Brandenburger Heiden: Heimat des Ziegenmelkers

ZiegenmelkerWenn die Dämmerung zur Dunkelheit wird, kann man im Süden Brandenburg, auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen ein anhaltendes, diskretes Schnurren hören. Es scheint aus dem Dunkel der kleinen Pappel- und Birkenhaine zu kommen. In der lichten Sukzession-Vegetation aus Birken-, Pappeln, Espen und Kiefern mit noch vorhandenem Heideunterwuchs und einigen offenen Sandstellen erreicht der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), ein sehr interessanter Vogel seine höchste Brutdichte. Der Ziegenmelker ist nur amselgroß und weist ein grau-braunes Gefieder mit auffälligen weißen Flecken auf. Der Vogel zählt zur Familie der Nachtschwalben(Caprimulgidae), von denen in Mitteleuropa nur diese Art vorkommt. Nachtschwalben sind übrigens recht eng mit den Seglern und Kolibris verwandt. Dagegen ist eine enge Verwandtschaft mit mehreren anderen, in Aussehen und Lebensweise ähnlichen Familien nicht so klar. Der weithin hörbarer Gesang des Ziegenmelkers, ein aus zwischen zwei Tönen wechselndes rhythmisches Schnurren „rrrrrrrr …“, bestimmt die Geräuschkulisse der Heiden von der Dämmerung bis spät in die Nacht. Während der Balz fliegt der männliche Ziegenmelker unter Flugrufen zu einer Singwarte. Dies kann ein abgestorbener Ast unter der Krone einer alten Kiefer sein, es kann sich aber auch um einen hoch gelegenen Punkt innerhalb einer Freifläche oder Schonung handeln. Hier „schnurrt“ das Männchen ausgiebig. Zwischendurch sucht der männliche Ziegenmelker dann flügelklatschend eine weitere Singwarte, auf und schnurrt von dort weiter. Wenn das Weibchen auftaucht, beendet das Männchen das Schnurren mit hohen, quiekenden Rufen und fliegt flügelklatschend und dabei rufend im Tiefflug über die Heide. Dabei wird die letzte Strecke gleitend mit hochgestellten Flügeln und gespreiztem Schwanz zurückgelegt. Die weißen Abzeichen sind dabei sehr schön zu sehen. Das Weibchen folgt, schlägt mit den Flügeln und äußert ebenfalls Flugrufe. Vom Boden aus hört man das dumpfe Schnurren des Weibchens. Nach wenigen Minuten kehrt das Männchen des Ziegenmelkers zur Singwarte zurück und schnurrt wieder. Stundenlang können die Männchen diesem Werben frönen. Gesang soll sowohl Reviere abzugrenzen als auch Weibchen anlocken.

Die Heide südlich von Berlin wächst immer mehr mit Kiefern, Espen und Birken zu.  Aber bevor Heideflächen sich im Zuge der natürlichen Sukzession wieder zu Wäldern entwickeln, findet der Ziegenmelker teils sehr günstige Habitatverhältnisse vor. Nur zwei Eier pro Jahr brütet das Weibchen auf dem nackten Heideboden im Halbschatten größerer Bäume und Büsche aus. Ein Nest zu finden ist aufgrund der perfekten Tarnung der Vögel nahezu unmöglich. Oft kann man die Art im letzten Licht über Sandwegen oder im Bereich von Lichtungen auf Insektenjagd beobachten. Der extrem breite, geöffnete Rachen dient dem Ziegenmelker hierbei als Kescher um schwärmende Großinsekten wie Motten zu fangen.

Anhand aktueller Bestandszählungen wird davon ausgegangen, dass zirka ein Drittel aller Ziegenmelker Deutschlands in Brandenburg brüten. Die Verantwortung für den Erhalt dieser auch nach der Europäischen Vogelschutzrichtlinie streng zu schützenden Art ist hier deshalb besonders hoch.

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