Sandbrachschwalbe im Süden Sri Lankas

Winzige Sandkörner wirbeln hoch. An der Südküste Sri Lankas windet es schon wieder sehr anständig. Sand und Salz liegt in der Luft. Die Kombination aus Wind, Sandverwehungen und praller Sonne läßt nicht viele Besucher den schönen Strand nur 100 Meter vom Hotel in den Dünen entfernt, genießen. Zuerst geht es an ein paar glattgeschliffenen Felsen vorbei nach Süden, Zwischen dicken Felsblöcken, halb im Meer stehend, sind einige Limikolen zu sehen. Direkt ins Auge fällt ein schmaler, grauer geduckt neben einem Felsen im Sand stehender Vogel auf. Der Vogel ist mit seinem blassen, sandigen Grau und dem schwarzen Hinterteil nur wenig von seinem Hintergrund aus Steinen, Felsen und Sand zu unterscheiden. Einzig der schwarze Schnabel mit dem Anflug von Rot an der Basis und der weiße Augenring fallen aus näherer Distanz auf.

Es ist eine einzelne Sandbrachschwalbe (Glareola lactea), die wirklich wunderschön zu sehen und auch auf gleicher Höhe zu fotografieren ist. Um sie auf gleicher Höhe zu fotografieren hocke ich mich in den Sand. Sie hat sich einen Platz auf dem Trockenen ausgesucht. Was sie in der heißen Ödnis macht, ist nicht klar. Daneben steht auch ein Flußuferläufer (Actitis hypoleucos). Auf einer Kante sind einige Wüstenregenpfeifer (Charadrius leschenaultii) zu sehen. Zuerst hatte ich mindestens 5 Steinwälzer (Arenaria interpres) auf einem der Felsen, die von Zeit zu Zeit von Wellenbrechern benetzt werden, gesehen. Für so eine – auf den ersten Blick – karge Küstenlandschaft sind das doch erstaunlich viele Vögel. Schließlich fliegt die Sandbrachschwalbe auf, doch nach wenigen Metern nimmt sie Platz – diesmal auf einem rundrückigen Felsen. Ich laufe noch weiter nach Norden. Hier ist nur noch ein Wüstenregenpfeifer zu sehen. Man kann sich gar nicht richtig entscheiden, ob man an der steilen Abbruchkante entlang laufen soll, auf dem feuchten Sand von der letzten anrollenden Welle oder doch weiter oben im weichen Sand.

Brutgebiete der Sandbrachschwalbe werden aus Indien und Sri Lanka gemeldet. Der Vogel wandert allerdings, abhängig vom Wasserstand der Flüsse. Die Sandbrachschwalbe kommt in vielen Brutgebieten nur von April bis August vor und scheint im Winter in tiefere Lagen auszuweichen. So ist die Sandbrachschwalbe hauptsächlich oder ausschließlich ein Sommerbrutgast in Bhutan, Pakistan und Nordostafghanistan und verschwindet im Winter vom Indus. Somit ist die Herkunft der Vögel, die im südlichen Sri Lanka im Winter beobachtet wurden, nicht klar. Ein Zugverhalten kurzer Reichweite als Reaktion auf sich ändernde Wasserspiegel wird immer wieder mal gemeldet. Die Sandbrachschwalbe ist ein flüchtiger bzw. ein ungewöhnlicher Wintergast auch im Westen. So gibt es Meldungen vom Jemen, dem Arabischen Golf (Bahrain, Iran und Vereinigte Arabische Emirate) und vom Oman. Ein gelegentliches Vorkommen in der westlichen Paläarktis ist also nicht ganz ausgeschlossen.

Andere meinen ja, daß die kleinste Brachschwalben natürlich auch eine schöne Art ist, aber lange nicht an die Schönheit der Graubrachschwalbe (Glareola cinerea) herankommt. Ein weiterer Favorit unter den Brachschwalben sei aber die Stelzenbrachschwalbe (Stiltia isabella), vor allem wegen der aufrechten Gestalt.

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