Eine sehr frühe Steppenweihe im Niederen Fläming

Ein adultes Männchen der Steppenweihe (Circus macrourus) trotzte dem Wintereinbruch im Niederen Fläming. Bei gemessenen 4° C, Schneeschauern und einem strammen Ostwind wurde ein im Wintergetreide sitzender Vogel anhand seines auffallend weißen Kopfes zwischen den grünen Getreidehalmen gesichtet. Mit dem Anruf machte ich mich auf den Weg. Als wir ankamen, stand der Wagen des Erstbeobachters dankenswerterweise noch an der Stelle der Beobachtung. Wenig später machte sich der Vogelbeobachter in seinem Wagen auf, um sich aufzuwärmen. Ich hatte gerade das Stativ ausgepackt und das schwere Canon EF 600mm f/4L IS III USM Objektiv an der Canon EOS 1DX Mark III aufgebaut, da erhob sich der helle Vogel aus dem Grün und flog elegant tief über das Wintergetreidefeld. Zweimal ließ er sich zwischen die Halme fallen. Als das Männchen der Steppenweihe wieder aufflog war keine Beute in den Fängen zu erkennen. Nach ca. 3-4 Minuten hatte der Vogel das Ende des Feldstücks erreicht und verschwand über eine Windschutzhecke. Die Nachsuche blieb erfolglos.

Nachdem ich die Steppenweihe schon bei Reisen im Monat September auf ihrer Zugroute entlang der Schwarzmeerküste in der Nähe südlich des Donau-Delta und an der Schwarzmeerküste in Rumänien sowie an der Wolga in Russland gesehen hatte, war ich doch überrascht diesen Vogel östlicher Steppen so früh im Jahr in Deutschland zu sehen. Immerhin wurde ein weibchenfarbiges Exemplar im 2. Kalenderkleid am gleichen Tag im Kleinen Gehege im Continue reading Eine sehr frühe Steppenweihe im Niederen Fläming

Buntspecht- Gradation nach Waldbrand

BuntspechtZuerst kamen die Trockenheit und dann der Waldbrand. Nun fürchtet der Förster den Borkenkäfer. In Teltow-Fläming sind im Sommer 2019 massenhaft Kiefern an- und abgebrannt. Manche sind auch entwurzelt und umgestürzt. Doch was aussieht wie ein apokalyptisches Chaos, könnte den Beginn eines gesunden Mischwaldes markieren. Doch schon die frühe Phase des Räumens findet großen Anklang bei dem Buntspecht (Dendrocopus major). Ein Großteil der hektaweise abgebrannten Fläche war schon beräumt. Anderswo stapelte sich das angekohlte Holz. Nur vereinzelt lagen noch Baumstubben, dürre, verbrannte Stämmchen oder Äste. Trotzdem konnte der Buntspecht in einer beeindruckenden Dichte in dem Gebiet festgestellt werden. Praktisch alle 20 Meter fand sich ein Buntspecht ein; anders als im natürlichen Wald nur wenige Zentimeter über dem verkohlten Waldboden. Immer wieder waren die hohen Kicks-Rufe des Buntspechts zu vernehmen. Ab dem kommenden Frühjahr soll nachgepflanzt werden.

In den USA wird das dort “Salvage logging” genannte Verfahren der Waldberäumung durchaus kontrovers diskutiert. Beim Abholzen von Restholz werden Bäume gefällt, die durch Waldbrände, Überschwemmungen, starken Wind, Krankheiten, Insektenbefall oder andere natürliche Störungen beschädigt wurden, um die wirtschaftlichen Einbußen für die Waldeigentümer zu reduzieren. Hier wie dort ist sicher die primäre Motivation für das Abholzen von angebranntem Holz die wirtschaftlichen Schäden zu reduzieren. Als weitere Gründe für den Kahlschlag wird das Motiv Erosion zu Continue reading Buntspecht- Gradation nach Waldbrand

White-browed Fantail flying over a fountain

Weißstirn-FächerschwanzThe White-browed Fantail (Rhipidura aureola) is aiming for its future “bathtub” in low flight. A little later, the drops will splash for several meters. The White-browed Fantail had already bathed extensively in the shallow fountain a few minutes before. The feathers are soaked with water. The White-browed Fantail is obviously not afraid of water. Proper cooling is also important in the south of Sri Lanka. Birds should also try to keep a cool head and, on the occasion, get-riff of roommates living on their feathers. First the White-browed Fantail comes on the ceramic rim, secures and sips from the water in the bowl. The cool water feels good. Then the bird stands in the middle of the flat pool area. The water goes up to the belly of the standing bird. Then it’s time to plunge ist head, fling the water in a rotary motion and wait until the water drops come down again. Then fly up again with your wet feathers on ist stomach and spread the water drops in the area. Done!

