Kuckuck umkreist im Tiefflug

KuckuckEin sonniger Morgen in der Mainebene. Bei klarem Himmel ist die Luft voller Vogelgezwitscher. Ein schöner Morgen in der Weilbacher Kiesgrube, nur 20 km westlich von Frankfurt und nicht weit vom Frankfurter Flughafen entfernt. Der Kiesabbau fand seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts statt. Ein Teil der entstandenen Landschaft wurde zurückerobert und beherbergt heute viele Vogelarten. Den Mai 2012 werde ich so schnell nicht vergessen. Aus den Bäumen in der früheren Sandgrube hörte ich seit gestern den Ruf eines Kuckucks (Cuculus canorus). Um ihn vor die Linse zu kriegen, wollte ich ihn mit Kuckucksrufen vom Band auf den Pfahl eines Wildschutzgatters locken. Anders als gemeinhin angenommen, ist das typischen „kuckuck, kuckuck“ eher der Gesang. Ein abgehacktes Gekicher und deutlich zu hörendes Gefauche zeigen dagegen an, dass ein Revier verteidigt werden oder einem vermeintlichen Nebenbuhler imponieren werden soll. Mein Tarnzelt stellte ich unter eine etwa acht Meter entfernten Birke, den Lautsprecher zum MP-3 Player legte ich direkt unter den Pfahl ins Gras. Mit einem langen Kabel konnte ich über den MP-3 Player die Rufe starten und beenden.

Gegen 8:00 Uhr war es soweit. Nachdem nur kurze Zeit die Lockrufe ertönt waren, kam Antwort. Im Gesichtsfeld eines des Sehschlitze sah ich den Kuckuck in einer Entfernung von 50 Metern. Minutenlang antwortete er auf die Rufe des MP-3 Players. Schließlich überflog er mehrmals den Pfahl und setzte sich auf die Weide. Ein abgehacktes Gekicher und deutlich zu hörendes Gefauche zeigten an, dass er dem vermeintlichen Nebenbuhler imponieren wollte. Wie hingezaubert saß er dann plötzlich auf dem Pfahl, drehte sich hin und her, zuckte im Sekundentakt mit den Schwanz und beugte den Kopf nach unten in Richtung Lautsprecher. Dann flog er wieder weg.

Kurz darauf war der Kuckuck wieder da – diesmal mit einem dicken Insekt im Schnabel. Der Vogel blieb kurze Zeit so sitzen und rief mit vollem Schnabel. Dann spuckte er das Insekt aus. Fauchend flog er davon. Anschließend drehte er noch mehrere Runden um die Geräuschquelle bevor er dann im nahen Wäldchen verschwand.Die Weilbacher Kiesgrube liegt im Süden des Main-Taunus-Kreises. Diese Gemeinde zählt zu den am dichtesten besiedelten Regionen im Rhein – Main – Gebiet. Es ist relativ klein. Aber es hat mehr als 220.000 Einwohner. Das sind 1.018 Einwohner pro km2. Trotzdem ist die Vogelvielfalt hervorragend!

Geografisch liegt es am Südhang des Taunus, was zu einem milden Klima führt. Die Durchschnittstemperaturen im Sommer liegen bei ca. 25 Grad und die Niederschlagsmengen liegen bei ca. 60 mm pro Monat. Der Main bildet im Süden die Kreisgrenze. Hier befindet sich auch der tiefste Punkt von ca. 90 m NN. Im Norden erhebt sich das Gelände und hat die höchste Erhebung mit dem Rossert auf 515 m NN. Der nördliche Teil ist größtenteils mit Eichen und Buchen bewaldet. Der südliche Teil ist überwiegend von Ackerland und Obstgärten geprägt.

Nicht nur der Kuckuck kann in diesem übersichtlichen, schönen Gebiet bewundert werden. Auch einige andere Vögel können immer wieder beobachtet werden. An einem Morgen im Juni waren alle vier in Deutschland regelmäßig vorkommenden Sylvia-Grasmücken-Arten in und um die Grube zu sehen. Zuerst tauchte das Männchen einer Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) im ersten Licht dieses kühlen, aber sonnigen Morgens auf. In unmittelbarer Nähe eines Aussichtsturms, der sich am östlichen Ende der alten Kiesgrube befindet, war ein wunderschön singendes Individuum einer Dorngrasmücke (Sylvia communis) zu sehen. Kurz darauf tauchte ein Klappergrasmücke (Sylvia curruca) auf. Und schließlich war sogar eine recht unscheinbare und stille Gartengrasmücke (Sylvia borin) zu sehen, die eine Raupe in einem dichten Busch fing. Von mindestens 4 Türmen, die über das Naturschutzgebiet verteilt sind, sind hervorragende Beobachtungen möglich. Informationen erhalten Sie auch im Naturhaus Weilbacher Kiesgruben, einem Informationszentrum.

In der Kiesgrube leben einige Vögel, die sonst im Rhein-Main-Gebiet selten sind. Ein Beispiel ist die Haubenlerche (Galerida cristata), die ein seltener Brutvogel ist. Ihr Vorkommen beschränkt sich auf offene Flächen in der Nähe von Gewerbegebieten und Parkplätzen. Eine weitere Spezialität ist die Rohrweihe (Circus aeruginosus). Hier ist eines der wenigen Brutpaare im Main-Taunus-Kreis vertreten. In den Naturschutzgebieten Massenheimer Kiesgrube und Weilbacher Kiesgrube brütet der Beutelmeise (Remiz pendulinus), ein ganz seltener Brutvogel im Rhein-Main-Gebiet.

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