Dramatischer Schwund des Rebhuhns

RebhuhnRebhühner (Perdix perdix) teilen ein hartes Leben mit vielen anderen Vögeln der offenen Feldflur. Die intensiven landwirtschaftlichen Steppen geben ihnen keinen Lebensraum mehr. Früher ein gewöhnlicher Vogel der bäuerlichen Landschaft ist es um den Vogel aus der Familie der Hühnervögel, sehr ruhig geworden. Er wird zunehmend rar.  Das gilt insbesondere für den Osten Deutschlands, wo es sein Bestandstrend in der Agrarlandschaft von 1995-2009 eine Negativentwicklung von 78% aufweist. Das Rebhuhn ist ein Vogel der Agrarlandschaft, der zu den am meisten gefährdeten Vogelarten in Deutschland gehört. Dabei ist das Intensitätsniveau in Brandenburg, als Begriff „Intensivierung“ im Kontext wichtiger Parameter wie Erträge und Düngungsniveau sogar noch vergleichsweise niedriger als in vielen anderen Regionen in Deutschland. Trotzdem sind die Habitatansprüche der meisten Agrarvogelarten nicht mehr erfüllt, so dass die Bestände weiter sinken. Die rasante Zunahme des Anbaus von Energiepflanzen der letzten Jahre hat da verschärfend gewirkt. Die Konflikte zwischen landwirtschaftlichem Ertrag und Vogelschutz haben sich sowohl im Grünland als auch im Ackerland weiter verschärft – auch in den Europäischen Vogelschutzgebieten. Schon im ersten Jahr nach Continue reading Dramatischer Schwund des Rebhuhns

Great Crested Grebe in breeding season

HaubentaucherA Great Crested Grebe (Podiceps cristatus) sits upright on its nest and hatches the cubs. Elegant feathers adorn the head on the long, thin neck.

At the beginning of spring, harsh screams came from the reeds. On silent days one could hear the deep cries far over the smooth water of the lake. A couple of Great Crested Grebes had settled on the edge of the lake.

At the end of February / beginning of March, at the courtship time of the grebes, there is a busy time on the lake. The males argue loudly about their territories. In courtship, males and females face chest to breast, shake their headdress, present each other nesting material and align themselves with each other with lowered beaks. Early in the morning at dawn, the spectacle begins and only after the sun has set, action calms down at the lake.

Once a couple has found each other, they start to build a nest that they either hide in the reeds or in the middle of the water. For several days they build together on the floating raft of reeds, leaves and water lilies. They then eagerly haul plant material and swim up Continue reading Great Crested Grebe in breeding season

Buchfink mit Nistmaterial im Kiefernwald

Vor lauter Haaren – oder sind es Kiefernnadeln – sieht man den Besitzer fast nicht. Es ist ein Männchen eines Buchfink (Fringilla coelebs), das Nistmaterial für sein Nest gesammelt hat. Damit sieht der Buchfink wie mit einem ausladenden Schnurbart versehen aus.

Kurz vorher hatte ich dieses Buchfink-Männchen – vielleicht war er der Besitzer des Territoriums traf an einem schönen Vormittag in einem Waldstück bei Brandenburg auf ein anderes Männchen. Dieses Männchen saß regungslos etwas eingeschüchert ca. 1 Meter entfernt auf dem nächsten Ast. Es war offensichtlich ein Eindringling. Der Territoriumsbesitzer schwankte mit nach vorne gehaltenem Kopf vorwärts und abwärts und dann wieder zurück. Die weinrote Brust wurde durch diese Bewegung sehr schön betont. Das auffälligste Merkmal war aber der erweiterte weiße Schulterfleck auf den Flügeln, der zur Hälfte geöffnet und seitlich verlängert war. Die Flügel waren dabei leicht unten geneigt. Dies verlieht dem Vogel ein merkwürdig abgeflachtes Aussehen verlieh. Während des Schwankens stieß der Vogel schnelle, komprimierte, hohe Rufe, man kann sie fast als Liedphrasen bezeichnen, aus. Diese erschienen denen Lauten eines Rotkehlchen (Erithacus rubecula) sehr ähnlich.  Der Eindringling schien gebührend beeindruckt und nahm bald reißaus und wurde anschließend noch verfolgt. Anschließend konnte ich auch das Weibchen des Buchfinks Continue reading Buchfink mit Nistmaterial im Kiefernwald

On confrontation: the Firecrest (Regulus ignicapilla)

The leaves in the riparian forest are still sparse. The warm spring sun shines beautifully down to the ground. Everything is full of life. Now it is important to find the perfect breeding site and the right territory – and above all to keep it. A Firecrest (Regulus ignicapilla) enters the territory of a conspecific. The high ” si si si see see see seeeh seeeh “, basically always on the same pitch, is the hallmark of the Firecrest and betrays the intruder early. The owner of the territory immediately flies to the intruder to a neighboring branch. The distance is only a few centimeters. In contrast to the Eurasian Nuthatch (European) (Sitta europaea), however, which I saw the day before, the birds do not collide directly with one another or even wedge each other into the ground.

