östlichen (ssp. Homeyeri) Verwandten auftreten oder auch Dohlen der östlichen Unterarten. Corvus monedula soemmerringii tritt vom östlichen Europe über den Iran bis in das nordwestliche Indien auf.

Die Kreidefelsen waren jetzt im zeitigen Frühjahr auch die Heimal der Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis desmarestii). DohleHäufig kam die hier auftretende Subspezies desmarestii zusammen mit den Dohlen auf den gleichen Felsen vor.

Das Thema der Identifikation der Dohle der Subspezies soemmerringii, die im Deutschen auch Halsbanddohle genannt wird, ist weiterhin heiß diskutiert. Die Dohle (Corvus monedula soemmerringii) wird nur vereinzelt Continue reading Soemmerringii- Dohle in Bulgarien?

Die Reuselse Moeren als Vogelbeobachtungsgebiet

BaumpieperWer die im Blog über die niederländischen Moorgebiete (Veen) beschriebenen Gebiete besuchen will oder auf dem Weg nach Texel, einen fotografischen Zwischenstopp einlegen will, dem bietet sich ein Abstecher zu dem Naturreservat Reuselse Moeren an. In der Nähe der Kleinstadt Bladel nicht weit von Eindhoven an der holländisch-belgischen Grenze – gut erreichbar über die A67 – liegt bei der Gemeinde Reusel das reizvolle Moor- und Heidegebiet, das für Naturfotografen ein lohnendes Fotoziel mit exzellenten Aufnahmemöglichkeiten darstellt.

Die Reuselse Moeren umfaßt eine Fläche von ungefähr 150 Hektar mit Hochmoorresten, kleinen, trockenen und feuchteren Heidegebieten, Weiden- gebüschen, Gagelsträuchern und einigen Magerwiesen.

Die Reuselse Moeren schützen eine typische niederländische Wald- und Moorlandschaft. Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) und Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis) Continue reading Die Reuselse Moeren als Vogelbeobachtungsgebiet

Waldsänger auf ihrem Zug in Carolina

Braunbrust-WaldsängerDie Waldsänger (Parulidae) in ihrer Heimat in Nordamerika zu beobachten war das Ziel des Trips. Dazu bot es sich an, eine günstige Stelle für den herbstlichen Zug aufzusuchen, um eine maximal mögliche Zahl von Individueen und Arten – vom Gelbscheitel-Waldsänger (Dendroica pensylvanica) bis zum Kletterwaldsänger (Mniotilta varia) – sehen zu können. Die Galerie der Waldsänger zeigt die Ergebnisse.

Nebel herrscht am frühen Morgen. Darüber strahlen aber die Sterne um die Wette. Ein traumhafter Frühherbstmorgen kündigt sich an. In der Nacht hat es Temperaturen um 0° Grad gegeben. Als ich aus der Cabin in Little Switzerland auf den Blue Ridge Mountains trat, hatte ich anfangs den Eindruck, es regnet. Es ist aber nur der Nebel der sich in Tropfen materialisiert. Es sind ca. 22km vom Örtchen Little Switzerland in südlicher Richtung zum Aussichtspunkt auf dem Blue Ridge Mountain Highway. Im ersten Büchsenlicht – um 6:45 – erreiche ich den Ridge Junction Overlook. Wenig Continue reading Waldsänger auf ihrem Zug in Carolina

