Das westliche Haselhuhn in den Vogesen

Haselhuhn, MännchenDas westliche Haselhuhn (Tetrastes bonasia rhenana) oder auch (Bonasa bonasia rhenana) ist im Nordosten Frankreichs stark gefährdet. Früher im größten Teil dieses Gebiets präsent, lebt es heute in sehr geringer Anzahl hauptsächlich in den Vogesen. In den Ardennen gibt es nur noch wenige Paare. Anhand von fünf in den Jahren 1935, 1964, 1981, 1993 und 2010 durchgeführten Untersuchungen wurde die Populationsverteilung, die Entwicklung des Verbreitungsgebiets und der Status des westlichen Haselhuhns in Frankreich von 1935 bis 2017 überprüft.

Seit 1935 hat sich das Verbreitungsgebiet kontinuierlich verkleinert: Die räumliche Abnahme begann am nördlichen und westlichen Rand des ursprünglichen Gebiets und breitete sich später nach Süden und Osten aus. Der Rückgang zwischen 1964 und 1992 wurde in niedrigen Lagen auf über 90% und in den Vogesen auf 40 bis 55% geschätzt. Der numerische Rückgang in den Vogesen führte von 260–330 Brutpaaren im Jahr 1976 zu 20–50 Paaren im Jahr 2016 und heute zu weniger als 20 Paaren (sieben bekannte besetzte Gebiete im Frühjahr 2018). Es gibt mehrere Ursachen für diese Rückentwicklung, aber das Verschwinden von Dickungen und die Umwandlung der ehemals gut strukturierten Mischwälder aus Tannen und Buchen in den Vogesen in einschichtige Wälder ohne Unterbau und innere Struktur sind wichtig. Andere erschwerende Ursachen sind der signifikante Anstieg von Huftieren in den letzten 30 Jahren. Zu diesen zählen Wildschweine (Sus scrofa) und Rotwild (Cervus elaphus). Die nachhaltig negative Auswirkungen des Wildschweines ist wohl auf die Nesterprädation zurückzuführen. Eigentlich kommt das Wildschwein aufgrund der schwierigen klimatischen Bedingungen in den höheren Lagen der Vogesen historisch nicht vor. Seine Anwesenheit wurde dort in den letzten Jahrzehnten durch ausgelegte Kirrungen möglich gemacht. Was die Hirsche angeht, könnte ihre Auswirkung indirekt sein, indem sie durch Verbiß die holzige Subphase der von dem Haselhuhn beliebten lichtabhängigen Baumarten, eliminieren.

Die Lage der Art im Nordosten Frankreichs ist jetzt äußerst besorgniserregend, sie scheint durch ein drohendes Verschwinden bedroht zu sein. Bis jetzt sind noch keine konkreten Maßnahmen zu seinen Gunsten eingeleitet worden, und bis in den letzten Jahren war sich der Ernst der Lage, selbst unter Naturwissenschaftlern, niemand wirklich bewusst. Dieser Verlust wäre umso schädlicher, als er die letzte einigermaßen nachhaltig bestehende Population der Unterart rhenana des Haselhuhns beeinträchtigen würde. Die Unterart rhenana des Haselhuhns deckt nämlich das westlichste Verbreitungsgebiet dieser bis zum Pazifik vorkommenden Waldhuhnart ab. Die im Nordosten Frankreichs und in den angrenzenden Regionen Belgiens, Luxemburgs und Südwestdeutschlands (u.a. Eifel) vorkommenden Tiere unterscheiden sich nicht unerheblich von ihren weiter östlich vorkommenden Verwandten. Ein Spezifikum der Unterart rhenana des Haselhuhns ist die Besiedlung reiner Laubwälder, Die Verwendung von reinem Laubwald ist tatsächlich die Besonderheit der der Unterart rhenana. In den Hochlagen bestehen haselhuhntaugliche Forste hauptsächlich aus Buche-Eichen-Hainbuche (Fagus sylvatica, Quercus robur, Quercus petraea und Carpinus betulus in unterschiedlichen Anteilen), mehr oder weniger gemischt mit Schwarzerle (Alnus glutinosa) und Birken (Betula verrucosa). Eine Beimischung aus Gemeiner Hasel (Corylus avellana), Hartriegel (Cornus mas und Cornus sanguinea), Eingriffeligen Weißdorn oder Hagedorn (Crataegus monogyna) und Brombeere (Rubus spec.) wird vom Haselhuhn sehr geschätzt. Auf den höchsten Lagen bilden auch Eberesche (Sorbus aucuparia), Blaubeere (Vaccinium myrtillus) und Besenheide bzw. Heidekraut (Calluna vulgaris) gute Nahrungsbiotope. Dagegen bewohnt die weiter östlich vorkommenden Verwandten der Unterart styriaca die höher gelegene Mischwälder mit Nadelbeimischung oder Nadelholz.

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