For birds, cleaning and maintaining the plumage is an important hygiene measure and necessary preventive health care. The white-browed fantail, for example, uses extensive water and dust baths to rid its more than 1000 feathers of parasites such as ticks, mites and fleas. He whirls the water around. With a little luck, you might even Continue reading White-browed Fantail flying over a fountain

Interessantes zur Brutbiologie des Kernbeissers

KernbeißerEin Blick aus dem Dachfenster einer Pension im ungarischen Bükk-Gebirge: ein Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) steht auf einer Dachrinne direkt am Fenster.

Es ist erstaunlich wie viele Kernbeißer sich im weiteren Verlauf an den Winterfutterplätzen in dem verschneiten Städtchen herumtreiben. Das ist man von Deutschland so nicht gewohnt. in Großbritannien sind sogar die Bestände des Kernbeißers so stark rückläufig, daß seit Ende der 1970er-Jahre der Brutbestand um mehr als 75% eingebrochen ist.

Die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) hatte im Jahr 2012 ein umfangreiches Forschungsprojekt gestartet, das sich mit den Habitatpräferenzen, dem Verhalten während der Nahrungssuche, der Brutbiologie sowie der Überlebensrate des Kernbeißers beschäftigt. Der Grund war der Einbruch der Bestände des Kernbeißers. Bei der letzten Schätzung im Jahr 2013 ging man von nur noch 500-1000 verbliebenen Brutpaaren aus. Im Vergleich: In Deutschland wird der auf 210.000-370.000 Reviere geschätzte Bestand als gleichbleibend eingestuft.

Wie nicht anders zu erwarten ergab die Studie, daß die Kernbeißer gerne ältere Laubwaldbestände aufsuchen. Dabei werden von den Continue reading Interessantes zur Brutbiologie des Kernbeissers

Photographing Rock Ptarmigans in winter

AlpenschneehuhnRock Ptarmigans (Lagopus muta) are always high on the wish lists of birders and photographers visiting Scandinavia in winter. Finding Ptarmigan is one thing, but knowing where to photograph them is another challenge. It took me several trips between March and May to see and photograph Ptarmigan. Definitely  are my favourite bird.

You have to go out to the north or up to the Alps to see a Ptarmigan in Europe. Rock Ptarmigans rarely venture down from the highest mountains, they do not come to feeding stations and there are no comfortable hides with flushing toilets to sit in and wait. You have to go and experience their habitat and their conditions in order to spend time with these fabulous birds. You must enter their domain. What is striking is how uncomfortable this can still be even on the best days in some winters.

Only rarely you might be lucky on a Ski parking lot in the Alps. After high winds and heavy snow in winter, Ptarmigan can be seen from the car park. They are very much hit and miss, however, and a good scope is normally required. Not to get bored, there are normally some White-winged Snowfinch (Montifringilla nivalis) hanging Continue reading Photographing Rock Ptarmigans in winter

Ist der Mittelreiher nur eine Art unter Dreien?

MittelreiherDer Mittelreiher (Ardea intermedia) ist bereits lange in mehrere Unterarten unterteilt: den Pazifikmittelreiher (Ardea intermedia plumifera), den Afrikamittelreiher (Ardea intermedia brachyrhyncha) und den Mittelreiher der Nominatform. Der Mittelreiher wird während der Brutzeit einerseits durch seine üppigen Federn, insbesondere die sehr langen Rückenfedern, andererseits durch einen Mangel an Kopffedern artlich bestimmt. Es ist ein geschmeidiger Vogel, dessen Schnabel für einen mittelschweren im und am Wasser vorkommenden Reiher relativ kurz ist. Es hat einen langen Kopf und Hals, der im Stehen oder Fliegen häufig in S-Form gehalten wird. Die Kopf-Hals-Kombination wirkt (und ist) aber relativ kürzer als die des Silberreihers (Ardea alba). Im Flug ähnelt der Mittelreiher dem Silberreiher mit seinen schwungvollen und eher langsamen Flügelschlägen. In der Nichtbrutzeit kann es leicht mit anderen weißen Reihern verwechselt werden. Ein Unterscheidungsmerkmal zu dem Silberreiher in Afrika ist seine kleinere Größe, die allerdings nur im direkten Vergleich auffällt. Auch der relativ kürzere Schnabel, der kürzere Hals fällt nur im direkten Vergleich zu den außergewöhnlich langhalsigen Silberreiher auf. Schon eher auffällig sind die zweifarbigen (nicht komplett schwarzen) Beine und – auf Fotos am besten erkennbar – die dünne Linie des Schnabelspalts (analog zu einem Mundwinkel) die unterhalb des Auges endet und nicht – wie  beim Silberreiher – noch darunter entlang führt.