Kiskunsag Nationalpark im zeitigen Frühjahr

KampfläuferDer Winter hinterläßt ein grau-braunes Landschaftskleid. Im zeitigen Frühjahr werden jedoch große Bereiche der Niederung überflutet, und die ausgedehnten Flachwasserbereiche stellen ein Eldorado für durchziehende Wat- und Wasservögel dar. Hauptsächlich sind es Uferschnepfen (Limosa limosa), Kampfläufer (Calidris pugnax) und andere langbeinige Limikolen, die sich neben diversen Entenarten in riesigen Schwärmen einfinden. Mit Glück sieht man in den Randbereichen auch die seltene Sumpfohreulen (Asio flammeus) jagen, die in manchen Jahren in der Gegend brütet. Spätestens im Mai sind die meisten Flächen dann wieder ausgetrocknet, und nur in einigen Senken halten sich noch Gewässer. Aufgrund der starken Verdunstung entwickeln sich die meisten offenen Gewässer zu Sodaseen, an denen sich die an diesen anspruchsvollen Lebensraum angepaßte Vogelarten wie Stelzenläufer (Himantopus himantopus), Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) und Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) beobachten lassen. Auch Pflanzen, die man sonst nur von der Küste kennt, etwa den Queller oder die Strand-Aster, wachsen in großen Beständen. Jetzt ist auch die Zeit, um den eindringlichen, leisen Rufen der Turteltaube (Streptopelia turtur) zu lauschen. Mit ein wenig Geduld sind diese schön gefärbten, in Mitteleuropa aber Continue reading Kiskunsag Nationalpark im zeitigen Frühjahr

Brutgeschäft bei Graureihern in Stuttgart

GraureiherDie Brutvorbereitung der Graureiher (Ardea cinerea) am Max-Eyth-See, einem bekannten Erholungssee direkt bei Stuttgart, findet Anfang bis Mitte Februar statt. Dann besetzen die Graureiher ihre Horste. Die Nester werden ausgebessert oder neu gebaut. In dieser Zeit Ist es sehr lebhaft in der Kolonie. Unermüdlich suchen die Vögel auf dem Boden und in den Baumkronen nach abgebrochenen Zweigen. Haben sie dabei einen etwas dickeren erwischt, fliegen sie schwerfällig wieder zu den Horsten. Es werden auch Zweige von Bäumen abgerissen oder von anderen Horsten stibitzt. Diese Phase im Jahresablauf der Graureiher, eignet sich gut, um schöne Verhaltensbeobachtungen zu machen.

Der Max-Eyth-See ist Continue reading Brutgeschäft bei Graureihern in Stuttgart

Die winterliche Niederung der Unteren Havel

SingschwanNebel steigt aus den Flußauen, die Stille wird durchbrochen nur hier und da von den cru-cru-Rufen der Kraniche. Singschwäne (Cygnus cygnus) grasen die überschwemmten Wiesen ab, schütteln sich im Gegenlicht die Wassertropfen vom Schnabel. Wenig später dann die typischen leicht qäkenden Flugrufe von Gänsen. Wenn im Spätwinter und Vorfrühling die Sonne im Morgengrauen die Feuchtigkeit aus den Wiesen und Bruchwäldern treibt, kann man in den nebligen Havelauen oft ein prachtvolles Lichtspiel erleben. Dichte Nebelschwaden steigen aus den Langgraswiesen auf, und das Morgenlicht taucht die Natur in immer neue Farben. Auenwälder, offene Wasserflächen und ausgedehnte Feuchtwiesen prägen die Niederung der Unteren Havel. Ein Lebensraum, der in den frühen Morgenstunden am stimmungsvollsten ist.

Die Niederung der Unteren Havel ist eine der letzten naturnahen Flußauen in Deutschland. Zwischen dem brandenburgischen Rathenow und Havelberg in Sachsen-Anhalt mäandriert die langsam fließende Havel durch eine ausgedehnte Wiesenlandschaft des Naturparks Westhavelland, der über 700 vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum Continue reading Die winterliche Niederung der Unteren Havel

Weißrückenspecht: auf der Suche nach der lilfordi-  Unterart

WeissrueckenspechtDer Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos lilfordi) kann einem Birder wirklich das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Die  hier auftretende Subspezies lilfordi kommt nur auf dem Balkan und in der Türkei (und noch in den Pyränäen) vor. Die Habitatansprüche

Ein lokaler Guide ist für die Suche nach diesem Specht in Bulgarien unverzichtbar. Früh morgens geht es los. Die Entfernung vom Touristenort Burgas beträgt zwar nur

