Weissbauch-Seeadler im Lunugamvehera NP in Sri Lanka

Weißbauch-SeeadlerWenn man ein Adler-Fan und der Ansicht ist, daß es an der Wolga Massen an Seeadlern (Haliaeetus albicilla) gibt oder gar der Ansicht ist, daß Brandenburg dicht mit dieser Vogelart besiedelt ist, der muß wirklich in den Lunugamvehera Nationalpark im Süden Sri Lankas fahren. Eine solche Dichte an großen Greifen wie hier am Weheragala Reservoir habe ich wirklich noch nicht gesehen. Nun gut, der Weißbauch-Seeadler (Haliaeetus leucogaster), der im Englischen White-bellied Sea-eagle oder White-bellied Fish-Eagle genannt wird, kommt nicht so mächtig daher wie der Seeadler; das Gewicht ist ja auch deutlich geringer (max. knapp 4 kg gegen über knapp 7 kg). Dafür ist die Spannbreite aber mit über 2 Metern ebenfalls eindrucksvoll. Der Seeadler ist hier natürlich ebenfalls etwas größer. Das besonders Eindrucksvolle an diesem frühen Morgen ist der recht langsame Hin- und Herflug einzelner Weißbauch-Seeadler vor einem grünen Dschungelhintergrund. Immer wieder fliegt ein Weißbauch-Seeadler ein und schwebt dann in einen alten Baumriesen hinein. Tolle Flugbilder bei einem schönen Hintergrund.

Das liegt zum einen an der exzellenten Position auf einem ca. 25 Meter hohen Staudamm an dem der Weißbauch-Seeadler auf gleicher Höhe entlang fliegt. Zum anderen liegt es an recht geringen Ansprüchen an die Scharfstell-Technik. Der Autofokus an der Canon EOS 1 DX hat genügend Zeit auf das fliegende Ziel scharf zu stellen. Der Kontrastumfang ist so hoch, daß der helle Vogel vor dem dunkelgrünen Hintergrund einwandfrei erfaßt wird, obwohl die Schärfetiefe beim verwendeten Canon EF 600/4.0 L IS II USM gering ist. Der Ausschuß – bei Flugfotos (BiF) ansonsten hoch – ist bei dieser Serie fast nicht existent. Über eine ganze Weile findet sich immer wieder ein anderer immaturer Weißbauch-Seeadler, der auf der Landseite am Staudamm entlang fliegen möchte. Wobei fliegen fast der falsche Ausdruck ist. Die Vögel gleiten majestätisch eher als dass sie bewußt fliegen. Die vielen tote Baumgerippe in dem riesigen Stausee sind aber ebenfalls ein Paradies für White-bellied Fish-Eagle. Hier stehen sie – manchmal gar nicht so hoch oben – auf einem kräftigen, rindenlosen Ast, halten einen halben Fisch im Fang und machen eher gar nichts. Die Entfernung der einzelnen Weißbauch-Seeadler zueinander scheint eher von der Geeignetheit der toten Baumstämme in hoch überschwemmten Stausee abzuhängen als von der Einhaltung artspezifischer Komfortzonen. Ein sehr eindrucksvolles Erlebnis.

Was ich leider nicht beobachtet habe, war die Jagd. Dabei patrolliert der Seeadler gerne in 10-20 m Höhe über sein Beutegebiet, durch die Flugjagd hoch oben am Himmel oder durch die Ansitzjagd. Manchmal wird von paarweise kooperativer Jagd Gebrauch gemacht. Hat der Adler ein Opfer ausgemacht greift er durch flaches Gleiten oder im Sturzflug an, um Beute vom Boden oder direkt von der Wasseroberfläche abzupflücken. Der Adler bedrängt Wasservögel bis zur Erschöpfung oder pflückt sich die Fruchtfledermäuse oder Flughunde (Pteropus sp.) von ihren gemeinsamen Rastplätzen in Bäumen.

Nicht nur für die Seeadler-Fotografie ist der Lunugamvehera National Park, auch bekannt als Yala Block 5, sehr empfohlen. Über das Galge-Gate fährt man in diesen Teil des riesigen Yala Nationalparks rein. Hier muß man die Tickets lösen und kann dann pünktlich um 6:00 in den Park. Das ist kein Vergleich zum Main Gate im Yala NP, wo sich die Jeeps morgens in der Dämmerung vor dem Tor stauen. Hier stehen nur 3 Jeeps, die das gleiche wollen, wie wir. Überaus hübsch ist die parkartige Landschaft, durch die man fährt. Es ist 6:15 als wir das Gate passieren dürfen. Unser Fahrer rast sofort los. Über Handy kam die Nachricht, daß ein Leopard offen gesichtet wurde. Der Sri-Lanka-Leopard (Panthera pardus kotiya) ist nirgendwo besser und einfacher zu sehen als im Yala NP. Schnell erreichen wir eine Staumauer. Die gehört zum Weheragala Reservoir. Viele tote Baumgerippe stehen in dem riesigen Stausee. Ein Paradies für White-bellied Fish-Eagle, der inzwischen wohl auch White-bellied Sea-Eagle genannt wird. Aber erstmal haben wir nur Augen für den Leoparden. Der läuft tatsächlich unten am Staudamm-Fuß zwischen Büschen umher. Nur 1 Minute später, um wir hätten ihn nicht gesehen. Respekt für den Fahrer. Wir stellen uns dann auf den Damm des Stausees und widmen uns der Vogelbeobachtung.

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