They seem a bit more civilized. But the two Firecrests are also busy with an impressive display, in which they sing repeatedly, then raise the golden cap and, above all, flap their wings wildly. They continue to sing what the beak has to offer. As far as the beak is torn open, the little bird – for its standards – must produce a hell of a noise.

Both birds are so busy with each other that I can approach within 3 meters and take pictures of the Firecrest on branches and even on the litter of last year’s leaves.

An impressive „discussion“ that can be captured in a great series of pictures of the quarreling Firecrests that can be admired in the gallery!

The scene of the dispute is located in the southern part of Continue reading On confrontation: the Firecrest (Regulus ignicapilla)

Den Wendehals fotografieren

WendehalsDie penetranten wäh-wäh-wäh – Rufe sind schon von weitem zu hören. Der Verursacher bleibt aber verborgen. In der zweiten Aprilhälfte sind die kräftigen Balzrufe eines Vogels, den man sehr selten zu Gesicht bekommt, häufig zu hören.  Der Wendehals  (Jynx torquilla) ist es, der zu hören ist. Seine Stimme ist jedenfalls unverkennbar. Der Wendehals bevorzugt offene Landschaftsformen als Lebensraum. So ist er in Obstwiesen, Parks und parkähnlichen, lichten Wäldern zu Hause. Der Wendehals verbringt die Überwinterungssaison im fernen Afrika. Ende März / Anfang April kehrt er dann in sein Brutgebiet zurück. Eine neue Bruthöhle hat er schnell entdeckt. Der Wendehals ist oben graubraun, fein rindenartig gezeichnet, unten rahm gelb und hat an der Kehle graubraun quer gebändertes Gefieder. So sieht er fast aus wie ein langgezogener Spatz. Der Wendehals kann aber seinen Kopf um 90 Grad drehen. Diese Fähigkeit verhalf ihm zu seinem Namen. Aufgrund seiner Tarnfarbe Continue reading Den Wendehals fotografieren

Beautiful Sunbird on a flower in Ghana

ElfennektarvogelA male Beautiful Sunbird (Cinnyris pulchellus) balances busily and without misstep on a bare stem of a Aloe, which lead to some, small yellowish flowers with red borders. There, the photographer has a chance to shoot the bird, which is aptly called its English name. The male of the Beautiful Sunbird places the rather long, slightly bent black beak against the calyx of the flower and sucks the nectar for a short while. Then the Beautiful Sunbird is already on the way to the next flowering.

I had become attentive to the Beautiful Sunbird when I decided to explore the motel area in the Mole National Park in northern Ghana. Along the simple bungalows I ran to the end and discovered a very bird-rich place. A sewage pipe appeared in the middle of dense scrub with many trails to the surface and had created a small pool. You do not want to know which corners of the motel are drained this sewage pipe. Already from a distance, the smells were anything but attractive. But the combination of water and scrub attracted the birds magically. The scrub provided reasonably well protected Continue reading Beautiful Sunbird on a flower in Ghana

Wimpelträger balzt vor Nebel in immergrüner moosbewachsenen Kulisse des Tari Gap

WimpelträgerVon der Ambua Lodge starten wir gegen Nachmittag mit dem Bus in höhere Lagen, über den Wolken. Dies ist die Region, die in der Literatur Tari Gap genannt wird. Von der Straße aus wollen wir u.a. den Wimpelträger (Pteridophora alberti), auch bekannt als „König von Sachsen“ beobachten. Wir sind noch nicht aus dem Tor heraus, da fängt der Regen schon an. Unser Guide entscheidet, in noch höhere Lagen zu fahren, um so dem Regen wetter-technisch zu entkommen. Bald haben wir den heutigen Höhepunkt verhört. Es ist ein im englischen King-of-Saxony Bird-of-paradise genannter Vogel, der sogenannte Wimpelträger. Der Wimpelträger trägt seinen Balzgesang von hoher Warte, aus der buschigen Krone eines Baumriesen vor. Der Wimpelträger beeindruckt durch zwei lange Schmuckfedern am Kopf, die er zum Balzen mit großen Muskeln bewegen kann. Sie erinnern mit ihrer auffälligen Strukturierung an Wimpel und sind von weitem gut zu sehen. Seine beiden überlangen Kopffedern nach vorne gestellt schmettert er sein eintöniges Lied, ähnlich eines Feldschwirls (Locustella naevia) hoch oben im Regenwald. Zuerst können wir ihn nur zwischen Blättern am Rande einer Baumreihe gesehen. Dann lässt er sich sogar herab, auf einen kahlen Baum zu fliegen und von dort ausgiebig zu Wimpeln. Hin und her, vor und zurück bewegt er seine zwei langen Schmuckfedern; das ist echt toll! Später führt uns unser Local-Guide weiter auf der Straße entlang des Regenwaldes wo wir die Schmalschwanz-Astrapia (Astrapia mayeri) mit ihren leuchtend weißen Schwanzfedern sehen Continue reading Wimpelträger balzt vor Nebel in immergrüner moosbewachsenen Kulisse des Tari Gap