Als wir endlich Tsarevo erreichen, biegen wir auf eine schmale Landstraße ab. Schnell wird die Strecke deutlich schlechter. Über Izgrev geht es weiter auf kurvenreicher, schlechter Strecke durch Eichenwald. Oben – auf ca. 900m NN – angekommen, bin ich sehr angenehm angetan davon, wie unberührt und weitläufig der Wald ist;  und wie ruhig es in der Gegend – abgesehen vom hörbaren Flugverkehr und dem ein oder anderen Auto auf der kleinen Landstraße – ist.  Von der kleinen gut asphaltierten Straße kann man wirklich super birden und entlang der Straße laufen. Von der Straße aus sind kleine Abstecher in den sehr hübschen Laubmischwald, mit Orient-Buche (Fagus orientalis) – einem nahen Continue reading Weißrückenspecht: auf der Suche nach der lilfordi-  Unterart

Haubentaucher bei der spektakulären Balz

HaubentaucherAusgedehnte Feuchtwiesen und offene Wasserflächen prägen die Niederung von Nuthe und Nieplitz. Ein Lebensraum, der in den frühen Morgenstunden am stimmungsvollsten ist. Wenn im zeitigen Frühjahr die Tage wieder länger werden, die Sonne im Morgengrauen die Feuchtigkeit aus den Wiesen und Schilfflächen treibt, kann man an den vielen nebligen Seen oft ein prachtvolles Lichtspiel erleben. Dichte Nebelschwaden steigen aus den Wiesen auf, und das Morgenlicht taucht die Natur in immer neue Farben

Nun sind auch die Vögel in der Nuthe und Nieplitz – Niederung in Balzstimmung. Haubentaucher (Podiceps cristatus) verfügen über einen besonders spektakulären Balzablauf. Zuerst sieht man Männchen und Weibchen zusammen schwimmen. Beide Partner schwimmen mit aufgestellten Kopffedern immer öfter einander zugewandt. Die Farben wirken nun im Frühling frisch und machen auch weitentfernte Beobachter auf die Balz aufmerksam.

Es lassen sich mehrere Phasen im Balzablauf beschreiben; man unterteilt sie in fünf rituelle Abschnitte. Die Balz beginnt mit Continue reading Haubentaucher bei der spektakulären Balz

Veen-Gebiete in den Niederlanden

SchwarzhalstaucherEin Sonnenaufgang im Herbst oder Winter verleiht jeder Landschaft einen ganz eigenen Reiz. Dies gilt umso mehr in Verbindung mit Nebel. Wenn man Glück hat, legt der Tau im Herbst und der winterliche Reif der Landschaft ein glitzerndes Kleid an. Wichtig ist natürlich wie immer in der Naturfotografie, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Ein Lebensraum, der mit seiner Vielfalt an Pflanzen und Tieren immer zu fotografischen Streifzügen verlockt, ist das Moor. In den dichtbesiedelten Niederlanden sind die Veen-Gebiete ein

Besonderes naturfotografisches Erlebnis. Sowohl Tier- als auch Landschaftsfotografen kommen auf ihre Kosten, wenn das morgendliche Dämmerlicht die Landschaft in ein prachtvolles Farbenspiel taucht und nach Sonnenaufgang sich das Leben allmählich regt. In aller Ruhe kann man beobachten, wie sich die Nacht im Dämmerungslicht verabschiedet, das anfangs blaue Continue reading Veen-Gebiete in den Niederlanden

Lerchenparadiese in den Kap-Provinzen Südafrikas

Karoo-LangschnabellercheDie Vielzahl der Lerchenarten ist eine der Besonderheiten des südlichen Afrika. Auch und vor allem die Western Cape Province und die Northern Cape Province bieten beste Voraussetzungen um ein gutes Dutzend Arten zu sehen. Bushmanland, Westküste, Karoo und Namaqualand sind die Regionalnamen der Plätz, die man aufsuchen sollte, um eine große Auswahl an Lerchen sowie einige andere Trockengebietsarten des südlichen Afrika – darunter etliche endemische Arten – zu beobachten.

Das Buschmannland – zum Beispiel – ist eine riesige, dünn besiedelte Halbwüste von vollendeter Schönheit. Die Landschaft ist von steinigen Ebenen geprägt, die verstreut von niedrigen Büschen oder auch Dünenfeldern unterbrochen sind. Die Schönheit der Landschaft wird der ernsthafte Vogelbeobachter genauso schätzen, wie den Reichtum an endemische Arten des südlichen Afrikas. So kommt im Buschmannland die Kalaharilerche (Calendulauda burra) vor. Sie hat im Buschmannland weltweit ihre einzige Verbreitung.

