All posts by Jonas Kleinschmidt

Kuckuck umkreist im Tiefflug

KuckuckEin sonniger Morgen in der Mainebene. Bei klarem Himmel ist die Luft voller Vogelgezwitscher. Ein schöner Morgen in der Weilbacher Kiesgrube, nur 20 km westlich von Frankfurt und nicht weit vom Frankfurter Flughafen entfernt. Der Kiesabbau fand seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts statt. Ein Teil der entstandenen Landschaft wurde zurückerobert und beherbergt heute viele Vogelarten. Den Mai 2012 werde ich so schnell nicht vergessen. Aus den Bäumen in der früheren Sandgrube hörte ich seit gestern den Ruf eines Kuckucks (Cuculus canorus). Um ihn vor die Linse zu kriegen, wollte ich ihn mit Kuckucksrufen vom Band auf den Pfahl eines Wildschutzgatters locken. Anders als gemeinhin angenommen, ist das typischen „kuckuck, kuckuck“ eher der Gesang. Ein abgehacktes Gekicher und deutlich zu hörendes Gefauche zeigen dagegen an, dass ein Revier verteidigt werden oder einem vermeintlichen Nebenbuhler imponieren werden soll. Mein Tarnzelt stellte ich unter eine etwa acht Meter entfernten Birke, den Lautsprecher zum MP-3 Player legte ich direkt unter den Pfahl ins Gras. Mit einem langen Kabel konnte ich über den MP-3 Player die Rufe starten und beenden.

Gegen 8:00 Uhr war es soweit. Nachdem nur kurze Zeit die Lockrufe ertönt waren, kam Antwort. Im Gesichtsfeld eines des Sehschlitze sah ich den Kuckuck in einer Entfernung von 50 Metern. Minutenlang antwortete er auf die Rufe des MP-3 Players. Schließlich überflog er mehrmals den Pfahl und setzte sich auf die Weide. Ein abgehacktes Gekicher und deutlich zu hörendes Gefauche zeigten an, dass er dem vermeintlichen Nebenbuhler imponieren wollte. Wie hingezaubert saß er dann plötzlich auf dem Pfahl, drehte sich hin und her, zuckte im Sekundentakt mit den Schwanz und beugte den Kopf nach unten in Richtung Lautsprecher. Dann flog er wieder weg.

Kurz darauf war der Kuckuck wieder da – diesmal mit einem dicken Insekt im Schnabel. Der Vogel blieb kurze Zeit so sitzen und rief mit vollem Schnabel. Dann spuckte er das Insekt aus. Fauchend flog er davon. Anschließend drehte er noch mehrere Runden um die Geräuschquelle bevor er dann im nahen Wäldchen verschwand. Continue reading Kuckuck umkreist im Tiefflug

Wanderfalke nutzt den Herbstzug

WanderfalkeDer frühe Morgen an einem eher bedeckten Tag mit südwestlichem Wind und einigen unangenehmen Böen im südlichen Brandenburg war bisher nicht sehr produktiv gewesen. Plötzlich fällt eine grau-bläuliche Plane auf einem Acker auf. Ich denke spontan an ein verwehtes Stück Plastik; so wie es zur Abdeckung von Spargelfeldern verwendet wird. Das muß wohl durch den Wind auf diesen Acker geweht worden sein. Zum Glück halte ich trotzdem mit dem Fernglas auf diesen Gegenstand. Zu meiner Freude ist es ein veritabler Wanderfalke (Falco peregrinus), ziemlich sicher ein adultes Exemplar, das auf Acker rastet. Von der Größe her könnte es durchaus wohl ein Weibchen sein. Sicher eine Viertelstunde kann ich den wunderschönen Greif auf dem Acker beobachten. Ich möchte aber unbedingt noch den Abflug erleben. Eine Weile steht der Vogel auf dem Acker, schaut immer mal herüber und fängt dann sogar an sich zu putzen. Ein intensives, vielstimmiges Zwitschern kündigt ziehende Rauchschwalben (Hirundo rustica) schon von weitem an. Ein Trupp fliegt über mich. Sie halten genau auf den Wanderfalken zu. Nach einigen Sekunden sehe ich die Schwalben über den Falken ziehen ohne ihn augenscheinlich zur Kenntnis zu nehmen. Der Wanderfalke läßt sich natürlich erst recht nicht stören. Nur kurz ist die Vorbereitung, ein kurzes „in-die-Knie-gehen“. Dann startet der Wanderfalke zum Flug. In einiger Entfernung scheucht er Ringeltauben (Columba palumbus) ebenfalls auf einem Acker auf. Die Landschaft besteht weitgehend aus einer Agrarsteppe, die nur hier und da von Windschutzhecken und einzelnen Baumreihen Continue reading Wanderfalke nutzt den Herbstzug

Junge Brandgans in Agrarsteppe mitten im Niederen Fläming

BrandgansPraktisch so weit das Auge reicht, breitet sich die Agrarsteppe im Bereich des Niederen Flämings im Süden Brandenburgs aus. Sie umfaßt das intensiv landwirtschaftlich genutzte Gebiet  westlich, südlich und östlich von Jüterbog, von Marzahna im Westen bis  Dahme/Mark im  Osten.  Die flach gewellte, leicht hügelige Landschaft auf einer Höhe zwischen etwa 70 und 90 m ü. NN erstreckt  sich über  eine Ost-West-Ausdehnung von  knapp 50  km und über eine Fläche von bis zu 400 km². Mit einer Jahresdurchschnitts-Temperatur von 9,2 °C und einem Jahresniederschlag von 561 mm ist  die Hochebene etwas  wärmer  und  deutlich  trockener  als  der deutschlandweite Durchschnitt. Die Gegend ist eine landwirtschaftliche Hochburg.

Umso erstaunlicher, daß immer wieder Vogelarten angetroffen werden, deren Auftreten nicht unbedingt zu erwarten sind. So geschah es auch Anfang September mit einer jungen Brandgans (Tadorna tadorna), die in einem intensiv landwirtschaftlich genutzte  Gebiet  direkt südlich von Jüterbog auf einem sogenannten „Schlucker“ einfiel und gut 2 Stunden bei der Nahrungssuche gesichtet wurde. Daß die Landschaft, die nur leicht gewellt ist und bis auf einige Landschaftsstrukturelemente wie Baumreihen oder Windschutzhecken komplett unter dem Pflug ist, die ein oder andere natürliche Abwechslung bieten muß, zeigte auch immer Continue reading Junge Brandgans in Agrarsteppe mitten im Niederen Fläming

Junge Schwalben vor dem Herbstzug

MehlschwalbeEine Dachrinne scheint der perfekte Ort, um die wärmenden Sonnenstrahlen des frühen Sommermorgens auf sich wirken zu lassen. Außerdem können einem dort die Eltern immer wieder noch den Schnabel stopfen.

Es sind die diesjährigen, Jungvögel der Rauchschwalbe (Hirundo rustica), die sich so unmittelbar vor dem Herbstzug auf diese Art verwöhnen läßt. Die Jungögel weisen ein stumpferes Blau als die Altvögel auf, die Stirn und der Hals sind deutlich blasser – eher bräunlich – gefärbt. Auch zeigen sie einen nur kurzen Schwanz ohne die länglichen Schwanzfedern.

Wenig später nehmen auch junge Mehlschwalbe (Delichon urbica) auf der Regenrinne Platz.

Als erwachsene Schwalben ist ihr Markenzeichen der leuchtend weiße Bürzel, der sich von der dunklen Oberseite abhebt. Auch bäuchlings ist die Mehlschwalbe mit Ausnahme der Schwanzfedern rein weiß gezeichnet. Der tief gekerbte Schwanz besitzt im Gegensatz zur Rauchschwalbe keine langen Spieße. Als Jungvogel wirken die Vögel eher grau. Continue reading Junge Schwalben vor dem Herbstzug

Red-footed Falcons in Berlin and Brandenburg

RotfußfalkeIn case of observations of Red-footed Falcon (Falco vespertinus) it is important to rule out other small falcons. The type of hovering of the Red-footed Falcon is often called useful for species identification. In a case of observation in the Lower Flaeming, 50km south of Berlin, this was very helpful. The gentle hilly landscape of the Lower Flaming south of the medieval town of Jueterbog is agriculturally used. Therefore irrigation systems and electricity pylons are almost the only landmarks. Red-footed Falcon can see you from afar. And you might realize Red-footed Falcon from a distance as well – if you are aware of their field marks. Two Red-footed Falcons were sitting on power lines in the hilly landscape of the Lower Flaming. One of the Red-footed Falcons flies off, sweeping over a harvested potato field at a remarkable speed, then rises and hovers. A little later the birds dives down to earth and comes up a little later with a big insect in the clutches.

Flight pattern was quite good to observe. The Red-footed Falcon in its graceful and agile flight behavior is generally located between the Eurasian Kestrel (Falco tinnunculus) and the Eurasian Hobby (Falco subbuteo) and may sometimes have traits of both Falcons. The Red-footed Falcon has a quick and agile cross-country flight on its Continue reading Red-footed Falcons in Berlin and Brandenburg

Rauchschwalben sammeln sich zum Herbstzug

Ein intensives, vielstimmiges Zwitschern kündigt die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) schon von weitem an. Ein hohes „wid wid“ schallt durch die morgendliche Luft. Die Rufe werden im Flug und auch von Warten wie Stromleitungen vorgetragen.  Es handelt sich bei der Melodie um ein rasch fließendes Gezwitscher, das nicht unangenehme, eher melodisch, wirkt und aus vielen obertonreichen und aneinander gereihten schnarrenden Elementen besteht. Die Schwalben sammeln sich Ende August für den Flug in die Winterquartiere auf den umliegende Stromleitungen, kreisen tief über abgeerntete Felder und naturnahe Weiden und belagern den Bauernhof.

Manchmal sitzen sie auch auf der aufgebrochenen Asphaltdecke der kleinen Wirtschaftsstraße im ländlichen Brandenburg. Wenn ein Auto vorbei fährt, fliegen nicht nur die Schwalben auf der Straße sondern manchmal auch die vielen Schwalben auf den Leitungen auf und rufen intensiv im Flug. Dann wird häufig noch eine Runde Nahrung-im-Flug gedreht bevor die meisten dann wieder Platz auf ihrer Warte nehmen.

Das ist ein ganz schöner Tumult. Dieses Naturschauspiel kann man derzeit morgens und abends erleben. Es sammeln sich mehr als 500 Schwalben. Sie fliegen wie auf ein Signal hin ihre Runde und kommen dann wieder zurück, um sich auf den Stromleitungen zu Continue reading Rauchschwalben sammeln sich zum Herbstzug

Sommergoldhähnchen im Nadelwald

Nadelwald und ein hohes ziziziziit, praktisch immer auf derselben Tonhöhe. In der Kombination kann man nicht viel falsch machen. Der Gesang ist das Kennzeichen des Sommergoldhähnchens (Regulus ignicapilla).

Hat man das Sommergoldhähnchen entdeckt, indem man z.B. den „Gesang“ imitiert hat, sieht man schnell einen leuchtend orangeroten Scheitelfleck, der bei Erregung aufgestellt wird. Beide Geschlechter haben einen schwarzen Augenstreif und an den Halsseiten vor dem Flügelbug je einen großen olivgelben Fleck;

Das Sommergoldhähnchen ist wie das Wintergoldhähnchen ein Leichtgewicht. Gern ist es in der Nähe hoher Nadelbäume zu finden. Hier hält sich gerne auch ein anderer noch winzigerer Vogel auf – das Wintergoldhähnchen (Regulus regulus). Das Wintergoldhähnchen ist ein nur ungefähr neun Zentimeter großer Vogel. Es ist damit der kleinste Vogel Europas. Er ist sehr stimmfreudig und sein Ruf fein und sehr hoch. Das Wintergoldhähnchen hält sich gerne in Baumkronen auf und hüpft und springt rastlos zwischen den Fichtenzweigen hin und her. Im Gegensatz zum Wintergoldhähnchen das fast identisch aussieht, hat das Sommergoldhähnchen aber einen breiten weißen Überaugenstreif.

Goldhähnchen klauben und picken ihre Nahrung oberflächlich von Zweigen ab. Manchmal werden Zweige und Blätter im Schwirrflug besucht. Goldhähnchen müssen am Tag etwa das eigene Körpergewicht an Nahrung aufnehmen. Deshalb sieht man sie ständig bei der Nahrungssuche. Im Gegensatz zur etwas widerstandsfähigeren Zwillingsart verlässt das Sommergoldhähnchen die winterlichen Gebiete größtenteils. Es ist weniger an Fichten gebunden als das Wintergoldhähnchen und nutzt neben Nadelholz auch Laubbäume.

In den nächsten Wochen kann einem schnell eine Verwechslung passieren. Als gar nicht so seltener Irrgast taucht Anfang Oktober nämlich der Gelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus)  auf. Beim Gelbbrauen-Laubsänger handelt es sich um einen typischen kleinen Laubsänger mit feinem, spitzem Schnabel und relativ kurzem Schwanz. Vom Aussehen her ähnelt dieser Phylloscopus-Laubsänger tatsächlich einem Sommergoldhähnchen. Je nachdem wie er sich positioniert, wirkt er nicht zierlicher als der heimische Zilpzalp (Phylloscopus collybita), obwohl seine Körperlänge um acht Millimeter kürzer ist. Die Oberseite ist olivgrün mit etwas hellerem Bürzel und Oberschwanzdecken. Zwei deutliche, aber unterschiedlich intensiv ausgeprägte Flügelbinden, die von den hellen Säumen der Armdecken hervorgerufen wurden, sind meist das auffälligste Merkmal. Der Oberkopf ist dunkelgrün mit sehr schwach angedeutetem hellerem Scheitelstreif. Namensgebend ist der grün-gelbe Überaugenstreif. Dieser Überaugenstreif reicht recht weit nach hinten und wird nach unten durch einen schwarzen Augenstreif begrenzt.

Bird-lens ist vor allem eine Website, die die wachsende Nachfrage nach hochwertigen Aufnahmen der Vögel der Westpaläarktis befriedigen soll. Um die Nachfrage nach Top- Aufnahmen seltener Vogelarten befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com neben dem Besuch der näheren Umgebung auch gezielt Reisen an entfernte Orte wie Afrika oder Südamerika unternommen. Dies alles um exzellente Fotos von Vögeln machen zu können. Die Ausbeute an Bildern nicht nur von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture-Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

Papageitaucher im Flug

PapageitaucherEin strammer Wind aus Ost treibt die Schaumkronen über das Meer. Auch im Frühjahr läßt der Wind den Fotografen frieren bis auf die Knochen. Der Himmel ist bedeckt und der andauernde starke Wind wirbelt den Sand bis zum Rand der Klippen hinauf. Zuerst heißt es eine steile, schmale Stiege hoch zum Leuchtturm zu erklimmen, der auf einem Felssporn steht. Als ich oben bin, muss ich feststellen, dass sich viele Papageitaucher (Fratercula arctica) zum Schutz vor dem Wind in ihre Nisthöhlen ducken. Dies scheint kein vielversprechender Start für eine Foto-Session zu sein. Ich kauere mich in eine grasbedeckte Mulde im Windschatten des Leuchtturms und werfe mir schon selber vor, dass es eine dumme Idee war, auf die kleine Insel zu fahren und letztes Ende wohl eine reine Zeitverschwendung wäre. Später beobachte ich jedoch erstaunt, wie ein Papageitaucher vor mir aufsteht und sich von einer besonders kräftige Windböe in die Lüfte heben läßt. Dann sehe ich noch mehr Vögel teils unter, teils aber auch über der Felskante in der Luft schweben. Wie in einem Windkanal stehen Sie im Wind.

Als der erste von mir beobachtete Papageitaucher versucht, wieder zu landen, werden seine Beine und sein Schwanz zur Seite geweht. Trotzdem kann er nach einer kurzen Weile sicher landen.

Am nächsten Tag hat der Wind nachgelassen und die Sonne kommt wieder zum Vorschein. Früh fliegen nun die Papageitaucher früh Continue reading Papageitaucher im Flug

Save landing for Black-tailed Godwit Christiansieneson

UferschnepfeA satellite transmitter packed on a juvenile Black-tailed Godwit (Limosa limosa) called “Christiansieneson” recorded a save landing the Inner Niger Delta in Mali. The Black-tailed Godwit has made the more than 4,100 kilometers from the wetlands of the Duemmer (south of Bremen in northern Germany) down to the African wintering area in record time and virtually in one go. This was the result of the evaluation of a satellite transmitter, which the young bird had received as one of 25 Black-tailed Godwits in the LIFE project ” Wiesenvoegel “, which means Meadow birds. The project is managed by the Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Since 2018, 25 Black-tailed Godwits had been equipped with satellite transmitters. These satellite transmitters are extremely light at five grams and are worn like a backpack.

Unlike most of his conspecifics, “Christiansieneson” flew the route without long stops and did not take the “classical” route of other tracked birds. On July 15, the juvenile was located at lunchtime in the breeding area, on July 16, the Godwit already flew over Algeria. Just under 55 hours after leaving Duemmer, the bird finally reached the Inner Niger Delta in Mali. “Christiansieneson” flew on average 74 kilometers per hour.

The evaluation of the birds equipped with satellite transmitter in 2019 in the EU bird sanctuary Duemmer shows that these migrate Continue reading Save landing for Black-tailed Godwit Christiansieneson

Rotfussfalken im Niederen Fläming

RotfußfalkeDer frühe Morgen hatte schon einen Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe) auf dem Zug ergeben. Die sanfte Hügellandschaft des Niederen Fläming ist stark landwirtschaftlich geprägt. Daher bilden Beregnungsanlagen und Strommasten bereits Landmarken. Ein Pumpwerk in der Nähe von Bochow wird mit Stromleitungen an das E-Netz angeschlossen. Auf den Leitungen sitzen zwei recht zierliche Vögel, die schon aus der Ferne wahrnehmbar sind. Ich frage mich, ob es sich um Turteltauben handelt? Ein Blick durch das Spektiv zeigt aber das mein zweiter Gedanke sich bestätigt: es sind zwei einjährige Rotfußfalken (Falco vespertinus). Schnell ist ein Belegfoto geschossen. Der Sonnenstand zwingt mich aber, eine Runde zu drehen damit ich die Sonne für bessere Aufnahmen im Rücken habe. Dabei muß ich unter der Stromleitung mit den beiden Rotfußfalken hindurch fahren. Das scheucht sie auf erstaunlich geringe Entfernung auf. Die Rotfußfalken kreisen. Wenig später nehmen sie wieder Platz auf der Stromleitung. Einer der Rotfußfalken fliegt dann ab, fegt in bemerkenswerter Geschwindigkeit über das abgeerntete Kartoffelfeld, steigt dann auf und rüttelt. Wenig später geht er unter und kommt wohl mit einem Heupferd in den Fängen wieder hoch.

Ich tippe bei beiden Vögeln auf einjährige Weibchen. Dann fliegt auch der zweite Vogel über die weite Ebene davon. Wenig später sehe ich einen der Rotfußfalken plötzlich aus westlicher Richtung in Continue reading Rotfussfalken im Niederen Fläming

Krokodilwächter am Weissen Volta in Ghana

KrokodilwächterÜber das Wasser fliegt ein bläuliches Etwas mit schwarz-weißen Streifen. Plötzlich steht der Krokodilwächter  (Pluvianus aegyptius) direkt vor uns auf der Sandbankkante. Schon wenig später ist ein kratzender Ruf im Gacker-Stackato zu hören. Wir scheinen uns mitten in seinem Territorium zu befinden. Die umherlaufenden Birder einzusammeln, bedeutet, daß der Vogel sich dann hinter eine Sandwehe verzieht. Wenig später erscheint er aber wieder auf dem Kamm des Sandhügels und versucht Eindruck zu machen, zu imponieren.

Der Tag hatte um 5:30 mit dem Frühstück angefangen. Gegen 6:15 verliessen wir das Motel in Richtung Nord-Osten. Heute wollen wir einen längeren Ausflug machen, um den Weißen Volta (der auch Nakambé heißt) auszusuchen. Das Zielbird ist der Krokodilwächter, der im englischen Egyptian Plover genannt wird. Früher ist der Touranbieter, Birdquest, dafür nach Bolgatanga an der Grenze nach Burkina Faso gefahren. Das hatte zwar auch den Zweck, Schwarzschopfkiebitz (Vanellus tectus), Rothalsfalke (Falco chicquera) und Blaßspötter (Hippolais pallida) zu sehen. Aber das Zielbird des Ausflugs so weit in den Norden war ganz klar der Krokodilwächter. Inzwischen hat man eine besser zugängliche Stelle gefunden, die vom Mole National Park im Norden Ghanas deutlich schneller zu erreichen ist. Aber auch so ist der Krokodilwächter eine kleine Reise wert. Wir sind gut 2 Stunden – erst auf asphaltierter Straße, dann auf einer Piste – unterwegs, um den Vogel, den Krokodilwächter, auf seinem Lieblings-Habitat, den Sandbänken, zu Continue reading Krokodilwächter am Weissen Volta in Ghana

Chinarohrsänger in Thailand

ChinarohrsängerWer sich noch fragt, wo man im Winter birden kann, der sollte sich überlegen, nach Thailand zu fliegen. Ein schönes, Land mit guter Infrastruktur und exzellenten Vögel; darunter eben auch viele, die in Thailand überwintern und in Europa als Seltenheitsgäste geführt werden. Ein wirkliches Top-Gelände für die Vogelbeobachtung sind die Laem Pak Bia Watertreatment Plants in der Provinz Phetchaburi südlich von Bangkok. Die Becken dienten der versuchsweisen Abwasserklärung und gehören – laut den angeschlagenen Karten – dem König höchstselbst. Man hat Becken angelegt, die im biologischen Reinigungsverfahren mit Röhricht das Wasser reinigen sollen. Die teils sumpfigen, mit Wasser bestandenen oder trockenen, mehr oder weniger großen Becken sind ein perfekter Platz um viele der üblichen, heimischen und aber auch ungewöhnliche Vögel Thailands zu sehen. Das gilt insbesondere im Winterhalbjahr.

So schlagen mich schon nach wenigen Metern im Gebiet die unheimlich vielen Weissbart-Seeschwalbe (Chlidonias hybridus) in ihren Bann. Diese schönen Seeschwalben haben sich direkt am ersten Becken versammelt und sammeln Kleinst-Insekten von der Wasseroberfläche im eleganten Flug auf. Die Bedienungsmannschaften der Abwasserbehandlungsbecken sind sehr nett. Das Tor ist auch morgens früh entweder schon offen oder man öffnet es für den einfahrenden Vogelbeobachter. Ein tolles Bild so im ersten Morgenlicht. Wenig weiter ist auf dem Damm zwischen zwei Absetzbecken an diesem Morgen auch mal ein Pieper zu sehen, den ich als Orient-Spornpieper (Anthus rufulus) identifiziere. Mein Continue reading Chinarohrsänger in Thailand

Sonnenaufgang im Bosque del Apache/ New Mexico

SchneegansPechschwarzer Himmel; die Sterne stehen glasklar am Himmel. Morgens um 5:30 zeigt das Thermometer – 9° C an. Das Canon EF 600mm 1:4L IS II USM ist bereits auf dem Stativ montiert, die Kamera aber bleibt vorläufig noch geschützt in der Jackentasche. Etwas später wird es im Osten langsam heller und ich merke, dass ich nicht mehr allein bin. Weitere gut 20 fröstelnde Naturfotografen warten hier. Alle Fotografen lassen ihre Teleobjektive in Richtung Osten zeigen. Eine letzte Kontrolle der Einstellungen von ISO-Zahl, Autofokus und Blende. Die Spannung steigt mit jeder Minute, die ersten Vogelrufe kommen aus der Dämmerung. Endlich ist es soweit: Tausende von Schneegänse (Chen caerulescens) fliegen plötzlich auf und füllen den nun orange-roten Himmel, begleitet von einem ohrenbetäubenden Lärm aus Flügelschlägen und Rufen. Ich beginne zu fotografieren, 1/15 Sekunde scheint mir nicht unbedingt eine optimale Einstellung. Aber um die Dynamik des Fluges ins Bild zu setzen, sollte man sich mit dem Möglichen (im ISO-Bereich) arrangieren. Das an ein Maschinengewehr erinnernde Geratter der Kameraauslösungen liegt in der Luft. Alle Fotografen sind extrem konzentriert: der eine schimpft, weil der Ausschnitt der anfliegenden Vögel doch nicht paßt, der andere, weil seine Digitalkameras doch etwas länger braucht, um die Bildserie auf dem Speicherkarte zu speichern. Nach 20 Minuten ist alles vorbei. Die Schneegänse sind auf dem Weg zu den Maisfeldern, wo sie sich den Tag aufhalten werden, um der Nahrungssuche nachzugehen. Nur ein paar vereinzelte Kanadakraniche (Grus canadensis) Continue reading Sonnenaufgang im Bosque del Apache/ New Mexico

Der Forbesregenpfeifer in Ghana

ForbesregenpfeiferEs ist unglaublich heiß. Wenn man den klimatisierten Bus verläßt, wird man umgehend von extrem lästigen Bienen angegriffen. Wir sind auf der Suche nach dem im englischen Forbes’s Plover (Charadrius forbesi) genannten Forbesregenpfeifer.

Der Forbes’s Plover muß jetzt einfach mal gefunden werden. Wir fahren zu einem ebenen Gebiet mitten in der Trockensavanne Zentralafrikas, das wohl in der Regenzeit überschwemmt wird. Wie uns der Guide erklärte, sind diese Stellen dann in der Trockenzeit nicht bewachsen. Praktisch beim Erscheinen auf der Fläche können wir einen Forbesregenpfeifer ausmachen. Die Aufregung ist groß. Unsere Guides bedeuten uns, daß wir aus dem Bus heraus fotografieren sollen. Die Regenpfeifer würden sonst schnell das Weite suchen. Also stehen alle auf und reissen die Fenster auf bzw. ziehen sie mit Kraft zur Seite. Bei manchen bleibt es beim Versuch. Da sich die Fenster überlappen, ist ein offenes Fenster für den einen, ein doppelt geschlossenes Fenster für den anderen. Also müssen alle Reisenden nach einer Weile einsehen, praktisch aus nur wenigen Fensterausschnitten ihre Fotos schießen zu können. Die Forbesregenpfeifer stellen sich aber als recht genügsam heraus. Wir sehen mindestens 4 Exemplare, wobei nicht ganz klar ist, ob es sich um Paare handelt oder doch um Forbesregenpfeifer, die ihre Territorien verteidigen. Interessant ist jedenfalls, daß wir am Vortag das Gebiet bereits besucht hatten, und keinen einzigen Forbesregenpfeifer zu Gesicht bekamen. Auf einmal tauchen auch noch weitere Forbesregenpfeifer auf der anderen Seite des Busses akuf. Und als unser Guide dann noch deren Rufe abspielt, sind alle mehr als befriedigt. Unser Local Guide schießt sogar wieder Fotos mit den Handys derjenigen, die auf eine Spiegelreflex-Kamera verzichtet hatten. Auch ich bin mehr als zufrieden. Ich kann zwischenzeitlich sogar die Kameras am Canon EF 400mm 1:4 DO IS II USM wechseln. Super! Und das alles ohne das Auto zu verlassen Continue reading Der Forbesregenpfeifer in Ghana

Weissstorch erbeutet Ratte

WeißstorchZuletzt gelang bird-lens.com eine seltene und ungewöhnliche Vogelbeobachtung. Mit der Kamera wurde festgehalten, wie ein Weißstorch (Ciconia ciconia) eine große Ratte verspeist.

Der Weißstorch wird im Volksmund auch als Meister Adebar bezeichnet. Gerne wird seine Vorliebe für Frösche kolportiert. Aber auch Mäuse und andere Nager schmecken dem Storch sehr. So wird auch mal ein Maulwurf für Zwischendurch nicht verschmäht. Dass sogar ausgewachsene Wanderratten auf seinem Speiseplan stehen, ist hingegen nicht so gewöhnlich. Anfang Juni konnte eine solch opulente Storchenmahlzeit beobachtet und mit einer Kamera festgehalten werden.

Es handelt sich wirklich um einen seltenen Schnappschuß. Weit musste ich mich nicht von zu Hause fortbewegen. Die Wiesen und einige Viehweiden werden in den Niederungen im Süden Brandenburgs schon früh gemäht. Im Juni ist – abhängig vom Wetter – schon die zweite Mahd zu beobachten. Schon die erste Mahd ist für unsere Störche in den Wiesengebieten von großer Bedeutung. Durch intensive Düngung erfolgt ein starkes Wachstum des Grases. Bei hohem Grasbestand und dichtem Wuchs sind die Wiesen aber für den Storch nur eingeschränkt nutzbar. Anders sieht die Lage in extensiv genutzten Wiesenabschnitten aus, da hier durch eingeschränkte Düngung die Halmdichte niedriger liegt und damit die Sichtbarkeit auf Bodenorganismen für die Störche auch bei größerer Halmhöhe bestehen bleibt. Mit Einsetzen des Grasschnittes bei der Mahd verbessert sich die Situation für die Weißstörche schlagartig. Nun haben sie freie Sicht auf ihre Beutetiere. Zudem werden bei den Mäharbeiten viele Bodentiere aufgeschreckt, Mäuse und deren Nester ausgemäht, viele Bodenorganismen durch die Bearbeitung für den Storch sind leicht erkennbar. Sucht man Störche während der Mahd im Nahrungsgebiet, braucht man eigentlich nur nach einem Traktor mit Kreiselmäher Ausschau zu halten und wird dann schnell fündig. Die fragliche Wiese war schon vor einiger Zeit (einige Tage vorher) gemäht worden. Trotzdem hatte der Weißstorch einen dicken Brocken im Schnabel als ich mit dem Auto vorbeikam.

An jenem Nachmittag muß sein Hunger wohl sehr groß gewesen sein. Denn der Storch schnappte sich eine ausgewachsene, gut 25 Zentimeter lange und rund 350 Gramm schwere Wanderratte (Rattus norvegicus) und verschlang sie binnen weniger Minuten am Stück. Auf dem Foto ist der lange Schwanz und sind die weit herausgestreckten „Füßchen“ gut zu erkennen. Eine Weile wurde die Ratte im Schnabel richtig positioniert. Dann wurde sie mit deutlich erkennbaren Schluckbewegungen des Halses herunter gewürgt.

Er ist ungewöhnlich so dicht an einen Storch heran zu kommen, denn auch die an den Menschen gewöhnten Weißstörche laufen normalerweise schnell weg, wenn sie gestört werden. Doch dieser Storch hatte seinen kapitalen Fang wohl unbedingt in Ruhe verspeisen wollen.

So ist die ungewöhnliche Bilderserie geglückt. Ob der Storch seine Beute vorher getötet hatte, war nicht zu erkennen. Vermeintlich zu erkennende Bewegungen der Ratten-Beinchen können durchaus auch dem Hin- und Herwerfen des Schnabels zuzuschreiben sein. Es ist aber anzunehmen, daß eine sich wehrende Ratte in dem „Schraubstock“ der großen roten Schnabelhälften sowieso keine Chance hätte. Auch wenn ein Frosch wesentlich leichter herunter rutscht.

Die Ernährung des Weißstorchs ist sehr abwechslungsreich, aber fleischliche Kost wird eindeutig bevorzugt. Das Beutespektrum wird weitgehend opportunistisch ausgewählt; sofern große wirbellose Tiere und kleine Wirbeltiere zur Verfügung stehen. Manchmal wird Aas genommen und viele suchen auf Mülldeponien nach Nahrung. Hier können sich zum Beispiel in Spanien oder im Oman mehrere hundert Artgenossen versammeln. Hierüber wird in Europa, Nordafrika, dem Nahen Osten und Südafrika sowohl in der Brut- als auch in der Nichtbrutzeit häufig berichtet. Zu den registrierten Beutetieren zählen kleine Säugetiere (wie Mäuse aus den Gattungen Microtus und Arvicola), große Insekten (insbesondere Käfer (Coleoptera) und Heuschrecken (Orthoptera), junge und ausgewachsene Amphibien, Reptilien wie Schlangen und Eidechsen sowie Regenwürmer und Fische. Manchmal werden auch kleine Kätzchen (Felis catus) aufgenommen. Die Nahrungssuche ist auch saisonal abhängig. So werden in Mitteleuropa von April bis Juni eher Nagetiere von Juli bis August aber vor allem Heuschrecken gefangen. Die  Futtersuche des Weißstorchs ist nicht sehr spezialisiert. Meist sieht man den Weißstorch auf einer Wiese herumzuspazieren. Beute wird durch Sehen lokalisiert und blitzschnell getötet und mit einer plötzlichen Bewegung vom Schnabelende in den Rachen befördert. Gelegentlich kommt es auch zu kurzen, hastigen Verfolgungsjagden.

Mitte August bis Anfang September brechen die Störche auf in die Ferne. Die Jungvögel starten zuerst, die Eltern folgen etwa zwei Wochen später. Ihr Ziel ist das warme, tropische Afrika südlich der Sahara. Dort überwintern sie. Allerdings nehmen nicht alle Störche die gleiche Route. Einige fliegen über den Bosporus, Sinai und den Sudan. Andere fliegen über Gibraltar. Immer mehr Störchen ist der Weg nach Afrika aber zu weit. Sie überwintern lieber in Spanien und Portugal. Dort finden sie in den Reisplantagen genug Nahrung. Beliebtes Urlaubsziel sind auch Mülldeponien. Einige Storchenpaare verzichten gleich ganz auf die lange Reise und überwintern in Deutschland. Forscher vermuten, dass ihre Zahl im Zuge des Klimawandels noch wachsen wird.

Bird-lens ist vor allem eine Website, die die wachsende Nachfrage nach hochwertigen Aufnahmen der Vögel der Westpaläarktis befriedigen soll. Um die Nachfrage nach Top- Aufnahmen seltener Vogelarten befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com neben dem Besuch der näheren Umgebung auch gezielt Reisen an entfernte Orte wie Afrika oder Südamerika unternommen. Dies alles um exzellente Fotos von Vögeln machen zu können. Die Ausbeute an Bildern nicht nur von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture-Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

 

Foula: Heimat der grössten Skua-Brutkolonie

SkuaEtwas kam wie ein Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg aus Richtung der hochstehenden Sonne heruntergestürzt, schwankte gefährlich mit seinen Flügeln auf mich zu, bevor es im letzten Moment abbrach und mich atemlos und erschüttert zurückließ. Der braune Vogel bringt mir bei, dass ich zu nahe an sein Nest komme, dachte ich. Denn irgendwo auf dem sumpfigen Boden neben dem Bohlenweg mußte sich ein kleines, flauschiges Küken befinden, das vor Eindringlingen geschützt werden musste.

