Dramatischer Schwund des Rebhuhns

RebhuhnRebhühner (Perdix perdix) teilen ein hartes Leben mit vielen anderen Vögeln der offenen Feldflur. Die intensiven landwirtschaftlichen Steppen geben ihnen keinen Lebensraum mehr. Früher ein gewöhnlicher Vogel der bäuerlichen Landschaft ist es um den Vogel aus der Familie der Hühnervögel, sehr ruhig geworden. Er wird zunehmend rar.  Das gilt insbesondere für den Osten Deutschlands, wo es sein Bestandstrend in der Agrarlandschaft von 1995-2009 eine Negativentwicklung von 78% aufweist. Das Rebhuhn ist ein Vogel der Agrarlandschaft, der zu den am meisten gefährdeten Vogelarten in Deutschland gehört. Dabei ist das Intensitätsniveau in Brandenburg, als Begriff „Intensivierung“ im Kontext wichtiger Parameter wie Erträge und Düngungsniveau sogar noch vergleichsweise niedriger als in vielen anderen Regionen in Deutschland. Trotzdem sind die Habitatansprüche der meisten Agrarvogelarten nicht mehr erfüllt, so dass die Bestände weiter sinken. Die rasante Zunahme des Anbaus von Energiepflanzen der letzten Jahre hat da verschärfend gewirkt. Die Konflikte zwischen landwirtschaftlichem Ertrag und Vogelschutz haben sich sowohl im Grünland als auch im Ackerland weiter verschärft – auch in den Europäischen Vogelschutzgebieten. Schon im ersten Jahr nach Aufhebung der konjunkturellen Stilllegungen durch die EU-Kommission im Jahr 2008 nahm die Gesamtfläche der Brachen in Brandenburg gegenüber dem Vorjahr um 56 % ab. Das Rebhuhn leidet extrem darunter. Zu Recht ist es nun in der Roten Liste Brandenburgs zu finden. So sind außerhalb des Havelländischen Luchs bei Buckow und den Bergbaufolgelandschaften der Lausitz nur noch wenige Populationen bekannt.

Im Westen Deutschlands scheint die Situation noch etwas besser zu sein, was insofern interessant ist, als daß die Grauammer (Miliaria calandra) – ebenfalls ein typischer Vogel der Feldflur – eine offensichtlich entgegen gesetzte Entwicklung durchmacht. Praktisch ausgestorben im Westen und noch recht zahlreich im Osten.

Das Rebhuhn braucht eine strukturreiche Vegetation: nicht zu große Feldschläge, unkrautreiche Feldraine und Wegränder, Altgrasstreifen, Brachen, niedrige Gebüsche und Hecken. Ein trockenwarmes Klima begünstigt das Vorkommen. Der früher weit verbreitete Hackfruchtanbau (Kartoffeln, Rüben) bietet sehr gute Bedingungen und ist heute weitgehend von intensiv bespritztem Monokultur-Anbau verdrängt.

Auch in Ernst Jüngers Kriegstagebuch „In Stahlgewittern, erstmals im Jahr 1920 mit dem Untertitel „Aus dem Tagebuch eines Stoßtruppführers“, erschienen, tauchen Rebhühner auf. Jünger schildert in dem Buch seine Fronterlebnisse und Gedanken vom Januar 1915 bis zum August 1918 an der Westfront. Fast vier Jahre lang kämpfte Jünger in den Schützengräben. Jünger berichtet in einem heute unerträglich scheinenden Plauderton über Waffeneinsatz, Tod und Wetter, kalt und sachlich notierte er alles, wobei er in seinen Beschreibungen oft die kleinsten Details registrierte. Eines der Details sind die vielen Rebhühner, die zwischen den Stacheldrähten und Verhauen liefen und denen der mutige Frontsoldat mit einem gezielten Schuß den Kopf abzuschießen suchte, um seine karge Frontkost mit einem „Hühnchen“ aufzubessern.

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