Frühjahrseinflug von Rotfussfalken

RotfußfalkeIn den vergangenen Tagen häufen sich in den einschlägigen Portalen der Vogelbeobachter der Schweiz und in Italien die Meldungen von Rotfußfalken (Falco vespertinus), wie eine Karte der Beobachtungen der letzten Woche eindrucksvoll zeigt. Die Frage war, ob sich ein Einflug auch bis nach Deutschland anbahnt, kann wohl inzwischen mit „Ja“ beantwortet werden. Über Ostern gab es im Süden Deutschlands bereits eine Reihe von Beobachtungen. Inzwischen gibt es jeden Tag mehr Meldungen, die nun auch u.a. aus Brandenburg stammen. So gab es heute und gestern bereits 4 Meldungen aus dem Umfeld des Spreewalds und  1 Meldung aus Potsdam. Bemerkenswert ist, daß übereinstimmend von sehr guten Beobachtungsbedingungen (u.a. in einer Distanz von ca. 50 Meter auf einer Stromleitung ruhend, dann Jagdflug mit häufigem Rütteln über gemähtem Wintergetreide oder eine Flugbeobachtung nur wenige Meter vom Betrachter entfernt) berichtet wird.

Eine Karte findet man unter ornitho.de.

Auch im Herbst werden immer wieder Rotfußfalken aus Deutschland gemeldet. Mindestens 3 Rotfußfalken waren so u.a. im Jahr 2015 aus dem Oderbruch gemeldet worden. Im Vergleich zum Herbst zeigen Rotfußfalken einen ausgeprägten Schleifenzug und ziehen im Frühjahr deutlich weiter westlich aus Afrika zurück in die osteuropäischen Brutgebiete. In manchen Jahren können sie dabei weit nach Westen verdriftet werden. Beim letzten Einflug 2015 beschränkten sich die deutschen Nachweise letztlich weitgehend auf den Bereich südlich der Donau. Diesmal scheint es sich auch in nördlichere Gefilde zu verschlagen.

Die spanischen Kollegen beobachteten in dem Frühjahr 2015 besonders viele Rotfußfalken fast überall von der iberischen Halbinsel. Dies auch im Landesinneren, in denen diese Art in der Regel bisher äußerst selten gemeldet wurden. Es gab bis Ende Mai Hunderte von Nachweise in Katalonien, wo die Vogelart zwar kein Ausnahmegast ist, aber doch als selten gelten muß. Dieses Mal jedoch waren nicht die ansonsten typischen Muster des Auftretens zu verzeichnen. Die Ostwinde waren nicht ausgewöhnlich stark. Als eine Begründung wurde herausgearbeitet, daß dieser Afrikaüberwinterer gegebenenfalls bereits eine westliche Route über Nordafrika gewählt hatten. Wahrscheinlich durch die Sahara bis Mauretanien und Marokko statt durch das Niltal. Jemand wies darauf hin, dass Rotfußfalken südlich von Sambia überwintern und dann in Trupps gen Norden (fast zur gleichen Zeit) ziehen. Als vorläufige Theorie wurde eine – aus welchen Gründen auch immer – östliches Verschiebung in den südlichen Überwinterungsgebieten genannt. Unter Berücksichtigung der dreieckigen Form Südafrikas, könnte es durchaus sein, dass ein Unterschied von 50 km in einer West-Ost-Achse in Südafrika den Unterschied macht zwischen der Auswahl der Westroute entlang der Sahara Route anstelle der Ostroute.

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