Skuas (Stercorarius skua) sind beeindruckende Vögel. Mit ihrem dunkelbraunen Gefieder und den breiten Flügeln sehen sie eher aus wie eine Kreuzung zwischen Bussard und Möwe allerdings mit doppelt so viel Aggressionspotential. Sie sind auch eher seltene Vögel, die man abseits des Atlantiks und seiner Küste sehen kann. Weit über die Hälfte der Population weltweit – ungefähr 10.000 Paare – brütet in Schottland. Die meisten auf den Shetlandinseln, wo sie unter dem altnordischen Namen „Bonxie“ bekannt sind. Auf Foula befindet sich die weltweit größte Brutkolonie dieser Art.  Die Berge und weiten Moor- und Heideflächen der Shetlandinsel Foula sind die Heimat für die weltgrößte Kolonie der Großen Raubmöwen, wie die Art auch genannt wird. In der Sprache der Einheimischen Continue reading Foula: Heimat der grössten Skua-Brutkolonie

Canon Kamera-Einstellungen für Vogelfotografen

Immer wieder werde ich im Nachgang zu den Kamerabesprechungen gefragt, was denn die empfohlenen Einstellungen für die Vogelfotografie bei dieser und jener Kamera sei. Das scheint nicht nur Anfänger stark zu beschäftigen.

Mit einer überwältigenden Anzahl von Einstellmöglichkeiten an den aktuellen DSLRs wird es durchaus komplizierter zu wissen, welche denn zu verwenden seien. Wenn man sich durch die einschlägigen Handbücher gearbeitet hat, dauert es immer noch eine Weile zu verstehen, wie diese Einstellungen funktionieren. Die Lernkurve ist steil, bis man die beste Kombination an Einstellmöglichkeiten für eine spezifische Kamera (für einen selber) gefunden hat. Und für einen Vogelfotografen ist es ja doch viel schlimmer, oder? Das Fotografieren von Vögeln ist sowieso schon herausfordernd genug und eine falsche Einstellung kann die besten Situationen verstreichen lassen. Es dauerte mehrere Jahre, bis ich einige der wichtigsten Einstellungen für die Vogelfotografie identifiziert, geübt und eingehalten hatte.

Lassen Sie mich dabei versichern, dass diese Einstellungen meine persönlich bewährten Methoden reflektieren; Diese Einstellungvorschläge mag jeder anders sehen. Aber vielleicht sind sie ja ein Ausgangspunkt, um bessere Vogelfotos zu machen.

Wichtig ist: die meisten Settings (Einstellmöglichkeiten) einmal einzustellen und sie dann zu vergessen. Lernen Sie auf jeden Fall Continue reading Canon Kamera-Einstellungen für Vogelfotografen

Standard-winged Nightjar in Guinea savanna woodlands in Mole NP

FahnennachtschwalbeAs dusk falls, the purring cries of the African Scops Owl (Otus senegalensis) sound softly from the savannah. Darkness breaks in. We want to end the day with one of the most incredible birds of the savannah. A male Standard-winged Nightjar (Caprimulgus longipennis) in full display dress is supposed to make his courtship flights over its territory on a terrain with barren stones in the middle of the densely vegetated savannah. Males and females of this species gather at these display arenas (the so-called leks) immediately after dusk in open places in the savannah. The males meet on the ground as well as in the air. They sometimes run towards each other in abrupt movements, but also move in a circle 1-8 m above the ground and sometimes swooping low over another bird on the ground. In contrast male displays to female are given by flying around the female giving faint clicking calls. As a result, the female Standard-winged Nightjar land nearby or fly with trembling wingbeats around the males while calling as well.

The Standard-winged Nightjar is named – of course – after their standards. Here you should be aware that “standard” means something like a flag. The male Standard-winged Nightjar has extremely elongated, second innermost primarie feathers, which are webbed at tips only, forming “standards” or flags. – They are what prompted the species name: longipennis (long feather). However, what has been said before also means that these flags are not tail feathers of the male. But the Standard-winged Nightjar is certainly Continue reading Standard-winged Nightjar in Guinea savanna woodlands in Mole NP

Junge Nachtigall im Fläming

NachtigallSeitlich fällt das warme erste Sonnenlicht auf die aufgelichtete Hecke. Ein Zaunpfahl steht malerisch davor. Eine ganze Weile betrachte ich aus einem Ansitz heraus die mit dem Aufstieg der Sonne stärker illuminierte Stelle. Der Heckenrand ist noch im Schatten. Plötzlich steht dort – auf einem Ästchen im Schatten der Hecke – ein grau-bräunlicher Vogel. Die gelbe Schnabelwulst und eine offensichtlich noch nicht ausgeprägte Wangenbefiederung könnten auf einen Jungvogel weisen. Ich bin unschlüssig. Der Vogel wirkt schlank und wirklich auffallend ist der kastanienbraune, lange Schwanz. Auch der cremig-weiße Po ist auffallend. Der häufigste Vogel in dieser Oase inmitten der Agrarsteppe ist der Feldsperling (Passer montanus); direkt danach kommt die Dorngrasmücke (Sylvia communis). Doch dieser Vogel gehört in eine andere Familie. Schnell denke ich an eine junge Nachtigall (Luscinia megarhynchos), möchte aber auch ein junges Blaukehlchen (Luscinia svecica) zuerst nicht ausschließen. Doch wenig später sehe ich wirklich mal eine Kleindrossel exponiert auf einem Heckenast. Auffallend ist ein dunkler Bartstreif bei einer weißen Kehle. Dazu eine schmutzig-graue Brustzeichnung, die von der hellen Kehle durch einen dunklen Latz abgegrenzt wird. Ja, das ist tatsächlich ein junges Blaukehlchen. Der sieht der grau-bräunlicher Vogel ja doch deutlich anders aus. Schlanker, und auch größer. Es ist tatsächlich eine Nachtigall.

Zuerst ist der Vogel noch von Zweigen und Blättern verdeckt. Dann aber steht er frei in der Hecke. Er hat es offensichtlich auf eine Inspektion des Zaunpfahls abgesehen. Schließlich fliegt der Continue reading Junge Nachtigall im Fläming

Schlangenhalsvögel am Anhinga Trail in den Everglades

SchlangenhalsvogelIm Wassergraben entlang des Besucherweges wimmelt es von Fischen. Plötzlich taucht ein spitzer, dolchartiger Schnabel dicht vor uns aus dem Wasser auf. Ihm folgt ein langes Stück Hals. Wie eine Schlange gleitet der Schlangenhalsvogel (Anhinga anhinga)  geräuschlos durchs Wasser. Sein wasserdurchlässiges Gefieder mindert den beim Tauchen störenden Auftrieb und unterdrückt jegliches Plätschern. Eine Weile sehen wir den schlanken Vogelkörper noch unter uns durch das ziemlich klare Wasser dahingleiten. Jetzt gilt es aufzupassen. Geschickter noch, auf jeden Fall aber spektakulärer als Kormorane (Phalacrocorax carbo) stellen sie unter Wasser Fischen nach. Wie eine Harpune setzen Schlangenhalsvögel ihren spitzen Schnabel ein. Der lange Hals, der vor dem Zustoßen S-förmig zurückgebogen wird, funktioniert wie eine angespannte Feder und erlaubt unter Wasser blitzschnelles Zustoßen, um den anvisierten Fisch zu durchbohren. Am Anhinga-Trail in Floridas Everglades bieten sich ideale Voraussetzungen, um die schwarzen Fischjäger zu beobachten. Continue reading Schlangenhalsvögel am Anhinga Trail in den Everglades

Grey Heron fighting with a Common Newt

GraureiherThe Grey Heron (Ardea cinerea) flies elegantly on the wetland in the middle of the agricultural landscape of the Lower (Niederer) Fläming. Carefully the bird secures to all sides before it starts on the muddy shore with the search for food. Although at the beginning it just stands silently on the edge and obviously lets the whole scenery work on it in contemplation. For a long time, I look at the Grey Heron and its feeding site from a hide. Then I return my eyes to the lonely Green Sandpiper (Tringa ochropus), who has been scared off by the Grey Heron and is looking for food on the opposite bank. The wader gets then society in the form of a Common Snipe (Gallinago gallinago) as well.

After a while, the Grey Heron apparently managed to convince himself of the lack of space. After some settling in, he walks along the shore; the other birds (the Common Snipe and the Green Sandpiper) are on the lookout. The proximity of the good 5 times as big heron is obviously suspect for them. Suddenly I hear a loud splash in the water. The Grey Heron has captured swimming a Smooth Newt (Lissotriton vulgaris).  Smooth Newt, also known as the Common Newt is a species of amphibian, the most common one in Germany. The Heron brings the Smooth Newt ashore and chews extensively on the newt. I am surprised that the Grey Heron does not swallow the Smooth Newt directly down. But the Newt probably does not taste that well. At some point the Grey Heron leaves the Smooth Newt fall on the land and returns – clearly disgusted – back Continue reading Grey Heron fighting with a Common Newt

Steppe habitat just outside Castilla de la Mancha

The Spanish province of Valencia was visited in summer. One reason was to relax for a week. The second argument was to get a feel for avian delights of an area of the country normally thought of in mainstream tourism terms. As a habitual visitor to the more well-known birding destination of Andalucía and Portugal, I wasn’t expecting too much but was enjoyably surprised by the numbers and variety of Valencia’s avian inhabitants. One day I headed for the steppe habitat just outside Castilla de la Mancha. This area is blessed with an incredibly diverse range of habitats and excellent birding sites.

A stop at the tiny Bonete Municipal Cemetery en route meant we could search a small lake and a few trees, giving us great intimate views of Egyptian Vulture (Neophron pernocterus), Black-eared Wheatear (Oenanthe hispanica), Tufted Duck (Aythya fuligula), a lonesome Red-crested Pochard (Netta rufina) and – best of all – a yellow-and-black male Eurasian Golden Oriole (Oriolus oriolus). European Bee-eaters (Merops apiaster) are common in these lowland Continue reading Steppe habitat just outside Castilla de la Mancha

Zwergseeschwalben an der mittleren Elbe

Die Kies- und Sandgrube eröffnet einen Blick wie auf eine urzeitliche Flußlandschaft. Zwischen Flachwasserbereichen, Sandflächen, Schilf funkelt das blaue Wasser. Die Ränder der Grube sind durch aufgeschüttete Dämme von den landwirtschaftlichen Flächen abgetrennt. Da taucht ein Vogel ungefähr auf Höhe der Dammkante auf, der sich durch einen eigentümlichen Flug auszeichnet. Wie abgehackt wirkt die Flügelbewegung während des Flugs der Zwergseeschwalbe (Sternula albifrons). Dabei ist die Bewegung leicht und schnell. Zwischendurch ist immer wieder ein spitzes und schrilles “ki-ki-kit” zu hören. Ja, die auffälligen, durchdringenden Rufe der Zwergseeschwalbe erlauben es, sie auch auf Abstand zu identifizieren und wiederzuerkennen. Manchmal bleibt sie bei der Jagd auf Fische in geringer Höhe über der Wasseroberfläche stehen und rüttelt. Sie steht so lange in der Luft bis sie einen Fisch erspäht hat, in einen Sturzflug übergeht, mit viel Wasserspritzern im Kiessee verschwindet, dann (hoffentlich) einen Fisch mit einem Schnabelstich erbeutet, und unter Wasserspritzern wieder aus dem Wasser aufsteigt.

Die Zwergseeschwalbe ist eine typische kleine Seeschwalbe. Sie fällt schon von weitem durch ihren auffälligen Flug, ihre Größe (sofern einzuschätzen) und vor allem den hellgelben Schnabel mit einer kleinen dunklen Spitze auf. Sieht man sie näher, fällt die weiße Stirn Continue reading Zwergseeschwalben an der mittleren Elbe

Brandenburger Heiden: Heimat des Ziegenmelkers

ZiegenmelkerWenn die Dämmerung zur Dunkelheit wird, kann man im Süden Brandenburg, auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen ein anhaltendes, diskretes Schnurren hören. Es scheint aus dem Dunkel der kleinen Pappel- und Birkenhaine zu kommen. In der lichten Sukzession-Vegetation aus Birken-, Pappeln, Espen und Kiefern mit noch vorhandenem Heideunterwuchs und einigen offenen Sandstellen erreicht der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), ein sehr interessanter Vogel seine höchste Brutdichte. Der Ziegenmelker ist nur amselgroß und weist ein grau-braunes Gefieder mit auffälligen weißen Flecken auf. Der Vogel zählt zur Familie der Nachtschwalben(Caprimulgidae), von denen in Mitteleuropa nur diese Art vorkommt. Nachtschwalben sind übrigens recht eng mit den Seglern und Kolibris verwandt. Dagegen ist eine enge Verwandtschaft mit mehreren anderen, in Aussehen und Lebensweise ähnlichen Familien nicht so klar. Der weithin hörbarer Gesang des Ziegenmelkers, ein aus zwischen zwei Tönen wechselndes rhythmisches Schnurren „rrrrrrrr …“, bestimmt die Geräuschkulisse der Heiden von der Dämmerung bis spät in die Nacht. Während der Balz fliegt der männliche Ziegenmelker unter Flugrufen zu einer Singwarte. Dies kann ein abgestorbener Ast unter der Krone einer alten Kiefer sein, es kann sich aber auch um einen hoch gelegenen Punkt innerhalb einer Freifläche oder Schonung handeln. Hier „schnurrt“ das Männchen ausgiebig. Continue reading Brandenburger Heiden: Heimat des Ziegenmelkers

Souza’s Shrike in Brachystegia dry forest / Malawi

RostmantelwürgerIn the morning we are already a while on the road in the sparse savanna forest with lots of brachystegia, the typical tree of the African wooded savannah. Now is dry season. Between the trees are tall grasses, which are usually dried up. Suddenly you can see a shrike. Immediately I remember the Red-backed Shrike (Lanius collurio) from Central Europe. But here in the middle of the African forest savannah? This can not be. And thats the way it is. This is a Souza’s Shrike (Lanius souzae)! The Souza’s Shrike is indeed similar in plumage color and in habitus to the Red-backed Shrike. But the characteristic white shoulder badges are clearly visible in this case. Souza’s Shrikes choose forest savannah as their habitat. Out of the car window, I see him sitting next to the small forest track exposed on a branch. The Souza’s Shrike then switches to a brachystegia branch that is in its first foliage. Finally, the bird flies down into a dry tree, keeps beating his tail up on a branch, and intensely observes his surroundings in search of prey. I can photograph it extensively; first track out of the car then even with an a tripod.

The The Souza’s Shrike was an excellent find. Many ornithologists have not seen this birds despite intensive work. Consequentely the image of the blog made it to a image in the “Handbook of the Birds of the World” – Volume 13, by Josep del Hoyo, Andrew Elliott, David A. Continue reading Souza’s Shrike in Brachystegia dry forest / Malawi

Papageitaucher auf Skomer

PapageitaucherEin Riesenkrach herrscht besonders in der Brutzeit auf einem typischen Vogelfelsen. Mitten drin kann sieht man immer wieder einen farbenfrohen, untersetzten Gesellen mit leuchtend orangenfarbenen Füßen und Schnäbeln. Häufig steht dieser Vogel still am Rand der Klippen steht, als würde ihn der ganze Trubel nichts angehen. Dies ist der Papageitaucher (Fratercula arctica).

Bei einem England-Aufenthalt ging es dann auch mal nach Süd Wales und ich hatte Gelegenheit, die Insel Skomer zu besuchen. Dort habe ich erlebt, daß die Papageitaucher immer wieder unter die Naheinstellgrenze meines Objektivs (Canon 4,0/ 400 DO) kamen. Dabei näherten sich die Papageitaucher; nicht ich mich ihnen. Auf Skomer war das Brutgeschäft schon im Gange, aber die Küken waren noch nicht geschlüpft. Somit hatte ich nur einen einzigen Papageitaucher gesehen der mal mit dem Schnabel voller Sandale anflog.

Auf der Insel stellen die Papageitaucher einen besonderen Höhepunkt dar. Die am besten zu beobachtende Kolonie auf Skomer heißt „The Wick“. Egal, wo man auf die drolligen Gesellen trefft: man sollte viel Zeit und Geduld mitbringen. Auch zu Essen und zu Trinken sollte vorhanden sein. Denn haben sich die Vögel Continue reading Papageitaucher auf Skomer

Die Steppenweihe: ein (fast) regelmässiger Irrgast im Havelland

Die Steppenweihe (Circus macrourus), ein Männchen im 2. Kalenderjahr / bzw. ein vorjähriges Exemplar, kröpft sehr nahe am Turm Beute und hält sich danach ausgiebig in dem Sauerampfer auf der nahegelegenen Weide nahe am Turm Buckow im Havelländischen Luch bei Märkisch Luch auf. Die Steppenweihe ist stationär seit mindestens dem 3. Juni 2019. Immer wieder ist die Weihe erfolgreich Nahrung suchend zu beobachten. Schön sind Jagdflüge oder auch Verfolgungsflüge zu sehen. Eindrucksvoll sind die eleganten Verfolgungsjagden hinter einer jungen Wiesenweihe (Circus pygargus) zu sehen. Lange steht die männliche Steppenweihe im Gras und betrachtet aufmerksam die Büschel vor sich. Wenn sie zum Flug – aus welchen Gründen auch immer – antritt, ist aber Konzentration gefragt. Schnell ist ein grauer, vorbeifliegender Greif mißinterpretiert; er stellt sich dann – wie in der Galerie der Greife vom Havelländischen Luch zu sehen – als Wespenbussard (Pernis apivorus) heraus.

Am Samstag, den 13. Juli waren Beobachtungen praktisch über den gesamten Zeitraum von 2 Stunden etwa 100m nördlich des Turms auf der inzwischen gemähter Wiese mit einigen stehen gelassenen Streifen und ansonsten losem Heu möglich. Einmal packte die Weihe eine Maus unter dem Heu hervor, hält sie kurz im Schnabel und frisst sie dann. Der in den ersten Fotos noch sehr auffallende hell-weiße Halsring und auch der weiße Unteraugenstreifen hat sich zwischenzeitlich deutlich reduziert. Der auf den ersten Fotos blassgelb-beiger Bauch ohne Strichelung scheint nun deutlich Continue reading Die Steppenweihe: ein (fast) regelmässiger Irrgast im Havelland

Eurasian Reed-Warbler in a jungle of reed

Reed seems a monotonous habitat. In early spring, the reeds of the previous years are uniform and stand close to each other; pale gray, sometimes brown. Peeling stalk layers of the reed already provide for the maximum of visual variety. Otherwise: a sea of ​​vertical stems. But like the right sea, the reed “sea” is inhabited. And this habitat is both species-rich and individual-rich. One of the inhabitants is the Eurasian Reed-Warbler (Acrocephalus scirpaceus). Its plumage is as grayish-brownish as its surroundings. Like its habitat, this bird ist drab, this bird has no obvious features for the birder. A closer relative is Savi’s Warbler (Locustella luscinioides), which is colored brown, too. Like the Savi’s Warbler the tail of the Eurasian Reed-Warbler is slightly wedge-shaped, but not as strong and broad as in the Locustella- Warblers.

What is striking, though, are the song of the inhabitants of the sea of reed. This applies to the Reed-Warbler as well as for the Locustella- Warblers. Here is the Eurasian Reed-Warbler to advantage. Its song consists of a continuous, strongly rhythmic rarely accelerating performed scandals. As a rule, simple and short, relatively quiet and slowly recited elements are introduced; the louder body with constant pause lengths usually ends abruptly after different durations. Its singing can probably not be described as well-sounding. The singing is rather scratchy. But not so rough and deep compared to the Great Reed-Warbler (Acrocephalus arundinaceus), which also lives in extensive reeds. The bird sometimes sings in the cover of the reed; but also like to sing in dense bushes. In choral singing with neighbors, it does not keep the Eurasian Reed-Warbler Continue reading Eurasian Reed-Warbler in a jungle of reed

Haubentaucher im Brutgeschäft

HaubentaucherEin Haubentaucher (Podiceps cristatus) sitzt aufrecht auf seinem Nest und hält die Jungen warm. Elegante Federn zieren den Kopf am langen, dünnen Hals.

Zu Beginn des Frühlings kamen durchdringende Schreie aus dem Schilf. An stillen Tagen hörte man die tief-klingenden Schreie weit über das glatte Wasser des Sees tragen. Ein Haubentaucher- Paar hatte sich am Ufer des Sees niedergelassen.

Ende Februar / Anfang März, zur Balzzeit der Haubentaucher, ist viel los auf dem See. Die Männer streiten laut um ihre Territorien. Bei der Paarung stehen sich Männchen und Weibchen von Brust zu Brust gegenüber, schütteln ihre Kopfbedeckung, präsentieren sich gegenseitig Nistmaterial und richten sich mit abgesenkten Schnäbeln gegeneinander. Früh am Morgen im Morgengrauen beginnt das Spektakel und erst nachdem die Sonne untergegangen ist, beruhigt sich der See wieder.

Sobald ein Paar sich gefunden hat, fangen sie an, ein Nest zu bauen, das sie entweder im Schilf oder in der Mitte des Wassers verstecken. Für mehrere Tage bauen sie zusammen auf dem schwimmenden Floß aus Schilf, Blättern und Seerosen. Dann transportieren sie eifrig Pflanzenmaterial und schwimmen häufig zu ihrem im Bau befindlichen Nest, bis es stabil genug ist.

Da die Haubentaucher häufig in Ufernähe brüten, finden sie hier auch genügend Nistmaterial. Das dauert normalerweise eine Continue reading Haubentaucher im Brutgeschäft

Schweifkuckuck im Ankasa Nationalpark

SchweifkuckuckTrotz der Hitze hat sich die Morgenexkursion auf dem schmalen Trail schon gelohnt. Der Hit ist dann aber, daß ein Schweifkuckuck (Cercococcyx mechowi) auf uns wartet als wir den Wald verlassen. Er sitzt ganz frei auf einem Ast am Rand der Dschungelpiste. Als wir alle aus dem dichten Wald herausgetreten sind, fliegt er natürlich auf. Aber nicht weit. Er setzt sich in den Bereich des Waldes aus dem wir gekommen sind. Direkt vor uns. Dort sitzt er auf einen Ast im Schatten und ist weiterhin gut zu hören und dann auch zwischen den Zweigen und Blättern zu sehen. Im Spektiv sitzt er gut sichtbar, wenn auch im Gegenlicht und sehr im Schatten.

Der Schweifkuckuck weist in der aktuellen Literatur zwei taxonomisch undifferenzierte westliche und östliche Populationen auf. Grob gesprochen überschneidet sich die geografische Verbreitung der beiden Populationen mit den Waldgürteln des Upper und des Lower Guinea Forest Westafrikas erstreckt. Die Waldgürtel werden am Dahomey Gap in Nigeria getrennt.

Diese Populationen haben allerdings ein sehr unterschiedliches Stimmeninventar. Grundsätzlich verfügt diese Art über zwei unterschiedliche Arten von Lautäußerungen. Einen melodiösen Pfiff mit drei Tönen und ein eher klagendes Wiehern in Westafrika Continue reading Schweifkuckuck im Ankasa Nationalpark

Buntspecht an frischer Bruthöhle

Anfang Mai hatte ich das Glück, in einem brandenburgischen Kiefernforst einen Buntspecht (Dendrocopos major) zu entdecken. Ganz leise Klopfgeräusche kamen von einer Gruppe noch recht schlanker und daher dünner Kiefern. Aber kein Specht war zu entdecken. Sollte es sich doch um einen Kleiber handeln? Aber auch der war weder in der Baumkrone noch an einem trockenen Seitenast zu erkennen. Ich mußte einige Zeit aufwenden, um endlich die Kiefer genau lokalisieren zu können, von der das leise Klopfen kam. Da sah ich es: ein Loch im Baum. Ein kreisrundes Einflugloch in der Kiefer war nicht zu übersehen. Der Höhleneingang lag gar nicht hoch. Hier kamen die gedämpften Geräusche her. Kein Wunder, daß ich keinen Vogel am Baum gesehen hatte. Der Specht baute seine Höhle aus. . Am Anfang verschwindet ein Buntspecht ganz in der Höhle um kurz darauf mit dem abhobelten Spänen wieder am Eingang zu erscheinen und sie schwungvoll heraus zu befördern. Später – und das war wohl nun der Zeitpunkt – verbleibt er länger in der künftigen Bruthöhle, um die Späne als Bodenbelag im Nest zu präparieren.

Mit ein paar Kratzgeräuschen an der Rinde der Kiefer wurde der Buntspecht neugierig gemacht. Wenig später erschien der weibliche Buntspecht am Höhleneingang. Ein kurzer Blick und schon flog der Continue reading Buntspecht an frischer Bruthöhle

Photographing Shining Blue Kingfisher at perch in Ghana

SchillereisvogelA blue twitch in the shadow of an overhanging bush directly near the path along the water. A Shining Blue Kingfisher (Alcedo quadribrachys) has established a perch just on a quite busy trail on an overhanging branch. The Shining Blue Kingfisher sits just 1m above water level – ie at eye level for us. A perfect photographic situation. The beautiful bird is sitting in a distance of not more than 8 meters in front of us. From time to time the head makes a jerky upward movement. The neck gets longer. Sometimes the angle of the downward bill is slightly changed. The bird’s tail, which is also blue, twitches irregularly. We admire the kingfisher for a while. Eventually, the Shining Blue Kingfisher begins to shrug his wings excitedly and raise them high above his center of gravity. The time of the booty kick is obviously imminent. Maybe he has already spotted his potential prey. In the perspective we are on the narrow path at this extensive waterhole, we cannot see any fish in the water. The water is too murky for that. The Shining Blue Kingfisher is so busy Continue reading Photographing Shining Blue Kingfisher at perch in Ghana

Imperial Eagle near border of Eastern Germany

KaiseradlerA fresh summer morning with a steel-blue sky opened the day. In front of the steel-blue sky over the Zichow forest in the Randowbruch only 10 km away from the polish border, raptors are circling up in the air. One of them is strikingly different. Red Kites (Milvus milvus) circle around him and – after a while – attack him. Finally it is clear: the highly thought-after immature Imperial Eagle (Aquila heliaca) is found.

After a beautiful but quite cool morning, the birding day had gone so far without the long-awaited sighting of the Imperial Eagle. The day was – now at 10:30 am – although still young already very productive. But the exceptional vagrant had not yet emerged. Bad luck: on Tuesday and Wednesday of the week, the Eagle of the Randowbruch between Zichow and Zehnebeck could not be detected within five hours of up to 4 observers.

Otherwise, it was already a beautiful, productive birding day. Almost no sighting of a regular bird of prey remained unfulfilled. So many Red Kites – especially young birds – ,Black Kites (Milvus migrans), young and adult White-tailed Eagles (Haliaeetus albicilla), Eurasian Marsh-Harriers (Circus aeruginosus), Common Buzzards (Buteo buteo), at least 4 Lesser Spotted Eagle (Clanga pomarina), one or the other Eurasian Kestrel (Falco tinnunculus) and as a nice highlight a deep passing Eurasian Hobby (Falco subbuteo).

Shortly before a sighting of an Aquila-Eagle was still uncertain. Continue reading Imperial Eagle near border of Eastern Germany

Vogelfotografie in den Rieselfeldern Münster

FitisEin ohrenbetäubendes Gekreische ist schon von der schmalen Straße am Rand des Schutzgebiets „Rieselfelder Münster“ zu hören. Von einer Aussichtshütte wird man früh am Morgen Zeuge wie die Sonne im Osten sich mit einem dünnen Lichtschein, später mit goldgelben Licht ankündigt und dann mit einem dicken Feuerball aufgeht. Dieses Spektakel beleuchtet eine – für das Innenland – beeindruckendes Vogelschauspiel. Eine große Lachmöwenkolonie hat Junge, die teils schon recht groß aber immer noch bettelnd für eine beeindruckende Geräuschkulisse sorgen. Die vielen Enten, ebenfalls mit Nachwuchs, stehen den Möwen nur geringfügig nach.

Am Vortag hatte es heftig Gewitter mit Regenfällen gegeben. Die Luft ist nun ganz frisch und kühl. Ein teil auffrischender Wind aus Ost weht ebenfalls. Der Eindruck ist überwältigend. Wenn man sich das im Hintergrund stehende Windrad wegdenkt, könnte man sich auch irgendwo in eine Wildnis denken, wo die Natur noch in Ordnung ist. Das hier ist aber alles Menschenwerk. Perfekt mit Bewässerungsgräben inszeniert, aber alles andere als ein natürlicher Continue reading Vogelfotografie in den Rieselfeldern Münster

Der Kaiseradler vom Randowbruch

KaiseradlerVor dem stahlblauen Himmel über dem Zichower Wald schrauben sich Greife in die Luft. Einer davon ist auffallend anders. Rotmilane umkreisen ihn und attackieren ihn. Endlich: der immature Kaiseradler (Aquila heliaca) ist gefunden.

Nach einem wunderschönen aber recht kühlen Morgen war der Birdingtag bisher ohne die ersehnte Sichtung des immaturen Kaiseradlers verlaufen. Der Tag war – jetzt gegen 10:30 – zwar noch jung und schon sehr produktiv verlaufen, aber der Ausnahmegast war noch nicht aufgetaucht. Schon Dienstag und Mittwoch wurde der Adler im Randowbruch zwischen Zichow und Zehnebeck innerhalb von fünf Stunden von bis zu 4 Beobachtern nicht gefunden.

Ansonsten blieb an dem sonnigen Sommermorgen fast kein Greifvogel-Wunsch unerfüllt. So waren schon etliche Roter Milane (Milvus milvus) – vor allem diesjährige Vögel – Schwarze Milane (Milvus migrans), natürlich junge und erwachsene Seeadler (Haliaeetus albicilla), Rohrweihen (Circus aeruginosus),

Mäusebussarde (Buteo buteo), mindestens 4 Schreiadler (Clanga pomarina), der ein oder andere Turmfalke (Falco tinnunculus) und als schönes Highlight ein tief vorbeifliegender Baumfalke (Falco subbuteo). Continue reading Der Kaiseradler vom Randowbruch

Flamingos in der Laguna Chaxa im Nationalreservat „Los Flamencos

Chile-FlamingoDie Laguna Chaxa befindet sich gut 60 km südlich von San Pedro de Atacama auf einer Höhe von rund 2.300m NN. Sie zählt mit zum Salar de Atacama und ist Teil des Nationalreservat „Los Flamencos“.  Der Lauca Nationalpark mit seinen Vögeln ist nicht weit. Der Salar de Atacama liegt in der Atacamawüste und ist die größte Salzebene in Chile. Hier sind spektakuläre Landschaften und Massen an Flamingos zu erwarten. Zuerst ist aber eine zeitraubende Anreise zu bewältigen. An Vögeln ist nicht viel zu erkennen. Der Braunmantelämmerling (Phrygilus dorsalis) ist vor allem am Wegesrand erstaunlich häufig. Immer wieder mal ist ein Felsenerdhacker (Upucerthia andaecola) mit seinem krummen Schnabel und ein Aymaratäubchen (Metriopelia aymara) zu beobachten.

Die Tour beginnt in Calama, von wo aus man zunächst in Richtung San Pedro fahrt, der am dichtesten besiedelten, prähispanischen Oase Chiles. Man durchquert dabei die für ihre interessanten Erosionsformen bekannte Cordillera de la Sal. Das Nationalreservat Los Flamencos ist in sieben Bereiche unterteilt. San Pedro am nächsten liegt das Valle de la Luna, das Mondtal. Die erodierten Falten dieser Felslandschaft bieten besonders im Abendlicht ein faszinieren-des Spiel von Licht und Schatten. Nur ca. 45 Autominuten entfernt liegt die Laguna Chaxa – eine Reihe kleiner Seen inmitten der Atacama- Salzwüste. Mit über 300.000 Hektar ist sie die größte Salzwüste Chiles. Sie beherbergt eine erstaunliche Continue reading Flamingos in der Laguna Chaxa im Nationalreservat „Los Flamencos

Tordalken in der Seevögelkolonie auf Helgoland

TordalkEin waghalsig positionierter Tordalk (Alca torda) ist doch eine extra Fotosession wert. Er sitzt auf einem ganz schmalen, vollgekoteten Sims vor den schmalen Felsbändern der Seevögelkolonie und muß sich immer wieder der anfliegenden Trottellummen (Uria aalge) erwehren und den An- und Abflügen, der im oberen „Geschoß“ wohnenden Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) ausweichen. Man kann schön sehen, daß das ein oder andere Nest schon eine junge Dreizehenmöwe oder eine junge Trottellumme beherbergt. Auch die Tordalken – zwar deutlich seltener als die Trottellummen – scheinen auffälliger als die Tage zuvor. Sie sitzen jetzt viel häufiger frei. Ein sehr wagemutiger Tordalk ist ja schon angesprochen worden. Wenig später sehe ich auch den Partner des Tordalken, der etwas verdeckt in der Klippe auf einem Nest sitzt. Auf Anhieb sieht es so aus, daß die Tordalken die Trottellummen dominieren. Aber wie es gehen kann, sehen wir Continue reading Tordalken in der Seevögelkolonie auf Helgoland

Buschrohrsänger im Norden Deutschlands

BuschrohrsängerLetztes Jahr Ende Mai/ Anfang Juni hatte ich das Glück, an einem Küstenstück in Estland im Matsalu National Park in Estland einen Buschrohrsänger (Acrocephalus dumetorum) zu entdecken. Darüber hatte bird-lens.com ja bereits berichtet.

Ein Buschrohrsänger hat auch in diesem Spätfrühjahr viele Birder nach Norden verfrachtet. Diese wollten einen Buschrohrsänger entweder am Regenrückhaltebecken Wohldorf in  Hamburg oder bei Stockelsdorf in der Nähe von Lübeck beobachten.

Der Vogel wechselt häufig zwischen Weidenbüschen und zeichnet sich durch sein unermüdliches Singen, teilweise mit Imitationen von Amsel, Rauchschwalbe, Blaumeise, Kleiber, Bluthänfling, Feldsperling und Buchfink aus. Nach vorläufigen Beobachtungen legt der Vogel allerdings nachmittags eine längere Gesangspause ein

Es werden auch vermehrt Sichtungen in Holland und im Vereinigte Königreich. Da Vögel mehr oder weniger regelmäßig (und zunehmend) gefangen werden, stellt sich natürlich die Frage nach den Gründen.

Bereits im Juni letzten Jahres hatte bird-lens.com über Feldmerkmale des Buschrohrsängers berichtet. Ich bin nun auf Continue reading Buschrohrsänger im Norden Deutschlands

White-throated Dippers in the valleys of the Vosges

WasseramselA black bird with partially white belly rushes in a low flight along between huge boulders over the fast-flowing stream. For sure, this is a White-throated Dipper (Cinclus cinclus). Often you see them with nesting material in the beak. These are the classic photos that you see of dippers. They fly preferably to and from exposed spots, as stones outstanding on the water.

Over moss-grown stones and some meters high cascades, the clear water rushes through varied mixed forests. Beside Dippers, Grey Wagtails (Motacilla cinerea) as well as Fire Salamanders (Salamandra salamandra) are to be found here.