Afrikanische, asiatische und australische Mittelreiher scheinen sich in der Größe und in der Färbung zu unterscheiden. Die Continue reading Ist der Mittelreiher nur eine Art unter Dreien?

Buntspecht am Futterplatz mit der Canon EOS 1DX Mark III

Ein schöner frischer Morgen, in der Früh um 0°, später bei Sonnenschein dann so 6°C. Ein Holzhackplatz wird immer wieder von einem Buntspecht (Dendrocopos major) angesteuert, weil er dort Sonnenblumenkörner zu finden meint. Eine gute Gelegenheit, erste Erfahrungen mit der automatisierten Nachverfolgung durch den neuen Autofokus in der Canon EOS 1DX Mark III zu machen.

Ich stelle im AF-Bereich-Auswahlmodus auf das letzte Register, die sogenannte „Automatische AF-Wahl“ bei der der gesamte AF-Bereich, durch einen Rahmen eingegrenzt, für die Fokussierung verwendet wird. Das scheint bei dem Buntspecht ganz gut zu funktionieren. Voraussetzung ist eine Voreinstellung im Register Servo-AF-Ausgangsfeld. Dort hatte ich auf das manuell ausgewählte AF-Messfeld (in dem Fall mittig-zentriert) als Ausgangs-Fokuspunkt gestellt.

Wenn man mit diesem Ausgangs-Fokuspunkt auf den Kopf des Buntspecht (insbesondere die Augen) scharf gestellt hat, führt die Canon EOS 1DX Mark III sehr schön die Schärfe auch unter Verwendung auch mehrerer AF-Punkte (s. Bild) auch wenn sich der Specht über den gesamten Holzblock bewegt und unter normalen Umständen schnell aus der Schärfenebene herausbewegen würde.

Später kommen noch Singvögel. Die guten Ergebnisse beim Continue reading Buntspecht am Futterplatz mit der Canon EOS 1DX Mark III

Erstes Schwarzkehlchen des Frühling

Schwarzkehlchen (europ.)Heute konnte das erste Schwarzkehlchen (europ.) (Saxicola rubicola)  des Jahres gesichtet werden. Trotz gemessenen 12° C läßt der strammen Süd-Westwind den Frühling an diesem teils sonnigen Nachmittag kühl erscheinen. Ein kontrastreich gezeichneter Vogel „fällt“ von einem Pfosten einer Pfahlreihe entlang eines Entwässerungskanals herunter. Er verschwindet im vorjährigen Gras und steigt dann wieder auf. Trotz der Entfernung ist die typischen Zeichnung gut zu erkennen. Es ist ein Männchen, das sich schon sehr früh dieses Jahr in einem möglichen Brutrevier aufhält.

Es scheint zurück vom Zug in die Winterquartiere. Die letzte Sichtung für die Umgebung nördlich von Luckenwalde – damals ein Weibchen – datiert von Mitte Oktober. Diese Meldung scheint aber die erste für das Jahr 2020 hier in Nuthe-Urstromtal respektive für ganz Brandenburgs zu sein.

In dem Gebiet – einem weitem Wiesen- und Schilfgebiet mit hoch-stehendem Wasserstand rasten Schwarzkehlchen immer wieder und sie brüten hier auch. Ansonsten wird deren Lebensraum ist in der heutigen Zeit immer mehr zurückgedrängt. Das Schwarzkehlchen besiedelt Continue reading Erstes Schwarzkehlchen des Frühling

Die Kleine Feldlerche, ein Irrgast-Kandidat für die West-Paläarktis

Kleine FeldlercheDie Kleine Feldlerche oder Orientfeldlerche (Alauda gulgula) ist – obwohl sie im Grunde eine deutlich “östliche” Art ist – gar kein Irrgast-Kandidat für die West-Paläarktis. Denn die Art ist ein recht regelmäßig vorkommender Zugvogel und Wintergast in Israel. Die besten Beobachtungsplätze sind die Luzernefelder in den Tälern. Während der Zugzeiten werden diese Lerchen regelmäßig entlang der Mittelmeerküste gesehen. Die Kleine Feldlerche wird oft in kleinen Trupps von ca. 3-5 Vögeln gesehen; manchmal aber auch in größeren Konzentrationen im Winter. Es ist daher gut möglich, dass die Orientalische Feldlerche irgendwann in Westeuropa angetroffen wird. Daher ist es gut, die wichtigsten Merkmale zur Artbestimmung – gerade auch in Abgrenzung zu anderen Lerchen – parat zu haben.