Die Koa-Dünen süd-westlich von Pofadder sind ein besonderer Schwerpunkt der Verbreitung der Continue reading Lerchenparadiese in den Kap-Provinzen Südafrikas

Texel im Winter: Schwanenfotografie

SingschwanDie anmutigsten und majestätischsten Vögel im winterlichen Texel sind die Schwäne. Die südlichste der westfriesischen Inseln ist die Insel Texel. Sie liegt am südwestlichen Rand des Wattenmeeres – schräg oberhalb von Amsterdam. Texel ist leicht zu erreichen, da die Autofähren fast stündlich von Den Helder nach De Horntje auf Texel herüberfahren. Auf Texel herrscht ein allgemein recht mildes Klima, welches sich durch die Auswirkungen des Golfstromes erklärt. Im vorletzten Jahr fuhr ich über Sylvester nach Texel. Ich wollte dort Schwäne beobachten und fotografieren. Als Übernachtungs- und Zielort auf der Insel wählte ich Oost, da sich die meisten Vögel im Nordosten der Insel aufhalten.

Den Preis für die anmutigsten und majestätischsten Vögel haben klar die Schwäne gewonnen. Höcker-, Zwerg- und Singschwäne (Cygnus sp.) sind im Winter immer auf Texel anzutreffen. 95% aller Schwäne auf Texel sollen Zwergschwäne sein, die sich zusammen in einer großen Schar von ca. 200 Tieren aufhalten. Der Zwergschwan (Cygnus columbianus) brütet Continue reading Texel im Winter: Schwanenfotografie

Sichelstrandläufer: Beobachtungen wann und wo?

SichelstrandläuferEin Vogel der hohen Arktis – der Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus oder Eudromias morinellus) – ist vor einiger Zeit bei bird-lens.com besprochen worden. Ein weiterer Brutvogel der hohen Arktis kann vor allem die Vogelbeobachter an den Küsten immer erfreuen. Es handelt sich um den Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea). Auch wenn vor allem das wunderschöne, rostrote Brutgefieder des Sichelstrandläufers ein besonderer ästhetischer Anblick ist, so ist doch der Anblick dieses Watvogels in Küstensalzwiesen und Lagunen ein fesselnder Anblick für jedermann. Die Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea), die durch Europa ziehen überwintern wohl vor allem in Süd- und Westafrika und Südwesteuropa. Wer also auf Nummer Sicher gehen will, schaut sich diese Limikole in ihrem Winterquartier z.B. an den Ufern des Berg River in der Nähe der Ortschaft Velddrif am Atlantik an. Dabei sind sowohl die trockenfallenen Schlammflächen des Flusses nach der Flut als auch die sogenannten Kliphoek Salinen in der Nähe von Velddrif vielversprechend. Neben Zwergstrandläufer (Calidris minuta) und Continue reading Sichelstrandläufer: Beobachtungen wann und wo?

Waldsaatgänse im Havelland

Saatgans Die Havelaue westlich von Hohennauen –  nördlich von Rathenow – ist eine weite Ebene des norddeutschen Tieflandes. Bei Temperaturen um 0° liegt die Landschaft unter einer dicken Hochnebeldecke. Die Luft ist feucht-kalt und das Land liegt still. Die ergiebigen Regenfälle der vergangenen Tage haben die Wiesen überschwemmt. Teils liegen Wiesen und Weiden unter einer brüchigen Eisdecke. Träge fließt die Havel im Hintergrund. Ende Januar konnten direkt von der Straße nach Parey gut 50 Saatgänse (Anser fabalis) gesehen werden. Offensichtlich kamen sie zur Nahrungssuche auf die Felder und Wiesen. Die bevorzugten Übernachtungsplätze müssen wohl die Polder beim Grützer Bogen und Continue reading Waldsaatgänse im Havelland

Raubwürger in Balzstimmung

RaubwürgerIm Brutgebiet lebt der Raubwürger (Lanius excubitor) sehr zurückhaltend. Daher werden die Aufenthaltsräume der Raubwürger von ca. März bis Juli nicht sehr oft entdeckt. Erst zur Zeit der Jungenaufzucht und vor allem kurz nach deren Ausfliegen, ist der Raubwürger besser zu sehen. Dafür wird er im Winter häufiger u.a. in ornitho.de gemeldet. Würde man Balzplätze kennen, wäre dies schon mal ein guter Anhaltspunkt für ein Brutrevier. Bisher hatte ich angenommen, daß der Raubwürger als territoriale Einzelgänger bis ca. Februar/ März mit eher seltenen Kontakten zu Artgenossen im Winterquartier mit Balzverhalten und Gesang eher zurückhaltend sind.