The streams that flow from the Vosges in an easterly direction to the Upper Rhine, have to overcome a considerable slope. Their eroding power is correspondingly strong. Deeply cut valleys with steep flanks therefore characterize the southeastern Vosges. Particularly interesting in terms of photography are the valleys of the Doller below the Lac d’Alfeld and the Thur above the Lac de Kruth-Wildenstein with their numerous tributaries. On the upper reaches of the Doller, Beavers (Castor castor) have been spreading for some Continue reading White-throated Dippers in the valleys of the Vosges

Zwergschnäpper an der „Grossen Treppe“ auf Helgoland

ZwergschnäpperZunächst verrät nichts die Anwesenheit eines Zwergschnäppers (Ficedula parva). Aber heute früh ist er von der „Großen Treppe“, der Verbindung von Ober- zu Unterlang auf Helgoland gemeldet worden. Zuerst sind nur die Zilpzalpe (Phylloscopus collybita) und der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) im Hang zu hören. Von der Empore auf mittlerer Höhe der Großen Treppe lausche ich den Vogelstimmen. Ich versuche den Gesang nachzupfeifen. Zuerst geschieht gar nichts. Dann ernte ich einen knarrenden Laut mitten aus dem Dickicht.

Während der Gesang als recht melodiös bezeichnet werden kann, der durch seine pfeifenden Bestandteile in absteigender Tonhöhe charakterisiert ist, ist der Ruf deutlich weniger auffällig. Der Ruf ist nur kurz. Auch dem Gesang gehen häufig „zit“ -Silben voraus. Ähnlich ist der Ruf: ein dünnes, hohes, kurzes “dzik” oder “zit”, das manchmal in lose tickende “tk tk tk …” – Reihen übergeht. Der knarrende Laut, den ich höre, könnte mit dem in der Literatur beschriebenen “zrrrt” als Alarm-Ruf zu tun haben.

Das könnte der Zwergschnäpper also doch sein. Eigentlich ist die letzte Beobachtung schon was länger – einige Stunden – her. Plötzlich ist da Bewegung im Schatten der nahe stehenden Ahorn- Continue reading Zwergschnäpper an der „Grossen Treppe“ auf Helgoland

Yellow-headed Picathartes: a mystical bird

Gelbkopf-FelshüpferIn March 2019 I visited Ghana with Birdquest specifically to search for the White-necked Rockfowl – or Yellow-headed Picathartes – (Picathartes gymnocephalus). Previously, colonies of this bird sought by many avian enthusiasts had been recorded throughout the rainforest zone of western Africa. Ceaseless deforestation destroyed all known populations, and the bird was considered extinct in Ghana a few decades ago.

However, scientists suspected that they still existed in hard-to-reach places and tried to look for suitable spots in the interior of West Africa. The hope was confirmed when several indigenous hunters responded on appropriate questions that they knew the bird and claimed that they still existed. Then a few years ago the news broke that picathartes had been rediscovered in Ghana at a community forest reserve.

Researchers studied the environment and discovered several more colonies. Some of these colonies were opened to tourism after researchers found that responsible birdwatchers are perceived by the birds to be of little disturbance.

The White-necked Rockfowl is somewhat misnamed as it has both a yellow neck and head but the name is presumably inspired by the Continue reading Yellow-headed Picathartes: a mystical bird

Basstölpel am Vogelfelsen auf Helgoland

BasstölpelSchwere weiß Vögel mit orange-gelben Köpfen stehen in der Luft vor einer steilen Klippe. Manche tragen grünes “Gemüse” im Schnabel. Direkt vom Weg aus, sind die Vögel dicht an dicht auf ihren Nestern zu sehen. Ohrenbetäubendes Gekreische, beißender Fischgeruch und gelegentlich ein Tropfen von Vogelkot aus der Luft. Es ist kein reines Vergnügen, an den Helgoländer Vogelklippen zu fotografieren.

Dafür kann man sich auf eine – zumindest in Deutschland – einmalige Art bei Flugaufnahmen austoben. Am beeindruckensten sind die Basstölpel (Morus bassanus). Formatfüllende Aufnahmen gelingen bereits mit einer Zoom 80-200. Diese Brennweite ist für Flugaufnahmen sogar perfekt geeignet. Eine 300 mm Brennweite ist schon fast zu viel. Man kann sogar darüber nachdenken, die direkt an den Aussichtspunkten stehenden Nester der Basstölpel mit einem Weitwinkel abzulichten. Anders als zu vielen anderen Gelegeheiten sind längere Brennweiten hier eher nicht angeraten. Während der Brutsaison von April bis August hat man die besten Möglichkeiten, um zu lohnenden Aufnahmen zu kommen. Silbermöwen (Larus argentatus) und Trottellummen (Uria aalge) brüten bevorzugt  ebenfalls in den steilen, unzugänglichen Continue reading Basstölpel am Vogelfelsen auf Helgoland

Heligoland and its Northern Gannets

BasstölpelA spectacular whitish bird almost effortless standing in the windy air on close distance. But also deafening screeching, biting fishy smell and occasionally a drop of bird droppings from the air. It is not a pure pleasure to photograph at the Heligoland bird cliffs.

But you can exploit a unique approach in aerial photography – at least for Germany. The most impressive birds are the Northern Gannets (Morus bassanus). Full-frame images are already possible with a 300 mm focal length lens. This focal length is even perfect for aerial photography. Only for shots of the nests with the seabirds, sometimes longer focal lengths are advised. During the breeding season from April to August, you have the best opportunities to get worthwhile shots. Herring gulls (Larus argentatus) and Common Murre (Uria aalge) also prefer to breed in the steep, inaccessible cliffs at this time.

In the breeding colonies of the bird cliffs of Heligoland there is a constant coming and going. To my surprise, however, the birds Continue reading Heligoland and its Northern Gannets

Rotkopfwürger auf Helgoland

Rotkopfwürger

Es ist 9:30 als ich Anfang Juni in Ornitho.de die Eintragung eines Rotkopfwürgers (Lanius senator) im Helgoländer Nordostgelände sehe. Ich denke, ich muß mal Brötchen holen. Zuerst laufe ich den Klippenrandweg entlang als mir schon die ersten Ornithologen entgegenkommen, die den Rotkopfwürger von oben, von den Klippen nahe der Beringungsstation, beobachtet hatten. Ja, der Rotkopfwürger war eben noch da. Er sei aber nun in Richtung Jugendherberge geflogen. Ich laufe trotzdem zu dem Aussichtspunkt auf den Klippen und sehe im Unterland viele eifrige Ornis laufen. Die Blickrichtungen sind eindeutig und wenig später scheint man fündig geworden zu sein. Da sehe ich den Rotkopfwürger auch auf einem Zaun des Wassergewinnungsgebietes sitzen. Selbst aus der Entfernung ist schön der rote Kopf und die auffallend weiße Brust zu erkennen. Ich laufe dann den Klippenrandweg entlang und die Treppe zum Nordstrand herunter. Unten angekommen, hat ein kleiner Orni-Trupp gerade sein Vormittagswerk vollbracht. Der Rotkopfwürger sei leider weg. Ich bleibe noch eine Weile mit einem Vogelbeobachter östlich vom Sportplatz stehen. Wir schauen noch eine Weile, unterhalten uns und er weist mich auf den singenden Karmingimpel (Carpodacus erythrinus) hin, den ich dann auch noch sehe und fotografiere. Ein paar ältere Damen (70+) gesellen sich Continue reading Rotkopfwürger auf Helgoland

British Yellow Wagtail on Heligoland

Gelbkopf-SchafstelzeAlthough the distribution area of Motacilla flava flavissima is not far from Germany, records of this (sub-)species are quite rare. As to be expected, there are some records from the islands in the wadden sea (Amrum, Sylt-Ost, Norderney, Wangerooge, Neuwerk, Baltrum) or near the coast as e.g. Horumersiel  but the best location for a german twitcher is Heligoland for sure. Thus, we were alerted when we saw a record in Ornitho.de at the end of May 2019.

Something yellow flashes in the green grass. Could this be the Yellow-headed Wagtail (Motacilla flava flavissima) reported this morning? On the circular route over the upper plateau of the tiny off-shore island Heligoland we actually pass a cow pasture. 6 Galloways  and a goat can be seen on a pasture fenced with electric wire. Here at the so-called Oberland of Heligoland the Yellow Wagtail of the subspecies flavissima was spotted this morning. That was at 10:15 am, much earlier than now at 4:00 pm. But the cattle meadow seems to be still worth a look. Not least because of a pale Continue reading British Yellow Wagtail on Heligoland

Alpenbraunellen und andere hochalpine Vogelarten in Hessen

AlpenbraunelleSogar 3 Alpenbraunellen (Prunella collaris) konnten am 11. April 2014 auf dem Großen Feldberg, nur 20 km von der Frankfurter Innenstadt entfernt, beobachtet werden. Nachdem ein lokaler Ornithologe, Ingo Roessler, die Art auf der Suche nach Ringdrossel (Turdus torquatus), in der Nähe des Städtchens Schmitten gefunden hatte, waren damals schnell mehrere Ornithologen auf dem Gipfel des Berges (ca. 800 m ü.M.) geeilt, um die zu dem Zeitpunkt sehr seltenen Arten zu beobachten. Inzwischen kommt die Alpenbraunelle fast alljährlich und im Jahr 2019 am 8. April wieder mit drei Artgenossen und am 26. 4. mit einem Einzelvogel am Feldberg festgestellt werden. Die Beobachtung dieser hochalpinen Vögel komplettiert sehr schön die ebenfalls in Hessen festgestellten auf der Wasserkuppe bei Gersfeld in der Rhön im Osten Hessens. Dort waren 2 Schneesperlinge oder auch Schneefinken (Montifringilla nivalis) über mehrere Tage Anfang April 2016 bei teils stürmischem Wetter und daher schlechten Bedingungen für eine Sichtung angetroffen worden. In diesem Frühjahr wurde eine für Hessen neue hochalpine Vogelart nachgewiesen. Am 4.4. wurde in Grebenstein nördlich von Kassel eine Felsenschwalbe (Ptyonoprogne rupestris) beobachtet und fotografiert. Angesichts der Ausbreitung der Felsenschwalbe als Continue reading Alpenbraunellen und andere hochalpine Vogelarten in Hessen

Gelbkopf-Schafstelze auf dem Helgoländer Oberland

Gelbkopf-SchafstelzeEtwas Gelbes blitzt auf dem grünen Gras auf. Kann das die von heute früh gemeldete Gelbkopf-Schafstelze (Motacilla flava flavissima) sein? Auf dem Rundweg passieren wir dann auch tatsächlich eine Kuhweide. 6 Galloways und ein Widder sind auf einer mit Elektrodraht eingezäunte Weide zu sehen. Hier am Oberland von Helgoland war die Schafstelze der Unterart flavissima, die Gelbkopf-Schafstelze heute morgen gesichtet worden. Zuerst wohl im Helgoländer Fanggarten und dann auch noch an der Kuhwiese, westlich vom Fangarten. Das war um 10:15; also deutlich früher als jetzt um 16:00.

Die Kuhwiese ist uns trotzdem einen Blick wert. Nicht zuletzt wegen eines blassen aufrechtstehenden Singvogels auf der kurzrasigen Weide. Ich denke an einen Brachpieper (Anthus campestris). Der Blick durch das Fernglas zeigt aber dann doch einen weiblichen Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe). Habe ich da nicht den Ruf einer Continue reading Gelbkopf-Schafstelze auf dem Helgoländer Oberland

Sumpfohreulen im schwebenden Flug

Stürmische See, fliegender Sand in Verbindung mit einem Strandspaziergang. Das sind die Ingredienzien für einen Winterurlaub auf Zeeland. Es ist schon einige Jahre her, dass ich regelmäßig Weihnachten und Neujahr an der Küste der Niederlande verbrachte. Hier hatte ich 2008 zum ersten Mal eine fliegende Sumpfohreule (Asio flammeus) beobachten können. Es war meine zweite Begegnung, nachdem ich eine im hohen Gras sitzende Sumpfohreule an der Küste bei Wilhelmshaven in Norddeutschland gesehen hatte. Natürlich wollte ich diese schöne und seltene Eule auch mal fotografieren.

Bei meinem nächsten Besuch in der südlichsten Provinz der Niederlande im Dezember 2009 hatte ich das Glück, 3 verschiedene Sumpfohreulen an einer Stelle in Aktion zu sehen. Am späten Nachmittag fangen diese Vögel an, aktiv zu werden und fliegen über die Polder in diesem Gebiet auf der Suche nach Beute. Es ist wirklich faszinierend, diese schönen Vögel zu sehen, die über die Felder fliegen und dann abrupt die Richtung wechseln, um ihre Beute, hauptsächlich Mäuse, auf dem Boden zu fangen.

Dann im Januar des nächsten Jahres verbrachte ich wieder die Tage im Winter in Zeeland. Ich hatte die Bilder, die mir in meinem Kopf vorschwebten noch nicht machen können. Ich hoffte, dass die Sumpfohreulen noch eine Weile die Polder und Sanddünen Continue reading Sumpfohreulen im schwebenden Flug

Austernfischer am Wattenmeer

Will man Vögel am und im Wattenmeer fotografieren, ist Mai die beste Zeit, denn das Brutgeschäft ist dann in vollem Gange. Austernfischer (Haematopus ostralegus), andere Limikolen und Möwen begnügen sich meist mit einer schlichten Mulde für ihr Gelege. Oder es werden wenige Steine oder Muschelschalen als „Nestdekoration“ gesammelt.

Nicht selten wählen Möwen und Austernfischer auch ungewöhnliche Brutplätze für ihre Gelege. Sturmmöwen (Larus canus) suchen nicht selten die unmittelbare Nähe des Menschen für ihre Brut. So gibt es Meldungen von Brutplätzen direkt neben Schulheime, Fachkliniken oder von den Eingangsgebäuden an Camping- und Zeltplätzen in den Dünen.

Das gilt übrigens auch für Austernfischer. Normalerweise brüten sie in der Strandzone. Insbesondere auf Salz- und Marschwiesen, aber auch auf hoher Inselgeest und in den Dünen sind sie zu finden. Seit den 1960er Jahren werden zunehmend Bruten auf Flachdächern, auch auf Gebäuden tief im Binnenland, auf Einkaufsmärkte, auf Werkhallen, Turnhallen usw. gemeldet. Auf manchen Inseln in der Nordsee werden zunehmend die Firste von reetgedeckten Häusern besiedelt. Die Jungen sind als Nestflüchter nicht lange in dem luftigen Nest. Bald purzeln sie nach dem Schlüpfen herunter und landen aufgrund ihres weichen Dunenkleides auch auf Schotter- und Steinboden weitgehend unversehrt. Sie werden dann von den Eltern zwecks Fütterung in das nebenan liegende Gelände geführt und Continue reading Austernfischer am Wattenmeer

Fraser’s Sunbird füttert Junges im Tieflandregenwald im südlichen Kamerun

Der  Campo Maan National Park hat nicht nur den Buntkopf-Felshüpfer (Picathartes oreas) zu bieten, sondern auch noch eine Menge anderer Vögel, die man ansonsten vergeblich sucht.

Nachdem wir schon sehr erfolgreich mit dem scheuen Gelbwangentrogon (Apaloderma aequatoriale) waren, läßt uns im weiteren Verlauf des Tagesausflugs das Birding-Glück ein wenig im Stich. Die Hitze des Tages schlägt sich nun auch voll durch auf den schattigen Urwaldwege. Ein kleiner Trupp von Vögeln, der sich an Raupen gütlich tut, hat weiße Augenringe. Benjamin, der Depp, tippt auf ein Senegalbrillenvogel (Zosterops senegalensis). Na, also Gelb hatte der doch überhaupt nicht auf dem Bauch. Anfangs ratlos, landen wir bei der Artbestimmung bei einem Nektarvogel. Es könnte sich doch schließlich um den rein insektivoren Laubnektarvogel (Deleornis fraseri) handeln. So ist es auch. Schön ist der Laubnektarvogel dabei zu beobachten, wie er durch das Gewirr aus Zweigen und Blättern schlüpft. Fleißig holt der Laubnektarvogel ein Insekt – meist ein langgezogenes, großes Getier, das ich überschlägig nur als Stabschrecke, Mantis und/oder Heuschrecke bestimmen kann – aus allen möglichen Ritzen und Rinden. Die ganze Zeit hängt ein feines Rufen in der Luft, das sich zuerst nicht zuordnen läßt.

Dann endlich entdecke ich einen unscheinbaren, grauen Vogel mit einer ebenfalls markanten Gesichtsmaske. Sofort denke ich an ein Jungtier des Laubnektarvogels. Aber der Vogel, der die ganze Zeit am rufen ist, hat gar keinen langen, geraden und auch noch orange-gelben Schnabel. Der Schnabel ist im Gegenteil eher kurz, gerade und auch noch schwarz. Auch die Verteilung des weißlichen Augenrings sieht eher wie getupft aus. Ich denke schon an einen Gabunnektarvogel (Anthreptes gabonicus). Das würde zwar nur mit Ach und Krach mit der Habitatbeschreibung in der einschlägigen Literatur übereinstimmen. Aber einige Dinge passen schon sehr gut. Allein die Fotos in der African Bird Club Image Database passen nicht wirklich zu den Zeichnungen im „Field Guide to the Birds of Western Africa“ (Helm Field Guides) von Nik Borrow  und Ron Demey. Dann aber schieße ich definitiv Fotos, die ein adultes Exemplar des Laubnektarvogels und einen jungen Laubnektarvogel unter einem Cecropia-Schirm laut bettelnd zeigen. Eindeutig: die beiden gehören zusammen. Der adulte Laubnektarvogel läßt sich allerdings etwas Zeit während das Junge sich die Seele aus dem Hals schreit und dabei auch einige Male den Hals ganz fürchterlich verdreht. Das Junge ist mit dem intensiven Betteln erst am Ende als es endlich eine dicke Heuschrecke im Schnabel hat. Diese wird eine Weile genüßlich an der Schnabelspitze zur Schau getragen und dann verschlungen.

Die ausgiebige Foto-Session wird abgerundet von der Beobachtung einer Grünhylia (Hylia prasina), ist auf einem gebogenen Zweig in einem niedrigen Strauch – praktisch auf Augenhöhe – zu sehen und zu fotografieren ist.

Eine der Gründe für die 2-wöchige Tour nach Kamerun war, deutlich bessere Aufnahmen vom Buntkopf-Felshüpfer zu schießen. Der im englischen Grey-necked Rockfowl oder Red-headed Picathartes genannte, sehr ursprünglich aussehende Regenwaldbewohner war schon im April 2017 der Hauptgrund dem Campo Maan Nationalpark einen Besuch abzustatten.

Die Fahrt zum Campo Maan Nationalpark und auch zurück in die „Zivilisation“ war zwar langwierig aber doch letztendlich erfolgreich. Insgesamt kann man festhalten, daß die Ausbeute – auch im Vergleich zum geführten Trip im April 2017 – an sehr guten Bilder sich sehen lassen.

Bird-lens ist vor allem eine Website, die die wachsende Nachfrage nach top Aufnahmen der Vögel der Westpaläarktis befriedigen soll. Um die insgesamt wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen seltener Vogelarten befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com aber auch gezielt Reisen an entfernte Orte wie Afrika oder Südamerika unternommen. Dies alles um exzellente Fotos von Vögeln machen zu können. Die Ausbeute an Bildern nicht nur von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture-Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

Ein Wendehals in Estland

WendehalsEin typischer Balzruf schallt aus einer dicht belaubten Baumkrone. Der Ruf besteht aus einer Serie von meist 8 bis 15 gedämpften, mitunter rau klingenden penetrant klingenden „wied_wied_wied“-Lauten. Zu sehen ist aber nichts. Selbst die Richtung aus der die Laute schallen, ist anfangs nicht klar. Im schwachen Morgenlicht sehe ich einen Vogel vorbei fliegen. Zuerst denke ich an eine Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) oder vielleicht einen kleinen weiblichen Würger wie einen Neuntöter (Lanius collurio). Plötzlich hüpft ein Wendehals (Jynx torquilla) auf der Suche nach einem neuen Ameisenhaufen über den schütter bewachsenen, sandigen Boden. Es bewegt sich recht ungeschickt auf den flachen Boden mit einem von Zeit zu Zeit angehobenen Schwanz. Mit ein paar Hammerschlägen seines Schnabels bricht der Wendehals dann auf mit Erfolg ein Ameisennest auf. Ameisen schwärmen aus, aber sie haben keine Chance. Der Wendehals kann bis zu 150 Ameisen im Hals halten.

Danach fliegt der Wendehals zu einer Eiche und umklammert mit seinen kräftigen Füßen die raue Rinde. Es sieht in Löchern in der Rinde nach Maden und Insekten Ausschau. Der Wendehals erkennt das feine Geräusch eines Käfers, der sich hinter der Rinde bewegt, und setzt schnell seine lange Zunge ein, um das Insekt zu fangen. Der scharfe, meißelförmige Schnabel des Vogels ermöglicht es, in Ameisenhaufen hinein zu fahren. Speziell angepasste Speicheldrüsen halten die Zunge klebrig, so dass sie Ameisen mit einem Schlag aufnehmen können. Die Zunge ist auch lang genug, um Beute unter Steinen und aus Spalten in rissiger Rinde zu extrahieren.

Der Wendehals sammelt oft unverdauliche Fragmente wie Continue reading Ein Wendehals in Estland

Der Elfennektarvogel saugt an Nektar

ElfennektarvogelEin Männchen vom Elfennektarvogel (Cinnyris pulchellus) balanciert emsig und ohne Fehltritt auf einem kahlen Stengel, der zu einigen, kleinen gelblichen Blüten mit roter Umrandung führen. Dort hat der Fotograf mal eine Chance den im englischen zutreffend als Beautiful Sunbird bezeichneten Vogel mal mit einigen scharfen Fotos aufzunehmen. Das Männchen vom Elfennektarvogel setzt den recht langen, leicht gebogenen schwarzen Schnabel an den Kelch der Blüte und saugt den Nektar eine kurze Weile. Dann ist der Elfennektarvogel auch schon wieder unterwegs zur nächsten Blüte.

Auf den Elfennektarvogel war ich aufmerksam geworden als ich beschloß die Motelanlage des Mole Motels im Mole National Park in Norden Ghanas etwas näher zu erkunden. An den einfachen Bungalows entlang lief ich bis zum Ende und entdecke dabei eine sehr vogelreiche Stelle. Ein Abwasserrohr tauchte mitten in dicht bewachsen Gestrüpp mit vielen Trampelpfaden an die Oberfläche und hatte einen kleinen Pool entstehen lassen. Man möchte nicht Continue reading Der Elfennektarvogel saugt an Nektar

Das Wattenmeer: Alpenstrandläufer im Streit

Im Mai letzten Jahres war ich eine Woche auf der Insel Norderney, im ostfriesischen Wattenmeergebiet. Die Küste und die Dünenlandschaft mit der dort heimischen Flora und Fauna sind für Fotografen immer ein lohnendes Ziel. Ich befand mich gerade am Strand. Ein Trupp durchziehender Alpenstrandläufer (Calidris alpina) landete nicht allzu weit von dem im feuchten Sand liegenden Fotografen. Plötzlich veranstalteten zu meiner Rechten einige Strandläufer einen erstaunlichen Lärm.

Zwei von ihnen waren in einen handfesten Streit verwickelt. Die Rivalen stellten sich aufrecht und machten sich damit deutlich größer als sie sonst scheinen. Dann sprangen sie abwechselnd hoch, riefen ihre eindringliche Rufe aus und attackierten sich bis das Wasser hoch aufspritzte. In der kurzen Zeit, die der Kampf anhielt, nutzte ich die Gelegenheit, die Szene festzuhalten als der unterlegene Rivale fluchtartig das “Feld” verlassen hatte und der Gewinner noch mit erhobenen Schwingen auf der Arena herum lief. Einige Sekunden später war alles wieder ruhig, als wäre nichts passiert. Es war einmal mehr so ein glücklicher und völlig überraschender Moment für einen Naturfotografen, für den es sich lohnt, ständig die Kamera bereitzuhalten und den Finger am Auslöser zu lassen.

Will man Vögel fotografieren, ist Mai die beste Zeit auf der Insel Norderney, denn das Brutgeschäft ist dann in vollem Gange. Unter anderen haben hier Flußseeschwalben (Sterna hirundo), Austernfischer (Haematopus ostralegus) und Großer Brachvögel (Numenius arquata) ihre Nistplätze. Jeden Morgen machte ich mich schon vor Sonnenaufgang auf zu einem bei Ebbe trocken fallenden Wattengebiet auf der Südseite der Insel. Hier lassen sich zahlreiche typische Brutvogelarten besonders gut beobachten, denn sie zeigen kaum Scheu vor Menschen. Ein Damm verhindert allerdings, dass man den Tieren zu nahe kommt. Eigentlich konzentrierte ich mich hauptsächlich auf die hemmfliegenden Flußseeschwalben, die mit Continue reading Das Wattenmeer: Alpenstrandläufer im Streit

White-crested Laughingthrush from a hide

WeißhaubenhäherlingA white-crested thrush-like bird on the ground hopps about throwing leaves. The bird is a White-crested Laughingthrush (Garrulax leucolophus) and is really throwing the leaves around in all directions . They were searching intensively for food. It was a family group of eight birds. They might remind you of other birds of the family as e.g. the Grey-crowned Babbler (Pomatostomus temporalis) from Australia. They also move around in groups of eight and bounce around among the vegetation. White-crested Laughingthrush is often found scratching for food in the leaf litter. The White-crested Laughingthrush is a member of the Leiothrichidae family. It is found in forest and scrub from the Himalayan from north and north-east India, south-east Tibet, Sumatra, Myanmar, Thailand, south-west China foothills to Indochina.

The White-crested Laughingthrush is easily recognizable by its distinctive broad whitish crest, black mask, whitish underparts, rufous-chestnut upperparts and rufous flanks and undertail-coverts. It is usually seen in flocks which produce song bursts of rapid chattering and repetitive double-note phrases. It is found in a wide range of habitats, including broadleaved evergreen, semi-evergreen and dry deciduous forest,   secondary growth and bamboo up to about 1,600 m asl.

The White-crested Laughingthrush has been absent from south Continue reading White-crested Laughingthrush from a hide

Wie unterscheidet man den Seggenrohrsänger vom Schilfrohrsänger im Gelände?

SeggenrohrsängerDer Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola) und der Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) sehen vordergründig gleich aus. Wer aber genau durch das Fernglas schaut und die Erkennungszeichen kennt, sieht die Unterschiede und kann die Art häufig schon richtig bestimmen. Typisch ist der Gesang der Vögel. Einen zusätzlichen Hinweis gibt der Standorttyp.

Zur Vermeidung einer Verwechslung des Seggenrohrsängers mit dem Schilfrohrsänger im Gelände sollte man einige Hinweise beachten:  So sollte man dem Standorttyp Aufmerksamkeit widmen, an dem der Vogel angetroffen wurde. Der Seggenrohrsänger findet sich auf feuchten Wiesen mit nur geringer Beimischung von Schilfrohr und nur jungen, kleinen Einzelweiden. Der Schilfrohrsänger bevorzugt Gebiete, die dicht mit Sträuchern (strauchartigen Weiden) bewachsen sind, hier und da mit Schilfrohr vermischt. Man sieht ihn am Rande der ausgedehnten Bestände des Schilfröhrichts wo der Seggenrohrsänger nur auf der Wanderung zu beobachten ist, also von Mitte April bis Mitte Mai und von Mitte Juli bis Mitte Oktober. Der Schilfrohrsänger kommt nicht auf Wiesen ohne Strauchbewuchs vor, auch nicht im weiten, „sauberen“ Schilfröhricht. Aber er bewohnt gern die Säume der nassen Gebiete und Wasserbecken, die mit Sträuchern und hohen Krautpflanzen (Schilfrohr, Gräser und Seggen) bewachsen sind. Wenn er ein Gebiet mit dem Seggenrohrsänger teilt, hält er sich meistens auf den Sträuchern und im höheren Gebüsch auf und singt dort. Er singt aber nicht mitten auf feuchten Wiesen. Da kann man den Seggenrohrsänger erlauschen.

Den Seggenrohrsänger aufzuspüren, ist nicht schwierig, wenn man weiß, wo man zu suchen hat. Aber es nimmt viel Zeit in Anspruch. Man muss insbesondere auf den vom Seggenrohrsänger Continue reading Wie unterscheidet man den Seggenrohrsänger vom Schilfrohrsänger im Gelände?

Gelbkopf-Felsenhüpfer: ein mystischer Vogel

Gelbkopf-FelshüpferIm März 2019 war ich mit Birdquest in Ghana, um gezielt nach dem Gelbkopf-Felsenhüpfer (Picathartes gymnocephalus) zu suchen. Früher waren Kolonien dieses von vielen Vogelenthusiasten gesuchten Vogels in der gesamten Regenwaldzone des westlichen Afrikas verzeichnet worden. Durch unaufhörliche Waldrodung wurden jedoch alle bekannten Populationen zerstört, und der Vogel wurde bereits vor einigen Jahrzehnten in Ghana als ausgestorben angesehen.

Wissenschaftler vermuteten jedoch, dass sie immer noch an schwer zugänglichen Stellen vorkämen, und bemühten sich, geeignet erscheinende Plätze im Landesinnern nach dem Gelbkopf-Felsenhüpfer ab zu suchen. Die Hoffnung wurde bestätigt, als mehrere einheimische Jäger auf entsprechenden Fragen antworteten, dass sie den Vogel kannten und behaupteten, dass sie noch existierten. Dann wurde vor einigen Jahren die Nachricht verbreitet, dass der Gelbkopf-Felsenhüpfer in Ghana in einem kommunalen Waldreservat wiederentdeckt worden sei. Forscher untersuchten die Umgebung und es wurden mehrere weitere Kolonien entdeckt. Einige dieser Kolonien wurden für den Tourismus geöffnet, nachdem Forscher festgestellt hatten, daß verantwortungsbewußte Vogelbeobachter von den Vögeln als nur wenig störend empfunden werden.

Aus diesem Grund reisten wir über einen halben Tag von der Küste bei Cape Coast in das abgelegene Dorf Bonkro in der südlichen zentralen Region Ghanas. Hier hatten einheimische Jäger, die über die Kolonie seit Generationen Bescheid wussten, die Vögel früher geradezu „geerntet“. Sie hatten nämlich die erwachsenen Vögel während der Brutzeit einfach aus ihren Nestern gepflückt. Jetzt, da die Kolonie für die Jagd gesperrt ist, ist die Population des Gelbkopf-Felsenhüpfer stark angewachsen und das Dorf profitiert enorm von den Eintritts- und den Führungsgebühren. Es wurde sogar eine Schule wird mit Mitteln des Naturschutzes gebaut. Wir kamen am Nachmittag an, und nachdem wir unseren örtlichen Dorfführer getroffen und es geschafft hatten, den freundlichen Continue reading Gelbkopf-Felsenhüpfer: ein mystischer Vogel

Rotmilane und ihre Beute

Rote Milane (Milvus milvus) und ihre Gewohnheiten sind durch ihre Beute und die Art des Beuteerwerbs bestimmt. Rote Milane sind vor allem auch Aasfresser, die auf ihren langgestreckten Flügeln im eleganten Flug die Landschaft auf der Suche nach Nahrung auf dem Boden erkunden. Sie haben nicht die Kraft oder Schnelligkeit anderer Greifvögel, wie dem Habicht (Accipiter gentilis), die in erster Linie mit ihrer Verfolgungsjagd für Beute sorgen. Obwohl sie in der Lage sind, kleine Lebewesen wie Mäuse und Wühlmäuse zu erbeuten, versuchen Rote Milane vor allem Aas als ihre Grundnahrungsmittelversorgung anzunehmen. Ziemlich oft zögern sie zu landen und schnappen den Nahrungsbrocken lieber vom Boden um ihn dann im Flug oder auf einem Baum in sicherer Höhe zu fressen. Wenn die Beute zu groß ist, um sie fort zu tragen, können sie auch auf dem Boden landen. Sie sind aber sehr vorsichtig und werden in der Regel warten, bis die Krähen (Corvus sp.) zuerst gefressen haben.

Wissenschaftlichen Untersuchungen haben gezeigt, dass Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) und Feldhasen (Lepus europaeus), wie man erwarten könnte, einen bedeutenden Teil ihrer Ernährung bilden. Wenn Aas nicht vorhanden ist, suchen sie nach anderen Nahrungsquellen. Landwirtschaftliche Bewirtschaftungsformen wie das Pflügen, die Mahd und die Ernte von verschiedenen Kulturen können eine bereite Spannbreite Continue reading Rotmilane und ihre Beute

Frühjahrseinflug von Rotfussfalken

RotfußfalkeIn den vergangenen Tagen häufen sich in den einschlägigen Portalen der Vogelbeobachter der Schweiz und in Italien die Meldungen von Rotfußfalken (Falco vespertinus), wie eine Karte der Beobachtungen der letzten Woche eindrucksvoll zeigt. Die Frage war, ob sich ein Einflug auch bis nach Deutschland anbahnt, kann wohl inzwischen mit „Ja“ beantwortet werden. Über Ostern gab es im Süden Deutschlands bereits eine Reihe von Beobachtungen. Inzwischen gibt es jeden Tag mehr Meldungen, die nun auch u.a. aus Brandenburg stammen. So gab es heute und gestern bereits 4 Meldungen aus dem Umfeld des Spreewalds und  1 Meldung aus Potsdam. Bemerkenswert ist, daß übereinstimmend von sehr guten Beobachtungsbedingungen (u.a. in einer Distanz von ca. 50 Meter auf einer Stromleitung ruhend, dann Jagdflug mit häufigem Rütteln über gemähtem Wintergetreide oder eine Flugbeobachtung nur wenige Meter vom Betrachter entfernt) berichtet wird.

Eine Karte findet man unter ornitho.de.

Auch im Herbst werden immer wieder Rotfußfalken aus Deutschland gemeldet. Mindestens 3 Rotfußfalken waren so u.a. im Jahr 2015 aus dem Oderbruch gemeldet worden. Im Vergleich zum Herbst zeigen Rotfußfalken einen ausgeprägten Schleifenzug und Continue reading Frühjahrseinflug von Rotfussfalken

Fischender Schwarzmilan

Gemächlich kann man einen Schwarzen Milan (Milvus migrans) in ca. 40 Meter Höhe über den See fliegen sehen. Direkt vor mir am Bohlensteg fängt der Schwarze Milan an zu kreisen; den Kopf gesenkt. Weiter hinten über dem See sind weitere Schwarzmilane zu sehen, die über den See steigen. Einzelne Vögel beginnen einen kreisenden Sinkflug, um dann in einiger Höhe über dem Wasseroberfläche wieder aufzusteigen. Der Schwarze Milan vor mir war vielleicht 40 Meter entfernt und kreiste weiterhin. Er schien ein Herunterfliegen zu prüfen, kreiste für einen Moment und kam dann doch erstaunlich schnell an Höhe verlierend frontal auf den Steg zugestürzt. Schließlich sah ich ihn ohne Mühe einen Fisch in einer einzigen sanften Bewegung aus dem Wasser greifen. Das passierte alles ohne Hast und doch mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit. Gut, daß ich das Canon EF 600mm 1:4L IS II USM im Neiger (ProMediaGear GKJr. Katana Junior Teleneiger) auf dem Stativ aufgebaut und schon ausgerichtet hatte. Im Hochgeschwindigkeitsmodus an der Canon EOS 1 DX konnte ich dann fast den ganzen Vorgang des Fischens ablichten.