Das westliche Haselhuhn in den Vogesen

Haselhuhn, MännchenDas westliche Haselhuhn (Tetrastes bonasia rhenana) oder auch (Bonasa bonasia rhenana) ist im Nordosten Frankreichs stark gefährdet. Früher im größten Teil dieses Gebiets präsent, lebt es heute in sehr geringer Anzahl hauptsächlich in den Vogesen. In den Ardennen gibt es nur noch wenige Paare. Anhand von fünf in den Jahren 1935, 1964, 1981, 1993 und 2010 durchgeführten Untersuchungen wurde die Populationsverteilung, die Entwicklung des Verbreitungsgebiets und der Status des westlichen Haselhuhns in Frankreich von 1935 bis 2017 überprüft.

Seit 1935 hat sich das Verbreitungsgebiet kontinuierlich verkleinert: Die räumliche Abnahme begann am nördlichen und westlichen Rand des ursprünglichen Gebiets und breitete sich später nach Süden und Osten aus. Der Rückgang zwischen 1964 und 1992 wurde in niedrigen Lagen auf über 90% und in den Vogesen auf 40 bis 55% geschätzt. Der numerische Rückgang in den Vogesen führte von 260–330 Brutpaaren im Jahr 1976 zu 20–50 Paaren im Jahr 2016 und heute zu weniger als 20 Paaren (sieben bekannte besetzte Gebiete im Frühjahr 2018). Es gibt mehrere Ursachen für diese Rückentwicklung, aber das Verschwinden von Dickungen und die Umwandlung der ehemals gut strukturierten Mischwälder aus Tannen und Buchen in den Vogesen in einschichtige Wälder ohne Unterbau und innere Struktur sind wichtig. Andere erschwerende Ursachen sind der signifikante Anstieg von Huftieren in den letzten 30 Jahren. Zu diesen zählen Wildschweine (Sus scrofa) und Rotwild (Cervus elaphus). Die nachhaltig negative Auswirkungen des Wildschweines ist wohl auf die Nesterprädation zurückzuführen. Eigentlich kommt das Wildschwein aufgrund der schwierigen klimatischen Bedingungen in den höheren Lagen der Vogesen Continue reading Das westliche Haselhuhn in den Vogesen

Uhus im Steinbruch fotografieren

UhuIn einer Felsnische sieht man Federn, Reste von Rupfungen und dicke weiße Kotspritzer. Reste von Rupfungen können von stacheligen Igeldecken, halben Tauben, Taubenfedern, Krähenfedern, Waldkauzfedern bis zu ausgewaschenem Gewölle reichen. Kein Zweifel, der hierzulande lange Zeit vom Aussterben bedrohte Uhu (Bubo bubo) hat in den letzten Jahrzehnten fast unbemerkt einst verlorenes Terrain zurückerobert. Besonders in aufgelassenen Steinbrüchen findet die imposante Eule ideale Brutplätze

Vor einigen Jahren hörte ich, dass in einem aufgelassenen Steinbruch ein Uhu brütet. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen. Zunächst war nur das ausschließliche Beobachten möglich. Als dann die Jungvögel größer waren, konnte ich es auch wagen, zu fotografieren.

