Tordalken in der Seevögelkolonie auf Helgoland

TordalkEin waghalsig positionierter Tordalk (Alca torda) ist doch eine extra Fotosession wert. Er sitzt auf einem ganz schmalen, vollgekoteten Sims vor den schmalen Felsbändern der Seevögelkolonie und muß sich immer wieder der anfliegenden Trottellummen (Uria aalge) erwehren und den An- und Abflügen, der im oberen „Geschoß“ wohnenden Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) ausweichen. Man kann schön sehen, daß das ein oder andere Nest schon eine junge Dreizehenmöwe oder eine junge Trottellumme beherbergt. Auch die Tordalken – zwar deutlich seltener als die Trottellummen – scheinen auffälliger als die Tage zuvor. Sie sitzen jetzt viel häufiger frei. Ein sehr wagemutiger Tordalk ist ja schon angesprochen worden. Wenig später sehe ich auch den Partner des Tordalken, der etwas verdeckt in der Klippe auf einem Nest sitzt. Auf Anhieb sieht es so aus, daß die Tordalken die Trottellummen dominieren. Aber wie es gehen kann, sehen wir wenig später. Eine Dreizehenmöwe kommt im Tandem mit einer Trottellumme das Kliff halb herunter geflogen, halb stürzend. Die Lumme war wohl dem Nest der Dreizehenmöwe zu nah gekommen oder hatte sich anderweitig daneben benommen und mußte aus dem Nestbereich entfernt werden. Es sah so aus, als hätte die Dreizehenmöwe die Trottellumme mit ihren Füßen gepackt. Ein beeindruckendes Bild. Die Silbermöwe am Rand der Klippen mit ihren beiden Jungen ist auch noch da. Nachmittags muß ich die Stelle unbedingt noch einmal aufsuchen.

Weiterhin weht ein lebhafter Wind aus Nord, der für einen relativ kühlen Eindruck sorgt. Einfach toll. Ich beschließe wieder mit dem Beach-Buggy und dem vollen Gerödel gen Lange Anna zu ziehen.

Der erste Aussichtspunkt direkt oberhalb der Basstölpel-Kolonie ist diesmal gar nicht so produktiv. Es stehen auch deutlich weniger Fotobegeisterte da. Heute sind deutlich weniger Fotografen unterwegs. Trotzdem stehen oben auf dem Klippenrandweg viele, die die vielen Basstölpel (Morus bassanus), Trottellummen, Dreizehenmöwen und auch den ein oder anderen Eissturmvogel (Fulmarus glacialis) und Tordalken ablichten. Wir laufen noch mal zu dem tiefen Einschnitt an den Klippen, den man von einer abgesenkten Beobachtungsplattform mit Bank auch gut einsehen kann. Die Lange Anna mit ihrer großen Basstölpel – Kolonie ist nicht weit. Hier baue ich das Canon EF 600mm f/4 IS II USM mit der angesetzten Canon EOS 1 DX auf das Stativ. Mit dem Fernauslöser versuche ich den Überblick zu wahren und im richtigen Zeitpunkt „ins Bild“ fliegende Möwen oder vor allem auch Lummen ablichten zu können. Dazu verschiebe ich den Fokuspunkt auf die linke, obere Ecke, stelle per AF-Betriebsart „One Shot“ auf eine der auf dem Klippenabsatz stehenden Lumme scharf, verschiebe dann den Fokus-Schalter auf „Manuell“ und löse mit dem Fernauslöser die Reihenaufnahme mit hoher Geschwindigkeit (HighSpeed) aus. Nach den ersten Fotos ändere ich auch den Aufnahmemodus von Blendenautomatik auf Manuell, stelle die Verschlusszeit auf 1/640 sec., die Blende auf 11.0 und nehme noch eine Belichtungskorrektur von – 1.0 vor. Die Kamera lasse ich dann den Ausgleich über die Filmempfindlichkeit vornehmen, was bei dem hellen Licht immer noch zu relativen niedrigen ISO-Werten führt. Die Kontrolle des Bildes per Livebild stellt sich als weniger sinnvoll heraus. Die Verzögerung kann doch dazu führen, daß der einfliegende Vogel schon wieder aus dem Bild herausgeflogen ist. Außerdem sind die Kontrastverhältnisse mit dem im Hintergrund glitzernden Meer nicht sehr Livebild-freundlich. Die Canon EOS 5DS R nutze ich nun praktisch gar nicht. Sie ist auch für die Flugfotografie zu langsam. Auch die Silbermöwe mit ihren 2 Jungen ist super zu sehen und zu fotografieren. Als sich Schafe nähern, den Klippenzaun untersteigen und Anstalten machen, den Jungen zu nahe zu kommen, werden beide Eltern aber ganz unleidlich. Drohgebärden und dann ein Überflug mit Kotabgabe sind die Quittung für die Schafe, die das auch offensichtlich verstehen.

Helgoland im späten Frühjahr (Mai/ Juni) kann allen Naturbegeisterten nur ans Herz gelegt werden. Vom Wanderweg, der in gut 60 Metern Höhe am Klippenrand entlang führt, bietet sich ein erstklassiger Einblick in das gesamte Sozialleben der Seevögel. Ob Balz, Nestbau, Brut, Jungenaufzucht, Fütterung oder Streitigkeiten zwischen den Vögeln – von hier aus kann man bequem alles beobachten und fotografieren. Diese Jahreszeit kann aber auch mit Seltenheiten im Inselinneren aufwarten. Eine gute Abwechslung wenn man eigentlich dem Brutspektakel auf den Vogelklippen einen Besuch abstatten möchte. Nach der vor einigen Tagen gemeldeten Gelbkopf-Schafstelze (Motacilla flava flavissima) auf einer Kuhweide im Oberland und dem Rotkopfwürger (Lanius senator) im Helgoländer Nordostgelände war auch ein Zwergschnäpper (Ficedula parva) ein Beweis für das Seltenheitspotential von Helgoland. Nicht nur im Herbst, sondern auch im späten Frühling gibt es immer mal wieder was Besonderes zu sehen.

Bird-lens ist vor allem eine Website, die die wachsende Nachfrage nach top Aufnahmen der Vögel der Westpaläarktis befriedigen soll. Um die insgesamt wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen seltener Vogelarten befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com aber auch gezielt Reisen an entfernte Orte wie Alaska oder Südamerika unternommen. Dies alles um exzellente Fotos von Vögeln machen zu können. Die Ausbeute an Bildern nicht nur von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut.

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