Die Flugkünste des Greifs sind auch sonst gut zu bewundern. Es ist nicht selten, daß Schwarze Milane Reptilien und Frösche von den Rändern an Teichen im eleganten „Mitnehmen“ greifen. Aber dass Continue reading Fischender Schwarzmilan

Der singende Feldschwirl

FeldschwirlDer Frühling kündigt sich spätestens dann mit Macht an, wenn man am frühen Morgen an taubehängten Wiesen einen schwirrenden Gesang vernimmt. Da ist der Feldschwirl (Locustella naevia) nicht weit. Der Gesang scheint aus der Unendlichkeit zu tönen, doch er scheint auch ganz nah. Auch Richtungseinschätzungen sind nur sehr schwer zu machen. Wenn man einen ausdauernden Sänger in den Wiesen aus den vielen Vogelstimmen wie Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus),  Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) und Rohrammer (Emberiza schoeniclus) herausgehört hat, heißt das aber nicht, daß der Schwirl nun auch bald zu beobachten ist.

Nur mit Glück bekommt man einen Feldschwirl zu Gesicht bzw. vor die Fotolinse. Gewöhnlich wird man den im dichten Weidenbusch versteckt lebenden Feldschwirl nur schwer zu Gesicht bekommen, obwohl er häufig aus der Verlandungszone singt. Sein manchmal ununterbrochenes Schwirren erinnert stark an das Zirpen einer Continue reading Der singende Feldschwirl

Ringdrossel im Nordpolder der Warthe

RingdrosselDie Recherche im Vorfeld ergab zwar für Anfang April eher unterdurchschnittliche Wasserstände für die Oder. Ob die Wiesen an der Oder trotzdem schon überschwemmt waren? Über den Nordpolder bei Witnica wollte ich mich gemächlich dem Gebiet der Warthemündung nähern und dann zum bekannten Plattenweg nördlich des kleinen Dörfchens Przyborow bis zur Postomia fahren. Neben einem schon recht späten Rauhfußbussard (Buteo lagopus) wurde ich auf eine „Amsel“ aufmerksam, die über die Schotterpiste flog. Eine Amsel (Turdus merula) ist nun in einem solch offenen Gelände nicht unbedingt zu erwarten. Also riskierte ich ohne große Erwartungen einen Blick durch das Fernglas. Und siehe da: es war eine Ringdrossel (Turdus torquatus), die sich im Verlauf meiner Beobachtung immer wieder in ein Wiesengehölz verkroch.

Nach einem kalten März waren die ersten Tage im April sehr angenehm. Zur Monatsmitte jedoch hatte es sich der Frühling mit seinen angenehmen Temperaturen anders überlegt und mit strammen Ostwind und den dazu gehörenden Böen für unangenehm kühles Wetter gesorgt. Immerhin gab es in der Regel Sonnenschein zu genießen. Durch die anfangs frühlingshaften Temperaturen war Continue reading Ringdrossel im Nordpolder der Warthe

Elstertoko im Staubbad im Campo Maan National Park/ Kamerun

ElstertokoAuf der Rückfahrt aus dem Campo Maan National Park nach einer sehr erfolgreichen Exkursion nach dem Buntkopf-Felshüpfer (Picathartes oreas) fahren wir am letzten Tag die lange, staubige Piste zurück zum Örtchen Campo. Es hatte zum Glück die letzten Tage keine größeren Regenfälle gegeben, sodaß nur eine technisch schwierige Stelle gemeistert werden mußte. In dem Bereich, in dem wir uns aufgehalten hatte, übersteigt das Niveau im Campo Maan NP zwar die 200 m NN-Marke. Trotzdem ist der Park von einem gewissen Relief gekennzeichnet. Wir fahren gerade in eine Senke und sehen dann über eine Kuppe, die die Piste im leicht gewellten Nationalpark macht. Vor uns wirbelt Staub mitten auf der Piste auf. Ein Trupp Elstertokos treibt sich nicht nur in den angrenzenden Bäumen sondern auch auf dem Boden herum. Die Elstertoko (Tockus fasciatus) sind hier mit ihrem roten Unterschnabel der Unterart fasciatus zuzuordnen und wirken schon so sehr schön. Eine Dokumentation dieser Verhaltensweise sollte man sich aber nicht entgehen lassen. Die gar nicht mal so staubige Piste scheint eine starke Anziehungskraft auf die Vögel auszuüben. Einige Exemplare der Elstertokos fliegen schon weg als wir über die Kuppe kommen. Doch ein Exemplar – wohl ein Continue reading Elstertoko im Staubbad im Campo Maan National Park/ Kamerun

Vögel in der Enipeas-Schlucht am Olympus/ Nordgriechenland

MauerläuferDer Name Enipeas kommt von einer Meeresgottheit. Nach der griechischen Mythologie ist es die Schlucht Enipeas, wo der Musiker Orpheus von Mänaden verschlungen wurde. Sie waren die unsterblichen weiblichen Anhänger des Dionysos, der Gott des rituellen Wahnsinns und der Ekstase. Es ist kein Wunder, dass der Waldweg mit Holzbrücken, der den Enipeas-Fluss überquert, geheimnisumwittert ist. Der 9 km lange Weg führt zu einer wichtigen historischen Stätte auf dem Olymp – der Heiligen Grotte des Hl. Dionysos-Klosters. St. Dionysus verbrachte seine Zeit in Meteora, dann auf dem Berg Athos, in dem er ein frommes Leben führte. Viele Mönche kamen, um seine weisen Worte zu hören.

Litochoro in den Ausläufern der Abhänge des Olymp ist die erste Station nach der Ankunft am internationalen Flughafen von Thessaloniki. Von hier aus ist die bekannte Schlucht im Nationalpark am Berg Olympus das Ziel. Von Litochoron aus fährt man in einer halben Stunde über eine gut ausgebaute Straße nach Prionia. Dieser alte Sägewerkstandort liegt in 1.100 Metern Höhe und ist heute eine Raststation für Olymp-Besucher.

Auf dem Weg kann man eine Reihe von unterschiedlichen Vegetationszonen und Habitaten von typisch mediterraner Macchia an den unteren Hängen durch Buchenwälder (Fagus sp.), Griechische Tannen oder Kefalonische Tanne (Abies cephalonica) und Continue reading Vögel in der Enipeas-Schlucht am Olympus/ Nordgriechenland

Waldwasserläufer (Tringa ochropus) im Spreewald

Der Waldwasserläufer befindet sich in Deutschland am Rand des süd-westlichen Verbreitungsgebiets. Bekannt ist sein Brutvorkommen in der Uckermark. Ich wollte aber auch mal Meldungen von Waldwasserläufern in der Brutzeit deutlich weiter südlich, nämlich im Spreewald, nachgehen.

Ausgesucht wurde eine abwechslungsreiche leicht hügelige Kiefernlandschaft am Ostrand des Spreewalds, die abgelegen und daher relativ ungestört ist.

Am 6.4. gegen 7:15 – also 45 Min. nach Sonnenaufgang – war der Waldwasserläufer das 1. Mal zu hören und kurz zu sehen. Zwischen umgestürzten Baumstämmen eines unter Wasser gesetzten ehemaligen Birkengrundes waren die Waldwasserläufer nur kurz zu sehen. Die Rufe eines Balzflugs, nur leise und zurückhaltend, waren weit im Innern des überschwemmten Gebiets zu hören. Erst 1 Stunde später konnten die ersten richtigen Balzflüge des Waldwasserläufers vor dem blauen Himmel gesehen werden. Diese waren dann auch mit mehr und lauteren Flugrufen verbunden. Mittags flogen am Nordende des Überschwemmungsgebiets 2 Exemplare vom Uferrand auf.

Am nächsten Tag waren die Waldwasserläufer wieder aktiv, auch am Uferrand. Der 1. Flug fand um 6:40, also gerade mal 10Minuten nach Continue reading Waldwasserläufer (Tringa ochropus) im Spreewald

Etchécopar’s Owlet in Shai Hills Resource Reserve

Kapkauz, Etchécopar’s OwletThe target area of the morning is the Shai Hills Resource Reserve. We try to manage to see the scarce local form of African Barred Owlet sometimes split as Etchécopar’s Owlet (Glaucidium etchecopari). While the morning was still fresh we left the van to search for the bird in the dense thickets at Bat Cave. After a while, we realized that we would be unlucky. We returned to another “Cave”-spot, left the van again and tried to lure into view the local form of African Barred Owlet that is sometimes treated as a separate species; Etchécopar’s Owlet.

The imitation of the voice of the Etchécopar’s Owlet should lure him out. And indeed, the bird called back. At first, at some distance. But finally it entered a nearby dense forest. But there was nothing to see yet. The owl could not be far away. The voice was good to hear. Our local guide was finally able to make out the Etchécopar’s Owlet. It was hiding on a big branch of a big tree. Sitting quite in the open, nevertheless the owl was hidden by leaves and twigs. Fortunately the African Barred Owlet was not nervous and staid long enough for some excessive photographic opportunities which were more than necessary because camera-autofocus was distracted from the bird several times.

The African Barred Owlet was first discovered in 2005; in the dry forest at Bat Cave in Shai Hills Resource Reserve. The Shai Hills Resource Reserve is located in the north-east sector of the Accra Continue reading Etchécopar’s Owlet in Shai Hills Resource Reserve

Auf die Kehle kommt es an: Blaukehlchen

Friesische Nachtigall wird das Blaukehlchen (Luscinia svecica) zu Recht genannt. Dabei spielt nicht nur die Qualität des Gesangs eine Rolle. Von den farbenfrohen, bunten Drosselvögeln gibt es in Deutschland vier verschiedene Arten. Die bekannteste ist wohl das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) mit leuchtend rot gefärbter Brust. Dieser meisterliche Sänger mit seinen klaren Strophen brütet vor allem in Gärten, unterholzreichen Wäldern und Parks. Im Winterhalbjahr sind sie neugierig und oft wenig scheu. Rotkehlchen sind beispielsweise auf Friedhöfen oder in Parks sehr leicht zu fotografieren, da sie hier an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt sind. Dennoch sollte man den kaum sperlingsgroßen Vögeln mit langer Brennweite arbeiten, um sie möglichst formatfüllend aufzunehmen.

Die Blaukehlchen sind vorwiegend in Feuchtgebieten und an verschilften Weihern und Gräben zu Hause. Dort verbergen sie sich häufig geschickt am Boden und im Schutz der Ufervegetation. In Mitteleuropa haben die Männchen im Prachtkleid eine leuchtend blaue Kehle mit mehr oder weniger großem, sogenannten weißem Stern, während der Stern der nordeuropäischen Art rot gefärbt ist. Continue reading Auf die Kehle kommt es an: Blaukehlchen

Riesentrappe und Steinschmätzer in der ostafrikanischen Steppe der Taita Hills

Im frühen Frühling kehrt das Leben in die trockene Savannen- und Buschlandschaft im Taita Hills Wildlife Sanctuary zurück. In voller Blüte stehende Knopf-Dorn Akazien prägen die Landschaft in ihrer gelben Pracht. Markantes Merkmal dieser Akazienart ist der Stamm mit seinen knopfartigen Auswüchsen und seine oft lichte Baumkrone.

Aber auch Vögel erleben einen neuen Energieschub. Eines Tages sah ich eine männliche Riesentrappe (Ardeotis kori) in einiger Entfernung von der Straße laufen. Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe)  tauchten in der gleichen Gegend teils in einem Abstand von wenigen 100 Metern hintereinander auf.

Ich konnte ein paar schöne Fotos von der Riesentrappe machen, als sie sich in Position brachte und ihren tiefen, dröhnenden Balzruf ausstieß. Ich beschloss, in der Gegend zu bleiben, in der Hoffnung, er könnte näher kommen, um bessere Fotos zu machen, aber ich musste das Warten bei Sonnenuntergang wegen dem schlechten Licht aufgeben. Obwohl ich nicht damit rechnete, ihn wiederzusehen, kehrte ich am nächsten Nachmittag in die mit niedrigen Büschen bestandene Grassavanne zurück. Zu meiner Überraschung war der Vogel immer noch – oder schon wieder – da. Diesmal folgte er zwei weiblichen Riesentrappen. Als die Weibchen hinter unserem Land Cruiser die Straße überquerten, näherte sich das Männchen ganz nah und erlaubte mir, Bilder von seinem ziemlich extravaganten, aber beeindruckenden stolzierenden Gang Continue reading Riesentrappe und Steinschmätzer in der ostafrikanischen Steppe der Taita Hills

Kingfishers and their nests

A flash of blue suddenly took my eye and, when I checked to see what had caused me to blink, I spotted a Common Kingfisher (Alcedo atthis) sitting on an overhanging branch. A short, sharp whistle had announced the Common Kingfisher. Now, in spring, it will soon be heard on many natural waters again. Kingfishers often fly low and fast over the water. Because of its pronounced territoriality in the spring, the nest is not far.

The “nest” consists of a more than 50 cm long tube with a subsequent incubator. However, the material to be worked on the site must neither be too hard nor too loose. If the Common Kingfisher encounters rocks or root systems or if a loose ground collapses, the Common Kingfisher must start work in another location again.

There was a time when I was curious about what happened to the bird’s nest, when the water floods and the banks are flooded. That can have devastating consequences. To be reasonably protected from flooding, the bird’s nest is usually located at a height of 1 – 3 m above the water level in steep walls with grave-capable, loamy or sandy soils. When the tube is excavated to the right size, the female moves into the cave. The Common Kingfisher, tunnels tubes to up to 100 cm long and lets them end in an extended incubator. Among the existing breeding sites, those that occupy every year, even after Continue reading Kingfishers and their nests

The Western Hazel Grouse – a bird on the edge of extinction

Haselhuhn, MännchenThe Vosges in eastern France are a very attractive tourist destination in summer time. The The Western Hazel Grouse (Bonasa bonasia rhenana) is a secretive representative of the grouse family, which has its last refuge in the Vosges. But it is also in danger in the northeast of France. Northern Wheatears (Oenanthe oenanthe), Meadow Pipits (Anthus pratensis) and Skylarks (Alauda arvensis) are certainly the most common species of birds, but some rare bird species live in the forests as well. Beside birds of the higher mountain zone one sees some interesting plants like Yellow Gentian (Gentiana lutea), Mountain arnica (Arnica montana), Alpine Pasqueflower (Pulsatilla alpina) and Mountain Pansy (Viola lutea).

Due to the difficulty of exact surveys, the decline in Western Hazel Grouse in northeastern France is described not easy. Since the 1930s, there are five to seven methodologically comparable observations. The area under consideration in the first survey is a rather continental-toned climate. The area is forested to about 33%, with a variation of 20% in arable land and up to 75% in the low mountain range. Four natural areas can be distinguished:

  • The densely cultivated Champagne on the edge of the Paris Basin with 20% forest share at sea heights of 60 to 200 m.
  • The zone of hills and plateaus at 100-400 (-500) m asl in the Ardennes and Lorraine with 37% forest, mainly oak and beech forest and coniferous forest.
  • The up to 1,424 m high Vosges with their vegetation levels: Below 500 m, a forest cover of 44% beech oak forest with sprinkled coniferous on the wetter west side of the mountains, and mainly sessile forests on the drier east side. Tree cover has been significantly replaced by conifers on the east side. Above 500 m, forest cover with beech fir forests increases to 75%. Beyond 1,000 m there are spruce-enriched beech-fir or pure beech high-altitude forests.
  • The Alsace Upper Rhine plain (100-250 m asl) with 25% forest cover, on the one hand alluvial oak-ash or riparian forests and, on the other hand, oak-beech forests on sandy areas, enriched with Scots pine.

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Kampfläufer an der Nuthe

KampfläuferDie Dammwiesen zwischen Thyrow und Christinendorf sind schon seit den Regenfällen des Frühwinters überschwemmt. Die Kanäle können die Wassermassen nicht in den Amtgraben und dann weiter zur Nuthe weiterleiten. Ein Glück für die Kampfläufer (Philomachus pugnax). Gestern konnten bei einem Abendbesuch der weit überstauten Flächen ein Trupp von mindestens 26 Kampfläufern, einige davon schon in fast vollständigem Prachtkleid entdeckt werden. Die Kampfläufer gingen eifrig der Nahrungssuche in den überstauten Wiesen nach. Von Zeit zu Zeit flogen sie einzeln oder in kleinen Trupps ohne erkennbaren Grund etwas weiter und gingen dann anschließend einer Beschäftigung nach.

Auch mindestens 3 Bekassinen (Gallinago gallinago) standen im seichten Wasser und waren meist nur mit ihren Köpfen zu erkenne. Ein Waldwasserläufer (Tringa ochropus) stand einsam an einer Schlenke direkt neben einem Wirtschaftsweg und 4 Kiebitze (Vanellus vanellus) flogen aus den angrenzenden Wiesen herüber.

Die meisten Meldungen von Limikolen in der Gegend kommen von den traditionellen Plätzen in den Körziner Wiesen und den Ungeheuerwiesen, die rund um den Blankensee im Westen von Trebbin gelegen sind. Wie man an dieser Meldung aber sieht, lohnt Continue reading Kampfläufer an der Nuthe

Diademkiebitze im Pantanal

DiademkiebitzEin auffällig schwarz-weiß gezeichneter kleiner Watvogel steht am südlichsten Ende der Transpantaneira direkt vor dem Wasser. Es ist der Diademkiebitz (Vanellus cayanus). Dieser Kiebitz hat inzwischen einen neuen wissenschaftlichen Namen bekommen: Hoploxypterus cayanus. In Porto Jofré direkt am Nordufer des Rio Cuiabá (auf manchen Karten heißt dieser Flussabschnitt auch Rio São Lourenço) endet nach 145 Kilometern die Transpantaneira. Außer ein paar Häusern, einem einfachen Campingplatz, Anlegestellen für Boote und dem riesigen Gelände des Hotel Pantanal Norte gibt es hier nicht viel zu sehen. Auf dem Fluss dümpeln ein paar Hausboote am gegenüber liegenden Ufer. Flink läuft der weiß-schwarze Vogel vor mir auf dem Sand des Rio São Lourenço. Immer wieder hält er inne und scheint zu zögern, sich wieder in Bewegung zu setzen. Ich lege mich auf den Sand und lasse den Vogel kommen.  Mit der Zeit kommt der Diademkiebitz immer näher. Ich beschließe noch im Sand liegen zu bleiben und ein paar Fotos mit dem 4,0/500 auch von den anderen Watvögeln auf der Sandbank zu machen.

Neben den Diademkiebitzen widme ich besonders viel Zeit den Azararegenpfeifern (Charadrius collaris). Diese werden in der neueren Literatur Schlankschnabel-Regenpfeifer genannt werden. Sie sind mit ihrem kastanien-braunen Nacken, dem grau-braun melierten Mantel und der rein weißen Unterseiten sehr kontrastreich gezeichnet. Dazu kommt noch ein schwarzes Brustband. Das Männchen, das ich fotografiere, hat eine weiße Stirn, die von einer schwarzen Stirnleiste und unten von einem Continue reading Diademkiebitze im Pantanal

Sperber im Anflug

SperberDas wunderschöne Flugfoto eines Sperber (Accipiter nisus), der frontal auf mich zufliegt, ist atmosphärisch was Besonderes. Die wundervolle Flugaufnahme dieses schlanken weiblichen Sperbers, die in Brandenburg im Winter aufgenommen wurde, ist mein Gewinner des Fotos der Woche. Bei diffusem Winterlicht aufgenommen, ist dies keine knackende Action-Aufnahme. Der Sperber weist insgesamt eine leichte Bewegungsunschärfe und eine ausgeprägte Unschärfe in den Flügeln auf. Die Aufnahme wirkt eher aus ihrer Stimmung heraus. Sie gibt den Eindruck, den der Beobachter hat wenn ein Sperber fliegt, sehr gut wider. Manchmal ist es schwer sich vorzustellen, wie schön ein Sperber aussieht, da er häufig still auf einem Ast sitzt und Menschen herankommen läßt, um dann mit großer Geschwindigkeit und unter Nutzung jeglicher Deckung davon zu fliegen. In diesem Bild aber können die Farben des Vogels, das starrende Auge und die Federdetails insbesondere des Schwanzes gut erkannt werden. Ein unauffälliger Hintergrund rundet das Ganze ab.

Das besondere Foto wurde mit einem 600-mm-Objektiv an einer Canon EOS-1D X aufgenommen. Die Aufnahme erfolgte mit 1/320 Sec und offener Blende bei ISO 4000. Es ist fraglich ob sich bei einer Continue reading Sperber im Anflug

Azararegenpfeifer auf Sandbank im Pantanal

Azararegenpfeifer oder Schlankschnabel-RegenpfeiferFlink läuft ein winziger weiß-grau-brauner Vogel vor mir auf dem Sand des Rio São Lourenço. Es ist ein Azararegenpfeifer (Charadrius collaris). Ich lege mich auf den Sand und lasse den Vogel kommen.  Er läuft mal hier hin, mal da hin. Aber mit der Zeit kommt er immer näher. Ich beschließe doch noch ein paar Fotos mit dem 4,0/500 auf dem Einbein vor allem von dem Azararegenpfeifer, aber auch von den anderen Watvögeln auf den Sandbänken zu machen. Wer weiß, wann man da mal wieder fündig wird.

Neben den Diademkiebitzen (Vanellus cayanus) widme ich besonders viel Zeit den Azararegenpfeifern, die in der neueren Literatur Schlankschnabel-Regenpfeifer genannt werden. Sie sind mit ihrem kastanien-braunen Nacken, dem grau-braun melierten Mantel und der rein weißen Unterseiten sehr kontrastreich gezeichnet. Dazu kommt noch ein schwarzes Brustband. Das Männchen, das ich fotografiere, hat eine weiße Stirn, die von einer schwarzen Stirnleiste und unten von einem schwarzen Augenstreif Auge begrenzt wird. Richtig auffallend sind die langen Beine sind rosafarben. Azararegenpfeifer unterscheiden sich von den meisten ähnlichen Spezies der Regenpfeifer durch das schmale schwarze Brustband.

Eigentlich wollte ich mich heute auf den Rückweg über die Transpantaneira machen. Ein Regengebiet ist angekündigt. Wenn der Weg eingeweicht ist und ich mit Schneeketten fahren muß, kann ich diese vor jeder Brücke runterziehen, weil ich sonst die Brücke und meine Landcruiser unwiderruflich zerlege. Die Ketten verhaken Continue reading Azararegenpfeifer auf Sandbank im Pantanal

Mount Kupé Bushshrike – searching for a rare bird

HalsbandwürgerOne of the top birds of the Bakossi Mountains is Serle’s Bushshrike (Telophorus kupeensis) – better known as Mount Kupe Bushshrike. This fresh morning had started almost exactly like the previous, unsuccessful birding morning. But this time we take another trail. At the very beginning, we see the remains of a camp where scientists had conducted ornithological surveys (ringing schemes, etc.). In conduct of the trip, reliable locations for Mount Kupe Bushshrike should be found. We will be playing the voice of Serle’s Bushshrike (better known as Mount Kupe Bushshrike) too and perhaps lure it out. Along the way, the local guides had seen the bird at least. The bird activity is amazingly good. The Blackcap Illadopsis (Illadopsis cleaveri) or better Black-capped Illadopsis and Yellow Longbill (Macrosphenus flavicans) can be heard. The first known location of the Mount Kupe Bushshrike proves to be unproductive. We then continue along the ever-narrowing path. It is now 8:00 am and very pleasant in the forest. The sun is already shining on the first slopes. At the 2nd spot we stop to play the raucous song of Serle’s Bushshrike and maybe lure it out. The local guide had definitely seen it on this spot several times. But first we see “only” a Bar-tailed Trogon (Apaloderma vittatum), in the dense foliage. Suddenly, in the far distance, a Bushshrike answers. For a while I play the tape with its rasping calls. In between, the local guide is very good at mimicking the bird’s Continue reading Mount Kupé Bushshrike – searching for a rare bird

Olivenscharben kämpfen mit Fisch

BrasilscharbeWenige Kilometer hinter der Fazenda beginnt offiziell die Transpantaneira. Wenig später in der Nähe einer Brücke, die durch sehr offenes Geländer führt, faszinieren mich besonders die fischfangenden Olivenscharben (Phalacrocorax brasilianus), die auch Brasilscharben genannt werden. Eine Augenweide sind die Olivenscharben , die spielend die Fische aus dem Wasser holen, diese meist mit der Schnabelspitze festhalten, die Fische keine 20m vor meinen Augen zurechtschmeißen und dann verschlingen. Immer wieder taucht einer auf, manchmal hat er einen Fisch sogar mit dem Unterschnabel aufgespießt. Die Fische sind nicht groß; es könnte sich um eine kleine Welsart handeln. Trotzdem lassen sich die Olivenscharben ein ausgiebiges Spiel mit der Beute nicht nehmen. Es scheint, daß auch eine gemeinsame Fischjagd in der Gruppe ausgeführt wird, wobei mehrere Individuen in einer Reihe auf dem Wasser schwimmen. Das ist alles mit viel Aufregung in der Gruppe und gegenseitigem Behauptungswillen verbunden gibt schöne actionreiche Bilder.

Die Brasilscharbe oder Olivenscharbe (im Englischen Neotropic Cormorant) ist – wie nicht anders zu erwarten – eine Vogelart aus der Familie der Kormorane. Die hauptsächlich braun oder schwarz gefärbte Art besiedelt den amerikanischen Kontinent von den südlichen USA bis Feuerland. Die Art ist recht einfach zu bestimmen. Merkmale, die auf  eine Olivenscharbe hinweisen, sind eine spitze Hinterseite der federloser Haut die den unteren Unterkiefer des Schnabels mit dem Hals des Vogels verbindet, einen langen, keilförmigen Schwanz und ein eher kleiner Schnabel mit wenig ausgeprägter Verdickung an der Spitze. Wie alle Kormorane fängt Continue reading Olivenscharben kämpfen mit Fisch

Pied Lapwing on sandbank near Porto Jofré/ Pantanal

DiademkiebitzA Lapwing is standing on a sandbar on the north bank of the Rio Cuiabá (on some maps, this section of the river also Rio São Lourenço). It is a conspicuous black and white colored small wader which obviously uses the southernmost end of the Transpantaneira as his homeground. The Pied Lapwing (Vanellus cayanus) is quite a common bird on sandy shores along the rivers of the Pantanal in central Brazil. In the meantime, this lapwing has gotten a new scientific name: Hoploxypterus cayanus. The north bank of the Rio Cuiabá at Porto Jofré is the end of a 145 kilometers stretch of the Transpantaneira. Apart from a few houses, a simple campsite, boat moorings and the huge grounds of Hotel Pantanal Norte, there is not much to see here. On the river a few houseboats dangle on the opposite shore. Swiftly the white-black bird runs in front of me on the sand of the Rio São Lourenço/ Rio Cuiabá. Again and again the small wader pauses and seems hesitant to start moving again. I lay down on the sand and let the bird come. Over time, the Pied Lapwing gets closer and closer. I decide to stay in the sand and take a few photos with the 4.0 / 500 also from the other waders on the sandbank.

In addition to the Pied Lapwing I dedicate a lot of time especially to the Collared Plover (Charadrius collaris). With their chestnut-brown neck, gray-brown mottled coat and pure white bottoms, they are very rich in contrast. There is also a black chest band. The male I Continue reading Pied Lapwing on sandbank near Porto Jofré/ Pantanal

Eiderenten im Frost: ein arktisches Abenteuer

PrachteiderenteRuhig schwimmen die buntesten Enten der Welt bei Temperaturen von -10 °C im Februar keine 10 Meter vor mir im Hafenwasser vorbei. Fotografieren an der Nordspitze Europas bei -10 °C klingt verrückt. Auf jeden Fall ist es ein echtes Arktisches Abenteuer. Birder in Mitteleuropa sind froh, mal den ein oder anderen hocharktischen Irrgast, einen der Eiderentenarten, vor der deutschen oder niederländischen Küste in weiter Entfernung dümpeln zu sehen. Dies ist jedoch ein seltenes Ereignis. Und von der Entfernung her, auch nur eines für den Twitcher. Im Gegensatz dazu sind diese Vögel im Norden der Westpaläarktis sehr verbreitet. Auf Varanger / Norwegen konnte www.bird-lens.com schöne Bilder von Prachteiderente (Somateria spectabilis) aus einem schwimmenden Versteck mitten im Hafen von Båtsfjord, Varanger, schießen. Es war das erste Jahr in Gebrauch und bird-lens.com konnte nicht nur Prachteiderente fotografieren, sondern auch Scheckente (Polysticta stelleri) und Eisenten (Clangula hyemalis) sowie Möwen in 5 verschiedenen Arten. Ein Floß mit einem Tarnaufsatz ist in der Mitte des Hafens Båtsfjord befestigt. Davon hat man Gelegenheit, Eiderenten (Somateria mollissima), Prachteiderenten, Scheckenten und Eisenten auf einem Niveau zu fotografieren, das zuvor als praktisch unmöglich betrachtet werden mußte. Der Abstand zu den Vögeln kann bis zu einem Meter betragen, so dass sogar Weitwinkelobjektive während der Fotosession nützlich sein können. Man kann in 360 Grad um den Schuppen herum Continue reading Eiderenten im Frost: ein arktisches Abenteuer

Das Rebhuhn in der Eifel

RebhuhnEnde August ist die Zeit um auf dem Kaaner Feld im Maifeld in der östlichen Eifel Mornellregenpfeifer (Eudromias morinellus) auf einer Zugrast mitten im mitteleuropäischen Binnenland zu sehen. Noch hat sich dichter Nebel über die Hochebene südlich von Mayen gelegt. Die Zeit der Warterei wird mir durch einen Trupp Rebhühner (Perdix perdix) verkürzt. Eine Familie läuft im Nebel auf einem Acker. Einige Jungtiere sind noch schön von den Erwachsenen zu unterscheiden. Sie sind auf dem Acker bei Nahrungssuche zu fotografieren und lassen sich von dem Fotografen im Auto nicht weiter stören. Später konnte ich dann doch noch die Mornellregenpfeifer etwas weiter, nämlich in der Feldflur bei Einig, ebenfalls im Maifeld, beobachten. Damals hatte ich den Rebhühnern gar nicht so viel Beachtung geschenkt. Aber im Nachhinein – mit 12 Jahren – zeitlicher Distanz muß man wohl sagen, daß die Rebhühner der eigentliche Höhepunkt dieses schönen Spätsommertages waren.

Rebhühner teilen ein hartes Leben mit vielen anderen Vögeln der offenen Feldflur. Die intensiven landwirtschaftlichen Steppen geben ihnen keinen Lebensraum mehr. Im Westen Deutschlands scheint die Situation noch etwas besser zu sein, was insofern interessant ist, als daß die Grauammer (Miliaria calandra) – ebenfalls ein typischer Continue reading Das Rebhuhn in der Eifel

Cranes in evening duet

KranichA pair of Common Cranes (Grus grus) are standing in the meadow in the twilight of dusk in Brandenburg. They obviously searched and found each other. While at the end of January an impressive migration of the cranes could be observed in Germany, arctic temperatures with two-digit minus degrees had performed over 3 weeks. The Common Cranes obviously could not impress that.

In the setting sun, they walked across a mowed wetland on the edge of a vast wetland and reed area. Again and again they walked towards each other after they had gone their own way shortly before. When they approached each other, especially when they were close together, they trumpeted their togetherness. The breath came from both throats and formed nicely visible vapor billowing in the icy cold evening air.

In addition to the rolling call, which can be heard above all from the flight formations, the Common Crane can also clearly distinguish the duet and a special warning call. The loud trumpet-like call is an Continue reading Cranes in evening duet

Sperber – Männchen im Portrait

SperberEin wunderbares Portrait eines Sperber (Accipiter nisus), der frontal auf einem morschen Ast leicht aufgeplustert sitzt, ist mein persönliches  Foto dieser Woche. Das reizende Portrait dieses schlanken männlichen Sperbers hat sogar einen leicht komischen Einschlag. Der Sperber scheint vor sich hin zu dösen; von dem aggressive-furiosen Gesichtsausdrucken anderer Fotos ist diese Aufnahme weit entfernt. Anders als so viele Sperber- Bilder in diesen Tagen war dies keine Aufnahme, die durch das Küchenfenster aufgenommen wurde. Diese Aufnahme  wurde im Dezember aus einem Versteck im Osten Ungarns geschossen. Das Versteck liegt in der Nähe der Stadt Debrecen in einem wunderschönen alten Eichenwald. Vor dem Hide ist ein Trinkbecken aufgestellt und eine gut beschickte Futterstelle zog Spechte und einige Singvögel an, hauptsächlich Meisen. In diesem Jahr war es ein schneearmer Winter. Die Temperaturen und die Farben der gefallenen Blätter erzeugten ein Gefühl des Herbstes. Hervorragende Bedingungen zum Fotografieren. Das Versteck ist mit einem speziellen Fotoglas versehen. Damit sitzt man als Fotograf einerseits mittendrin und doch unsichtbar für die Vögel, die extrem nah herankommen. Die Qualität des Fotos, das durch das Schießen Continue reading Sperber – Männchen im Portrait

Weissbrauen-Zistensänger im Nyika Nationalpark

Weißbrauen-CistensängerIn den Ausläufern des Nyika-Nationalparks im Westen Malawis ist  ein singender Weißbrauen-Zistensänger  (Cisticola cantans) der Unterart muenzneri zu hören. Wenig später ist der Weißbrauen-Zistensänger  auf einem Akazienzweig etwas verborgen zu sehen. Als der Gesang des Weißbrauen-Zistensängers vom Band abgespielt wird, hält es den Vogel nicht in der Deckung und er kommt sehr schön exponiert auf einen Zweig über einem Bach. Das Lied ist für die Halmsängerartigen (Cisticolidae) im Allgemeinen sehr wichtig. Insbesondere die Mitglieder der Gattung Cisticola produzieren eine Vielzahl von Notentypen, von harten, raspelnden Tönen und süßen Trillern bis hin zu Klagen und musikalischen Pfeifen. Ihre Songs sind fast immer unverwechselbar und geben oft den besten Hinweis auf eine Artbestimmung. Ein merkwürdiges visuelles Merkmal, das das Lied bei vielen Arten begleitet, ist ein schwärzlicher Gaumen, der bei Continue reading Weissbrauen-Zistensänger im Nyika Nationalpark

Sperlingskauz in Rochauer Heide

SperlingskauzIn der winterlichen Dämmerung liegt die Rochauer Heide in eintöniger Ruhe. Mittendrin ist vom Straßenlärm der B 87 nichts zu hören. Die Eichen stehen kahl und die Kiefern und Fichten geben mit ihrem Grün die einzige Abwechslung im grau-braun des Waldes. Dann – gegen 17:30 – an diesem Februarabend ist der eintönige, helle Ruf eines Sperlingskauzes (Glaucidium passerinum) zu hören; nicht weit vom gut ausgebauten Schotterweg. Der leichte Ostwind des Tages hat sich gelegt, es wird wieder kälter jetzt in der Dämmerung. Es dürfte so um die 0°C sein. Dann fällt sogar noch ein zweiter Rufer ein. Ein zweites Männchen fühlt sich angesprochen und ruft ebenfalls, allerdings in einer anderen, unterschiedlichen Tonlage. Zunächst ist der zweite Rufer in einiger Entfernung zu vernehmen. Doch fühlt sich dieser Sperlingskauz provoziert, fliegt flatternd den Waldweg entlang und sitzt schließlich direkt neben seinem Rivalen. Mein Standort scheint im Bereich der Reviergrenze zweier Männchen zu liegen. Die Begegnung scheint so schockierend, daß beide Sperlingskäuze nun still sind. Der Rivale fliegt wieder davon. Schön ist seine Flugsilhouette vor dem abendlichen, wolkenlosen Himmel zu sehen. Der Flug hat etwas mit dem einer Fledermaus gemein. Nun beginnt zunächst das erste – wohl das revierhaltende – Männchen in höherer Continue reading Sperlingskauz in Rochauer Heide

South Luangwa Nationalpark/ Zambia

ErdbeerköpfchenEventually we are standing on the Luangwa Bridge. Crocodiles sunbathe on the other side of the river, baboons and impalas roam through the woods. The call of the African Fish Eagle (Haliaeetus vocifer) is the final proof. That’s Africa!,

Luangwa Bridge offers already great photo opportunities. The Luangwa Bridge leads into the park. Immediately you are introduced to the scourge of South Luangwa, the tsetse flies (Glossina sp.). This noiseless, painful stabbing tormentor is not a disease carrier in this area, but allows only two alternatives: driving with closed car-window and switched on air conditioning or to be equipped with enough fly swatters. Taking pictures with the window open requires a certain degree of self-control, so that the shots do not blur.