Umso erstaunter war ich, als ich einen balzrufenden Raubwürger in seinem Winterquartier in winterlichen Landschaft beobachten konnte. Hoch auf einem niedrigen Baum an einem Kanal sitzend, rief der Würger einige Male seinen quäkend-quietschenden Ruf. Anschließend flog er auf den Wipfel einer Pappel und Continue reading Raubwürger in Balzstimmung

Kanadakraniche im Sonnenuntergang am Bosque Del Apache NWR

KanadakranichKanadakraniche (Grus canadensis) werden gelegentlich auch aus dem kontinentalen Europa gemeldet. Eigentlich jeden Winter findet man mal ein Exemplar meist mitten zwischen den einheimischen Kranich-Trupps (Grus grus). Wer diese schönen Vögel allerdings in ihrer angestammten Winterheimat finden will, muß sich schon auf einen Interkontinentalflug begeben und am besten in den mittleren Westen fliegen. Im Bosque Del Apache National Wildlife Refuge / New Mexico kommen jeden Abend Kanadakraniche (Grus canadensis) zu den sogenannten “Kranich-Pools”. Nachdem sie den Tag in der Nähe auf Maisfelder mit der Nahrungssuche verbracht haben, wollen sie über Nacht in Sicherheit in den seichten Tümpeln des Reservats stehen. Der Grund ist wohl, daß sie damit in der Dunkelheit bei minimalem Bedrohungspotential durch Kojotenangriffe ausruhen können. Wenn die Sonne am nächsten Morgen aufgegangen ist, putzen sie sich gern noch ein wenig und fliegen schließlich wieder Continue reading Kanadakraniche im Sonnenuntergang am Bosque Del Apache NWR

Rubinkehlchen bei Amsterdam

RubinkehlchenSogar der britischen Birder-Website www.birdguides.com war es einen eigenen Eintrag wert. Ein männliches Rubinkehlchen (Luscinia calliope) ist weiterhin in den Niederlanden zu sehen. Inzwischen haben schon viele Twitcher aus ganz Europa (.a. Schweden, Dänmark, Polen, Belgien, Frankreich und natürlich Großbritanien und Deutschland) diesen Vogel in Hoogwoud, im Norden von Amsterdam aufgesucht und teilweise auch tolle Fotos geschossen.

Bird-lens.com war zum Glück schon im Jahr 2007 mit Fotos auf Happy Island im östlichen China erfolgreich. Diese Insel ist wohl eine der besten Stellen um im Herbst Continue reading Rubinkehlchen bei Amsterdam

Seltenheit: Blutspecht in Franken

BlutspechtBerichten in Ornitho.de vom 27. Januar 2016 zufolge gibt es eine gute Chance, dass Vogelbeobachter auch in diesem Winter mit einer Seltenheit Bekanntschaft machen können. So wurde im nord-östlichen Bayern ein Blutspecht (Dendrocopos syriacus) beobachtet. Der aktuelle Standort des Blutspecht ist in Kronach im Ortsteil Neuses. Hier treibt er sich vorwiegend in den Gärten herum. Der Specht sei recht mobil aber auch sehr ruffreudig. Am besten könnte man ihn anhand des Rufes finden.