Die erstmalige Brut des Uhus in diesem Gebiet ging 2011 leider verloren, weil genau im Bereich des Geleges eine instabile Felswand abrutschte. Umso erfreulicher war es, dass im darauf folgenden Jahr in einer anderen Steilwand wieder eine Brut erfolgte und sogar drei Junguhus schlüpften. Dabei war das zuletzt geschlüpfte Tier sehr viel kleiner als seine Geschwister und wurde bei der Fütterung benachteiligt, bis es eines Tages verschwunden war. Dafür entwickelten sich die beiden verbliebenen Jungtiere prächtig – auch aufgrund der überaus günstigen Wetterlage im Jahr 2012. Werden Continue reading Uhus im Steinbruch fotografieren

Indian Cormorants mit Nistmaterial im Anflug in Tissamaharama

Die Tissamaharama Tanks im Süden Sri Lankas sind ein Vogelparadies. Diese Stauseen sind künstlich angelegte Reservoirs zur Bewässerung der Reisfelder, die aber wohl schon zu Königs Zeiten erbaut wurden und einen recht naturnahen Eindruck machen. Ein Großteil der Fläche ist mit Seelilien (Water Lillies) bedeckt, die aber offensichtlich inzwischen mit schwimmenden Geräten abgeschöpft werden. Für die Vögel ist das kein Abbruch. Sie sind auch so in großen Massen da. Von der Sandungama Road können wir wunderschön auf den Tissa Lake im Osten Tissamaharamas schauen. Die Bäume – sie werden Rain Trees genannt – sind voller Flughunde, die in ihre Flughaut mehr oder weniger eingewickelt „abhängen“. Dazu kommt eine tolle Kormoran-Kolonie. Ich muß natürlich ausgiebig die an- und abfliegenden Kormorane mit der EOS 1 DX am Canon-Objektiv EF 600/4.0 L IS II USM auf dem Gitzo-Stativ aufnehmen. Wir können alle 3 in Sri Lanka heimischen Phalacrocorax -Kormoranarten sehen. Dazu kommt natürlich noch der Anhinga (Anhinga melanogaster). Immer wieder fliegen vor allem die Braunwangenscharben (Phalacrocorax fuscicollis) mit Nistmaterial Continue reading Indian Cormorants mit Nistmaterial im Anflug in Tissamaharama

Kleiber, verbissen im Kampf

Ein Frühlingstag in einem Auenwald in meiner Heimatstadt. Noch ist der Laubaustrieb gering. Wunderschön scheint die warme Frühlingssonne bis auf den Boden. Alles ist voller Leben. Überall ruft und singt es. Immer wieder ist Bewegung auf Zweigen und Ästen und an den Baumstämmen zu beobachten. Die Vögel bereiten sich auf die Brutsaison vor. Die Temperaturen lassen das Temperament der Vögel ebenfalls steigen. Eine bemerkenswerte Aggressivität ist in der Luft.

Viele Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) – ein Trupp mit mindestens 6 Exemplaren – wechselt immer wieder vom sonnendurchfluteten Boden zu den lichten Wipfeln. Im wunderbarem Sonnenschein fliegt mit typischem Ruf ein Buntspecht (Dendrocopos major) ein. Ein Kleiber (europ.) (Sitta europaea) erdreistet sich in das Revier eines Artgenossen einzudringen. Der Revierinhaber – bzw. derjenige, der sich dafür hält – fliegt den Eindringling sofort unvermittelt an. Beide Vögel prallen gegen die Rinde einer dicken Eiche. Sie stürzen beide zu Boden. Dort „verbeißen“ sie sich ineiander, hauen mit ihren spitzen Schnäbeln aufeinander, die Flügel flatternd. Dann wieder bleiben beide – wie ermattet – im trockenen Laub liegen. Sie sind so Continue reading Kleiber, verbissen im Kampf

Sperber am Futterhäuschen

Ein grauer Tag im zeitigen Frühjahr. Plötzlich saust ein brauner Schatten vor dem Küchenfenster am Flieder entlang. Zuerst denken wir an eine Täuschung, dann aber kommt wieder etwas Bräunliches diesmal hinter den Buxbaum-Hecken (Buxus  sp.) hervorgeflogen, umkreist einige Male einen Buxbaum und auch das Futterhäuschen und landet schließlich auf einem Dreibock, der die Verankerung des jungen Apfelbäumchens unterstützen soll. Es ist ein Sperbermännchen (Accipiter nisus), das auf dem Querbalken sitzt. Obwohl das Küchenfenster nur 4 Meter entfernt ist, gönnt sich der Sperber erstmal eine Rast.

Dort bleibt er dann auch sitzen. Ich kann es nicht fassen. So lange sitzt der doch sonst nicht so exponiert. Die Dorfstraße ist keine 8 Meter entfernt und es fahren Autos hin und her. Das will ich mir nicht entgehen lassen und hole meine Canon 1DX Mark III und das Canon EF 600mm f/4L IS II USM Objektiv, das auf dem Beifahrersitz Continue reading Sperber am Futterhäuschen