South Luangwa is normally be visited during the dry season from June to October. During the heavy rainy season, the park is largely flooded and only a handful of specially created road on upper levels provide very limited movement possibilities. It will be very hot from the end of August. In September and October, the Luangwa River has reached its lowest level and the water holes are drying. But in contrast to some other parks in Zambia, accommodations are also available during the rainy season when the birds are in the breeding plumage.

The fees are heavy. $ 30 per person and $ 15 per vehicle will be Continue reading South Luangwa Nationalpark/ Zambia

Alpenschneehuhnfotografie im Winter

AlpenschneehuhnDer Höhepunkt des Alpenschneehuhn-Jahres, zumindest für mich, kommt im Winter, wenn Alpenschneehühner (Lagopus muta) rein weiß werden. Die Farbe des Gefieders des Alpenschneehuhn ist eng mit der Änderung der Taglänge verbunden, so dass das Gefieder auch in Jahren mit wenig oder keinem Schnee weiß wird. In einem vorherigen Blog wurde bereits kurz beschrieben, wie man sich einem Alpenschneehuhn nähert um es zu fotografieren und daß man sich entweder in den Norden Europas oder hinauf in die Alpen begeben muß, um ein Alpenschneehuhn in Europa zu sehen.

Wenn man denkt, daß man in der richtigen Gegend ist, sollte man gewarnt und gleichzeitig geduldig sein. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Art zu allen Zeiten des Jahres sehr gut getarnt ist und die Vögel vertrauen manchmal so sehr auf ihre Tarnung, daß sie bei Annäherung innerhalb weniger Meter ohne Bewegung sitzen bleiben. Glücklicherweise sind Alpenschneehuhn weit davon entfernt, ruhige Vertreter ihres Lebensraums zu sein. Männliche Alpenschneehühner rufen sogar recht häufig. An ruhigeren Tagen ist dies das erste Zeichen, dass Sie in der richtigen Gegend sind. Ihr Territorialruf hallt durch die felsige Landschaft, der Schall bricht sich an den Felsbrocken und trägt an einem stillen Tag Hunderte von Continue reading Alpenschneehuhnfotografie im Winter

Pygmy Cormorant (Phalacrocorax pygmaeus) in Germany

ZwergscharbeIn size between a Eurasian Coot (Fulica atra) and a Great Cormorant (Phalacrocorax carbo) and black as well. Pygmy Cormorants are increasingly a sighting in Germany.  Right now, a Pygmy Cormorant has been reported from Stotternheimer See near Erfurt. Several images show, as the Pygmy Cormorant swims, rest and starts from the water in front of reeds on this lake in Thuringia. Before, this species – maybe the same bird – was reported from the southern bay of Sulzer Lake which is also close to Erfurt. The bird was always good to see from the 3rd  to the 11th of December 2018. Pygmy Cormorants found in Thuringia fit very well into the picture of a more frequent occurrence of the bird species in Central Europe starting from the years 2000, as reports from the Netherlands, Austria, Switzerland, from the Bodensee and from Germany. Scientists suspect that this phenomenon can be explained by the large increase in the breeding population in the Hortobágy in Hungary. The species seems to occur increasingly in Germany in the second half of the year – especially in late autumn and winter.

Pygmy Cormorants are in fact small relatives of the European Continue reading Pygmy Cormorant (Phalacrocorax pygmaeus) in Germany

Amethystohrkolibri in Balzstimmung im Das Emas Nationalpark

AmethystohrkolibriSchon aus dem Auto heraus, ist ein laut singender Vogel mit einem rhythmischen Klang zu hören. Ein traumhafter Morgen Anfang August an der Nordseite des Das Emas Nationalparks im Bundesstaat Goiás in Brasilien. Es ist ein Amethystohr Kolibri (Colibri serrirostris) – auch Amethystohrkolibri geschrieben. Dieser wunderschöne, blau-grüne Kolibri ist wohl gerade in tollster Paarungstimmung. Er flattert aufgeregt mit den Flügeln und hebt den Flügel immer wieder in Balzstimmung. Als mein Guide die Rufe imitiert, reagiert er ausgesprochen stark auf die Stimmen-Aufnahmen. Er kommt bis auf 5 m an uns heran. Super, wie die Aufnahmen mit dem 4,0/500 vor dem blauen Himmel durchkommen. Ich probiere mehrere Blenden aus, um die Dynamik des Flügelschlagens auf die Platte bannen zu können.

Ausgangspunkt der Fahrt in den Nationalpark war die südwestlich der brasilianischen Hauptstadt Brasília und der Hauptstadt Goiânia am Dreiländereck von Goiás / Mato Grosso und Mato Grosso do Sul gelegene Stadt Mineiros.

Der Blick vom obersten Stockwerk des Hotels auf Downtown Continue reading Amethystohrkolibri in Balzstimmung im Das Emas Nationalpark

Kamerunrötel an Ameisenstraße am Mount Kamerun

In der Nacht war ein schweres Gewitter mit heftigen Regengüssen über Douala und die südwestliche Provinz niedergegangen. Nun treiben sich am frühen Morgen ein paar Vögel auf dem Wanderweg herum. An einer offenen Stelle haben sich einige Spezialisten eingefunden, die einen Ameisenzug plündern. Anders als in Südamerika scheinen diese Vögel aber auch tatsächlich die Ameisen selber zu fressen. Jedenfalls sehe ich schnell mindestens 4 Graubülbüls (Pycnonotus barbatus gabonensis), mindestens 2 Kamerunrötel (Oreocossypha isabellae) und mindestens 1 Braunbrust-Braunschwanz (Chamaetylas poliocephala). Der  Braunbrust-Braunschwanz ist viel scheuer als die anderen Vögel. Trotzdem läßt sie sich auf einer Warte am Wegesrand super ablichten. Ein junges Exemplar des Kamerunrötels ist so in seine Nahrungssuche vertieft, dass es mich locker auf 6 Meter herankommen läßt. Der Kamerunrötel geht immer auf die gleiche Weise vor. Zuerst stellt es sich an die Seite des Ameisenzuges, senkt den Kopf so als ob es mal nachdenken müßte und pickt dann in Continue reading Kamerunrötel an Ameisenstraße am Mount Kamerun

Uferwaldsänger an der Lagoa da Pato auf Flores/ Azoren

DrosselwaldsängerEin grüner Vogel schlüpft durch die dichte Vegetation direkt an diesem wunderschönen, stillen Waldsee. An dem Tag sollte es zur Lagoa da Pato, die auch Poço do Ferreiro genannt wird, gehen. Ich will mir die Gegend, die tagsüber schon mal recht überlaufen sein kann,  auch mal ohne Touristen angucken. Ein wenig bin ich enttäuscht. Es steht – obwohl es erst 8:45 ist – schon ein Auto dort auf dem Parkplatz. Also bin ich nicht allein. Dicke Wolken stehen am Himmel. Die Wolken stehen auch über dem Plateau und haben die oberen Teile der Steilfelsen in Nebel eingehüllt. Das verstärkt der Eindruck der hinunter stürzenden Wasserfälle umso mehr. Ich stehe noch nicht lange am erhöhten Uferrand. Direkt neben einem Seerosenblatt sehe ich Bewegung. Ich kann meinen Augen kaum glauben. Grün-grau schlüpft ein Vogel zwischen den Blättern und dem Strunk der Wasserpflanze. Hey, der Typ mit dem dicken, weißen Überaugenstreif ist doch kein einheimischer Vogel – zumindest keiner, den ich schon hatte. Ansonsten sieht man am Wasser sowieso nur das Gelb der Gebirgsstelze (Motacilla cinerea). Geduckte Haltung und ein dicker, weißer Überaugenstreif: Jawohl, das ist Continue reading Uferwaldsänger an der Lagoa da Pato auf Flores/ Azoren

Streitende Erpel im Schlosspark Charlottenburg

StockenteHoch aufspritzende Wassertropfen, ein wildes Getümmel. Eben noch hatten die beiden Stockerpel (Anas platyrhynchos) einträchtig nebeneinander auf der Eisplatte gestanden. Nun zanken sie sich wie die Kesselflicker. Tauchend, schwimmend, flatternd und schließlich flüchtend lassen sie offensichtlich ihren Aggressionen freien Lauf. Meist enden die kurzen aber intensiven Auseinandersetzungen damit, daß sich eines der Männchen durchsetzt und seinen Rivalen mit Schnabelzwicken in den Schwanz in die Flucht treibt. Dieser fliegt dann eine kurze Distanz; und nach wenigen Minuten stehen sie wieder gemeinsam auf dem Eis – so als wäre nichts gewesen. Da sich die Wintertemperaturen nun auch mitten in Berlin bemerkbar machen, sind weite Flächen des großen Zierteichs – des Karpfenteiches – im westlichen Teil der Parkanlagen im Schlosspark Charlottenburg von Eis bedeckt. Nur ein kleiner Teil, der in unmittelbarer Nähe zum Zufluß der Spree gelegen ist, ist eine offene Wasserfläche verblieben, die der Anziehungspunkt für viele Wasservögel wie Bläßrallen (Fulica atra), Reiherenten (Aythya fuligula) ist. Auch Gänsesäger (Mergus merganser) gut vertreten. Sogar eine männliche Spießente (Anas acuta) tauchte auf, die allerdings recht blaß wirkte, was auf einen entflogenen Ziervogel oder einen Hybrid hinweisen könnte. Graureiher (Ardea cinerea) stehen wenig scheu am Uferrand. Der Schloßpark mitten in der Stadt Berlin gelegen, ist ein ganz besonderes Vogelparadies. Teils recht naturnahe Wasserflächen bilden eine schöne Kombination mit den teils mehr als 100 Jahre alten dicken Buchen und Eichen. Für bewirtschaftete Parkanlagen verfügt der Park über erstaunlich viel Altholz. Der Schlosspark Charlottenburg ist auch bekannt dafür, daß hier recht zuverlässig die die Suche nach dem Habicht (Accipiter gentilis) erfolgreich ist.  Der ehemals vor im Wald und aus dem Wald heraus über das Feld jagende Vogel zieht mehr und mehr in die Stadt. Berlin ist weltweit die Stadt mit der höchsten Habicht-Dichte pro Hektar. Continue reading Streitende Erpel im Schlosspark Charlottenburg

Die Wacholderdrossel im winterlichen Bayrischen Wald

WacholderdrosselKlirrende Kälte herrscht in der tiefen Talfurche und die Erlen, die neben dem Bach dichte Bestände bilden, sind dick mit Raureif überzogen – “Winterflora” in Form gläserner Eiskristalle. Nur kurz scheint die noch tief stehende Januarsonne in das Tal herein und verwandelt das filigrane Gewirr der Äste und Zweige in einen lichtdurchfluteten Zauberwald. Tief über dem Wasser des Bachs aber, über dem dünne Nebelschwaben liegen, kommt ein Eisvogel (Alcedo atthis) entlang geflogen. Ihm macht die Kälte offensichtlich nichts aus.

Langsam steige ich auf dem verschneiten Weg höher zu den steilen Hängen, wo die charakteristischen Weiler des Bergtales, weit über das Land schauen und von senkrechten Felsformationen überragt werden. Am besonders sonnenexponierten, teilweise schneefreien Wiesenhang bilden Sträucher mit ihren eigenartigen Zweigen und ihrer dunkelgrünen Färbung einen deutlichen Kontrast zur Umgebung, in der im Sommer Feuerlilie, Akelei und Türkenbund blühen, jetzt aber nur abgestorbene Gräser das Bild beherrschen.

Weiter oben stehen inmitten einer Reihe von kahlen Laubbäumen, die einen alten Flurweg säumen, ein paar Ebereschen. Ihre Beeren, die Vogelbeeren, prangen in kräftigem Rot vor den dunklen Tannenwald und tragen lustige weiße Mützen, während unweit davon sich gerade ein Trupp von Wacholderdrosseln (Turdus pilaris) Continue reading Die Wacholderdrossel im winterlichen Bayrischen Wald

Zwergscharbe: vermehrtes Auftreten in Deutschland

ZwergscharbeWieder ist eine Zwergscharbe (Phalacrocorax pygmaeus) über ornitho.de gemeldet worden. Diesmal vom Stotternheimer See bei Erfurt. Vorher war die Art (der gleiche Vogel?) von der Südbucht des Sulzer Sees ebenfalls bei Erfurt gemeldet worden. Der Vogel war vom 3. Bis zum 11. Dezember 2018 immer wieder gut zu sehen. Man brauchte allerdings Geduld. Wenn er anfangs nicht zu sehen war, konnte er später auf demselben Ast wie an den Vortagen beobachtet werden. Häufig hielt er die Flügel ausgebreitet um sie zu trocknen. Die in Thüringen festgestellte Zwergscharbe passt sehr gut in das Bild eines gehäufteren Auftretens der Art in Mitteleuropa ab den Jahren 2000, als sich Meldungen aus den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, vom Bodensee, den Sauldorfer Baggerseen in Baden-Württemberg, vom Flemhuder See in Schleswig-Holstein, bei Flemsdorf in Brandenburg und aus dem hessischen Lahntal häuften. Wissenschaftler vermuten, daß dieses Phänomen mit dem starken Anstieg der Brutpopulation in der Hortobágy in Ungarn zu erklären ist.

Die seltene Scharbe hat aktuell scheinbar einen Verbreitungsschwerpunkt in Mitteldeutschland. So nimmt der Continue reading Zwergscharbe: vermehrtes Auftreten in Deutschland

Gartenfächerschwanz auf dem Nest in Papua-Neuguinea

GartenfächerschwanzDirekt vom Boot aus in einer Schleife des Kwatu-Rivers (einem der Nebenflüsse des Fly Rivers) entdecken wir ein oben offenes Napfnest des Gartenfächerschwanz (Rhipidura leucophrys). Das muß ich mit den 3 Nestlingen unbedingt fotografieren. Die Jungen sind schon groß und werden sicher bald ausfliegen. Wir sehen, wie ein erwachsener Gartenfächerschwanz eine Libelle zum Nest  bringt und an seine Jungen verfüttert. Zu Beginn der Nestlingszeit können die Küken keine so großen Beute fressen, aber sie jetzt schon ziemlich gut entwickelt.

Die Nester der Familie der Fächerschwänze (Rhipiduridae) weisen im Allgemeinen glatte, schalenförmige Strukturen auf. Beide Geschlechter helfen sich beim Nestbau. Um das Nest zu vervollständigen könnten gut und gerne 15 Tage vergehen. In einem ersten Schritt werden Spinnennetze um den ausgewählten Zweig oder die Gabel gedreht, um eine Plattform zu bilden. Die zweite besteht darin, die Außenwände mit Wurzeln, Rindenstreifen und Pflanzenfasern aufzubauen. In der letzten Phase wird die gesamte Struktur mit Spinnweben verputzt, die mit ganzem Körpereinsatz über das Napfnest gezogen werden, um die Materialien des Nests zu verbinden. Das Nest de s Gartenfächerschwanz ist daher Continue reading Gartenfächerschwanz auf dem Nest in Papua-Neuguinea

Middle Spotted Woodpecker at Hainich National Park, Thuringia

MittelspechtA high-pitched call in early spring is heard from afar. An obtrusive väh-wäh-wäh – combination of calls can be heard after. A beautiful old mixed beech forest with several layers and plenty of dead wood is home of the Middle Spotted Woodpecker (Dendrocopos medius).  A small hiking trail passes the ground at Langes Tal in the Western Hainich park area. The Middle Spotted Woodpecker is easily been seen in 5 meters height when it is calling. The Middle Spotted Woodpecker uses oak-dominated forest stands in the National Park. Beech dominated forest areas are only used when the beech trees are well over 140 years old or a high proportion of mixed tree species is available.

Signs of woodpecker’s nesting holes can be seen afterwards. The area of the Hainich National Park in general is important for many other species of Picids, including Grey-headed (Picus canus), Lesser Spotted (Dendrocopos minor)  and Black Woodpecker (Dryocopus martius) which are all quite common.

Using the playback method, along transects, an annual scientific study counted Woodpeckers distribution and abundance. In the context of the point stop count all woodpecker species occurring in the national park were proven. The results show that, as expected, the most common species were Great Spotted Woodpecker (Dendrocopos major) (41 % on average per year), Grey-headed Woodpecker (20 %) and Middle Spotted Woodpecker (21%). These species were detected in each study year. Continue reading Middle Spotted Woodpecker at Hainich National Park, Thuringia

Cape Teal on Malta

A common sighting in Southern African, the Cape Teal (Anas capensis) is a very rare vagrant to regions north of the Sahara. Thus, the observed (and photographed) Cape Teal at Is-Simar Nature Reserve, Malta, on 28 January was maybe the biggest twitcher-news of this last years January-week for the Western Palearctic. The bird was unhinged, very wary and not seen on subsequent dates.

The Cape Teal is found mostly in South Africa, where it is uncommon to locally abundant, being especially populous in the Western part of the RSA (Western Cape, North-West Province and Free State Province) The duck prefers to live in salty, brackish vleis, often with dense reeds, and is also very common in sewerage ponds. The teal feeds mainly on insects. But approx. 25% of its diet is dedicated to plant matter as well. After breeding, the chicks are immediately led by their mother to the water, as they know how to dive and swim by Continue reading Cape Teal on Malta

Gänsesäger an der winterlichen Elbe

GänsesägerEin Klang wie Wassertropfen auf einer Pfütze. Das Trippeln vieler dutzend mit Schwimmhäuten bespannter Füße auf dem morgendlichen Seitenarm ist lange zu hören bevor die Gänsesäger (Mergus merganser) zu sehen sind.

Ein Trupp Gänsesäger mit den auffallend gefärbten Männchen und den grau-braunen Weibchen hat sich aus einem unerfindlichen Grund entschieden, aus dem beschaulichen Seitenarm auf die im Morgennebel dampfende Elbe zu fliegen. Vielleicht haben sie einen der zahlreichen Seeadler (Haliaeetus albicilla) anfliegen gesehen. Vielleicht lieben sie aber einfach nur die Gesellschaft. Vom Deich sind die vom Wasser gestarteten Vögel schön im Anflug zu sehen. Neben und hintereinander hatten sie Anlauf zum Abheben genommen. Von weitem ist der auffällige Schnabel zu erkennen, dessen Kanten sägeartig gezackt und an der Spitze hakenförmig umgebogen sind. Flink ist der Flug nicht gerade, dafür aber zielgerichtet und erstaunlich schnell. Als die Gänsesäger den Betrachter halbhoch am Deich entdecken drehen sie synchron bei und ziehen vor dem morgendlichen, dunstigen Auwald entlang. Die grau-braunen Stämme der Pappeln und Weiden im Morgennebel lassen die vorbeifliegenden Vögel geradezu bunt wirken. Ein schönes Wintererlebnis. Auch im Winter lohnt sich, früh Continue reading Gänsesäger an der winterlichen Elbe

Spanische Teichrohrsänger sind keine Teichrohrsänger

Marokkanischer Rohrsänger ex. TeichrohrsängerEine Wanderroute entlang der Laguna permanente führt den Besucher zu zwei Observatorien, die sich an einer künstlichen Lagune am rechten Ufer des Rio Guadiana befinden. Hier kann ich die ersten lauten krächzenden raspelnden Lautäußerungen der Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) aber auch die feineren, raspelnden Rufe der Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) hören. Kurz schlüpft auch noch ein Blaukehlchen (Luscinia svecica) – evtl. auf dem Zug – durch die trockenen Schilfhalme am Ufer.

Entlang der Straße, die von Tarayes flankiert ist, können wir einige Singvögel, wie die Kalanderlerche (Melanocorypha calandra), die Haubenlerche (Galerida cristata) oder das Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola) sehen. Am Ufer der Lagune zwischen den beiden Observatorien befinden sich die Überbleibsel eines Auenwaldes, der aus weißen Pappeln (Populus alba), dem Lebensraum der Nachtigall (Luscinia megarhinchos) besteht.

Ein Teichrohrsänger kommt dann direkt am Wegesrand mal auf eine Continue reading Spanische Teichrohrsänger sind keine Teichrohrsänger

Cranes in the moor

KranichHumans have always been fascinated by the elegant birds. Their calls ring in the autumn the beginning of winter and announce its early end in early spring. a wintry tour led to the resting place of more than 100 birds in the Rambower Moor in Prignitz district in Brandenburg.

South-east of the picturesque village Rambow in western Brandenburg the view opens into a wide plain. Reeds and shallow waters can be seen from afar. In between are tall grey figures in the wintry sun. They are Common Cranes (Grus grus)  resting here in the middle of winter. They stand out wonderfully from the gold-yellow of the reeds behind them. The birds can already be seen at a great distance. In Rambower Moor, up to 1500 cranes will gather for a nightly rest in March. Of course, it is much less now. Maybe it is still too early in the day and too sunny. In good weathers Common Cranes spend more time on corn fields and come later to their resting place in the moor.

Actually, they should now be in their winter quarters in Spain and France. But winter does not seem so grim that it would be worth the Continue reading Cranes in the moor

Wanderregenpfeifer am Playa de los Lances, Tarifa

WanderregenpfeiferAls der Morgen an einem frühen Oktobertag am Playa de los Lances westlich von Tarifa an der Südspitze Spaniens anbricht, sind zuerst nur 2 kämpfende Sanderlinge (Calidris alba) zu fotografieren. Eindrucksvoll wie sie hier ihren Turnierkampf austragen. Ansonsten sind Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula), Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus), Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica), Alpenstrandläufer (Calidris alpina) und immerhin auch ein oder zwei Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea)in den Ästuaren der periodischen Wasserläufe in Folge einsetzender Ebbe zu sehen und auch zu fotografieren. Dazu kommen noch einige Kiebitzregenpfeifer (Pluvialis squatarola) und ein Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria). Moment mal!?

Ein Goldregenpfeifer hier am Gezeitensaum? Das ist doch ein sehr ungewöhnliches Habitat!?!

Beim diesem Goldregenpfeifer muß ich doch stutzig werden und unbedingt schauen, ob es sich hier nicht um einen American Golden Plover (Pluvialis dominica) handelte, der ggf. schon ab dem 29.9 von einem Ian Ford und dann noch mal vom 3.-4.10 als juveniles Exemplar am Playa de los Lances, Tarifa von David Cuenca Espinosa gesehen wurde. Und tatsächlich die genaue Bild-Auswertung ergibt tatsächlich einen juvenilen Wanderregenpfeifer (Pluvialis dominica), der da am Strand entlang läuft. Gut ist die große Handschwingenprojektion und die über die Schwanzspitze herausragenden Flügelspitzen zu erkennen. Der Überaugenstreif ist ebenfalls viel kontrastreicher als beim normalen Goldregenpfeifer.

Keine Wolken nur Sterne sind über mir und den Bergen von Tarifa zu Continue reading Wanderregenpfeifer am Playa de los Lances, Tarifa

Das Rotkehlchen des Arabuko-Sokoke Forest: der Blauflügelrötel

BlauflügelrötelEtwas schwermütiger, häufig wiederholter Gesang aus dem dichten Unterholz verrät das „tropische Rotkehlchen“. Es ist ein Blauflügelrötel (Sheppardia gunningi) der Unterart sokokensis. Wir befinden uns im sogenannten Mixed Forest. Der Anfang unseres Morgentrips läßt sich nicht gut an. Allein ein Rotfüßiges Sonnenhörnchen (Heliosciurus rufobrachium), ist kurz mal am Pistenrand zu sehen. Plötzlich ist lautstarkes Gezwitscher aus dem dichten Busch zu hören. Hier verlassen wir den Wagen, da offensichtlich eine Bird-Party unterwegs ist. Unser Guide meint, einen Blauflügelrötel im Dickicht heraus zu hören. Wir spielen den Gesang vom East Coast Akalat von Band ab. Aber leider ist nichts zu sehen. Vielleicht ist der große Trupp mit Braunstirn-Brillenvangas oder Braunstirnwürgern (Prionops scopifrons) dafür verantwortlich, daß sich der Blauflügelrötel nicht heraustraut. Wir müssen uns also selber ins Gebüsch schlagen. Das stellt sich als ausgesprochen produktiv heraus. Als erstes sehe ich nun auch mal das Goldene Rüsselhündchen (Rhynchocyon chrysopygus) über den Continue reading Das Rotkehlchen des Arabuko-Sokoke Forest: der Blauflügelrötel

Chucao Tapaculo in Patagonia

RotkehltapaculoA thicket of bamboo, ferns, mushrooms and moss in the interior of the forests of Patagonia offers many animals hiding places. The king of the forests is the Chucao Tapaculo (Scelorchilus rubecula), a small bird with an artistic and loud reputation typical of the rainforests of southern Chile. However, normally it lives very hidden and is therefore difficult to observe. I just tried it with a tape and sitting quietly in the dense rainforest of  the Pumalín Park/ Chile. The Tronador campsite north of Caleta Gonzalo is an excellent base to explore this park is its pristine Nothofagus forests. The campground is situated 46 kilometers north of the small town of Chaitén.

A combination of coldness and humidity is responsible for the formation of damp-temperate rainforests in southern Chile. Over a million years the forests were isolated by climatic and geographic conditions: the mountain massif of the Andes in the east, the dry climate in the north and the Pacific Ocean in the west. As a result, a unique animal and plant world developed in the forests. The Chilean rainforest stretches from the river Maule to the extreme tip of the country to Tierra del Fuego. Traveling from north to south, the annual average temperature drops from 12 to 5 degrees, but Continue reading Chucao Tapaculo in Patagonia

Schwarzspecht an Baumhöhle

SchwarzspechtEin durchdringender, hoher Ruf schallt aus dem dichten Erlenwald. Eine Weile tut sich nichts. Dann ist kräftiger Schwingenschlag zu hören. unzweifelhaft ist etwas Größeres im Anflug. Plötzlich klammert sich ein Schwarzspecht (Dryocopus martius) unterhalb eines ovalen Lochs in einer Pappel  an den Baumstamm. Der Schwarzspecht  ist etwa so groß wie eine Krähe und damit der größte europäische Specht – und einer der größten Spechte weltweit. Er ist gut an seinem schwarzen Gefieder mit einem roten Fleck am Scheitel zu erkennen. Er fehlt in Europa nur in Irland, Spanien, Italien, den Britischen Inseln und in waldarmen Gebieten. Er ist in ganz Deutschland mit nur wenigen Lücken verbreitet.

Der Schwarzspecht brütet in Wälder, größeren Feldgehölzen und in Parkanlagen mit einem Anteil von Totholz. Optimal sind Buchen- oder Eichen-Kiefernmischwälder. Seine Höhlen baut er in Baumstämmen, die einen Durchmesser von ca. 40 cm in der Höhe der Höhle aufweisen. Buchen werden als Höhlenbaum zwar bevorzugt, aber im richtigen Umfeld ist er auch in anderen Brutbäumen mit glattrindigen, astfreien Stämmen zu finden. Er ernährt sich von Insekten, hauptsächlich von Ameisen. Im Sommer Continue reading Schwarzspecht an Baumhöhle

Cattle Egret (Bubulcus ibis) near Camperduin/ Noord Holland

KuhreiherA small road and a deep ditch are one of the ingredients of a birdwatching trip in Noord-Holland. Right now, an additional add-on is the sighting of a Cattle Egret (Bubulcus ibis). This Egret is rare in middle Europe but a common inhabitant of southern Europe. If you want to save time and distance you might try to look for this nice egret in a Nature reserve at the coast of Noord Holland near Camperduin.

During year end this egret stayed in the Harger- en Pettemerpolder, a reserve quite recently established to protect habitats for waders, ducks and geese. Narrow and windy roads along deep ditch pass the area. The Cattle Egret could be seen the first day on a wet meadow in some distance. On the way back, the egret was gone. Lucky man, I thought and only chose the road by accident the next day. This time the egret was standing right to the side of the road allowing for the image of the blog. And also on the next day the bird was there. This time standing in the garden of a small farmhouse together with a Herring Gull (Larus argentatus). The whole time I saw the egret in search of food, but could not see on what prey it was feeding. But obviously the habitat provided for enough food to stay for several days.

In general, the whole area in Noord-Holland is excellent for bird observations. E.g. an adult Lesser Yellowlegs (Tringa flavipes) could be observed north of Callantsoog in the newly established nature reserve “The Nollen van Abbestede” in June 2013. Again, there was a notice on www.waarneming.nl, that someone reported that a Continue reading Cattle Egret (Bubulcus ibis) near Camperduin/ Noord Holland

Meerstrandläufer auf Wangerooge

MeerstrandläuferDer erste Gang nach der Ankunft auf die Insel führt zum Hauptstrand. Eigentlich nicht Weltbewegendes. Aber die Meerstrandläufer (Calidris maritima) zwingen mich doch in die Knie. Geduldig wartend an einer Buhne lassen sie sich aus wenigen Metern mit Steinwälzern (Arenaria interpres) im westlichen Bereich des Hauptstrands beobachten und fotografieren. Interessant dabei war vor allem, wie nah man sich den Vögeln nähern konnte bzw. wie nah sie an einen herankommen.

Bekannt bei Birdern ist Wangerooge wegen seiner Kurpromenade und der tiefen Wasserrinne, die nicht weit vom Sandstrand in Ost-West-Richtung verläuft. Einige Bänke oberhalb des Strands sind überdacht. Hier läßt es sich also wind- und wettergeschützt aushalten, wenn man sein Spektiv aufgebaut hat und sich die Augen ausguckt beim Pelagic Birding, dem Seawatchen. Die Tage nach Herbststürmen sind geradezu optimal. In den letzten Jahren ließen sich immer wieder heißbegehrte Arten wie Balearensturmtaucher (Puffinus mauretanicus), Atlantiksturmtaucher (Puffinus puffinus), Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris borealis) und natürlich der Dunkler Sturmtaucher (Puffinus griseus). Der Eissturmvogel (Fulmarus glacialis) ist dagegen schon fast eine „normale“ Sichtung. Für den Wellenläufer (Oceanodroma leucorhoa) ist die Continue reading Meerstrandläufer auf Wangerooge

Wüstensperlinge in Marokkos Wüste

WüstensperlingVor Merzouga häufen sich auf einmal mitten in der Wüste mit sich wild kreuzenden Pisten die ersten Hotelschilder. Nun ist es nicht mehr weit zum temporären See von Merzouga südlich der Kleinstadt Erfoud. Das Hostal in Merzouga hat es zu einiger Bekanntheit gebracht. Es wird von Familie mit einem deutschsprechenden „Chef“ betrieben. Die Familie hat sogar verwandtschaftlichen Anhang in Deutschland. Auf einer Lehmmauer steht der erste Wüstensperling (Passer simplex). Der Wüstensperling ist ein kleiner Singvogel, der in Nordafrika und Zentralasien sein Verbreitungsgebiet hat und bei meiner Reise in die Gegend im Juni 2002 recht häufig war. Die Erinnerung an den Wüstensperling verbindet sich mit dem Eindruck eines durchaus häufigen Vogels hier an dem Ort in der Nähe eines Sees mit den einzigen großen marokkanischen Sanddünen in Reichweite. Die Spatzen konnten sehr gut beobachtet werden. Sie waren gar nicht scheu. Die Wüstensperlinge konnten u.a. dabei fotografiert werden, wie die Jungvögel von ihren Eltern gefüttert wurden. Der See ist mehr eine Lagune, die nur alle Jubeljahre mal vorhanden ist – wenn es im Frühjahr anständig geregnet hat. Die Sanddünen des Erg Chebbi sind dagegen permanent zu bewundern und ein echter Wahnsinn.

Marokko, eines der nördlichsten Länder Afrikas, ist ein Top-Touristenziel. Marokko liegt im Nordwesten Afrikas und ist im Wesentlichen ein afrikanisches Land mit einer großen Continue reading Wüstensperlinge in Marokkos Wüste

Rohrdommel am winterlichen Wasserloch

Rohrdommel
Great Bittern swallows fish

Anfang Januar kündigte die Wettervorhersage ein sibirisches Hoch an, das die Wetterlage über der norddeutschen-polnischen Tiefebene bestimmen sollte. Nach einigen milden Wintern schien die bevorstehende Kälte nun den Trend der vergangenen Jahre umzukehren. Tatsächlich sanken die Temperaturen in der Nuthe-Nieplitz-Niederung tiefer als in den letzten 10 Jahren. Aufgrund der östlichen Lage sind Schnee und Kälte hier zwar keine Seltenheit, aber in diesem Jahr war es extrem. Die Temperaturen lagen am frühen Morgen jeden Tag zwischen minus 5°C und minus 12°C und blieben häufig auch tagsüber über unter 0°C.

Feuchtwiesen, Röhrichten und Sumpfland waren dadurch schnell zugefroren, und nach einigen Tagen waren auch die Seen mit einer Eisschicht von mehr als 20 Zentimeter verschlossen. Das Eis war so dick, dass man es gefahrlos betreten konnte.

