Ein Wendehals in Estland

WendehalsEin typischer Balzruf schallt aus einer dicht belaubten Baumkrone. Der Ruf besteht aus einer Serie von meist 8 bis 15 gedämpften, mitunter rau klingenden penetrant klingenden „wied_wied_wied“-Lauten. Zu sehen ist aber nichts. Selbst die Richtung aus der die Laute schallen, ist anfangs nicht klar. Im schwachen Morgenlicht sehe ich einen Vogel vorbei fliegen. Zuerst denke ich an eine Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) oder vielleicht einen kleinen weiblichen Würger wie einen Neuntöter (Lanius collurio). Plötzlich hüpft ein Wendehals (Jynx torquilla) auf der Suche nach einem neuen Ameisenhaufen über den schütter bewachsenen, sandigen Boden. Es bewegt sich recht ungeschickt auf den flachen Boden mit einem von Zeit zu Zeit angehobenen Schwanz. Mit ein paar Hammerschlägen seines Schnabels bricht der Wendehals dann auf mit Erfolg ein Ameisennest auf. Ameisen schwärmen aus, aber sie haben keine Chance. Der Wendehals kann bis zu 150 Ameisen im Hals halten.

Danach fliegt der Wendehals zu einer Eiche und umklammert mit seinen kräftigen Füßen die raue Rinde. Es sieht in Löchern in der Rinde nach Maden und Insekten Ausschau. Der Wendehals erkennt das feine Geräusch eines Käfers, der sich hinter der Rinde bewegt, und setzt schnell seine lange Zunge ein, um das Insekt zu fangen. Der scharfe, meißelförmige Schnabel des Vogels ermöglicht es, in Ameisenhaufen hinein zu fahren. Speziell angepasste Speicheldrüsen halten die Zunge klebrig, so dass sie Ameisen mit einem Schlag aufnehmen können. Die Zunge ist auch lang genug, um Beute unter Steinen und aus Spalten in rissiger Rinde zu extrahieren.

Der Wendehals sammelt oft unverdauliche Fragmente wie Muscheln, Steine ​​und Knochen und füttert sie seinen Jungen, um sie mit zusätzlichen Mineralien zu versorgen.

Ein Wendehals ist ein ungewöhnlicher, aber auch ein markanter Specht, der ein kryptisches Gefieder aufweist. Ein komplexes Muster aus Flecken, Streifen und Strichen löst den Umriss des Wendehalses auf. Wenn er bedroht wird, hockt er sich nieder. Sein Gefieder ahmt die Textur von Baumrinde und die Wirkung von gesprenkeltem Licht so perfekt nach, dass er sehr effektiv aus dem Blickfeld verschwindet. Auf der Oberseite ist er grau und braun gesprenkelt. Die ockerfarbene Brust ist dunkel gestrichelt, der weißliche Bauch ist ebenfalls dunkel gestrichelt. Eine dunkle Linie zieht sich durch das Auge und setzt sich hinter dem Auge in Richtung Nacken fort. Der auffallend ist der kurze spitz zulaufende Schnabel.

Die Subspezies des Eurasischen Wendehalses brüten in ganz Europa von Nord-Spanien und West-Frankreich bis zum Ural, Kaspischen und Nord-Kaukasus und über das gemäßigte Asien bis nach China und Nord-Japan. Der Vogel brütet südlich von der Nordküste des Mittelmeers vom Nordosten Spaniens bis nach Nordgriechenland, im Süden Portugals und auf Mallorca, Ibiza, Korsika, Sardinien und Sizilien. Im Norden ist der Eurasische Wendehals hauptsächlich ein Zugvogel, der nur im Sommer erscheint. Im äußersten Süden seines Verbreitungsgebiets kann er aber nur partiell ziehen oder sogar ortsansässig bleiben. Die Hauptdurchgangszeit im Herbst ist August-Oktober, die Rückkehr findet im April-Mai.

Der Wendehals war früher ein regelmäßiger und ziemlich weit verbreiteter Brutvogel auch in Deutschland. Jetzt ist er – besonders im Nordwesten des Landes – eine eher rare Erscheinung; dann hauptsächlich im Mai und August-Oktober. Ähnliche Rückgänge gab es in anderen Teilen Europas, insbesondere in Nordfrankreich und in anderen Nordseeländern. Während der Zugzeit taucht der Wendehals häufig in einer Vielzahl von Lebensräumen auf, einschließlich in Vorstadtgärten.

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