Bei der Bewertung der Fotos gab es einige Irritationen, da ein Merkmal aus Bestimmungsbüchern wie dem Kosmos Vogelführer nicht erkennbar war. Auf der Zeichnung ist eine kleine schwarze „Brücke“ nahe Schulter zu erkennen. Diese fehlt im Foto des Spechtes. Das ist wohl inzwischen geklärt. In dem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, daß sonst noch die Schwanzzeichnung wichtig ist, da Hybriden mit Buntspechten (Dendrocopos major) vorkommen. Der Blutspecht wurde in der Nähe von Kronach, einer Kreisstadt in Oberfranken gesichtet. Die Stadt liegt am Fuße Continue reading Seltenheit: Blutspecht in Franken

Nahrungsspektrum des Raubwürgers im Winter

RaubwürgerVor allem zur Brutzeit spießt ein Raubwürger (Lanius excubitor) seine Beute auf Dornen und Stacheldraht auf, um sie entweder besser als Futter bearbeiten zu können oder um die Beute für Notzeiten aufzubewahren. Im Winter scheinen die Nahrungsstrategien anders geartet zu sein. Die norddeutsch-polnische Tiefebene ist ein beliebter Winterrastplatz des Raubwürgers, da zu der Zeit auch Wintergäste aus nördlicheren und östlicheren Gebieten Europas einwandern und ausharren. Aber wie können die Würger im Winter zu überleben?

Horst Mester in seinem Artikel “Feeding habits of the Great Grey Shrike in winter” zu deutsch”Fressgewohnheiten der Raubwürger im Winter” beschreibt einige Strategien. Es gibt Autoren, die betonen die Vogeljagd dieses größen Würger der Westpaläarktis. Schon aus dem Jahr 1961 beschreibt u.a. Harrison wie Lanius excubitor nachhaltig Kleinvögel Continue reading Nahrungsspektrum des Raubwürgers im Winter

Great Grey Shrikes in winter in Brandenburg

RaubwürgerHaving seen the Northern Shrike (Lanius excubitor) sitting in a snowstorm during a trip to Lapland and Finmark in northern Norway in early spring, I decided to pay more attention to discover this bird – which is called Great Grey Shrike, too – in the lowlands of Brandenburg in Winter as well. It turned out, that it is a good strategy to drive low-traffic countryroads in farmlands. Often you can see the bird sitting remoteless in a low birch wood, a hazel bush of a cherry tree along the road. It does not matter whether the fields are cultivated intensively or whether it is fallow land. Important is a object which can be used as a perch. Photography of Northern Shrikes suffer from the fact, that Shrikes are first of all quite shy, second have big winter territories and third perch on top of higher objects like trees, pylons of power lines. This means you often have a boring grey winter sky as a background. Additionally this position poses quite a challenge in terms of contrast and saturation of colors.

Numbers of the wintering population vary from year to year. It seems, that nowadays, the wintering population in Brandenburg has reduced, as severe winters appear to have become a something Continue reading Great Grey Shrikes in winter in Brandenburg

Beste Beobachtungsgebiete im Winter auf Texel

StockenteTagelang hatte es geregnet. Der Ausflug über Sylvester auf die südlichste der westfriesischen Inseln schien sich als Reinfall zu entpuppen. Dann nach 3 Tagen klarte es gegen Abend auf. Ein phantastisches Abendrot kündigte eine sternenklare Nacht an. In dieser Nacht ohne schützende Wolkendecke fielen die Temperaturen auf deutlich unter Null. Die Feuchtigkeit an Gräsern und Zweigen gefror. Der nächste frühe Morgen mit seinem Eiskristallen, Reif und Eisflächen verzauberte den Besucher dieser Insel und entschädigte ihn für die voran gegangenen Tage, die doch mehr oder weniger in der warmen Stube verbracht wurden. Stacheldrahtzäune waren eisbedeckt und glitzerten in den verschiedensten Farben in der prallen Morgensonne. Bald würde das Schauspiel mit der wärmenden Sonne vorbei sein. Jetzt mußten die richtigen Motive schleunigst gefunden werden.

Eigentlich war ich über Sylvester nach Texel gefahren, um die Wintergäste beobachten und fotografieren. Als Übernachtungsort auf der Insel wählte ich Oost, da sich die meisten Vögel im Nordosten der Insel aufhalten. Hier gibt es auch einige Seen und Gräben, an denen sich die Vögel vom Auto gut beobachten lassen. Direkt in der Nähe von Oost in Richtung Continue reading Beste Beobachtungsgebiete im Winter auf Texel