Blessrallen bzw. Blässhühner (Fulica atra) zogen auf ihrer Suche Continue reading Rohrdommel am winterlichen Wasserloch

Waldohreulen am Wintereinstand

In einer kleinen Seitenstraße des verschlafenen Städtchen Balmazújváros im Osten Ungarns, fast im Stadtzentrum neben der Kirche, verstecken sich schon seit Jahren bis zu 30 Waldohreulen (Asio otus) in großen Bäumen. Ein skurriler Anblick, der jedem Fotografen oder Vogelbeobachter das Herz höher schlagen lässt. Waldohreulen sind durchaus nicht selten. Allerdings sind sie außerhalb der Winterzeit schwer zu beobachten. Sie schlafen meist am Tag und werden erst in der stockdunklen Nacht aktiv. Was diese recht große Anzahl Waldohreulen dazu treibt, gerade dort ihr Quartier aufzuschlagen, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Durch die Standortwahl müssen sie sich zwar nicht mit viel Verkehrslärm und Menschentrubel abfinden, doch der ein oder andere Neugierige kommt natürlich schon vorbei. Die Menschen sind aber friedlich und schauen nur von Zeit zu Zeit nach oben. Das bringt für den Fotografen erhebliche Vorteile mit sich.

Eines Morgens fahren wir also an der Kirche vorbei und schwups haben wir schon die ersten Waldohreulen in einem Garten (in einer Konifere) gesehen. Super, das Beste ist aber ein eine weitgehend freisitzende Waldohreule direkt in einer Birke an der kleinen Seitenstraße. Es ist etwas tricky, da die Zweige der Birke immer Continue reading Waldohreulen am Wintereinstand

Kori Bustard in Taita Hills Wildlife Sanctuary

Early spring sees life returning to the thirsty bushveld landscape in the Taita Hills. Knob-thorn trees (Acacia nigrescens) in full bloom dot the landscape in their yellow splendor, and birds too experience a renewed surge of energy. One day I saw a male Kori Bustard (Ardeotis kori) displaying in some distance from the road.

I was able to get some fair pictures of him as he stood in one position, displaying and uttering his low, booming call. I decided to stay in the area, hoping that he might come closer to allow me to take better images, but l had to abandon the passionate wait at sunset due to bad light. Although not expecting to see him again, I returned to the grassy area with low bushes the following afternoon and to my surprise the bird was still around. This time he was following two female Kori Bustards. As the females crossed the road behind our Land Cruiser, the male tried to approach them but they felt offended and disappeared. As an alternative the male Kori Bustard started to catch grashoppers quite close by allowing me to capture images of him in his extravagant and impressive beauty.

Taita Hills Wildlife Sanctuary is a privately owned sanctuary, located Continue reading Kori Bustard in Taita Hills Wildlife Sanctuary

Steinschmätzer in der ostafrikanischen Steppe

SteinschmätzerEin Nachmittagsausflug im südlichen Taita Wildlife Refuge. Ein alter Bekannter steht dann am Pistenrand. Es ist ein Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe). Wenig später sind noch viel mehr Steinschmätzer in diesem schon sehr staubigen und intensiv landwirtschaftlich genutzten Gelände zu sehen. Die ortansässige „Community“ hat sich das Recht ausbedungen, Teile der Savanne für ihre Rinder als Weide nutzen zu können. Die Steinschmätzer scheinen sich hier ein richtiges Stell-dich-ein zu geben. Die Ebne ist fast kahl; offensichtlich überweidet. Aber gerade das scheint die Steinschmätzer besonders anzuziehen. Sie tauchten in den geeigneten Gebieten – wobei die Grenzen für den Betrachter nicht wirklich erkennbar abgegrenzt sind – teils in einem Abstand von wenigen 100 Metern auf. Der Bewegungsraum scheint mit unsichtbaren Grenzen abgesteckt zu sein. Wenn sich der Land Cruiser nähert, fliegen oder laufen sie ein wenig weiter. Dann jedoch passieren sie den Wagen in einem Schleifenflug und sitzen auf einmal hinter dem Fahrzeugheck. Für mich, ein klarer Hinweis für ein Winter- Territorium.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob unser Guide noch anmerkt, daß in diesem Habitat eigentlich eher Isabellsteinschmätzer (Oenanthe isabellina) anzutreffen sind. Ich glaube es fast nicht. In den Continue reading Steinschmätzer in der ostafrikanischen Steppe

Superb Starlings in flight near Lions Bluff Lodge/ Kenya

DreifarbenglanzstarThe waterhole at the Salt Lick Lodge attracts an impressive number and diversity of animals and birds. Nevertheless, we do not last long in the lounge area within the lodge. A little later we move in the afternoon heat again. Many other tourists also go to Lions Rock. There are few alternatives. “Feeding forbidden“ a sign says just 100 yards behind the Salt Lick Lodge. A little later, I see why. Superb Starlings are fed from the tourist bus directly from the dirt track. One of the drivers in front of us picks up peanuts and the Superb Starlings (Lamprotornis superbus) pick them in his hand while flying. I hate that – and it’s even prohibited by the sign. Nevertheless, I cannot help but photograph the fluttering right in front of the driver’s door. The word “fluttering flight” does not adequately reflect the perfect aerial acrobatics. The birds have an impressive ability to fly on the spot quickly and at the same time a little later. The elegant standing in the air must be seen. I do not trust this for these compact birds. The blue-violet shines in the sun in ever new variations and the black wing linings on the wings really dance during the upswing and downswing of the wings. Sometimes you can even see the light brown belly with the white chest band. Especially the white eye stands out despite the rapid action. Of course, that does not happen without screaming and constant calling. With wide open beaks, the Superb Starlings try to scare each other off the much anticipated food source. A Northern White-Crowned Shrike Continue reading Superb Starlings in flight near Lions Bluff Lodge/ Kenya

Silberadler – ein Neuzugang für die westpaläarktische Liste

SilberadlerAm 22. April 2014 bekam der anerkannte finnische Greifvogelspezialist Dick Forsman eine E-Mail von Ahmed Waheed in Ägypten, der ihm einige Adlerbilder zur Identifizierung schickt . Die Bilder sind sehr gut und lassen keinen Zweifel an der Bestimmung des Vogels – es ist ein jugendliche, helle Morphe des Silberadlers (Aquila wahlbergi), der im englischen Wahlberg’s Eagle genannt wird. Damit handelt es sich um einen Neuzugang für die WP-Subregion!

Ahmeds ursprüngliche E-Mail enthielt weder Ort noch Datum, aber wenig später war weitere Informationen zu diesem sensationellen Bericht vorhanden. Nur wenige Stunden später kam die Antwort von Ahmed. Der Vogel wurde am 3. Mai 2013 an der Westküste des Golfs von Suez am Roten Meer in der Nähe von Ras Shuqeir, etwa 120 km nördlich von Hurghada und damit erstaunlich weit nördlich der südlichen Verbreitungsgrenze der Westpaläarktis, fotografiert.

Ein Foto vom 3. Mai 2013 zeigt einen jungen Wahlbergs Adler in der östlichen Wüste Ägyptens. Der gleiche Vogel ist auch mal im Flug Continue reading Silberadler – ein Neuzugang für die westpaläarktische Liste

Sperber: der unsichtbare Greif

Nach einem langen Winter treiben mich die ersten Frühlingstemperaturen im März nach draußen. Zwischen den Feldern und über einem Wald läßt mich ein Geräusch aufhorchen. Es ist eine Art pulsierendes, primitives, hohes Kreischen. Fast kein Vogelruf. Durch die noch nackten Baumkronen sehe ich die Quelle des Geräuschs direkt über mir am grauen Himmel. Mein erster Anblick eines Sperbers (Accipiter nisus) in diesem Jahr in der Nähe meines Hauses.

Im letzten Licht eines klaren Maiabends kommt eine zweite Sichtung hinzu. Diese ist nicht weit von der ersten entfernt. Ein Sperberpaar offenbart sich in einem spektakulären Kunstflug von 10 Minuten Länge. Die Geschwindigkeit im Wellenflug und die fließende Bewegung des Vogels faszinieren ungemein.

Im Sommer, als die Geräusche im Wald durch dichte Belaubung gedämpft werden, höre ich ähnliche Rufe wieder. Diesmal werden sie häufiger und beharrlicher gerufen und von mindestens zwei Vögeln erzeugt. Vorsichtig bewegte ich mich über holprigen und mit Ästen bestandenen Untergrund auf die Geräuschquelle zu. Immer wenn ich meinte, am Ort zu sein, hatten sich die Rufe weiter in das Waldesinnere zurück verzogen. Umso mehr ich Continue reading Sperber: der unsichtbare Greif

Mittelmeer-Steinschmätzer sind zwei Arten

Mittelmeer-Steinschmätzer oder MaurensteinschmätzerEine neue Studie hat gezeigt, dass östliche und westliche Mittelmeer-Steinschmätzer (Oenanthe hispanica) als separate Arten behandelt werden sollten.

Die vor kurzem im Journal of Evolutionary Biology veröffentlichte Forschung untersuchte und sequenzierte die DNA von vier schwarz-weißen Steinschmätzern Europas. Die die DNA-Sequenzierung wurde angewendet, um einen Artenbaum zu schaffen, der die evolutionären Beziehungen zwischen den untersuchten Arten veranschaulicht. Eine anfängliche Analyse hat gezeigt, dass sich westliche und östliche Mittelmeer-Steinschmätzer trotz ihrer oberflächlichen Ähnlichkeiten als unabhängige Taxa entwickelt haben. Das würde bedeuten, dass sie als vollständige Spezies anerkannt werden sollten.

Die erwachsenen männlichen Maurensteinschmätzer (Oenanthe hispanica hispanica) weisen einen orangefarbenen Rücken mit einer schmaleren schwarzen Gesichtsmaske im Vergleich zu seinem östlichen Gegenstück auf. Der auch Balkansteinschmätzer (Oenanthe hispanica melanoleuca) genannten östliche Mittelmeersteinschmätzer weist Unterschiede zum Maurensteinschmätzer u.a. bei den Steuerfedern auf.

Diese Studie entdeckte die genetische Divergenz in einer monophyletischen Gruppe von vier Singvogel-Taxa, die oberflächlich Continue reading Mittelmeer-Steinschmätzer sind zwei Arten

Gutes Aussehen allein reicht weiblichen Paradiesvögeln nicht

RaggiparadiesvogelMännliche Paradiesvögel sind bekannt und berühmt für ihre abrupt-wilden, formvollendeten Tänze, ihrem extravaganten Federschmuck und die komplexen Balzrufe. Alles dies ganz offensichtlich um einen Partner auf sich aufmerksam zu machen.

Neue Forschungsergebnisse, die in der Open-Access-Zeitschrift PLOS Biology  veröffentlicht wurden, legen nun nahe, dass die Präferenzen der Weibchen die Entwicklung von Kombinationen von körperlichen und Verhaltensmerkmalen vorantreiben, die möglicherweise auch daran gebunden sind, wo das Männchen wirbt: auf dem Boden oder oben in der Baumkrone.

Nicht nur Vögel variieren häufig stark in der Ornamentierung, selbst bei nahe verwandten Arten. Das Verständnis der Muster, die dieser Variation zugrunde liegen, ist eine große wissenschaftliche Herausforderung, da zwischen teils drastisch unterschiedlichen Merkmalen verglichen werden muß. Die Studie verwendete dazu einen neuartigen analytischen Ansatz, um Variationen in der Vielfalt und Intensität der Ornamentierung in den diesbezüglich stark voneinander abweichenden Paradiesvögeln zu quantifizieren. Die Autoren der Studie betonen, daß dies ein Lehrbuchbeispiel dafür sei, wie sexuelle Selektion organismische Phänotypen tiefgreifend prägen. Die Wissenschaftlicher fanden heraus, dass offensichtlich Farbe und akustische Komplexität zusammen mit Verhalten und akustischer Komplexität über die evolutionären Zeiträume hinweg positiv korreliert sind.

Grob gesprochen heißt das:

  • Mit der Anzahl der Farben eines Männchens steigt auch die Anzahl der verschiedenen Töne, die er macht.
  • Die kunstvollsten Tänzer haben auch ein größeres Repertoire an Rufen.
  • Männchen, die auf einem Balzplatz in einer Gruppe ihr Werben betreiben, haben mehr Farben, um sich visuell besser von ihren Mitbewerbern abzuheben.

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Kornweihe (Circus cyaneus) im Flug

KornweiheEine wunderbare Flugaufnahme einer weiblichen Kornweihe ist mein persönliches  Foto dieser Woche. In einer auffallenden Pose zeigt das Bild alle Oberseitenmerkmale dieses tollen und nicht immer leicht aufzuspürenden Greifvogels. Allein eine solche Beobachtung hätte diesen Tag zu einem besonderen Birder-Tag gemacht.

Das Bild zeigt eine weibliche Kornweihe im zeitigen Frühjahr über einem Stoppelfeld im Morgenlicht kreisend. Die Aufnahme ist gut belichtet und befindet sich vor einem unauffälligen strukturierten Hintergrund, der den Vogel in einer typischen Situation in seinem Überwinterungsgebiet zeigt. Dies ist eine schöne Aufnahme, die ein bisschen auch dadurch wirkt, daß der sich der ganze Vogel im langsamen Nahrungsflug in Richtung Kamera gedreht hat.

Das besondere Foto wurde mit einem 600-mm-Objektiv an einer Canon EOS 5 D Mark III aufgenommen. Die Aufnahme erfolgte mit 1/640 Sekunde, f4,0 bei ISO 400.

Ein schönes Gebiet, um im Winter Kornweihen zu beobachten ist neben den Belziger Landschaftswiesen in der Planeaue westlich von Bad Belzig das Havelländische Luch bei Buckow. Buckow befindet sich westlich von Berlin. Das Havelländische Luch stellt eine einzigartige Niederungslandschaft dar. Landläufig bekannt als das beste Gebiet Deutschlands um Großtrappen zu beobachten, stellt dieses Gebiet im Winter Überwinterungshabitate vor allem für Greife zur Continue reading Kornweihe (Circus cyaneus) im Flug

Laufhühnchen in Europa ausgestorben

LaufhühnchenNach fast 40 Jahren ohne bestätigte Sichtung ist das Laufhühnchen (Turnix sylvatica), auch Rostkehl-Kampfwachtel genannt, der erste Vogel, der seit dem Riesenalk (Alca impennis) in Europa ausgestorben ist. Je nachdem, wie man „Europa“ versteht – politisch oder  geografisch – leistet noch der Kanaren-Austernfischer (Haematopus meadewaldoi), auch als Kanarischer Austernfischer bekannt, Gesellschaft. Das ist eine andere “europäische” Art, die in letzter Zeit ausgestorben ist.

Die unter englischen Vogelbeobachtern eher als Andalusian Hemipode bekannte Art wurde von der spanischen Regierung offiziell als ausgestorben eingestuft. In Südspanien wurden in den letzten zwei Jahrzehnten umfangreiche Nachforschungen durchgeführt, um die ggf. verbleibenden Populationen dieser schwer zu entdeckenden Art zu finden. Die letzte bestätigte spanische Meldung datiert aus dem Jahr 1981 in der Nähe des Doñana-Nationalparks. Verlässliche Beobachtungen wurden keine mehr gemacht. Allerdings wurden Rufe bis kurz nach der Jahrtausendwende aus dem Gebiet gemeldet. Von diesen Meldungen wurde von der Seltenheitskommission jedoch keine vollständig akzeptiert. Im Gegensatz zu anderen ausgestorbenen Vögeln ist das Laufhühnchen nicht global ausgestorben. Es ist Continue reading Laufhühnchen in Europa ausgestorben

Ein ziemlich grauer Braunflügel-Mausvogel an Kenias Ostküste

Braunflügel-MausvogelDicke Wolken stehen vor der Sonne, die noch tief am Himmel steht. Das Resort hat einen tollen, etwas erhöht gelegenen Aussichtspunkt. Wunderschönes Wetter, ganz, ganz leichte Brise. Es ist gar nicht kühl, so um die 24° C. Mit dem Stativ und dem Spektiv hoffe ich, etwas auf dem Meer zu entdecken. Doch das Felsen-Inselchen ist zu weit draußen, sodaß ich nur Seeschwalben wahrnehme. Immerhin der elegante Flieger um die Insel mit der dunklen Oberseite und den leuchtend weißen Unterseiten könnte eine Sooty Tern sein. Sogar einen Kaffee gibt es. Das ist wirklich super, daß man den in der Suite selber kochen kann – auch wenn der Nescafe nicht wirklich gut schmeckt. Die Vegetation hier am Aussichtspunkt ist dicht und scheint sehr natürlich zu sein. Ich wundere mich, daß bei dem tollen Küsten-Scrub so wenig – wenn nicht „überhaupt keine“ – Bewegung an Vögel drin ist. Eine Menge Schmetterlinge sind zu bewundern, Hummeln, Bieren, Wespen, aber nichts sonst. Auf einmal hängt ein schlanker, großer Vogel in einem Astgewirr, den ich auf Anhieb als Mousebird bestimme. Dann folgt ein ganzer Trupp, der wenig später weiter gen Norden verschwindet. Anhand der Fotos komme ich ganz schön ins Grübeln. Der erste Eindruck ist: ein graues Mousebird. Interessant sind grüne Farbstreifen und ein Farbklecks auf dem linken Flügel. Fast so als wäre der Vogel mit einem gemalerten Treppengeländer in Continue reading Ein ziemlich grauer Braunflügel-Mausvogel an Kenias Ostküste

Invasion von Sibirischen Tannenhähern (Nucifraga caryocatactes macrorhynchos) in Brandenburg?

Sibirischer Tannenhäher
copyright: Ralf Donat

In Ornitho.de hatte ich gesehen, daß sich Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes) im südlichen Brandenburg aufhalten würden. Sowohl am Crinitzer Bahnhof als auch in Wanninchen südlich Luckau war die Art gesehen worden. Ich hatte den Verdacht, daß es sich ggf. um eine Invasion der sibirischen Unterart des Tannenhähers handeln könnte.

Der Tannenhäher in Wanninchen stocherte mehrere Minuten in Kuhfladen auf Rinderweide und konnte dabei fotografiert werden. Das Blogbild zeigt einen dieser Tannenhäher. Ein ganz herzlicher Dank geht an den Fotografen, Herrn Ralf Donat. Auch aus der Lieberoser Heide wurde ein Tannenhäher bis Mitte November gemeldet.

In seinem mitteleuropäischen Brutgebiet gilt der Tannenhäher als Standvogel mit Dismigrationen. Kurze Wanderungen zu günstigeren Nahrungsvorkommen sowie Schneeflucht im Winter sind möglich. Die ggf. hier in Betracht kommende sibirische Unterart  hingegen tritt bei geringer Samenausbeute der Sibirischen Arve (Pinus sibirica) invasionsartig in Mitteleuropa auf.

Der Sibirische Tannenhäher zeichnet sich durch einen schlankeren Schnabel aus, was ihm den umgangssprachlichen Namen schlankschnäbliger Tannenhäher – oder im Englischen Slender-billed Spotted Nutcracker – gab.   Zusätzlich besitzt die sibirische Unterart  eine breitere weiße Schwanzbinde im Vergleich zu  Vögeln mit mitteleuropäischem Verbreitungsschwerpunkt. In seinem „Handbuch der Vögel Mitteleuropas“, Band 13/III Passeriformes (4. Teil) Corvidae – Sturnidae beschreibt Urs N. Glutz von Blotzheim ab Seite 1558 die Feldkennzeichen. Dabei wird vom Verfasser Continue reading Invasion von Sibirischen Tannenhähern (Nucifraga caryocatactes macrorhynchos) in Brandenburg?

Eleonorenfalken im Ägäischen Meer

EleonorenfalkeDie dunklen Falken im Ägäischen Meer gleiten durch die Luft und steigen auf in das Blau des ägäischen Frühlingshimmels, tauchen ab oder fliegen in pfeilschnellem Flug um Oliven- und Pinien-Wäldchen. Die Eleonorenfalken (Falco eleonorae) führen ein Schauspiel der Akrobatik vor. Eleonorenfalken sind die am wenigsten bekannte und auch vom Verhalten her sehr außergewöhnliche der zehn europäischen Falkenarten, die im April aus dem entfernten Madagaskar in ihre Brutgebiete im östlichen Ägäischen Meer zurückgekehrt sind. Häufig sind es nur kleine schmale Streifen felsiger, unbewohnter Inseln. Die Unzugänglichkeit der Inseln erhöhen die Wahrscheinlichkeit dort Eleonorenfalken beobachten zu können. Die Brutzeit der Eleonorenfalken beginnt erst zwei, drei Monate später, gegen Ende des Sommers. Neben den Eleonorenfalken gibt es auf den meisten Inseln auch kleine Brutkolonien von Rötelfalken(Falco naumanni), die große Insekten und Eidechsen von ihren Jagdgebieten eintragen. Auf dem schroffen Felsen sucht derweil ein Wanderfalke (Falco peregrinus) mit seinem scharfen Auge den südlichen Horizont nach afrikanischen Einwanderern oder nach seiner Lieblingsspeise, dem Chukarhuhn (Alectoris chukar), ab. Doch der Eleonorenfalke ist der Wappenvogel der Ägäis. Hier brüten drei Viertel des Weltbestandes im Spätsommer.

Diese hoch spezialisierten Falken leben häufig in unberührten und isolierten Lebensräumen der zahllosen Insel der Ägäis. Vor allem die kleinen Felseninseln der Dodekanes stellen ein Rückzugsgebiet nicht nur für Falken sondern auch für Schlangenadler (Circaetus gallicus), Habichtsadler (Aquila fasciata), Zwergadler (Hieraaetus pennatus) , Korallenmöwe (Ichthyaetus audouinii), Häherkuckuck Continue reading Eleonorenfalken im Ägäischen Meer

Prachtkleiber in den zentralen Hochländern Papua-Neuguineas

PrachtkleiberHinter einem tonigen Erdwall entlang einer bergigen Straße zu einer Kupfermine waren hohe Rufe zu hören. Kleine schwarze Vögel hüpften einen flechtenbewachsenen Ast entlang. Ganz typisch wie die eurasischen Kleiber.

Das kann es aber hier im zentralen Hochland Papua-Neuguineas nicht sein. Nun hatte ich also doch ein wunderschönes Paar des Prachtkleibers, die auch Schwarze Sittella (Daphoenositta miranda) genannt werden, gefunden. Diese Art gehört zur Familie der Neosittidae. Die Art  ist in mehreren Berggebieten in Neuguinea – sogar in 3 verschiedenen Unterarten – zu finden. Über diesen nahen Verwandten der häufigsten Spiegelkleibers (Daphoenositta chrysoptera) ist wenig bekannt. Sogar Wikipedia zeigt nicht viel mehr. Für mehr Details zum Prachtkleiber sei auf das – Handbook of the Birds of the World (HBW) Volume 12, auf der Seite 641 verwiesen oder auf ihre relevante Website. Die Unterart kuboriensis kommt in den zentralen Continue reading Prachtkleiber in den zentralen Hochländern Papua-Neuguineas

Prachttaucher auf dem Grössinsee in Brandenburg

PrachttaucherDicht mit Schilf ist der Ausfluß des Grössinsee bestanden. Hier sollte sich laut lokalen Meldungen ein Prachttaucher (Gavia arctica) aufhalten. Der Grössinsee wird von der Nieplitz in Süd-Nord-Richtung durchflossen. Er ist knapp 100 ha groß und maximal 3 m tief. Nur im Nordteil entwickelten sich kräftige Röhrichte. Der See gehört nämlich zu den polytrophen Gewässern. Bei einem Besuch des Nordteils des Grössinsees südlich von Berlin konnte tatsächlich der gemeldete Seetaucher beobachtet und fotografiert werden. Ein Schlichtkleid-Exemplar – wohl ein einjähriger Vogel – schwamm zuerst in einiger Entfernung auf dem nicht so breiten See.

Der Rücken des jungen Prachttauchers war bräunlich-grau. Die helle Schuppenzeichnung auf dem Rücken war gut zu sehen. Auf den Fotos des schwimmenden Prachttauchers konnte man schön den deutlichen weißen Flankenfleck sehen. Der Schädel, der Nacken und die Hinterseiten des Halses rahmten grau das weiße „Gesicht“ ein. Der Schnabel ist bläuliche hell-grau und die Iris des Auges schimmerte rötlich-braun. Nach dem Auftauchen konnten wunderschön die perlenden Wassertropfen auf dem Gefieder bewundert werden.

Immer wieder werden im Herbst Meldungen von Sterntauchern (Gavia stellata) und Prachttauchern (Gavia arctica) aus Brandenburg gemacht. Auch vor 3 Jahren gab es eine Meldung des Prachttauchers vom Neuendorfer See aus dem Spreegebiet um Lübben. Hier wie dort schwamm der Prachttaucher ziemlich nah am Ufer entlang. Die Entfernungen, die der Prachttaucher in den sonnigen Nachmittagstunden bei sehr angenehmen Temperaturen von ca. 10° C und einem weitgehend windfreien Herbsttag zurücklegte, waren allerdings beachtlich. Hatte man ihn gerade noch am Einlaß zum Nieplitz-Ausfluß am nördlichen Abschnitt des Sees Continue reading Prachttaucher auf dem Grössinsee in Brandenburg

Yellow flycatcher (Erythrocercus holochlorus) im Arabuko-Sokoke Forest, at Kenya´s east coast

Goldrücken-SpreizschwanzAfter paying the fee to enter the Arabuke Sokoke Forest at Gedi Forest Station Visitors’ Bureau, we want to look at a small piece of woodland just beyond the ranger post. It is now 6:15 a.m.. So pretty early. It would not be worth it much sooner. There are thick clouds in the sky. We walk in the cloud-filtered morning light a path behind the office. Here the Golden-rumped Elephant Shrew (Rhynchocyon chrysopygus) should occur. Unfortunately, we only see some dugging residuals. At a daytime roost for owls, we see a pair of Brown greater Halago (Otolemur crassicaudatus), the so-called Bush babies, nestled close together. Otherwise there is not much to see on birds; and also not heard. It is pretty quiet. Suddenly we see a beautiful Yellow Flycatcher (Erythrocercus holochlorus), which our guide calls Little Yellow Flycatcher. With his tape we can attract the Yellow Flycatcher so far that it manages in photo pose and sings eagerly.

Later we will see Yellow flycatchers quite often. Mostly small family parties in mixed-species flocks that originated along a trail in a patch of evergreen mixed forest but also quite close to miombo woodland. One Yellow Flycatcher had caught a caterpillar in the canopy of the mixed forest.

The Yellow Flycatcher – or Little Yellow Flycatcher – as it is sometimes called, is a small, active warbler-like flycatcher with Continue reading Yellow flycatcher (Erythrocercus holochlorus) im Arabuko-Sokoke Forest, at Kenya´s east coast

Die Fotografie von Kernbeißern: gar nicht so leicht

Als eine der größeren, farbenprächtigen Singvögel zeichnen sich Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) durch ihre leuchtenden braun-orange-grauen Farben und ihre ungewöhnlich großen Schnäbel mit den kräftigen Kiefern aus. Kernbeißer sind wahre Schönheiten. Bekannt sind sie für die Fähigkeit mit ihren Schnäbeln, die Kerne von Weißdorn, Kirsche und sogar Zwetschgenkrerne „knacken“ zu können. Wie alle Finken benutzen Kernbeißer die Schneide an der Rückseite ihres Schnabels, um einen Kern zu halten, während sie ihn aufbrechen und gekonnt das Innere des Kerns mit ihren Zungen herausziehen.

Kernbeißer lieben es, sich von Samen der Hainbuche oder Weißbuche (Carpinus sp.) zu ernähren. Wenn Sie ein geeignetes Gebiet finden, steuern sie mit Vorliebe die Bäume an, die im Spätherbst mit Samen beladen sind. Häufig sind dann zwar viele Kernbeißer zu sehen, die durch die Äste huschen. Aber es ist normalerweise schwierig, sie durch die (restlichen) Blätter hindurch klar zu sehen. Die Vögel verhalten sich sind normalerweise eher unauffällig; trotz ihres farbenfrohen Gefieders. Außerdem verbringen sie große Teile des Jahres hoch in Baumkronen, wo sie vom Boden aus naheliegenden Gründen, schwer zu beobachten Continue reading Die Fotografie von Kernbeißern: gar nicht so leicht

African skimmers in the Chobe Nationalpark/ Botswana

Afrikanischer ScherenschnabelMorning haze lays over the wide river plain. Perched low on a Sandbank dozens of black and white colored birds with a strikingly long red bill are standing. These are the long-awaited African Skimmer (Rynchops flavirostris). When we’ve left the river bend for a while, the whole flock starts moving with a heavy, powerful wing beat. First, the flock turns a round over the sandbar. Then the flock turns into low altitude flight. The black-and-white-colored, roughly tern-sized birds with their long, elegant wings fly a few centimeters above calm water, hovers prey-hunting parallel to the water surface. Suddenly they pull out their oversized, laterally flattened and sharp-edged lower beak and pull it, flattening its wings, through the upper layers of water. They fly until their beaks come into contact with a fish. Shortly thereafter, these birds close their beak abruptly, and a small silver fish disappears wriggling in the throat of the successful hunters.

Because of their peculiar hunting style these birds are called skimmers in English. Many years ago I was fascinated by a very special species of bird at the Madre de Dios, a tributary of the Amazon. In the silence of dusk, these birds flew over the wide river in small groups, holding one another strangely over the water. Their sweeping wings almost touched the surface of the water every time they hit. Her flight was straightforward, not too fast and her flapping wings steady, elegant and had something of a provocative phlegmatic slowness. They were “my” first Skimmers, more specifically Black Skimmer (Rynchops nigra), as I soon realized. Her submerged beaks plunged furrows into the red colored water of the Amazon.

This spectacular species of prey can only be observed in three species today: the Skimmers of the genus Rhynchops, which are native to the Asian and African tropics and along the American coast. An excellent spot to see African Skimmers in Africa in the Sanaga River  in Cameroon.

The beaks of the Skimmers have over thirty special adaptations to Continue reading African skimmers in the Chobe Nationalpark/ Botswana

Steppenadler im Oman

Meine erste Begegnung mit Steppenadlern (Aquila nipalensis) hatte ich auf der Hochebene von Dhofar, die steil von der Südküste aufsteigt. Dass es tatsächlich Steppenadler sind erschließt sich mir aber erst etwas später. Am Straßenrand lagen 3 tote Kühe hinter einer schmalen Böschung. Haustiere laufen hier frei herum. Bei einem weiträumig gespannten, aber intensiv befahrenen Straßennetz hat der LKW-Verkehr so manches Tier auf dem Gewissen. Aber 3 Kühe auf einen Streich wird wohl bedeuten, daß da einer richtig Gas gegeben hat. Es kann noch nicht allzulange her sein. Der Verwesungsgeruch hängt aber schon in der Luft. Da ich gestern aber schon hier vorbeigekommen bin, kann der „Unfall“ ja noch nicht so lange her sein. Hier treiben sich bestimmt 30 Borstenraben (Corvus rhipidurus) herum und als ich anhalte, um die Raben am Kadaver und auf einer Erdkuppe am Straßenrand zu fotografieren, scheuche ich zwei helle Continue reading Steppenadler im Oman

Red-throated Pipit: Fall migration along Egypts Rea Sea

RotkehlpieperHotel garden lawns along the Red Sea coast can be remarkable birdy. The sun has just appeared on the horizon for 3 hours. Nevertheless, it is already really hot. Coming from breakfast in a hotel complex on the Egyptian Red Sea, we walk first our inspection round. Here we see again the two Ruffs (Calidris pugnax) and also the one Spur-winged Plover (Vanellus spinosus) in the middle of the hotel area on the same lawn as 5 days ago. When we then run back to the free grassy areas, I think to realize, that in contrast to spring bird quantity is high but diversity is rather low. Except for the Yellow Wagtails (Motacilla flava), we have not seen any other birds on the grass. Especially no Pipit. That is just thought, as we see two passerine birds patterned with broad-stripes. They are Red-throated Pipits (Anthus cervinus). One of the birds still has a still a red throat. Great, I’ll have to go and scan it again. When I come back, both Red-throated Pipits are practically still present in the same area. The Yellow wagtails are of course in the majority. As I approach, they all fly up. Then I hide behind a lush bush and crawl on all fours behind the bushes. Eventually they are not more than 8 meters ahead of me. In contrast to the Yellow wagtails the Red-throated Pipits seem not be so keen to stay in the shade. They give great images despite the steep sunlight. One of the Continue reading Red-throated Pipit: Fall migration along Egypts Rea Sea

Zwergspinte und ein Brautgeschenk

ZwergspintDie bunten Spinte zu beobachten und zu fotografieren ist immer wieder ein tolles Erlebnis.  Der auch in Deutschland vorkommenden (Europäische) Bienenfresser (Merops apiaster) ist nur ein Vertreter einer ganzen Familie, die ihren Schwerpunkt in den Tropen, insbesondere in Afrika hat. Ein weit verbreiteter Vertreter in Kenia ist der Zwergspint (Merops pusillus), der sich  in einem großen Teil Afrikas südlich der Sahara vorkommt. Ganz besonders habe ich mich gefreut, dass ich diesen Bienenfresser beim Anflug des Astes fotografieren konnte und dass dieser auch noch seine Beute, eine dicke Schwebfliege, mitnahm. Die Balz ist ein ganz besonderes Ritual zwischen den Bienenfressern. Das Männchen bringt seiner Angebeteten ein Brautgeschenk in Form einer fetten Wespe, Hummel, Biene oder Libelle. Bienenfresser schenken sich ihrem Namen gemäß am liebsten gestreifte Insekten. In dem konkreten Moment im Taita Hills Wildlife Sanctuary im Osten Kenias sitzt sie, das Weibchen, eine Weile neben bzw. hinter ihm und zeigt sich nicht auf Anhieb interessiert. Vielleicht wartet sie darauf als Braut, dass das Männchen ihr das Hochzeitsgeschenk noch einladender anbietet. Sie ziert sich, aber nimmt dann doch dankend das Brautgeschenk an. Die anschließende “Gegenleistung” habe ich nicht fotografieren können.

Bei dem Zwergspint handelt es sich wohl um die Unterart Merops pusillus cyanostictus. Die Unterart kommt im kenianischen Continue reading Zwergspinte und ein Brautgeschenk

Iberienzilpzalp auf Fuerteventura

IberienzilpzalpDer Kontrast zwischen der Kühle des Morgens und der wüstenhaften Trockenheit des Geländes kann nicht größer sein. Wir befinden uns auf einem Morgenausflug zur Landenge von Jandia. Plötzlich steht ein kleiner, olivbrauner Singvogel auf einer Trockenpflanze. Es ist ein Iberienzilpzalp (Phylloscopus ibericus).  Der Iberienzilpzalp ist hauptsächlich auf der Iberischen Halbinsel in Spanien und Portugal beheimatet. Er wandert jedoch im Herbst in den Süden. Dieser Zilpzalp ist heller, grüner auf dem Hinterteil und gelblicher als der „normale“ Zilpzalp (Phylloscopus collybita). Anfangs hieß der Iberienzilpzalp mit seinem lateinischen Namen Phylloscopus brehmii. Dann stellte sich aber heraus, dass der Typus dieses Taxons gar kein Iberienzilpzalp war. Diese Art ist ein Langstreckenmigrant, der jedes Jahr auf dem Rückweg von seinen Wintergebieten in Westafrika bis nach Deutschland kommt. So wurde z.B. in Zarrendorf bei Stralsund in der nordöstlichen Ecke Deutschlands im Mai 2012 ein solcher Vogel gefunden. Dies ist im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Irrgäste werden immer wieder – vor allem im Frühjahr – auch in anderen Teilen Deutschlands beobachtet.