Viele, mit der Kleinen Feldlerche vertraute, Beobachter erklären, wie auffallend anders die Kleine Feldlerche in ihrer Struktur ist als ihr naher Verwandter, die Feldlerche (Alauda arvensis). Natürlich kann die Art am ehesten mit der Feldlerche verwechselt werden, insbesondere mit den kleineren Rassen. Bei guter Sicht sollte der aufmerksame Beobachter jedoch das Auseinanderhalten der Arten Continue reading Die Kleine Feldlerche, ein Irrgast-Kandidat für die West-Paläarktis

Common Barn-owl in Sri Lanka

The buoyant, slow, wavering flight of the Common Barn-owl (Tyto alba) with its legs dangling makes the owl appear ghost-like. Sometimes it can be seen as a fast, dark shadow in the evening sky. The nocturnal birds are a special challenge for bird photographers. They can only be photographed with a lot of knowledge of the right location, some time and normally a considerable use of technology. This individual to photograph on a perch just after sunset near a lake (they call it tank) in Tissamaharama, southern Sri Lanka, was only possible due to the intense knowledge of the local guide.

The Common Barn-owl owes its name to the pronounced heart-shaped face veil. The shape and bright color of the veil make it easy to distinguish it from other owls. The owl’s silent flight is famous. Because the body plumage is very soft and the outer wing feathers are serrated the barn owl can glide silently through the night. In contrast to one or the other domestic owl species, the barn owl is Continue reading Common Barn-owl in Sri Lanka

HEIF, das neue Bildformat und die Canon EOS 1DX Mark III

Das CR3 RAW-Dateiformat findet nun auch Einzug in die EOS-1D Serie. Die Aufnahme im RAW kann unkomprimiert erfolgen mit 16.384 Abstufungen per Farbkanal und damit einem hohen Dynamikumfang wird die Bildqualität gegenüber den Vorgänger-Modellen verbessert. Mit der EOS-1D X Mark III muss man aber nicht zwingend in RAW aufzeichnen, um Bilddateien mit einem größeren Dynamikumfang zu erhalten.

Canon betont selber die Schnelligkeit des Workflows bei der Dateienübertragung mit JPEG und – ab jetzt – HEIF Dateien.

Canon bietet bei ihrem Top-Modell erstmals HEIF als Option an. Zuerst wird man aber vergeblich nach dem HEIF-Format suchen. Wie bei den Vorgängermodellen erscheint in der 2. Registerkarte „Aufnahme“ allein die Möglichkeit zwischen RAW und JPEG zu wählen.  Das HEIF-Format kann erst angegeben werden, wenn [HDR-Aufnahme Einstellungen] auf [Aktivieren] gesetzt ist. Dann ist aber auch nur die Größe L möglich.

Auf Anhieb denkt man, daß das neue Bildformat HEIF (High Efficiency Image File Format), was im Deutschen so viel wie „Bilddateiformat mit hoher Effizienz“ bedeutet,  näher verwandt mit JPEG ist. Das ist es nicht, es ist eine eigene Entwicklung. HEIF-Dateien speichert die Canon EOS 1 DX Mark III mit einer Bandbreite von 10 Bit Farbe (statt 8 Bit bei JPEG). Farbtiefen Continue reading HEIF, das neue Bildformat und die Canon EOS 1DX Mark III

Forbes’s Plover in Mole National Park

ForbesregenpfeiferIt is incredibly hot. If you would leave the air-conditioned bus, you will be attacked by extremely annoying bees. But: we are looking for the Forbes’s Plover (Charadrius forbesi).

The Forbes’s Plover has to be found now. We drive to a flat area in the middle of the dry savannah of northern Ghana, which is probably flooded during the rainy season. As the guide explains, these places are not overgrown in the dry season. We are lucky. Just when we appear in the area we recognize a Forbes’s Plover. The excitement is great.

Two black breastbands and a red eyering are the key features of the Forbes’s Plover. On first sight it only slightly resembles a Three -banded Plover or Three-banded Sandplover (Charadrius tricollaris). The habit is definitely different. Additionally the Forbes’s Plover is larger, with darker upperparts; darker, browner head and a dark brown bill with red at base of lower mandible.

Our guides mention that we should take pictures from the bus. The Plovers would otherwise disappear. So everyone gets up and tears open the windows or pull them aside with force. With some it remains with the attempt. Since the windows overlap, an open window for one is a double-closed window for the other. So, after a while, all travelers have to see that they can shoot their photos from just a few windows. The Forbes’s Plovers, however, prove to be quite frugal. We see at least 4 specimens, although it is not clear whether they are pairs or individuals defending their territories. As sexes are alike, you do not see the gender. In any case, it is interesting that we had already visited the area the day before, and Continue reading Forbes’s Plover in Mole National Park