Es war mir natürlich ein Vergnügen, einen Iberienzilpzalp im niedrigen Gestrüpp auf der sandigen Ebene auf der Landenge von Jandia in der südlichen Ecke von Fuerteventura / Kanarischen Inseln zu sehen. Zuerst dachte ich, ich hätte den Kanaren-Zilpzalp (Phylloscopus canariensis), den auf den Kanaren einheimischen Continue reading Iberienzilpzalp auf Fuerteventura

Malindi Pipit (Anthus melindae) in the Arabuke-Sokoke Forest/ Kenya

MalindipieperA Pipit takes flight as we approach the dry, low grassy area. Our Guide calls immediately: this is not Malindi Pipit (Anthus melindae) but an African Pipit (Anthus cinnamomeus). Already on the Sabaki River Delta we had searched for the Malindi Pipit in the sparsely vegetated grasslands in vain. Our Guide says that the previously highly populated plain has been abandoned because agriculture reduces available habitat. In the specific case on the Sabaki River Delta probably a salt production should be established. Politicians currently seem to be investing in salt production along the coast. This is of course a big threat. The areas for the salines, i.e. the evaporation areas, the technical facilities and the dikes will of course dramatically reduce the available habitat for this species. But the transformation of agriculture, including the cultivation of biofuels, is also a major threat. Overall, he sees a great threat to the survival of this species, at least in the vicinity of Malindi.

In the Arabuke Sokoke Forest, however, he was able to see the Malindi Pipit near the so-called elephant swamp. Because there is nowhere around but the only place to see the Pipit. The swamp is not bad at all. Nevertheless, Our Guide cannot feel comfortable in the area, because you never know when and if elephants would Continue reading Malindi Pipit (Anthus melindae) in the Arabuke-Sokoke Forest/ Kenya

Paarungsverhalten beim Halsbandwürger (Telophorus kupeensis)

HalsbandwürgerEin territoriales Paar des im englischen Serle’s Bushshrike oder Mount Kupe Bushshrike genannten Halsbandwürgers war – wie in einem vorherigen Blog beschrieben – bei einem Balzritual fotografiert worden.

Die Vögel waren dabei ziemlich niedrig im Waldinnern – schon fast im Unterholz –zu finden. Dazu überstiegen wir Lianen und umgestürzte Baumstämme und standen dann knapp unter der Oberkante eines Bergkamms.  Etwas weiter unterhalb am Abhang war ein Paar des Halsbandwürgers in nicht mehr als 1 Meter Höhe im nicht zu dichten, aber moos- und flechten bewachsenen Unterholz von Zeit zu Zeit zu sehen. Das Habitat entsprach dabei gut der Habitatbeschreibung “Primary forest with relatively open understorey, sometimes on steep hillsides; at 930–1550 m”, die im Handbook of the Birds of the World Alive. Lynx Editions, Barcelona zu finden ist.

Die beiden Vögel hatten sich offensichtlich einen besonderen Platz ausgesucht und führten den offensichtlich nur wenigen Ornithologen bekannten Tanz, ein Paarungsritual, auf. Im Verlauf dieses „Tanzes“ hüpfte ein Individuum des Halsbandwürgers minutenlang einen moosbewachsenen Ast im Unterholz hoch und sein Partner folgt ihm ebenfalls – rauhe Nasallauten ausstoßend. Dann wieder sprang einer der beiden den gleichen Ast in kleinen Abständen herunter und der andere folgt ihm auf den Fuß – bzw. in ca. einem halben Meter Entfernung. Natürlich ebenfalls laut rufend. Continue reading Paarungsverhalten beim Halsbandwürger (Telophorus kupeensis)

Photographing Wrynecks

WendehalsAn Eurasian Wryneck (Jynx torquilla) sitting open on a stone singing in the morning light is a really rare sighting. The obtrusive väh-wäh-wäh – calls can be heard from afar. The emitting bird remains hidden. In the second half of April, the powerful courtship calls of a bird, which is rarely seen, are often heard. The Eurasian Wryneck is to be heard.  Its voice is unmistakable. The Eurasian Wryneck prefers open landscape forms as a habitat. So its breeding ground in Europe can be found in orchards, parks and open, light forests. The Eurasian Wryneck spends the wintering season in Africa. At the end of March / beginning of April it returns to its breeding area. The Eurasian Wryneck quickly discovers a new breeding cave. The Eurasian Wryneck is grey-brown above, finely striped like a bark, below creamy yellow and has at the throat a grey-brown banded plumage. The Wryneck almost looks like a long-drawn sparrow. But the Wryneck can turn its head 90 degrees. This ability helped him to his name. Due to its camouflage color, it is particularly difficult to find it. But if it is in court in the spring, he mutates to the real screamer. Then the nasal calls of both sexes are hard to miss. During this time, the best options are to photograph different behaviors of this bird.

Since the Wryneck cannot make its own breeding caves, it is dependent on natural excavations in trees or on the caves of Continue reading Photographing Wrynecks

Sokoke-Eule im Arabuko-Sokoke Forest an Kenias Ostküste

SokokeeuleUnser lokaler Guide, David, verlässt uns mit Andeutungen. Es ist inzwischen unheimlich heiß. Mein Gott, was für ein Wetter. Jetzt stehen wir angeblich kurz vor der Sichtung der Sokokeeule (Otus ireneae), die im englischen Sokoke Scops-Owl genannt wird. Da können wir nicht einfach umkehren. Auch wenn es noch zu heiß ist. Und siehe da: David steht auf der Piste weiter unten und winkt. Er hat vielleicht den Tageseinstand der Sokokeeule gefunden. Wir laufen ihm hinterher über schmale Pfade in den niedrigen Wald mit vielen dünnen Bäumchen. Sicher eine Elefanten-Piste. Dann nach einigen 100 Metern geht es auf einen noch schmaleren Pfad und dann zeigt er an einem dürren Bäumchen hoch. Das Bäumchen wirkt schmächtig und ist auch gar nicht hoch. Wenn es knapp 4 Meter sind, ist es hoch. Es ist dürr und hat nur oben eine Andeutung einer Krone, die man nun wirklich nicht Kronendach nennen kann. Sie formt immerhin eine blätterlose Kugel aus. Wow, inmitten dieses „Altars“ aus Blättern steht eine graue Eule mit feinen schwarzen Streifen. Es ist ein Männchen der Sokokeeule. Ein super Vogel, den wir zum Glück mit dem Stativ super aufnehmen können. Echt eindrucksvoll. Wie klein und winzig die ist. Toll. Das Weibchen der Sokokeeule soll derweil auf den Eiern Continue reading Sokoke-Eule im Arabuko-Sokoke Forest an Kenias Ostküste

Atlantic Puffin on Hornöya in Norway

PapageitaucherA strong wind from the east drives the whitecaps over the sea. Even in spring, the wind lets the photographer freeze to the bone. The sky is overcast and the persistent strong wind whirls the sand up to the edge of the cliffs. First, it is a steep, narrow stairs to climb up to the lighthouse, which stands on a rock spur. When I get to the top, I find that many Atlantic Puffin (Fratercula arctica) duck into their nesting holes for protection from the wind. Atlantic Puffins are relatively small birds which stand its ground in a crowded bird colony by settling in self-dug burrows. These burrows are dug usually up to 4 feet below the surface. Like most other seabirds they are colonial breeders. Underground Puffins rear their offspring. With feet and beak a comfortable housing is created that is safe from attacks by larger birds as sea gulls. This does not seem to be a promising start for a photo session. I am crouching in a grassy hollow in the lee of the lighthouse and I already reproach myself that it was a stupid idea to drive to the small island and in the very end this trip would be a waste of time. Later, however, I am astonished to see an Atlantic Puffin rising in front of me and being lifted into the air by a Continue reading Atlantic Puffin on Hornöya in Norway

Stare im Apfelbaum

StarEin lautes Zwitschern ist selbst durch das geschlossene Autofenster zu hören. Dicht hängen schwarze Vögel mit leuchtendem Gefieder auf den Früchten in einem Obstgarten, der einige hochstämmige Apfelbäume aufweist. Es muß sich um einen Trupp handeln der in die Hunderte geht. Es sind Stare (Sturnus vulgaris), die sich auf ihren Nahrungsinvasionen hier mal kurz niedergelassen haben. Einige Stare balancieren auf den leuchtend roten Äpfeln und versuchen, ein Stück aus der harten Schale heraus zu picken. Andere stehen auf Zweigen und Ästen in den niedrigen Kronen der Apfelbäumen und warten, bis sie selber an der Reihe sind. Es ist ein Gewusel, dass es einem schwindelig werden kann. Doch plötzlich saust ein Sperber (Accipiter nisus) heran und der scheinbar unkoordinierte Trupp verschwindet mit einem lauten Rauschen.

Der niedere Fläming ist von weiten Ackerflächen geprägt. Sanft gewellte Hügel auf einer Höhe von ca. 100m NN ziehen sich bis zum Horizont. Nur vereinzelt ist eine Baumreihe oder ein Wäldchen in der Agrarsteppe zu entdecken. Einzel stehende Bäume auf den Feldern sind noch weniger. Auch die alten Streuobstwiesen sind längst aufgegeben. Nur an den Randlagen der kleinen Ortschaften findet man noch eine Vielzahl von Bäumen – meist Obstbäumen – und Sträuchern. Die Stare werden also so schnell keine Alternativen zu diesem Garten mit seinen Apfelbäumen finden.

Stare sind weit verbreitet und bei Gärtnern nicht immer beliebt. Wenn ein ganzer Schwarm dieser lebhaften Vögel in einen Continue reading Stare im Apfelbaum

Grauschnäpper: hungriges Junges lässt sich füttern

GrauschnäpperDie Brutzeit ist vorbei. Nun sammeln sich die Eltern mit ihren Jungen, um diese in das Geheimnis des Nahrungserwerbs einzuweihen. So jagt wohl ein ganzer Familienverband von Grauschnäppern (Muscicapa striata) immer wieder aus einem Eichenhain aus Stieleichen (Quercus robur) hinaus auf eine Pferdeweide. Besonders die Drähte der Weide wurden gerne als Warte genommen. Von den Jungen als Ruheplatz, von den Eltern als Beuteübergabeplatz. Die wohl noch nicht lange flügge gewordenen Jungen der Grauschnäpper lassen sich weniger durch die Streifen – die der lateinische Artzusatz „striata“ nahelegt – als vielmehr durch die hellen Tupfer auf dem ansonsten grauen Gefieder schon aus einiger Entfernung gut auszumachen. Die adulten Grauschnäpper fliegen immer wieder die Ruhewarten der Jungen an, um sie mit Nahrung zu versorgen. Bei einem fast 2-stündigen Shooting kann ich u.a. kleine Laufkäfer, Aaskäfer, Spinnen und Schnaken als Nahrung erkennen. In der Realität erfolgt die Beuteübergabe mit einer ziemlichen Geschwindigkeit. Außerdem stellt sich das Junge meist gierig und flügelschlagend vor den Elter, der dann auch prompt die Nahrung herauszurücken hat. Erst in der Momentaufnahme der Fotos erkennt man Einzelheiten – und dann auch die Art der übergebenen Nahrung. Nach der Nahrungsübergabe balancieren Jung und Alt noch eine Weile parallel zueinander auf dem Draht bevor es dann zum nächsten Jagdflug wieder losgeht. Die Jungen sind vielleicht nur faul – oder verwöhnt. Jedenfalls wechseln sie ihre Warte auch von Zeit zu Zeit und scheinen das Fliegen schon vollumfänglich gelernt zu haben. Auch die Pfosten der Weide werden als Sitzwarten gern gesehen.

Im Sommer machen sich die Vögel rar. Sie singen fast gar nicht mehr und einige Altvögel mausern nun in ihr Winterkleid. Die Jungen haben ebenfalls keinen Anlaß sich übermäßig zu exponieren. Trotzdem lohnt es sich auch im Sommer die Vielfalt der gefiederten Continue reading Grauschnäpper: hungriges Junges lässt sich füttern

Karmingimpel im Murnauer Moos

KarmingimpelAusgangspunkt unserer Wanderung ist der Parkplatz bei der Gaststätte “Ähndl“. Heute steht eine Rundwanderung im Murnauer Moos auf dem Programm. An einem kleinen Schilfstreifen sind bald aufgeregte, schwätzende, kräftige Laute zu hören. Da die Rufe sehr schnell vorgetragen werden und sie sich nicht wirklich entscheiden können, ob sie zu einem Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) oder einem Gelbspötter (Hippolais icterina) gehören sollen, wird schnell klar, dass hier ein Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) ganz ausgezeichnet andere Vögel imitiert. Im Gebüsch sind unzählige Gartengrasmücken (Sylvia borin) zu hören und gelegentlich auch zu sehen. Tatsächlich ist praktisch auf jedem Baum und jedem Busch mindestens eine Grasmücke zu sehen oder zu hören. Auch Fitisse (Phylloscopus trochilus) sind in kopfstarker Zahl in den Weichhölzern entlang des Schilfs unterwegs. Während wir von weiter weg auch den scharfen, weit tönenden Gesang eines Braunkehlchens (Saxicola rubetra) lauschen, hören wir plötzlich den markanten Ruf des Gimpels. Ein wunderschönes Männchen des Karmingimpels (Carpodacus erythrinus) ist schon nach kurzer Zeit auf einem niedrigen Schwarz-Erlenstrauch (Alnus glutinosa) zu sehen.

In der Ferne sind immer wieder Braunkehlchen zu sehen, die im Prachtkleid auf einzelnen Halmen ihren Gesang vorgetragen haben.  Neben den Braunkehlchen sind auf den Rohrhalmen die Männchen der Rohrammer (Emberiza schoeniclus) zu sehen und zu hören.

Die gelben Unterseiten der Schafstelze (Motacilla flava) sind immer wieder schön zu sehen, wenn sie im bogenförmigen Flug über die Continue reading Karmingimpel im Murnauer Moos

Anhingas in Florida

Amerikanischer SchlangenhalsvogelThe ditch along the visitor’s trail is teeming with fish. Suddenly a sharp, dart-like beak emerges out of the water right in front of us. It is followed by a long piece of neck. Like a snake, Anhingas – the snakebird – (Anhinga anhinga) glides silently through the water. Its water-permeable plumage reduces the buoyancy that occurs during diving and suppresses any rippling. For a while we see the slender bird body still sliding underneath us through the fairly clear water. Now it’s time to take care. Far more spectacular than Cormorants (Phalacrocorax carbo) they fish under water. Anhingas use their pointed beak like a harpoon. The long neck, which is bent back in an S-shape before being impacted works like a taut feather and allows lightning-fast fishing under water. The Anhinga Trail in Florida’s Everglades offers ideal conditions to observe these black fish hunters. They harpoon the fish by piercing it with their closed beak. Continue reading Anhingas in Florida

Feldmerkmale des Buschrohrsängers

BuschrohrsängerEine mitteleuropäische Entdeckung eines Buschrohrsängers (Acrocephalus dumetorum) im Feld erfolgt erstaunlich selten – wenn man sieht, wie nah die westliche Verbreitungsgrenze dieser Art ist. Über die Beobachtung eines Buschrohrsängers im Matsalu National Park in Estland hatte bird-lens.com ja bereits berichtet. Es wird wohl an der Ähnlichkeit mit den beiden heimischen Rohrsängerarten, Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) und Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) liegen. So sind Meldungen wie die in ornitho.de vom 1. Oktober 2017 („..Bestimmung nachträglich anhand von Bildern. Bei Nachsuche am 22.10. von mir nicht mehr wiedergefunden.“) auch nicht verwunderlich.

Hinzu kommt, daß der Vogel nicht so eindeutig singt, auch ein guter Imitator ist, daß man auf Anhieb an einen Buschrohrsänger. Die Meldung in ornitho.de vom Donnerstag, 22. Juni 2017 ist da symptomatisch. Ein Buschrohrsänger in Bielefeld sang mehrmals kurz, Teile erinnern an Sumpfrohrsänger, Teile an Gelbspötter. Man grenzte die Artbestimmung dann über den Lebensraum (Hecken/Bäume in einem bebauten Gebiet) ein. Man hat also nicht nur die Rohrsänger, vor allem den Sumpfrohrsänger, sondern auch noch Gelbspötter (Hippolais icterina) oder sogar Orpheusspötter (Hippolais polyglotta) auseinander zu halten. Erstaunlich – oder auch nicht – hoch ist der Prozentsatz an Fängen, so u.a. im Fanggarten Continue reading Feldmerkmale des Buschrohrsängers

Whimbrel in Ponta Delgada Port on São Miguel

RegenbrachvogelPonta Delgada Port on São Miguel, the biggest island of the Azores, is a busy place. This is true also in terms of foreign tourists and local visitors. Beautiful is the view from the pier from one of the sidewalk cafes. On first sight, it is a surprise that a wader comes very close even to busy tourist infrastructure. But the Whimbrel (Numenius phaeopus) is searching for food on the rocks of the wavebreakers. The Whimbrel is a regular migrating bird on the Azores, which can be observed on all the islands of the Azores at any time of the year. The Whimbrel is one of the largest waders that occur in the archipelago. Something smaller than the Eurasian Curlew (Numenius arquata), the bird has shorter legs, as well as a shorter, less decurved bill. Anyway the bill recedes still visibly down. The general tone of the plumage is brown, the belly is whitish. The most obvious character is it well-marked eyebrow (by comparison with the Eurasian Curlew, a bird with Continue reading Whimbrel in Ponta Delgada Port on São Miguel

Irrgäste auf Bird Island/ Seychellen

KurzzehenlercheMit ohrenbetäubenden Schreien segeln Rußseeschwalben (Sterna fuscota) Tag und Nacht über der Lichtung des Palmenwaldes. Nicht nur für die Massen an Rußseeschwalben oder die Sichtung der wunderschönen Reiherläufer (Dromas ardeola) machten den Trip auf die Seychellen zu einem großen Erfolg.

Es war für die  Beobachtung der Zugvögel – und damit für die „selteneren“ Arten der Inselkette – genau die richtige Zeit; vor allem auf Bird Island. So waren neben den Vagrants ja vor allem die vielen Limikolenarten gut vertreten. Zu den Vagrants bzw. den westpaläarktischen Migranten schrieb ich Adrian Skerrett vom lokalen, den Seychelles Bird Records Committee. Er ist begeistert von meinen Meldungen und schreibt auf der Seite des Seychelles Bird Records Committee, daß ich bei meinem Besuch auf den Seychellen Ende Oktober bis Anfang November einen Einfall von Seltenheiten auf Bird Island zu berichten gehabt hätte. Zu nennen sei die Kurzzehenlerche (Calandrella brachydactyla) (4 SBRC record), Orientbrachschwalbe (Glareola maldivarum) (16 bisherige Rekorde von SBRC akzeptiert), Pirol (Oriolus oriolus), (19 SBRC records), Uferschwalbe (Riparia riparia), (25 SBRC records – was mich ehrlich bei diesem Weitstreckerzieher doch verwundert), Grauschnäpper (Muscicapa striata), (35 SBRC records) und die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) – eine jährlich durchziehender Vogel in geringen Stückzahlen). Schade, dass ich eine eigentlich zu erwartende endemische Art wie den Seychelles Kestrel nicht auf Mahe angetroffen haben. Meine Life List konnte ich immerhin um 22 weitere Vogelarten (neben den Endemiten eben auch Keilschwanz-Sturmtaucher (Puffinus pacificus), Audubonsturmtaucher (Puffinus lherminieri),  Rotschwanz-Tropikvogel (Phaethon rubricauda), Continue reading Irrgäste auf Bird Island/ Seychellen

Weissrückenspecht im Murnauer Moos

WeissrückenspechtHeute steht eine Wanderung zum  Galthüttenfilz im westlichen Murnauer Moos an. Ich starte vom Parkplatz in Grafenaschau und laufe erstmal nur nach Osten.

Der Weg führt an Schlenken im Unteren Galthüttenfilz oder auch Hohenboigenmoos vorbei. Vom ehemaligen Hohenboigensee, der in der Karten noch mit einer Länge von 200 m verzeichnet ist, kündet heute nur noch ein kleiner Tümpel. Der See verschwand nach der in den 30er Jahren erfolgten Verlegung und Kanalisierung des Lindenbaches. Ansonsten sind hier im Westteil des Hohenboigenmooses nur Spirken und Latschen zu sehen. Nicht weit grüßt der Bergrücken des Wiesmahdköchel.

Von einem Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos) – oder überhaupt von Spechten – ist aber weit und breit nichts zu sehen. Es ist auch nicht die richtige Jahreszeit. Die beste Zeit ist der April. Dann trommeln sie intensiv und markieren ihr Revier.

Plötzlich höre ich ein länger anhaltendes Trommeln. Eindeutig ein Specht. Und wohl zu lang, um zu einem Buntspecht (Dendrocopos major) zu gehören. Es könnte natürlich noch ein trommelnder Grauspecht (Picus canus) sein.

Eine wissenschaftliche Untersuchung u.a. zur Totholzausstattung Continue reading Weissrückenspecht im Murnauer Moos

Junge Zwergdommel an Linumer Teichen

ZwergdommelNach vermehrten Sichtungen an den Vortagen (bis > 7 Ex.) konnte eine junge Zwergdommel (Ixobrychus minutus) an den Linumer Teichen aus der südlichen Hütte heraus gesichtet werden. Schön waren die Reste des Flaumes auf dem Kopf zu sehen. Das juvenile Exemplar stand ganz nah an der Hütte. Regungslos sichernd stand sie zwischen abgeschnittenen, kurzen Schilfhalmen im unmittelbar seicht überschwemmten Uferbereich. Zwergdommeln sind klein. Doch so, wie sie am Uferrand zwischen den hoch aufstrebenden Wasserröhricht stand, erschien sie doch geradezu winzig. Die Zwergdommel stand bei einem Kurzbesuch in einer der 2 Hütten in dem für Besuchern offenen Bereich des ausgedehnten Teichgebiets direkt am Schilfrand. Sie sicherte, eher neugierig als furchtsam, verschwand dann und kam nach einer Weile erneut heraus. Das Bild des Blogs zeigt, wie sie den Kopf hob und damit nicht mehr komplett bzw. teilweise von störenden Schilfstengeln verdeckt war. Nach wenigen Minuten dreht sie sich um und verschwand im dichten Schilf ohne danach für gut 1 Stunden noch einmal gesehen zu werden. Nur eine Ringelnatter (Natrix natrix) machte den Schilfbereich vor der Beobachtungshütte unsicher. Weitere Vögel konnten in dem vor kurzem geschnittenen, gut überstauten Uferbereich nicht gesichtet werden.

Die Linumer Teiche bei Fehrbellin scheinen in diesem Jahr ein sehr gutes Rast- wenn nicht sogar (worauf die junge Zwergdommel deuten könnte) Brutgebiet zu sein. So wurden u.a. am Samstag, 15. September 2018 mindestens 7 Zwergdommeln schon bei einbrechender Dämmerung kurz vor 20:00 durch Flugrufe verhört. Continue reading Junge Zwergdommel an Linumer Teichen

Canon EOS 5DSR, ein Praxisbericht

Es ist noch nicht lange her, dass die Ansicht diskutiert wurde, dass niemand mehr als 12 Megapixel benötigen würde. Doch nachdem Nikon das Rennen um die Megapixel mit der D800 neu belebt hat, scheinen Pixel wieder ein Verkaufsargument zu sein. Mit dem aktuellen Vollformat-DSLR-Megapixel-Champion, der Canon EOS 5Ds, habe ich nun gut 1,5 Jahre Zeit verbracht. Das erlaubt, einige Erfahrungen in einem Blog zum Besten zu geben.

Die Frage ist natürlich, warum ein überzeugter und zufriedener Canon EOS 1D X – User eigentlich noch eine weitere Kamera. Es ist so, dass mich die Canon EOS 1D X fast immer voll überzeugte, aber eben auch nur fast immer. Insbesondere der laute Silent-Mode war für einige Anwendungen einfach zu laut. Als Vogelfotograf habe ich mich auf das Ablichten möglichst vieler Vogelarten für wissenschaftliche Zwecke spezialisiert. Weiterhin fiel mir ein, daß ich vor den Fotosessions viel in den unterschiedlichsten Weltgegenden unterwegs bin, im Gebirge auf 2.500m NN oder im Regenwald. Das Gewicht der Gesamtkombination spielt also eine große Rolle. Eine Canon EOS 1D X sind schwere, solide Apparate. Das weiß man oft zu schätzen. Es gibt aber auch Anwendungen, da braucht man was „Leichtes“. Das betrifft sowohl das Handling als auch das Gewicht im Rucksack auf dem Rücken. Diese Argumente allein führten zum Entschluss eine Canon EOS 5D Mark III zu kaufen. Und dann kam noch das Megapixel-Argument. Mehr als doppelt so viel Pixel wie an der Canon EOS 1D X sollten diese Continue reading Canon EOS 5DSR, ein Praxisbericht

Gelbbrauen-Laubsänger: Irrgast wegen Fehlorientierung in großen Kreisen?

Gelbbrauen-LaubsängerGelbbrauen-Laubsänger (Phylloscopus inornatus) werden zunehmend im im westlichen Europa gemeldet. Dazu paßt auch die Meldung vom Oktober 2016 nördlich von Potsdam. Die allgemeine Zunahme der Beobachtungen im westlichen Europa in den letzten Jahren wird sehr deutlich aus Angaben aus Großbritannien, dass die Art mittlerweile dort in manchen Gegenden in einigen Phasen des Herbstes der häufigste „Warbler“ sei. Auch auf Helgoland ist dieser „Irrgast“ im Oktober nicht selten.

Beim Gelbbrauen-Laubsänger handelt es sich um einen typischen kleinen Laubsänger mit feinem, spitzem Schnabel und relativ kurzem Schwanz. Vom Aussehen her ähnelt dieser Phylloscopus-Laubsänger einem Goldhähnchen (am ehesten einem Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla)). Je nachdem wie er sich positioniert, wirkt er nicht zierlicher als der heimische Zilpzalp (Phylloscopus collybita), obwohl seine Körperlänge um acht Millimeter kürzer ist. Die Oberseite ist olivgrün mit etwas hellerem Bürzel und Oberschwanzdecken. Zwei deutliche, aber unterschiedlich intensiv ausgeprägte Flügelbinden, die von den hellen Säumen der Armdecken hervorgerufen wurden, sind meist das auffälligste Merkmal. Der Oberkopf ist dunkelgrün mit sehr schwach angedeutetem hellerem Scheitelstreif. Namensgebend ist der grün-gelbe Überaugenstreif. Dieser Überaugenstreif reicht recht weit nach hinten und wird nach unten durch einen schwarzen Continue reading Gelbbrauen-Laubsänger: Irrgast wegen Fehlorientierung in großen Kreisen?

Keilschwanzammern auf Beutejagd an Termitenhaufen

KeilschwanzammerDicke Wolken hängen am Himmel. Es ist unangenehm schwül. Die ersten dicken Tropfen fallen auf die staubverkrustete Windschutzscheibe. Als wir den Eingang zur Fazenda passieren, muß ich doch mal an einem Termitenhaufen halten. Den dunkelbraunen Termitenhügel umgibt eine Wolke aus ziemlich dicken, weißlichen Insekten. 4 weiße Flügel und ein dicker weißer Körper schwirren um den Kegel des Hügels. Weitere Exemplare befinden sich am Fuß des Termitenhaufens. Termiten scheinen aus ihren Löchern zu schlüpfen, um den Hochzeitsflug einzuleiten. Die ersten Regentropfen haben sich als Katalysator, als Startschuß herausgestellt. Im einsetzenden Regen haben sich dann dort auch schnell die ersten Profiteure des Geschehens eingestellt. So sehe ich, daß sich eine Keilschwanzammer (Emberizoides herbicola) eingefunden hat, um sich an den ausfliegenden Termiten zu laben. Zuerst sehe ich eine der Keilschwanzammern, die auf der Spitze des Termitenhügels Platz nimmt und beherzt eine besonders dicke Termite an ihrem Körper packt. Wenig später ist die nächste Keilschwanzammer neben ihr zu sehen. Diese Keilschwanzammer hat nur einen kurzen – wohl abgebrochenen Schwanz – was ihrem Appetit aber augenscheinlich keinen Abbruch tut. Ich glaube, das Continue reading Keilschwanzammern auf Beutejagd an Termitenhaufen

Steppenweihen auf dem Zug

Spektakuläre Zahlen von Steppenweihen (Circus macrourus) und Rotfußfalken (Falco vespertinus) sind Anfang September an den Hauptdurchzugs-Orten zu erwarten. Diese Vögel sollten nun wieder an der rumänischen Schwarzmeerküste nördlich von Constanta in kopfstarken Trupp zu finden sein. Vor allem die dünn besiedelte Gegend um das Dorf Vadu mit ihren Stranddünen kann an manchen Tagen voll  mit Zugvögeln sein. Südlich des Donaudeltas erstreckt sich eine breite sandige Küstenlinie mit flachen Lagunen. Dies ist ein Teil der rumänischen Schwarzmeerküste. Das Gebiet der Dobrudja mit seinen weiter westlich gelegenen Steppenhabitaten ist eher im Frühjahr und Sommeranfang sehr produktiv. September ist die Migrationszeit für Rumänien im Herbst überhaupt; so dass eine gute Artenvielfalt gesehen werden kann. Viele der Vogelarten kommen in einer beträchtlichen Anzahl vor; das gilt insbesondere für Greifvögel. Man sieht aber auch Watvögel, Möwen, Reiher, Pelikane und Singvögel. Die Küste ist dafür ideal.

Aber auch in Deutschland ist es wichtig, bei Zugvogelbeobachtungen die Augen offen zu halten. Bei einer Sichtung einer Steppenweihe kann man zuerst an eine Wiesenweihe (Circus pygargus) denken. Auch andere Greife sind vom Flugbild auf Continue reading Steppenweihen auf dem Zug

Photographing flying Short-eared Owls

It is already some years ago, that I spent Christmas and New Year days at the coast of the Netherlands. Here I had my first sighting of a flying Short-eared Owls (Asio flammeus) in 2008.  It was my second encounter, after one individual of a Short-eared Owl I witnessed sitting in the sandy grass of the coast near Wilhelmshaven in northern Germany. Of course I wanted to photograph this beautiful and rare owl as well.

At my next visit to this area in December 2009 I was lucky enough to see 3 different Short-eared Owls at one spot in action. In the late afternoon this birds start to get active and fly over the polders in this area looking for prey. It is really a fascinating view to see this beautiful birds flying over the fields and then abruptly changing direction to catch their prey, mainly mice, on the ground.

Then in January the next year I went to Zeeland again. I had not made these images I wanted to take of these birds. I hoped that the Continue reading Photographing flying Short-eared Owls

Gelbkehl-Feinsänger auf dem Zomba Plateau/ Malawi

Gelbkehl-FeinsängerZuerst ist nur das farbige – wie ich meine gelbe – Auge zu sehen. Dann fallen auch die kanariengelbe Brust und das olivgrüne Gefieder auf. Erst zu Hause kann ich den Vogel als eine Yellow-throated Apalis oder auf Deutsch Gelbkehl-Feinsänger (Apalis flavigularis) bestimmen. In der älteren Bestimmungsliteratur wird diese Art noch als flavigularis – Subspezies der Bar-throated Apalis (Apalis thoracica) benannt. Na, super, das ist nämlich auch ein very-restricted range-Species.

Die Fahrt in Serpentinen im ersten Morgenlicht ist geschafft. Dann geht es weiter an der Trout Farm vorbei hoch den Dirt Track zum William´s Fall. Ein echter Traum dieser Wasserfall im schönsten Sommerlicht. An den Rändern steht sehr schöner Galeriewald. Leider ist diese wunderschöne Stelle nicht nur von Vögeln sehr gut besucht. Die Touris scheinen hier am Wochenende durchaus einzufallen, wie man anhand der vielen Verpackungsreste sehen kann. Immerhin kann ich aber einige Langschwanzstelzen (Motacilla clara) und einen Sternrötel (Pogonocichla stellata), der interessanterweise ganz ungeschützt auf einem blättrigen, staubigen Boden auf Nahrungssuche ist, sehen. Ich laufe dann mal den steilen Weg durch eine Kiefern-Plantage herunter zum Fluß und folge einem traumhaften, wenn auch steilen Weg, am tosenden Wild-Bach entlang mit sehr schöner Ufervegetation. Die Bäume entsprechen wohl weitgehend der urtümlichen Vegetationszusammensetzung. Die Bäume sind sicher auch voll mit Vögeln. Das Dumme ist nur, daß man sie nicht hört, da das Rauschen des Wassers alles übertönt. Hey, das sind doch die berühmten Weißschwanzhaubenschnäpper Continue reading Gelbkehl-Feinsänger auf dem Zomba Plateau/ Malawi

Uhus in Taunus-Steinbrüchen

UhuDer Einstellung der Jagd und Auswilderungs- und Ansiedlungsaktionen in den letzten Jahrzehnten ist es zu verdanken, dass der Taunus heute zu einem der am dichtesten mit Uhus (Bubo bubo) besiedelten Regionen in Deutschland gehört. Oft liegen die Steinbrüche, die von den großen Nachtjägern bewohnt werden, nur wenige Kilometer auseinander. Dabei besiedeln die Eulen nicht nur die großen aufgelassenen Abbaugebiete, sondern auch kleine, längst überwucherte Steinbrüche und sogar aktive Abbaugebiete, in denen unmittelbar an der Brutwand gearbeitet wird. Der eigentliche Brutplatz ist bei den Uhus meist nicht viel mehr als eine Mulde unter einem Überhang, der wenigstens etwas vor Regen schützt. Die Mulde ist praktisch nicht ausgepolstert und auch kaum von Steinen freigeräumt. Sobald die Junguhus schlüpfen, verdreckt die Mulde durch Nahrungs- und Kotreste zusehends. In Steinbrüchen sieht man die Spuren der Uhus gar  nicht selten an den Resten von Rupfungen und an Kotspritzern – insbesondere an Abbruchkanten. Reste von Rupfungen können von Igeldecken, halbe Tauben, Taubenfedern, Krähenfedern, Waldkauzfedern bis zu ausgewaschenem Gewölle reichen.

Nach einigen Wochen ist der Platz übersät mit Dreck, Rupfungsresten und Ungeziefer, so dass man das Nest schon aus einigen Metern Entfernung eher riecht als sieht. Werden die Jungvögel in den ersten Wochen noch ständig von den Eltern gewärmt, kommen die Alttiere später nur noch vorbei, um die Beute abzuliefern und sich anschließend irgendwo in die Felswand oder Continue reading Uhus in Taunus-Steinbrüchen

Abgebrannt: Pelzelnnachtschwalbe in Grassteppe

PelzelnnachtschwalbeAngesichts der Waldbrände im Süden Brandenburgs mit vielen Hundert Feuerwehrleuten im Einsatz mag es makaber erscheinen, dass Feuer für viele Vögel unabdingbar ist, um weiterhin in ihrem angestammten Habitat leben zu können. Einer dieser Vögel ist die Pelzelnnachtschwalbe – auch Weißflügel-Nachtschwärmer genannt – (Caprimulgus candicans), die in abgebrannten Teilen der Savanne auf dem Plateau im Bundesstaat Goias in Brasilien vorkommt.

Die Pelzelnnachtschwalbe ist eine seltene, wenig bekannte und bedrohte Art. Sie ist immer wieder Anlaß taxonomischer Diskussionen und ist auch unter dem Gattungsnamen Eleothreptus candicans und Hydropsalis candicans zu finden.  Wissenschaftler hatten im November 1997 eine männliche Pelzelnnachtschwalbe im Emas-Nationalpark im Bundesstaat Goiás gefunden. Das Exemplar befand sich auf einem Termitenhügel in einem kürzlich verbrannten Gebiet mit trockener Vegetation. Es wurde damals schon festgestellt, dass sich diese Nachtschwalbe sich auf verbrannte Gebiete zu spezialisieren schien. Eine Erklärung ist, dass im Zuge der Regenerierung verbrannter Vegetation ein hoher Überfluss an Insekten einstellt. Wissenschaftler empfehlen daher kontrollierte Verbrennungen, um nicht nur die Pelzelnnachtschwalbe, sondern auch Populationen anderer Tiere im Savannenhabitat des Das Emas-Nationalpark zu begünstigen.

Diese Nachtschwalbe ist eine relativ kleine Nachtschwalbe mit einem bemerkenswert ausgeprägten sexuellen Dimorphismus. Die Nachtschwalbe ist ein Bewohner der offenen Savannen Zentral-Südamerikas. Das extensive Weiß in den Flügeln und im Schwanz Continue reading Abgebrannt: Pelzelnnachtschwalbe in Grassteppe

A gourmet among woodpeckers: a Wryneck in Estonia

WendehalsHi-pitched callings are coming out of nowhere. Even the direction is not clear. In the poor light of the dawn I see a bird in flight. First I think of a Barred Warbler (Sylvia nisoria) or maybe a small female shrike like a Red-backed Shrike (Lanius collurio). Suddenly a Eurasian Wryneck (Jynx torquilla) hops around the woodland floor in search of a new anthill. It moves clumsily on flat ground, with its tail raised. With a few hammer blows from its bill, the wryneck breaks into the ants nest. Ants swarm out, but they do not have a chance. The Wryneck can hold 150 ants in its throat at any one time.

Afterwards the Wryneck flies to an oak tree, gripping the rough bark with its strong feet. It looks in holes in the bark for grubs and food items. The Eurasian Wryneck detects the tiny sound of a beetle moving behind the bark, and swiftly inserts its long tongue to catch the insect. The bird´s sharp, chisel-tipped bill enables it to smash into anthills. Specially adapted salivary glands keep its tongue sticky, so it can pick up ants with a flicking action. The tongue is also long Continue reading A gourmet among woodpeckers: a Wryneck in Estonia

Grauschnäpper und Gartenrotschwanz in Eichenhain am Waldrand

GartenrotschwanzEin niedriger Hain mit Stieleichen (Quercus robur), der über und über mit seinen Früchten, mit nicht ganz reifen Eicheln behangen schien, war an diesem warmen, aber bedeckten August-Sommertag der Anziehungspunkt für eine Vielzahl von Vögeln. Hier konnten 10 verschiedene Singvogelarten beobachtet werden. So jagte ein Familienverband von Grauschnäppern (Muscicapa striata) immer wieder aus dem Eichenhain und dem dahinter stehenden Kiefernwald hinaus auf eine Pferdeweide. Auch die Pfosten der Weide waren gern gesehene Jagdwarten. Am Waldrand fiel wenig später auch ein junger Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) auf. Dafür daß der Gartenrotschwanz in der Minderzahl war, konnte er sich gegenüber den Grauschäppern (sicher mind. 8 Exemplare) ganz gut durchsetzen. Trotzdem war die Konkurrenz – auch intraspezifisch – um die beste Jagdwarte unverkennbar. Immer wieder gab es Verfolgungsjagden, die in der Mehrzahl Artgenossen galt, ansonsten aber auch schon mal eine andere Vogelart betrag. Ein adulter und ein junger Pirol (Oriolus oriolus) stellten sich dann auch ein. Im hinteren Bereich waren es Buchfinken (Fringilla coelebs) und ein junger Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes), die sich zwischen Continue reading Grauschnäpper und Gartenrotschwanz in Eichenhain am Waldrand

Lammergeier at Mount Olymp/ Macedonia

BartgeierThe rush of wind through feathers is the only sound to break the silence as a huge bird glided by just a few meters from a crack high in the mountains around Mount Olymp. A Lammergeier or Bearded Vulture (Gypaetus barbatus) soars above the mountains, scavenging for a meal. It is the only species of bird that cracks open bones to feast on the marrow inside. Lammergeiers are able lifting large carcasses to great heights. Then they drop them onto the rocks below to break up the bones and access the marrow. Smaller bones are swallowed whole.

Like other mountainous areas of Greece, Mt Olympus has a fine selection of raptors and these include Egyptian Vulture (Neophron percnopterus), Eurasian Griffon (Gyps fulvus), Cinereous Vulture or Eurasian Black Vulture (Aegypius monachus), Short-toed Eagle (Circaetus gallicus), Levant Sparrowhawk (Accipiter brevipes), Golden Eagle (Aquila chrysaetos)  and Lanner Falcon (Falco biarmicus). A national park in the eastern part of the Olympus Mountains of northern Thessaly includes some of the most dramatic scenery in the whole of Greece and is popular with hikers as well as birders. Lammergeiers were regularly seen until a few years ago and they were thought to be no longer permanently resident in the area.

But this year, an adult Lammergeier has been seen and photographed on the 6th April in Mt. Olympus by Thomas Nikolopoulos. The Lammergeier in flight appeared with a Golden Eagle on the grey sky.  This is the first observation of an adult plumage bearded vulture since several years.

Two years ago, though, a 2nd-3rd calendar year bird was observed. Lammergeiers do occur in Crete, where the population is stable, at around 7 pairs. In the Alps the population has been increasing Continue reading Lammergeier at Mount Olymp/ Macedonia

Expedition zum Mount Kupé Bushshrike – Equipment & Logistik

Bei einer Expedition zu dem  – im englischen als Serle’s Bushshrike oder Mount Kupe Bushshrike bezeichneten – Halsbandwürger (Telophorus kupeensis)  war ich in den Bakossi Mountains sehr erfolgreich gewesen. Nach einem erfolglosen ersten Tag hatte ich zusammen mit den unverzichtbaren Guides am Ende des 2. Tages dann insgesamt 7 Individuen des Halsbandwürgers  „encountered“; davon 4 Sichtungen und 3 weitere Exemplare, die an anderer Stelle nur gehört wurden.

Die Bakossi Mountains sind  Teil der sogenannten Cameroon Mountain Arc im westlichen Landesbereich Kameruns. Hier herrscht eine Afrotropische Bergvegetation vor. Neben dem Halsbandwürger kommen als weitere endemische Arten u.a. das Kamerunfrankolin (Francolinus camerunensis) und Bannermanturako (Tauraco bannermani) vor

Insgesamt verbrachte ich an der im Blog zum Halsbandwürger-Paarungsritual beschriebenen Stelle an einem Bergkamm knapp 15 Minuten und schieße anfangs mit dem Canon EF 400mm 1:2.8 L IS II USM auf einem Gitzo-Stativ. Die häufigen Standortwechsel des Halsbandwürgers zusammen mit dem unerwartet niedrigen Standort des Vogels lassen mich dann zum Canon EF 200mm f/2L IS USM an der Canon EOS 5DS R wechseln. Trotz Belichtungszeiten mit 1/160 sec. später auch mit 1/80 sec. ermöglichte der vorzügliche Continue reading Expedition zum Mount Kupé Bushshrike – Equipment & Logistik

Grünlaubsänger im Old-Growth-Forest von Oandu

GrünlaubsängerToller Taigawald ist hier nahe dem Örtchen Oandu im Lahemaa Nationalpark im Norden Estlands erhalten geblieben. Ein sogenannter Old-Growth-Forest-Trail verläuft zwischen uralten Laub- und Nadelbäumen. Immer wieder wird der Pfad über Bohlen geführt. Der Trail ist ein Waldlehrpfad. Verschiedene Info-Tafeln informieren über den alten Taigawald, seine Flora und Fauna. Im Verlauf der kleinen Wanderung konnten wir schon einige typische Bewohner dieses sich weit westlich ausbreitenden Taigawaldes entdecken. Aber dann an einem der Hinweisschilder des Lehrpfads. Ein Gesang, laubsängerhaft und doch weder Fitis (Phylloscopus trochilus) noch Zilpzalp (Phylloscopus collybita). Der Hinweis von einem entgegenkommenden Vogelbeobachter stimmt also: an einem der letzten Info-Tafeln des Weges singt tatsächlich ein Grünlaubsänger (Phylloscopus trochiloides). Laut schmettert er seine Strophen in den Taiga-Himmel. Zu sehen ist aber erstmal nichts. Die Singwarte befindet Continue reading Grünlaubsänger im Old-Growth-Forest von Oandu

Common Swift and Northern House-Martin: a bad year in Germany?

MehlschwalbeYou could read in May several times in the media that there were fewer Common Swifts (Apus apus) and Northern House-Martins (Delichon urbica) this year than in previous years. For example, a conservation organization reported on the results of the “Stunde der Gartenvogel”, which is equivalent  the RSPB Big Garden Birdwatch number of these fast-flying insectivores declined by 40% less compared to 2006, when the first garden birds count (Stunde der Gartenvogel) was heralded.

But is it possible to deduce the extent of the loss of insect-eating birds from a momentary impression?

Meanwhile, both species are already longer in the country and the breeding season is almost over. Thus, the number of Common Swift has already passed its zenith again and since the beginning of August, no adult or this year’s specimens are present at some colonies in Brandenburg. House-Martins will be still present for several weeks but have bred already as well.

Thus, there are now good preconditions for answering the question Continue reading Common Swift and Northern House-Martin: a bad year in Germany?

Influx of Rosy Starlings in Middle Europe

RosenstarRosy Starlings (Pastor roseus) are sociable and partly nomadic breeding birds of the steppes and semi-deserts of Central Asia and Southeastern Europe. Westward thrusts are usually associated with the mass propagation of grasshoppers. In Germany, Rosy Starlings are rare vagrants with few records per year, which usually affect rather inconspicuous pale-colored juveniles. At the moment, however, the chances of observing an attractive adult bird in partly breeding plumage are as good as virtually never before.

Currently there is a strong influx of Rosy Starlings. In the past two weeks, an unusually large number of adult Rosy Starlings have been found far to the west of their regular breeding grounds. Hundreds Continue reading Influx of Rosy Starlings in Middle Europe

Sandy beaches on Sylt

KnuttBar-tailed Godwits (Limosa lapponica), Eurasian Curlews (Numenius arquata), Spotted Redshanks (Tringa erythropus), Curlew Sandpiper (Calidris ferruginea) and – maybe – even one Terek Sandpiper (Xenus cinereus) in the backlight of the evening.  Some flocks of waders are flying in. Evening mood at the Lister Ellenbogen (elbow). You might think you are alone in the world.

North of the “Kampener Vogelkoje” begins the nearly thirteen square kilometer Listland dune area. The area reaching up to the Ellenbogen nature reserve is well known by the up to 35 meters high raised dunes. They are undoubtedly one of the scenic highlights of Sylt. Part of Listland is the northernmost recreational area in Germany: the Ellenbogen. This spot is characterized by beautiful beaches, natural dunes and the two photogenic beacons ” Ellenbogen West” and ” Ellenbogen East.” Since the elbow is a private property of Listland owners, the motorist has to pay a fee of about four euros when passing In the early morning, landscape photographs can be made well with the flat incident light, then the photographic equipment should already be set up, so that at the time of sunrise you are prepared. The early wake up will be rewarded with beautiful shots in excellent light and overall stress-free photography.

The island of Sylt in the north-western corner of Germany offers not only luxury vacationers but also nature photographers a lot of variety. The Wadden Sea, with its numerous bird species, wide Continue reading Sandy beaches on Sylt

Bird Island, die Vogelinsel der Seychellen

Auf Bird Island gibt es nur ein Touristencamp mit zwei Dutzend kleinen Bungalows, die unter maximaler Berücksichtigung des Naturschutzes verwaltet werden. Ziel ist es, das Zusammenleben von Touristen und den gefiederten Gästen der Insel, u.a. nämlich  Millionen von Rußseeschwalben, zu ermöglichen. Wenige Stunden auf der Insel reichen aus, um zu begreifen, dass hier die Vögel die wahren Hausherren sind. Ohne Scheu bleiben Noddiseeschwalben (Anous stolidus) auf dem abgebrochenen Stumpf einer Palme sitzen. Fast können wir sie mit den Händen anfassen. Überall treffen wir diese schokoladenbraunen Seeschwalben an. Sie sitzen auf den langen Rispenblättern der Kokospalmen oder dösen in der Mittagshitze in großen Gruppen am Sandstrand. Einige haben sich in den Schatten auf unserer Veranda zurückgezogen. Noddi-Seeschwalben nähern sich auch von selbst den Bungalows, völlig gleichgültig gegenüber der Präsenz des Menschen. Feenseeschwalben (Gygis alba) nisten auf der Insel und es ist nicht schwierig, einige Individuen beim Füttern der Jungen auf den nahe gelegenen Bäumen des Camps zu beobachten. Auf der Insel sind etwa zwanzig Vogelarten präsent, aber es sind die Rußseeschwalben (Sterna fuscata), die Bird Island einzigartig auf der Welt machen: von Mai bis Oktober nisten Millionen dieser Vögel auf der Insel.

Es ist schwer, die Erlaubnis zu erhalten, das Kerngebiet der Kolonie zu besuchen. Doch auch schon aus den Randbezirken, dort wo Spazierwege von und zum weiten Sandstrand führen, ist die Continue reading Bird Island, die Vogelinsel der Seychellen

Blyth’s Reed-Warbler at Matsalu Bay/ Estonia

BuschrohrsängerI am standing at the entrance to a beach area in North-western Estonia, which I had already used to photograph migrating waterfowl 2 days ago. At that time already, I had the impression that a Reed-Warbler is singing in the background. But at that time, I had it “checked off” as a “normal” Reed warbler – maybe a Marsh Warbler (Acrocephalus palustris). Now I’m not so sure and play in the same place, the transition zone of bushes, old reed and beach from the song of the Blyth’s Reed-Warbler (Acrocephalus dumetorum). After a few seconds of melodies, the reaction is prompt. Loud and clear, the Blyth’s Reed-Warbler sings its tune reminiscent of anything between a Marsh Warbler and an Icterine Warbler (Hippolais icterina). I stomp through thick herb layer, stinging nettles, winter rinse and the reeds. A Blyth’s Reed-Warbler appears at an old, dried-up reed stalk and sings against the alleged rival. He sings in the middle of the reeds. Interesting: this is actually ruled out in standard field guide for Western Palearctic by Killian Mullarney, Lars Svensson and Dan Zetterström. It then changes its perch and sits in a rowanberry. The reaction to playing the tape is prompt and unfortunately also associated with many site changes. Nevertheless, I use the time to look at this Blyth’s Reed-Warbler now more closely. He definitely looks much grayer than a Marsh Warbler. After a while, you also have the song in mind and can identify it very well. In Continue reading Blyth’s Reed-Warbler at Matsalu Bay/ Estonia

Das Orange-tufted Sunbird– ein Spezialist der Cameroon Highlands

Die hügelige Gegend mit dem üppigen Grün, den Farnbüschen und den Baumstreifen vermittelt einen Eindruck von Schottland. Außerdem ist es für afrikanische Verhältnisse richtig angenehm temperiert, um nicht zu sagen kühl.

Das soll eine top Stelle für Nektarvögel sein. Die im weiteren Verlauf zu sehenden Sunbirds sind fast alle neu für den Trip. Zuerst ist ein eher unscheinbares, gelb-oliver Nektarvogel zu sehen, der am Rande eines Busches zu sehen ist. So unscheinbar, wie nur ein Weibchen eines Nektarvogels sein kann. Ob es groß oder klein ist, kann man auf die Entfernung nur unzureichend erkennen. Damit könnten wir den seltenen – im englischen Orange-tufted Sunbird – Bouviernektarvogel (Cinnyris bouvieri) als Neuzugang vermelden. Wenig später taucht ein „Kollege“ dieser Art auf. Aha, der hat schon mehr Farbe zu bieten. Die Flügelschulter bzw. die Vorderkante ist schillernd grün und der Schwanz dunkel-blau am Ansatz. Ansonsten ist der Vogel aber ebenfalls eher gelb-oliv. Dann taucht auch noch ein Vogel auf, der bei gleichen Grundvoraussetzungen auch noch ein schillerndes blau mit einzelnen lila Blättchen aufweist. Offensichtlich die gleiche Art aber in unterschiedlichen Mauserphasen. So klar das einem nun erscheint, so sehr war ich doch durch die Meldung eines Rotbauch-Nektarvogels (Cinnyris coccinigaster) Continue reading Das Orange-tufted Sunbird– ein Spezialist der Cameroon Highlands

Buschrohrsänger: Sommergast in Estland

BuschrohrsängerTrotz des frühen Morgen beuteln Windböen die Sträucher und Bäume. Das hilft zwar gegen die Mücken. Aber es führt eben auch dazu, daß die Blätter der Büsche auch ganz ohne die Aktivität von Grasmücken und Rohrsängern bewegt werden. Das wird die Entdeckung des von mir an diesem Morgen gesuchten Buschrohrsängers (Acrocephalus dumetorum) nicht unbedingt einfacher machen. Buschrohrsängersind Langstreckenzieher, die recht spät im Jahr in ihre Brutgebiete im östlichen Mittel- und Nordeuropa ziehen. Aber nun, Ende Mai, sind sie auch an ihrer westlichen Grenze des Verbreitungsgebiets zu finden. Ich habe mir dazu die nordwestlichste Landspitze des Matsalu National Park in Estland ausgesucht. Ein kleines Örtchen, Puisenina, zieht sich wie ein langer Finger in die Matsalu Bay hinein.

Schon 2 Tage vorher, hatte ich mich dem Buschrohrsängersind widmen wollen. Es war mitten am Tag und es windete recht stark. Dieser Umstand und die Tageszeit ist der Vogelbeobachtung ja allgemein nicht zuträglich. Den Buschrohrsänger sahen wir dann auch nur kurz in einem sehr schilfigen Bereich in der Übergangszone zwischen Strauch- und Strandbereich; die Sichtungen waren aber immer nur so kurz, daß es zu keinem anständigen Foto kam. Continue reading Buschrohrsänger: Sommergast in Estland

Ptarmigan in Tyrol

AlpenschneehuhnA rattling, gibbering call is thrown back from the high rocky walls in echoes. After 1 minute, the call is repeated. Carefully, I try to approach the noise source. Unexpectedly, a Rock Ptarmigan (Lagopus mutus) appears between the boulders. After only two shots, the Ptarmigan is already disappeared.

In the middle of the mighty mountain range of the European Alps lies the province of Tyrol. Here you can follow untouched natural landscapes from the meadows in the valley over the alpine meadows and forests far up to rugged slopes in the high mountains.

Rugged peaks and countless, crystal-clear mountain lakes, which lie in the midst of idyllic pastures characterize Tyrol. Throughout the year, but especially in autumn, Tirol offers photo opportunities galore. They make every nature photographer’s heart beat faster. Tyrol is home to a typical bird species set for the subalpine and alpine elevations of the Alps in the upper mountain regions.

Northern Wheatear (Oenanthe oenanthe), Meadow Pipit (Anthus pratensis), Common Rock Thrush or Rufous-tailed Rock Thrush (Monticola saxatilis) or Alpine Accentor (Prunella collaris) are examples from the songbird comunity.

A summary rating of Tyrol is currently not possible. However, due to Continue reading Ptarmigan in Tyrol

Alpine birds in the Haut Chaumes / Vosges

SteinrötelThe mountain meadows in the Vosges are very attractive in summer time. Beside birds of the alpine zone one sees some interesting plants like Yellow Gentian (Gentiana lutea), Mountain arnica (Arnica montana), Alpine Pasqueflower (Pulsatilla alpina), Mountain Pansy (Viola lutea). Northern Wheatears (Oenanthe oenanthe), Meadow Pipits (Anthus pratensis) and Skylarks (Alauda arvensis) are certainly the most common species of birds, but some rare bird species live in the cliffs and boulder fields as well. If you are lucky, you may spot the Common Rock Thrush or Rufous-tailed Rock Thrush (Monticola saxatilis) or other “high mountain species” such as Alpine Accentor (Prunella collaris).

The scratching sound is unmistakable. Not necessarily the nature lover would consider this as singing. But that’s exactly what it is. With that, the Northern Wheatear is defending his territory. Although the Wheatear is not afraid to present itself openly, it is not so easy to spot the small, black and white colored bird on one of the boulders.

It is even more difficult to discover the Common Rock Thrush. Continue reading Alpine birds in the Haut Chaumes / Vosges

Rostmantelwürger im Dzalanyama Forest/ Malawi

RostmantelwürgerEin Neuntöter – mitten in der afrikanischen Waldsavanne. Das kann doch nicht sein. Und so ist es auch. Dies hier ist ein Rostmantelwürger.

Wir sind schon den ganzen Vormittag auf schmalen, sandigen Wegen im Gebiet des Dzalanyama Forest Reservats unterwegs Das Licht ist immer noch etwas trüb; die Wolken wollen einfach nicht verschwinden. Schließlich brennt sich die Sonne ihren Weg. Dann geht es schnell. Als die Sonne herauskommt, wird es sehr schnell sehr heiß. An einer der vielen Forstwege biegen wir vom Hauptweg ab. Der Weg wird immer schlechter. Rechts und links herrscht lichter Savannenwald mit viel Brachystegia, dem typischen Baum der afrikanischen Savanne. Dazwischen stehen hohe Gräser, die nun in der Trockenzeit, trocken sind. Kein Gelände, mit dem man auf Anhieb ein reiches Vogelleben verbinden würde. Doch wir sind keine 200m weiter hinein gefahren, da ist er zu sehen: ein Souza’s Continue reading Rostmantelwürger im Dzalanyama Forest/ Malawi

Vögel im Golfhotel auf Praslin/Seychellen

HirtenmainaDas Constance Lemuria in Grand’Anse Praslin ist ein toller Ausgangspunkt, um in gepflegter Atmosphäre der Vogelbeobachtung auf der Insel Praslin, einer der größeren Insel der Seychellen, nachzugehen.

So sollte laut einem Tripreport Chinadommel (Ixobrychus sinensis) an einem der Golfteiche vorkommen. Dazu heißt es ja „… Yellow Bittern, Ixobrychus sinensis, can also be seen in the pools around the golf course at Lemuria Resort – although it is a private hotel so it may not be possible to get in the grounds.” Ich denke zu mir: “Die Chinadommel könnte mir noch meine Liste vervollständigen. „ Gegen 15:00 brechen wir auf. Fast eine Stunde Warterei auf den Bus strapaziert unsere Nerven dann doch zu sehr. Als wir gerade auf das Taxi warten, kommt der Bus natürlich angefahren. Wir sind dann doch froh, das Taxi für 150 SR bestellt zu haben, da die Bushaltestelle und der Drop-off an der Hotelrezeption einigen gehörigen Fußmarsch bedeutet hätte. So werden wir direkt vor die Rezeption gefahren. Dort holen wir uns die Bestätigung im Resort spazieren gehen zu können noch mal ab und sind auch schon unterwegs auf die nördlich gelegene Golfanlage. Super gelegen. Auf dem kurzgeschnittenen Gras des Golfplatzes treiben sich doch einige Vögel herum. Massen vor allem an Hirtenmainas (Acridotheres tristis), einige Continue reading Vögel im Golfhotel auf Praslin/Seychellen

Möwen am „Roten Kliff” bei Kampen/ Sylt

SilbermöweWunderschön liegt das „Rote Kliff” hinter dem Strand von Kampen im Abendlicht. Genug Wind, um die Segelflieger unter den Meeresvögeln zu befriedigen, herrscht praktisch immer. Sylt, Nordsee, Brandung, Wind und Möwengeschrei gehören zusammen. Elegant patrolliert eine Silbermöwe (Larus argentatus) an der Kliffkante entlang. Silbermöwen sind eindrucksvolle Flieger, die durch rosa-fleischfarbenen Beine und einen blaugrauen Mantel bzw. Flügeldecken gekennzeichnet sind.

Ein sehr guter Ort zur Aufnahme fliegender Meeresvögel besteht von der 30 Meter hohe Steilkante des Roten Kliffs zwischen Wenningstedt und Kampen auf der nördlichen Seite der Insel Sylt. Das unter anderem aus Feuerstein, Rhombenporphyr und Rapakivigranit bestehende Kliff ist in Teilen bereits von den heftigen Sturmfluten der Vergangenheit gezeichnet ist,

Parken kann man direkt bei dem romantisch in den Dünen gelegenen Edel-Lokal, der Sturmhaube. Parken kann man auf Sylt in der Nebensaison fast überall umsonst. Es geht auf Bohlen ein paar Continue reading Möwen am „Roten Kliff” bei Kampen/ Sylt

Senegaltriel auf Sandbank bei Edea / Kamerun

SenegaltrielSo schön der Morgen mit seinem Licht war. Nun ziehen dicke Wolken auf. Es ist noch nicht Regenzeit. Aber hier, nicht weit von der Küste, bei Douala kommen immer mal wieder Regengüsse herunter. Träge fließt der mächtige Sanaga dahin. Wir versuchen uns mit dem Kanu – eher einen Einbaum – flussabwärts wieder an Land zu retten, bevor der Wolkenbruch mit Macht seine Wassermassen entlädt. Die letzte Sandbank in der Mitte des Flusses ist schon fast genommen.

Still steht ein Paar des Senegaltriels (Burhinus senegalensis) vor einem stark verschilften Ufer. Unser Bootsführer ruft zum Aufbruch. Die ersten Regentropfen sind schon auf dem Wasser zu sehen. Doch ich muß diesen – auch für die Westpaläarktis relevanten – Vogel gebührend ablichten. Einer der Vögel läuft auf eine Sandbank hinaus und wunderschön im ersten Regen. Als wir uns weiter nähern, ruft er auch. So nähern wir uns mit dem Boot schließlich bis auf 10 Meter dem Senegaltriel, der im englischen Senegal Thick-knees heißt.

Schon während der Rockjumper-Tour im April 2017 waren wir mit dem Senegaltriel im Benoue Nationalpark fündig geworden. Diesmal war der Eindruck aber noch deutlich stärker.  Würde man den Senegaltriel hier nicht erwarten,  wäre die Gefahr groß, ihn für einen Continue reading Senegaltriel auf Sandbank bei Edea / Kamerun

Kleiber an Nisthöhle in Estland

Kleiber (europ.)In dem baltischen Staat Estland mit seiner flachen Topographie ist ein wild schäumender Fluß eine Seltenheit. Die Meldung auf der lokalen Birderplattform für Estland, daß hier eine Zitronenstelze (Motacilla citreola) gesichtet worden, war, machte daher neugierig. Nach einem erfolgreichen Foto-Shooting der Doppelschnepfe (Gallinago media) in der Nähe von Haapsalu wartete ein Aufenthalt im Lahemma NP auf mich. Bei einem Besuch des alten Wasserkraftwerks von Kunda können wir wunderschön ein Paar des Kleibers (Sitta europaea) an seiner Bruthöhle beobachten.

An einem Park mit seinem Clubhaus parken wir den Wagen. Wir laufen durch den anständig mückenverseuchten Park. Der Kunda Hydro-electric Dam ist wirklich sehenswert. Eine tief eingeschnittene Schlucht und ein aufgestauter Fluß der vormals auf natürliche Weise einen recht anständigen Höhenunterschied überwand. Na, gut. Nur so macht ein Wasserkraftwerk Sinn. Eine Continue reading Kleiber an Nisthöhle in Estland

Königsweber am Sanaga/ Kamerun

KönigsweberTräge fließt der mächtige Sanaga dahin. Im Morgengrauen hatten wir ein kleines hölzernes Boot bestiegen. Nun liegt der weite Fluß vor uns. Dunst und tiefstehende Morgenwolken tauchen die Flußlandschaft in ein wunderschönes Licht. Ich hatte schon befürchtet, daß der Morgenausflug buchstäblich ins Wasser fallen könnte. Als wir – noch in der Dunkelheit – an der verabredeten Stelle ankamen, war niemand da. Aber ein paar Minuten später sahen wir zwei Kerle, die in einem erstaunlichen Tempo einen Kanu – eher einen Einbaum – flussabwärts paddelten. Wenige Minuten später hatten wir das Kanu auch schon geentert und starteten die Reise. Große Sandbänke in der Mitte des Flusses waren unsere erste Station. Afrikanische Scherenschnäbel (Rynchops flavirostris) konnten dort ausgiebig in ihren Formationsflügen bewundert werden. Der eigentliche Ziel-Vogel, die Graubrachschwalbe (Glareola cinerea) war ebenfalls erstaunlich häufig. Dazu etliche Flußuferläufer (Actitis hypoleucos), die das sandige Ufer der Sandbänke patrollierten.

Schließlich fuhren wir den Fluss weiter hinunter zu einer offensichtlich schon länger etablierten Sandbank. Sie war zu einer Continue reading Königsweber am Sanaga/ Kamerun

Strenuous hike for Mount Kupé Bushshrike

SchnäpperwürgerWe had a very good breakfast at 5:30. John-Pierre and his team were busy supplying us with a lot of food. We departed at 6:00 with our Rockjumper-guide along the Max’s Trail through farm bush with palms and banana trees up on Mt Kupé. The other option is the Shrike Trail which is a famous, but also very steep and narrow trail. Fortunately the climate is more comfortable here in the forests of the Eastern Moutain Arc than in the lowlands.

The initial stretches of the Max’s Trail is even, getting steeper in the open canopy forest and becomes insanely steep inside primary forest. The last patch we did inside primary forest, we did not see especially many birds. It was a fairly quiet forest. But he continued with our heads down our way up to the altitude where the Bushshrike can be found. Short stops along the way to catch our breath yielded a few nice birds such as Grey-throated Greenbul resp. Western Mountain Greenbul (Andropadus tephrolaemus) and 2 Yellow-billed Turacos (Tauraco macrorhynchus). A nice bird was a female of a African Shrike-flycatcher (Bias flammulatus or Megabyas flammulatus),

In contrast to a year later in the Bakossi Mountains, we did not even hear Mount Kupe Bushshrike (Chlorophoneus kupeensis) at an Continue reading Strenuous hike for Mount Kupé Bushshrike

Vögel der Steppen Valencias

GänsegeierEin Flug nach Spanien ist immer mal für eine Woche drin. Die spanische Provinz Valencia wurde daher im Sommer aufgesucht, in der Hoffnung, etwas zu entspannen und ein Gefühl für die Vogelfreuden eines Landes zu bekommen, das normalerweise im Mainstream-Tourismus versinkt. Als gewöhnlicher Besucher der bekannteren Vogelbeobachtungsdestination von Andalusien hatte ich nicht zu viel erwartet, aber war angenehm überrascht von der Anzahl und Vielfalt der dort heimischen Vogelbewohner – und zwar praktisch von dem Moment an, als ich aus dem Flugzeug stieg. Eines Tages machte ich mich auf den Weg in den Steppenlebensraum außerhalb von Castilla de la Mancha. Dieses Gebiet ist mit einer unglaublichen Vielfalt an Lebensräumen und ausgezeichneten Gebieten zur Vogelbeobachtung gesegnet.

Ein Halt auf dem winzigen Friedhof von Bonete auf dem Weg in die Castilla de la Mancha bedeutete, dass wir einen kleinen See und ein paar Bäume entdecken konnten. Dabei sahen wir sehr schön Schmutzgeier (Neophron pernocterus), den Maurensteinschmätzer (Oenanthe hispanica), die Reiherente (Aythya fuligula), eine einsame Kolbenente (Netta rufina). Ein echtes Highlight war das gelb- Continue reading Vögel der Steppen Valencias

Eurasian Hobby in the Belziger Landschaftswiesen

BaumfalkeA misty and chilly morning. After weeks without rain, the drizzling rain kept going already for a while. A wet falcon was sitting crooked on a pole in some distance. Obviously not very comfortable in the rain. The view through the scope revealed a Eurasian Hobby (Falcon. subbuteo), also known as the Northern Hobby rested on a post with larger prey. In this position a Common Kestrel (Falco tinnunculus)  would be the first bet, if you are looking only superficially.

Often you will observe Hobbies in flight. Hobbies catch dragonflies and are hirundine or swift specialists, usually taking the prey by surprise in the air, and even dismantling and eating them there.

With its moustache and its rank, slender body, with blue-tinged slaty upperparts and black-streaked underparts which have a subtle buffy tinge these falcons should be not mistaken for any other raptor. But Continue reading Eurasian Hobby in the Belziger Landschaftswiesen

Weißrückenspecht in Park in Estland

WeissrückenspechtNach einem erfolgreichen Foto-Shooting der Doppelschnepfe (Gallinago media) will ich mich zum Abschluß dem Gutspark des Haeska Manor House widmen. Der zur Pension umgebauten Gutshof weist einen weitläufigen Park mit vielen alten Bäumen auf. Neben einen paar schönen alten Eichen gibt es auch alte Linden. In alten Parkanlagen soll – wie mir einheimische Naturschützer sagten – der Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos) recht häufig sein. Sie meinten sogar, daß in den alten Parks der Gegend der Weißrückenspecht sogar der häufigste Specht sei. Was für eine Verkehrung der Verhältnisse zu Deutschland! Ich kann dann im weiteren Verlauf sowohl Grauschnäpper (Muscicapa striata) als auch Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) sehen und schön fotografieren. Amseln (Turdus merula) flitzen die ganze Zeit zwischen Rasen und Unterholz. Der Hit sind aber die vielen brütenden Wacholderdrosseln (Turdus pilaris), die intensiv warnen, wenn sich jemand ungebührlich einem Nest mitten auf einer Asthöhle nähert. So kann ich endlich auch mal ein paar schöne Aufnahmen von der Wacholderdrossel machen. Von einem Weißrückenspecht – oder überhaupt von Spechten – ist aber weit und breit nichts zu sehen. Es ist auch nicht die richtige Jahreszeit. Die beste Zeit ist der April. Dann trommeln sie intensiv und markieren ihr Revier.

Plötzlich höre ich ein länger anhaltendes Trommeln. Eindeutig ein Specht. Und wohl zu lang, um zu einem Buntspecht (Dendrocopos major) zu gehören. Es könnte natürlich noch ein trommelnder Continue reading Weißrückenspecht in Park in Estland